+ Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: Geschichten aus dem Qur'an

  1. #1
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Geschichten aus dem Qur'an





    Der edle Qur'an ist reich an Geschichten, welche eine Fülle an Lehren besitzen. Leider sind uns viele dieser Geschichten unbekannt, da wir den Qur'an vernachlässigt haben. Darum habe ich mir gedacht, dass wir in diesem Theard einige Geschichten zusammenfassen können, um somit ein besseres Verständnis zu bekommen.


    In erster Linie ist der Qur'an dafür da, dass wir über ihn nachsinnen und nach ihm handeln. So wie wollen wir über ihn nachsinnen wenn wir ihn weder verstehen, noch seine Geschichten und die darin enthaltenden Lehren kennen.

    {Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur'an nach? Oder sind an (diesen) Herzen deren Verriegelungen (angebracht)?}
    [47:24]


    {Wir berichten dir die schönsten Geschichten dadurch, daß Wir dir diesen Qur'an (als Offenbarung) eingegeben haben, obgleich du zuvor wahrlich zu den Unachtsamen gehörtest.}
    [12:3]

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  2. #2
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Er blickte düster und kehrte sich ab



    Was weiss die muslimische Gemeinschaft über 'Abdullah bin Umm-Maktum, diesen edlen Gefährten des Gesandten Allahs ? Einen Gefährten wegen dem 16 Ayat des Qur'an offenbart wurden, welche bis zum Tage der Auferstehung gelesen werden. Ayat, in welchen der Gesandte Allahs getadelt wurde. Er war der Gebetsrufer des Propheten und der Cousin der Mutter der Gläubigen Khadijah bint al-Khuwaylid (رضي الله عنها). Ein Mann vom Stamme der Quraysh. Sein Vater hieß Qays bin Zaa'id und seine Mutter war Atikah bint 'Abdillah. Seine Mutter wurde Umm-Maktum genannt, da sie 'Abdullah blind zur Welt brachte. Maktum bedeutet soviel wie verborgen.

    'Abdullah erlebte wie sich der Islam in Makkah verbreitete und Allah öffnete ihm die Brust für diese gewaltige Religion. So nahm er den Islam als einer der ersten Muslime an und erlebte infolgedessen die schweren Prüfungen, welche über die Muslime einhergingen. Doch blieb er standhaft und ertrug dies mit Geduld. Ja sein Glaube wuchs sogar durch diese Prüfungen. Nie ließ er eine Gelegenheit aus um etwas vom Qur'an zu lernen und sich Wissen über den Islam anzueignen.

    Die Zeit in Makkah war eine Harte und der Prophet war damit beschäftigt die Köpfe der Quraysh zum Islam zu rufen, aufdass einer von ihnen den Islam annimmt und Allah durch ihn den Islam stärkt. Dies war was der Prophet beabsichtigte. So war Er eines Tages in einer Sitzung mit 'Utbah bin Rabi'ah, seinem Bruder Shayba bin Rabi'ah, 'Amr bin Hisham, 'Umayyah bin Khalaf (Abu Jahl) und Al-Walid bin al-Mughirah. Dies waren die Führer der Quraysh und der Prophet rief sie zum Lichte des Islams. Währenddessen kam 'Abdullah zum Propheten um etwas von den Worten Allahs zu erlernen. Er sagte: "Oh Gesandter Allahs lehre mich etwas von dem was dir Allah gelehrt hat." Der Prophet wandte sich jedoch mit gerunzelter Stirn wieder zu den Quraysh ab. So wurden folgende Ayat offenbart:

    {Er blickte düster und kehrte sich ab,} {weil der Blinde zu ihm kam.} {Was läßt dich wissen, vielleicht läutert er sich} {oder bedenkt, so daß ihm die Ermahnung nützt.} {Was nun jemanden angeht, der sich für unbedürftig hält,} {so widmest du dich ihm,} {obgleich es dich nicht zu kümmern hat, daß er sich nicht läutern will.} {Was aber jemanden angeht, der zu dir geeilt kommt} {und dabei gottesfürchtig ist,} {von dem läßt du dich ablenken.} {Keineswegs! Gewiß, es ist eine Erinnerung.} {Wer nun will, gedenkt seiner.} {(Er steht) auf in Ehren gehaltenen Blättern,} {erhöhten und rein gehaltenen,} {durch die Hände von Entsandten,} {edlen, frommen.}
    [80:1-16]


    Der Prophet bevorzugte es weiter mit den Köpfen der Quraysh zu sprechen anstatt 'Abdullah zu lehren. Doch Allah tadelte ihn dafür dies getan zu haben, obwohl diese Sache nicht falsch war. Jedoch hat er das Bessere ausgelassen.

    Dies ist die Waagschale des Islams. 'Abdullah, welcher kein hohes Ansehen besaß noch zu den Reichen und Mächtigen gehörte, wurde aufgrund seines Glaubens gegenüber den Führern der Ungläubigen bevorzugt. Der Prophet wurde an diese Waagschale erinnert und wir sind jene, welche die meiste Ermahnung in diesem Zusammenhang benötigen. Der Muslim ist geehrt bei Allah auch wenn er es unter den Menschen nicht ist. Und geehrt wurde auch 'Abdullah mit einem vorzüglichem Ende, wohingegen all jene, welche sich in dieser Sitzung mit dem Propheten befanden, als Ungläubige starben.

    Nach diesem Vorfall hatten der Prophet und 'Abdullah eine enge Bindung zueinander und der Prophet pflegte sich sehr um die Angelegenheit von 'Abdullah zu bemühen. Dies zeigt den edlen und vorzüglichen Charakter des Gesandten Allahs , denn wenn wir auf die Menschen schauen, so erkennen wir, dass wenn sie aufgrund eines Menschens getadelt werden, sie diese Person verabscheuen und meiden. Doch der Gesandte Allahs war genau das Gegenteil.

    Als die Lage unerträglich in Makkah wurde, wanderten die Muslime nach al-Madinah aus und einer der ersten unter ihnen war 'Abdullah bin Umm-Maktum. Mit ihm war Mus'ab bin 'Umayr (رضي الله عنه). Sie riefen die Bewohner von al-Madinah zum Islam und lehrten ihnen die Worte Allahs. Als der Prophet die Hijrah vornahm, ernannte er Bilal bin Abi Rabah (رضي الله عنه) und 'Abdullah bin Umm-Maktum zu den Gebetsrufern. Der Gebetsrufer hat eine sehr wichtige Funktion und ist eine geehrte Person. Diese Ehre wurde diesem blinden Gefährten zuteil. Ebenso geehrt wurde er, indem der Prophet ihn des öfteren als Vertreter in al-Madinah zurückließ während er sich in einer Schlacht befand. Welche Ehre ist dies?

    Zayd bin Thabit (رضي الله عنه) berichtete, dass folgende Ayah offenbart wurde:

    {Nicht gleich sind diejenigen unter den Gläubigen, die sitzen bleiben und diejenigen, welche sich auf Allahs Weg mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden.}


    Ibn Umm-Maktum kam zum Gesandten Allahs als dieser gerade Zayd diese Ayah zum niederschreiben diktierte, so sagte er: "Oh Gesandter Allahs, wenn ich könnte würde ich auch kämpfen." So offenbarte Allah die Ayah wie folgt:

    {Nicht gleich sind diejenigen unter den Gläubigen, die sitzen bleiben - außer denjenigen, die eine Schädigung haben -, den sich auf Allahs Weg mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden. Allah hat die sich mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden einen Vorzug gegenüber jenen, die sitzen bleiben, gegeben. Aber allen hat Allah das Beste versprochen. Doch hat Allah die sich Abmühenden vor denen, die sitzen bleiben, mit großartigem Lohn bevorzugt } {mit Rangstufen von Ihm und Vergebung und Erbarmen. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.}


    Zayd berichtete, dass während der Offenbarung das Bein des Propheten auf seinem Bein lag und er durch die schwere der Offenbarung fürchtete, dass sein Bein brechen würde.

    Als die Ayat bezüglich des Jihad offenbart wurden, lastete dies sehr schwer auf 'Abdullah. All diese Ayat über die vorzüglichen Stellungen der Mujahdin gegenüber den Sitzenden und die Strafe derjenigen, die diese Pflichten vernachlässigen. Obwohl er entschuldigt aufgrund seiner Blindheit war, konnte er diesen Zustand nicht länger ertragen. So sagte er zu den Gefährten, dass sie ihn zu den Schlachten mitnehmen sollen. Er könne zwar nicht kämpfen, jedoch auch nicht fliehen aufgrund seiner Blindheit. So wollte er, dass man ihm die Verantwortung über das Tragen der Flagge erteilt.

    Als im 14. Jahr nach der Hijrah, während der Khilafah des Führers der Gläubigen 'Umar bin al-Khattab (رضي الله عنه), die Muslime zur großen Schlacht von al-Qadisiyyah (gegen den feueranbetenden Persern) ausrückten, ließ 'Umar alle Muslime rekrutieren um an der Schlacht teilzunehmen. Unter jenen, die sich zu der Armee der Muslime begaben, war auch 'Abdullah. Man sagte ihm, dass er doch entschuldigt sei, doch erwiderte er dies mit folgender Ayah:

    {Rückt aus, leicht oder schwer.}

    Die Schlacht wurde unter der Führung von Sa'd bin Abi Waqqas (رضي الله عنه) gekämpft. 'Abdullah nahm alles was er hatte um mit den Muslimen zu kämpfen, umdass das Wort Allahs das Höchste und das Wort der Ungläubigen das Niedrigste ist. Viele Muslime fielen in dieser Schlacht, doch am Ende haben die Muslime diesen Sieg von Allah bekommen und vernichteten das riesige persische Reich. Unter den vielen Märtyrern war auch 'Abdullah bin Umm-Maktum, jener, welcher nicht hätte hinausziehen müssen aufgrund seiner Blindheit, doch hielt ihn dies nicht ab alles dafür einzusetzen damit der Shirk ausgelöscht wird und der Tauhid über allem herrscht.

    Dies war 'Abdullah bin Umm-Maktum, über welchen Ayat von über dem siebten Himmel offenbart wurden. Aufgrund dessen Jibril (عليه السلام) zum Gesandten Allahs kam und weswegen uns gelehrt wurde wie die Waagschale eines Muslims zu sein hat. Ein Mann, welcher trotz berechtigter Entschuldigungen, immer mehr leisten wollte als das was von ihm verlangt wurde. Ein Mann, welcher mit seiner Gefährtenschaft zum Propheten und mit dem Tode des Shahid geehrt wurde. Ein Mann, dessen Blut nicht umsonst war, 'Abdullah bin Umm-Maktum (رضي الله عنه).

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  3. #3
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Wie so manch eine geringe Schar ...



    Die folgende Geschichte, welche nach der Zeit von Musa (عليه السلام) handelt, finden wir in Surah al-Baqarah.

    Die Kinder Isra'ils wurden aus Jerusalem vertrieben, nachdem sie dort lebten. Aufgrund dessen baten sie ihren Propheten (عليه السلام) über sie einen König einzusetzen, welcher sie im Kampf bei der Zurückeroberung anführen soll.

    Ihr Prophet fragte sie, ob es denn nicht so sein würde, dass wenn nun über sie ein König eingesetzt werde, sie sich dennoch vom Kampfe abkehren. Doch sie bekräftigten ihre Absicht indem sie sagten, dass sie ja jene seien, welche aus ihren Wohnstätten und von ihren Söhnen vertrieben wurden. Allah setze Talut (رضي الله عنه) als König über sie ein, doch wollten sie dies aufgrund seiner nicht edlen Abstammung und seinem nicht vorhandenen Wohlstand nicht akzeptieren.

    Dem entgegnete ihr Prophet mit zwei Vorzügen, welche Talut besaß, nämlich sein Wissen und seine Stärke. [Mit dem Wissen muss nicht immer zwingend das gesamte Wissen gemeint sein, sondern das Wissen, welches für einen bestimmten Auftrag benötigt wird. So finden wir in der Sirah das Beispiel von Khalid bin al-Walid (رضي الله عنه), welcher für Feldzüge als Führer ausgewählt wurde, jedoch nicht als Khalif.]

    Doch wie könnte es anders sein, ließen sie ihrer Rede keine Taten folgen und kehrten sich, nachdem ein König erwählt wurde, ab, außer wenige. So erkennen wir hier deutlich wie leicht und einfach die Rede im Gegensatz zur Handlung ist. Worte kosten weder Besitz noch Mühen, doch Taten brauchen genau dies.

    Ein Zeichen der Herrschaft von Talut war die Bundeslade, eine Art Truhe in welcher sich die Überreste vorrausgeganger Propheten befanden (Musa und Harun (عليهما السلام)). Diese Truhe wurde durch die Engel herabgesandt und die Herzen fanden Ruhe darin.

    Talut fing an seinem Auftrag nachzugehen und begann die Armee zu rekrutieren. In einer Überlieferung heisst es, dass die Armee 80.000 Kämpfer umfasste. Talut wusste genau, dass es nicht auf die Anzahl seiner Kämpfer ankam, sondern viel eher auf deren Stärke und Aufrichtigkeit. Er wusste, dass wenn sich unter den Kämpfern Leute befinden, welche schwach sind, dies mehr Schaden bringen wird als Nutzen. Talut wollte nicht das solche Leute mit seiner Armee in die Schlacht ziehen. So unterzog er sie einigen Prüfungen, um dass sich die wirklich Aufrichtigen herauskristallisieren.

    Dies ist etwas was wir aus dem Qur'an und der Sirah her kennen, denn auch zur Zeit des Propheten gab es Leute denen der Kampf zuwider war und so kamen einige Heuchler zu ihm um ihre Entschuldigungen vorzubringen, welche sie vor dem Kampf erretten sollten. Der Prophet besaß die Kenntnis darüber, dass sie Heuchler waren und ließ sie zurück, da in ihrer Begleitung nichts Gutes gesteckt hätte. Allah sagt im Qur'an: {Wenn sie (wirklich) hinausziehen wollen, hätten sie Vorbereitungen dazu getroffen.} Sie (die Heuchler) haben so lange abgewartet mit ihren Vorbereitungen, bis es zu spät war und kamen dann mit ihren Entschuldigungen. Einige von ihnen kam mit Ausreden wie, dass sie die Versuchung der Frauen fürchten und nicht klar denken können, wenn sie sie erblicken.

    Allah sagt über sie: {Aber Allah war ihr Ausziehen zuwider, und so hielt Er sie zurück. Und es wurde gesagt: „So bleibt (daheim) mit denjenigen, die (daheim) sitzen bleiben!"} {Wenn sie mit euch hinausgezogen wären, hätten sie euch nur Verwirrung gebracht und wären unter euch fürwahr umhergelaufen im Trachten danach, euch der Versuchung auszusetzen.}

    In diesen Momenten der Aufopferung kommt es auf starke Persönlichkeiten an und nicht auf jemanden der einem Schwäche vermittelt.

    Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Schlacht von Hunayn, wo die Muslime sich des Siegen schon sicher waren und als folglich der erste Schlag sie ereilte sie davon liefen.

    Talut und seine Armee zogen los und kamen an einem Fluss vorbei, welcher sich in einem trockenen Gebiet befand. Die Freude darüber muss groß gewesen sein aufgrund der Erschöpfung und des Durstes, welchen sie durch die Strapazen der Reise verspürt haben müssen und doch sagte ihnen Talut: {„Wer davon trinkt, gehört nicht zu mir. Und wer nicht davon kostet, der gehört zu mir, außer demjenigen, der (nur) eine Handvoll schöpft." Da tranken sie davon - bis auf wenige von ihnen.}

    Es wird überliefert, dass 76.000 von dem Fluss tranken. Talut war fest entschlossen weiterzuziehen und dies zeigt, dass es ihm nicht auf die Anzahl seiner Männer ankam, sondern auf die Willensstärke. Als nun die Übrigen 4.000 den Fluss überschritten, begann die nächste Prüfung und dies war die Menge der zurückgelassenen Kämpfer. Die Schwachen unter der Armee konnten sich nicht vorstellen mit ihrer Anzahl gegen das gewaltige Heere von Jalut zu kämpfen und so sagten sie: {„Wir haben heute keine Kraft gegen Galut und seine Heerscharen."} Doch die standhaften Gläubigen unter ihnen sagten: {„Wie so manch eine geringe Schar hat schon mit Allahs Erlaubnis eine große Schar besiegt! Allah ist mit den Standhaften."}Dies waren jene, welche wussten, dass sie Allah begegnen würden. Die Übrigen jedoch dachten mit ihren eigenen Augen und ihrer Logik und sahen eine riesige Armee, welche aus ihrer Sicht mit 4.000 Kämpfern nicht zu bezwingen war. Ähnlich wie die Gefährten Musas zu ihm sagten, als vor ihnen das Meer und hinter ihnen die Armee des Pharao war. Als die beiden Heere einander sahen, sagten die Gefährten Musas:{„Wir werden fürwahr eingeholt."} {Er sagte: „Keineswegs! Denn mit mir ist mein Herr; Er wird mich leiten."}

    Schlussendlich blieben 314 Kämpfer von den Kindern Isra'ils mit Talut. 314 Männer von anfänglich 80.000 und dies ist in etwa die selbige Anzahl von Männern, welche in der Schlacht von Badr mit dem Propheten kämpften.

    Die Armee von Talut hatte ihre Vorbereitungen getroffen und wussten, dass der Sieg alleinig von Allah ist. Als sie sodann den Feind sahen, verließen sie sich gänzlich auf Allah und flehten ihn an: {„Unser Herr, überschütte uns mit Standhaftigkeit, festige unsere Füße und verhilf uns zum Sieg über das ungläubige Volk!"}

    Das Gefecht zwischen dem Glauben und Unglauben begann. Jalut, welcher der König des ungläubigen Heeres war, war ein starke und große Persönlichkeit. Er kämpft auf dem Schlachtfeld und fragte nach Duellanten die ihn herausfordern wollen. So fragte Talut seine Männer, wer von ihnen hinausziehen wolle um Jalut zu töten, doch niemand antwortete ihm außer ein Kämpfer, welcher als jung und klein beschrieben wurde. Talut sah in ihm ein Kind und fragte daraufhin nochmals, doch wieder reagierte niemand außer dieser junge Mann. Nach einem weiteren Mal akzeptiere Talut diesen Mann und sagte zu ihm, dass er gehen soll. Lediglich mit einer Schleuder bewaffnet macht sich dieser junge Kämpfer auf in Richtung Jalut. So mag er äußerlich eine Waffe getragen haben, welche man als unzulänglich ansehen würde, in Anbetracht des augenscheinlich übermächtigen Gegners, doch befand er sich im Besitz einer weit gewaltigeren Waffe und dies war sein Glaube und sein vertrauen auf Allah.

    Jalut verlangte einen anderen Kämpfer, da er es ablehnte gegen diesen jungen Mann zu kämpfen aufgrund seines Alters. Er sagte zu dem jungen Krieger: „Ich möchte dich nicht töten“, worauf der junge Krieger zur Antwort gab: „Ich aber möchte dich töten.“ So schoss er mit seiner Steinschleuder auf Jalut und tötete ihn und so endete der Kampf durch den Tod des Führers. Doch die glorreiche Geschichte dieses jungen Kämpfers und des Volk Isr'ails sollte dadurch erst ihren Anfang finden, denn dieser Krieger war Dawud (عليه السلام), welcher zu dieser Zeit noch kein Prophet war. Er war lediglich ein Kämpfer unter der Führung von Talut, doch aus diesem Ereignis heraus entstand die glorreichste Zeit für die Kinder Isra'ils unter der Führung von Dawud und Sulayman (عليهما السلام), aufgebaut auf den Schultern von 314 Kriegern, ähnlich wie die Gefährten des Propheten Muhammad den Grundstein für die Vorherrschaft des Islams in der Schlacht von Badr legten.

    {Und so schlugen sie sie mit Allahs Erlaubnis, und Dawud tötete Galut. Und Allah gab ihm die Herrschaft und die Weisheit und lehrte ihn von dem, was Er wollte. Und wenn nicht Allah die einen Menschen durch die anderen zurückweisen würde, geriete die Erde wahrlich ins Verderben. Aber Allah ist voll Huld gegen die Weltenbewohner.}

    Dies sind bleibende Beispiele von damals über heute bis zum Tage der Auferstehung.

    {In ihren Geschichten ist wahrlich eine Lehre für diejenigen, die Verstand besitzen.}
    Geändert von Al-Faris (21.01.2011 um 21:28 Uhr)

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  4. #4
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Aber ihr liebt nicht die guten Ratgeber



    Eine weitere Geschichte, die wir uns näher betrachten sollten, ist jene von Salih (عليه السلام) und seinem Volk Thamud. Allah sagt uns im Qur'an: {Und die Bewohner von al-Higr bezichtigten die Gesandten der Lüge.} {Wir ließen ihnen Unsere Zeichen zukommen, aber sie wandten sich von ihnen ab.} {Und sie hauten aus den Bergen Häuser aus, im Trachten nach Sicherheit.}

    Sie (das Volk Thamud) hauten aus den Bergen ihre Häuser. Ibn al-Jawzi (رحمه الله) gibt uns einige Erklärungen von dem Wort Sicherheit. Zum Einen sagte er, dass damit die Sicherheit vor der Strafe Allahs gemeint ist. Zum Anderen, dass sie sich sicher fühlten, dass diese Häuser jemals zerstört werden. Und was sollte auch solch ein Haus aus Berggestein erschüttern. Weder ein Tornado,noch eine Überschwemmung oder andere Dingen könnten dem gefährlich werden. So fühlten sie sich sicher. Doch niemals sollte sich ein menschliches Wesen sicher vor der Strafe Allahs fühlen. Allah sagt im Qur'an: {Glauben sie denn, sicher vor Allahs Ränken zu sein? Aber vor Allahs Ränken sicher zu sein, glaubt nur das Volk derjenigen, die Verlierer sind.}

    Das Volk Thamud gehörte zu denjenigen, welche Korruption verbreiteten und so erwählte Allah Salih, welcher sie zur alleinigen Anbetung Allahs rief und dazu, dass sie ihren Herren um Vergebung bitten: {Und (Wir sandten) zu Tamud ihren Bruder Salih. Er sagte: „O mein Volk, dient Allah! Keinen Gott habt ihr außer Ihm. Er hat euch aus der Erde entstehen lassen und sie euch zu besiedeln gegeben. So bittet Ihn um Vergebung, hierauf bereut vor Ihm. Mein Herr ist nahe und erhört (die Gebete)."} So rief Salih zu dem wozu alle Propheten und Gesandten riefen.

    Salih sagte zu ihnen: {Werdet ihr etwa in Sicherheit belassen in dem, was hier ist,} {Und werdet ihr (weiter) voller Stolz aus den Bergen Häuser aushauen?} {in Gärten und an Quellen,} {in Getreidefeldern und unter Palmen, deren Blütenscheiden zart sind?} Und Allah sagt: {Und gedenkt, als Er euch zu Nachfolgern nach den 'Ad machte' und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet. Gedenkt also der Wohltaten Allahs und richtet auf der Erde nicht unheilstiftend Verderben an!"}

    Der Prophet Salih war jung, intelligent und stark. Jemand von edler Abstammung und einer, welchen man darauf vorbereitete eines Tages ihr Anführer (den Thamud) zu werden. Dies war seine Stellung bevor er sie zum Islam rief, doch als er sie nun zur Besonnenheit aufrief sagten sie: {Sie sagten: „O Salih, du warst zuvor unter uns einer, auf den man Hoffnung setzte. Willst du uns denn verbieten, dem zu dienen, dem unsere Väter dienen? Wir sind fürwahr über das, wozu du uns aufrufst, in einem starken Zweifel."}

    Obwohl sie ihn kannten und ihn als fähig dafür empfanden sie anzuführen, lehnten sie ihn, nachdem er sie zum Islam rief, ab. Und dies ist etwas, was wir häufig in verschiedenen Zeitepochen erleben. Doch nicht nur das sie ihn ablehnten, sogleich versuchten sie ihn zu verunglimpfen: Sie sagten: {„Du gehörst ja nur zu denjenigen, die einem Zauber verfallen sind.} {Du bist nur ein menschliches Wesen wie wir. So bringe doch ein Zeichen her, wenn du zu den Wahrhaftigen gehörst."}

    Salih fragte sie daraufhin, welches Zeichen sie haben möchten. Damit war das Volk Thamud das einzigste Volk, welches sich ihr Zeichen selbst auserwählen durfte. Sie verlangten von ihm, dass er aus einem Berg eine Kamelstute hervorbringen solle. So bat Salih Allah um dieses Zeichen und Allah gewährte ihm dies. Allah macht was er möchte und so wenn er etwas beschließt sagt er nur: {„Sei!", und so ist es.} So entstand also aus dem Berg eine gewaltige Kamelstute. Die Abmachung enthielt, dass die Leute von Thamud an einem Tag vom Wasser trinken dürfen, doch der Folgetag ausschließlich der Kamelstute zur Verfügung steht. Ihnen wurde jedoch gewährt von der Milch der Kamelstute zu trinken. {Er sagte: „Dies ist eine Kamelstute; sie hat eine Trinkzeit, und ihr habt eine Trinkzeit'' an einem bestimmten Tag.} {Fügt ihr nichts Böses zu, sonst überkommt euch die Strafe eines gewaltigen Tages."}

    So verging eine Zeit mit diesem Abkommen. Doch schmiedete eine Gruppe der Thamud einen Plan um die Kamelstute zu töten. Bei der Gruppe dieser Leute handelte es sich um neun Personen wie Allah es uns im Qur'an berichtet: {Nun befanden sich in der Stadt neun Mitglieder einer Sippschaft, die auf der Erde Unheil stifteten und keine Besserung brachten.}

    {Die Tamud erklärten in ihrer Auflehnung (die Botschaft) für Lüge,} {als der Unseligste von ihnen sich erhob.}
    Diese neun Personen gehörten zur Führerschaft der Thamud. Als sie nun der Kamelstute gegenüberstanden waren sie nicht fähig sie direkt zu töten aufgrund ihrer Größe. So beschloss der Schlimmste von ihnen ihr die Sehnen mit seinem Schwert zu durchtrennen. Die Kamelstute fiel sogleich zu Boden und daraufhin vielen die weiteren Personen über sie her und schnitten sie mit ihren Schwertern in Stücke.

    { Dann schnitten sie der Kamelstute die Sehnen durchund lehnten sich gegen den Befehl ihres Herrn auf. Und sie sagten: „O Salih, bringe uns doch her, was du uns angedroht hast, wenn du zu den Gesandten gehörst!"} Die Übeltäter kamen zu Salih und sagten ihm, dass wenn doch Allah diese Kamelstute beschützt so soll er nun die Strafe für ihre Tat bringen. Jedoch war ihnen die Ermordung der Kamelstute nicht genug. Sie planten nun auch Salih und seine Familie zu töten. {Sie sagten: „Schwört einander bei Allah: Wir werden ganz gewiß ihn und seine Angehörigen nachts überfallen, und hierauf werden wir zu seinem nächsten Verwandten sagen: ,Wir waren bei der Vernichtung seiner Angehörigen nicht zugegen, und wir sagen ganz gewiß die Wahrheit'."}

    Sodann trat Salih vor sie und sagte: {Aber sie schnitten ihr die Sehnen durch. Da sagte er: „Genießt (euer Leben) in eurer Wohnstätte noch drei Tage lang. Dies ist ein Versprechen, das nicht erlogen ist."}

    Nachdem die drei Tage abgelaufen waren und bis dahin nichts geschah, begannen die Ungläubigen sich über Salih lustig zu machen und ihn als Lügner zu betiteln. So gingen sie im Glauben der Sicherheit zu Bett und schliefen. Doch war die Frist noch nicht beendet und so erreichte sie der gewaltige Schrei während sie sich in Sicherheit wogen. Vor Wind, Wasser usw. fühlten sie sich sicher, doch brachte Allah diesen grauenvollen Schrei über sie. Einen Schrei, welcher die Erde beben ließ. Einen Schrei, welcher so grauenvoll war, dass ihr Inneres erschüttert wurde und ihre Herzen fielen. Allah sagt: {Und es ergriff diejenigen, die Unrecht taten, der Schrei, und so lagen sie morgens in ihren Wohnstätten auf den Brüsten da,} {als hätten sie (überhaupt) nicht darin gewohnt. Sicherlich, die Tamud verleugneten ihren Herrn. Aber ja, weg mit Tamud!} Und Allah sagt: {Sie schmiedeten Ränke, und Wir schmiedeten Ränke, ohne daß sie merkten.} {Schau nur, wie die Folge ihrer Ränke war: Wir zerstörten sie und ihr Volk allesamt.}

    Die Frage, welche sich stellt ist, wieso wurden die Thamud allesamt vernichtet obwohl nur neun Personen an dem Plan und der Tötung beteiligt waren? Dies weil die restlichen Leute von dem Unheil wussten und es hinnahmen ohne sich dagegenzustellen. Jeder hat sich für eine Gruppe zu entscheiden. Entweder man gehört zu der Gruppe des Allerbarmers oder zur der des Satan. Stillschweigendes Zusehen ist ebenso ein Verbrechen und so war ihre Strafe gleich derjenigen, welche die Entscheidung zur Tötung trafen und sodann durchführten.

    {Diejenigen aber, die ungläubig sind, genießen und essen (im Diesseits), wie das Vieh frißt; das (Höllen)feuer wird ein Aufenthaltsort für sie sein.} Dies ist eine wichtige Lehre, welche man verinnerlichen muss, denn jene Menschen, welche sich mit dem Essen, Trinken, Beischlaf und weiteren Dingen zufrieden geben und sonst stillschweigend zusehen, machen den Großteil der Erdenbewohner aus.


    Salih und seine Gefährten wurden gerettet: {Als nun Unser Befehl kam, erretteten Wir Salih und diejenigen, die mit ihm glaubten, durch Barmherzigkeit von Uns, auch vor der Schande jenes Tages. Gewiß, dein Herr ist ja der Starke und Allmächtige.}

    Als die Thamud nun vernichtet wurden, kehrte Salih zu ihnen zurück und sprach zu ihren toten Körpern indem er sagte: {So kehrte er sich von ihnen ab und sagte: „O mein Volk, ich habe euch doch die Botschaft meines Herrn ausgerichtet und euch gut geraten. Aber ihr liebt nicht die guten Ratgeber."}

    Dies ist etwas was wir auch vom Propheten Muhammad kennen, so als er nach der Schlacht von Badr zu den toten Körpern der Quraysh sprach, ob sie Allahs Versprechen wahr vorgefunden haben, denn er habe Allahs Versprechen ihm gegenüber wahr vorgefunden. Sodann fragte ihn 'Umar (رضي الله عنه), ob er zu den Toten spreche, da antwortete ihm der Prophet: „Ihr könnt mich nicht besser hören als sie tun“.

    Eines Tages als der Prophet Muhammad mit seiner Armee an den Ruinen von Thamud vorbeikam, gingen einige Gefährten hinein um Wasser zu schöpfen und Mittel zur Herstellung von Brot daraus zu nehmen. Der Gesandte Allahs befahl ihnen die Nahrung den Kamelen zum Fressen zu geben, das Wasser wegzugießen und ebenso sollte niemand diese Ruinen betreten außer, dass er weinend ist.

    Die erhaltenden Zeichen Allahs sollten eine Ermahnung sein und nicht zu einer Art Kultstätte werden wie es in der heutigen Zeit üblich geworden ist.

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  5. #5
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Dann rief er in den Finsternissen

    Die folgende Geschichte handelt vom Gefährten des großen Fisches, Yunus (عليه السلام). Auch Yunus gehörte wahrlich zu den Gesandten.

    Entsandt wurde er zu einer Stadt im Irak. Wie all seine Vorgänger rief er die Menschen zur alleinigen Anbetung Allahs, doch erging es ihm wie den anderen Propheten und Gesandten. Er stieß auf starken Widerstand. Nachdem sie seine Botschaft ablehnten, entschied sich Yunus diese Leute zu verlassen und seinen Ruf zum Islam in einem anderen Teil der Welt fortzusetzen.

    Allah sagt im Qur'an: Als er zum vollbeladenen Schiff davonlief. Er warf Lose und wurde einer der Unterlegenen.

    Er (Yunus) verließ das Volk erzürnt und ging in Richtung Meer um sich dort einem Schiff anzuschließen, welches ihn, nach seinem Wunsch, weit von diesem Volk entfernen sollte. Mit dem Schiff auf dem Meer angekommen, begann ein heftiger Sturm und die Wellen schlugen hoch. So entschlossen sich die Schiffsleute ihre Habseligkeiten über Bord zu werfen, um so das Schiff leichter zu machen. Dem nicht genug, beschlossen sie auch, dass einer der Insassen geopfert werden müsse. Nach einer Auslosung fiel das Los auf Yunus. Doch wollten ihn die Schiffsleute nicht opfern, da sie ihn als einen Segen empfanden und so wiederholten sie die Auslosung. Jedoch fiel das Los ein weiteres Mal auf Yunus und als nach dem dritten Mal wieder das Los auf ihn fiel, wusste er, dass dies nichts anderes als die Bestimmung Allahs sein kann und sprang ins Wasser.

    Von Allah auserwählt, schluckte ein Wal Yunus. Einige Gelehrten des Tafsir sagen, dass Yunus bewusstlos war und als er im Bauche des Wals erwachte, dachte er, dass er sich im Grab befinde. Als er jedoch um sich tastete, fand er heraus, dass er nicht im Grab, sondern im Bauche eines Wals ist. Ein furchterregender Ort, da bekannt ist, dass Wale ihre Nahrung verschlucken und sie im Bauch von starken Enzymen zersetzt wird. Folglich zersetzte sich auch die Haut des Propheten Yunus. Daraufhin begab er sich in die Niederwerfung und wandte sich an Allah mit den Worten, dass sich niemand zuvor jemals an solch einem Ort in der Niederwerfung befunden habe und sein bekanntes Bittgebet sprechend, welches man bis zum Tage der Auferstehung im Qur'an lesen wird:Dann rief er in den Finsternissen: „Es gibt keinen Gott außer Dir! Preis sei Dir! Gewiß, ich gehöre zu den Ungerechten."

    Er befand sich in der Finsternis im Bauche des Wals, in den Tiefen des Meeres und der Tiefe der Nacht. Die Engel erhörten sein Bittgebet und fragten Allah: „Ist dies nicht die Stimme deines rechtschaffenen Dieners, von welchem die guten Taten bei Tag und Nacht hinaufsteigen? Sie kannten ihn also aufgrund seiner guten Taten. Allah sagt im Qur'an: Da erhörten Wir ihn und erretteten ihn aus dem Kummer. So retten Wir die Gläubigen.

    Der Prophet Yunus gedachte Allahs in Zeiten der Leichtigkeit und so gehörte der zu jenen, welchen in der Schwere von Allah geholfen wird.

    Da verschlang ihn der (große) Fisch", während er sich Tadel zugezogen hatte. Und hätte er nicht zu denjenigen gehört, die (Allah) preisen, hätte er wahrlich in seinem Bauch verweilt bis zu dem Tag, an dem sie auferweckt werden.

    So errettete ihn Allah aus dem Bauche des Wals, doch fehlte ihm seine Haut, welche sich wie erwähnt, zersetzt hatte. Allah ließ über ihm einen Baum wachsen, welcher ihn vor dem Wind und der Sonne schützt und ihn sogleich mit Nahrung versorgt. Allah sagt: Da warfen Wir ihn auf das kahle Land -, und dabei war er krank. Und Wir ließen eine Kürbisstaude über ihm wachsen.

    So setzte Yunus seinen Ruf zum Islam fort und Allah segnete ihn durch eine große Anhängerschaft. Alle von ihnen nahmen den Islam an. Allah sagt: Und Wir sandten ihn zu Hunderttausend oder sogar noch mehr. Da glaubten sie, und so gewährten Wir ihnen Nießbrauch auf Zeit.

    Eine Besonderheit von diesen Leuten, welche dem Rufe von Yunus Folge leisteten, war, dass sie das einzigste Volk waren über welches die Strafe schon bereit war und sie sodann doch davor bewahrt wurden, dies weil Yunus sie ohne Anweisung verließ und als er wiederkam sie sogleich alle glaubten: Allah sagt:Wenn doch (irgend)eine Stadt geglaubt hätte, so daß ihr Glaube ihr genützt hätte! (Keine tat es), außer dem Volk des Yunus. Als diese glaubten, hoben Wir die schändliche Strafe im diesseitigen Leben von ihnen auf und gewährten ihnen Nießbrauch auf Zeit.

    Diese Geschichte wurde dem Gesandten Allahs in Makkah offenbart. Zu jener Zeit als er ebenso zurückgewiesen wurde wie Yunus. Das erste Wort, welches im Zusammenhang mit der Geschichte von Yunus offenbart wurde war: So sei standhaft. Allah sagt: So sei standhaft in Bezug auf das Urteil deines Herrn'. Und sei nicht wie der Gefährte des (großen) Fisches, als er voller Gram (zu Allah) rief. Wenn ihn nicht eine Gunst von seinem Herrn rechtzeitig erreicht hätte, wäre er wahrlich auf das kahle Land geworfen worden und hätte sich dabei Vorwürfe zugezogen. Da erwählte ihn sein Herr und machte ihn zu einem der Rechtschaffenen.

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  6. #6
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Ich werde ihn gewiß zu euch hinabsenden

    Die Geschichte von al-Ma'idah fand in der Zeit von 'Isa (عليه السلام), dem edlen Gesandten Allahs, welcher wie alle seine Vorgänger die Menschen zum Lichte des Islams rief, statt. Einige Gelehrten des Islams sagen, dass jene Geschichte von al-Ma'idah nicht im Evangelium vorhanden ist und die Christen diese Geschichte lediglich durch die Muslime kennen.

    Und als Ich den Jüngern eingab: {„Glaubt an Mich und an Meinen Gesandten!"} 'Isa rief seine Jünger zum Glauben und wie bereits erwähnt ist dieser Glaube der Islam, der reine Monotheismus.

    Sie sagten: {„Wir glauben. Bezeuge, daß wir Dir ergeben sind!"} Die Gelehrten des Islams unterrichteten uns über den Unterschied zwischen dem allgemeinen Islam und dem speziellen Islam, unter ihnen Shaykh al-Islam ibn Taymiyyah (رحمه الله). Mit dem allgemeinen Islam ist gemeint, dass der Gottesdienst, die Ergebenheit und der Gehorsam nur Allah gegenüber erbracht wird und dies ist genau das Fundament zu dem alle Propheten und Gesandten aufriefen, denn Allah sagt im Qur'an: {Gewiß, die Religion ist bei Allah der Islam'.}

    Jedoch unterscheiden sich die Urteile der einzelnen Shara'ir (Mehrzahl: Shari'ah), doch die Grundlage ist immer die Gleiche, der Monotheismus. Und dies ist, was uns der Prophet mit seinen Worten übermittelte: „Die Propheten sind Geschwister in علات . (Die Bedeutung dieses Wortes ist, dass man einen gleichen Vater hat aber verschiedene Mütter). Mit dem speziellen Islam meint man, die Religion von Muhammad und seiner Gemeinschaft, der letzten Gemeinschaft vor dem jüngsten Tag.

    Als die Jünger sagten: {„O 'Isa, Sohn Maryams, kann dein Herr zu uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabsenden?"} Mit den Jüngern (الحواريون) sind Ansar/Helfer gemeint, jene welche versuchen die Religion zum Siege zu verhelfen.

    So sagte der Prophet über az-Zubayr bin al-'Awwam (رضي الله عنه): Wahrlich, jeder Prophet hat einen Jüngling und mein Jüngling ist az-Zubayr. (Al-Bukhari und Muslim)

    Das Wort al-Ma'idah bedeutet sprachlich ein Tisch, auf welchem sich Essen befindet. Wenn sich auf dem Tisch kein Essen befindet werden andere Begriffe in der arabischen Sprache verwendet.

    Die Gelehrten sind unterschiedlicher Ansicht ob die Jünglinge Zweifel an der Allmacht Allahs hatten oder nicht.

    Shaykh as-Sa'di (رحمه الله) beispielsweise war der Ansicht, dass diese Aussage nicht so zu verstehen ist, dass sie Zweifel hatten, sondern diese Anrede eine Form der Höflichkeit darstellt, ob Allah ihnen einen Tisch herabsenden könnte. Ibn Jarir at-Tabari (رحمه الله) hingegen war der Ansicht, dass sie tatsächlich Zweifel an der Allmacht hatten. Einige Gelehrten führen die Reaktion von 'Isa auf ihre Frage als Beweis für den tatsächlichen Zweifel an. 'Isa sagte zu seinen Jünglingen: {Er sagte: „Fürchtet Allah, wenn ihr gläubig seid!"} Andere hingegen sagen, dass mit der Antwort 'Isas lediglich gemeint ist, dass sie nicht nach solch einem Wunder fragen sollen und wie man es von den Gefährten des Propheten Muhammad weiss, fragten sie ihn niemals nach einem Wunder, welches er von Allah erbitten soll.

    Die Jünglinge gaben vier Begründungen an wieso sie diesen Tisch herabgesandt haben wollten. {Sie sagten: „Wir wollen von ihm essen und, daß unsere Herzen Ruhe finden und, daß wir wissen, daß du zu uns tatsächlich die Wahrheit gesprochen hast und, daß wir zu denen gehören, die darüber Zeugnis ablegen (können)."}

    Wie man weiss werden die Herzen beruhigt, wenn man ein Wunder sieht, welches einzig und allein Allah imstande ist zu vollbringen. So wollten sie dieses Zeichen ebenso dafür nutzen, um die Wahrhaftigkeit 'Isas vor den Menschen zu bezeugen.

    'Isa, der Sohn Maryams, sagte: {„O Allah, unser Herr, sende zu uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herab, der für uns, für den ersten von uns und den letzten von uns, ein Fest sein soll und ein Zeichen von Dir. Und versorge uns. Du bist ja der beste Versorger."}

    Der Islam, mit welchem der Propheten Muhammad gesandt wurde, negierte alle vorherigen Religionen und ebenso alle vorherigen Feste. Die Muslime haben ausschließlich zwei Feste ('Id al-Fitr und 'Id al-Adha).

    'Isa bat also Allah um den Wunsch seiner Jünger, jedoch nicht aus jenen Gründen, welche seine Jünglinge vorbrachten, sondern aus zwei Gesichtspunkten, den religiösen und den weltlichen. Das Wort Versorgung (Rizq), um welchen 'Isa in dieser Ayah bittet, ist nicht beschränkt auf Speisen, sondern vielmehr ist es ein Wort, welches reich an Bedeutungen ist. So können Speisen, Wissen, Nachkommen, Vermögen usw. allesamt als Versorgung bezeichnet werden.

    Allah sagte: {„Ich werde ihn gewiß zu euch hinabsenden. Wer von euch aber danach ungläubig ist, den werde Ich mit einer Strafe strafen, mit der Ich (sonst) niemanden (anderen) der Weltenbewohner strafe."} Wer also nach diesem gewaltigen Zeichen Kufr/Unglauben begeht, jener wird mit einer unvergleichlichen Strafe bestraft. Wieso erhalten jene eine noch schmerzhaftere Strafe? Da sie dieses gewaltige Zeichen von Allah erbaten und es hierauf vor ihren Augen erschien und sie sich dennoch abkehrten.

    Es wird über 'Abdullah ibn 'Umar (رضي الله عنه) überliefert, dass er sagte: „Diejenigen, welche die größte Strafe am Tage der Auferstehung erhalten werden, sind drei: die Heuchler, jene von den Leuten von al-Ma'idah die Kufr begangen haben und die Leute von Fir'aun.“

    Hinsichtlich der tatsächlichen Herabsendung von al-Ma'idah waren einige Gelehrten der Ansicht, dass er nicht herabgesandt wurde. Jedoch ist dies nicht die Ansicht der Mehrheit der Gelehrten. Die Mehrheit, u.a. ibn Jarir, al-Qurtubi und ibn Kathir (رحمهم الله) sind der Ansicht, dass er tatsächlich herabgesandt wurde. Dies Aufgrund des deutlichen Verständnisses der Aussage Allahs: {Ich werde ihn gewiß zu euch hinabsenden.}

    Ebenso gibt es verschiedene Ansichten über die Speisen, welche sich auf dem Tische befanden. Hierbei muss gesagt werden, dass dieses Wissen nicht nützt und ebenso wird die Unwissenheit darüber keinen Schaden mitsichbringen. Wäre ein Nutzen, in Bezug auf die Rechtleitung, darin, hätte Allah uns dieses Wissen nicht vorenthalten. Die Hauptsache ist, dass der Tisch hinabgesandt wurde.

    Die Juden und die Römer wiesen die Botschaft von 'Isa zurück und nur eine sehr kleine Gruppe von Gläubigen (die Jünglinge) glaubten mit ihm. Die Juden schmiedeten einen Plan gegen 'Isa und seine Botschaft. Dafür benutzten sie die römische Herrscher-Gesellschaft. Sie wollten, dass er in der Öffentlichkeit getötet wird. Genauer gesagt wollten sie ihn kreuzigen und ausbluten lassen bis er stirbt.

    Es wird über ibn 'Abbas (رضي الله عنه), mit einer authentischen Kette, überliefert, dass 'Isa in einen Raum eintrat, in welchem sich seine zwölfe Jünglinge befanden. So sagte er zu ihnen: „Wer von euch möchte meine Gestalt annehmen und an meiner Stelle getötet werden, um so auf meine Rangstufe erhoben zu werden?“ Ein junger Mann, welcher zu den jüngsten von ihnen gehörte, stand auf und sagte: „Ich.“ 'Isa sagte zu ihm: „Setz dich.“ So wiederholte er seine Aussage und wieder stand der junge Mann auf und antwortete: „Ich.“ Wieder sagte 'Isa zu ihm: „Setz dich.“ Nochmals wiederholte er seine Worte und wieder stand der junge Mann auf und sagte: „Ich.“ So sagte 'Isa zu ihm: „Du bist derjenige.“ So wurde sein Aussehen zu dem von 'Isa und 'Isa wurde durch ein Fenster von den Engeln sicher in den Himmel empor gehoben. Sodann wurde er (der Jüngling) getötet und gekreuzigt.

    Es gibt auch andere Überlieferungen, z.B., dass einer der Juden, welcher ein Feind 'Isas war, von Allah das Aussehen 'Isas bekam und er sodann gekreuzigt wurde. Wie auch immer, wichtig ist, derjenige der gekreuzigt wurde war nicht 'Isa bin Maryam.

    Und Allah sagt im Qur'an: {Und sie schmiedeten Ränke, und (auch) Allah schmiedete Ränke; und Allah ist der beste Ränkeschmied.} (مكر wird etwas genannt, was im Geheimen geschieht/ vereinbart wird.) So dachten sie, sie würden Ränke schmieden unter Ausschluss von irgendjemanden, doch Allah wusste über ihre Ränke bescheid. Jedoch weiss niemand über die Pläne Allahs bescheid, so er dies nicht möchte.

    Danach spalteten sich die Jünger in drei verschiedene Gruppen. Die erste Gruppe behauptete, dass 'Isa Allah sei und sodann wieder zum Himmel emporstieg. Die zweite Gruppe behauptete, dass 'Isa der Sohn Allah gewesen sei und er sodann emporstieg und die dritte Gruppe blieb standhaft und sagte, dass er Allahs Diener und Gesandter sei. So wurde diese Gruppe, welche standhaft auf der Wahrheit geblieben ist, getötet, sodass die Da'wah von 'Isa sogut wie verschwand. Nur eine sehr geringe Anzahl von Gläubigen blieb bestehen.

    Allah sagt: {Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so.}

    Dies ist aber nicht das Ende der Geschichte 'Isas. Vor dem Tage der Auferstehung wird er wieder herabgesandt. Dies wird in Damaskus geschehen. Trifft diese Zeit ein, wird es keine Jizyah (Schutzsteuer) mehr geben, lediglich der Islam wird von den Menschen akzeptiert werden. Sie werden vor der Entscheidung zwischen dem Islam und dem Schwert stehen. Ebenso wird der Dajjal von ihm getötet, das Kreuz zerschlagen und das Schwein getötet. Sodann wird eine Zeit kommen, in welcher die gesamte Erde von Muslimen bewohnt wird. Niemand anderes außer Allah wird angebetet. Das Gute, der Segen und die Versorgung breiten sich über die gesamte Erde heraus. So werden sogar Löwen mit Kamelen, Esel mit Kühen und Wölfe mit Schafen, vertraut miteinander sein. 'Isa wird 40 Jahre auf der Erde verweilen. Nach seinem Ableben werden die Muslime das Totengebet für ihn verrichten.
    Geändert von Al-Faris (14.02.2011 um 11:52 Uhr)

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  7. #7
    Ibnu Ṣalāḥ al-Būnawī
    Nicht registriert





    Die Geschichte von Chidr und Mūsā ʿalayhi as-Salām

    Ibn Kaʿb erzählte, dass er den Gesandten Allāhs sprechen hörte:
    Eines Tages als Mūsā eine Predigt zu seinem Volk hielt, wurde er gefragt wer der gelehrteste Mensch sei. Mūsā antwortete: ,,Ich bin es''. Daraufhin wurde er von Allāh getadelt, dass er sein Wissen nicht auf Allāh zurückgeführt hat. Und Er offenbarte Ihm, dass Er einen Diener habe, der wissender sei als er [Ibn Kathīr]

    Aber wer war dieser Mann, der wissender war als Mūsā?

    Sein Name war Chidr, wie man aus authentischen Āḥadīth entnehmen kann. Die meisten Gelehrten sind jedoch der Meinung, dass er kein Prophet, sondern ein Freund Allāhs war. Chidr bekam von Allāh Wissen über Teile des Verborgenen, d.h über bestimmte Ereignisse, die in der Zukunft stattfinden sollten. Dies war von Allāh, denn Er ist Allwissend, Allweise.

    Allāh beginnt die Geschichte im Qurʾān wie folgt:
    {Und so fanden sie einen Unserer Diener, dem Wir Barmherzigkeit von Uns verliehen hatten, und den Wir in Unserem Wissen unterwiesen hatten}. [Sūrah al-Kahf, Ayah 65]

    Mūsā wollte natürlich erfahren, was für ein besonderes Wissen Allāh Chidr mitgeteilt hatte, und wollte ihm folgen, um von ihm zu lernen, was er nicht wusste.

    {Da sagte Mūsā zu ihm: ,,Darf ich dir folgen, auf dass du mich einiges von dem lehrst, was dir an Wissen zuteil wurde über das rechte Tun?''} [Sūrah al-Kahf, Ayah 66]

    Obwohl Chidr schon wusste, das Mūsā es nicht mit aushalten würde, antwortet er:
    {Wahrlich, du wirst es niemals bei mir aushalten. Und wie könntest du auch Geduld zeigen gegenüber etwas, dessen Sinn du nicht begreifst?} [Sūrah al-Kahf, Ayah 67 - 68]

    Chidr hatte wie schon erwähnt Wissen von Allāh empfangen, welches Mūsā verwirren würde, weil auch er nur ein Mensch ist. Er weiß weder über das Verborgene noch über die Geschehnisse der Zukunft Bescheid. Doch er gab sich zuversichtlich und versprach, ihm in allen Dingen zu gehorchen.

    {Gewiß, Allāh ist Allwissend und Allkundig.}

    Da sagte Mūsā:
    {Du wirst mich, wenn Allah will, gewiss geduldig finde, und ich werde mich dir nicht widersetzen in dem, was du gebietest. Er (Chidr) sagte: ,,Wenn du mir folgst, dann befrage mich über nichts, bevor ich nicht selbst mit dir darüber spreche} [Sūrah al-Kahf, Ayah 69 – 70]

    Nachdem sich Mūsā mit den Bedingungen einverstanden erklärt hatte, begann die Reise von Mūsā und seinem Lehrer, Chidr. Ihr erstes Ziel war ein Schiff mit seiner Besatzung: So zogen sie los, bis sie ein Schiff bestiegen, in das er (Chidr) ein Loch schlug. Da sagte Mūsā:
    {Hast du etwa ein Loch hineingeschlagen, damit du seine Besitzer ertrinken lässt? Du hast fürwahr etwas Schlimmes getan!} [Sūrah al-Kahf, Ayah 71]

    Chidr weist seinen Schüler (Mūsā ʿalayhi as-Salām) geduldig auf die beschlossene Vereinbarung hin. Er regte sich nicht auf, noch ist er böse auf Mūsā, da er seine Reaktion versteht. Sie ist Menschlich:
    {Da antwortete er (Chidr): ,,Hab ich nicht gesagt, dass du nicht in der Lage sein wirst, Geduld mit mir zu haben?‘‘ Mūsā sagte: ,,Mache mir nicht zum Vorwurf, das ich vergesslich gewesen bin und mute mir nicht zu viel zu bei meiner Aufgabe.‘‘} [Sūrah al-Kahf, Ayah 72 – 37]

    Nachdem nun alles geklärt war und sie das Schiff und ihre Leute verlassen hatten, wanderten sie weiter und trafen einen Jungen, der noch nicht das Erwachsenenalter erreicht hatte. Doch hier begeht Chidr eine Tat, welche für Mūsā ʿalayhi as-Salām höchst fragwürdig ist:
    {Da zogen sie beide weiter, bis, als sie dann einen Jungen trafen, er ihn tötete. Er (Mūsā) sagte: "Hast du eine unschuldige Seele getötet (und zwar) nicht (als Wiedervergeltung) für eine (andere) Seele? Du hast da ja eine verwerfliche Sache begangen.} [18:74]

    Wenn bei der Versenkung des Schiffes die Möglichkeit bestanden hätte, dass dabei Menschen ertrinken würden, so war das nun vorsätzlicher Mord, nicht nur der Versuch. Für Mūsā war diese Tat furchtbar, denn er konnte nicht begreifen, wo das gute an dieser Tat war. Er betrachtete sie als abscheulich an. So konnte er sich erneut nicht in Geduld fassen:
    {Er (Chidr) sprach: "Habe ich dir nicht gesagt, daß du (es) bei mir nicht wirst aushalten können?" Er (Mūsā) sagte: "Wenn ich dich danach (noch einmal) nach irgend etwas frage, dann lasse mich dich nicht mehr begleiten. Dich trifft in Bezug auf mich kein Tadel."}[Sūrah 18:75-76]

    So setzte sie also ihre Reise fort und kamen schließlich in einer Stadt an. Doch was ist mit dieser Stadt(?):
    {Da zogen sie beide weiter, bis, als sie dann zu den Bewohnern einer Stadt kamen, sie ihre Bewohner um etwas zu essen baten; diese aber weigerten sich, sie gastlich aufzunehmen. Da fanden sie in ihr eine Mauer, die einzustürzen drohte, und so richtete er sie auf. Er (Mūsā) sagte: "Wenn du wolltest, hättest du dafür wahrlich Lohn nehmen können." }[18:77]

    In der damaligen Zeit war es eine Art Selbstverständlichkeit oder was normales, das die Einwohner Gäste aufnahmen. Doch die Leute in der Stadt hatten si
    e schroff abgewiesen und anschließend tat Chidr auch noch eine gute Tat für sie. Mūsā wollte den rücksichtslosen Menschen wenigstens spüren lassen, dass ihr Verhalten unverschämt war. Er sagte: {"Das ist die Trennung zwischen mir und dir. Ich werde dir jetzt die Deutung dessen kundtun, was du nicht aushalten konntest. Was das Schiff angeht, so gehörte es Armen, die auf dem Meer arbeiteten. Ich wollte es schadhaft machen, denn ein König war hinter ihnen her, der jedes Schiff mit Gewalt weg nahm.} [18:78-79]

    Chidr wusste, was die Eigentümer des Schiffes nicht wissen konnten. Die Versenkung des Schiffes war ein weit geringerer Schaden als der, welcher entstehen würde, wenn jener gewalttätige Herrscher das Schiff beschlagnahmt hätte und für seine ungerechten Zwecke benutzt hätte. So konnte der ungerechte Herrscher das Schiff nicht einziehen und für die Besatzung des Schiffes wieder zu reparieren.

    Doch was war mit dem Jungen, den Chidr ,,grundlos‘‘ tötete?
    {Was den Jungen angeht, so waren seine Eltern gläubige (Menschen). Da fürchteten wir, daß er sie durch (seine) Auflehnung und durch (seinen) Unglauben bedrücken würde.} [18:80] Auf den ersten Blick schien diese Tat noch grausamer als das Versenken des Schiffes. Doch was wäre dieser ungläubige Sohn für ein Schaden, Kränkung und Demütigung für die Eltern und die Gesellschaft gewesen. Er wäre nur eine Last in jeglicher Hinsicht. Aber Allah ist nicht ungerecht noch ist Er böse, denn die gute Nachricht folgt sogleich: {So wollten wir, daß ihr Herr ihnen zum Tausch einen gebe, - besser als er an Lauterkeit und näher kommend an Güte.s32}[18:81]

    Das Lob gebührt Allah. Das ist ein Beweis, für die Barmherzigkeit Allahs. Durch den Verlust ihres Sohnes brach zwar Trauer aus, doch die Trauer hielt nicht lange an und sein Tod bewahrte die Eltern vor lebenslanger Trauer.
    Was war aber nun mit der Mauer, die Chidr wieder aufbaute, obwohl die Einwohner der Stadt ihnen die Gastfreundschaft verweigert hatte.
    { Allah ist Allvergebend und Barmherzig.}

    {Was aber die Mauer angeht, so gehörte sie zwei Waisenjungen in der Stadt, und unter ihr befand sich ein für sie bestimmter Schatz. Ihr Vater war rechtschaffen, und da wollte dein Herr, daß sie (erst) ihre Vollreife erlangen und (dann) ihren Schatz hervorholen - aus Barmherzigkeit von deinem Herrn. Ich tat es ja nicht aus eigenem Ermessen. Das ist die Deutung dessen, was du nicht aushalten konntest." }[18:82]

    Auch an dieser Ayāh sehen wir, wie weise Allāh subḥana wa taʿalah ist. Allah hätte die Mauer auch einstürzten lassen können und die zwei Waisenkinder würden keinen Schatz finden. Doch aufgrund der gottesdienstlichen Handlung des Vaters war es Allahs Gnade, dass sie später den Schatz finden würden und davon leben würden.

    Der Prophet Muḥammad hat zu dieser Geschichte folgendes gesagt: Allāh sei meinem Bruder Mūsā gnädig. Ich wünschte, er hätte sich in Geduld gefasst, damit Allāhs uns mehr von ihnen erzählt hätte. Denn wäre er bei seinem Gefährten (Chidr) geblieben, so hätte er noch mehr Wundersames zu sehen bekommen [Safwat at-Tafsīr]

    Aus dieser Geschichte können wir folgendes lernen:

    1) Wir, die Geschöpfe Allāhs, haben keinerlei Wissen über das Verborgene. Wenn uns etwas passiert, was uns nicht gefällt, sollten wir nicht schimpfen. Denn oft hat sich herausgestellt, dass ein Schicksal, welches uns getroffen hat und welches wir als schlecht betrachten, sich danach als vorteilhaft erwiesen hat. Nur Allāh kennt das Verborgene. Nicht mal der Prophet kannte das verborgene:
    {Und ich sage nicht zu euch, ich besäße die Schatzkammern Allahs, und ich weiß auch nicht das Verborgene} Uns Muslimen sollte das immer klar sein, nur Allāh kennt das Verborgene: {Gewiß, Allah ist der Kenner des Verborgenen der Himmel und der Erde; gewiß, Er weiß über das Innerste der Brüste Bescheid. } und Er sagt; {Er verfugt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm.}

    2) An dieser Geschichte können wir sehen, wie wichtig doch die Geduld ist. So wie Allāh sagt: (Es gilt) schöne Geduld (zu üben). und in einem anderen Vers heißt es; {O die ihr glaubt, sucht Hilfe in der Geduld} und {Gewiß, Allah ist mit den Standhaften} und; Wahrlich, den Geduldigen wird ein unbegrenzter Lohn gewährt. Frag dich selbst, was hättest du an Mūsā's Stelle gemacht? Wärst du Geduldig geblieben?

    3) Diese Geschichte zeigt auf eine schöne Art und Weise, das Dinge die uns auf dem ersten blick schlecht erscheinen in Wahrheit gut sein können. Sie (die Geschichte) argumentiert gegen jene, die Allāh die Ungerechtigkeit vorwerfen, mit fragen wie; ,,Wenn es einen Gott gibt, wieso passiert dann so viel Ungerechtigkeit auf der Erde? Wieso stirbt ein Kind in Afrika vor Hunger?'' Die frage die man sich nun stellen sollte. Heißt es, nur weil wir Menschen mit unserem Begrenzten Gehirn, wenn wir in einer Sache etwas schlechtes sehen, dass es auch wirklich schlecht ist? Woher wissen wir nicht, dass das Kind oder wer auch immer, der vor Hunger stirbt oder aus anderen Gründen, nicht später Leute umbringt oder ein schlimmer Herrscher sein wird?
    Geändert von Ibnu Ṣalāḥ al-Būnawī (17.03.2011 um 20:31 Uhr)

  8. #8
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    Und bei Allah, ich werde ganz gewiß gegen eure Götzen eine List anwenden

    Von den Geschichten des Qur'ans ist die Geschichte von Ibrahim (عليه السلام), dem Vater der Propheten. Ibrahim wuchs in einem götzendienendem Volk auf. Sie pflegten der Sonne, dem Mond, den Planeten und Götzenstaturen Gottesdienste entgegenzubringen. Es ging soweit, dass es zur Zeit von Ibrahim keinen einzigen Muslim außer Ibrahim und seiner Frau Sarah (رضي الله عنها) gab. Alle Bewohner der Erde waren Ungläubige. Der Prophet Ibrahim war eine Gemeinschaft für sich selbst und Allah nahm ihn sich zum engen Freund.

    Schon in sehr jungen Jahren stellte er sich gegen den Götzendienst. Die Mehrheit der Gelehrten sagen, dass er zu jener Zeit, in welcher sich die folgende Geschichte abspielte, noch kein Prophet war. Doch wuchs Ibrahim auf der reinen Veranlagung auf und wandte sich gänzlich und allein Allah zu.

    Allah sagt im Qur'an: {Wir verliehen bereits zuvor Ibrahim seine Besonnenheit; und Wir wußten über ihn Bescheid.} Hier ist die Zeit vor Musa (عليه السلام) gemeint. Einige Gelehrten sagen, dass hier mit der Besonnenheit das Prophetentum gemeint ist, andere hingegen sagen, dass damit die gesunde natürliche Veranlagung gemeint ist.

    {Als er zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Was sind das für Bildwerke, deren Andacht ihr euch hingebt?"} Dies ist eine natürliche Frage für jemanden der eine reine Veranlagung besitzt. Was sind diese Bildwerke? Was können sie? Trinken und essen sie? Schaden und nutzen sie? Sind sie fähig zu sprechen? Wieso bringt ihr ihnen Gottesdienste entgegen? So war ihre Antwort ohne auch nur einen Beweis oder irgendeine deutliche Ermächtigung: {Sie sagten: „Wir haben (schon) unsere Väter (vor)gefunden, wie sie ihnen dienten."} Das einzigste was sie ihm antworten können, ihre einzigste Grundlage ist, dass sie ihre Väter in der Anbetung dieser Werke vorfanden. Ibrahims Antwort diesbezüglich war direkt. {Er sagte: „Ihr und eure Väter befindet euch ja in einem deutlichen Irrtum."} Deutliche Wort für Leute, welche blind falschen Wegen folgen und dies ohne auch nur einen aussagekräftigen Beweis. Die Deutlichkeit wird klar mit dem Wort „in einem“. Dies ist in der arabischen Sprache stärker zu verstehen als würde man sagen „auf“ oder „ihr seid Fehlgeleitete“. Ihr Antwort lautete: {Sie sagten: „Bringst du uns die Wahrheit, oder gehörst du zu denjenigen, die ihr Spiel treiben?"} Niemand zuvor hatten ihn solche Worte gesagt und Ibrahim entgegnete ihnen: {Er sagte: „Nein! Vielmehr ist euer Herr der Herr der Himmel und der Erde, Der sie erschaffen hat. Und ich gehöre zu denjenigen, die euch darüber Zeugnis ablegen.}

    Sodann sprach Ibrahim mit sich selbst, indem er sagte: {Und bei Allah, ich werde ganz gewiß gegen eure Götzen eine List anwenden, nachdem ihr den Rücken gekehrt habt."} Einige hörten ihn dies sagen, doch nahmen sie ihn nicht ernst.

    Die Leute seines Volkes pflegen gewisse Tage des Jahres außerhalb ihrer Heimat zu verbringen um dort ein Fest zu feiern. Ibrahim entzog sich diesem Ausflug indem er sagte, dass er krank sei. Er war nicht körperlich krank, vielmehr war er krank von der Götzenanbetung, welche sein Volk betrieb. Natürlich verstanden sie, dass er körperlich krank sei und ließen ihn zurück. Sie verließen die Stadt und sogleich fing Ibrahim an seinem Plan nachzugehen. {Da schlug er sie in Stücke, außer einem großen von ihnen, auf daß sie sich an ihn wenden möchten.} Und an anderer Stelle im Qur'an heisst es: {Nun schlich er sich zu ihren Göttern und sagte: „Wollt ihr nicht essen?} {Was ist mit euch, daß ihr nicht redet?"} {Und er wandte sich gegen sie und schlug auf sie mit der Rechten ein.} Er nahm sich eine Axt, ging in den Tempel und zerstörte und zerstückelte alle Götzen. Um seinem Volk den deutlichen Beweis für ihre Fehlleitung darzulegen ließ er die größte Götze von ihnen unberührt, aufdass sie begreifen und umkehren mögen. Zudem hing er der großen Götze die Axt über seine Schulter.

    Sie kamen zurück und sahen diese Tat mit ihren eigenen Augen. {Sie sagten: „Wer hat dies mit unseren Göttern getan? Er gehört wahrlich zu den Ungerechten."} Dann sagten jene, welche ihn zuvor hatten die Götzen erwähnen hören. {Sie sagten: „Wir hörten einen Jüngling sie (in abfälliger Weise) erwähnen; man nennt ihn Ibrahim."} Hier sehen wir, dass Ibrahim noch sehr jung war als er die Götzen zerschlug und man muss verstehen, dass der Ruf zur Wahrheit und die großen Taten des Islams meistens von den jungen Leuten ausgingen. Ebenso kann man der Ayah entnehmen, dass Ibrahim, unter der Gesellschaft, keine Bekanntheit besaß. Ein junger Mann also, welcher nicht bekannt in der Gesellschaft war, nimmt die komplette Verantwortung für die Veränderung dieser bestehenden Ordnung auf sich und stellt sich gegen das gesamte bestehende System.

    {Sie sagten: „So bringt ihn her vor die Augen der Menschen, auf daß sie es bezeugen mögen."} So wurden die Menschen des Volkes versammelt um diese Angelegenheit zu klären. {Sie sagten: „Hast du dies mit unseren Göttern getan, o Ibrahim?"} {Er sagte: „Nein! Vielmehr hat das dieser Große unter ihnen getan. Fragt sie doch, wenn sie reden können."} Hier beginnt die Lehre, welche Ibrahim seinem Volk lehren möchte. Er will ihnen sagen, dass sie doch diese Götze, in welche sie ihre Hoffnungen legen, fragen sollen. Wenn dem so ist, dann soll sie ihnen eben Aufschluss über den Sachverhalt geben. Ibrahim weiss genau, dass dies niemals möglich ist und möchte sie dadurch zur Vernunft bringen. Und er bekam jenes Ergebnis, welches er sich versprach. {Da kamen sie wieder zu sich und sagten: „Ihr seid ja die Ungerechten."} Die Leute seines Volkes hinterfragten sich selbst. Ibrahim weckte sie auf und sie realisierte was sie eigentlich taten. Hierauf flüsterte ihnen jedoch der verfluchte Satan ein und so kehrten sie sich wieder ab.
    {Hierauf machten sie eine Kehrtwendung': „Du weißt doch, daß diese nicht reden können."} Dies war was Ibrahim wollte, dass sie ihren eigenen Schwachsinn erkennen. {Er sagte: „Dient ihr denn anstatt Allahs dem, was euch nichts nützt und nicht schadet?} {Pfui über euch und über das, dem ihr anstatt Allahs dient! Begreift ihr denn nicht?"} Er sprach nun mit strengen und harten Worten, dies aufgrund ihrer Schwachsinnigkeit, sich Götzen hinzuwenden und Hoffnung in sie zu legen, wo sie selbst nicht fähig sind etwas von ihnen abzuwenden bzw. sich etwas Gutes zu tun.

    Sie (die Ungläubigen) hatten den Dialog mit Ibrahim verloren, unfähig ihm auch nur noch ein einzigste Argument entgegenzubringen. Wenn dies geschieht, greifen die Ungläubigen zum nächsten Mittel und dies ist die Bekämpfung der Wahrheit mit körperlichen oder materiellem Einsatz. {Sie sagten: „Verbrennt ihn und helft euren Göttern, wenn ihr etwas tun wollt."} Ein deutliches Eingeständnis ihrer eigenen Schwäche und dem eigenen Unvermögen sich den deutlichen Beweisen zu stellen.

    Sie bereiteten ein gewaltigen Graben vor in welchen sie reißende Flammen zum lodern brachten. Aus manchen Überlieferungen geht hervor, dass wenn ein Vogel sich über diesen Flammen befand, er sogleich tot zu Boden fiel. Sie mussten ihn (Ibrahim) gar mit einem Katapult hineinbefördern. Ibrahim landete in einem Feuer, welches alles verbrannte was sich ihm entgegenstellt, doch ist der Herr und Schöpfer dieses Feuers Allah. Und ebenso ist er es, nach dessen Befehl die Angelegenheiten geregelt werden. Allah sagt: {Wir sagten: „0 Feuer, sei Kühlung und Unversehrtheit für Ibrahim."}

    Über ibn 'Abbas (رضي الله عنهما) wird überliefert, dass Ibrahim im Feuer sagte: {„Unsere Genüge ist Allah, und wie trefflich ist der Sachwalter!"} Ebenso wie der Prophet Muhammad jene Worte sagte: {Diejenigen, zu denen die Menschen sagten: „Die Menschen haben (sich) bereits gegen euch versammelt; darum fürchtet sie!" - Doch da mehrte das (nur) ihren Glauben, und sie sagten: „Unsere Genüge ist Allah, und wie trefflich ist der Sachwalter!"} Ebenso wird überliefert, dass Ibrahim später sagte, dass die besten Momente in seinem Leben jene Momente im Feuer waren.

    {Sie wollten gegen ihn mit einer List vorgehen. Da machten Wir sie zu den größten Verlierern.} In einer anderen Ayah im Qur'an: {Sie wollten mit einer List gegen ihn vorgehen, doch da machten Wir sie zu den Unterlegenen.} Sie wurden zu Verlierern im Diesseits und im Jenseits, denn das Feuer war für Ibrahim eine Kühlung und Unversehrtheit, jedoch wird es für jene, welche ihn hineinwarfen in der Hölle nicht so sein.

    Die Leute der Wahrheit werden immer eine kleiner Gruppe im Vergleich zu den Leuten der Falschheit darstellen aber dies ist nicht der Maßstab. Die Leute des Wissens sagen, dass ein gewöhnlicher Monotheist, tausend der Gelehrten der Götzendiener besiegt. Die Zerstörung der Götzenfiguren ist etwas was wir aus der Sirah des Propheten Muhammad kennen, so zerstörte er die Götzen bei der Eröffnung von Makkah und rezitierte dabei folgende Ayah: {Und sag: Die Wahrheit ist gekommen, und das Falsche geht dahin; das Falsche ist ja dazu bestimmt, dahinzugehen.} Ebenso wies er u.a. 'Aly bin Abi Talib (رضي الله عنه) und Khalid bin al-Walid (رضي الله عنه) mit der Zerstörung der Götzen an. Es ist und bleibt eine Sunnah der Muslime die Götzen zu vernichten.

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  9. #9
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316

    So ist sein Gleichnis das eines Hundes

    Allah gibt uns im Qur'an öfters Gleichnisse mit Tieren und so auch in der folgenden Geschichte. Sie ereignete sich in der Zeit vom Propheten Musa (عليه السلام). Es ist die Geschichte von Bal'am bin Ba'urah. Eine Person, welche zu den Gelehrten und den frommen Anbetern von Bani Isra'il gehörte. Er besaß gewaltiges Wissen. So kannte er einen Namen von Allah, welcher, wenn man mit ihm das Bittgebet vollzieht, dieses angenommen wird. Doch was hat ihm dieses Wissen genutzt? Dem Propheten Muhammad wurde von Allah befohlen, diese folgenden Ayat vorzutragen: {Und verlies ihnen die Kunde von dem, dem Wir Unsere Zeichen gaben und der sich dann ihrer entledigte. Da verfolgte ihn der Satan, und so wurde er einer der Verirrten.} {Und wenn Wir gewollt hätten, hätten Wir ihn durch sie fürwahr erhöht. Aber er neigte zur Erde hin und folgte seiner Neigung. So ist sein Gleichnis das eines Hundes: Wenn du auf ihn losgehst, hechelt er; läßt du ihn (in Ruhe), hechelt er (auch). So ist das Gleichnis der Leute, die Unsere Zeichen für Lüge erklärten. Berichte die Geschichte, auf daß sie nachdenken mögen.}

    So was steckt hinter diesem Gleichnis? Musa und seine Gefährten wandten sich gegen ein Volk, welches sich in al-Quds befand und unter dem Namen al-Jabbarun bekannt ist. Die Feinde Musa's fürchteten sich, dass Musa und seine Soldaten sie niederkämpfen würden und gingen zu diesem frommen Gelehrten Bal'am. Sie sagten ihm, dass Musa ein harter Mann sei und er viele Soldaten besäße und das wenn er sie besiegen würde, er sie sodann vernichtet. So baten sie diesen Gelehrten (Bal'am), dass er für sie ein Bittgebet gegen den Propheten Musa und seine Gefährten macht, aufdass diese von ihnen abgehalten werden. Bal'am antwortete ihnen, indem er sagte: "Wenn ich Allah darum bitte Musa und jene welche mit ihm sind zurückzuwerfen, werde ich mein Diesseits und mein Jenseits verlieren." Doch das Volk bedrängte ihn solange, bis er gegen Musa und seine Gefolgschaft das Bittgebet vornahm. So verließ er das Streben nach dem Angesicht Allahs und richtete sich selbst zugrunde und Allah entledigte ihm von dem was er ihm zuvor gegeben hatte. So was nutzt das Wissen einem lasterhaftem Herzen?

    {Und verlies ihnen die Kunde von dem, dem Wir Unsere Zeichen gaben und der sich dann ihrer entledigte.} Allah sagt hier nicht, dass er die Zeichen verlassen hat, sondern das er sich ihrer entledigte und das Wort, welches Allah hier verwendet, benutzt man sprachlich für Geschöpfe, welche sich Häuten und sodann eine neue Haut besitzen. Und so kann man dieses Wort auch für eine Person verwenden, welcher Gottesfürchtig war und sodann zu einem verbrecherischem, fehlgeleitetem Ungläubigen wird. Dies geschah nicht mit irgendeiner Person, sondern mit dem größtem Gelehrten seines Volkes zu seiner Zeit.

    {So ist sein Gleichnis das eines Hundes: Wenn du auf ihn losgehst, hechelt er; läßt du ihn (in Ruhe), hechelt er (auch). So ist das Gleichnis der Leute, die Unsere Zeichen für Lüge erklärten. Berichte die Geschichte, auf daß sie nachdenken mögen.} Für was also gibt man seine Religion her? Dies ist etwas worüber jeder einfache Muslim und jeder Gelehrte nachdenken sollte. Jene die das Verbotene für Erlaubt erklären und das Erlaubte für Verboten. Dafür, dass Regenten oder Könige zufrieden mit einem sind? Oder dafür, dass es einem Finanziell besser geht? Für politische Ziele? Doch der Lohn für den Verkauf der Wahrheit ist lediglich das Gleichnis eines Hundes und das eines Esels.

    {Das Gleichnis derjenigen, denen die Tora auferlegt wurde, die sie aber hierauf doch nicht getragen haben, ist das eines Esels, der Bücher trägt. Schlimm ist das Gleichnis der Leute, die Allahs Zeichen für Lüge erklären. Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht.}

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


  10. #10
    Moderator Avatar von Al-Faris
    Religion
    الإسلام
    Richtung
    أهل الحديث
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Apr 2010
    Beiträge
    1.316





    Dies ist etwas was wir auch vom Propheten Muhammad kennen, so als er nach der Schlacht von Badr zu den toten Körpern der Quraysh sprach, ob sie Allahs Versprechen wahr vorgefunden haben, denn er habe Allahs Versprechen ihm gegenüber wahr vorgefunden. Sodann fragte ihn 'Umar (رضي الله عنه), ob er zu den Toten spreche, da antwortete ihm der Prophet: „Ihr könnt mich nicht besser hören als sie tun“.
    Anmerkung: Ich hörte in einem Vortrag wie diese Geschichte erwähnt wurde und der Shaykh sagte, dass dies eine spezielle Situation für den Propheten war und man aus dieser Überlieferung nicht verstehen soll, dass nun jeder zu den Gräbern geht um mit den Toten zu sprechen. Das Grundprinzip ist, dass die Toten einen nicht hören können. So sagt es Allah (tabaraka wa ta'ala) im Qur'an (sinngemäß): {Du kannst weder die Toten hören lassen noch die Tauben den Ruf hören lassen, wenn sie den Rücken kehren. } [27:80] {Und nicht gleich sind auch die Lebenden und die Toten. Allah läßt hören, wen Er will. Und du vermagst nicht, diejenigen hören zu lassen, die in den Gräbern sind.} [35:22]

    Dies nur als Anmerkung um Verständnisprobleme zu vermeiden, waAllahu a'lam.

    قول الحقّ قد يُفقدك كثيراً من الأصحاب، ولكنه يُبقي لك الله وكفى به حسيباً
    [المحدث عبد العزيز بن مرزوق الطريفي]


+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein