+ Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: Taten der Sahaaba, Beweis?

  1. #1
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Islaam
    Richtung
    Ahlu-Sunnah
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Nov 2010
    Beiträge
    429

    Taten der Sahaaba, Beweis?

    Sind die Taten der Sahaaba ein Beweis für uns?

    عن الإمام أحمد رضي الله عنه قال: أصول الإسلام على ثلاثة أحاديث, حديث عمر (إنما الأعمال بالنيات)، وحديث عائشة (من أحدث في أمرنا هذا ما ليس منه فهو رد)، وحديث النعمان بن بشير (الحلال بيّنٌ والحرام بيّنٌ ).‏

  2. #2
    Abu-Ja'far
    Nicht registriert



    Das Wort des Gefährten (قول الصحابي) ist ein Argument (حجة) bei Imām Abū Ḥanīfah, bei Imām Mālik - wie von al-Qarrāfī überliefert -, bei Imām al-Shāfiʿī nach der alten Meinung und bei Imām Aḥmad gemäß einer von zwei Überlieferungen. Jedoch ist von Imām Aḥmad (رحمه الله) bekannt, dass er in vielen Dingen den Gefährten widersprach, wenn der Dalīl gegen der Meinung von dem jeweiligen Gefährten war. Und Allāh weiß am Besten.

  3. #3
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Islaam
    Richtung
    Ahlu-Sunnah
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Nov 2010
    Beiträge
    429




    kannst du mir deine Quellen nennen? Ist es erlaubt seine Taten auf schwache Ahadiith zu stützen, wenn die Aussage eines Sahaabi dies bestätigt. Ein Beispiel: in dem Vortrag von Shaykh at-Tariifi über den Wuduu (ist in diesem Thread zu finden) erwähnt er, dass auch wenn es keinen authentischen Beweis für das Sagen der Basmalah vor dem Wuduu gibt, dies trotzdem erwünscht ist, weil die Sahaaba dies taten.
    عن الإمام أحمد رضي الله عنه قال: أصول الإسلام على ثلاثة أحاديث, حديث عمر (إنما الأعمال بالنيات)، وحديث عائشة (من أحدث في أمرنا هذا ما ليس منه فهو رد)، وحديث النعمان بن بشير (الحلال بيّنٌ والحرام بيّنٌ ).‏

  4. #4
    Abu-Ja'far
    Nicht registriert


    Von einem Bruder:


    Erstens: Du findest eine nähere Darlegung der Frage über die Argumentationsstärke der Aussage eines Gefährten hier und hier.

    Zweitens: Schwache Ḥadīthe bei Aḥmad - raḥimahu Allāh - werden als Argumentation gebraucht. Die Definition bei Aḥmad für den schwachen Ḥadīth ist, dass er zu der Kategorie des guten Ḥadīth gehört. Damals pflegte man die Ḥadīthe in authentisch und schwach einzustufen, wohingegen man zu unserer Zeit die Ḥadīthe in authentisch, gut und schwach einzustufen pflegt.

    Ibn Taimiah - raḥimahu Allāh - sagte:

    "Jene, die von Aḥmad [die Meinung] überlieferten, dass er mit dem schwachen Ḥadīth argumentiert hat, der weder authentisch (ṣaḥīḥ) noch gut (ḥassan) ist, irren sich. Dabei gehörte es zum Brauchtum von Aḥmad bin Ḥanbal und seinen Vorgängern von den Gelehrten, dass der Ḥadīth in zwei Varianten einzuteilen ist: [undzwar] in authentisch und schwach. Der schwache [Ḥadīth] wurde bei ihnen eingeteilt in: Schwacher Ḥadīth, der ignoriert und nicht zur Argumentation herangeführt wurde, und in schwacher Ḥadīṭh, der gut (ḥassan) ist. Der erste, von dem bekannt ist den Ḥadīth in drei Varianten - authentisch, gut und schwach - eingeteilt zu haben, war Abū ʿĪṣā al-Tirmiḍhī in seinem Ḍjāmiʿ. Der gute (ḥassan) [Ḥadīth] bei ihm war einer, dessen Wege vielfältig sind, niemand von den Überlieferern [der Lüge] bezichtigt wurde und nicht merkwürdig ist. Derartige Ḥadīthe bezeichnet Aḥmad als schwach und gebraucht sie für die Argumentation, und deswegen hat Aḥmad den Ḥadīth von ʿAmrū bin Shuʿaib, den Ḥadīth von Ibrāhīm al-Hiḍjrī und ähnliche [Ḥadīthe] als Beispiele herangezogen, um den schwachen Ḥadīth zu erklären, den er als Argumentation gebraucht."

    [Maḍjmūʿ al-Fatāwā (1/251f)]

    Ibn al-Qayyim - raḥimahu Allāh - sagte hierüber: "Der schwache Ḥadīth bei ihm (also: bei Aḥmad) ist ein Teil des authentischen [Ḥadīth] sowie auch eine Variante von den Varianten des guten (ḥassan) Ḥadīth. Er pflegte den Ḥadīth nicht in authentisch, ḥassan und schwach einzuteilen, sondern in authentisch und schwach, während der schwache [Ḥadīth] bei ihm Ränge hatte. Wenn er in einem Thema weder einen Aṭhar, noch die Aussage eines Gefährten, noch einen Konsens - der widersprüchlich zu diesen schwachen Ḥadīth war - gefunden hat, war das Handeln danach bei ihm vorangiger als die Analogie."

    [Iʿlām ul Muwaqqiʿīn (1/31)]

    Ibn Raḍjab - raḥīmahu Allāh - sagte: "Imām Aḥmad pflegte es mit dem schwachen [Ḥadīth] zu argumentieren, wenn nichts widersprüchliches [zu dem] überliefert worden ist. Des Weiteren war seine Intention mit dem schwachen [Ḥadīth] nah zur Intention von al-Tirmiḍhī mit dem guten (ḥassan) Ḥadīth."

    Daraus verstehen wir die Worte von Aḥmad bin Ḥanbal - raḥimahu Alāh - als er sagte: "Ich werde nicht den schwachen Ḥadīthen zuwiderhandeln, solange sie in diesen Themen von nichts anderem zurückgewiesen werden."

    Das bedeutet: Der schwache Ḥadīṭh, der zu der Kategorie des guten (ḥassan) Ḥadīth gehört, ist eine Argumentation, solange nichts stärkeres diesem Ḥadīth in dem jeweiligen Thema widerspricht, wie ein authentischerer Ḥadīth, die Aussage eines Gefährten oder ein zu diesem Ḥadīth im Widerspruch stehender Konsens.

    Da es zum Teil auch um al-ʿAllāmah ʿAbdilʿazīz al-Ṭarīfī - ḥafidhahu Allāh - geht, wäre es vorzüglich seine Worte zu erwähnen. Er - möge Allāh ihn bewahren - sagte:

    "Der Imām Aḥmad handelt nicht nach den schwachen Ḥadīth gemäß der Terminologie der Späteren, sondern er meint mit seinen Worten "schwacher Ḥadīth" den guten Ḥadīth gemäß der Späteren, der also keinen Mangel aufweist, wodurch es nicht möglich ist danach zu handeln. Dies ist aber nicht immer der Fall, denn es wird nach einen schwachen Ḥadīth gehandelt, der bei den Späteren als schwach gilt, solange die Handlung der Salaf es nicht zurückweisen, [...] oder, wenn die Salaf danach handeln, insbesondere die Medineser und Mekkaner." [Quelle]

    Somit ist klar geworden, dass auch ein schwacher Ḥadīth in der Terminologie der Späteren ein Argument darstellt, wenn dieser nicht im Widerspruch zu den Handlungen der Salaf steht oder die Salaf sogar selber danach handeln, insbesondere die Medineser und Mekkaner.

    Dies ist auch die Meinung von Abū Dā'ūd - raḥimahu Allāh -. Sh. Ḍjamāl ud Dīn al-Qāssimī berichtete in "al-Fadhl ul Mubīn ʿalā ʿaqd il Jawhar iṭh Ṭhamīn" von al-Ḥāfiḍh Ibn Mandah:

    "Al-Ḥafiḍh Abū ʿAbdillāh Ibn Mandah sagte: Abū Dā'ūd verzeichnet den schwachen Isnād, sofern er nichts anderes in dem [jeweiligen] Thema findet, da er stärker als die Meinung der "Männer" ist. Dies is auch die Meinung von Imām Aḥmad, denn er sagte: Gewiss ist mir der schwache Ḥadīth lieber als die Meinung der Männer, weil man nicht zur Analogie übergeht, es sei denn, es existiert kein Naṣṣ."

    In dieser Frage handelt es sich lediglich um die vorzüglichen Handlungen (fadhā'il ul aʿmāl). Al-Fattūḥī sagte:

    "Aḥmad sagte: Wenn wir vom Propheten - صلى الله عليه وسلم - über das Erlaubte und das Verbotene überliefern, so sind wir streng hinsichtlich der Überlieferungsketten."

    [Sharḥ ul Kawkab (2/569)]

    Andere Gelehrten hingegen, wie Imām Muslim und Seinesgleichen, waren der Ansicht, dass die vorzüglichen Handlungen nur von denen akzeptiert werden dürfen, von denen auch das Erlaubte und das Verbotene akzeptiert wurde.

    ِAl-Muḥaddith Aḥmad Shākir sagte hierüber: "Ich bin der Meinung, dass die Klarstellung einer Schwäche im Ḥadīth zu allen Umständen obligatorisch ist, und es gibt keinen Unterschied zwischen den Aḥkām und den vorzüglichen Handlungen [...]."

    [Al-Bāʿith ul Ḥaṭḥīṭḥ (S. 101)]

    Al-Imam Ibn ul ʿArabī - raḥimahu Allāh - sagte: "Es ist absolut nicht erlaubt gemäß dem schwachen Ḥadīth zu handeln, weder in den vorzüglichen Handlungen noch in anderen [Dingen]."

    [Tadrīb ur Rāwyy (1/252)]


    Ich wollte die letzten Zitate erwähnen, damit wir wissen, dass es in dieser Frage einen Meinungsunterschied unter den Gelehrten gibt. Dies ist aber der Maḍhab von Aḥmad - raḥimahu Allāh -, und das ist das, wozu sich mein Herz hinzugeneigt fühlt, wenn man begreift, dass dadurch die Tore zur sinnentfremdeten Analogie geschlossen bleiben. Das ist das Wissen, was ich hierüber besitze. Erhaben ist Der, Der vollkommen und fehlerfrei ist. Möge Allāh unsere Fehler vergeben.

    Drittens: Imām Aḥmad wurde bzgl. der Basmalah bei der Gebetswaschung gefragt. Abū Dā'ūd - der Autor von as-Sunan - fragte Aḥmad:

    "Ich sagte zu Aḥmad: 'Wenn man die Tasmiah bei der Gebetswaschung vergisst?' Er sagte: 'Ich hoffe, dass man nicht getadelt wird, trotzdem gefällt es mir nicht, dass man es unterlässt, weder unbewusst noch bewusst, und hierfür gibt es keinen [authentischen] Isnād."

    [Masā'il Abī Dā'ūd (S. 406); die Mas'alah (1912)]

    Er meinte mit den authentischen Isnād, dass der Ḥadīth vom Propheten - صلى الله عليه وسلم - nicht authentisch ist, aus dem hervorgeht: "Keine [gültige] Gebetswaschung hat jemand, der nicht die Basmalah tätigt."

    Und Allāh weiß am Besten.

    Geändert von Abu-Ja'far (27.10.2011 um 14:30 Uhr)

  5. #5
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Islaam
    Richtung
    Ahlu-Sunnah
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Nov 2010
    Beiträge
    429



    Ich möchte mich für die Antwort bedanken, .
    عن الإمام أحمد رضي الله عنه قال: أصول الإسلام على ثلاثة أحاديث, حديث عمر (إنما الأعمال بالنيات)، وحديث عائشة (من أحدث في أمرنا هذا ما ليس منه فهو رد)، وحديث النعمان بن بشير (الحلال بيّنٌ والحرام بيّنٌ ).‏

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein