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Thema: Der Glaube an den Tag der Auferstehung

  1. #1
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    Der Glaube an den Tag der Auferstehung




    Diese Abhandlung wird - so Allah will - den Iman an den Jüngsten Tag und die damit verbundenen Inhalte zu behandeln.

    Die Kapitel bzw. Thematiken die es behandelt, sind u.a. folgende:

    Der Glaube an de Tag der Auferstehung (Einleitung):

    - Das Stadium zwischen dem Tot und der Auferstehung
    - Die Anzeichen des Jüngsten Tages
    - Die Belohnung und Bestrafung im Grab
    - Das Becken
    - Die Waage
    - Die große Fürsprache
    - Die Brücke
    - Die Kinder der Ungläubigen
    - Das Sehen Allahs
    - Die Verzeihung der Sünden/Bestrafungen im Jenseits
    - Die Handlungen welche einem im Jenseits nutzen bescheren
    - Das Paradies und die Hölle exisitieren bereits
    - Das Paradies und die Hölle sind endlos
    - Die Darstellung des Paradieses
    - Die Darstellung der Hölle
    Geändert von ʿAbd ul-Ḥakam ibn ul-Islām (30.01.2011 um 04:11 Uhr)

  2. #2
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    Der Glaube am Tag der Auferstehung

    Der Iman an dem Tag der Auferstehung stellt eine der sechs Grundsäulen des islamischen Überzeugungsfundament dar und gehört daher zum obligatorischen Wissen der Religion Allahs, was sich jeder Muslim aneignen muss – ohne bestimmtes Wissen darüber wird derjenige zum Ungläubigen. Falls eine Angelegenheit im Bereich des Obligatorischen Wissen um den Tawhid für eine Person unklar ist, so muss derjenige umgehend sagen „Ich habe an jenes Iman, was bei Allah, gepriesen sei Er, die Wahrheit ist“, bis er jemanden gefunden hat, den er darüber ausfragen kann und es ist nicht erlaubt, dass man die Aneignung dieses Pflichtwissen hinauszögert oder vernachlässigt – in diesem Fall ist dies keinesfalls entschuldbar und wer zögert oder es einem unwichtig erscheint und deshalb nicht auf der Suche nach diesem Wissen ist wird unweigerlich zum Ungläubigen. Dieses Prinzip bedeutet aber nicht, dass man jede einzelne Angelegenheit zu den spezifischen Themen wissen muss, eher umschließt es jene Sachen, die einem unabdingbar auferlegt sind und ohne diesen der Iman nicht vollständig ist.

    Entgegen einigen irregeleiteten Philosophen ist der Beweis für die Auferstehung ausschließlich überlieferter Natur (Naqliyy) und nimmer mittels der rationalen oder logischen Beweise erkennbar. .Denn die Auferstehung ist nicht mittels der Sinnesorgane wahrnehmbar, weshalb jegliche Untersuchung durch den Verstand unweigerlich ins Absurdum führt – eher ist dieser Bestandteil der Aqida ausschließlich auf dem Koran und der authentischen Sunnah zurückzuführen. Denn Allah, gepriesen sei Er, sagt darüber:

    {"Ihr, die ihr glaubt! Glaubet an Allah, an Seinen Gesandten, an das Buch, das auf seinen Gesandten herabgesandt wurde und an das Buch, das davor herabgesandt wurde. Und wer sich vom Glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag abkehrt, der ist wahrlich weit in die Irre gegangen." (Sure an-Nisa, Vers.136)}

    Imam Mullah Ali Ibn Sultan al-Qari al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Folglich wird derjenige, der das Leben nach Akhira, d.h. das Leben nach dem Tod oder das Paradies, die Hölle, die Abrechnung, Nashr, die Belohnung von Allah[…] zum Ungläubigen.“[1]

    Mit den Iman an den Tag der Auferstehung sind noch weitere Inhalte verbunden, an die man glauben muss, wie z.B. dass Allah der Allmächtige derjenige ist, der die Toten wieder zum Leben erweckt. Die Gesamten Lebewesen werden Sterben, sodann werden sie wieder zum Leben erweckt, Allah der Allwissende, wird ihre Zerfallene und Verstaubte Knochen wieder zusammenfügen und ihren Körper ihre ursprüngliche Form wiederverleihen und der Erhabene wird die Seelen wieder in die Körper Pflanzen, wie Er, gepriesen sei Er, uns berichtet:

    {"Danach werdet ihr am Tage der Auferstehung wiedererweckt." (Sure al-Mu’minun, Vers.16)}

    {"Dies, weil Allah die Wahrheit ist, Er die Toten wiederbelebt, und Er fürwahr allmächtig ist. Auch kommt die Stunde zweifellos und Allah wird wahrlich jene erwecken, die in den Gräbern sind." (Sure al-Hagg, Vers.6-7)}

    {"Er sprach: „Wer belebt die Knochen denn, wenn sie zerfallen sind?“ Sprich: „Jener wird sie beleben, der sie zum ersten Mal entstehen ließ“." (Sure Yasin, Vers.79)}

    {"Sprich: „Die Ersten und die Letzten, sie werden zu einem Treffen versammelt werden, an einem festgesetzten Tag“." (Sure al-Waqi’ah, Vers.49-50)}

    Etliche Angelegenheiten sind damit verbunden – worauf wir im Detail noch eingehen werden.



    Fortsetzung Folgt - so Allah will -


    [1] Sharh al-Shifa, 2:526


    Geändert von Abu_Taymiyyah (30.01.2011 um 01:49 Uhr)

  3. #3
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    Die Beweise welcher der Koran für die Auferstehung und das Jenseits hervorbringt appellieren an der menschlichen Natur und Überzeugungskraft. Allah, gepriesen sei Er, hat das Leben im Jenseits, den Übergang dahin als auch die Auferstehung in Detail uns offen dargelegt. Aber die Methode des Allmächtigen unterscheidet sich jedoch erheblich von der Methode der Philosophen und einigen Scholastikern, welche in ihrem Versuch zu beweisen dass es wirklich möglich ist nur um aufzuzeigen das es theoretisch möglich ist, entsprechend ihrer Methologie und Prinzipen. Beispielsweise, meinten sie dass es möglich ist, weil unser Glaube nix beinhaltet was es als unmöglich erscheint. Der Punkt hierbei ist: wie können sie definitiv feststellen das ihr Glaube daran nix als unmögliche erachtet? Es ist ein falsche Behauptung und es gibt keinen Methode es als Wahr zu ermitteln…

    Außerdem das eine Behauptung theoretisch möglich ist bedeutet lediglich das wir nicht wissen ob es unmöglich ist, aber unsere Unfähigkeit zu wissen das es unmöglich in der Theorie ist bedeutet jedoch nicht das es in Wirklichkeit möglich ist. Wenn man sagt, dass eine Sache in der Theorie unmöglich ist, so wird dadurch nicht bewiesen dass es in der Realität möglich ist. Dies ist der Weg welche die Philosophen in ihrer Beweisführung der Wiederauferstehung eingeschlagen haben – d.h. auf Vermutungen und leeren Schlussfolgerungen. Allah, gepriesen sei Er, nimmt jedoch nicht diesem Weg ein; Er, gepriesen sei Er, ist nicht Interessiert nur seine theoretische Möglichkeit zu beweisen, denn eine Sache an sich kann nicht unmöglich sein, jedoch kann es unmöglich sein aufgrund einer äußerlichen Ursache. Aber dies ist nicht mit der Fall mit einer Sache welche wirklich möglich ist; denn wenn wir wissen das es wirklich möglich ist, dann kann es nicht unmöglich sein.

    Das etwas in Wirklichkeit möglich ist, wissen wir nur, wenn wir es existierend vorfinden, oder wenn wir eine Sache derselben Art in der Existenz finden, oder wenn wir eine Sache existierend vorfinden, die größer als es ist, denn die Existenz einer Sache der Beweis dafür ist, dass eine Sache welche weniger bedeutend als es ist mit größerer Wahrscheinlichkeit existiert. Also wenn dargelegt wird, dass es etwas möglich ist, so müssen wir ausschließlich darauf hindeuten das Allah, der Allmächtige, die Macht dazu hat, es zur Existenz zu bringen. Es bedeutet jedoch nicht dass das Wissen über die Möglichkeit einer Sache zwingend bedeutet, dass es in Wirklichkeit existiert oder passieren kann.

    All diese Punkte wurden in den Aussagen der Wiederauferstehung, die im Koran vorkommen, beachtet. Beispielsweise sagt Allah, gepriesen sei Er:

    {Haben sie nicht gesehen, dass Allah, Der die Himmel und die Erde erschuf, imstande ist, ihresgleichen zu schaffen? Und Er hat eine Frist für sie bestimmt, über die kein Zweifel herrscht. Allein die Frevler verwerfen alles, nur nicht den Unglauben. (Sure al-Isra, Vers.99) }

    {Ist Er, Der die Himmel und die Erde erschuf, nicht imstande, ihresgleichen zu erschaffen?" Doch, und Er ist der Erschaffer, der Allwissende. (Sure Yasin, Vers.81) }

    {Haben sie nicht gesehen, dass Allah, Der die Himmel und die Erde erschuf und bei ihrer Erschaffung nicht müde wurde, auch vermag, die Toten lebendig zu machen? Wahrlich, Er hat Macht über alle Dinge. (Sure al-Ahqaf, Vers.33) }

    {Wahrlich, die Schöpfung der Himmel und der Erde ist größer als die Schöpfung der Menschen; allein die meisten Menschen wissen es nicht. (Sure Ghafir, Vers.57) }

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte detailgetreu zu diesem Kontext: „Es ist ziemlich offenkundig das die Schöpfung der Himmel und der Erde eine größere Angelegenheit als die Schöpfung des Menschen ist, das ersteres mehr Macht verlangt als jene, die für letzteres erforderlich waren und das letzteres viel leichter ins Dasein gebracht wurde im Vergleich zum ersteren. Lese das andere Argument welches sich auf die erste Erschaffung Menschen beruht: { Und Er ist es, Der die Schöpfung hervorbringt, dann wiederholt Er sie, und dies fällt Ihm noch leichter. (Sure ar-Rum, Vers.27)} Deshalb fügte Er hinzu:{ Und Er Selbst stellt das schönste Gleichnis in den Himmeln und auf Erden dar; und Er ist der Allmächtige, der Allweise. (Sure ar-Rum, Vers.27)} An einer anderen Stelle sagt Er: {O ihr Menschen, wenn ihr über die Auferstehung im Zweifel seid, so (bedenkt,) dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einem Samentropfen, dann aus einem Blutklumpen, dann aus einem Klumpen Fleisch, teils geformt und teils ungeformt, auf daß Wir es euch deutlich machen. Und Wir lassen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Mutterschössen ruhen, was Wir wollen; dann bringen Wir euch als Kinder hervor; dann (lassen Wir euch groß werden,) auf dass ihr eure Vollkraft erreicht. (Sure al-Hagg, Vers.5) }Lese auch diese Worte: {Und er prägt Uns Gleichnisse und vergisst seine eigene Erschaffung. Er sagt: "Wer kann die Knochen beleben, wenn sie morsch geworden sind? Sprich: "Er, Der sie das erste Mal erschuf - Er wird sie beleben; denn Er kennt jegliche Schöpfung. (Sure Yasin, Vers.78-79)} Die Worte: {"Wer kann die Gebeine beleben, wenn sie morsch geworden sind“}, beinhaltet ein Argument von welcher einer der Prämissen entfallen ist, weil es zu offensichtlich ist und von denen die zweite Prämisse eine allgemeine Verneinung darstellt, welche die Schlussfolgerung impliziert. Tatsächlich ist es eine Parabel, angefangen mit den Worten: Und er prägt Uns Gleichnisse und vergisst seine eigene Erschaffung. Er sagt: "Wer kann die Knochen beleben, wenn sie morsch geworden sind?“ Tatsächlich ist diese Frage eine Leugnung, also eine Negierung davon dass niemand existiert, der in den verwesten Knochen wieder Leben hineinhauchen kann. Der Oppositionelle denkt das ihre Verwesung die Unmöglichkeit ihrer Widerauferstehung zur Folge hat, weil sie ausgetrocknet und kalt sind, während das Leben etwas bedingt, was nass und warm ist; außerdem haben sie sich in ihre Bestandteile aufgelöst und sich mit anderen Elementen vermengt, eine Tatsache – nach ihrer Meinung – welche also der nicht Widerauferstehung nicht dienlich sind. Sein Argument kann also auf diese Weise umschrieben werden: diese Knochen sind ausgetrocknet und verwest und niemand kann getrocknete und verweste Knochen Leben geben. Aber die mittlere Behauptung welche die Widerauferstehung bestreitet ist eine negative Behauptung die Falsch ist. Allah legte die Möglichkeit der Widerauferstehung aus mehreren Gründen dar. Erstens, Er, gepriesen sei Er, hat die Macht über jenes was eine viel schwierigere Aufgabe ist, nämlich die erste Erschaffung des Menschen. Er, gepriesen sei Er, sagt: {„Jener wird sie beleben, der sie zum ersten Mal entstehen ließ“." }Auch Erschuf Er, gepriesen sei Er, den Menschen aus Staub. Überdies, ist Allah, gepriesen sei Er, in jeglicher Art der Erschaffung wohl bewandert, was bedeutet das Er, gepriesen sei Er, dass Er von allen kleinsten Partikeln Kenntnis besitzt, in die sich die Knochen auflösen können. Abermals ist Er derjenigen, der für euch Feuer aus den grünen Bäumen hervorbringt. (Sure Yasin, Vers.80) Mit anderen Worten wird Derjenigen Der Feuer erschaff, das trocken und heiß ist aus einer Sache was sein Gegenteil, Kalt und Nass, ist… wird es leichter sein ein Wesen aus Staub zu erzeugen. Außerdem, sagt Allah: {Ist Er, Der die Himmel und die Erde erschuf, nicht imstande, ihresgleichen zu erschaffen?" (Sure Yasin, Vers.81)} Die Wahrheit der ersten Behauptung in diesem Argument ist für jeden offenkundig. Deshalb wurde das Argument in Form einer Frage festgelegt worden ist, die impliziert das die Behauptung ein Bestandteil des allgemeinen Wissens ist. Schließlich wird das Argument zum Schluss dargelegt: {„Wenn Er ein Ding will, lautet Sein Befehl nur: "Sei!" - und es ist.“ (Sure Yasin, Vers.82)} […] Unsere Absicht hier ist nur die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der Koranischen Argumente zu lenken.“[1]

    Denn wie wir Wissen ist Allah, gepriesen sei Er, der Allmächtige, der zur allem Fähig ist und es Ihm ein leichtes ist, die Toten und verwesten Überreste wideraufzustehen.

    Der Iman an die Ereignisse des Jüngsten Tages sind ein Essenzieller Bestandteil der Aqida und jeder Gläubige muss daran Iman vollziehen, dass es für Allah, den Allmächtigen, ein Leichtes ist uns Wideraufzustehen erlassen, indem Er, gepriesen sei Er, unsere Verwesten Körper aus der Erde wider Original getreu auferstehen lässt, sodann unsere Seelen in unsere Körper einhaucht und uns zum Leben erweckt, sodass wir zur Rechenschaft gezogen werden. Denn Allah, gepriesen sei Er, sagt lediglich „Sei“ und es ist. Zwischen einer Person, die an den Jüngsten Tag und seine Ereignisse und Bestandteile, wie die Waage, die Abrechnung, das Paradies und die Hölle glaubt und einer die das nicht tut besteht in dem Sinn ein Essenzieller Unterschied, dass letzterer seinen persönlichen Neigungen und Vermutungen befolgt, während ersterer der Überzeugungskraft in den Worten Allahs folgt und sich dem bindungslos ergibt und entsprechend sein Leben gestaltet. Allah, gepriesen sei Er, legte diese Eigenschaften offen, als Er sprach:

    {Und das Wägen an jenem Tage wird wahrhaftig sein. Diejenigen, deren Waagschale dann schwer ist, werden erfolgreich sein. Diejenigen, deren Waagschale aber leicht ist, sind jene, die ihrer selbst verlustig gegangen sind, weil sie sich gegen Unsere Zeichen vergingen. Wahrlich, Wir haben euch auf der Erde Macht verliehen und euch darin die Mittel zum Unterhalt bereitet. Wie wenig seid ihr dankbar! (Sure al-A’raf, Vers.8-10) }

    Der Grund für die Betonung des Jüngsten Tags im Koran kann in der Relation gesehen werden dass es viele Veranlassungen für den glauben am Tag der Auferstehung mit der Verrichtung von den rechtschaffenen Taten gibt’s. Die Worte Allahs bezeugen dies:

    {Diejenigen, die an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, bitten dich nicht um Erlaubnis, nicht mit ihrem Gut und ihrem Blut kämpfen zu müssen, und Allah kennt diejenigen recht wohl, die (Ihn) fürchten. Nur die werden dich um Erlaubnis bitten, (dem Kampf fernzubleiben,) die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und deren Herzen voller Zweifel sind; und in ihrem Zweifel schwanken sie. (Sure al-Tawba, Vers.44-45) }

    {Wahrlich, der allein vermag die Erhaltung der Moscheen Allahs vorzunehmen, der an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet und keinen außer Allah fürchtet: diese also mögen unter denen sein, welche den rechten Weg finden. (Sure al-Tawba, Vers.18)}

    {Wenn sie aber ihren Termin erreicht haben, dann haltet sie in Güte zurück oder trennt euch in Güte von ihnen; und nehmt als Zeugen Leute von Billigkeit unter euch, und legt Zeugnis vor Allah ab. Dies ist eine Ermahnung für diejenigen, die an Allah und an den Jüngsten Tag glauben; und dem, der Allah fürchtet, verschafft Er einen Ausweg. (Sure al-Talaq, Vers.2) }

    {Diejenigen, die an das Jenseits glauben, glauben daran, und sie halten ihre Gebete regelmäßig ein. (Sure al-An’am, Vers.92) }

    {Wahrlich, ihr habt an ihnen ein vortreffliches Beispiel (und so) ein jeder, der auf Allah hofft und den Jüngsten Tag fürchtet. Und wer sich abwendet - wahrlich, Allah ist es, Der auf keinen angewiesen ist, Der des Lobes Würdig ist. (Sure al-Mumtahana, Vers.6)}

    {Hast du den gesehen, der das Gericht leugnet? Das ist der, der die Waise wegstößt und nicht zur Speisung des Armen anspornt. (Sure al-Maun, Vers.1-3) }

    {Du wirst kein Volk finden, das an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt und dabei diejenigen liebt, die sich Allah und Seinem Gesandten widersetzen, selbst wenn es ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten. Das sind diejenigen, in deren Herzen Allah den Glauben eingeschrieben hat und die Er mit Seinem Sieg gestärkt hat. Er wird sie in Gärten führen, durch die Bäche fließen. Darin werden sie auf ewig weilen. Allah ist wohl zufrieden mit ihnen, und sie sind wohl zufrieden mit Ihm. Sie sind Allahs Partei. Wahrlich, Allahs Partei ist die erfolgreiche. (Sure al-Mugadala, Vers.22)}

    Die Natur des Menschen bedingt nämlich, sich um persönliche Vorteile zu bemühen und den eigenen Schaden abzuwenden. Der Iman an den Tag der Auferstehung bestärkt diesen Instinktiven Antrieb, welcher uns zum Guten leitet und vom Übel abwendet. Allah, gepriesen sei Er, erinnert uns ständig an den Tag der Abrechnung und zeichnet sich mit den positiven Einfluss aus, der dem Verstand, das Herz und die Instinkte auf eine Art und Weise verstärken, sodass man sich selbst zum rechtschaffenen Erzieht und die Persönlichkeit in islamische Sinne fördert.

    [1] Dar'ut Ta'arudu l-Aql wa n-Naql, 1:32ff

  4. #4
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    Sowohl der Koran als auch die Sunnah sind gefüllt mit klaren Beweisen für den Iman an den Tag der Auferstehung. So erwähnte Er, gepriesen sei Er, oft den Letzten Tag im Buch, die Beweise dafür als auch die Ablehnung jener die nicht daran glauben. Imam Sa’d al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „(Al-Nasafi’s Worte) Und die Widerauferstehung der Toten/ d.h. das Allah die Toten aus dem Grab wideraufstehen lässt, indem (Er) ihre Ursprüngliche Teile (wieder) zusammensetzt und ihre Seele zu ihnen zurückzuführt. Ist eine Realität/ dies wegen Allahs Aussage:{Dann werdet ihr am Tage der Auferstehung erweckt werden. (Sure al-Mu’minin, Vers.16)}, und: {Sprich: "Er, Der sie das erste Mal erschuf - Er wird sie beleben; denn Er kennt jegliche Schöpfung. (Sure Yasin,Vers.79)}[…] Die Philosophen negieren die Widerauferstehung der Toten auf der Basis, dass die Wiederherstellung des nicht existierenden mit seinen Bestandteilen unmöglich ist. Obwohl keine Beweise vorhanden sind, die es Würdig sind Rücksicht auf ihre Behauptung zu nehmen, (denn) es schadet die Bestimmung (der Widerauferstehung) nicht, denn entsprechend unserer Meinung sammelt Allah die ursprüngliche Teile des Menschen zusammen und haucht die Seele zu ihm wieder hinein, ungeachtet dessen das die Wiederherstellung der nicht existierenden Sache mit seinen Bestandteilen genannt wird.“[1]

    Etliche Details wurden uns über diesen Tag und seine Geschehnisse dargelegt und jeder Prophet und Gesandter vor unserem Geliebten Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – warnte sein Volk vor diesem Tag, auf das sie sich mehr als ausreichend vorbereiten und brandmarkten all jene die Leugnen und Zweifeln als Ungläubige, wie Allah, gepriesen sei Er, uns darüber im Buch informiert:

    {Qaf. Beim ruhmvollen Qur'an! Aber sie staunen, daß zu ihnen ein Warner aus ihrer Mitte gekommen ist. Und die Ungläubigen sagen: "Das ist eine merkwürdige Sache. Wie? Wenn wir tot sind und zu Staub geworden sind (, dann sollen wir wieder auferweckt werden)? Das ist eine Wiederkehr, die weit abseits liegt." Wir wissen wohl, was die Erde von ihnen wegnimmt, und bei Uns ist ein Buch, das alles aufzeichnet. (Sure Qaf, Vers.1-4)}

    {(Er ist) Allah; es ist kein Gott außer Ihm. Er wird euch versammeln am Tage der Auferstehung, über den es keinen Zweifel gibt. Und wer ist glaubwürdiger in der Aussage als Allah? (Sure an-Nisa, Vers.87) }

    {Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet; Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Besitz - obwohl man ihn liebt - den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und (für den Freikauf von) Sklaven, dass man das Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet. Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben; und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind. (Sure al-Baqara, Vers.177) }

    {O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabsandte. Und wer nicht an Allah und Seine Engel und Seine Bücher und Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist wahrlich weit irregegangen. (Sure an-Nisa, Vers.136)}

    {Und Allah hat euch wie die Pflanzen aus der Erde wachsen lassen. Dann wird Er euch wieder in sie zurückkehren lassen, und Er wird euch dann aus ihr hervorbringen. (Sure Nuh, Vers.17-18)}

    Allah, gepriesen sei Er, informiert uns darüber was Ibrahim – Friede sei auf ihm – sagte:

    {Und von dem ich hoffe, dass er mir am Tag der Auferstehung meine Sünde vergibt. (Sure as-Su’ara, Vers.82)}

    Und zu Moses – Friede sei auf ihm – sagte Allah, gepriesen sei Er:

    {Wahrlich, die Stunde kommt bestimmt. Ich halte sie fest verborgen, auf dass jede Seele nach ihrem Bemühen belohnt werde Darum lass dich nicht von dem, der hieran nicht glaubt und seinen Gelüsten folgt, davon abhalten, damit du nicht untergehest. (Sura Ta’ha, Vers.15-16) }

    Allah, gepriesen sei Er, informierte uns darüber, dass der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – bei Seinem Herrn folgendes Schwor:

    {Diejenigen, die da ungläubig sind, behaupten, sie würden nicht auferweckt werden. Sprich: "Doch, bei meinem Herrn, ihr werdet gewiss auferweckt werden; dann wird euch gewiss verkündet, was ihr getan habt. Und das ist für Allah ein leichtes." (Sure at-Tagabun. Vers.7) }

    _________________________________________

    [1] Sharh al-Aqida al-Nasafiyyah, Kapitel. Endzeitliche Realitäten, S.161f
    Geändert von Abu_Taymiyyah (04.02.2011 um 02:29 Uhr)

  5. #5
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    Das Stadium zwischen dem Tot und der Auferstehung


    Die Texte legen Eingehend dar, was zwischen dem Ableben und dem Tag der Auferstehung geschieht, sowie wie und ob jemand Belohnt oder in diesem Stadium Gepeinigt wird.

    Wir sind davon Überzeugt das der Engel des Todes damit beauftragt wurde den Toten ihre Seele zu entziehen. Der Engel des Todes wird Azrail genannt. Denn Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Sprich: "Der Engel des Todes, der über euch eingesetzt wurde, wird euch abberufen; dann werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht." (Sure as-Sagda, Vers.11)}

    {Und Er ist es, der alle Macht über seine Diener hat, und Er sendet über euch Wächter, bis endlich, wenn der Tod an einen von euch herantritt, Unsere Boten seine Seele dahinnehmen; und sie vernachlässigen nichts. (Sure al-An’am, Vers.61) }

    {Allah nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich) und (auch die Seelen) derer, die nicht gestorben sind, wenn sie schlafen. Dann hält Er die zurück, über die Er den Tod verhängt hat, und schickt die anderen (wieder) bis zu einer bestimmten Frist (ins Leben zurück). Hierin sind sicher Zeichen für Leute, die nachdenken. (Sure az-Zumar, Vers.42)}

    Al-Hafidh Imad ad-Din Abu Fida Ismail Ibn Kathir (gest. 774 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte dazu: „Die offensichtliche Bedeutung dieses Verses ist, dass der Engel des Todes eine spezifische Persönlichkeit unter den Engeln ist, ebenso wie aus den Hadith von al-Baraa ersichtlich wird, welchen wir verzeichnet haben in der Sure Ibrahim. In einigen Überlieferungen wird erwähnt, dass der Engel des Todes Azrail heißt und dies ist weit verbreitet. Dies ist die Meinung von Qatadah und anderen. Dieser Engel hat Helfer. Es wurde berichtet dass seine Gehilfen die Seele vom Rest des Körpers hinausziehen, bis es den Hals erreicht und der Engel des Todes dann übernimmt. Mujahid sagte: „Die Erde wird für ihn vereinigt und es gleicht einer Platte von der nimmt wann auch immer er will.“[1]

    Im Koran und der authentischen Sunnah wird er lediglich als Malik al-Mawt bezeichnet; jedoch gaben ihn etliche den Beinamen Azrail, was jedoch weder durch den Koran noch einem authentischen Hadith belegt wird. Es sind lediglich schwache und erfundene Ahadith darüber vorhanden, wie Jalaluddin as-Suyuti darlegte. Jedoch wurde uns von den Tabi’in diese Bezeichnung berichtet, wie u.a. von Qatadah und Wahb Bin Munbih – durch Jalaluddin as-Suyuti und Ibn Kathir. Obwohl keine authentischen Ahadithe darüber berichtet wurden haben etliche Gelehrte diese Bezeichnung akzeptiert und angewandt, wie bspw. Muhammad al-Schawkani, Ibn Abi Dunya, Abu Abdullah al-Qurtubi, Mahmoud al-Alusi, Ibn Adil al-Hanbali, Abu Bakr al-Jazari, Abu Muhammad al-Baghawi, Ibn Sharaf al-Nawawi, Qadi Ayyad, Abu Nu’aym al-Asbahi und Ibn Abi Hatim. Qadi Ayyad Ibn Musa verzeichnet sogar in „ash-Shifa“ das Ijma über die Bezeichnung des Malik al-Mawt mit dem Namen Azrail existiert; und Ibn Hadschar al-Asqalani meint das es gebräuchlich ist den Namen Azrail zu verwenden und dessen Nutzung legitim ist.

    Der Engel Azrail ist damit Beauftragt die Seelen dem Körper zu entziehen und nachdem er die Seele genommen hat, wird sich der Engel der Barmherzigkeit oder der Engel der Peinigung seines Bemächtigens. All dies geschieht entsprechend dem Willen und Befehlen Allahs.

    Hinsichtlich der Natur der Seele haben die Menschen unterschiedliche Meinungen eingenommen, sowie über die damit Verbundenen Angelegenheiten; ist die Seele Erschaffen oder Unerschaffen; ist die Seele lediglich ein Bestandteil des Körpers oder einer seiner Vorkommnisse; oder stellt die Seele ein Körper in einem anderen Körper dar, oder stellt es eine reine Substanz dar; oder ist es dasselbe wie Ruh oder unterscheidet sich der Nafs vom Ruh; sind drei Formen der Seele vorhanden, wie al-Ammarah bi as-Su[2], al-Lawwamah[3] und al-Muam’innah[4], oder existiert nur eine Form; wird die Seele gemeinsam mit dem Körper erlöschen oder aber nur der Körper? Alle Angelegenheiten werden wir nicht erörtern aufgrund der umfassenden Untersuchungen die sich notwendigerweise ergeben würden, eher wird es auf einige Sachverhalte beschränkt – nähere Informationen findet man in den Kompendium „Kitab al-Ruh“ von Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja (gest. 751 n.H.) und in „ar-Ruh wa an-Nafs“ von Ibn Mundah al-Isfahani (gest. 395 n.H.).

    Die lauteren Altvorderen und die Aimmah sind bezüglich der Beschaffenheit der Seele der Meinung dass es etwas Erschaffenes ist und nicht etwas Unerschaffenes bzw. Ewiges, wie eine Gruppe von Philosophen, Sufis, Scholastikern und Traditionalisten etwa vertraten. Die Propheten und ihre Gefährten waren allesamt der Meinung das die Seele etwas Kontingentes, Erschaffenes, Geformtes, Kontrolliertes und Genährtes von Allah ist. Dies ist auch der Glaube der Altvorderen gewesen. Nach ihnen kamen Menschen, welche entweder etwas Wissen über die Texte der Scharia hatten, oder aber Wissen in den Philosophischen Konzeptionen, Prinzipen, Analogien und deren Denkmethode aufwiesen und sich darin vertieften, behaupteten entgegen den lauteren Altvordere dass die Seele etwas Ewiges und Unerschaffenes sei. Diese Gruppe von Leuten kann man in zwei Kategorien eingliedern: einmal, eine Gruppe unter den Philosophen welche meinen das die Seele ein Ewiges und immer Existierendes Objekt darstellt, aber nicht etwas Göttliches ist; und anderseits eine Gruppe unter den ketzerischen Sufis, Scholastikern, Philosophen und Traditionalisten (Muhaddithin) meinen dasselbe mit dem einen aber Essenziellen Unterschied das die Seele ein Teil des Göttlichen darstellt. Gewiss, ist die zweite Gruppe weitaus schlimmer und ähnelt den Christen offensichtlich. Einerseits besteht der Mensch aus ihrem Blickwinkel in seiner Beschaffenheit aus zwei Essenziellen Bestandteilen: das Göttliche – die Seele und das Menschliche – der Körper. Der Mensch ist also Halb Göttlich und Halb Menschlich – Wir suchen Zuflucht vor solch einem Konzept – und genau darin ähnelt ihr Konzept dem der Christen, die dieses Konzept auf unserem und davon gefeiten Propheten Jesus – Friede sei auf ihm – beziehen und einschränken, weshalb sie Jesus – Friede sei auf ihm – zur Gottheit erklärten und Allah, gepriesen sei Er, sie als Ungläubig deklarierte. Was würde Allah, der Allerhabene, dann erst über jene sagen die dieses abscheuliche und blasphemische Konzept auf alle Menschen, inklusive Pharao, Hamam und Qarum beziehen?

    _________________________________________________

    [1] Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure as-Sagda, Vers.11

    [2] Die einem zum Bösen anreizt

    [3] Die Ermahnt

    [4] Die Ruhige und Friedliebende
    Geändert von Abu_Taymiyyah (01.03.2011 um 23:46 Uhr)

  6. #6
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    Als Argument zur Unterstützung ihres Standpunktes ziehen sie u.a. folgende Verse heran, indem sich Allah Selbst dem Ruh zuschreibt:

    {Und sie befragen dich über die Seele. Sprich: "Die Seele ist ein Amr (Befehl) meines Herrn (Ruhu min amri rabbi); und euch ist vom Wissen nur wenig gegeben." (Sure al-Isra, Vers.85})[1]

    Aufbauend darauf führen sie aus, dass der Ruh ein Befehl Allahs darstellt und aus diesem Grund unerschaffen sein muss. Dies ist eine nichtige Schlussfolgerung. Denn Amr bedeutet hier nicht wirklich Befehl, sondern eine Sache die Befohlen wurde. Diese Art der Verwendung eines Verbal Substantivs im Sinne des Objektes des Verbes ist in der Sprache völlig normal. Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali (gest. 728 n.H.) widerlegte jene die diesen Vers als Beweis dafür nutzen: „Erstens, wurde Amr im Koran manchmal als Infinitiv und manchmal als ein Objekt im Sinne eines Befehls, wie wir in den Versen vorfinden, wie: {"Der Befehl (Amr) Allahs kommt, so sucht ihn nicht zu beschleunigen." (Sure an-Nahl, Vers.1)}{"[…] und Allahs Befehl (Amr) ist ein unabänderlicher Beschluss." (Sure al-Ahzab, Vers.38)} Was auf Amr zutrifft, gilt ebenso für andere Begriffe, wie Khalq (Erschaffen), Qudrah (Macht), Rahmah (Barmherzigkeit) und Kalimah (Wort). Wenn gesagt wird, dass der Ruh eine Art von Allahs Amr, oder ein Bestandteil von Allahs Amr ist usw., dann ist klar das es ein spezifischer Amr von Allah in Sinne eines Befohlenes Dings ist, anstatt im Sinne eines Infinitives, um zu befehlen. Da Ruh etwas Konkretisiertes ist, etwas das kommt und geht als auch genießt und leidet kann es nicht ein Amr im Sinne eines Infinitives sein. Dies ist der Standpunkt der Altvorderen (Salaf), der Aimmah und der überwiegenden Mehrheit der Ummah.“[2]

    Und jenen Vers ziehen sie ebenso zur Unterstützung heran:

    {Wenn Ich ihn nun vollkommen geformt und ihm Meinen Geist (Ruh) eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder." (Sure al-Higr, Vers.29) }

    So meinen sie, dass weil Allah, gepriesen sei Er, sich Selbst den Ruh zuschreibt, es ein Teil von Ihm ist, gleich dem Wissen, der Macht, das Sehen und Hören. Einige hielten sich auch zurück ein Urteil darüber abzugeben. Das Argument ihrerseits das Allah sich Selbst den Ruh zuschrieb und es dadurch ein Teil von Ihm ist, ist gleich ihrem zu vorigen Argument ungültig; denn die Dinge die mit denen sich Allah, der Allmächtige, beschrieben hat, sind von zweierlei Art: Erstens, Seine Attribute welche nicht aus sich selbst existieren, wie Wissen, Macht, Sehen, Hören, Barmherzigkeit. Diese Dinge werden Allah, gepriesen sei Er, als Attribute zugeschrieben, gleich wie ein Attribut ein Subjekt zugeschrieben wird. Zweitens, werden Allah, gepriesen sei Er, Objekte zugeschrieben die selbst existieren, separat von Allah, wie das Haus (Bayth), die Kamelkuh (Naqah), den Diener (Abd), die Gesandten (Rasul) und die Seele (Ruh). So heißt es im Koran:

    {Und wahrlich, die Moscheen sind Allahs (Madschidalillahi)[…] (Sure al-Dschinn, Vers.18) }

    {Wahrlich, nunmehr ist zu euch ein deutlicher Beweis von eurem Herrn gekommen - diese Kamelstute Allahs (Naqatu allahi) als Zeichen für euch. (Sure al-A’raf, Vers.73) }

    Diese Objekte werden Allah in dem Sinn zugeschrieben, dass Er der Erschaffer davon ist. Die Zuschreibung dieser Objekte unterstreicht lediglich den Stellenwert und die Ehre dieser Sachen, weshalb sie sich damit von anderen Sachen ihrer Natur (der Erschaffenen) unterscheiden.

    Die Ahlu Sunnah Wal Jammah ist vertritt den Standpunkt das die Seele etwas Geschaffenes und Entstandenes ist, Die lauteren Altvorderen und die Gelehrten der Sunnah haben sich darüber geeinigt. Eine beträchtliche Anzahl der Gelehrten haben den umfassenden Konsens darüber niedergeschrieben und von den Salaf überliefert. Einer unter ihnen der erwähnenswert ist, sind die beiden großen Rechtswissenschaftler und die Kenntnisreichsten im Bereich des Ijma und Khilaf der Gelehrten: Muhammad Ibn Nasr al-Marwazi (gest. 294 n.H.) und Abu Muhammad Ibn Qutaybah (gest. 277 n.H.). Letzterer meinte das alle Leute einen Konsens darüber haben, dass Allah, gepriesen sei Er, der Erschaffer aller Körper und Seelen ist. Auch Abu Ishaq Ibn Shaqalla (gest. 396 n.H) meinte das die Seele die Erschaffen ist. Ebenso haben viele andere Gelehrte und Sufi Meisters (Masha’ikh) bezüglich dieser Angelegenheit Schriften Verfasst und widerlegten darin die Meinung der Irregeleiteten. Der Hafidh Abu Abdullah Ibn Mundah (gest. 395 n.H.) verfasste dazu ein umfangreiches Kompendium „ar-Ruh wa an-Nafs“, worin er eine große Anzahl an Beweisen aus den Koran und Ahadithe anbringt. Andere die darüber Kompendien verfassten vor al-Marwazi waren Shaykh Abu Ya’qub al-Kharraz, Shaykh Abu Ya’qub an-Nahrjuri (gest. 330 n.H.) und Qadi Abu Ya’la (gest. 458 n.H.).

    Shakyh Abu Sa’id al-Kharraz (gest. 277 n.H.), der großer Meister im Tawassuf seiner Zeit und ein Zeitgenosse des großen Gelehrten und Sufis Abu’l Qasim al-Junaid (gest. 298 n.H.), legte ebenso fest das die Seelen Erschaffen sind und bringt dafür zahlreiche Argumente hervor. Falls die Seele etwas Unerschaffenes wäre, so hätte sie nicht Allah, gepriesen sei Er, anerkannt, als Allah, gepriesen sei ER, das Versprechen von ihnen abnahm:

    {Und als dein Herr aus den Kindern Adams - aus ihren Lenden - ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen gegen Sich selbst machte (, indem Er sprach): "Bin Ich nicht euer Herr?", sagten sie: "Doch, wir bezeugen es." (Dies ist so,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: "Siehe, wir wussten nichts davon. (Sure al-A’raf, Vers.172) }

    Außerdem meinte Abu Sa’id das falls die Seelen nicht Erschaffen wären, die Christen nicht für ihre Anbetung zu Jesus verurteil worden wären, oder für ihre Aussage das Jesus der Sohn Allahs ist – Allah Bewahre –, oder das Jesus ein Teil von Allah und Allah selber ist. Von den Beweisen das der Ruh etwas Erschaffenes ist, ist bspw. der Vers:

    {Sprich: "Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einzige, der Allmächtige." (Sure al-Ra’d, Vers.16)}

    {Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Erhalter aller Dinge. (Sure az-Zumar, Vers.62)}

    Imam Sadr al-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (gest. 792 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Dies ist eine Uneingeschränkte und Allgemeine Aussage, welche nicht jegliche Art und Weise ausführlich schildert. Es betrifft u.a. den Ruh. Man kann darauf nicht entgegnen dass es dann auch für Allahs Attribute gelten würde, denn die Attribute sind ein Bestandteil Seines Wesens. Allah ist Allah, befähigt mit all seinen Attributen der Vollkommenheit. Sein Wissen, Seine Macht, Sein Leben, Sein Hören, Sein Sehen und all Seine Attribute sind Bestandteil Seines Wesens. Seine Essenz, die mit all Seinen Attributen befähigt ist, ist der Schöpfer; alle anderen Dinge sind Erschaffen. Mit Gewissheit ist bekannt das der Ruh weder Allah noch einer Seiner Attribute ist; es ist lediglich einer Seiner Geschaffenen Sachen.“[3]


    Ein anderes Argument dafür sind die Worte, des Allerhabenen:

    {Gab es nicht für den Menschen eine Zeit, da er nichts Nennenswertes war? (Sure al-Insan, Vers.1) }

    {Er sprach: "So ist es; dein Herr aber spricht: „Es ist Mir ein leichtes, und Ich habe dich zuvor geschaffen, als du ein Nichts warst“." (Sure Maryam, Vers.19) }

    Imam Sadr al-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (gest. 792 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Da der Mensch sowohl den Körper als auch die Seele umfasst, bezieht sich die Ansprache an Zacharias als Ansprache zu seinen Körper sowie seiner Seele (Nafs).Der Ruh ist also gekennzeichnet vom Tot.“[4]

    Ein Disput besteht desweiteren bezüglich der essenziellen Beschaffenheit des Ruh. Einige behaupteten es stellt ein eigenständigen Körper dar, wohingegen andere es als ein Vorkommnis betrachten, wiederrum andere enthielten sich eine spezifische Meinung darüber abzugeben, weshalb sie meinten das man darüber nix Wisse, ob es nun eine physikalische Eigenheit oder ein Vorkommnis darstellt und manche meinten auch dass die Seele nix als die vier natürlichen Elemente[5] darstellt. Andere meinten, dass es eine Form des reinen Blutes ist, befreit von jeglichen Geruch oder Unreinheiten. Wohingegen andere annahmen das es die natürliche Hitze darstellt, welche selbst Lebt. Andere wiederrum legten dar, dass es eine nichtzerlegbare physische Entität ist, welche überall in der Tierwelt verbreitet ist, welche diese Welt lenkt und nicht in der Essenz und ein Körper geteilt ist und das alle in der Tierwelt dieselbe Art der Seele besitzen. Auch existiert die Meinung das es der Atem ist, der ein- und ausgeatmet wird. Dies sind einige der Meinungen von den Ansichten die die Menschen im Laufe der Zeit hervorbrachten aus den Reihen der Astronomen Zauberer, Wahrsager, Philosophen, Denker, Logiker, Scholastiker und islamischen Gelehrten.

    Was durch den Koran, der Sunnah und dem Ijma der Gefährten als auch durch die rationalen Beweise bewiesen ist, ist das die Seele ein Körper in einer sich von den physikalischen Körper unterscheidenden Essenz ist. Es ist ein Körper aus Licht und einer höheren Quelle. Es zeichnet sich durch äußerster Helligkeit, Lebendigkeit und Bewegung aus. Es wird durch die physikalischen Extremitäten in Kraft gesetzt. Es breitet sich darin aus, genauso wie sich Wasser in einen Schwann ausbreitet, oder wie sich Olivenöl durch einen Olivenbaum ausbreitet. Solange die Extremitäten ausreichend gesund sind, um die Einflüsse der Seele zu akzeptieren, bleibt die Seele im Körper und verursacht das der physikalische Körper etwas Fühlt, sich bewegen kann und Willenskraft besitzt. Jedoch wenn die Bindung zwischen beiden schlechter wird und es nicht länger die Einflüsse akzeptieren kann, wird die Seele den Körper verlassen und in die Welt der Seelen übertreten. Denn Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Allah nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich) und (auch die Seelen) derer, die nicht gestorben sind, wenn sie schlafen. Dann hält Er die zurück, über die Er den Tod verhängt hat, und schickt die anderen (wieder) bis zu einer bestimmten Frist (ins Leben zurück). Hierin sind sicher Zeichen für Leute, die nachdenken. (Sure az-Zumar, Vers.42)}

    {Aber könntest du die Frevler nur in des Todes Schlünden sehen, wenn die Engel ihre Hände ausstrecken: "Liefert eure Seelen aus! (Sure al-An’am, Vers.93) }

    {Und Er ist es, Der eure Seelen in der Nacht abruft und weiß, was ihr am Tage begeht, an dem Er euch dann wieder erweckt, auf daß die vorbestimmte Frist vollendet werde. Zu Ihm werdet ihr dann heimkehren; dann wird Er euch verkünden, was ihr getan habt. (Sure al-An’am, Vers.60) }

    {O du ruhige Seele! Kehre zurück zu deinem Herrn wohlzufrieden und mit (Allahs) Wohlwollen. So schließ' dich dem Kreis Meiner Diener an. . Und tritt ein in Mein Paradies. (Sure al-Fadjr, Vers.27-30}

    Der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wenn die Seele entzogen wird, sehen es die Ausgen.“[6] Dies beschreibt die Seele als etwas was ergriffen wird und von den Augen gesehen werden kann. Der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Die Seelen werden entzogen, wann immer Er will und kehren zu Ihm zurück, wann immer Er will.“[7]Und der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Die Seele eines Gläubigen ist ein Vogel, welcher sich an den Bäumen des Paradieses festhält.“[8]

    Dies ist der I’tiqad der Altvorderen und abgeleitet aus der gesunden Ratio. Jene die darin eine Abweichende Meinung aufweisen, befolgen lediglich ihren fehlerhaften Annahmen, Konzeptionen und Schlussfolgerungen, die nicht als Gegenargumente für das benutzt werden können, was in den Texten und durch die reine Ratio festgelegt worden ist.

    Außerdem waren die Gelehrten unterschiedliche Meinung ob die Begriffe Ruh und Nafs dasselbe bedeuten, oder sich unterscheiden, wie Abu’l Qasim as-Suhayili darlegte. As-Suhayili stellte fest das die Seele leicht und weich ist, wie die Luft den Körper durchströmt, gleich dem Wasser durch die Adern eines Baumes. Als dann meinte as-Suhayili das der Ruh welchen die Engel in den Fötus einhauchen, der Nafs ist, unter der Bedingung, dass es sich mit dem Körper verbindet und bestimmte Qualitäten aufgrund des guten oder schlechte in ihm erwirbt. Sodann ist es entweder eine Seele in kompletten Ruhe und Befriedigung oder eine die zum Übel neigt, gleich wie Wasser das Leben eines Baumes darstellt, sich dann damit vermischt, es etwas anderes erzeugt, sodass wenn es sich mit Trauben vermischt und die Trauben dann ausgedrückt werden, es zu Wein oder Saft wird. In dieser Form wird es nicht länger als Wasser bezeichnet, außer im Metaphorischen Sinn. Entsprechend dem, muss auch die Relation zwischen den Nafs und Ruh begriffen werden; der Ruh wird nicht als Nafs bezeichnet, außer wenn es sich dem Körper anschließt und dadurch beeinflusst wird. Zusammenfassend können wir also sagen; der Ruh ist der Ursprung und die Essenz und der Nafs besteht aus dem Ruh und ist mit dem Körper in Relation. In diesem Sinne stellen sie dasselbe dar, aber bei anderem nicht. Die beiden Begriffe – und bei Allah liegt die Wahrheit – besitzen sowohl gleiche Bedeutungen als auch unterschiedliche und manchmal werden sie als zwei Synonyme füreinander verwendet, die in manchen Kontexten den identischen Sinn wiedergeben. So bezieht sich der Begriff Nafs beispielsweise manchmal auf dem Ruh und und manchmal bezieht es sich auf etwas was in Verknüpfung mit dem Körper ist. Also, wenn wir uns auf etwas beziehen wollen, was isoliert vom Körper ist, so benutzen wir den Begriff Ruh. Zweitens, kann Nafs Blut bedeuten, wie in einem Hadith von Salman al-Farsi berichtet wird, welcher von Ahmad al-Baihaqi und Ali al-Daraqutni verzeichnet wurde, worin das fließende Blut als „Nafs Sa’ilah“ bezeichnet wurde. Ebenso kann Nafs sich auf das Böse Auge beziehen. Man sagt: „Er wurde durch das Nafs heimgesucht“, d.h. durch den Bösen Blick. Abschließend hat Nafs auch eine eigene Bedeutung. Im Koran heißt es:

    {Und wenn ihr ein (solches) Haus betretet, dann sprecht über euch selber (anfusukum) einen gesegneten guten Gruß aus[…] (Sure an-Nur, Vers.61) }

    {Und tötet euch nicht gegenseitig (anfusukum)! (Sure al-Nisa, Vers.29) }

    Bezüglich Ruh, so bezieht es sich nicht auf dem Körper, weder allein noch in Relation mit dem Nafs. In Texten wurde es auf verschiedene Weise verwendet, wie u.a. als Koran:

    {Und so haben Wir dir nach Unserem Gebot ein Wort (Ruh, d.h. der Koran) offenbart. (Sure as-Sura, Vers.52)}

    Oder aber der Ruh wurde als Bezeichnung für den Ehrwürdigen Engel Gabriel – Friede sei auf ihm – verwendet, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Damit kam der treue Geist (ar-Ruh al-Amin) herab. (Sure as-Su’ara, Vers.193) }

    Ebenso kann sich der Begriff „Ruh“ auch auf die Luft beziehen, welche sich im menschlichen Körper bewegt. Auch kann es sich auf eine Fähigkeit des Körpers beziehen. Die Leute sagen „ar-Ruh al-Basir (die sehende Fähigkeit), ar-Ruh al-Sami (die hörende Fähigkeit) und ar-Ruh ash-Sham (die riechende Fähigkeit). Es kann sich auch auf etwas beziehen was spezieller als das genannte ist, wie die Kraft Allah zu erkennen, Ihm zu gehorchen, Ihm zu Lieben und sich nach Ihm zu sehnen. Diese Beziehung zu diesem Ruh ist zum Geist, wie der Geist zum Körper. Demgemäß hat Wissen Ruh, Ihsan hat Ruh, Liebe hat Ruh und Gerechtigkeit hat Ruh. Die Leute haben bezüglich dieser Sachen unterschiedliche Stufen, nicht jeder gleicht dem andere. Bei einigen sind diese Sachen stark ausgeprägt und andere die bei allen oder manche von ihnen Mängel besitzen.

    Allgemein wird gesagt das drei Arten von Seelen (Anfus) in Mensch innewohnen; die ruhige und zufrieden stellende (al-Mutma’innah), die ermahnende (al-Lawwamah) und was einem zum schlechten inspiriert (al-Ammarah); und das in den verschiedenen Menschen eine oder andere dieser drei vorherrschen. Allah, gepriesen sei Er, bezog sich auf diese Formen als Er sagt:

    {O du ruhige Seele! (yaa aiyatuhaa n-nafsu l-mutma'innatu) (Sure al-Fadjr, Vers.27)}

    {Und Ich schwöre bei jeder reumütigen Seele (al-Nnafsi allawwamat).(Sure al-Qiyama, Vers.2)}

    {Und ich behaupte nicht, dass ich unschuldig bin; denn das (Menschen-)Wesen gebietet oft Böses; davon sind jene ausgenommen (inna n-nafsa la-ammaaratun bis-suu'i), derer mein Herr Sich erbarmt. (Sure Yusuf, Vers.53) }

    Das es drei Seelen sein sollen ist falsch, eher liegt die Wahrheit darin, dass ausschließlich nur eine Seele existiert, mit drei unterschiedlichen Eigenschaften. Es kann zum Schlechten inspirieren, aber wenn der Iman dem entgegenkommt, macht man sich Vorwürfe; wie wenn jemand eine Sünde begeht, und sich dann Vorwürfe macht und seine Seele keine Ruhe findet. Es schwingt von einen Punkt zum anderen, bis der eigene Iman gestärkt wird, sich mit Ruhe niederlässt und Frieden/Zufriedenheit fühlt. Der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – bezog sich darauf, als Er sprach: „Wenn man etwas Gutes vollzieht, sich Glücklich dabei fühlt und wenn man etwas schlechtes vollzieht, sich dabei schlecht fühlt, ist ein wahrer Gläubiger.“[9] Und Seine – Allahs Segen und Friede auf ihm – Aussage: „Ein Unzüchtiger ist nicht wahrer Gläubiger, während er Unzucht begeht[…]“[10]

    Hinsichtlich der Fragestellung, ob der Ruh sterblich oder nicht ist, haben die Menschen unterschiedliche Standpunkte eingenommen. Manche meinten das sie sterblich ist, weil es die Seele (Nafs) ist, und jede Seele sterben wird. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Alles, was auf (Erden) ist, wird vergehen. Aber das Angesicht deines Herrn bleibt bestehen - des Herrn der Majestät und der Ehre. (Sure ar-Rahman, Vers.26-27) }

    {Und rufe neben Allah keinen anderen Gott an. Es ist kein Gott außer Ihm. Alle Dinge sind vergänglich, bis auf Sein Angesicht. Sein ist die Herrschaft und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden. (Sure al-Qasas, Vers.88) }

    Die Leute die diesen Standpunkt vertreten, meinen dass wenn selbst die Engel zu Grunde gehen werden, dann werden erst recht die Seelen zu Grunde gehen. Andere meinten das der Ruh nicht zugrunde geht, obwohl sie einen Anfang mit ihrer Erschaffung haben, weil sie durch Allahs Willen Ewig weiter existieren werden, gleich das Paradies und der Hölle; ausschließlich der Körper wird zugrunde gehen. Um ihren Standpunkt untermauern zu können, beziehen sie sich auf die Überlieferungen, die von Segen und Schmerz, die der Ruh ertragen wird sprechen, nachdem sie ihren Körper verlassen, bis Allah ihnen einen neuen gibt,

    Die Korrekte Ansicht bezüglich dieser Angelegenheit ist, dass man den Tod der Seele in dem Sinne verstehen kann, dass es seine Lösung vom Körper bedeutet und nicht seine Zerstörung. In diesem Sinn ist die Seele sterblich. Aber wenn man meint das es zugrunde gehen wird und völlig verschwindet, dann ist es nicht sterblich; nämlich in dem Sinn das es nach dem Tot des Körpers weiterlebt und Segen und Schmerz spürt. So setzte Allah, gepriesen sei Er, für die Paradiesbewohner folgendes fest:

    {Den Tod werden sie dort nicht kosten, außer dem ersten Tod. Und Er wird sie vor der Strafe der Hölle bewahren. (Sure ad-Duhan, Vers.56) }

    Der erste Tod ist ein Verweis auf den Ruh der den Körper verlassen hat. Hinsichtlich der Höllenbewohner sagt, Er:

    {Sie werden sagen: "Unser Herr, Du hast uns zweimal sterben lassen und uns zweimal lebendig gemacht, und wir bekennen unsere Sünden. Ist da nun ein Weg, um zu entkommen?" (Sure Ghafir, Vers.11)}
    {Wie könnt ihr Allah leugnen, wo ihr doch tot waret und Er euch lebendig machte und euch dann sterben lässt und euch dann (am Jüngsten Tag) lebendig macht, an dem ihr zu Ihm zurückkehrt? (Sure al-Baqara, Vers.28) }

    Beide Verse beziehen sich auf den ersten Tot, als die Leute noch nicht geboren waren, als dann Allah ihnen Leben gab und sie dann wider sterben ließ und dann wird Er, gepriesen sei Er, sie Wiederauferstehen lassen.

    _______________________________________________
    [1] Die Gelehrten waren sich darüber uneinig, ob mit Ruh in diesem Kontext der Engel Gabriel gemeint ist, oder es sich auf die menschliche Seele bezieht; entscheidend bei diesen Meinungsunterschied ist jedoch das allesamt sich darüber einig waren, dass die Seele etwas Erschaffenes ist

    [2] Majmoo al-Fatawa, 4:216-230

    [3] Sharh al-Aqida al-Tahawiyyah, S.350, Nr.88

    [4] Sharh al-Aqida al-Tahawiyyah, S.350, Nr.88

    [5] Nach der vier Element Lehre besteht alles Existierende aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser , Luft und Erde. Es ist ein Philosophisches Konzept der alten Griechen

    [6] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 6:297; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Nr.920

    [7] Abdurrahman Ahmad an-Nasa'i: Sunan al-Sughra, 2:106; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 5:307; Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Nr.595, 7471

    [8] Malik Ibn Anas: al-Muwatta, 1:240; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:455, 456. 460; Abdurrahman Ahmad an-Nasa'i: Sunan al-Sughra, 4:108

    [9] Al-Hakim an-Naisaburi: al-Mustadrak alaa al-Sahihain, 1:114; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 1:18, 26; Abu Isa at-Tirmidhi: al-Dschami at-Tirmidhi, Kitab al-Fitan, Nr.2165

    [10] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Adab, Nr.29; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.73

  7. #7
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    Nachdem wir die Natur der Seele dargelegt haben, werden wir – so Allah will – erörtern was mit der Seele im Grab geschieht. Die Altvorderen und jenen die ihnen in ihrer Rechtschaffenheit nacheiferten und ihre Methologie befolgten sind der Überzeugung das der Mensch nach seiner Abberufung auf eine Form der Belohnung oder Peinigung treffen wird, es in Wirklichkeit mit der Seele und dem Körper des Menschen geschieht. Die Seele wird nachdem sie Separat vom Körper existiert, den Genuss bzw. die Belohnung oder die Peinigung empfinden und die Seele wird sich manchmal dem Körper anschließen. Ob der Körper den Genuss oder die Peinigung im Zwischenstadium wahrnehmen und spüren wird ist nicht explizit in den Texte erwähnt worden, wodurch eine bekannte Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten, spezielle unter den Leuten der Scholastik (Kalam) darüber entstand. Der große Schafiitische Faqih und Muhaddith Ibn Hadschar al-Asqalani legte in „Fath al-Bari“ dar, dass die Gelehrten des Kalam eine Meinungsverschiedenheit darüber führen, wohingegen andere, wie der Meister und Amir al-Mu’minin fil Hadith Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary sich nicht zu dieser Angelegenheit äußerten, weder positiv noch negativ; also ob die Peinigung und Belohnung im Grab lediglich auf die Seele ausgeübt wird, oder es die Seele und dem Körper umfasst. Al-Bukhary gab diesbezüglich weder ein Urteil ab, noch etwas was auf seine Meinung schließen lässt, denn entsprechend seiner Betrachtungsweise waren die ihm vorliegenden Beweise in ihrer Ausführung nicht eindeutig und sich deshalb keine eindeutige Antwort daraus ableiten ließe. Vielmehr begnügte er sich damit die Beweise dafür zu Sammeln das die Strafe im Grab tatsächlich existiert.[1] Andere wiederrum, wie Hodschatul Islam Abu Hamid al-Ghazali, Muhiyuddin Ibn Sharaf al-Nawawi, Scheich al-Islam Ahmad Ibn Taymiyyah, Shamssuddin Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja und Imam Ibn Abi al-Izz äußerten sich dementsprechend das sowohl der Körper als auch die Seele die Peinigung oder Belohnung wahrnehmen und spüren werden. Hingegen sind Imam Ibn Hazm al-Zahiri und Imam Abu Dschafar at-Tabari der Meinung das sich die Wahrnehmung ausschließlich auf die Seele beschränkt. Entsprechend der Darlegung von Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali (gest. 728 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – besteht der korrekteste Standpunkt darin, dass sowohl der Körper als auch die Seele es wahrnehmen werden: „Die Ansicht der Altvorderen (Salaf) dieser Ummah und seinen Imamen ist, dass die Pein oder Glückseligkeit (im Grab) mit der Seele als auch den Körper des verstorbenen sich ereignet. Nachdem es (die Seele) vom Körper extrahiert wird, wird die Seele weiterhin den Segen oder die Bestrafung (spüren) und es wird auch mit den Körper von Zeit zu Zeit verbunden, sodass der Segen oder die Pein sich auf den Körper sowie der Seele wiederspiegeln wird. Also müssen wir daran glauben was Allah uns erzählte.“[2] Und der Hanafitische Rechtsgelehrte Sadr al-Din Abu’l Hasan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (gest. 792 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – folgte ihm darin: „Die Befragung im Grab ist nicht ausschließlich für die Seele, wie Ibn Hazm und andere sagen.“[3]

    Die Gelehrten der Sunnah die dies bekräftigten verglichen dieses Stadium mit der eines Traumes; denn wenn eine Person bspw. Träumt, dann kann diese Person das Leid oder die Glückseligkeit darin fühlen. Imam Muhyid-Din Abu Zakariyya Yahya Ibn Scharaf an-Nawawi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – erklärte diesen Vergleich: „Wenn gesagt wird, (dass) wir den Verstorbenen sehen, wie er in seinen Grab ist, also wie ist es möglich das er Befragt wird, sich aufhorcht und mit Eisenstangen geschlagen wird, wenn doch keine Anzeichen auf ihn hinterlassen werden? Die Antwort darauf ist, dass es nicht unmöglich ist und tatsächlich gibt es eine ähnliche Situation in unseren regulären Leben, dass der Schlafende, der Freude und Schmerz spürt, die wir nicht wahrnehmen. Eine Person die im Wachzustand ist kann ebenso Freude oder Schmerz wegen etwas was er hört oder denkt fühlen und jene die mit ihnen sind spüren nix davon. Gleichermaßen als Gabriel – Friede sei auf ihm – pflegte zum Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm – zu kommen und Ihm von der Offenbarung zu berichten und die Menschen in seiner Gegenwart wussten es nicht. Alles davon ist klar und offensichtlich.“[4]

    Also wenn eine Person schläft, kann er Freude und Schmerz empfinden und dies geschieht sowohl mit dem Körper als auch mit der Seele. Beispielshalber träumt jemand dass er Verprügelt wird und wacht dann mit den Schmerz in seinen Körper auf oder er Träum etwas, was ihm Freude bereitet, wie das Träumen von seiner Begehrten Frau oder etwas was er sich innig wünscht, so wacht er mit diesen Freudigen Gefühl auf. Dies ist etwas was Wirklich geschieht und jeder Mensch erlebt dies selbst. Wenn der Körper und die Seele einer Schlafenden Person Freude oder Schmerz erfährt, so kann die Person neben ihm, wie seine Ehefrau oder der Ehemann dies nicht wahrnehmen; und der Schlafende kann sogar wegen der Intensität des Traumes vor lauter Schreck aufschreien oder sich vor etwas was im Traum geschah fürchten und jene die den Schlafenden Beobachten können davon Notiz nehmen; die Ereignisse im Traum können sogar Ursache eines Orgasmus sein, und der Partner kann dies Wahrnehmen; oder der Schlafende Unterhaltet sich im Zustand des Schlafes oder Rezitiert den Koran und kann einem dabei nicht wahrnehmen – also wie kann man negieren, dass der Mensch im Grab die Pein oder Freude spürt? Jedoch kann man nicht sagen, dass die Pein oder Freude des Toten, welche er im Grab spürt dem absolut gleicht, was der Schlafende beim Träumen erfährt; eher sind die Freude und Pein im Grab viel auschlaggebender und weitreichender als die Erlebnisse des Schlafenden – denn im Gegensatz zu den Träumen sind die Empfindungen im Grab wahr und real, der Schmerz und die Freude darin sind wahrhaftig real. Das Beispiel mit den Träumen dient lediglich dazu, um dessen Möglichkeit aufzeigen und den Philosophen entgegenzuwirken.

    Wenn der Termin der Auferstehung kommt, werden die Seelen in ihre Körper wieder hineingehaucht und ihre Verwesten Körper wird Allah, der Allmächtige, wie zum Anfang zusammensetzten und dann werden sie sich aus ihren Gräbern erheben, um das Gesicht des Herrn der Welten zu erblicken. Die Widerauferstehung der Verwesten Körper ist ein essenzieller Bestandteil der islamischen Aqida, gleichermaßen wie bei den Juden und Christen.

    ______________________________________________
    [1] 2:600

    [2] Al-Ikhtiyaarat al-Fiqhiyyah, S.94

    [3] Sharh al-Aqida al-Tahawiyyah, S.300

    [4] Sharh an-Nawawi alaa Muslim, 17:201

  8. #8
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    a) Das Leben im Grab

    Die Angelegenheit der Befragung durch die zwei Engel, Munkar und Nakir, im Grab und die Glückseligkeit für den Rechtschaffenen und die Peinigung für den Sünder oder Ungläubigen ist eine feststehende Tatsache im Islam und gehört zweifelsohne zum Iman der Gläubigen und nimmer leugnet dies jemand, außer die Irregeleiteten, wie ein Teil der Philosophen, Scholastiker, Rawafid[1], Mu’tazila[2] und Kharawij. Imam Sa’d al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Manche der Mu’tazila und Rawafid negieren die Bestrafung im Grab, weil (aus ihrem Blickwinkel) ein Toter Mensch ein solider Körper (Jamad), Leer vom Leben und Begriffsvermögen ist, weshalb eine Bestrafung für ihn unmöglich ist. Die Antwort darauf ist, dass es für Allah möglich ist alles oder in einigen Bestandteilen eine Art von Leben, die dazu Fähig ist den Schmerz der Bestrafung, oder den Genuss der Glückseligkeit zu erschaffen. Dies bedingt nicht das die Seele (Ruh) in den Körper zurückgeht noch das es sich bewegt oder (der Körper) beunruhigt wirkt oder irgendeinen Zeichen der Strafe erkennbar ist[…] Wer auch immer über die Wunder Allahs in den Reich dieser Welt und den Himmel und die Wunder Seiner Macht und Seine Kraft betrachtet, wird diese Dinge nicht als unwahrscheinlich betrachten, ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit.“[3]

    Die allersten welche die Strafe im Grab gänzlich zurückwiesen oder den Iman daran negierten waren die Ketzer, Philosophen und Scholastiker. Vor allem die späteren Mu’tazila negierten die Strafe im Grab, wie Bishr al-Marisee, Adrabahu und Darrar Ibn Amir, wobei sie selbst der Mehrheit der Mu’tazila widersprachen. Der große Qadi und Gelehrter der Mu’tazila Schule Abdul-Jabbar sagte: „Unsere Lehrer negieren die Strafe im Grab und seine Seligkeit in allen Fällen.“[4]Wobei sie darin, wie gesagt der Mehrheit der Mu’tazila entgegenstehen, denn die Mehrheit bestätigten den Iman daran und ebenso das sie den Status des Tawatur erreichen haben, wie u.a. Abu al-Hudhayl, Bishr Bin al-Mu’ammar, Abu Ali al-Jubba’i und Abu’l Qasim al-Balkhi entsprechend wie es Abu’l Hasan al-Ashari in „al-Maqalat al-Islamiyyah[5]“ darlegte. Auch der große Linguist und Verfasser des bekannten Kommentares des Koran „al-Kashshaaf“ Abu’l Qasim al-Zamakshari – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein und Barmherzig mit ihm sein – bestätigte darin zum Kommentar zur Sure Ghafir, Vers.46, dass die Berichte darüber den Status des Tawatur erreicht haben und selbst Qadi Abul-Jabbar der seinen Lehrern darin widersprach, bestätigte den Status des Tawatur für sie in „Usul al-Khamsah“.

    Die Berichte darüber sind sogar so zahlreich das sie den Status des Mutawatir Man’awi erreicht haben und deshalb nicht geleugnet werden können und der Iman daran ist für jeden obligatorisch und die Negierung des Iman führt zum Unglauben.

    Nachdem der Tot im Diesseits eingetreten ist wird die Seele eines Gläubigen und Rechtschaffenen sehr leicht aus seinem Körper durch den Engel des Totes hinausgezogen, wohingegen die Ungläubigen mit der Schwierigkeit dessen bestraft werden. Bei der Beerdigung ist der Toten Person die Anwesenheit der rechtschaffenen um ihn herum bewusst und wenn sie gehen, nimmt er ihre Schritte war, worauf das Grab heruntergedrückt wird und die Verstorbenen anschließend – nach der Beerdigung – unverzüglich befragt werden. Als der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – jemanden beerdigte, stellte Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – sich ans Grab und sagte zu den anwesenden Menschen, dass sie Allah um Vergebung für ihren Bruder bitten sollen und um Standhaftigkeit, weil der Tote gerade befragt wird. Die zwei ehrwürdigen Engel Munkar und Nakir sind für die Befragung der Leute im Grab zuständig. Munkar und Nakir sind zwei blau- und schwarzfarbige Engel. Als dann werden die Menschen mittels einer Befragung geprüft, indem die beiden Engel folgende Fragen stellen: „Wer ist dein Herr? Was ist dein Din? Wer ist dein Prophet?“ Der gottesfürchtige und rechtschaffene wird darauf, wie folgt erwidern: „Mein Herr ist Allah, der Islam ist mein Din und Muhammad ist mein Prophet.“ Während der Ungläubige und Zweifelnde sagen wird: „Was? Was? Ich weiß es nicht. Ich habe die Menschen etwas sage hören, so sagte ich es auch.“ Worauf er von den Engeln mit einem Eisenstab geschlagen wird und einen derart lauten Schrei von sich geben wird, den jedes Geschöpf, außer dem Menschen und Dschinn wahrnehmen wird. Der rechtschaffene wird furchtlos der Befragung entgegentreten, während der Sünder und Ungläubige voller Furcht und Erschrocken dem erwartet. Darauf wird er mit einem Eisenstab geschlagen, woraufhin derjenige der Geschlagen wird, solch ein Lauten schrei von sich geben wird, den jedes Geschöpf hören wird außer dem Menschen, denn würden die Menschen diesen Schrei hören, so würden sie in Bewusstlosigkeit fallen.

    Anas Ibn Malik – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtet, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wenn der Diener (Allahs) in sein Grab gebettet worden ist, seine Gefährten die Beerdigung beendet haben und dabei sind, wegzugehen - so dass der Verstorbene selbst ihre Schritte hört, kommen zu ihm zwei Engel, die ihn aufrecht setzen und befragen: „Was pflegtest du über diesen Mann Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu sagen?“ Er sagt dann: „Ich bezeuge, dass er der Diener Allahs und Sein Gesandter ist.“ Es wird zu ihm gesagt: „Schau hin zu deinem Sitz im Höllenfeuer! Allah hat dir stattdessen einen Sitz im Paradies gegeben!“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte weiter: „Er sieht dann alle beide! Was den Ungläubigen - oder den Heuchler - angeht, so beantwortet dieser die Frage so: „Ich weiß es nicht! Ich habe nur das gesagt, was die Menschen zu sagen pflegten!“ Es wird zu ihm gesagt: „Du weißt nichts und sprichst nichts!“ Dann wird ihm mit einem Eisenhammer ein Schlag zwischen seine beiden Ohren versetzt, der ihn so schreien lässt, dass alle in seiner näheren Umgebung, mit Ausnahme der beiden Erdbewohner, ihn hören.“[6]

    Nach dieser Prüfung, folgt die Glückseligkeit für den Gläubigen oder die Bestrafung für den Sünder und den Ungläubigen, bis zum Tag der Auferstehung werden sie in diesem Zustand verweilen.

    Die Beweise für die Existenz der Strafe im Grab sind zahlreich im Koran als auch in der authentischen Sunnah vorhanden; als auch durch dem Konsens der Prophetengefährten und ihren Nachfolgern (Salaf und Khalaf) bewiesen und dies wurde von mehr als einem Gelehrten überliefert. Demgemäß gibt es darüber keine noch so geringste Ungewissheit und jeder Muslim ist dazu verpflichtet IMAN an die Strafe im Grab zu vollziehen und jede Ungewissheit daran kann zur Apostasie führen und stellt an sich Unglauben dar. Bis, auf einige Abweichende Gruppen, wie die einige Kharawij, Mu’tazila und Rawafid besteht darüber bei den Gelehrten der Sunnah Konsens, dass die Strafe im Grab ein essenzieller Bestandteil der islamischen Aqida ist und die Mehrheit der Mu’tazila stimmt mit der Sunnah überein – das die Mu’tazila und Kharawij diese Tatsache ablehnen bedeutet nicht, dass sie die diesbezüglichen Beweise nicht kannten oder die Existenz der Überlieferungen dazu negierten, sondern das sie daran nicht Iman machten, weil es einerseits ihrer Logik widersprach oder zum anderen weil sie annahmen das diese Überlieferungen nicht Mutawatir sind – obwohl sie in Wahrheit den Status des Tawatur erreichten, wie die Gelehrten einstimmig entschieden. Imam Sa’d al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „In allgemeinen sind die Berichte welche bezüglich dieses Sachverhaltes (Strafe im Grab) und viele andere Themen bezüglich der Welt nach dem Tod herabgekommen sind Mutawatir Man’awi[…]“[7]

    Imam Abu’l Hasan Ali al-Ashari (gest. 324 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Mu’tazila negieren die Bestrafung im Grab. Es wurde vom Propheten durch viele verschieden Wege überliefert und auch von seinen Gefährten. Nicht von einem von ihm wurde die Negierung oder Leugnung davon berichtet[…] es besteht Konsens bei den Gefährten des Propheten.“[8]

    Wir werden – so Allah will – die Belege dafür aus dem Koran, der authentischen Sunnah und dem Konsens der Altvorderen und Nachfolgenden anführen, um jeden erdenklichen Zweifel auszumerzen.

    Diejenigen welche heutzutage unter den Menschen Zweifel darüber hervorrufen wollen, behaupten das die Verse, welche man mit der Strafe im Grab in Relation bringt, nicht eindeutig sondern mehrdeutig sind, weshalb man an dessen Bedeutung nicht Iman vollziehen kann, aufgrund deren Mehrdeutigkeit. Diese und ähnliche Aussagen des Zweifelns, stehen jedoch zahlreiche Aussagen von den Gelehrten der Sunnah entgegen, welche über spezifische Verse die damit in Relation stehen, sagten, dass sie von der Bedeutung Qat’i sind. Eine andere Aussage von ihnen ist, dass Allah, gepriesen sei Er, und Sein Gesandter – Allahs Segen und Friede auf ihm – uns nirgends Befohlen haben den Iman an die Strafe im Grab zu vollziehen, weshalb es irrelevant ist, ob es ein Bestandteil der Aqida ist oder nicht und man sich nicht darum notwendigerweise bemühen muss; denn der Iman stellt ein Hukm dar und für jeden Hukm bedarf es einen eindeutigen Beleg aus den Quellen – d.h. ein Beleg dafür das der Iman daran obligatorisch ist. Dies ist eine Irreführende Aussage, womit sie die Unwissenden um sich herum scharren und lediglich der Wissende weiß das diese Aussage ebenso entgegen den Glauben der Salaf spricht. Die Strafe im Grab ist Qat’i al-Thubut wa Qat’i ad-Dalalah[9] und der Hukm zur Strafe im Grab existiert gewiss; der Hukm des Iman entsprießt daraus, dass es obligatorisch ist an alles Iman zu haben, über was der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – uns informierte und es ist ein Bestandteil des Iman an den Tag der Auferstehung und Barazakh. Imam Najm ad-Din Abu Hafs Umar al-Nasafi (gest. 537 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte in seinem Kompendium über die islamische Aqida: „Die Strafe im Grab ist für die Ungläubigen und für einen Teil der Gläubigen und die Befragung durch Munkar und Nakir wird durch Definitive Beweise belegt.“[10]

    Es ist absonderlich das behauptet wird das kein Hukm dafür vorhanden wäre, obgleich die Gefährten kontinuierlich davor Zuflucht suchten, sowie etliche Handlungen vollzogen, die einen davor schützen. Hodschatul Islam Abu Hamid Muhammad al-Ghazali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte darüber: „Und wahrlich (wa innahu), der Iman eines Dieners wird nicht eher akzeptiert (laa Yaqbal Iman Abd),bis er Iman an alles hat, was der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – bezüglich nach dem Tot berichtete (Hatta Yu’minu Bimaa Akhbarabihi Ba'ad al-Mawt) und das erste davon ist die Befragung durch Munkar und Nakir ist (Wa awalahu su'al Munkar wa Nakir)[…] und bis er an die Strafe im Grab Iman hat (wa ana Yu’minu bi adhabul qabr) und Wahr ist (wa innahu haqq).“[11] Nachdem al-Ghazali die Liste der Glaubensartikel beendete, sagte er: „Also wer auch immer an all dies glaubt – mit Gewissheit – (fa-man i'tiqaad jamee' dhalik mowquna bihi) ist unter den Leuten der Wahrheit und den Leuten der Sunnah (kaana min ahl Haqq wa asaabatus-sunnah) und ausgenommen von dem Herr des Dajjal und den Parteien der Bid’a (Hizb al-Bid’a).“[12]

    Imam Muwaffaq al-Din Abdallah Ibn Qudumah al-Maqdisi al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm ein – legte den Hukm dafür dar: „Wir sind Verpflichtet Iman an alles zu haben, über was der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – uns Informierte und was authentisch Ihm zugeschrieben wird durch Berichte[…] Wir wissen das es Realität und Wahr ist[…] Die Prüfung im Grab ist wahr. Die Befragung von Munkar und Nakir ist wahr.“[13]

    _______________________________________-
    [1] Für nähere Details siehe: al-Khatib al-Baghdadi: al-Farq Bayn al-Firaq, S.22ff

    [2] Damit sind zu meist die späteren Mu’tazila Anhänger gemeint und nicht die früheren

    [3] Sharh al-Aqida al-Nasafiyyah, Kapitel. Endzeitliche Realitäten, S.160f

    [4] Sharh Usul al-Khamsah, S.733

    [5] S.430

    [6] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Jana’iz, Nr.68, 87; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Jannah, Nr.71, 72; Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Kitab al-Jana’iz, Nr.74; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 2:272, 451; 3:126, 233, 234; 4:296; 5:197, 453;

    [7] Sharh al-Aqida al-Nasafiyyah, Kapitel. Endzeitliche Realitäten, S.160

    [8] Al-Ibanah an Usul al-Diyana, S.201

    [9] Definitiv in der Überlieferung und absolut von der Bedeutung

    [10] Al-Aqida al-Nasafiyyah

    [11] Ihya Ulum al-Din: Kitab al-Qaw’id al-Aqa’id, Kapitel. Die Bedeutung des zweiten Bekenntnisses (al-Shahadah)

    [12] Ihya Ulum al-Din, Kitab al-Qaw’id al-Aqa’id, Kapitel. Die Bedeutung des zweiten Bekenntnisses (al-Shahadah)

    [13] Luma Tul Itiqadah, Kapitel. „Iman an das worüber uns der Prophet informierte“

  9. #9
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    Die Strafe im Grab als Bestandteil des Iman zu betrachten ist unter den Gelehrten eine angenommene Tatsache, worüber niemand streitet, außer die Ketzer und Leugner. Jedes Schriftstück über die Prinzipen der islamischen Aqida (Usul al-Din/Aqida), den Grundlagen (Usul) und der Exegese (Tafsir) behandelt dieses Thema - nämlich indem dargelegt wird das der Iman daran obligatorisch ist. Die frühesten als auch älteren Schriften der Gelehrten stimmen allesamt in den Punkt überein das der Iman an die Strafe im Grab obligatorisch ist - wie die frühesten Schriften Hanafitischen Rechtsgelehrten es bezeugen: u.a. bei Abu Muti al-Balhi (gest. 199 n.H.) in "al-Fiqh al-Absat[1]", Abu Dschafar at-Tahawi (gest. 239 n.H.) in "al-Aqida at-Tahawiyyah[2]", Abu Muti al-Nasafi (gest. 318 n.H.) in "al-Radd alaa Ahl al-Bid’a wa’l Ahwa[3]" al-Hakim a-Samarqandi (gest. 342 n.H.) in "Sawad al-Az’am[4]", Abu Bakr al-Jassas (gest. 370 n.H.) in "Ahkam al-Quran[5]", Abu Layth al-Samarqandi (gest. 373 n.H.) in "Bahr al-Ulum[6]", Shams al-Aimmah al-Sarkhasi in “Usul al-Sarkhasi”(gest. 483 n.H.), Abu Mu'in al-Nasafi (gest. 508 n.H.) in "Tabsirat al-Adilah" , Najm al-Din al- Nasafi (gest. 537 n.H.) in "al-Aqida al-Nasafiyyah", Abu'l Barakat al-Nasafi (gest. 710 n.H.) in "Madarik at-Tanzil wa Haqa’iq at-Ta’wil[7]”, Sa'd al-Din al-Taftazani in "Sharh al-Aqida al-Nasafiyyah[8]" (gest. 792 n.H.). Mullah Ali al-Qari (gest. 1014 n.H.) in "Sharh al-Fiqh al-Akbar[9], al-Qawajuwee (gest. 1194 n.H.) in “Hasiyyah alaa Tafsir Qadi al-Baidawi[10]", Mahmoud al-Alusi (gest. 1270 n.H.) in “Ruh al-Maani[11]“; ebenso wie in den Schriften der Malikitischen Rechtsgelehrten: u.a. bei Ibn Abi Zayd al-Qayrawani (gest. 386 n.H.) in "al-Risala", Ibn Abd al-Barr (gest. 463 n.H.) in "al-Istakdhar", Qadi Ayyad (gest. 544 n.H.) in "Sharh Sahih Muslim", Abu Abdullah al-Qurtubi (gest. 671 n.H) in “Al-Jami li-Ahkam al-Qur'an[12]“, Ibrahim al-Laqqani (gest. 1078 n.H.) in "Jawhara al-Tawhid", Muhammad al-Shanqeeti (gest. 1393 n.H.) in “Adwa al-Bayaan fi Iydah al-Qur'an B'il Qur'an[13]”; ebenso wie in den Schriften der Schafiiten, wie u.a. bei Abu’l Hasan al-Ashari (gest. 324 n.H.) in “Risala Ilaa Ahlith Thaghr[14]”, Abu’l Qasim al-Lalika’i (gest. 418 n.H.) in “Sharh Usul al-I’tiqad[15]“, Abu’l Hasan al-Mawardi (gest. 450 n.H.) in „al-Nukat wa al-Uyun[16]“, Ahmad al-Baihaqi (gest. 458 n.H.) in “al-I’tiqad[17]“, Abu Muhammad al-Baghawi (gest. 516 n.H.) in "Ma'alim at-Tanzil[18]", Fakhr al-Din al-Razi (gest. 606 n.H.) in "Tafsir al-Kabir[19]“, Yahya Sharaf an-Nawawi (gest. 676 n.H.) in “Sharh al-Muslim[20]“, Abdallah al-Baidawi (gest. 691 n.H.) in “Anwar al-Tanzil wa Asrar al-Ta‘wil[21]“, Ibn Hadschar al-Asqalani (gest. 856 n.H.)in “Fath al-Bari[22]“, Dschalaluddin as-Suyuti (gest. 911 n.H.) in “Durr al-Manthur[23]“, Shihab al-Din al-Qastalani (gest. 923 n.H.) in “Irshad as-Sari[24]“; und gleichermaßen in der Hanbalitischen Rechtschule, wie u.a. bei Qadi Abu Ya’la (gest. n.H. 458) in “al-Mu’tamed fi Usul al-Din[25]“, Ibn Jawzi (gest. 594 n.H.) in “Zaad al-Masir fi Illm at-Tafsir[26]“, Ahmad Ibn Taymiyyah (gest. 728 n.H.) in “al-Aqidat’ul Wasitiyyah“, Ibn al-Qayyim al-Dschauwzijja (gest. 751 n.H.) in “Kitab al-Ruh“, Zain al-Din Ibn Radschab (gest. 795 n.H.) in “Ahwal al-Qubur“; als auch bei den anderen Gelehrten dieser Ummah, wie u.a. bei Mujahid Ibn Jibr (gest. 104 o. 105 n.H.) in „Tafsir al-Mujahid[27]“, Abdurrazzaq al-Sanaa’ni (gest. 211 n.H.) in „Tafsir Abdurrazzaq[28]“, Abu Dschafar at-Tabari (gest. 310 n.H.) in „Jami al-Bayaan fi Ta’wil al-Qur’an[29]”, Ibn Hazm al-Zahiri (gest. 465 n.H.) in „al-Fisal al-Mihal wa Ahwaa’i wan-Nihaa[30]“; Muhammad al-Schawkani (gest. 902 n.H.) in „Fath al-Qadir[31]“. Allesamt bestätigten sie den Iman an die Strafe im Grab und legten dar, dass es für jeden Gläubigen obligatorisch sei und das die Überlieferungen darüber den Status des Tawatur erreicht haben. Desweiteren zählten sie in ihren Schriften etliche Gelehrte auf, welche dies bestätigen, wie u.a. Abu Abdullah al-Qurtubi in seiner Exegese Mujahid, Muqatil, Muhammad Ibn Ka’b, Ikrimah, Abdullah Ibn Masud, al-Awza’i und Abu Huraira erwähnt; Ibn Hadschar al-Asqalani erwähnt in „Fath al-Bari“ bspw. Ibn Abi Hatim und Abu Dschafar at-Tabari; Mahmoud al-Alusi erwähnt in „Ruh al-Maani“ bspw. Ibn Masud, Abdurrazzaq, Ibn Abi Hatim, Ibn Abi Shaybah und al-Baihaqi.

    Die Grundlage ihrer Erkenntnis waren die Verse im Koran und den Berichten in der authentischen Sunnah – Allah, gepriesen sei Er, sagt darüber:

    {"So schützte ihn Allah vor den Übeln dessen, was sie planten und eine schlimme Strafe ereilte die Leute Pharaos. Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt. Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten“." (Sure Ghafir, Vers.46)}

    Dieser Vers ist bspw. einer jener Verse worüber die Zweifler sagen, dass sie nicht eindeutig auf die Strafe im Grab zurückzuführen sei und meinen das sich die Worte: {Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt“, auf die Bestrafung im Höllenfeuer bezieht}auf die Bestrafung im Höllenfeuer beziehen. Diese Darstellung ist augenscheinlich nichtig und entspricht nicht dem Wortlaut und Kontext des Verses. Dieser Vers spricht darüber dass die Leute Pharaos Bestraft werden, nachdem Allah, gepriesen sei Er, Moses – Friede sei auf ihm – vor Pharao und seine Gefolgsleute rettete und Er sie im Meer ertrinken ließ. {"So schützte ihn Allah vor den Übeln dessen, was sie planten und eine schlimme Strafe (Su’ul Adhab) ereilte die Leute Pharaos.}“ Also was stellt die Su’ul Adhab dar? Dies wird im nächsten darauffolgenden Satz beschrieben: {Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt.“}Diese Unwissenden, welche Zweifel darüber bei den Menschen hervorheben, meinen diesbezüglich, dass sich diese Worte auf das Feuer und der Pein in der Hölle bezieht. Die Wahrheit jedoch, ist, dass sich diese Worte nicht auf das Höllenfeuer beziehen. Wie ist es möglich zu wissen, dass es sich nicht auf dem Tag der Auferstehung bezieht, sondern auf einem Zeitraum zuvor, im Barazakh? Denn die darauffolgende Worte lassen nur den Entschluss zu, dass es sich nicht auf den Tag der Auferstehung und nicht auf das Diesseits bezieht:{Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten“."}Die Gelehrten der Ahlu Sunnah Wal Jammah sagten unmissverständlich das dieser Vers Qat’i ist; denn der Vers macht es unmöglich das die Leute Pharaos in der Hölle dem Feuer morgens und abends ausgesetzt sind, denn Allah, gepriesen sei Er, legte unmissverständlich klar, dass sie als dann – d.h. nach dem sie dem Feuer morgens und abends ausgesetzt waren – an einer Stunde (d.h. den Jüngsten Tag) der strengsten Bestrafung ausgesetzt werden. Es – dem Feuer morgens und abends ausgesetzt zu sein – bezieht sich definitiv nicht auf den Jüngsten Tag, sondern auf einem Zeitraum davor und nicht im Diesseits, weil die Leute Pharaos schon tot waren; dementsprechend muss es zwischen dem Diesseits und dem Jenseits geschehen, also im Barazakh, im Grab. Wie ist es möglich einen isolierten Teil des Verses zu betrachten, ohne den gesamten Kontext miteinzubeziehen und sich von der Bedeutung unterscheiden, welche der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – und die Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf ihnen – darüber hielten?

    Dieser Vers gibt einen über folgende Sachverhalte Kenntnis:

    · Der Vers beginnt damit das Moses – Friede sei auf ihm – vor Pharao und seine Gefolgsleute mittels deren Tot gerettet wurde, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt: {So schützte ihn Allah vor den Übeln dessen, was sie planten und eine schlimme Strafe (Su’ul Adhab) ereilte die Leute Pharaos.“ }Pharao wurde nicht Bestraft im Diesseits, also während er gelebt hat und wenn mit dem Einwand erwidert wird das das Ertrinken seine Strafe war von der Allah uns in diesem Vers berichtet, so antworten wir: dies ist nicht Bestrafung von der uns der Koran berichtet, denn im nächsten Satz beschreibt uns Allah aus was ihre Strafe besteht:{"Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt.“ }

    · Allah, gepriesen sei Er, erwähnte darin zwei Formen der Bestrafung. Einmal Su’ul Adhab, d.h. nachdem Moses – Friede sei auf ihm – vor ihnen gerettet wurde und Pharao und seine Gefolgsleute starben ereilte ihnen eine strenge Strafe und im nächsten Vers des zweiten Satzes sagt Allah:{Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten (ashad dul-adhab).“}Es ist etabliert das „ashad dul-adhab“ nach der Stunde eintreten wird und strenger und verschieden ist als „Su’ul Adhab“, welche nach dem Tot und bevor die Stunde eintritt geschieht und sich von der Strafe im Höllenfeuer unterscheidet.

    Entsprechend dem beschriebenen, sagten die Leute der Sunnah:

    Al-Hafidh Imad ad-Din Abu Fida Ismail Ibn Kathir (gest. 774 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte zu diesem Vers: {„Und eine schlimme Strafe ereilte die Leute Pharaos}/ dies bezieht sich auf das Ertrinken im Meer, wo von dort aus ihre Seelen zum Feuer übertragen wurden, weil ihre Seelen dem Feuer morgens und abends ausgesetzt werden, bis die Stunde beginnt. Wenn der Tag der Auferstehung kommt werden ihre Seelen und Körper in der Hölle wieder vereinigt. Allah, gepriesen sei Er, sagt: {Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten“} / d.h. intensivierter Schmerz und größere Qual. Dieser Vers ist eine Grundlegende Erkenntnis für die Strafe im Grab für die Ahlu Sunnah Wal Jammah um zu beweisen das es während dem Stadium im Barazakh die Strafe im Grab geben wird; wie in der Formulierung:{ Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt}.“[32]

    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi (gest. 606 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte diesen Vers: „Unsere Wissenschaftler haben durch diesen Vers die Bestrafung im Grab im Koran bewiesen. Sie sagen: „Der Vers deutete darauf hin, dass sie Morgens und Abends den Feuer vorgeführt werden und dies bezieht sich nicht auf dem Tag der Abrechnung, da Allah sagt: {"Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten"}, dies bedeutet das es sich auf eine Zeit vor dem Tag der Abrechnung bezieht. Darüber hinaus bezieht es nicht auf unsere Welt, da in unsere Welt das Feuer nicht Existiert. Es ist offensichtlich, dass dies nach dem Tod und vor dem Tag der Auferstehung geschehen wird, dies beweist, dass es sich auf die Strafe im Grab bezieht. Da festgestellt wurde, dass es sich auf das Volk von Pharao bezieht, ist es auch für jeden anderen, da kein Beweis für eine Einschränkung existiert.“[33]

    Imam Shihabuddin Ahmad Ibn Muhammad al-Qastalani (gest. 923 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Und dieser Mekkanische Vers ist ein Fundamentaler Beweis für die Strafe im Grab.“[34]

    Imam Abu al-Barakat Abdullah al-Nasafi (gest. 710 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „[…] dieser Vers dient als Beweis für die Existenz der Bestrafung im Grab.“[35]

    Imam Mullah Ali Ibn Sultan al-Qari (gest. 1014 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Mu’tazila und manche der Rafidha unterscheiden sich in dieser Angelegenheit (Strafe im Grab) und sie werden von das wiederlegt was in den Ahadith klar ist[…] (sie sind) Mutawatir al-Man’awi[…] und aus der Sammlung der Beweise ist die Aussage des Erhabenen:{ Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt. Und am Tage, wenn die Stunde kommen wird da wird gesprochen werden: „Lasst Pharaos Leute die strengste Strafe antreten“." (Sure Ghafir, Vers.46)}.“[36]

    Die Widersacher und Irregeleiteten meinen bezüglich dieses Verses, um bei den Menschen Zweifel hervorzurufen, folgendes: dieser Vers wurde zweifellos in Mekka herabgesandt, aber ihr benutzt es als Beweis für die Bestrafung im Grab in Barazakh, obwohl bis dato nix von der Strafe im Grab dem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – bekannt war. Umm al-Mu’minina Sayyiduna Aisha Bint Abi Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihr – berichtete nämlich: „Eine jüdische Frau arbeitete für Aisha. Immer als Aisha ihr Gutes tat, sagte die jüdische Frau: „Allah möge dich vor der Strafe im Grab beschützen.“ (Aisha sagte): „Ich sagte zum Propheten: „Oh Gesandter Allahs! Gibt es die Strafe im Grab?“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – erwiderte: „Die Juden haben gelogen. Vor dem Tag der Auferstehung gibt es keine Strafe.“ Dann verging eine Zeit, wie Allah wollte. Eines Tages verließ der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sein Haus mit eine lauten Stimme und rief: „Oh ihr Menschen! Sucht bei Allah Zuflucht vor der Strafe im Grab, denn die Strafe im Grab ist wahr!“[37]Also ist ein Widerspruch vorhanden, dass jener Vers sich angeblich auf die Strafe im Grab bezieht, während diese Worte in Mekka herabgesandt wurden und der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – anfangs diese (die Strafe im Grab) negierte, wobei Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – erst gegen Ende in Medina davon (von dessen Existenz) erfuhr – deshalb kann sich dieser Vers nicht auf die Strafe im Grab beziehen, weil der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – obwohl der Vers bekannt war, aufgrund der Aussage der jüdische Frau die Strafe im Grab negierte und wäre tatsächlich mit diesem Vers die Strafe im Grab verbunden gewesen, so hätte der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – gewiss davon Kenntnis besessen und nicht faktisch dessen Bedeutung negiert. Die Gelehrten der Ahlu Sunnah Wal Jammah haben auf dieses Scheinargument, zu genüge geantwortet, wie u.a. der Hafidh und Imam des Hadith Ahmad Ibn Ali Ibn Hadschar al-Asqalani (gest. 856 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – indem er sagte: „Daraus wird verständlich, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – von der Existenz der Strafe im Grab erst gegen Ende der Zeit in Medina erfuhr. Die scheinbare Widersprüchlichkeit, dass jener Verse, wie {„Allah stärkt die Gläubigen mit dem fest gegründeten Wort“ und „sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt“}, in Mekka herabgesandt worden sind und sich auf die Strafe im Grab beziehen, kann man, wie folgt erklären: Aus den ersten Vers wird ersichtlich, dass diejenigen, die keine Gläubigen sind, die Strafe im Grab erleben werden. Aus den anderen Vers wird unmittelbar deutlich, dass die Strafe im Grab für die Ungläubigen unter dem Volk Pharaos existent ist. Was der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – anfangs negierte, ist die Tatsache, dass auch jene, die an den Tawhid glauben, die Strafe im Grab erleiden können. Als dann erfuhr Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – das auch die Gläubigen die Strafe erleiden können, wenn Allah, gepriesen sei Er, es für sie bestimmt hat. Sodann hat Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – daran geglaubt, davor gewarnt, und hat oft davor seine Zuflucht bei Allah genommen, um seiner Gemeinschaft dies zu lehren und einen Ausweg vor dieser Strafe darzulegen. So löst sich der scheinbare Widerspruch auf.“[38]

    Al-Hafidh Imad ad-Din Abu Fida Ismail Ibn Kathir (gest. 774 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – erwiderte dem, wie folgt: „Die Antwort (darauf) ist, dass sich der Vers auf die Seelen (von Pharao und seines Gefolges) bezieht, die dem Feuer morgens und abends ausgesetzt sind; es besagt nicht das der Schmerz ihre Körper im Grab betreffen wird. Also kann es sein, dass dies spezifisch mit ihren Seelen zu tun hat[…] Es wurde gesagt das dieser Vers sich auf die Bestrafung der Ungläubigen in al-Barazakh bezieht und dies nicht von sich selbst aus impliziert das die Gläubigen im Grab für ihre Sünden bestraft werden.“[39]

    _________________________________________________
    [1] Kapitel. Die Grabesbestrafung

    [2] Nr.169

    [3] Sektion. Wiederlegung der zwölf Sekten der Jahmiyyah

    [4] Nr.13

    [5] Sure al-Ghafir, Vers.46

    [6] 2:169

    [7] 2:81

    [8] S.105ff

    [9] S.170

    [10] 7:331f

    [11] 13:111f

    [12] 8:15

    [13] 7:90f

    [14] S.279

    [15] 6:1127

    [16] 5:159

    [17] S.107, Kapitel. Iman an die Strafe im Grab

    [18] 4:87f

    [19] 17:73ff

    [20] 17:200

    [21] 4:60f

    [22] 2:600

    [23] 5:351ff

    [24] 3:468f f

    [25] 178ff, Sektion.326

    [26] 7:83

    [27] S.566-577

    [28] 3:145f

    [29] 10:66f

    [30] 4:117f, Kapitel. Strafe im Grab

    [31] 4:705

    [32] Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure Ghafir, Vers.46

    [33] Tafsir al-Kabir, Sure Ghafir, Vers.46

    [34] Irshad al-Sari li Sharh Sahih al-Bukhary, 3:470

    [35] Madarik al-Tanzil wa-Haqa'iq al-Ta'wil, 4:81

    [36] Sharh al-Fiqh al-Akbar, S.170

    [37] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad; Ibn Hadschar al-Asqalani sagte nach den Kriterien von al-Bukhary authentisch (Fath al-Bari); Ibn Kathir sagte: „Der Isnad des Hadith ist Sahih nach den Kriterien von al Bukhary und Muslim, wurde jedoch nicht von ihnen überliefert.“ (Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure Ghafir, Vers.46)

    [38] Fath al-Bari, Kapitel. Die Strafe im Grab

    [39] Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure Ghafir, Vers.46

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    Und Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Und unter den Wüstenarabern, die in eurer Gegend wohnen, gibt es auch Heuchler, wie im Volk von al-Medina. Sie sind verstockt in ihrer Heuchelei. Du kennst sie nicht; Wir aber kennen sie. Wir werden sie zweimal bestrafen. Hierauf werden sie einer gewaltigen Strafe zugewiesen werden. (Sure al-Tawba, Vers.101) }

    Imam Abdurrahman Ibn Kamaluddin Dschalaluddin as-Suyuti (gest. 911 n.H.) und Dschalaluddin Muhammad al-Mahalli (gest. 905 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihnen sein – kommentierten dazu: {Du kennst sie nicht}/ bezogen auf den Propheten – { Wir aber kennen sie. Wir werden sie zweimal bestrafen}/ indem sie bloßgestellt werden oder getötet werden in dieser Welt und durch die Strafe im Grab[…]“[1]

    Imam Abu Abdullah Ibn Juzayy al-Kalbi (gest. 758 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte: {Wir werden sie zweimal bestrafen. Hierauf werden sie einer gewaltigen Strafe zugewiesen werden}/ Eine gewaltige Strafe ist die Bestrafung des Feuers. Bezüglich der zwei zu vorigen Strafen; die zweite ist die Strafe im Grab und die erste ist ihre Bestrafung durch das vollziehen der Hudud auf ihnen.“[2]

    Al-Hafidh al-Imam Ahmad Ibn Ali Ibn Hadschar al-Asqalani (gest. 856 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – verzeichnete dazu: „Tabarani berichtet von Sayyiduna Ibn Abbas, dass er sagte: „Einst an einem Freitag gab der Gesandte Allahs eine Predigt und sagte dann: „Allah blamierte die Heuchler in dieser Welt und dies ist die erste Strafe und die zweite Strafe wird im Grab sein.“[3]

    Al-Hafidh Imad ad-Din Abu Fida Ismail Ibn Kathir (gest.774 n.H) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte zu diesen Vers: „Mujahid sagte bezüglich Allahs Aussage:{ Wir werden sie zweimal bestrafen“}, folgendes: „Durch töten und Gefangennahme.“ In einer anderen Überlieferung, sagt er: „Durch Hunger und der Pein im Grab.“[4]

    Ebenso sind in der authentischen Sunnah klare Beweise für die Peinigung im Grab vorhanden – es sind etliche und uns genügt es einige darzulegen[5].

    Al-Bara Ibn Azib – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtete, dass der Gesandte Allahs –Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wenn der Mu‘min in seinem Grab zum Sitzen gebracht wird, werden (die Engel zu ihm) gebracht (und sie werden ihn befragen). Dann bezeugt er, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Dies ist das Wort Allahs, des Hohen: „Allah stärkt die Gläubigen mit dem fest gegründeten Wort.“[6]

    Asma Bint Abi Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihr – sagte: „Der Gesandte Allahs –Allahs Segen und Friede auf ihm –, stand zu predigen und sprach von der Versuchung im Grab, durch welche der Mensch geprüft werde. Als er dies erwähnte, hörte man auf einmal den Lärm (des Entsetzens) der Muslime.“[7]

    Anas Ibn Malik – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wenn der Diener (Allahs) in sein Grab gebettet worden ist, seine Gefährten die Beerdigung beendet haben und dabei sind, wegzugehen - so dass der Verstorbene selbst ihre Schritte hört, kommen zu ihm zwei Engel, die ihn aufrecht setzen und befragen: „Was pflegtest du über diesen Mann Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu sagen?“ Er sagt dann: „Ich bezeuge, dass er der Diener Allahs und Sein Gesandter ist.“ Es wird zu ihm gesagt: „Schau hin zu deinem Sitz im Höllenfeuer! Allah hat dir stattdessen einen Sitz im Paradies gegeben!“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte weiter: „Er sieht dann alle beide! Was den Ungläubigen - oder den Heuchler - angeht, so beantwortet dieser die Frage so: „Ich weiß es nicht! Ich habe nur das gesagt, was die Menschen zu sagen pflegten!“ Es wird zu ihm gesagt: „Du weißt nichts und sprichst nichts!“ Dann wird ihm mit einem Eisenhammer ein Schlag zwischen seine beiden Ohren versetzt, der ihn so schreien lässt, dass alle in seiner näheren Umgebung, mit Ausnahme der beiden Erdbewohner, ihn hören.“[8]

    Abu Huraira – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sprach gewöhnlich folgendes Bittgebet: „O Allah mein Herr, ich nehme meine Zuflucht bei Dir vor der Peinigung im Grab und vor der Peinigung im Höllenfeuer und vor der Versuchung zu Lebzeiten und beim Tod und vor den Wirren des falschen Messias.“[9]

    Die Überlieferungen welche sich Inhaltich mit dem Leben, der Strafe und Befragung im Grab beschäftigen sind zahlreich vorhanden als das man sie alle – in dieser kurzen Abhandlung erwähnen kann – und erreichen in ihrer Gesamtheit die Stufe des Tawatur – entsprechend dem Konsens der Ashaabul-Hadithund Ray. Allein der Meister und Siegel des Hadith Dschalaluddin as-Suyuti (gest. 911 n.H.) sammelte siebzig Überlieferungen diesbezüglich und sagte: „Die Überlieferungen in Bezug auf die Bestrafung im Grab, haben den Grad des Mutawatir erreicht. Es wurde von einer Gruppe von Prophetengefährten erzählt.“[10]

    Über die Befragung der Engel im Grab und die Bestrafung und Segnung darin haben bspw. folgende Gefährten darüber berichtet; Anas Ibn Malik, Hudhayfah Ibn al-Yaman, Abu Qatadah, Mu’adh Ibn Jabal, Abdallah Ibn Rawaha, Abdullah Ibn Umar, Asma Bint Abi Bakr, Amr Ibn al-As, Abu Huraira, Uthman Ibn Affwan, al-Bara Ibn Azib, Dschabir Ibn Abdullah al-Ansary, Abdallah Ibn Amr, Aisha Bint Abi Bakr, Abu Sa’d al-Khudri, Abdullah Ibn Masud, Abdullah Ibn Abbas, Umar Ibn al-Khattab, Abdullah Ibn Umar, Abu al-Darda, Abu Rafi, Abu Musa al-Ashari, Tamim al-Dari, Ubadah Ibn al-Samit, Bushayr Ibn Akkal, Abu Umama, Muhammad Ibn Thawban, Zayd Ibn Aqram, Maymuna Bint Sa’d, Mamuna Bint al-Harith, Abu Ayyub, Abdurahman Ibn Samura, Umm Khalid Bint Khalid, Sa’d, Abu Bakrah, Ali Ibn Abi Talib, Ibn Abi Ayyub, Asma Bint Yazid, Umm Mubashshir, Abdurrahman Ibn Hasana; und Hamza Ibn Habib sowie Ata Ibn Yasar berichten jeweils Mursal darüber. Wie kann jemand, nachdem all diese rechtschaffenen und vertrauenswürdigen Gefährten darüber berichteten und es an etliche der Altvorderen überlieferten, dann noch behaupten, es bestehe nicht die Notwendigkeit an die Strafe im Grab Iman zu vollziehen und das sie nicht den Status des Tawatur erreicht haben? Wobei diese Aussage gegen dem Konsens der Altvorderen und ihren Nachfolgern und der Mehrheit der Mu‘tazila steht und den Darlegungen der Gelehrten der Sunnah vollkommen wiederspricht. Imam al-Haramayn Abu’l Ma’ali Abd al-Malik al-Juwayni (gest. 478 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Ahadithe vom Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – das Er bei Allah vor der Strafe im Grab Zuflucht suchte, sind Mutawatir[…]“[11]

    Imam Muhyid-Din Abu Zakariyya Yahya Ibn Scharaf an-Nawawi (gest. 676 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Wisse das der Adoptierte Madhab der Ahlu Sunnah Wal Jammah die Etablierung der Strafe im Grab ist, aufgrund der überwältigenden Beweise aus dem Koran und der Sunnah, wie der Vers: {Das Feuer, sie sind ihm morgens und abends ausgesetzt.“}Und die überwältigenden authentischen Überlieferungen vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – die von Ihm durch eine Gruppe der Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf ihnen – in verschiedenen Wegen (Tawatur) berichtet wurde… es ist obligatorisch es zu akzeptieren und es in die Aqida zu nehmen[…][12]

    Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja al-Hanbali (gest. 751 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Ahadithe bezüglich der Strafe im Grab und die Angelegenheiten die zu Munkar und Nakir gehören, sind so viele und Tawatur.“[13]

    Imam Sadr al-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (gest. 792 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Überlieferungen vom Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – hinsichtlich des Leidens der Leute oder ihrer Freude und ihre Befragung durch die zwei Engel im Grab haben den Status des Mutawatir erreicht. Wir müssen daran glauben und das die Dinge Wahrhaftig sind[…]“[14]

    Al-Hafidh Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (gest. 795 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte dazu: „Die Ahadithe vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – hinsichtlich der Bestrafung im Grab und das Suchen des Schutzes von es, sind Mutawatir.“[15]

    Imam Anwar Schah Bin Muazzam al-Kashmiri (gest. 1351 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Und dies – die Strafe im Grab – ist bei Ahlu Sunnah Wal Jammah ausreichend durch Tawatur etabliert. Und niemand leugnet es, außer die Mu’tazila.“[16]

    ___________________________________________
    [1] Tafsir al-Dschalalain, Sure al-Tawba, Vers.102

    [2] At-Tashil fi Ulum al-Qur'an, Sure at-Tawba, Vers.101

    [3] Fath al-Bari, 3:18

    [4] Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure al-Tawba, Vers.102

    [5] Für nähere Details bezüglich der Ahadithe über die Strafe im Grab ist das Werk „Sharh al-Sudur fi Ahwal al-Mawta wa al-Qubur“ von Dschalaluddin as-Suyuti geeignet, in dessen as-Suyuti siebzig Ahadithe dazu zusammenträgt und dessen Überlieferer verzeichnet

    [6] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Tafsir, Nr.2; Abdurrahman Ahmad an-Nasa'i: Sunan al-Sughra, Kitab al-Jana’iz, Nr.114; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:4

    [7] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Jana’iz, Nr.455

    [8] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Jana’iz, Nr.68, 87; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Jannah, Nr.71, 72; Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Kitab al-Jana’iz, Nr.74; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 2:272, 451; 3:126, 233, 234; 4:296; 5:197, 453;

    [9] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, , Kitab al-Jana’iz, Nr.459

    [10] Sharh al-Sudur fi Ahwal al-Mawta wa al-Qubur, Kapitel.24 “Die Fitna des Grabes und der Befragung durch die zwei Engel“, S.87

    [11] Kitab al-Irshad, S.374f

    [12] Sharh Nawawi alaa Muslim, Kapitel. „Die Feststellung der Strafe im Grab“ 17:326

    [13] Kitab al-Ruh, S.67

    [14] Sharh al-Aqida al-Tahawiyyah, S.358

    [15] Min Ahwalul-Qubur, S.43, 50, 58

    [16] Fayd al-Bari bi Sharh Sahih al-Bukhary, 2:96

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