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Thema: Sufismus in Frage und Antwort

  1. #1
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    Sufismus in Frage und Antwort

    Sufismus in Frage und Antwort

    Ich möchte in diesem Thread nach und nach die folgenden Fragen beantworten:


    1. Woher kommt der Sufismus? Nimmt er sich als Vorbild den perfekten Weg unseres
    geliebten Propheten (f.s.m.i.)?
    2. Sind alle Sufis gleich?
    3. Was ist das Ziel einiger extremen Gruppen, wie der Naqshbandi innerhalb des
    Sufismus - und ist es mit dem Islam vereinbar?
    4. Wie kam es zu diesen tief greifenden Verirrungen? Welche Quellen benutzte die
    sufische Bewegung?
    5. Warum betrachtet ihr den Sufismus als islamfremd - was kann an Askese falsch sein,
    auch unser Prophet lebte nicht im Übermaß!
    6. Einige Gruppierungen (wie die Naqshbandis) vertreten die Behauptung, dass alle
    Wege in das Paradies führen - was ist daran falsch - kann der Weg des Propheten oder
    der Islam der einzig richtige sein?
    7. Uns ist die Herzlichkeit verloren gegangen - mag sein, dass Askese und ein Zölibates
    Leben unislamisch sind - was kann aber am Dhikr falsch sein, wie ihn tatsächlich fast
    alle sufischen Gruppierungen praktizieren?!
    8. Ich habe von Sufis (wie den Naqshbandis) gehört, dass wir eine Einheit mit Gott
    bilden sollen - was hat das denn zu bedeuten?!
    9. Sind die Sufi-Sheikhs wirklich Nachfahren des Propheten?
    10. Wer ist Sheikh Nazim und besitzt er auch solche Verirrungen?
    11. Wir brauchen einen Führer, um den Islam kennen zulernen - wie sonst sollen wir
    Wissen erlangen?!
    12. Wenn das, was die Sufis so machen, so schlecht sein soll - warum sind sie trotzdem
    immer noch da?!
    13. Ist der Sufismus eine Bewegung, welche die Ummah auf allen Bereichen
    voranbringt, oder führt er zur Betäubung der Massen?
    14. Was ist der Zusammenhang zwischen den Sufi-Gruppen und den Regierungen?
    15. Die Sufis haben die Muslime mit ihrer Herzlichkeit doch wieder zurück zum Islam
    gebracht - warum redet ihr so schlecht über sie?!
    16. Was ist der große und der kleine Dschihad?
    17. Ohne den Sufismus wäre uns der Islam nicht erhalten geblieben!
    18. Wer war Rumi?
    19. Wer war Ibn Arabi?
    20. Wer war Bayazid Tayfur al-Bistami?
    21. Wer war Ahmad al-Faruqi as-Sirhindi?
    22. Was kann an Ibada (Gottesanbetung), wie Dhikr falsch sein - Je mehr desto besser!
    23. Was bedeutet Dhikr?
    24. Wie steht der Islam zu Grabesanbetung?
    25. Wie steht der Islam zu Heiligenverehrung?
    26. Woher kommt der Begriff gute Bida (Einführung in die Religion) und schlechte
    Bida?
    27. Ist das Feiern des Maulid (Geburtstag des Propheten) erlaubt im Islam?

  2. #2
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    1.Woher kommt der Sufismus? Nimmt er sich als Vorbild den perfekten Weg unseres geliebten Propheten(s)?

    Sufismus ist bekannt als “Islamische Mystik” und entstand als eigenständige
    Bewegung wohl zwei Jahrhunderte nach der Hidschra des Propheten (f.s.m.i.) und
    führte leider viele Erneuerungen in den Islam des Propheten (f.s.m.i.) und seiner edlen
    Gefährten ein.

    Er entwickelte sich zunächst als frühislamische Mystik mit leichten Formen der
    Abweichung, um dann jedoch vor allem zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert sich in
    einen philosophischen, intellektuellen Typ umzuwandeln, der stark von neoplatonischen
    und gnostischen Anschauungen geprägt war und das Einswerden mit Gott, die unio
    mystica, zum Ziel seines mystischen Bemühens erhob. Gleichzeitig wurde der Pfad zur
    Vollkommenheit sowohl durch sufische Lehrgebäude systematisiert wie durch Sufi-
    Bruderschaften (Turuq) organisiert, die trotz der Ayah 9:31 extremen Gehorsam
    gegenüber dem jeweiligen Sheikh verlangten. Die Orden unterschieden sich in Kleidung
    und der Art des Gottesgedenkens (Dhikr): leise oder laut, mit Musik oder
    Körperrythmik. Zahlreiche mittelalterliche Sufi-Bruderschaften, darunter die Qadiriya
    des Irakers Abdul Qadir Dschilani (1088-1166), die ursprünglich zentralasiatische
    Naqshbandia und die Mevlevi (Tanzende Derwische) des Dschamal al Din Rumi
    (1207-1273) haben bis heute überlebt.

    Er wurde durch Leute eingeführt, die zwar äußerlich den Islam annahmen, innerlich ihre
    alten heidnischen Praktiken und Vorstellungen (beispielsweise römische und
    griechische Gottesvorstellungen) jedoch mit einem islamischen Mantel umgeben
    beibehielten, so dass der Sufismus ein Konglomerat an Praktiken aus vielen
    Religionen
    darstellt – von Christentum, über Griechische Philosophie bis hin zu
    hinduistischen Vorstellungen.

    Die Ausbildung einer auf Askese und Selbstläuterung ausgerichteten Gruppierung
    wurde durch damalige luxuriöse Zustände begünstigt und verstand sich primär zunächst
    als eine Gegenbewegung. Das Wort an sich leitet sich wahrscheinlich vom arabischen
    „Soof“ (Wolle) ab, da die ersten Sufis sich in Wolle kleideten, als „Nachahmung“ des
    Propheten Jesus (f.s.m.i.)
    . Doch für uns Muslime ist die Kleidungsart des geliebten
    Propheten Muhammad (f.s.m.i.) bindender, der vor allem Kleidung aus Baumwolle und
    anderen Stoffen trug (siehe Fatwa von Ibn Taymiah). Einige Sufis folgen aber nicht nur
    in diesem Punkt nicht unserem geliebten Propheten, sondern auch in weiteren Punkten,
    wie wir noch herausstellen werden.

    In ihrer frühen Phase zeichneten sich die Sufis durch ihre Betonung des Dhikr und ihre
    Askese aus, wie auch beginnende neu eingeführte Glaubenspraktiken. Schon in dieser
    frühen Phase, in der nur geringfügige Abweichungen zum originalen Islam aufgetreten
    waren, warnten die Gelehrten vor ihnen. So wird von Imam Schafi überliefert, dass er
    Tassawuf (Sufi-Praktiken) als eine Methode ansah, die am frühen Morgen angewendet,
    am Mittag diesen Menschen zu einem Idioten machte. Auch Imam Malik und Imam
    Ahmad Ibn Hanbal
    vertraten ähnliche Standpunkte über diese Bewegung, die aus der
    irakischen Stadt Basrah ihren Anfang nahm.

    2. Sind alle Sufis gleich?

    Nein, es gibt unter ihnen verschiedene Gruppierungen. Die nachfolgenden Antworten
    beziehen sich nicht immer auf eine bestimmte Gruppierung, sondern auf Praktiken, die
    durchgeführt werden, unabhängig welche „Tariqa“ sie durchführt. Der Sinn ist eine
    Aufforderung zurück zu den reinen Quellen des Islam zu kommen
    – aus
    geschwisterlicher Sorge um die Mitglieder solcher „Turuq“.

    3. Was ist das Ziel einiger extremen Gruppen, wie der Naqshbandi innerhalb des Sufismus – und ist es mit dem Islam vereinbar?

    Nach den Aussagen der Naqshbandi (eine extreme Sufi-Gruppe) beispielsweise, ist
    das Ziel die Vereinigung mit Gott (unio mystica). Dies ist „großer Schirk“, da es
    den Menschen auf eine Stufe mit Gott stellt und die Einzigartigkeit Allahs in Frage
    stellt:

    {Der euch die Erde zu einer Ruhestätte und den Himmel zu einem Bau gemacht
    hat und vom Himmel Wasser herniedersandte und dadurch Früchte als Gabe für euch
    hervorbrachte, darum setzt Allah nichts gleich, wo ihr doch wisset
    .
    } 2:22

    Allah warnte uns vor dem Schirk, da ER ihn uns nicht vergeben wird, wenn wir als
    Muschriken sterben. Deswegen ist dies eine Warnung an die Vertreter dieser Ideologie
    davon zurück zutreten und aufrichtig Buße zu tun – auf dass Allah ihnen vergibt
    inschaAllah. Wir werden später noch einmal detailliert auf dieses Thema eingehen.

    4. Wie kam es zu diesen tief greifenden Verirrungen? Welche Quellen benutzte
    die sufische Bewegung?


    Mit dem der Eroberung und Befreiung der vormals unterdrückten Völker durch den
    Islam und die Muslime kam der Islam mit den Kulturen in Kontakt, die dort zu
    diesem Zeitpunkt herrschten. Magiertum im Iran, Christentum und römische Kultur
    in Großsyrien sowie Buddhismus/Hinduismus im indischen Subkontinent. In dieser
    Zeit wurden Schriften dieser Kulturen ins Arabische übersetzt und fanden Verbreitung,
    so dass heidnische Vorstellungen und Praktiken übernommen wurden und sich in
    verschiedenen Gruppierungen niederschlugen, wie der Bewegung der „Mutazilah“, der
    „Ibadiyah“ (heute im Oman verbreitet) sowie dem Sufismus. Die Übersetzung von
    Schriften heidnischer Bücher stellte die Grundlage für das Erscheinen von solchen
    Individuen wie „Ibn Arabi“ oder auch „Rumi“ dar.

    5. Warum betrachtet ihr den Sufismus als islamfremd – was kann an Askese
    falsch sein, auch unser Prophet lebte nicht im Übermaß!


    Allah zeigt uns im Noblen Qur’an, dass wir nur dann Allahs Geboten folgen, wenn wir
    beispielsweise von den guten Dingen, die Er für uns erschuf, essen, ohne absichtlich
    asketisch zu leben und uns absichtlich gutes Essen entbehren:

    {O ihr Menschen! Esst von dem, was auf Erden erlaubt und gut ist, und folgt
    nicht den Fußstapfen Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind.
    } 2:168

    Sicherlich sollte der Muslim nicht im übertriebenen Luxus und somit verschwenderisch
    leben – doch es Bedarf nicht des Wortes oder der Bewegung des Sufismus, um
    angemessen und nicht im Übermaß zu leben. Folgt man rein den wahren Ahadis und
    der festen Sunnah des Propheten Muhammad (f.s.m.i.) so ergibt sich diese Überzeugung
    und dieser Lebensstil vollkommen natürlich daraus.

    Durch viele Ahadis und Ayat wird ebenfalls deutlich, dass ein Zölibates Leben
    unislamisch ist, und dass im Gegenteil ein Muslim durch eine Heirat viele Hasanat (gute
    Taten) gutgeschrieben bekommt.

    Hadis: >>[...] Zu der Frage, die du angesprochen hast, hat der Gesandte Allahs,
    Allahs Segen und Heil auf ihm, gesagt: Ihr jungen Leute! Wem von euch es möglich ist
    zu heiraten, der soll es tun; denn dies hilft, die Blicke (zu anderen Frauen
    zurückzuhalten, und die Keuschheit vor Schändlichkeiten) zu wahren. Wer aber dies
    nicht zu tun vermag, der soll fasten; denn es ist eher für ihn ein Schutz (vor sündhafter
    Handlung)!<< (Sahih Muslim)


    Es ist ebenfalls unislamisch sich besonders hässlich und verächtlich zu kleiden wie wir
    anhand des folgenden Hadises, den uns Aischa (Allahs Wohlgefallen sei auf ihr)
    überlieferte, sehen können:

    >>Eine Gruppe der Gefährten des Propheten wartete vor der Tür auf ihn, und er
    bereitete sich vor, um sie zu treffen. Es gab ein Gefäß mit Wasser im Haus und er
    schaute hinein und strich seinen Bart und seine Haare glatt. Ich (Aischa) fragte ihn:
    "Oh Gesandter Allahs, tust du dies regelmäßig?" Er sagte: Ja, wenn ein Mann
    rausgeht um seine Brüder zu treffen, soll er sich angemessen vorbereiten, weil Allah
    Schön ist und das Schöne Liebt.<<


    Wir wissen ebenfalls, dass unser Prophet Muhammad (f.s.m.i.) wenn er zur Moschee
    ging, sich wusch, parfümierte und darauf achtete saubere und gute Kleidung anzuziehen.

    Abu Sa`id Al-Khudriy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs,
    Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Die Gesamtwaschung des Körpers (Ghusl) am
    Freitag ist jedem Volljährigen Pflicht! (Sahih Muslim)


    6. Einige Gruppierungen (wie die Naqshbandis) vertreten die Behauptung, dass alle Wege in das Paradies führen - was ist daran falsch - kann der Weg des Propheten oder der Islam der einzig richtige sein?

    Dies gehört zu den großen Verirrungen einiger sufischer Sekten, den Islam und den
    Weg des edlen Propheten Muhammad (f.s.m.i.) nicht als einzigen Weg der Rechtleitung
    zu betrachten, und aus Sorge vor den schlimmen Auswirkungen eines solchen Glaubens
    am Tag des Jüngsten Gerichtes warnen wir seine Vertreter davor. Eine große Rolle in
    der Verbreitung dieses Kufr spielte „Ibn Arabi“ ein vom Islam abtrünniger Sufi.

    Dabei gehört der Glaube, dass der Islam der einzige Weg zur Rechtleitung und zum
    Paradies nach dem Propheten Muhammad (f.s.m.i.) ist, zu den wichtigsten
    Grundpfeilern des Glaubens und dieses Thema wird klar und deutlich im Qur’an
    behandelt:

    Pflicht unserem Propheten Muhammad (f.s.m.i.) in allen Situationen zu folgen:

    {Doch nein, bei deinem Herrn; sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich zum
    Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen
    keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen.
    } [4:65]

    Der Islam ist die einzige Religion, die bei Allah akzeptiert wird:

    {Wahrlich, die Religion bei Allah ist der Islam. Und diejenigen, denen die Schrift
    gegeben wurde, wurden erst uneins, als das Wissen zu ihnen gekommen war - aus
    Missgunst untereinander. Und wer die Zeichen Allahs verleugnet - siehe, Allah ist
    schnell im Rechnen.
    } [3:1]

    {Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm
    angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.
    } [3:85]

    In einer Zeit der Unwissenheit und der Bequemlichkeit konnten sich solche abtrünnige
    Ideologien leider verbreiten – doch heute im „Zeitalter des Wissens“ sollten wir in
    der Lage sein jegliche Behauptungen sofort auf ihre Islamkonformität überprüfen zu
    können und uns von solchen Individuen wie „Ibn Arabi“ fern halten.

    7. Uns ist die Herzlichkeit verloren gegangen – mag sein, dass Askese und ein
    Zölibates Leben unislamisch sind – was kann aber am Dhikr falsch sein, wie ihn
    tatsächlich fast alle sufischen Gruppierungen praktizieren?!


    Leider haben Gruppierungen der Sufis auch in diesem Bereich des Islam
    Erneuerungen eingeführt, die von keinem der Gefährten des Propheten oder gar vom
    geliebten Propheten (f.s.m.i.) jemals durchgeführt wurden. Wir wollen ihre Niyya
    (Absicht) dabei nicht in Frage stellen, doch Tatsache ist, dass ganz im Gegenteil edle
    Gefährten beginnende den heutigen Sufi-Praktiken ähnelnde „Dhikr-Formen“ aufs
    schärfste kritisierten und zeigten, dass diese Praktiken tatsächlich Erneuerungen im
    Glauben sind, die viel Unheil über die Ummah brachten.

    Der folgende Hadis des großen Gefährten Abdullah Ibn Masoud ist die Antwort der
    edlen Gefährten auf Praktiken der Sufis:

    Dieser Hadis erschien u.a. bei ad-Darimie und wird alhamdulillah von den Gelehrten als
    "Saheeh" eingestuft.

    Überlieferung von Amr Ibn Salama. Er (Allahs Wohlgefallen sei auf ihm) sagte: Wir
    saßen vor dem Morgengebet gewöhnlich vor der Tür von Abdullah Ibn Masoud, so
    dass wir, wenn er herauskam, gemeinsam mit ihm zum Masdschid (Moschee) gingen.
    Eines Tages kam Abu Musa al-Ashari zu uns und fragte: "Ist Abu Abdurrahman
    (d.h. Ibn Masoud) schon herausgekommen?" Wir antworteten: "Nein". Deshalb
    setzte er sich zu uns, bis er kam.


    Als er kam standen wir alle gemeinsam mit ihm und Abu Musa sagte zu ihm: "O
    Abu Abdurrahman! Ich habe gerade etwas im Masdschid gesehen, von dem ich nur
    Übles vermute, jedoch - und alles Lob gebührt Allah - sah ich nur Gutes."


    Ibn Masud - Möge Allah Seinen Wohlgefallen mit ihm haben - fragte: "Was hast du gesehen?"

    Abu Musa - Möge Allah Seinen Wohlgefallen mit ihm haben - antwortete: "Wenn du
    überlebst wirst du es auch sehen. Ich sah im Masdschid Leute in Kreisen sitzen, die auf
    das Gebet warteten. In jedem Kreis hatten sie Kieselsteine in ihren Händen, und ein
    Mann sagte: "Sagt hundert Mal Allahu Akbar", so dann wiederholten sie dies
    hundert Mal. Danach sagte er: "Sagt hundert Mal La iIaha iIla Allah", so dann
    wiederholten sie dies hundert Mal. Anschließend sagte er: "Sagt hundert Mal
    SubhanAllah", so dann wiederholten sie hundert Mal SubhanAllah."


    Ibn Masud fragte danach: "Was hast du zu ihnen gesagt?"

    Abu Musa sagte: "Ich habe zu ihnen nichts gesagt. Stattdessen habe ich darauf
    gewartet, deine Meinung zu hören oder was du hierzu erklärst."


    Anschließend gingen wir mit ihm gemeinsam bis wir auf einen dieser Kreise trafen. Er
    sagte: "Was ist das, was ihr hier macht?"


    Sie antworteten: "O Abu Abdurrahman! Dies sind Kieselsteine, mit denen wir unseren
    Takbir, Tahlil (Sagen von La ilaha illa Allah) und Tasbih (Sagen von SubhanAllah)
    zählen."


    Ibn Masoud sagte daraufhin: "Zählt lieber eure üblen Taten, denn ich verspreche euch,
    dass keine eurer guten Taten verloren gehen wird. Wehe euch, o Ummah, von
    Muhammad! Wie schnell ihr doch der Zerstörung entgegen geht! Diese sind die
    Gefährten des Propheten, und sie sind weit verbreitet. Die Kleider des Gesandten sind
    noch nicht einmal verfallen, und sein Waschbecken ist ungebrochen. Bei dem, in
    dessen Hand meine Seele ist! Entweder seid ihr auf dem Wege einer Religion, die
    besser geführt wird als die Religion Muhammads, oder ihr öffnet die Tore der
    Irreführung."


    Sie sagten: "O Abu Abdurrahman! Bei Allah! Wir haben nur Gutes beabsichtigt."

    Er sagte zu ihnen: "Viele sind es, die Gutes beabsichtigen, aber es nicht erreichen.
    Wahrlich, Allahs Gesandter sagte zu uns: "Manche Leute werden den Qur’an
    rezitieren, aber es wird ihren Hals nicht überschreiten." Bei Allah, ich weiß es nicht,
    jedoch sind vielleicht die meisten dieser Leute unter euch." Danach ging er weg."


    Amr Ibn Salamah sagte: "Wir sahen später die meisten unter ihnen gegen uns am
    Tage von Nahrawan kämpfen, und zwar gemeinsam mit den Khawaridsch."


    8. Ich habe von Sufis (wie den Naqshbandis) gehört, dass wir eine Einheit mit
    Gott bilden sollen - was hat das denn zu bedeuten?!


    Wir haben dieses Thema schon ganz zu Beginn angesprochen und die islamische
    Haltung dessen herausgestellt. Ergänzend sei dazu gesagt, dass Allah vollkommen über
    seine Schöpfung Erhaben ist und nichts gleicht oder ähnelt IHM (siehe Surat al Ikhlas, 112):

    112:1. Sprich: »Er ist der Eine Gott,
    112:2. Allah, der Absolute
    112:3. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt,
    112:4. Und es gibt keinen, der Ihm gleicht.«

    Doch einige Sufis verbreiten eine dem Qur’an Entgegengesetzte Sichtweise, die
    „wahdat al wojood“ genannt wird – also Einheit mit Gott. Ibn Arabi, der „Sufi-
    Gelehrte” auf den diese verirrte Vorstellung zurückgeht, behauptete ohne jeglichen
    Scham, dass da ja Allah's Eigenschaften sich in Seiner Schöpfung manifestieren, Seine
    Schöpfung anzubeten mit Seiner Anbetung gleich zusetzen sei (astaghfirullah):„Die Person mit einem umfassenden Verständnis ist diejenige, die jedes Objekt der Anbetung als eine
    Manifestierung der Wahrheit in ihr sieht, für die sie angebetet wird. Deswegen nennt sie es Gott, mit
    ihrem eigenen Namen, ob es ein Felsen, ein Baum, ein Tier, eine Person, ein Stern oder ein Engel ist.“
    Hadhihi Hiyas-Soofiyah, p.38

    Dies ist die Lage einiger Sufis in ihrer Verirrung vom rechten Weg, da sie sich auf
    griechische und östliche Philosophie stützten, anstelle auf Qur’an und Sunnah.
    Diejenigen, die Ibn Arabi folgen, missachten die klaren Ayat des Qur’an und
    begehen damit klaren Kuffr:
    Allah Sagt im Qur’an:{Der Schöpfer der Himmel und der Erde! Er hat aus euch selbst Gattinnen für
    euch gemacht und (auch) aus den Tieren Paare. Auf diese Weise vermehrt Er euch.
    Nichts ist Ihm gleich. Und Er ist der Hörende, der Sehende.
    } 42:11

    Wenn wir untersuchen, woraus einige sufische Gruppierungen diese Vorstellungen
    übernommen haben, kommen wir zu der Überzeugung, dass diese Verirrungen aus
    Büchern
    anderer Kulturen übernommen wurden:

    "Wenn du im Weisheitshaus lebst, dann wirst du keinen Unterschiede mehr zwischen “Ich” und
    “Du”, “dies” und “das”, “innen” und “außen” finden, du wirst am Ende dein richtiges Haus
    gefunden haben, in dem Zustand der Non-Dualität [also Einheit]“ The Tibetan Book of Living and
    Dying, p.77


    "Letztendlich reift die Erfahrung des Bewusstseinswerdens bis der (aspirante Spirituelle) zurecht sagen
    darf: “Ich bin Shiva” (eine hinduistische Gottheit). The Triadic Heart of Shiva, pp 183-4


    Wie sieht die ausführliche islamische Antwort auf die Verirrung des “wahdat al wojood” aus?

    Folgender Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von Salaf.de übernommen:

    >>Mit der Zeit entwickelte sich aus der mystischen Idee der Vereinigung mit Gott ein
    Gebilde aus häretischen Glaubensvorstellungen. So behaupteten die meisten Orden,
    dass Allah gesehen werden könne, wenn man den Zustand des Wusul (Ankunft) erreicht
    habe. Als jedoch ‘A’ischa den Propheten - Friede und Segen seien auf ihm -
    gefragt hatte, ob er während der Miradsch (Himmelsfahrt) Allah gesehen habe,
    hatte er dies verneint.


    Der Prophet Moses - Friede sei auf ihm - durfte ebenfalls erfahren, dass weder er
    noch irgendjemand anders dem Anblick Allahs in diesem Leben standhalten
    konnte
    : Allah zeigte einen Teil Seines Wesens einem Berg, welcher daraufhin zu Staub
    zerbröselte (al-A'raf/7:143)

    Die Schari’a wurde von diesen Menschen so ausgelegt, als wäre sie ein äußerer Weg nur
    für die unwissenden Massen, während die Tariqa den inneren Weg einer kleinen
    erleuchteten Elite darstellte. Eigenwillige Tafsire (Qur’an-Kommentare) erschienen,
    in denen die Bedeutung der Qur’an-Verse verdreht wurde, um die ketzerischen
    Ideen der mystischen Bewegung zu rechtfertigen. Griechisch-philosophisches
    Gedankengut wurde mit erfundenen Hadisen vermischt, um ein Gebilde aus
    unauthentischer Literatur aufzurichten, welches die frühen islamischen Klassiker
    herausforderte und schließlich unter den Massen zurückdrängte. Musik wurde in den
    meisten Kreisen eingeführt, und Drogen wie Marihuana in anderen, um pseudospirituelle
    Erfahrungen hervorzurufen.

    Dies war das Erbe der späteren Generationen von Sufis, welches auf der falschen
    Prämisse aufgebaut wurde, dass eine Vereinigung der menschlichen Seele mit Allah
    möglich sei. Die frühere Generation von frommen Individuen wie Abdul-Qadir al-
    Dschilani und anderen, auf die manche Bruderschaften zurückgeführt werden,
    verstanden eindeutig die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen dem Schöpfer und
    der Schöpfung. Diese beiden können niemals eine Einheit bilden, weil der Schöpfer
    göttlich und ewig ist, während die Schöpfung menschlich und begrenzt ist.

    Nichts entgeht Allahs Wissen. Nur wer demnach handelt, kann als vernünftig gelten.
    Solche Menschen fühlen Seine Anwesenheit zu allen Zeiten. Sorgfältig führen sie ihre
    Pflichten (Fard) aus und versuchen dann, die unvermeidlichen Mängel bei der
    Ausführung von religiösen Pflichten durch einer Menge freiwilliger guter Taten
    auszugleichen. Diese freiwilligen Taten helfen, die verbindlichen Pflichten zu schützen.
    Beispielsweise ist es möglich, dass jemand während Zeiten der Schwäche in der
    Erfüllung seiner religiösen Praxis nachlässt. Jedoch werden wahrscheinlich diejenigen,
    welche zuvor regelmäßig freiwillige Taten geleistet hatten, nur diese vernachlässigen,
    gleichzeitig aber ihre verbindlichen Pflichten aufrechterhalten. Wenn sie jedoch keinen
    Schutzschild an freiwilligen Taten aufzuweisen haben und dann in eine Phase der
    spirituellen Lethargie geraten, so werden sie wahrscheinlich einige ihrer Pflichten
    vernachlässigen oder ganz auslassen. Je mehr eine Person seine verbindlichen
    Handlungen mit der Leistung von freiwilligen Taten stärkt, desto mehr wird ihr Leben
    mit der Schari’a und dem Willen Allahs übereinstimmen.

    Allah hat uns diesen Grundsatz über den Propheten - Friede und Segen seien auf ihm -
    in einem Hadis übermittelt:

    Wahrlich, Allah sagt: Mein Diener nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe,
    als das, was Ich ihm als Pflicht auferlegte. Und Mein Diener fährt fort, sich Mir durch
    die Nawafil (freiwilliger Gottesdienst) zu nähern, bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn
    liebe, bin Ich sein Hören, mit dem er hört, sein Sehen, mit dem er sieht, seine Hand,
    mit der er zupackt, sein Fuß, mit dem er schreitet. Wenn er Mich um etwas bittet,
    werde Ich es ihm gewiss erfüllen, und wenn er bei Mir Zuflucht sucht, werde Ich ihm
    gewiss Zuflucht gewähren.


    Dieser Wali Allahs wird nur hören, sehen, greifen und nur zu dem gehen, was halal
    (erlaubt) ist, während er eindeutig alles vermeidet, was haram (verboten) ist, wie auch
    Dinge, die zu haram (Unerlaubtem) führen. Dies ist das einzig wahre Ziel und nur dafür
    darf man sein Leben widmen. Seine Verwirklichung ist die Perfektionierung der
    Doppelrolle des Menschen als Diener Allahs zum einen und als Khalifa der Welt zum
    anderen. Es kann nur erreicht werden durch die im Hadis beschriebene Art und Weise:
    Zuerst müssen alle zwingenden Pflichten vollständig erfüllt werden. Danach ist es
    notwendig, die empfohlenen freiwilligen Taten des Gottesdienstes konsequent und
    entsprechend der Sunnah zu praktizieren. Allah betont diese Tatsache, indem er Seinem
    Propheten anordnet, den Gläubigen mitzuteilen:

    Sprich: „Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir. Lieben wird euch Allah und euch eure
    Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.“ (ali-’Imran/3:31)


    Deswegen kann man die Liebe Allahs nur dadurch erlangen, indem man streng
    die Anweisungen (Sunna) Seines Gesandten - Friede und Segen seien auf ihm -
    befolgt und zugleich alle Neuerungen (Bid’a) in religiösen Angelegenheiten
    vermeidet.
    Dieses Rezept ist auch im folgenden Hadis zu finden, in dem der Prophet -
    Friede und Segen seien auf ihm - nach der Überlieferung von Abu Nadschih gesagt
    haben soll: „Folgt meiner Sunna und der Sunna der Rechtgeleiteten Kalifen. Beißt euch
    daran fest mit euren Backenzähnen. Und hütet euch vor Neuerungen, denn wahrlich,
    diese sind Bid’a und Bid’a ist Irregehen, welches zum Höllenfeuer führt.“

    Einer, der eng diesem Prinzip folgt, wird nur dem zuhören wollen, von dem Allah
    wünscht, dass er es höre, denn Allah beschreibt die Rechtschaffenen wie folgt:

    Und die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die sanftmütig auf der Erde
    schreiten; und wenn die Unwissenden sie anreden, sprechen sie friedlich (zu ihnen).
    (al-Furqan/25:63)


    An anderer Stelle sagt Er im Qur’an:

    Und Er hat euch schon in dem Buch herabgesandt, dass - wenn ihr hört, dass die
    Zeichen Allahs geleugnet und verspottet werden - ihr nicht bei ihnen sitzt, bis sie zu
    einem anderen Gespräch übergehen; ihr wäret sonst wie sie. (an-Nisa’/4:140)


    Dadurch, dass so jemand nur das hört, was Allah ihm zu hören wünscht, wurde Allah
    sein Hören. Auf ähnliche Weise wird Er sein Sehen, seine Hände und Füße. Genau dies
    ist die korrekte Interpretation des vorhergegangenen Hadis, in welchem Allah aussagt,
    dass Er des Menschen Hören, Sehen, Hände und Füße wird. Leider wurde dieser Hadis
    von Mystikern missinterpretiert, damit diese falsche Interpretation dem Konzept der
    Vereinigung mit Allah als Stütze dient – möge Allah es nicht gestatten.<<

    Dabei verdrehen die Mystiker diese Hadise, um Zweifel zu säen und ignorieren
    die klaren Hadise
    , welche obigen Hadis interpretieren und unmissverständlich
    aufzeigen, dass eine Vereinigung oder eine Sicht von Allah nicht möglich ist. Allah
    (subhanahu wa tala) Warnte uns vor solchen Handlungen im Qur’an:

    3:7. Er ist es, Der auf dich das Buch herabsandte. In ihm sind eindeutig klare Verse —
    sie sind die Mutter des Buchs - und andere, mehrdeutige. Diejenigen nun, deren
    Herzen zum Abweichen neigen, suchen vor allem das Mehrdeutige darin, um
    Uneinigkeit zu verursachen und es (nach eigenem Gutdünken) auszulegen. Seine
    Deutung kennt jedoch niemand außer Allah. Und die mit fundiertem Wissen
    sprechen: »Wir glauben daran. Das eine wie das andere ist von unserem Herrn.« Aber
    nur die Verständigen beherzigen es.


    9. Sind die Sufi-Sheikhs wirklich Nachfahren des Propheten?

    Heutzutage behaupten viele von sich Nachfahren des Propheten (f.s.m.i.) – von etlichen
    Königshäusern über so genannte „Sayyids“ bis hin zu den Sufi-Sheikhs. Tatsächlich kam
    diese Behauptung erst einige Jahrhunderte nach Gründung der sufischen Bewegungen
    auf, um Unterstützung und Vertrauen durch die Bevölkerung zu erlangen. Es gibt
    keinerlei Beweise für die Behauptungen der Sufi-Sheikhs.

    10. Wer ist Sheikh Nazim und besitzt er auch solche Verirrungen?

    Sheikh Nazim ist der gegenwärtige Leiter des Naqshbandi-Ordens und verbreitet in
    seinen Büchern leider den schon oben genannten Kuffr wie „wahdat al wojood“ und
    dergleichen Schirk, deswegen ist vor seinen Schriften zu warnen, damit niemand, der
    noch neu im Islam ist oder noch nicht viel Wissen besitzt auf diese schwerwiegenden
    Verirrungen hereinfällt und vom rechten Weg abirrt. Im Folgenden ein Zitat aus einem
    seiner Bücher:

    In dem Buch ‘Mercy Oceans - Part 1’ von „Sheikh Nazim“ wird der wissbegierige und
    „aspirante“ Sufi über die Macht des Wali aufgeklärt:

    "Die Macht des Wali ist dergleichen, dass er nur “Kun” (sei) zu sagen braucht, und es wird sein.”

    Dabei sagt Allah im Qur’an für jeden Menschen deutlich:

    36:82. Sein [Allahs] Befehl, wenn Er etwas will, ist nur, dass Er zu ihm spricht: »Sei!«,
    und es ist.

    18:26. Sprich: »Allah weiß genau, wie lange sie verweilten. Er kennt das Geheimnis
    der Himmel und der Erde. Er ist der Sehende und der Hörende. Außer Ihm haben sie
    keinen Beschützer. Und Er beteiligt niemand an Seiner Befehlsgewalt.«

    11. Wir brauchen einen Führer, um den Islam kennen zulernen – wie sonst sollen
    wir Wissen erlangen?!


    Dem Sheikh oder Wali wird eine ähnliche Stellung wie der eines katholischen
    Heiligen
    oder des Dalai Lama eingeräumt. Vollkommener Gehorsam wird von seinen
    Anhängern ihm gegenüber erwartet und jede Frage wird als Missbrauch des
    Vertrauens betrachtet:


    "Der Suchende muss sich dem Willen des Sheikh fügen und all seinen Befehlen und Ratschlägen Folge
    leisten, denn der Sheikh hat mehr Erfahrung und mehr Wissen in “Haqiqat”, in Tariqat und in
    Sharia,” und “er muss mit der Meinung seines Sheikh vollkommen einverstanden sein, so wie der
    Patient mit seinem Arzt einverstanden ist.“ (Naqshibandi Way)


    Doch die Muslime glauben, dass jeder einzelne Handlung der Anbetung nur aus Qur’an
    und Sunnah abgeleitet werden darf. Allah der Erhabene sagt:

    >>[...] Sprich: »Bringt eueren Beweis bei, wenn ihr die Wahrheit zu sagen glaubt.<<
    [2:111] und der Prophet (f.s.m.i.) sagte: “Dem Erschaffenen darf nicht gegen den
    Schöpfer Folge geleistet werden.“


    Zudem bringt uns der Qur’an das Beispiel der Juden und Christen und wie sie durch die
    Anbetung ihrer Priester vom rechten Weg abwichen:

    Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allah;
    und den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten worden, allein den
    Einzigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Gepriesen sei Er über das, was
    sie (Ihm) zur Seite stellen!


    Dem Sheikh wird im Sufismus die Geltung einer Gottheit beigemessen
    .
    Eigenschaften, die Allah gehören, werden also ihren Sheikhs zugeschrieben. Sie suchen
    Hilfe von ihnen, ob sie tot sind oder 10000 km entfernt. Sie glauben, dass ihre
    Sheikhs alles wissen
    und dass sie alles wissen, was ihre Schüler denken, und dass sie
    täglich mit dem Propheten (f.s.m.i.) reden.


    Imam Malik sagte: „Das was keine Religion zur Zeit des Propheten und seiner Gefährten war,
    möge Allahs Wohlgefallen auf ihnen allen sein, darf niemals die Religion von heute sein. Derjenige, der
    Bidah (Erneuerungen) in die Religion des Islam einführt und glaubt es sei eine gute Sache, behauptet
    also, dass Muhammad (f.s.m.i.) die Botschaft betrog.“


    Die Sufis verschwenden einen großen Umfang ihrer Zeit und ihrer Ressourcen darauf,
    neu eingeführte Praktiken zu verteidigen, in dem sie sie als „gute Bidah“ (gute
    Erneuerung) bezeichnen. Dies beinhaltet die Feier des Geburtstages des Propheten
    Muhammad (f.s.m.i.) (eine Praktik, die aus der Zeit der Herrschaft der Fatimiden
    stammt, die diese Praktik begannen, um die Gunst der Massen für sich zu gewinnen),
    Qur’an für die verstorbenen zu lesen und Segen von ihnen zu erhoffen, und den Bau
    von extravaganten Moscheen (obwohl der Prophet (f.s.m.i.) dies verbot).

    12. Wenn das, was die Sufis so machen, so schlecht sein soll – warum sind sie
    trotzdem immer noch da?!


    Die Sufis sind zu einem solch integralen Teil des Lebens von so vielen Muslimen
    geworden, dass viele Muslime es schwer finden, die Praktiken der Sufis als falsch
    anzusehen, und jeden, der diese Fehler aufzeigt des Extremismus bezichtigen.

    Sufismus spricht vielmehr menschliche Emotionen als Intellekt oder islamische
    Beweise an.
    So waren Gedichte und Musik die verbreitesten Formen in den letzten
    Hundert Jahren, so dass „Sufi Vorstellungen in die Herzen derjenigen Einzug hielten, die der
    Dichtkunst zuhörten.“ (Encyclopedia Britannica)


    Heute folgen dem Sufismus Massen von Leuten, die den Wunsch haben, die
    Komplexität dieser Welt zu verlassen, anstatt die Fähigkeit aufzubauen sie zu
    meistern
    versuchen. Sufismus bietet oftmals die perfekte Flucht, in der ihre Anhänger
    “meditieren” können, anstelle über die schlechte Lage anderer Muslime nachzudenken,
    die leiden müssen, ganz zu schweigen davon den Not leidenden Muslimen zu helfen.

    13. Ist der Sufismus eine Bewegung, welche die Ummah auf allen Bereichen
    voranbringt, oder führt er zur Betäubung der Massen?


    Ibnul-Jawzee sagt im Buch Talbees Iblees: „Sufismus ist ein Weg dessen Beginn darin bestand
    jegliche weltliche Angelegenheit zu meiden, dann führte er dazu, dass seine Anhänger locker darin
    wurden, Singen und Tanzen zu erlauben. Deswegen wurden die Sucher des Jenseits der einfachen
    Leuten von der Vermeidung weltlicher Aktivitäten angezogen und die Sucher dieser Welt wurden
    ebenfalls von ihnen angezogen, allerdings wegen ihres Lebens in guten Verhältnissen und ihrer
    Leichtsinnigkeit.“


    Sufismus bietet seinen Anhängern ein sorgenfreies Leben ohne Dschihad, Politik,
    dem Ansporn Wissen zu erlangen oder Dawa (Einladung zum Islam)

    durchzuführen doch erlaubt ihnen auf der anderen Seite sich ganz weltlichen
    Aktivitäten wie Musik, Zauberei und anderen verbotenen Handlungen
    hinzugeben.


    Der Leiter der Naqshbandi Tariqa in Amerika wurde in den Medien folgendermaßen
    zitiert: „Man muss materiell und spirituell zur gleichen Zeit sein. Sufis können den Menschen Freude
    in ihrem spirituellen Leben liefern. Madonna gibt Menschen eine Art Freude in ihrem materiellen
    Leben... Man kann nicht sagen sie macht etwas falsch. Sufis erheben keine Einsprüche und kritisieren
    nicht - sie akzeptieren alles. Deswegen, wenn sich meine Kinder Madonna auf MTV anschauen, sage
    ich: „Lass mich auch hinzusetzen und mitschauen!“


    14. Was ist der Zusammenhang zwischen den Sufi-Gruppen und den Regierungen?

    Jede Gruppe, die sich die Unterstützung von anti-islamischen Regierungen sichern kann,
    muss suspekt sein. Während der Herrschaft des Tyrannen Mustafa Kemal, unter
    dessen Führerschaft Tausende von Gelehrten hingerichtet wurden und islamische
    Praktiken verboten wurden
    , wurde eine spezielle Erlaubnis durch die türkische
    Regierung 1954 den Mawlawi Dervishen (Anhänger von Rumi) von Konya erteilt,
    um ihre rituellen Tänze durchzuführen. Tatsächlich sind sie heutzutage zu einer
    regulären Attraktion geworden, und sie treten weltweit mit ihrem Türkischen
    Nationalen Ensemble für Mystische Musik auf.

    Der Sheikh der Naqshbandi begrüßte und erhielt auch Lob von Bill Clinton persönlich.
    Aber warum sollte er auch nicht, da der „Islam“, den er präsentiert, ein Islam des
    Pazifismus und der Einheit mit den Kuffr ist. In letzter Zeit mehrten sich die
    Solidaritätsbekundungen mit den Kuffr gegen die Muslime (vor allem Mujahideen)
    durch den Vertreter von „Sheikh Nazim“ (Führer der Naqshbandis) auf eine
    anbiedernde Art und Weise – Bei Allah suchen wir Zuflucht vor solchem Verrat an
    der Ummah!


    15. Die Sufis haben die Muslime mit ihrer Herzlichkeit doch wieder zurück zum
    Islam gebracht – warum redet ihr so schlecht über sie?!


    Die Sufis haben in Wirklichkeit die Muslime von den Lehren des Qur’an und der
    Sunnah weggeführt
    in eine Knechtschaft dem Sheikh gegenüber. Muslime
    entfremdeten sich von den Lehren des Islam und verloren so den Schutz vor den neu
    eingeführten Praktiken und den Fallen von abtrünnigen Sekten. Lehren, dass „Er (der
    Anhänger eines Sheikhs) zu niemand anderem als seinem Sheikh blicken darf“

    steuerten nichts bei, um die Ummah zu festigen. Vielmehr schufen sie die Grundlage für
    die Kriege zwischen den verschiedenen Rechtsschulen, was in einem Kampf,
    Ablehnung der anderen Rechtschule und dem Beten in verschiedenen Orten in Makkah
    selbst gipfelte. [Diese leidliche Situation der Ummah wurde heute inzwischen alhamdulillah weitgehend überwunden]
    Die Sufis haben einen nachhaltigen Eindruck auf das Bild des Islam hinterlassen, ihn als
    eine Religion des bedingungslosen Friedens und als unpolitisch porträtierend, und
    jeden, der dieses falsche Bild nicht vertritt, als Extremist und Betrüger.

    16. Was ist der große und der kleine Dschihad?

    Es gibt einen durch die Hadis-Gelehrten als „schwach“ (daif) und „erfunden“ (mauduu)
    klassifizierten “Hadis”, der von einem Dschihad-ul-asghar (kleiner Dschihad,
    Kampfhandlung) und dem Dschihadul-Akbar (großer Dschihad, Dschihad-ul-Nafs)
    spricht:

    Der Prophet Mohammed (f.s.m.i.) kam von einer Kampfhandlung nach Medina zurück und sagte:
    „Wir kommen aus dem kleinen Dschihad und ziehen in den großen Dschihad.“ (Al-Haafith) Al
    'Iraqy in Takhriju AHadisil Ihya' states: "The mentioned Hadis is related by Imam Baihaqi with a
    da'if Sanad (weak chain of narrators) from Jabir" [Risalah Dschihad, Hasan al-Banna]


    Durch diesen weit verbreiteten „Hadis“ wurden schon ganze Generationen von
    Muslimen in die Irre geführt
    und sie glaubten, dass der Dschihad gegen ihren Nafs
    (also ihr Ego) wichtiger und vorrangiger sei, als der Dschihad zur Befreiung der
    unterdrückten Völker oder zur eigenen Verteidigung. Durch diesen falschen Glauben
    wurden die Muslime in eine große Katastrophe geführt, da die Ummah ungeschützt
    gegenüber den blutrünstigen Attacken und Angriffen durch kreuzzüglerische und
    zionistische Kräfte wurde.

    17. Ohne den Sufismus wäre uns der Islam nicht erhalten geblieben!

    Kommen wir nun zu dem Punkt, die Sufis hätten den Islam „erhalten“. Dieser Punkt
    muss differenziert nach Zeit und Ort aufgeschlüsselt betrachtet werden.

    Durch den logistischen Aufbau der Sufi-Orden war es tatsächlich möglich in Ländern,
    die nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches von durch dem Islam besonders
    feindlich gesinnten Besatzungsmächten eingenommen wurden, wie den russischen
    Kommunisten in Tschetschenien
    beispielsweise, deren erklärtes Ziel die
    Auslöschung des Islam und jeglicher Religion darstellte, den Islam in einer
    „konservierten“ Form zu erhalten, um nach Wegfall des Besatzungsterrors die
    historische Grundlage für ein Wiedererblühen des Islam darzustellen und die dortigen
    Menschen nicht vergessen zu lassen, dass ihre Vorfahren Muslime waren. Dies
    ermöglichte diesen Menschen nach dem wahren Islam zu forschen und es ist Allahs
    Segen, dass die Menschen dort wieder zurück zu Qur’an und Sunnah gelangen.


    Welche Auswirkungen hatte der Sufismus allerdings auf das Osmanische Reich? Hier
    stellt sich tatsächlich die Frage wovor – und wann der Sufismus den Islam erhalten
    haben soll!? Es ist das genaue Gegenteil der Fall: Der Sufismus führte uns dahin, wo wir
    heute uns befinden: Gedemütigt, Vertrieben und Verloren – die Welt lacht hämisch
    über uns und wir sind die Sündenböcke der Welt... Dies ist das Ergebnis, dass unsere Vorfahren vom Islam abwichen und sich dem Sufismus zuwandten:

    Anstelle sich über die Lage um sie herum zu kümmern, um Politik und Staat, um Freund
    und Feind, schotteten sie sich in ihren „Dhikr-Halaqas“ (Dhikr-Gruppen) von der
    Außenwelt ab und entflohen jeglicher Verantwortung in dieser Welt. Dies war natürlich
    für sie eine einfache Art und Weise ohne große Mühen trotzdem das Gefühl zu haben
    „ein guter Muslim“ zu sein. Doch das Ergebnis war katastrophal – denn dadurch
    entfiel jegliche Kontrolle über den Staat von Seiten der Gelehrten und Muslime

    (die betäubt in ihrer übertriebenen Mystikwelt vor sich hin lebten) und jeglicher Antrieb
    ging verloren, bis dem Osmanischen Reich, der zu dieser Zeit nur noch im Sufismus vor
    sich hin dümpelte – gewaltsam durch die Mächte des Kuffr ein Ende gesetzt wurde –
    mit dem Ergebnis, das wir heute vor uns sehen...

    Welche großartige islamische Ideologie ist das, die uns um Ehre und Sicherheit
    betrogen
    hat? Erst als der Sufismus die Oberhand im Osmanischen Reich erfuhr
    ging es mit den Muslimen bergab
    – so erhält man den Islam? Erhält man den Islam,
    in dem man die Massen der Muslime durch Mystik betäubt und dann den Feinden des
    Islam als gefundenes Fressen ausliefert? Die weit verbreiteten pazifistischen
    Vorstellungen, der Mangel an Shariah Wissen und die Verbündung mit den Kuffr
    machte möglich, dass nur wenige die schnellen Veränderungen der Osmanischen
    Gesetze beanstandeten. 1880, in einer Zeit, in der die „Tanzimat“ ihre Blütezeit hatten,
    wurde die Shariah durch europäische Gesetze ersetzt, doch nur geringer Widerstand
    kam auf. Während die Massen durch die Mystik, im Bau von extravaganten Moscheen
    und Grabmälern, sowie durch fortlaufende Drehungen im Kreise betäubt waren, wurde
    das Osmanische Reich durch Freimaurer übernommen
    und letztendlich in viele
    kleine Stückchen aufgesplittert.

    Unter anderem durch die Erneuerungen, die der Sufismus in den Islam brachte kam es
    dazu, dass die Muslime dadurch vom rechten Weg abwichen und sich folgender Hadis
    des Propheten bewahrheitete:

    Wer auch immer (in der Religion) erneuert oder einen Erneuerer bei sich
    beherbergt/unterbringt, so wird der Fluch Allahs (t), seiner Engel und der ganzen
    Menschheit auf ihm sein.“ (Bukhari und Muslim)


    18. Wer war Rumi?

    Rumi wurde im heutigen Afghanistan im Jahre 1207 geboren und verbrachte sein Leben
    in der heutigen Türkei. Er wird heute allgemein unter den Sufis hoch verehrt und war
    ein berüchtigter Sufi-Philosoph und Poet. Einige seiner Verirrungen werden in seinem
    Buch „Masnawi“ deutlich, in dem er darstellt, dass er an die Theorie der
    Seelenwanderung glaubt.

    Die folgenden Zeilen werden als Zentralthema von Rumis Werk gesehen:

    „Ich starb als Mineral und wurde eine Pflanze. Ich starb als Pflanze und stieg empor als Tier, ich
    starb als Tier und war ein Mensch.“


    19. Wer war Ibn Arabi?

    Während des späten 12. und des frühen 13. Jahrhunderts stellte Ibn Arabi unter dem
    Einfluss spekulativer Mystik ein System her, welches endgültig eine völlige Kluft
    zwischen dem Gesetz des Islam
    und dem Sufismus schuf.

    In Gesellschaften, wie dem islamischen Indien, welches schon ein starkes vorislamisches
    mystisches Erbe besaß, vergrößerte sich diese Kluft um ein Vielfaches und die
    Verirrungen nahmen erschreckende Ausmaße an.

    Muhyiddin Ibn Arabi beansprucht für sich wahrscheinlich die Verehrung durch fast alle
    Sufi Schulen ein, und spielte eine zentrale Rolle in der Ausbildung eines permanenten
    Spaltes zwischen Islam und Sufismus. Er behauptete vom Propheten (f.s.m.i.) selbst
    direkte Befehle
    erhalten zu haben, einschließlich eines Buches mit erfundenen,
    zuvor weder gesehenen oder gehörten Hadisen.

    Vor dem Erhalt seiner „Offenbarung“ war Ibn Arabi dafür gut bekannt an nächtlichen
    Feiern in Sevilla teilzunehmen. Während einer dieser Nächte vernahm er eine Stimme
    (sein betrunkenes inneres Selbst?), die zu ihm rief: “Oh Muhammad, dies war nicht der
    Grund, wofür du erschaffen wurdest“
    . Angsterfüllt flüchtete er zu einem Friedhof, wo er
    behauptet, Jesus, Moses und Muhammad (Friede sei auf ihnen allen) getroffen
    und von ihnen Anweisungen empfangen zu haben
    . In seinem Buch benutzte er
    zahllose gefälschte Aussprüche, die dem Propheten Muhammad (f.s.m.i.) zugeschrieben
    wurden, so dass unzählige Muslime anfingen diese als authentisch einzustufen.

    Im Folgenden Zitate von Ibn Arabi:

    „Der Mann von Weisheit wird sich selbst niemals erlauben abhängig von irgendjemand zu sein in
    Form oder Glauben, denn er ist sich in seiner Weisheit selbst genügend.“

    „Alles was uns durch/von Tradition (Hadis) hinterlassen wurde, ist nichts weiter als bloße Worte. Es
    liegt an uns herauszufinden, was sie bedeuten.“ (Dies spiegelt seine Verbundenheit mit Baatinis
    (inneren) Bedeutungen und Interpretationen wieder)

    „Er (Ibn Rushd) dankte Gott, dass er in seiner eigenen Zeit jemanden (Ibn Arabi) gesehen hat, der
    sich unwissend zurückzog, und wieder herauskam (mit Wissen von inneren Bedeutungen) - ohne
    Studie, Diskussion, Untersuchung oder Lesen.“


    20. Wer war Bayazid Tayfur al-Bistami?

    Bayazid wird als “einer der sechs hellen Sterne im Firmament des Propheten
    Muhammad (f.s.m.i.)” und als einer der Bindeglieder in der Goldenen Kette der
    Naqshbandi Tariqa angesehen. Doch sein Leben war alles andere als erleuchtet.

    Bayazid al-Bistami war tatsächlich einer der ersten, welcher die irrige Vorstellung der
    „Vernichtung“ (Fana) entwickelte, in welcher der Mystiker vollkommen in der Mystik
    aufgeht, so dass er sogar sich selbst oder Gegenstände um ihn herum nicht mehr wahr
    nimmt. Jedes existierende Objekt scheint zu verschwinden und er fühlt sich frei von
    jeglicher Barriere, die ihm den Weg versperren könnte, den Einen und Einzigen zu
    sehen (astaghfirullah).
    In einer dieser Situationen schrie Bayazid laut auf: „Gelobt sei
    Ich, für meine größte Erhabenheit!“ (astaghfirullah).

    Diese Aussagen deuten auf starke Überheblichkeit und Größenwahnsinnigkeit hin und
    auf einen vollkommenen Mangel an Glaube oder Gottesfürchtigkeit. Es ist nicht
    nachvollziehbar, wie solch ein Individuum diese Verehrung heute unter den
    verschiedenen Sufi-Schulen genießt…

    Bistami’s Glaube in die Einheit aller Religionen und deren Gültigkeit wird deutlich, als
    ihm folgende Frage gestellt wurde: „Wie steht der Islam zu den anderen Religionen?“ Seine
    Antwort war: „Sie alle sind Wege zu Gottes Gegenwart.“

    Ist dies die Botschaft des Tauhid, den der Prophet (f.s.m.i.) praktizierte und in dem
    ihm die Sahaba (Allahs Wohlgefallen sei auf ihnen) folgten?

    Das ganze Leben des Bayazid ist voller Widerspruch zum islamischen Glauben. In
    jungem Alter verließ er seine Mutter, ihr sagend, dass er nicht Allah und ihr zur gleichen
    Zeit dienen könne. Während er durch die Straßen lief, schrie er eines Tages: „Ich bin
    Gott, warum dient ihr mir nicht?“
    Er verbrachte seine Zeit damit, seinen Kopf zwischen den
    Knien geklemmt und einer seiner Gefährten behauptet er hätte dies über 30 Jahre
    durchgehalten. Doch der merkwürdigste Vorfall ist sein Gehorsam einem Hund
    gegenüber, den er einmal auf seinem Wege traf. Der Hund schien aufgebracht, dass ihn
    Bayazid mied, so dass der Hund zu ihm “sprach” und ihn beschimpfte. So bat ihn
    Bayazid: “Oh Hund, du bist so erleuchtet, bitte lebe mit mir für eine Weile.“

    Es sei noch angemerkt, dass all diese Erzählungen, die aus den Büchern einiger Sufi-
    Schulen stammen, nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen. Es kann
    durchaus sein, dass diese Erzählungen später erst aufkamen und von gewissenlosen
    Menschen niedergeschrieben und historischen Persönlichkeiten angehängt wurden, um
    bestimmte Taten zu rechtfertigen.

    21. Wer war Ahmad al-Faruqi as-Sirhindi?

    Ahmad as-Sirhindi wird als Imam Rabbani bezeichnet und genießt hohe Verehrung
    unter den verschiedenen Sufi-Schulen. Er lebte Ende des 16. Jahrhunderts in Indien.
    Hier die Zitate, die klar Schirk und Kuffr beinhalten, sowie aufzeigen, dass Rabbani sehr
    stark an Größenwahnsinn litt und hätte er heute gelebt, wohl zu einem Psychotherapeuten überwiesen worden wäre:

    “Allah der Allmächtige und Gepriesene sagte mir: “Jedem für den du das Grabgebet durchführst, dem
    wird vergeben werden, und wann immer jemand von der Erde deines Grabes nimmt und sie für sein
    Grab benutzt, dem wird vergeben werden.“


    „… Ich fand heraus, dass Gott die Essenz aller Materie darstellt, wie es von den Leuten des Sufismus
    schon gesagt wurde. Dann fand ich heraus, dass Gott sich in jeder Materie befindet ohne Verkörperung. Dann fand ich Gott mit der ganzen Materie zusammen…“


    Noch zum Abschluss das folgende „Zitat“ von „Rabbani“:

    “Die Kaaba kam immer und führte Tawaf (Umkreisung) um mich.“

    22. Was kann an Ibada (Gottesanbetung), wie Dhikr falsch sein – Je mehr desto besser!

    Sicherlich sollen wir Allah ständig gedenken und so viel wie möglich rituelle
    Gottesanbetung (wie Gebet, Dua, Fasten, Hajj usw.) durchführen. Doch dies darf
    unsere Leistungsfähigkeit nicht überschreiten und diese Ibada darf nicht zu
    einem Mittel des Rausches führen
    , um uns die Welt vergessen zu lassen, wie ein
    Rauschmittel, dass Menschen nehmen, um aus der Welt zu flüchten. Zu diesem
    Ergebnis kommen die Gelehrten des Islam anhand vieler Ayat und Hadise, wie
    beispielsweise folgender Hadis:

    Anas bin Malik (ra) überlieferte: „Einmal betrat der Prophet (sallahu alayhi wa
    sallam) die Moschee und sah ein Seil zwischen zwei Strängen hängen – er sagte: Wozu
    dient dieses Seil? Die Leute sagten: Dieses Seil ist für Zaynab, wenn sie sich müde
    fühlt, dann benutzt es (um während des Gebets stehen zu bleiben). Der Prophet
    erwiderte: Benutze es nicht. Entferne das Seil. Du sollst beten solange du dich aktiv
    fühlst, wenn du müde bist, dann setze dich hin. (Sahih Bukhari)


    Der Qur’an weist den gläubigen Muslim an, Allah ständig zu erinnern – an seine
    Allmacht zu denken und sich seiner Vergänglichkeit bewusst zu sein. Dies ist der Beweis
    dafür, dass wir uns nicht in Rauschzustände begeben dürfen, um den Problemen der
    Welt zu entfliehen, sondern bei vollem Bewusstsein Allah für seine Gnade zu danken
    und zu lobpreisen. Ich habe es zwar schon einmal erwähnt, doch „Erinnerung an Allah
    – Dhikr“ ist nicht nur das Rezitieren von „La ilaha illa Allah“ beispielsweise, sondern ist
    ein umfassender Begriff, der das Rezitieren des Qur’ans, das Gebet, Dua und andere
    durch unseren Propheten (f.s.m.i.) eingeführte Glaubenspraktiken umfasst.

    Fest steht aber auf jeden Fall, dass die erniedrigenden Praktiken der Sufis
    unislamisch sind und von heidnischen Praktiken übernommen wurden
    . Auch die
    Araber zu Zeiten der Dschahiliyah (Unwissenheit) dachten durch Tanz und
    Händeklatschen Allah nahe kommen zu können:

    8:35. Und ihr Gebet bei dem (Gottes-)Haus ist nichts als Pfeifen und Händeklatschen.
    So kostet die Strafe für eueren Unglauben!


    23. Was bedeutet Dhikr?

    Dhikr bedeutet auf Arabisch „Erinnerung“ und beinhaltet verschiedene Bedeutungen:
    Es kann Tasbieh (Sagen von SubhanAllah), Tahliel (Sagen von La Ilaha Illa Lah),
    Takbir (Sagen von Allahu Akbar) aber wie allgemein bekannt, auch Qur’an Lesen oder
    einen informativen Vortrag über ein islamisches Thema halten sein. Beispielsweise –
    also allgemein eine gottesdienstliche Handlung durchführen, in der sich der Muslim
    Allah erinnert und Seiner gedenkt.

    24. Wie steht der Islam zu Grabesanbetung?

    Ausschnitt aus dem Buch „Grabesanbetung aus islamischer Sicht“ (Salaf.de)

    Die Verehrung der Toten durch erfundene Bestattungsriten, ausgeschmückte Gräber
    und Grabanlagen gemeinsam mit Gedenkfeiern und Veranstaltungen der Ehrerweisung
    hat über die Menschheitsgeschichte hinweg zu einer Unordnung und einem Irrweg in
    der Religion geführt. Als Ergebnis davon sind die meisten Menschen in irgendeiner
    Form in die Anbetung von Gräbern verwickelt. In der Tat besteht die Religion der
    meisten Chinesen, die ungefähr ein Viertel der Menschheit ausmachen, aus der
    Anbetung der Vorfahren. Viele ihrer religiösen Riten sind mit Gräbern und der
    Anbetung von Abbildern ihrer Ahnen verbunden. Die Grabstätten heiliger Männer
    unter Hindus, Buddhisten und Christen wurden zu Mausoleen, wo Riten der Anbetung
    wie Gebet, Opfergaben und Pilgerfahrt groß angelegt vollzogen wurden. Mit der Zeit
    wichen muslimische Herrscher und die Massen von den Grundlagen des islamischen
    Glaubens ab und begannen heidnische Praktiken der nicht-islamischen Nationen um sie
    herum nachzuahmen. Große Gebäude wurden über den Gräbern der Sahaba
    (Prophetengefährten), großer Rechtsgelehrter und jenen, die als „Sufi-Heilige“
    bezeichnet wurden, gebaut, wie im Fall von ‘Ali, Imam Abu Hanifa, Imam asch-Schafi’i,
    Dschunaid und ‘Abdulqadir Al-Dschilani. Seit kurzem werden auch Mausoleen über
    Gräbern von Führern gesellschaftlicher Bewegungen wie Mohammad Ali Jinnah, dem
    Gründer Pakistans und Muhammad Ahmad, dem so genannten Mahdi Sudans, errichtet.
    Heutzutage reisen viele unwissende Muslime weite Strecken, um den Ritus des Tawaf
    um diese Mausoleen zu vollziehen. Manche verrichten sogar Gebete in ihnen und
    außerhalb, und andere bringen Opfertiere zu diesen Plätzen, um diese zu schlachten
    (dabh). Die meisten von ihnen hegen den falschen Glauben, dass die rechtschaffenen
    unter jenen Toten Allah derart nahe sind, dass alle Taten der Anbetung, die in ihrer
    Nähe erbracht werden, von Allah eher akzeptiert werden als sonst wo. Dies deshalb,
    weil diese toten Individuen gesegnet seien und alles, was ihnen nahe ist, ebenso gesegnet
    sein müsse. Ihre Grabstätten und das Land, worauf sie errichtet wurden, müssten in
    ihrer Vorstellung mit dem Überfluss ihres Segens durchdrungen sein. Wegen dieses
    Glaubens reiben Grabesanbeter mit ihren Händen über die Wände der Gräber und
    streichen dann über sich selber, um zusätzlichen Segen zu erlangen. Oft sammeln sie die
    Erde nahe den Gräbern in dem unnötigen Glauben, diese Erde besäße spezielle
    Heilkräfte wegen der Segenswirkungen der dort Begrabenen.

    Jene, die in Grabesanbetung verwickelt sind, richten ihre Gebete an die Toten in zwei Formen:

    1. Manche benutzen die Toten als Vermittler. Sie beten zu ihnen derart, wie die
    Katholiken ihre Priester zur Beichte ihrer Sünden einsetzen. Katholiken beichten ihre
    Sünden zu den Priestern, und die Priester bitten für sie um Gottes Vergebung. Daher
    agieren die Priester als Vermittler zwischen Mensch und Gott.

    Die vorislamischen Araber benutzten ihre Götzen in einer ähnlicher Art und Weise.
    Über den Zweck ihrer Götzen, zitiert Allah die heidnischen Araber wie folgt:

    „Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah nahe bringen.“ (az-Zumar/39:3)

    Manche Grabesanbeter unter den "Muslimen" beten zu den Toten, indem sie diese
    bitten, ihre Anfragen Allah zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu übermitteln. Diese
    Praxis basiert auf ihrem Glauben, dass rechtschaffene Verstorbene nicht nur Allah
    näher sind als sie selber, sondern dass sie auch fähig sind, die Anfragen jedes Menschen
    zu hören und zu erfüllen, sogar nach ihrem Tod! Damit werden die Toten zu
    vermittelnden Götzen, die fähig sein sollen, Gutes für die Lebenden zu bewirken.

    2. Andere beten direkt zu den Toten. Sie bitten sie um Vergebung für ihre Sünden.
    Durch diese Praxis geben sie den Toten Allahs Eigenschaft des at-Tawwab (der die
    Reue seiner Diener Annehmende)
    , ebenso wie die Eigenschaft des al-Gafur (Der
    Einzige, der Sünden vergeben kann)
    . Es gibt eine starke Ähnlichkeit zwischen ihrer
    Praxis und der Praxis der Katholiken, die bestimmte Heilige zur Erfüllung ihrer
    täglichen Bedürfnisse anrufen: Wenn etwas verloren geht, wird zu Antonius von
    Theben gebetet, damit er beim Finden aushilft. Judas Thaddäus ist der Heilige für das
    Unmögliche. Zu ihm betet man bei Fürsprache für unheilbare Krankheiten,
    unwahrscheinliche Ehen oder ähnlichem. Brach jemand zu einer Reise auf, so wurde
    noch bis zum Jahre 1969 zu Christophorus, dem Schutzpatron für Reisende, gebetet, als
    man ihn offiziell durch ein päpstliches Urteil von der Liste der Heiligen entfernte,
    nachdem bestätigt wurde, dass er fiktiv war. Hinsichtlich des Propheten Jesus - Friede
    sei auf ihm - gehören die Christen insgesamt zu dieser Gruppe, da sie Jesus als
    Inkarnation Gottes betrachten und daher die meisten Christen zu Jesus (f.s.m.i.)
    beten anstatt zu Gott
    . Überall auf der Welt gibt es viele unwissende Muslime, die auf
    diese Art ihre Gebete an den Propheten Muhammad - Friede und Segen seien auf ihm -
    richten.

    Beide Methoden werden vom Islam gänzlich abgelehnt. Die islamische Lehre
    besagt, dass der Tote eine als Barzach bezeichnete Dimension betritt, wo seine Taten
    ein Ende finden. Er wird unfähig, irgendetwas für die Lebenden zu tun, obwohl die
    Ergebnisse seiner Taten auf die Lebenden weiter wirken können und er dafür auch
    fortdauernd Belohnung oder Bestrafung ernten kann. Abu Huraira überlieferte, dass der
    Gesandte Allahs - Friede und Segen seien auf ihm - sagte: „Wenn der Mensch stirbt,
    hören seine Taten auf, außer dreierlei: etwas dauerhaft Gestiftetes, nützliches Wissen
    und ein rechtschaffenes Kind, das für ihn Bittgebete spricht.“ Der Prophet bemühte
    sich aufs Äußerste, zu erklären, dass er in diesem Leben niemandem nutzen könne, egal
    wie nahe er verwandt war. Allah befahl ihm im Qur’an, seinen Anhängern Folgendes zu
    sagen:

    „Ich habe nicht die Macht, mir selbst zu nützen oder zu schaden, es sei denn, Allah
    will es. Und hätte ich Kenntnis von dem Verborgenen, wahrlich, ich hätte mir die Fülle
    des Guten zu sichern vermocht, und Übles hätte mich nicht berührt. Ich bin ja nur ein
    Warner und ein Bringer froher Botschaft für die Leute, die gläubig sind.“ (al-A’raf/7:188)


    Abu Huraira, einer seiner Gefährten, überlieferte, dass der Prophet, als ihm der Vers
    „Und warne deine nächsten Verwandten“ (asch-Schu’ara’/26:214) offenbart wurde, sagte: „O
    ihr Leute der Quraisch, sichert euch Befreiung von Allah (indem ihr gute Taten vollbringt). Ich kann
    euch vor Allah überhaupt nicht von Nutzen sein. O Söhne ‘Abdul-Muttalibs, ich kann euch vor
    Allah überhaupt nicht von Nutzen sein; o (mein Onkel) ‘Abbas Ibn ‘Abdul-Muttalib, o (meine
    Tante) Safiya, ich kann euch vor Allah überhaupt nicht von Nutzen sein; o Fatima, Tochter
    Muhammads, frage mich, was immer du auch willst, jedoch habe ich nichts, was dir vor Allah nutzen

    wird.“

    Mit freundlicher Genehmigung von Salaf.de

    25. Wie steht der Islam zu Heiligenverehrung?

    "Dient ihr anstelle Allahs dem, was euch nichts nützt und euch keinen Schaden
    antut?" (Qur’an 21, 66)


    "Diejenigen, die sie anstelle Allahs anrufen, sind Knechte gleich euch, also ruft sie,
    und sie sollen euch antworten, wenn ihr Wahrhafte seid" (Qur’an 7,194)


    Der folgende Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Salaf.de entnommen

    Der Ausdruck „Heiliger“ wurde benutzt, um das arabische Wort „Wali“ (pl. Auwlia)
    zu übersetzen, welches Allah als Bezeichnung für jene verwendet, die Ihm nahe sind.
    Jedoch ist „naher Freund“ als Übersetzung angemessener, da Wali eigentlich
    „Verbündeter“ bedeutet. Allah verwendet diesen Begriff sogar im folgenden Vers auf
    sich bezogen:

    Allah ist der Wali derjenigen, die glauben. Er führt sie aus den Finsternissen ins Licht.
    (al-Baqara/2:257)


    Auch verwendet Er diese Bezeichnung für den Satan:

    Und wer sich Satan statt Allah zum Wali nimmt, der hat sicherlich einen
    offenkundigen Verlust erlitten. (an-Nisa’/4:119)


    In folgendem Vers bedeutet Wali jedoch „naher Verwandter“, „Erbe“:

    Und wer da ungerechterweise getötet wird - dessen Wali haben Wir gewiss
    Ermächtigung (zur Vergeltung) gegeben; doch soll er im Töten nicht maßlos sein;
    denn er findet (Unsere) Hilfe. (al-Isra’/17:33)


    Dieses Wort wird im Qur’an auch verwendet, um die Nähe zwischen den Menschen
    zu zeigen. Beispielsweise heißt es:

    Die Gläubigen sollen die Ungläubigen nicht statt der Gläubigen zu Auwlia
    (Schutzherren) nehmen. (ali-’Imran/3:28)


    Was uns am meisten interessiert ist jedoch die Verwendung von Auwlia-ullah im Sinne
    von „Nahe Freunde Allahs“. Im Qur’an spricht Allah von manchen Menschen, zu
    denen Er Sich selbst besonders nahe sieht. Allahs Beschreibung Seiner Walis kann man
    in der Sura al-Anfal finden, wo Er sagt:

    Ihre Wali sind nur die mit Taqwa (Gottesfurcht), jedoch die meisten von ihnen wissen
    es nicht. (al-Anfal/8:34)


    Und in Sura Yunus heißt es:

    Wisset, dass über Allahs Auwlia keine Furcht kommen wird, noch sollen sie traurig
    sein. Diejenigen, die da glauben und Taqwa (Gottesfurcht) besitzen. (Yunus/10:62-63)


    Allah erklärt uns, dass das Kriterium für Walaya in der Bedeutung „göttliche
    Freundschaft“ Iman (Glaube) und Taqwa (Gottesfurcht) ist, und alle wahren
    Gläubigen
    sind mit diesen beiden Qualitäten gekennzeichnet. Unter den unwissenden
    Massen ist das Hauptkriterium für Walaya (im Sinne angeblicher „Heiligkeit“) das
    Vorführen von Wundern, welche üblicherweise als Karamat bezeichnet werden, um sie
    von den Wundern (Mu’dschizat) der Propheten zu unterscheiden. Für die meisten, die
    diese Ansicht in sich tragen, spielt es keine Rolle, wie der Glaube und die religiöse Praxis
    des „Wundermachers“ sind. Daher hatten einige, welche als „Heilige“ bezeichnet
    wurden, ketzerische Glaubensvorstellungen und Praktiken, während andere für das
    Unterlassen der religiösen Riten bekannt waren, und wiederum andere sich sogar
    unzüchtig und unmoralisch verhielten. Jedoch hat Allah nirgendwo das Vorzeigen von
    Wundern zu einer Bedingung gemacht, um Sein Wali zu sein. Deshalb sind alle
    Gläubigen, welche Iman und Taqwa haben, Walis von Allah und Er ist ihr Wali, so wie
    Allah selber sagt:

    Allah ist der Wali (Beschützer, naher Freund, Verbündeter) derjenigen, die glauben.
    (al-Baqara/2:257)


    Folglich ist es Muslimen nicht gestattet, bestimmte Gläubige als Allahs Auwlia (Plural:
    Freunde Allahs) zu bezeichnen und andere nicht. Ungeachtet dieser klaren islamischen
    Position wurde in Sufi-Kreisen und unter den Massen, welche ihnen blind folgen, eine
    Hierarchie von so genannten muslimischen Heiligen ausgebildet. In einer steigenden
    Rangfolge sind diese: die 300 Akhyar (Auserwählten), die 40 Abdal (Vertreter), die 7
    Abrar (Frommen), die 4 Awtad (Pflöcke), die 3 Nuqaba (Wächter), der Qutb (Pol),
    welcher als der größte Heilige seiner Zeit angesehen wird. An der Spitze steht der
    Ghawth (Retter/Helfer): er ist der größte aller Heiligen, von dem man in einigen
    Kreisen glaubt, dass er in der Lage wäre, einen Teil der Sünden der Gläubigen auf seine
    Schulter zu nehmen. Der Ansicht der Mystiker zufolge sind die Heiligen der drei
    obersten Stufen auf unsichtbare Art und Weise zu Zeiten des Gebetes in Mekka
    anwesend. Wenn der Ghawth stirbt, ersetzt ihn der Qutb, und es findet zugleich eine
    Aufwärtsbewegung über die gesamte Hierarchie hinweg statt, indem die reinste Seele
    jeder Stufe zur nächsten Stufe aufsteigt. Diese Mythologie wurde vom Christentum
    übernommen, genauso, wie die Dhikr-Perlen vom christlichen Rosenkranz und Mawlid
    von der christlichen Weihnachtsfeier übernommen wurden.

    26. Woher kommt der Begriff gute Bida (Einführung in die Religion) und schlechte Bida?

    Bida ist die neu eingeführte Glaubenspraktik in die Religion und unser Prophet
    Muhammad (sallahu alayhi wa sallam) warnte uns vor solchen Einführungen:

    `A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen
    und Heil auf ihm, sagte: Wer in unsere Sache (Glaubenslehre) eine Neuerung einführt,
    dessen Neuerung ist zurückzuweisen (und nicht zu befolgen; denn das ist eine Art
    Rückkehr zur Zeit der Unwissenheit). (Sahih Muslim)


    Somit wurden Erneuerungen im Glauben von unserem Propheten verurteilt und
    zurückgewiesen. Es ist einem Muslim nicht gestattet neue Glaubenspraktiken (wie das
    Feiern des Geburtstages des Propheten beispielsweise) einzuführen.

    Der Begriff Bida hassanah (gute Bida) geht auf den zweiten Kalifen des Islam zurück,
    Umar ibn al Khattab (Möge Allahs Wohlgefallen auf ihm sein). Er befahl Ubay Ibn
    Kaab und Tamim ad-Dari die Muslime während des Tarawhi-Gebetes in Ramadan zu
    führen, und als er zur Moschee ging, während die Muslime einheitlich hinter einem
    Imam standen, er sagte: „Was für eine gute Neuerung das doch ist. Jedoch ist das Gebet, welches
    sie nicht verrichten, sondern zu seiner Zeit schlafen, besser als das, was sie nun verrichten.“


    Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) bezog sich dabei mit seiner Aussage auf die
    Gemeinschaft hinter einem einzigen Imam, als sie zuvor getrennt und verstreut waren.

    Die Grundlage für das Gemeinschaftsgebet während des Ramadan kam vom Gesandten
    Allahs (f.s.m.i.). Es ist in den beiden Sahih (Bukhari und Muslim) auf der Basis der
    Überlieferung von Aisha (Allahs Wohlgefallen auf ihr) gesichert, dass der Prophet
    (f.s.m.i.) für drei Nächte die Leute im Gebet geführt hat, und dann in der vierten Nacht
    davon abließ und sagte: „Wahrlich, ich habe befürchtet, dass euch dies zu einer Pflicht
    auferlegt wird und ihr nicht imstande seid, es zu verrichten.“

    Daher ist das Gemeinschaftsgebet während der Nacht im Ramadan von der Sunnah des
    Gesandten Allahs. Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) bezeichnete dies als Neuerung,
    indem er die Verstreuung der Leute in Betracht zog, als der Prophet vom
    Gemeinschaftsgebet abließ. Einer betete alleine, wiederum zwei Personen gemeinsam
    und wiederum ein anderer gemeinsam mit zwei anderen Personen. Es gab einzelne
    Gruppen, die in der Moschee voneinander getrennt beteten.

    Dann sah Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) mit seiner scharfen und richtigen
    Einsicht, dass diese Leute hinter einem einzigen Imam vereint werden sollten. Diese
    Handlung ist an sich eine Neuerung, wenn man jene Situation der Verstreuung vor
    Augen hält. Diese Art der Neuerung ist relativ und hat bereits ein vorausgegangenes
    Beispiel. Daher kann man hier nicht von einer absoluten Neuerung (wie das Feiern des
    Geburtstages) sprechen, welche ohne vorheriges Beispiel eingeführt wurde. Umar
    (Allahs Wohlgefallen auf ihm) belebte nur eine Sunnah wieder, die schon bereits zur
    Zeit des Propheten (f.s.m.i.) vorhanden war.

    Daher ist das Tarawih-Gebet in der Gemeinschaft eine Sunnah, jedoch wurde diese
    Sunnah seit Allahs Gesandtem aufgegeben, bis Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sie
    wieder belebt hat. Mit dieser Aussage ist es für die Leute der Neuerung niemals möglich
    eine einzige Stelle in der Aussage Umars (Allahs Wohlgefallen auf ihm) zu finden, mit
    der sie ihre Neuerungen bestätigen und billigen lassen können.

    27. Ist das Feiern des Maulid (Geburtstag des Propheten) erlaubt im Islam?

    Es gibt keinen einzigen Hinweis im Qur’an, dass wir den Geburtstag des Propheten
    (f.s.m.i.) feiern sollen. Der Prophet (f.s.m.i.) tat dies selber auch nicht und er befahl auch
    niemanden dies zu tun, weder zu seinen Lebzeiten noch nach seinem Tod. Vielmehr
    ordnete er an, in seiner Person nicht wie die Christen zu übertreiben, welche mit Jesus
    (Allahs Segen auf ihm) übertrieben haben.

    Er (alayhi al salam) sagte: „Übertreibt nicht in meiner Person, so wie die Christen mit
    dem Sohne Maryams übertrieben haben. Ich bin nur ein Diener, daher sagt‚ Der
    Diener Allahs und sein Gesandter’“. (Bukhari)


    Was uns überliefert wurde ist, dass der Prophet (f.s.m.i.) seinen Geburtstag als einen
    Tag des Gottesdienstes gemacht hat, was eben anders ist als eine Feier.

    Er wurde über das Fasten am Montag gefragt, dabei sagte er (f.s.m.i.): „Das ist der Tag an dem ich geboren wurde, meine Aufgabe erhielt und ebenfalls die erste Offenbarung“
    (Muslim, Nisai und Abu Dawud)


    Ebenso wissen wir, dass die Gefährten des Propheten ihn am meisten liebten, da sie ihn
    ja auch am besten kannten. Wurde uns denn überliefert, dass Abu Bakr (Allahs
    Wohlgefallen auf ihm), welcher ihm am Nächsten stand und ihn am meisten liebte, den
    Geburtstag des Propheten gefeiert hat? Wurde uns denn überliefert, dass Umar (Allahs
    Wohlgefallen auf ihm), welcher 12 Jahre regierte oder Uthman (Allahs Wohlgefallen auf
    ihm) dies taten? Wurde uns überliefert, dass Ali (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sein
    Verwandter und Pflegesohn, dies tat? Wurde uns überliefert, dass jemand von den
    Gefährten dies tat? Nein bei Allah! Haben diese rechtschaffenen Menschen es deswegen
    nicht gefeiert, weil sie dessen Wichtigkeit nicht kannten oder haben sie den Propheten
    (Allahs Segen auf ihm) nicht wahrhaft geliebt? Kein Mensch würde so eine Behauptung
    aufstellen, außer jemand, der irregegangen ist und auch andere irreführt.

    Hat einer der bekannten Gelehrten – Abu Hanifa, Malik, Shafi’i, Ahmad ibn
    Hanbal, Hasan al Basri, Ibn Sirin
    diese Art von Handlung getan oder andere dazu
    aufgerufen oder gesagt, dass es etwas Gutes sei? Bei Allah nein! Es wurde nicht einmal
    in den ersten und besten drei Jahrhunderten erwähnt.

    Der Prophet Muhammad (f.s.m.i.) sagte in einem authentischen Hadis: „Die besten
    meiner Ummah sind diejenigen in meiner Epoche, dann diejenigen, die nach ihnen
    folgen, dann diejenigen, die nach ihnen folgen.“ (Bukhari, Muslim, Tirmithi)


    Erst viele Jahrhunderte später erschien diese Art von Praxis, in dem man den
    Geburtstag des Propheten (f.s.m.i.) feierte, Jahrhunderte später als die Kennzeichen der
    wahren Religion verschwanden und unerlaubte Erneuerungen weit verbreitet waren. [...]
    Dabei warnte uns der Prophet davor, etwas dem hinzuzufügen, was er gebracht hat. Die
    Feier des Maulid ist in der Tat eine Zusatz zu dem, was der Prophet brachte (Bida), so
    wie sich alle Gelehrten einig sind.

    Er sagte: „Wahrlich das beste Wort ist das Wort Allah, der beste Weg ist der Weg
    Muhammads (sallahu alayhi wa sallam). Die schlechteste Sache ist die, die man später
    [in die Religion] neu einführte. Und jede neu eingeführte Glaubenspraktik ist Bida
    und jede Bida ist ein Irregehen und jedes Irregehen ist im Feuer.“ (Muslim, Nisai)



    Quelle: al-imaan.de
    Referenzen:
    Sufism the Deviated Path (Internet)
    Salaf.de
    Der Islam als Alternative (Murad Hoffmann)
    Islamicweb.org
    Naqshbandi.net
    al-islaam.de

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