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Thema: Ist das Schicksal des Menschen vorbestimmt oder hat er einen freien Willen?

  1. #1
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    Ist das Schicksal des Menschen vorbestimmt oder hat er einen freien Willen?



    Ist das Schicksal des Menschen vorbestimmt oder hat er einen freien Willen?

    Frage (Nr. 20806):

    Ist unser Schicksal vollständig vorbestimmt? Einige sagen, dass wir die Wahl haben, welchen Weg wir wählen wollen, doch was man am Ende des selbst gewählten Weges vorfindet, ist das, was von Allāh bestimmt wurde. Ich habe auch gelesen, dass Qadar von Jahm b. Safwān erschaffen wurde, nicht von Allāh.

    Wo kann ich im Qur’ān Informationen dazu finden und wenn es ein festgesetztes Schicksal gibt, inwiefern wird es von Gott erwählt? Gibt es wirklich einen festgelegten Tag, an dem man geboren wird, und einen anderen für den irdischen Tod, wen man heiraten wird?

    Was ist, wenn ich den Mann traf, den ich heiraten sollte, doch irgendwie habe ich mich für den falschen Weg entschieden, nur um zu erkennen, dass ich falsch gehandelt habe? Wird er wieder meinen Weg kreuzen oder habe ich mein Schicksal geändert, sodass meine Strafe darin besteht, dass ich diese Person in meinem Leben nicht mehr haben kann?

    Antwort:

    Alles Lob gebührt Allāh.

    Der Glaube an al-Qadar (den göttlichen Willen und die Bestimmung) ist eine der Säulen des Glaubens, denn der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte, als er Jibrīls Frage über den Glauben beantwortete: „(Es bedeutet) Glauben an Allāh, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den letzten Tag und an al-Qadar (die göttliche Bestimmung) im Guten wie im Schlechten zu glauben.“

    Mit al-Qadar ist gemeint, dass Allāh alle Dinge vor Ewigkeiten bestimmt hat und weiß, dass sie zu Zeiten eintreten werden, die Ihm bekannt sind, und auf festgelegte Art und Weise und dass Er das niedergeschrieben und gewollt hat, und sie geschehen entsprechend dem, was Er bestimmte. (al-Qadā‘ wa-l-Qadar von Dr. `Abd al-Rahmān al-Mahmoud, S. 39)

    Der Glaube an al-Qadar basiert auf vier Dingen:

    1.Wissen, d. h. dass Allāh weiß, was Seine Schöpfung tun wird, durch Sein

    2.Schreiben, d. h. dass Allāh das Schicksal aller Kreaturen auf al-Lauh al-Mahfūz niedergeschrieben hat.

    3.Wille, d. h. dass das, was Allāh will, geschieht, und was Er nicht will, wird nicht geschehen. Es gibt keine Bewegung in den Himmeln oder auf der Erde, die ohne Seinen Willen stattfindet.

    4.Schöpfung und Gestaltung, d. h. dass Allāh der Schöpfer aller Dinge ist, einschließlich der Handlungen Seiner Diener. Sie vollziehen ihre Taten im tatsächlichen Sinne und Er ist ihr Schöpfer und der Schöpfer ihrer Taten.


    Wer an diese vier Punkte glaubt, der glaubt an al-Qadar.
    Der Qur’ān bestätigt diese Dinge in zahlreichen Versen, wie z. B. den folgenden (ungefähre Bedeutung):

    Er verfügt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm. Und Er weiß, was auf dem Festland und im Meer ist. Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß; und (es gibt) kein Korn in den Finsternissen der Erde und nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre.“ (6:59)

    Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (al-Lauh al-Mahfūz)verzeichnet wäre, bevor Wir es erschaffen – gewiss, dies ist Allāh ein Leichtes“ (57:22)

    Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allāh will, (Er), der Herr der Weltenbewohner (al-`Ālamīn – Menschheit, Jinn und alles, was existiert).“ (81:29)

    Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß erschaffen (mit Qadar – göttliche Vorbestimmung aller Dinge vor ihrer Schöpfung, wie im Buch der Bestimmung – al-Lauh al-Mahfūz – niedergeschrieben wurde).“ (54:49).

    Muslim (#2653) berichtete, dass `Abd-Allāh ibn `Amr ibn al-`Ās sagte: „Ich hörte den Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Allāh hat die Bestimmung der Schöpfung 50.000 Jahre bevor Er die Himmel und die Erde erschuf niedergeschrieben.` Er sagte: `Und Sein Thron war über dem Wasser.`“

    Deshalb sollte klar sein, dass die Ansicht, al-Qadar sei von al-Jahm ibn Safwān erfunden worden, keine Grundlage hat. Al-Qadar wurde nicht erschaffen, vielmehr fällt die Schöpfung in die Kategorie des Glaubens an al-Qadar. Al-Jahm verfiel bei der Bestätigung des göttlichen Willens und der Bestimmung in Extreme und behauptete, die Menschen wären gezwungen, das zu tun, was sie tun, und dass sie keine Wahl hätten. Dies ist eine falsche Meinung.

    Der Glaube der Ahl al-Sunnah wa-l-Jamā`ah besagt, dass der Mensch den freien Willen besitzt, und deshalb wird er belohnt oder bestraft. Doch sein Wille unterliegt dem Willen Allāhs und nichts kann im Universum stattfinden, was nicht von Allāh gewollt ist.

    Was einige Leute sagen, dass wir die Wahl haben, dem von uns gewünschten Weg zu folgen und am Ende dieses Weges finden wir das vor, was Allāh bestimmt hat, ist korrekt. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

    „Wir haben ihn ja den (rechten) Weg geleitet, ob er nun dankbar oder undankbar sein mag.“ (76:3)

    und ihn beide Hochebenen (Gut und Böse) geleitet?“ (90:10)

    Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein.“ (18:29).

    Scheikh al-Islam ibn Taymiyah (möge Allāh ihn bewahren) sagte, die Sicht der Ahl al-Sunnah über die Taten des Menschen erklärend: „Die Menschen handeln im tatsächlichen Sinne und Allāh ist der Schöpfer ihrer Handlungen. Der Mensch kann ein Gläubiger sein oder ein Kāfir, rechtschaffen oder unmoralisch, er kann beten und fasten. Die Menschen haben Kontrolle über ihre Taten und sie besitzen ihren eigenen Willen und Allāh ist der Schöpfer ihrer Kontrolle und ihres Willens, wie Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „für jemanden von euch, der sich recht verhalten will. Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allāh will, (Er), der Herr der Weltenbewohner (al-`Ālamīn – Menschen, Jinn und alles, was existiert).“ (81:28-29).“ (al-Wāsitiyyah ma’a Scharh Harrās, S. 65)

    Die Heirat ist eines der Dinge, die Allāh bestimmt hat. Der Mann, den du heiraten wirst, ist Allāh bekannt: Er weiß, wer er ist, wann er geboren wurde, wann und wo er sterben wird, wie er sich dir gegenüber verhalten wird und weitere Details. All das ist Allāh bekannt, Er hat es auf al-Lauh al-Mahfūz niedergeschrieben und es wird unweigerlich so eintreten, wie Allāh es bestimmte.

    Wenn Allāh bestimmt hat, dass du jemanden heiratest, du aber einen anderen auswählst, dann wirst du den für dich Bestimmten heiraten, egal wie lange es dauert. Doch deine Heirat mit dem anderen ist ebenfalls vorherbestimmt, denn es gibt nichts, das nicht von Allāh bestimmt wurde. Es kann für eine Frau bestimmt sein, den So-und-So, Sohn von So-und-So zu heiraten und er kommt, um ihr den Heiratsantrag zu machen, doch sie lehnt ihn ab und heiratet einen anderen. Dann stirbt dieser oder scheidet sich von ihr und sie akzeptiert den ersten Kandidaten. All das ist bestimmt und es ist für sie bestimmt, den So-und-So, Sohn von So-und-So zu heiraten, nachdem sie ihn zuerst abgelehnt und andere Erfahrungen gesammelt oder Prüfungen überstanden hat.

    Es kann für eine Frau bestimmt sein, dass ein rechtschaffener Mann ihr einen Heiratsantrag macht, doch sie lehnt ihn ab und er kommt nicht zu ihr zurück, sodass sie einen anderen heiratet, der mehr oder weniger rechtschaffen ist, gemäß dem, was Allāh bestimmt hat.

    Da der Mensch nicht weiß, was für ihn bestimmt wurde, muss er sich an die Scharī`ah halten und auf deren Befehle und Verbote und um Allāhs Hilfe flehen und Ihn in jeder Angelegenheit um Rechtleitung bitten (Istikhārah), während er die vorhandenen Mittel einsetzt, von denen eines der wichtigsten die Konsultation aufrichtiger Menschen ist, welche relevante Erfahrung besitzen.

    Wenn ein rechtschaffener Mann einer Frau einen Heiratsantrag macht, sollte sie Allāh um Rechtleitung bitte (Istikhārah) und der Heirat zustimmen. Wenn die Dinge dann leicht vonstattengehen, ist das ein Zeichen dafür, dass es gut für sie ist, ihn zu heiraten.

    Letztendlich sollte man die Scharī`ah Allāhs studieren und den Befehlen Allāhs folgen, selbst wenn man unwillig ist, und das vermeiden, was Allāh verboten hat, selbst man sich dem zugeneigt fühlt. Alles Gute liegt im Befolgen der Scharī`ah. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):
    „Vorgeschrieben ist euch (Muslimen) zu kämpfen (Jihād, der heilige Kampf um Allāhs willen), obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allāh weiß, ihr aber wisst nicht.“ (2:216).

    Er sollte al-Qadar nicht als Entschuldigung betrachten, um Befehle zu ignorieren und verbotene Dinge zu begehen, sondern er sollte es auf eine Weise betrachten, die ihn zufrieden sein lässt mit jeder schmerzvollen Erfahrung, die er macht.

    Und Allāh weiß es am besten.

    Islam Q&A




  2. #2
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    1.Wissen, d. h. dass Allāh weiß, was Seine Schöpfung tun wird, durch Sein
    1.Wissen, d. h. dass Allāh weiß, was Seine Schöpfung tun wird, durch Sein ewiges Wissen.

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