Wa alaykum salam wa rahmatullahi wa barakatuh
Hier ist ein Text von Ibn Hajar al Asqalani, der sich mit dieser Thematik befasst. Es wird auch darauf eingegangen, dass die Sahaba den Takbir sprachen, nachdem sie das Gebet beendeten. Und Allah weiß es am besten.
Das Gedenken nach dem Gebet
AHADITH:
Ibn `Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: „Die Erhebung der Stimme mit dem Gedenken Allahs (Dhikr), wenn die Leute das Pflichtgebet beendet hatten, fand zu der Zeit des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, statt.“ Ibn `Abbas berichtete ferner: „Ich wußte, dass die Leute das Gebet beendet hatten, wenn ich dies hörte.“
(Sahih al-Buchary Nr. 841)
Ibn `Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: „Ich wußte anhand des Takbirs, dass das Gebet des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, beendet war.“
(Sahih al-Buchary Nr. 842)
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, sagte: „Die Armen kamen zum Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, und sagten: „Die Wohlhabenden, welche viel Geld besitzen, beanspruchen die höchsten Ränge und die immerwährende Wonne (im Paradies): sie beten wie wir beten, fasten wie wir fasten und besitzen Geld im Überfluss, von dem sie die Pilgerfahrt (Hajj) und die besuchsweise Pilgerfahrt (`Umrah) finanzieren können und vielmehr leisten sie davon für den Kampf (Jihad) und für die Almosen (Sadaqa)!“ Der Prophet sagte zu ihnen: „Lasset mich euch etwas nennen, mit dem ihr - wenn ihr es vollzieht – den Rang und den Lohn jener einholt, die besser als euch stehen, und mit dem euch kein anderer einholt, und mit dem ihr zu den Besten unter denjenigen gehört, unter denen ihr euch befindet - es sei denn, dass ein anderer es tut -: Ihr sprecht den Tasbih, den Tahmid und den Takbir jeweils dreiunddreißigmal nach jedem Gebet.“ Unter uns herrschte Uneinigkeit: Einige von uns sagten: „Wir sprechen den Tasbih dreiunddreißigmal, den Tahmid dreiunddreißigmal, und den Takbir vierunddreißigmal!“ Da erkundigte ich mich beim Propheten, und er sagte: „Sprich „subhana-llah und „alhamdu-lillah“ und „Allahu akbar“ so oft, bis du von allen insgesamt dreiunddreißigmal vollbringst!“
(Sahih al-Buchary Nr. 843)
Warrad, Schreiber des Al-Mughira Ibn Schu`ba berichtete: „Al-Mughira Ibn Schu`ba diktierte mir in einem Brief an Mu`awiyah, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, nach jedem Pflichtgebet folgendes zu sagen pflegte: „Kein Gott ist da außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Partner hat. Ihm Allein gehört das Königreich und Ihm Allein gebührt alles Lob, und Er ist Mächtig über alle Dinge. O Allah mein Gott, es gibt keinen, der das vorenthält, was Du gegeben hast und es gibt keinen, der etwas gibt, was Du vorenthalten hast. Einem Wohlhabenden wird nichts nützen, denn von Dir kommt der Reichtum“
(Sahih al-Buchary Nr. 844)
Erklärung:
Der Ausdruck „zu der Zeit des Propheten“ in der Überlieferung von Ibn Abbas zeigt, dass es erlaubt ist, nach dem Gebet Allah (subhanahu wa ta’ala) laut zu gedenken.
Imam Nawawi sagte: „Imam Schafi’i folgerte aus der Überlieferung, dass die Sahaba eine kurze Zeit lang laut Dhikr machten, um der Gemeinschaft zu zeigen, wie der Dhikr gemacht wird. Wir können nicht sagen, dass sie immer auf diese Weise laut Dhikr machten. Vielmehr ist die bevorzugte Meinung die, dass der Imam und die Gemeinschaft leise Dhikr machen. Man kann aber Dhikr laut machen, um den Menschen diesen Dhikr zu lehren.“
Aus den Worten von Ibn Abbas erkennt man, dass er aufgrund der Dhikrstimmen wusste, dass die Sahaba das Gebet beendet hatten. Qadi Iyadh sagte: „Bei Betrachtung des äußeren Wortlauts kommt man zum Schluss, dass Ibn Abbas nicht an der Gemeinschaft teilgenommen hat. Dies ist so, weil Ibn Abbas zu der Zeit klein war und nicht verpflichtet war, an der Gemeinschaft teilzunehmen. Das ist der Grund, weshalb er durch die Stimmen des Dhikrs erfahren hat, dass das Gebet beendet wurde."
Ein anderer Gelehrter kam bezüglich dieser Thematik zu folgendem Schluss: „Es ist möglich, dass Abdullah Ibn Abbas in den hintersten Reihen der Gemeinschaft gebetet hat. Deshalb konnte er vermutlich nicht merken, dass das Gebet durch den Salam beendet wurde, sondern merkte dies erst durch die Takbirat nach dem Gebet.“
Ibn Dakik’ul Iyd hat folgende Einschätzung: „Es ist erkennbar, dass in der Gebetsreihe von Ibn Abbas kein Muezzin mit kräftiger Stimme vorhanden war, der die hinteren Reihen (mit den vorderen) mit seiner Stimme verbunden hat.“
Die Überlieferung mit dem Ausdruck „Ich wußte anhand des Takbirs“ grenzt die vorige Überlieferung und die von Ibn Jubayr überlieferte Überlieferung noch mehr ein, denn das Wort „Dhikr“ ist allgemeiner und hat eine umfangreichere Bedeutung als das Wort „Takbir“. Es ist auch denkbar, dass das Wort „Takbir“ in diesem Fall das Wort „Dhikr“ erläutert. Demnach würde „Die Erhebung der Stimme mit dem Gedenken Allahs (Dhikr)“ „Sie machten mit lauter Stimme Takbir“ bedeuten. Daraus könnte man folgern, dass die Sahaba Takbir machten, bevor sie dreiundreißigmal Tasbih (subhanallah) und Hamdalah (alhhamdulillah) machten.
Der Ausdruck „die höchsten Ränge“ in der Überlieferung von Abu Hurayra kann eine dingliche sowie auch eine werthaltige Bedeutung haben. Wenn wir von der dinglichen Bedeutung ausgehen würden, dann wäre die Bedeutung „Der höchste Platz und die höchsten Stufen im Paradies“. Die werthaltige Bedeutung jedoch wäre „der hohe Wert und die hohe Stufe bei Allah“.
Bezüglich des Ausdrucks „nach jedem Gebet“ wurden folgende Deutungen geliefert:
Aufgrund dieser Überlieferung wird deutlich, dass der hier erwähnte Dhikr nach dem Gebet aufgesagt wird. Es ist kein Problem, wenn man diesen Dhikr, - ohne dass es den Anschein macht, dass man diesem Dhikr den Rücken kehrt – eine kurze Zeit verspätet, vergisst oder davor andere überlieferte Gedenkarten nach dem Gebet wie z.B das Aufsagen von Ayat al-Kursi aufsagt.
Wenn man nach dem äußeren Wortlaut geht, sieht es so aus, als wenn hier die Pflicht- und die Nafilagebete gemeint sind. Die Mehrheit der Gelehrten sagt jedoch, dass hierbei das Pflichtgebet gemeint ist. Gestützt wird (diese Meinung) durch die Überlieferung Imam Muslims von Ka’b Ibn Ajra, die den Ausdruck „Pflichtgebete“ enthält.
Ibn Battal überliefert folgende Meinung von Mihlab: „Nach diesem Hadith ist das Reichsein ein Vorteil und eine Tugend. Dieses Urteil gründet nicht auf Deutung (Tawil), sondern auf der Offensichtlichkeit des Hadiths. Obwohl die Reichen und die Armen bezüglich der ihnen auferlegten und zu verrichtenden Pflichten gleich sind, sind die Reichen aufgrund ihrer Möglichkeit, Sadaqa zu geben und gute Taten zu tun, die die Armen nicht tun können, besser als die Armen gestellt.“
Danach sagte Ibn Battal: „Ich traf einige Leute des Kalam, die die Meinung vertraten, dass die Überlegenheit aufgrund der in der Überlieferung erwähnten, und nach dem Gebet zu machenden Dhikr lediglich für die Armen gilt. Dies zeigt, dass diese Leute des Kalam den Teil „es sei denn, dass ein anderer es tut“ nicht berücksichtigt haben. Demnach erhält jeder, der die vom Gesandten Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) erwähnten Dhikrs aufsagt, die selbe Überlegenheit/Stufe.
Dieses Thema wird wieder in Teil 56 vom Kitabu’l-at’ima beim Hadith „Derjenige, der dankbar ist, und die Menschen sättigt, ist wie jemand, der fastet und geduldig ist“ behandelt.
Was man aus dem Hadith folgert:
1. Ein Gelehrter muss bei der Beantwortung verschiedener Themen Lösungen liefern, womit man mit kleinen Taten auf die Stufe von großen und hohen Taten kommen kann.
Damit der Verstand der Menschen nicht durcheinanderkommt und keine Meinungsunterschiede entstehen, sollte man nicht direkt die tugendhaftere Tat erläutern. Ibn Battal kam aufgrund der Aussage des Gesandten Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) „Lasset mich euch etwas nennen, mit dem ihr - wenn ihr es vollzieht – den Rang und den Lohn jener einholt, die besser als euch stehen“ zu diesem Schluss, denn der Gesandte Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) sagten den Armen nicht: „Ja, diese Reichen sind besser als ihr“, sondern zeigte ihnen, wie oben erwähnt, einen Weg.
2. Wie im Teil 5 von Kitabu’l Ilm erklärt wurde, wird hier auf den Wetteifer mit den tugendhaften Menschen hingewiesen. Aus dieser Sicht sind der Wetteifer und der in den Überlieferungen des Gesandten Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) kritisierte Neid zwei völlig verschiedene Eigenschaften.
3. Die Menschen sollten sich mit den guten Taten beeilen und sollten sogar untereinander wetteifern, denn diese Taten sind der Grund dafür, dass die Stufen erhöht werden. So fingen die Reichen sofort mit dem erwähnten Dhikr an, als sie davon hörten, dass sie die Rangstufen erhöhen. Der Gesandte Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) fand das nicht ungewöhnlich.
4. Das Urteil in der Überlieferung „es sei denn, dass ein anderer es tut“ bezieht sich sowohl auf die Reichen, als auch auf die Armen.
5. Es ist möglich, dass man mit der dauerhaften und leichten Tat die Stufe eines Menschen erreichen kann, der schwere und mühselige Taten verrichtet.
6. Es ist sehr tugendhaft, nach dem Gebet Allah zu gedenken.
Nach der Überlieferung von Al-Mughira Ibn Schu`ba ist es empfohlen (mustahab), die erwähnte Dua in der Überlieferung nach dem Gebet zu aufzusagen, da diese Dua den Tauhid, das Geben, das Verhindern und die Bestätigung der Eigenschaft Allahs, dass er die Macht über alle Dinge hat, beinhaltet.
Darüber hinaus zeigt diese Überlieferung, dass man sich fest an die Sunnah halten, und sie unter dem Volk verbreiten muss.
(Ibn Hajar al-Asqalani – Fathu’l Bari)


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