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Geschehen die schlechten Dinge in diesem Universum durch Allāhs Willen?

Frage (Nr. 49013):
Geschieht alles in diesem Universum durch Allāhs Willen? Wenn das der Fall ist, wie können dann Dinge unter Allāhs Herrschaft und durch Seinen Willen geschehen, die Allāh nicht mag?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allāh.
Du solltest verstehen, möge Allāh dich segnen, dass einige Leute in Bezug auf al-Qadar (den göttlichen Willen und die Bestimmung) irregeleitet wurden, weil sie glauben, dass Allāh etwas mag, wenn Er dafür bestimmt, dass es geschehen soll. Das führt dazu, dass sie glauben, schlechte Dinge lägen außerhalb von Allāhs Willen. Daher unterstellen sie Allāh Schwäche und Unfähigkeit, indem sie behaupten, dass nichts in Seinem Herrschaftsgebiet geschieht, was Er nicht möchte, und so bestimmt Er eine Sache und sie tritt nicht ein – hoch erhaben ist Allāh über das, was sie sagen. Tatsächlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem, was Allāh liebt und möchte hinsichtlich des Erlaubten oder nicht Erlaubten, und dem, was Er an Dingen will und bestimmt, die im Universum stattfinden sollen. Dies kann wie folgt näher erklärt werden:
Erstens:
Im Qur’ān und der Sunnah werden Wille und Bestimmung Allāhs in zwei Kategorien eingeteilt:
1. Sein universaler (kauni) Wille und Bestimmung. Nichts geschieht außerhalb dieses Willens. Der Kāfir und der Muslim sind gleich unter diesem Willen. Handlungen der Anbetung und Handlungen des Ungehorsams geschehen gleichermaßen durch den Willen und die Bestimmung Allāhs.
Beispielsweise sagt Allāh (ungefähre Bedeutung):
„… Und wenn Allāh einem Volk Böses will, so kann es nicht zurückgewiesen werden. …“ (13:11)
„Wen Allāh rechtleiten will, dem tut Er die Brust auf für den Islam. Und wen Er in die Irre gehen lassen will, dem macht Er die Brust eng und bedrängt, so als ob er in den Himmel hochsteigen sollte. …“ (6:125).
2. Sein legislativer (schar`i) Wille, der nur auf das zutrifft, was Er liebt und mit dem Er zufrieden ist. Beispielsweise sagt Allāh (ungefähre Bedeutung):
„Allāh will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis“ (2:185)
„Und Allāh will eure Reue annehmen“ (4:27)
„Allāh will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen“ (5:6)
Zweitens:
Der Unterschied zwischen den beiden. Es gibt Unterschiede zwischen dem universalen Willen Allāhs und Seinem legislativen Willen, wodurch sich der eine von dem anderen abgrenzt. Dazu gehören die folgenden:
- Der universale Wille hat mit dem zu tun, was Allāh liebt und womit Er zufrieden ist, und mit dem, was Er nicht liebt und womit Er nicht zufrieden ist, wohingegen Sein legislativer Wille nur mit dem zu tun hat, was Allāh liebt und womit Er zufrieden ist.
- Durch Seinen universalen Willen kann Er etwas nicht um der Sache selbst willen bestimmen, sondern damit es einem anderen Zweck dient, wie z. B. die Erschaffung von Iblīs und aller üblen Dinge, durch die viele Dinge geschehen können, die Allāh liebt, wie z. B. die Reue sowie das Streben und Flehen um Vergebung. Sein legislativer Wille hat mit dem zu tun, was Er um der Sache selbst willen bestimmt, denn Allāh verlangt von uns Gehorsam und Er liebt das, deshalb bestimmt Er es und ist damit um der Sache selbst willen zufrieden.
- Sein universaler Wille tritt unweigerlich ein, wie z. B. die Geburt oder der Tod einer Person u. Ä. Doch Sein legislativer Wille – wie z. B. Allāhs Willen, dass jeder gläubig sein sollte – tritt nicht unbedingt ein. Es kann geschehen oder auch nicht. Wenn er zwangsläufig eintreten würde, dann wäre die gesamte Menschheit zu Muslimen geworden.
- Sein universaler Wille hat mit der Einheit von Allāhs Herrschaft zu tun sowie mit der Tatsache, dass Er der einzige Schöpfer ist, wohingegen Sein legislativer Wille mit Seiner Göttlichkeit und dem Gesetz zu tun hat.
- Seine zwei Willensarten treffen im Falle desjenigen, der Ihm gehorcht, zusammen. Wer beispielsweise betet, kombiniert beides miteinander, denn das Gebet wird von Allāh geliebt. Er hat es angeordnet und ist damit zufrieden und liebt es. Daher ist es durch Seinen legislativen Willen in diesem Sinne vorgeschrieben. Doch die Tatsache, dass es geschieht, weist darauf hin, dass Allāh dies so wollte, und somit ist es durch Seine universale Bestimmung in diesem Sinne vorgeschrieben. Damit werden die zwei Willensarten im Fall desjenigen miteinander kombiniert, der Allāh gehorcht.
- Sein universaler Wille funktioniert von selbst im Falle des Unglaubens des Kāfir und der Sünde des Ungehorsamen. Die Tatsache, dass diese Dinge geschehen, zeigt, dass Allāh es so bestimmte. Denn nichts geschieht außer durch Seinen Willen. Doch die Tatsache, dass Allāh es nicht liebt und nicht damit zufrieden ist, zeigt, dass sie durch Seinen universalen Willen geschehen, nicht aber durch Seinen legislativen Willen.
- Sein legislativer Wille funktioniert von selbst im Falle des Kāfir, der zu glauben beginnt, oder eines Sünders, der damit beginnt, Allāh gehorsam zu sein. Diese Dinge sind beliebt bei Allāh und somit fallen sie unter Seinen legislativen Willen. Die Tatsache, dass sie nicht eintreten – obwohl Allāh sie zur Pflicht gemacht hat und sie liebt – zeigt, dass sie nur unter Seinen legislativen Willen fallen.
Das sind einige der Unterschiede zwischen diesen beiden Willensarten. Wer den Unterschied zwischen ihnen versteht, wird viele zweifelhafte Gedanken vermeiden können, die die Menschen dazu bringen, zu straucheln und in die Irre zu gehen. Wer auf die Taten der Menschen mit solch einem tiefgründigen Verständnis schaut, wird zu klarer Einsicht gelangen, doch wer darauf lediglich auf der Basis des universalen Willens schaut, ohne den legislativen Willen zu berücksichtigen oder vice versa, ist wie ein Einäugiger.
Drittens:
Alles, was Allāh tut, ist gut, weise und gerecht. Allāh tut, was Er tut, aus Gründen, die Ihm bekannt sind. Seine Diener oder einige von ihnen können manche dieser Gründe kennen oder ihr beschränkter Verstand ist unfähig, etwas von der göttlichen Weisheit hinter den Dingen zu erfassen. Allgemeine Bestimmungen können aus allgemeinen Gründen und umfassender Gnade erfolgen, wie z. B. die Entsendung Muhammads (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Wir haben dich (oh Muhammad) nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner (al-`Ālamīn – Menschen, Jinn und alles, was existiert) gesandt.“ (21:107).
Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Allāh ist der Weiseste. Er tut nichts umsonst oder ohne Sinn. Das wird durch Seine Worte bewiesen und die Worte Seines Gesandten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). Und Allāh weiß es am besten. Möge Allāh Frieden und Segen auf Seinen Propheten Muhammad und seine Familie und Gefährten senden.“
Siehe A`lām al-Sunnah al-Manschūrah, 147; al-Qadā’ wa-l-Qadar fi Dau` al-Kitāb wa-l-Sunnah von Scheikh Dr. `Abd al-Rahmān al-Mahmoud; al-Īmān bi-l-Qadā’ wa-l-Qadar von Scheikh Muhammad al-Hamd.
Islam Q&A
inscha´Allah verschieben baraka Allahu fiik
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