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Thema: Der Glaube an die Propheten und Gesandten

  1. #1
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    Der Glaube an die Propheten und Gesandten




    Diese Themenreihe wird - so Allah will - folgende Kapitel umfassen:

    1. Einleitung
    2. Die Bedeutung von Nabi und Rasul
    3. Die Zeichen des Prophetentums
    4. Die Offenbarung und seine Formen
    5. Falsche Propheten
    6. Wie die Philosophen das Prophetentum und die Offenbarung erörterten
    7. Die Autorität des Propheten
    8. Die Unfehlbarkeit der Propheten
    9. Allahs mittels den Propheten gehorchen
    Geändert von Abu_Taymiyyah (31.07.2010 um 04:15 Uhr)

  2. #2
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    1.Einleitung

    Der arabische Begriff für Propheten ist „an-Nabiy“, dessen Plural „al-Anbiya“ ist und aus „an-Naba“ und „an-Nubu“ entsprießt; ersteres bedeutet so viel wie Kunde und letzteres einen hohen Rang. Und der Begriff für Gesandter ist „al-Rasul“, dessen Plural „al-Rusul“ ist, und aus der Wortwurzel „Arsala“ abgeleitet wird, was so viel bedeutet, wie, dass jemand entsandt wurde.

    Der Glaube an seine Gesandten und Propheten, beinhaltet an alle seine Botschafter zu glauben, die Allah auserwählte, um die Menschen aus der Finsternis zum Lichte Allahs zu führen. Damit verbunden sind auch jene Gesetzgebungen und Schriften, die den einzelnen Botschaftern herabgesandt worden sind. Der Wesentliche Unterschied zwischen einen Propheten und Gesandten ist, dass ein Gesandter (Rasul) eine eigene Gesetzgebung offenbart wird, wobei auch ihn befohlen wird, diese an die Menschheit zu verkünden. Dem Propheten (Nabi) ist die Gesetzgebung eines anderen Gesandten offenbart worden, wobei auch ihm befohlen wurde diese zu Verkünden. Gesandter ist also jemand, dem die Bekanntmachung seiner eigenen offenbarten Gesetzgebung angeordnet wurde und ein Prophet ist dieser, dem die Bekanntgabe der (offenbarten) Gesetzgebung eines anderen befohlen wurde.

    Alle Propheten und Gesandten wurden von ihrem Volk Verstoßen und ihnen wurde viel Leid zugefügt, jedoch war dies ihre Aufgetragene Prüfung, die Allah ihnen auftrug. Allah sagt diesbezüglich

    {"Oder meint ihr etwa, ihr wurdet ins Paradies eingehen, ohne (dass etwas) Ähnliches über euch gekommen sei wie über diejenigen, die vor euch dahingegangen sind? Not und Unheil erfasste sie, und sie sind erschüttert worden, bis der Gesandte und die Mu’minun mit ihm sagten: Wann kommt die Hilfe Allahs? Doch wahrlich, Allahs Hilfe ist nahe." (Sure al-Baqara, Vers.214)}

    Allah, gepriesen sei Er, spricht über jene welche die Gesandten leugnen:

    {"Wahrlich, diejenigen, die nicht an Allah und Seine Gesandten glauben und eine Trennung zwischen Allah und Seinen Gesandten machen und sagen "Wir glauben an die einen und verwerfen die anderen" und einen Zwischenweg einschlagen möchten, diese sind die Ungläubigen im wahren Sinne, und bereitet haben wir den Ungläubigen eine schmähliche Strafe. Diejenigen aber, die an Allah und an Seine Gesandten glauben und zwischen ihnen keinen Unterschied machen, sind es, denen Er ihren Lohn geben wird..." (Sure an-Nisa, Vers.150-152)}

    Und Allah, gepriesen sei Er, sagt über die Propheten und Gesandten:

    {"Wahrlich, Wir gaben Moses das Buch und ließen ihm die Gesandten nachfolgen; und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise und unterstützten ihn durch heilige Eingebung. Doch sooft euch ein Gesandter etwas brachte, was euch nicht behagte, wahret ihr hochmütig und erklärtet einige für Lügner und erschluget andere!" (Sure Al-Baqara, Vers.87)

    "Wahrlich, Jesus ist vor Allah gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, als dann sprach Er zu ihm: "Sei!" und da war er." (Sure Al-Imran, Vers.59)

    "Wahrlich, Wir haben dir offenbart, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo; und Wir haben David einen Zabur (Psalmen) gegeben." (Sure An-Nisa, Vers.163)

    "Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob; jeden leiteten Wir recht, wie Wir vordem Noah rechtgeleitet hatten und von seinen Nachkommen David, Salomo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron. So belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun." (Sure An-An’am, Vers.84)

    "Und erwähne in diesem Buch Idris. Er war ein Wahrhaftiger, ein Prophet." (Sure Maryam, Vers.56)

    "Und Ismael und Idris und Thu-l-Kifl; sie alle zählten zu den Standhaften." (Sure Ambiya,Vers.85)

    "Wahrlich, Gott hat Adam, Noah, die Familie Abrahams und die Familie Imrans vor allen Menschen und Völkern auserkoren." (Sure Al-Imran, Vers.33)

    "Wir entsandten Noah zu seinem Volk, und er sagte: O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Wahrlich, ich fürchte für euch die Strafe eines großen Tages." (Sure Al-A’raf, Vers.59)
    }
    Der erste Prophet war Adam und das Siegel der Propheten und Gesandten war Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm. Das Prophetentum von Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – ergibt sich aus der Tatsache, dass er das Prophetentum für sich reklamierte und ein Wunder hervorbrachte. Was die Reklamation des Prophetentums betrifft, so steht dies durch definitive, absolut authentische Übermittlung fest. Die Hervorbringung des Wunders ergibt sich aus der Tatsache, dass er das Wort Allahs, des Erhabenen, verkündete und alle rhetorischen Sprachkünstler trotz der Vollkommenheit ihrer Sprachbeherrschung herausforderte, Gleiches hervorzubringen. Sie vermochten es jedoch nicht einmal, seiner kürzesten Sure zu entsprechen, obwohl sie sich darin verausgabten. Schließlich gaben sie es auf, ihm mit Worten und stilistischer Vollkommenheit zu begegnen, obwohl sie darin unter allen Menschen die besten Fähigkeiten hatten, und entschlossen sich zu seiner Bekämpfung durch Schwert und Gewalt. Von niemandem von ihnen wird jedoch überliefert, dass er etwas Ähnliches hervorbringen konnte, obwohl es dafür genügend Gründe gäbe. Dies beweist in definitiver Form, dass der Koran von Allah dem Erhabenen stammt und die Wahrhaftigkeit der Prophetenreklamation von Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – steht mit sicherer Erkenntnis fest. Die Anzahl der Propheten und Gefährten ist jedoch nicht bekannt, denn Allah sagt zu Seinem Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm:

    {„Und Wir entsandten auch vor dir Gesandten. Von einigen haben Wir dir erzählt, von anderen nicht. (Sure Gafir, Vers.78)}

    Die Botschaft (Ar-Risala) ist eine Gesandtschaft des Dieners von Allah an die Menschen, um ihnen das zu erläutern, was sie zur Bewältigung ihrer Anliegen im Diesseits und Jenseits beanspruchen. Die Weisheit fordert die Sendung von Gesandten, da sich darin die Rechtleitung und das Interesse, der Menschen liegen. Außerdem wurden die Gesandten tatsächlich entsandt. So hat Allah vonden Menschen Gesandten andie Menschen beruft, die den Gefährten von Glauben und Folgsamkeit die Frohbotschaft des Paradieses und des großen Lohnes verkünden und die Anhänger von Unglaube und Ungehorsamkeit vor dem Flammen und der Strafe warnen. Die Gesandten zeigen den Menschen auch, was sie an Bestimmungen des Diesseits und des Jenseits brauchen, da dies zu jenen Angelegenheiten gehört, zu denen der Intellekt keinen Zugang hat, weil er den Menschen mit all seinen Zuständen nicht erfassen kann. Allah unterstützte die Propheten und Gesandten mit Wundern, welche den alltäglichen Regeln (Naturgesetzen) zuwiderliefen. Denn das Wunder stellt ein Besonderheit dar, das den gewohnten Regeln zuwiderläuft und durch jenen vollstreckt wird, der das Prophetentum für sich beanstandet, wobei er die Negierenden damit auffordert und sie nicht im Stande sind, Gleiches auszuführen. Ohne den Beitrag eines Wunders, wäre es nämlich nicht zwingend, dem Wort des Propheten zu folgen, auch würde sich der wahrhaftige in der Vorgabe des Prophetentums vom Betrüger nicht unterscheiden. Durch das Geschehen des Wunders stellt sich bei denen, die von diesem Wunder überzeugt wurden, die definitive Sicherheit über die Wahrhaftigkeit des Propheten ein und dass dieses Wunder nicht von einem Menschen hervorgebracht werden kann.

  3. #3
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    Die Bedeutung der Propheten (an-Nabiy) und Gesandten (ar-Rasul)

    Ein Prophet (an-Nabiy) ist jemand, wem Allah, gepriesen sei Er, eine Botschaft offenbarte, um sie seinen Leuten mitzuteilen. Wenn jemand an die Ungläubigen und Polytheisten entsandt wurde, ist er ein Gesandter (ar-Rasul). Aber wenn er zu jenen entsandt wird, welche bereits den Iman haben, so ist er ein Prophet. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass ein Gesandter, eine neue Scharia offenbart wurde. Der Prophet wird "an-Nabi" genannt, weil er jemand ist, der in Kenntnis gesetzt wurde und andere in Kenntnis setzen soll. Er ist in Kenntnis gesetzt, weil Allah ihm die Offenbarung herabgesandt hat:

    {"Und als er es ihr vorenthielt, da sagte sie: „Wer hat dich davon unterrichtet?“ Er sagte: „Unterrichtet hat mich der Allwissende, der Allkundige“." (Sure At-Tahrim, Vers.3) }

    Er ist jemand, der im Namen von Allah informieren soll:

    {"Verkünde Meinen Dienern, dass Ich wahrlich der Allverzeihende, der Barmherzige bin... " (Sure Al-Higr, Vers.49) }

    Die Araber gebrauchten, den Begriff al-Nabwa, als Ausdruck für den erhöhten Erdboden (Nabwa), dem sie als Orientierung auf ihren Reisen folgten. Der Beziehung zwischen diesem geläufigen Gebrauch des Wortes und seiner Bedeutung ist der, dass Propheten von größtem Ansehen im Diesseits und Jenseits sind. Sie sind die vollwertigsten Menschen, und sie sind die Führung für Menschen und Völker im Diesseits und Jenseits, d. h., sie nehmen unter den Menschen eine erhöhte Stellung bzw. Position ein.

    Ein Prophet (an-Nabi) ist jemand, wem Allah, gepriesen sei Er, eine Botschaft offenbarte und er diese Offenbarung an die Menschen heranträgt. Wenn jemand zu jenen entsandt wird, welche entgegen der Lebensordnung Allahs stehen, sodass er ihnen Seine Botschaft bringen kann, ist er ein Gesandter (ar-Rasul). Aber wenn die Leute bereits eine frühere Scharia befolgen und er nicht mit einer spezifischen Botschaft an jemanden entsandt wurde, ist er ein Prophet (an-Nabi), nicht ein Gesandter (ar-Rasul). Prophet und Gesandter sind zwei unterschiedliche Begriffe, die jedoch die Gemeinsamkeit besitzen, dass ihnen Gesetzgebung offenbart wurde. Zudem ist es falsch zu behaupten und wiederspricht außerdem, dem Wort Allahs, zu meinen, dass es keine Differenz zwischen einen Propheten und Gesandten gibt. Der Beweis dafür, ist das Wort Allahs:

    { Und Wir schickten vor dir keinen Gesandten oder Propheten, dem, wenn er etwas wünschte, Satan seinen Wunsch nicht (zu) beeinflussen (trachtete). (Sure al-Hagg, Vers.52) }

    Al-Qadi al-Qudat al-Imam Abdullah Ibn Umar Ibn Muhammad al-Baidawi ash-Schafi’i – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte diese Worte, wie folgt: „Gesandter ist jemand, den Allah mit einer neuen Gesetzgebung entsandt hat, um sie den Leuten zu verkünden. Und Prophet ist jemand, den Allah entsandt hat, um eine frühere Botschaft zu bestätigen.“[1]

    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hasan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – legte die Differenz beiderlei, wie folgt dar: „Die Menschen differenzierten zwischen einem Propheten (an-Nabiy) und Gesandten (ar-Rasul) auf unterschiedliche Weise. Die Wahrhaftigste Meinung betreffs dieser Fragestellung, gemäß meiner Beurteilung, ist das wenn Allah über das Verborgene einem Mann etwas offenbarte und ihn auffordert sie andere mittzuteilen, so ist er sowohl ein Prophet als auch ein Gesandter. Aber wenn Er, gepriesen sei Er, ihn nicht auffordert es zu anderen zu predigen, so ist er ein Prophet und kein Gesandter. Demgemäß ist ein Gesandter eine spezielle Art von Propheten. Alle Gesandten sind Propheten, aber nicht umgekehrt. Die Funktion eines Gesandten ist höher als die des Propheten, welches es in sich vereinigt. Auf der anderen Seite, ist die Kategorie der Gesandten eine kleinere Kategorie (von der Anzahl her), als die der Propheten, welches die ersten mit einschließen und umfangreicher als es ist. Kurz gesagt, betreffs der Konzepte, ist die Funktion der Gesandten umfangreicher, aber bezüglich seiner Anzahl, sind die geringer.“[2]

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte diesen Vers, wie folgt: „Hier sind sowohl Rasul und Nabi angeführt worden, welche entsandt worden sind, aber lediglich einer wurde als Rasul bezeichnet, weil er ist der bevollmächtigte Gesandte (ar-Rasul al-Mutlaq), welcher damit beauftragt wird, die Botschaft Allahs an die Leute zu überbringen, die Seiner Lebensordnung entgegenstehen.“[3]

    ________________________________________
    [1] Asrar ut-tanzil wa Asrar ut-Ta'wil

    [2] Sharh al-Aqida at-Tahawiya, S.85

    [3] An-Nubuwwah, S.172



  4. #4
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    Trotz des Unterschieds zwischen Propheten und Gesandten glaubten sie alle und übermittelten die reine Botschaft des Tawhid, d. h. der Einheit Allahs. Alle Propheten und Gesandten waren gehorsame Diener Allahs und unfehlbar in ihrer Übermittlung des Tawhid in reiner Form. Sie wurden von Allah zu den Menschen entsandt und damit betraut, die Botschaft des Tawhid zu übermitteln, dies in einer klaren deutlichen Sprache, indem sie allesamt zur Alleinigen Anbetung Allahs aufriefen.

    Somit ist Moses in diesem Sinne ein Prophet, weil ihm eine eigene Gesetzgebung offenbart wurde und ein Gesandter, da die ihm Offenbarte Gesetzgebung seine eigene Botschaft darstellt. Harun ist ein Prophet, da ihm Gesetzgebung offenbart worden ist, jedoch kein Gesandter, da die ihm offenbarte Gesetzgebung nicht seine eigene verkörperte, sondern die von Moses. Der erste Prophet war Adam und der erste Gesandte war Noah. Es wird durch eine authentische Überlieferung bestätigt, dass Noah der Gesandte (Rasul) war, um den Leuten die Reine Botschaft Allahs zu überbringen und zum unverfälschten und kompromisslosen Tawhid aufzurufen.[1] Jedoch wurden vor Noah, schon etliche Propheten zu den Völkern entsandt, wie Idris. Zwischen Adam und Noah lagen zehn Jahrhunderte, in der genannten Zeit die Gesamte Menschheit ausschließlich Allah, gepriesen sei Er, alleine Anbeteten; die Beigesellung anderer Partner neben Allah, begann zum ersten Mal in der Gesichte zurzeit von Noah. Sayyiduna Abdullah Ibn Abbas – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Zwischen Adam und Noah beiden, waren zehn Jahrhunderte (Qurun), in denen nach dem Gesetz Allahs (gelebt wurde). Dann wurden die Menschen uneins und Allah schickte Propheten als Freudenverkünder und Warner[...]“[2]Der verwendete Begriff „Qurun“ ist der Plural von „Qarn“ dessen Bedeutung eigentlich Jahrhundert ist, jedoch auch je nach Kontext auch Generation von Menschen bedeuten kann, wie im Wort Allahs:

    {"Und wie viele Generationen (Qurun) vernichteten Wir nach Noah." (Sure al-Isra, Vers.17)}

    {"Dann brachten Wir nach ihnen eine Generation (Qarn) von Anderen hervor." (Sure al-Mu’minun, Vers.31)}

    Jesus ist ein Prophet, da ihm eine Gesetzgebung offenbart wurde und ein Gesandter, weil die Ihm von Allah geoffenbarte Gesetzgebung Seine Persönliche Botschaft, an die Menschen war. Muhammad ist sowohl ein Prophet als auch ein Gesandter, da er eine Gesetzgebung offenbart bekam und sie zudem seine eigene Botschaft verkörpert. Die Propheten und Gesandten sind die großartigsten Menschen, die je Existiert haben. Sie sind die Vorbilder der gesamten Menschheit. Ihr Herz ist an Reinheit, ihr Verstand an Weisheit und ihre Taten an Rechtschaffenheit nicht zu übertreffen.

    Jeder dieser Propheten erhielt Offenbarung (Wahiy) von Allah, welcher Ihnen darüber Unterrichtete, was ihre Aufgabe darstellt und was sie den Gläubigen ihrer Zeit als Pflicht auferlegen soll. Sicherlich, glaubten sie an sie, genau, wie die Anhänger der Scharia an jene glauben, was sie Gelehrten über den Propheten berichten. Dasselbe galt für die Propheten der Bani Israel; allesamt wurde ihnen auferlegt die Rechtsprüche der Thora zu Erörtern. In manchen speziellen Fällen erhielten sie tatsächlich Offenbarung; aber betreffs der Scharia der Thora handelten sie gleichermaßen, wie die Gelehrten aus unseren Reihen, mit dem Koran, welche mit Scharfsinnigkeit die Rechtsprüche darin Erörterten. Demgemäß ist ein Prophet (Nabiy) jemand, wem Allah, gepriesen sei Er, etwas mitteilt, sei es ein Befehl etwas auszuführen oder ein Verbot etwas zu unterlassen, oder Informationen für jene, welche an das glauben, was Allah, gepriesen sei Er, den Prophet mitteilt. Aber wenn sie zu einen Ungläubigen Volk entsandt werden, so wird Ihnen befohlen, die Menschen zur alleinigen Anbetung und Gehorsamkeit Allahs, sowie das sie Allah keine Partner beigesellen, aufzurufen. In diesem Fall ist es gewöhnlich das eine Gruppe von Leuten sein Prophetentum zurückweist und lügen, sowie Täuschungen über Ihn erzählen. So berichtet Allah, gepriesen sei Er, über diese Situation:

    {"So kam auch zu denen vor ihnen kein Gesandter, ohne dass sie gesagt hätten: „(Dies ist) ein Zauberer oder ein Besessener!“" (Sure ad-Dariyat, Vers.52) }

    {"Nichts anderes wird dir gesagt, als was schon den Gesandten vor dir gesagt wurde. Deinem Herrn eignet wahrlich die Vergebung, (Ihm eignet) aber auch die schmerzliche Bestrafung." (Sure Fussilat, Vers.43) }

    Nehmen wir den Gesandten Noah als Beispiel, als Er sein Volk zum Tawhid aufrief:

    {"Mein Herr, ich habe mein Volk bei Nacht und Tag (zum Iman) aufgerufen. Doch mein Ruf hat nur bewirkt, dass sie mehr und mehr davonliefen; und sooft ich sie rief, dass Du ihnen vergeben mögest, steckten sie ihre Finger in die Ohren und hüllten sich in ihre Gewänder und verharrten (in ihrem Zustand) und wurden allzu hochmutig. Dann rief ich sie in aller Öffentlichkeit auf. Dann predigte ich ihnen öffentlich, und ich redete zu ihnen im Geheimen, und ich sagte: Sucht Vergebung bei eurem Herrn; denn Er ist Allvergebend. Er wird Regen für euch in Fülle hernieder senden; und Er wird euch mit Glücksgütern und Kindern starken und wird euch Garten bescheren und für euch Flusse strömen lassen. Was ist mit euch, dass ihr Allah nicht (in der Ihm gebührenden Weise) ehrt, wo Er euch doch in (verschiedenen) Phasen erschaffen hat? Habt ihr nicht gesehen, wie Allah sieben aufeinander geschichtete Himmel geschaffen hat und den Mond als ein Licht in sie gesetzt hat? Und gemacht hat Er die Sonne zu einer Leuchte Und Allah hat euch wie die Pflanzen aus der Erde wachsen lassen. Dann wird Er euch wieder in sie zurückkehren lassen, und Er wird euch dann aus ihr hervorbringen. Und Allah hat die Erde für euch zu einer ausgelegten Flache gemacht, auf dass ihr auf ihren gangbaren Wegen ziehen möget." (Sure Nuh, Vers.5-20)}

    Die Vornehmen seines Volkes, meinten offenbar, dass sie sich zu fein währen, mit den Schwachen in einer Gemeinschaft zu sein und das sie sich mit Noah treffen würden, jedoch unter der Bedingung, dass er die Schwache vertreiben soll. Dies lehnte Noah jedoch ab:

    {"Die Vornehmen seines Volkes, die sich nicht Gott ergeben wollten, sagten: Wir sehen in dir nur einen Menschen unseresgleichen, und wir sehen, dass dir keine als jene gefolgt sind, die aller äußeren Erscheinung nach die Niedrigsten unter uns sind, noch sehen wir in euch irgendeinen Vorzug vor uns; nein, wir erachten euch für Lügner. Er sagte: O mein Volk, (ihr) seht nicht ein, dass ich einen klaren Beweis von meinem Herrn habe; und Er hat mir Seine Barmherzigkeit gewährt, die euch aber verborgen geblieben ist. Sollen wir sie euch da aufzwingen, wo sie euch zuwider ist? O mein Volk, ich verlange von euch kein Entgelt dafür. Mein Lohn ist allein bei Allah. Und ich werde gewiss nicht die Mu’minun verstoßen. Sie werden ihrem Herrn begegnen. Allein, ich erachte euch für ein Volk, das unwissend ist. O mein Volk, wer würde mir gegen Allah helfen, wenn ich sie verstieße? Wollt ihr (das) denn nicht einsehen?" (Sure Hud, Vers.27-30)}


    Beinah eintausend Jahre lud Noah sein Volk zum Tawhid auf, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Und wahrlich, Wir sandten Noah zu seinem Volke, und er weilte unter ihnen eintausend Jahre weniger fünfzig Jahre. Da ereilte sie die Sintflut, weil sie Missetäter waren." (Sure.29, Vers.14)}

    Bei den meisten jedoch nütze dieser aufrief nichts:

    {"Noah sagte: Mein Herr, sie haben mir nicht gehorcht und sind einem gefolgt, dessen Reichtum und Kinder nur sein Verderben verstärkt haben. Und sie haben gewaltige Ranke geschmiedet. Und sie sagen (zueinander): Lasst eure Götter nicht im Stich. Und verlasst weder Wadd noch Suwa noch Yaghuth und Ya'uq und Nasr. Und wahrlich, sie haben viele verfuhrt; so mache, dass die Ungerechten selber umso mehr in die Irre gehen." (Sure al-Ankabut,Vers.21-24)}

    Die Menschen, des Volkes Noahs, die der Rechtleitung Allahs nicht gefolgt sind, werden sogar im Jenseits leugnen, dass überhaupt ein Gesandter als Warner zu ihnen geschickt wurde.

    ______________________________________________
    [1] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab at-Tawhid, Nr.19; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr. 327

    [2] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Nubuwwah, S.172; Abu Dschafar Ibn Dscharir at-Tabari: Tarikh al-Rusul wa’l Muluk wa’l Khulafa

  5. #5
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    Die Gesandten (al-Rusul) wurden jeher von einigen den Leuten des anderen Glaubens gewöhnlich zurückgewiesen. Die Worte: "Und Wir schickten vor dir keinen Gesandten oder Propheten", legen offen das Propheten (al-Nabiy) auch entsandt werden, aber sie nicht den Titel des Gesandten (ar-Rasul) genießen, weil sie nicht zu den Leuten entsandt werden, welche Unwissend bezüglich der Botschaft Allahs sind. Die Propheten predigten den Gläubigen was sie wissen mussten, um auf den Wahrhaftigen Weg zu sein, gleichermaßen wie die Gelehrten es tun. Dies ist der Grund, weshalb der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Die Gelehrten sind die Erben (Nachfolger) der Propheten.“[1]

    Für einen Gesandten ist es nicht notwendig, unbedingt eine neue Scharia offenbart zu bekommen. Denn Joseph war ein Gesandter, aber folge trotz dessen der Scharia von Abraham. Und David, sowie Solomon waren Gesandten, obwohl sie der Scharia der Thora folgten. Der Beweis für ersteres ist, das Wort Allahs:

    {"Und Joseph kam ja vordem mit deutlichen Beweisen zu euch, jedoch ihr hörtet nicht auf, das zu bezweifeln, womit er zu euch kam, bis ihr dann, als er starb, sagtet: "Allah wird nimmermehr einen Gesandten nach ihm erstehen lassen." Also erklärt Allah jene zu Irrenden, die maßlos (und) Zweifler sind." (Sure Ghafir, Vers.34) }

    Der Beweis für das andere ist, das Wort Allahs:

    {"Wahrlich, Wir haben dir offenbart, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo; und Wir haben David einen Zabur gegeben. Und über einige Gesandte haben wir dir (schon) früher berichtet, über andere (bisher überhaupt noch) nicht - und mit Moses hat Allah wirklich gesprochen." (Sure an-Nisa, Vers.163-164) }

    ____________________________________
    [1] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Nubuwwah, S.173

  6. #6
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    Ich hätte eine Bitte und zwar könnt ihr die ersten Drei Post Löschen? Da ich einiges Korrigiert und Erweitert habe. Barakallahufeek Geschwister.

    Nun kommen wir zur Einleitung:


    Einleitung:

    Der arabische Begriff für Propheten ist „an-Nabiy“, dessen Plural „al-Anbiya“ ist und aus „an-Naba/an-Nubu“ entsprießt; ersteres bedeutet so viel wie Kunde und letzteres einen hohen Rang. Und der Begriff für Gesandter ist „al-Rasul“, dessen Plural „al-Rusul“ ist, und aus der Wortwurzel „Arsala“ abgeleitet wird, was so viel bedeutet, wie, dass jemand entsandt wurde.

    Der Iman an seine Gesandten und Propheten, beinhaltet an alle seine Botschafter zu glauben, die Allah, gepriesen sei Er, auserwählte, um den Menschen aus der Finsternis zum Licht der Rechtleitung zu führen. Mit den Iman an die Gesandten und Propheten sind noch weitere Angelegenheiten verbunden, wie an jene Gesetzgebungen und Schriften, die den einzelnen Botschaftern offenbart worden sind. Ferner sind dies nicht die einzigen Bestandteile welche den Iman daran ausmachen, eher umfasst es: die Zeichen des Prophetentum, Mu’jiza[1], Arten der Offenbarung (al-Wahiy), Unfehlbarkeit, Eigenschaften der Propheten und daran das Allah, gepriesen sei Er, jedem Volk einen Botschafter entsandte, der da predigte: „La Ilaha Il Allah.“

    Zwischen einen Propheten und Gesandten besteht in dem Sinn kein Unterschied, dass beide Ansprechpartner Allahs sind und den Menschen den Tawhid und die Lossagung der Götzen predigten. Der elementarische Unterschied liegt jedoch darin, dass ein Rasul (Gesandter) jemand ist, dem Allah, gepriesen sei Er, Offenbarungen sendet, Ihm eine Schrift offenbart und damit eine neue Gesetzgebung (Scharia) bekommt, wobei auch ihm befohlen wurde diese zu Verkünden. Ein Nabi (Prophet) ist hingegen jener, dem die Bekanntgabe der (offenbarten) Gesetzgebung eines anderen befohlen wurde.

    Alle Propheten und Gesandte wurden mittels ihrer Botschaft hart Geprüft, so wurden sie von ihrem Volk Verstoßen und viel Leid wurde ihnen zugefügt, jedoch war dies ein Bestandteil ihrer von Allah Aufgetragenen Prüfung. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Oder meint ihr etwa, ihr wurdet ins Paradies eingehen, ohne (dass etwas) Ähnliches über euch gekommen sei wie über diejenigen, die vor euch dahingegangen sind? Not und Unheil erfasste sie, und sie sind erschüttert worden, bis der Gesandte und die Mu’minun mit ihm sagten: Wann kommt die Hilfe Allahs? Doch wahrlich, Allahs Hilfe ist nahe." (Sure al-Baqara, Vers.214)}

    Nur die Leugnung eines Propheten, der eindeutig im Koran angeführt wird, führt unweigerlich zum Unglauben (Kufr), weil durch eine derartige Leugnung einer Offenbarung Allahs, wird die Offenbarung abgelehnt. Denn die Leugnung irgendeines Buchstaben aus dem Koran ist, als ob man den gesamten Koran leugnen würde. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Wahrlich, diejenigen, die nicht an Allah und Seine Gesandten glauben und eine Trennung zwischen Allah und Seinen Gesandten machen und sagen "Wir glauben an die einen und verwerfen die anderen" und einen Zwischenweg einschlagen möchten, diese sind die Ungläubigen im wahren Sinne, und bereitet haben wir den Ungläubigen eine schmähliche Strafe. Diejenigen aber, die an Allah und an Seine Gesandten glauben und zwischen ihnen keinen Unterschied machen, sind es, denen Er ihren Lohn geben wird..." (Sure an-Nisa, Vers.150-152)}

    {"Wahrlich, Wir gaben Moses das Buch und ließen ihm die Gesandten nachfolgen; und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise und unterstützten ihn durch heilige Eingebung. Doch sooft euch ein Gesandter etwas brachte, was euch nicht behagte, wahret ihr hochmütig und erklärtet einige für Lügner und erschluget andere!" (Sure al-Baqara, Vers.87)}

    {"Wahrlich, Jesus ist vor Allah gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, als dann sprach Er zu ihm: "Sei!" und da war er." (Sure al-Imran, Vers.59) }

    {"Wahrlich, Wir haben dir offenbart, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo; und Wir haben David einen Zabur gegeben." (Sure an-Nisa, Vers.163)}

    {"Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob; jeden leiteten Wir recht, wie Wir vordem Noah rechtgeleitet hatten und von seinen Nachkommen David, Salomo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron. So belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun." (Sure an-An’am, Vers.84)}

    {"Und erwähne in diesem Buch Idris. Er war ein Wahrhaftiger, ein Prophet." (Sure Maryam, Vers.56)}

    {"Und Ismael und Idris und Dhu-l-Kifl; sie alle zählten zu den Standhaften." (Sure Ambiya,Vers.85)}

    Die Botschaft (ar-Risala) ist eine Gesandtschaft des Dieners von Allah an die Menschen, damit ihnen das erläutert wird, was sie zur Aufklärung ihrer Anliegen im Diesseits und Jenseits beanspruchen. Die Weisheit fordert die Sendung von Gesandten, da sich darin die Rechtleitung und das Interesse, der Menschen liegen. Außerdem wurden die Gesandten tatsächlich entsandt. So hat Allah vonden Menschen Gesandten andie Menschen beruft, die den Gefährten von Glauben und Folgsamkeit die Frohbotschaft des Paradieses und des großen Lohnes verkünden und die Anhänger von Unglaube und Ungehorsamkeit vor dem Flammen und der Strafe warnen. Die Gesandten zeigen den Menschen auch, was sie an Bestimmungen des Diesseits und des Jenseits brauchen, da dies zu jenen Angelegenheiten gehört, zu denen der Intellekt keinen Zugang hat, weil er den Menschen mit all seinen Zuständen nicht erfassen kann. Imam Sa’d al-Din Ibn Umar Masud al-Taftazani al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – betonte betreffs dieser Angelegenheit folgendes: „Allah, gepriesen sei Er, hat die Propheten entsandt, damit sie den Menschen die weltlichen und religiösen Angelegenheiten, an denen die Menschen Bedarf haben, offenbaren (Adjiklama).“[2]

    Allah unterstützte die Propheten und Gesandten mit Wundern, welche den alltäglichen Regeln (Naturgesetzen) zuwiderliefen. Denn das Wunder stellt ein Besonderheit dar, das den gewohnten Regeln zuwiderläuft und durch jenen vollstreckt wird, der das Prophetentum für sich beanstandet, wobei er die Negierenden damit auffordert und sie nicht im Stande sind, Gleiches auszuführen. Ohne den Beitrag eines Wunders, wäre es nämlich nicht zwingend, dem Wort des Propheten zu folgen, auch würde sich der wahrhaftige in der Vorgabe des Prophetentums vom Betrüger nicht unterscheiden. Durch das Geschehen des Wunders stellt sich bei denen, die von diesem Wunder überzeugt wurden, die definitive Sicherheit über die Wahrhaftigkeit des Propheten ein und dass dieses Wunder nicht von einem Menschen hervorgebracht werden kann.

    ____________________________________________

    [1] Der Begriff al-Mu’jiza bezieht sich auf all jenes was eine Aufhebung der natürlichen Erscheinungen (Gesetzte) der Natur verursacht. Dies ist die Bedeutung des Begriff in der geläufigen Sprache, sowie in der Sprache der ersten Gelehrten, wie Ahmad Ibn Hanbal und anderen [Ahmad Ibn Taymiyah: Majmu'at al-Rasa'il wal Masa'il, 5:2)

    [2] Sharh al-Aqida al-Nasafiyyah, S.294
    Geändert von Abu_Taymiyyah (In den letzten 2 Wochen um 23:29 Uhr)

  7. #7
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    Der erste Prophet ist Adam – Friede sei auf ihm – und der letzte Prophet und Gesandte ist Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm. Das Prophetentum Adams steht unmittelbar durch den Koran fest, so sagt der Allerhabene:

    {Wahrlich, Allah erwählte Adam, Noah, die Sippe Abrahams und die Sippe Imrans vor allen Weltenbewohnern. (Sure al-Imran, Vers.33) }

    {Und Adam war wider seines Herrn ungehorsam und ging irre. Hierauf erwählte ihn (Idschtabahu) sein Herr und wandte Sich ihm mit Erbarmen und Rechtleitung zu. (Sure Taha, Vers.121-122) }

    „Idschtabahu“ bedeutet, Ihn (Adam) auszuerwählen, d.h. zum Propheten. Auch weist der Koran darauf hin, dass Allah Adam Dinge geboten und verboten hat. So sagt der Erhabene:

    {„Und wir sagten: „O Adam, bewohne du mit deiner Frau den Garten und esset uneingeschränkt von seinen Früchten, wo immer ihr wollt! Doch kommt diesem Baume nicht nahe […]“. (Sure al-Baqara, Vers.35) }

    Unterdessen kann definitiv ausgeschlossen werden, dass zu seiner Zeit es keinen anderen Propheten gab. Er ist also ausschließlich durch Offenbarung Prophet geworden. Ein Prophet ist jemand, dem Gesetzgebung offenbart wurde. Nun stellt jedes Gebot und Verbot Gesetzgebung dar. Es ist Adam offenbart worden, somit ist er ein Prophet. Sein Prophetentum steht ebenso durch die Sunna fest.

    Das Prophetentum von Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – ergibt sich aus der Tatsache, dass er das Prophetentum für sich reklamierte und ein Wunder hervorbrachte. Was die Reklamation des Prophetentums betrifft, so steht dies durch definitive, absolut authentische Übermittlung fest. Die Hervorbringung des Wunders ergibt sich aus der Tatsache, dass er das Wort Allahs, des Erhabenen, verkündete und alle rhetorischen Sprachkünstler trotz der Vollkommenheit ihrer Sprachbeherrschung herausforderte, Gleiches hervorzubringen. Sie vermochten es jedoch nicht einmal, seiner kürzesten Sure zu entsprechen, obwohl sie sich darin verausgabten. Schließlich gaben sie es auf, ihm mit Worten und stilistischer Vollkommenheit zu begegnen, obwohl sie darin unter allen Menschen die besten Fähigkeiten hatten, und entschlossen sich zu seiner Bekämpfung durch Schwert und Gewalt. Von niemandem von ihnen wird jedoch überliefert, dass er etwas Ähnliches hervorbringen konnte, obwohl es dafür genügend Gründe gäbe. Dies beweist in definitiver Form, dass der Koran von Allah dem Erhabenen stammt und die Wahrhaftigkeit der Prophetenreklamation von Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – steht mit sicherer Erkenntnis fest.

    Jeder Muslim, ist dazu verpflichtet an alle Propheten und Gesandten zu glauben, man muss auch an jene Glauben die Allah nicht namentlich erwähnte, da Allah sagt:

    {"Wahrlich, Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten geschickt (, der ihnen sagte): Dient Allah und lasst ab vom Götzendienst." (Sure an-Nahl, Vers.36)}

    Alle Propheten und Gesandten waren Berichterstatter Gottes, da dies die Bedeutung von Propheten- und Gesandtentum ist. Sie waren ehrliche, aufrichtige Ratgeber für die Menschen, sonst wäre ihre Gesandtschaft und Botschaft ungültig. In der Verkündung ihrer Botschaft sind sie vor Fehlern, Lüge und Vergesslichkeit gefeit, ebenso was das Begehen von Sünden betrifft.

    Die Personen, denen Allah, gepriesen sei Er, geoffenbarte, unterscheiden sich bezüglich spezifischer Eigenschaften von den anderen Menschen. Natürlich bedeutet dies nicht, dass die Propheten nicht Nahrung zu sich nehmen, trinken, heiraten, erkranken oder genesen. Sie altern und sterben. Sie können in Sachen was nicht die Verkündung der Offenbarung betrifft Vergessen, genauso wie normale Menschen. Doch aufgrund der Schwere der Botschaft, die Ihnen aufgebürdet wird, verfügen sie über bestimmte hohe Charaktereigenschaften.

    Die Propheten und Gesandten sind stets Aufrichtig (Sidq) und sprechen immer die Wahrheit; nimmer kommt eine Lüge über Ihre Zungen. Es ist bekannt, dass der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – in seiner Gesellschaft vor seiner Berufung zum Propheten als der rechtschaffene und aufrichtige bekannt war. Alle unter sein Volk riefen Ihn mit den Beinamen „Muhammadu’l Amin“ (Muhammad der Vertrauenswürdige). Selbst die größten Feinde des Islam, wie der bekannte Götzendiener und Onkel des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – Abu Djahil – Allahs Fluch über ihn – sprach einst zum Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm: „Wir behaupten nicht, dass du ein Lügner bist. Denn wir alle wissen wie sehr du vertrauenswürdig bist. Wir leugnen lediglich die Ayat Allahs.“[1]

    Eine andere Begebenheit welche diese Eigenschaft offenlegt, ist als einst der byzantinische Herrscher Herklius den mekkanischen Händler Abu Sufyan bin Harb fragte: „Habt ihr Ihn (Muhammad) jemals zuvor der Unwahrheit bzw. Lüge bezichtigt, bevor er das sagte, was du erwähntest?“ Abu Sufyan erwiderte daraufhin: „Nein.“[2] Der Aufmerksame wird bemerken, dass sowohl Abu Djahil als auch Abu Sufyan – Allahs Wohlgefallen auf ihm – damals in Mekka die führenden Persönlichkeiten darstellten. Faktum ist, dass alle Propheten und Gesandten vor ihrer Erhebung zum Propheten in Ihrem Umfeld als aufrichtige und rechtschaffene Menschen bekannt waren.

    Eine andere Eigenschaft die sie auszeichnet ist ihre unerschütterliche und wahrhaftige Vertrauenswürdigkeit (Amanat). Sowohl auf Spiritueller als auch Weltlicher Ebene genießen sie jede Art von Vertrauen. So befolgten sie Allahs Befehle und Verbote, ohne jegliche Unterlassung, Makel oder Hinzufügung. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Jene, die Allahs Botschaften ausrichteten und Ihn fürchteten und niemanden außer Allah fürchteten. Und Allah genügt als Rechner. (Sure al-Ahzab, Vers.39) }

    Es ist völlig undenkbar, dass die Propheten die Offenbarung verraten oder verbergen. Dazu sagte der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – selbst: „Es gibt nichts von dem was Allah befohlen hat, was ich euch nicht verkündet hätte. Es gibt nichts von dem was Allah euch zu hüten ermahnt hat, was ich nicht (ebenfalls) euch zu hüten ermahnt hätte.“[3]Somit hob er mit Nachdruck die Bedeutung dieser Angelegenheit hervor.

    Zu ihren hervorstechendsten Eigenschaften gehört ebenso Ihr einzigartiger Intellekt, ihre Scharfsinnigkeit und Geistige Persönlichkeit (Fatanat). Denn sie sind damit beauftragt, alle Behauptungen der götzendienerischen Kräfte, die ungehorsam gegen Allah sind und ihren persönlichen Trieben und Neigungen folgen, zu widerlegen. Demgemäß ist diese Eigenschaft notwendig, damit die Offenbarung Allahs authentisch verkündet werden kann. Denn im Koran gibt es viele Verse, die diese notwendige Eigenschaft hervorheben:

    {››Hast du nicht über jenen nachgedacht, der über seinen Herrn mit Abraham ein Wortgefecht führte, weil Allah ihm die Herrschaft gegeben hatte? Als Abraham sagte: "Mein Herr ist Derjenige, Der lebendig macht und sterben lässt", sagte er: "Ich bin es, der lebendig macht und sterben lässt." Da sagte Abraham: "Doch es ist Allah Der die Sonne im Osten aufgehen lässt; so lass du sie im Westen aufgehen." Da war der Ungläubige verwirrt. Und Allah leitet nicht die ungerechten Leute. (Sure al-Baqara, Vers.258) }

    __________________________________________

    [1] Yusuf Kerimoglu: Amanat wa Ahliyat, 1:148

    [2] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab az-Zuhd wa ar-Riqaq, Nr.2999

    [3] Yusuf Kerimoglu: Amanat wa Ahliyat, 1:150
    Geändert von Abu_Taymiyyah (In den letzten 2 Wochen um 23:31 Uhr)

  8. #8
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    Desweiteren sind die Propheten Unfehlbar (Ma’sum); d.h. sie sind sowohl vor der Herabsendung als auch danach immer vor Unglauben und Beigesellung geschützt gewesen.[1] Denn die Tatsache, dass es sich um einen Propheten oder Gesandten handelt, macht es unabdingbar, dass er in der Verkündung der Botschaft Gottes unfehlbar ist. Bestünde nämlich die Möglichkeit der Fehlbarkeit in einer Frage, dann wäre sie auch in jeder anderen Frage denkbar. In diesem Fall bräche aber der gesamte Anspruch auf Prophetentum bzw. Gesandtentum zusammen und wäre ad absurdum geführt. Wenn also feststeht, dass eine Person Prophet oder Gesandter Allahs ist, so bedeutet dies, dass er in dem, was er von Allah verkündet, unfehlbar ist. Seine Unfehlbarkeit in der Verkündung ist somit definitiv. Sie zu negieren wäre eine Negation der gesamten Botschaft, die er verkündet, und der Prophetenschaft, die ihm zuteil wurde. Demzufolge ist jeder Prophet und Gesandter davor gefeit, Fehler in der Verkündung zu begehen, da die Unfehlbarkeit in der Verkündung zu den (notwendigen) Eigenschaften von Propheten bzw. Gesandten zählt.

    Was die Unfehlbarkeit eines Propheten oder Gesandten betreffs jener Handlungen anlangt, die den Ge- und Verboten Allahs zuwiderlaufen, so steht durch dem Koran und der Sunnah, sowie der Unterstützung des rationalen Beweis fest, dass sie Definitive vor dem Begehen der großen Sünden geschützt sind. Nimmer könnten sie eine große Sünde begehen darin sind sich alle Gelehrten dieser Gemeinschaft einig; denn das Begehen einer großen Sünde bedeutet Ungehorsamkeit. Gehorsamkeit und Ungehorsamkeit lassen sich aber nicht teilen. Wenn die Ungehorsamkeit eine Handlung betreffen kann, so kann sie auch die Verkündung betreffen, was jedoch der göttlichen Botschaft und der Prophetenschaft widerspricht. Demzufolge sind die Propheten und Gesandten vor dem Begehen von Kapitalsünden ebenso gefeit, wie sie in der Verkündung von Allah vor Fehlern gefeit sind.

    Was die Unfehlbarkeit vor kleinen Sünden betrifft, so spalten sich die Meinungen der Ahlu Sunnah Wal Jammah; manche meinten, sie seien davor nicht geschützt, weil es sich dabei nicht um eine Ungehorsamkeit handele; andere wiederrum meinten, sie seien sowohl vor große als auch vor kleine Sünden geschützt, da es sich ebenfalls um eine Ungehorsamkeit handle. Die Mehrheit der Gelehrten von Ahlu Sunnah Wal Jammah sind der Meinung, dass sie vor kleinen Sünden nicht geschützt sind. Imam Sayf ad-Din Abu’l Hasan Ali al-Amidi ash-Schafi‘i – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – notierte das dies die Meinung von der Mehrheit der Aschariyya Gelehrten, sowie der Mehrheit der Tafsir, Hadith und Fiqh Gelehrten ist.[2] Desweiteren verzeichnete Qadi Ayyad Ibn Musa al-Maliki – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – das dies die Meinung von der Mehrheit der Altvorderen, sowie von Abu Dschafar at-Tabari ist.[3] Andere wiederum unter den Rechtsgelehrten und Scholastikern sind der Meinung dass sie auch vor kleinen Sünden geschützt sind, wie Abu Hanifa, Abu Mansur al-Maturidi, Ibn Abi al-Izz und anderen. Die Wahrheit ist, dass in allem, was eine apodiktische Forderung bzw. Unterlassung darstellt, also in allen Pflichten und Verboten, die Propheten bzw. Gesandten unfehlbar sind. Sie sind also davor gefeit, Pflichten zu vernachlässigen oder Sünden zu begehen, seien diese klein oder groß. Mit anderen Worten sind sie vor allem gefeit, was als Ungehorsamkeit bezeichnet wird und der Begriff der Ungehorsamkeit darauf zutrifft. Was alle anderen Handlungen anbelangt, wie unerwünschte und erwünschte, sowie etwas wider das Bessere zu tun (Khilaf al-Awla), so sind sie darin nicht unfehlbar. Entgegen den Rafidha sind die Ahlu Sunnah Wal Jammah der Meinung, dass sie jedoch nicht vor Vergesslichkeit oder Fehlern geschützt sind, ausgenommen was mit der Verkündung der Botschaft zu tun hat.

    Allah, gepriesen sei Er, sagt

    { Und sie hätten dich beinahe in schwere Bedrängnis um dessentwillen gebracht, was Wir dir offenbarten, damit du etwas anderes über Uns erdichten mögest; und dann hätten sie dich gewiss zu ihrem Freund erklärt. (Sure al-Isra, Vers.73) }

    Imam Abu Mansur al-Maturidi as-Sarmarqand al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte dazu, dass ein sehr großer Anteil der islamische Gelehrten ist sich einig, dass die den Propheten zugesprochene Bezeichnung „Zanb“ im Koran nicht im Sinne der „Sünde“ zu verstehen ist. Denn „Zanb“ meint eigentlich eine Sünde, die absichtlich und auf Grund der Begierde begangen wird. Denn die Propheten sind von Allah in Seiner Güte vor Sünde geschützt.[4] Wir werden diese Angelegenheit anschließend durchleuchten.

    Und die Propheten sind mit dem Tabligh beauftragt worden, d.h. die Gebote und Befehle Allahs mit absolut deutlichen Beweisen an die Menschen zubringen und verhindern, dass sie am Jüngsten Tag des Gerichtes nicht einen Vorwand (etwa in Form von: „Wir haben ja davon nichts gewusst“) bringen können. Denn im Koran heißt es:

    {Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eigenen Heil; und wer irregeht, der geht allein zu seinem eignen Schaden irre. Und keine lasttragende Seele soll die Last einer anderen tragen. Und Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben. (Sure al-Isra, Vers.15)}

    Die Propheten sind beauftragt, den Menschen, ohne Unterschied Ihrer Herkunft, Status, Reichtum, Armut oder Hautfarbe, die gesamten Gebote und Befehle Allahs zu verkünden. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Dies sind die Gesandten. Wir haben einigen von ihnen den Vorrang über andere gegeben. Unter ihnen sind welche, zu denen Allah gesprochen hat, und einige, die Er um Rangstufen erhöht hat. Und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise und unterstützten ihn durch heilige Eingebung, und wenn Allah es so gewollt hätte, dann hätten sich diejenigen, die nach ihnen kamen, nicht gegenseitig bekämpft, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren. Sie wurden jedoch uneins. Die einen von ihnen waren gläubig, die anderen ungläubig. Wenn Allah es so gewollt hätte, dann hätten sie sich nicht gegenseitig bekämpft. Doch Allah tut, was Er will. (Sure al-Baqara, Vers.253) }

    Imam Abu Mansur al-Samarqandi al-Maturidi al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte die Stelle: {„Wir haben einigen von ihnen den Vorrang über andere gegeben“}, damit, dass hier in Hinsicht der Aufgaben die verschiedenartigen Bedeutungen und Dimensionen der Propheten gemeint sind. Während einige in der Menschheitsgeschichte an alle Menschen und Dschinn gesandt wurden, wurden andere nur zu bestimmten Völkern, Stämmen oder Gruppen gesandt.[5] Es ist bekannt, dass der Gesandte Allahs Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – als eine Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit, für alle Nationen, Rassen, Kulturen und Sprachen entsandt worden ist. Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah Muhammad al-Razi ash-Schafi’i – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – gelang zu dem Urteil, in dem er die Tatsachen in dieser Hinsicht verwertet, dass es einen Konsens darüber gibt, dass der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – der Vorzüglichste unter den Propheten und Gesandten ist.[6]

    Demnach muss jedem Gläubigen gewiss sein, das er an alle Propheten und Gesandten, sowohl welche Namentlich erwähnt wurden als auch an jene welche nicht, den Iman zu verinnerlichen muss. Ebenso ist derjenige ein Ungläubiger, wenn er an Allah, gepriesen sei Er, und Seinen Gesandten glaubt, aber einige der Propheten leugnet. So sind sowohl die Juden als auch die Christen Ungläubige, weil ersterer an alle Propheten von Adam bis Moses – Friede sei auf ihnen – glaubt, jedoch Jesus und Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihnen – leugnen, dasselbe gilt für die Christen welche Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – als letzten Gesandten und Propheten leugnen.

    ______________________________________________

    [1] Fakhr al-Din ar-Razi: Ismatu’l Anbiyya, S.5ff

    [2] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 4:319; Abu’l Hasan al-Amidi: al-Ihkam fi Usul al-Ahkam, 1:244

    [3] Iyyad Ibn Musa al-Jahsubi: Ash-Shifa bi-Tarif Huquq al-Mustafa, S.144

    [4] Kitab at-Tawhid, 208ff

    [5] Kitab Ta’wilat al-Qur’an,

    [6] Tafsir al-Kabir, 2:451f f
    Geändert von Abu_Taymiyyah (In den letzten 2 Wochen um 23:48 Uhr)

  9. #9
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    Die Bedeutung von Prophet und Gesandter

    Ein Prophet ist jemand, wem Allah, gepriesen sei Er, mit einer Botschaft entsandte, um eine zu vorige Gesetzgebung zu bestätigen und folgen. Falls aber jemand an die Ungläubigen und Polytheisten entsandt wird, und dabei eine neue Gesetzgebung offenbart bekommt, ist ein Gesandter. Aber wenn jemand zu jenen entsandt wird, welche bereits Iman haben, ist ein Prophet. Betreffs der Angelegenheit ob es zwingend notwendig ist, dass einem Gesandten eine neue Gesetzgebung offenbart werden muss, so herrscht unter den Gelehrten eine Meinungsverschiedenheit. Manche, wie Abu Mansur al-Maturidi[1], Qadi Ayyad Ibn Musa[2] und al-Kamal al-Din Ibn al-Human[3] waren der Meinung das es zwingend erforderlich ist, dass Ihnen Allah Offenbarungen sendet, ein Buch offenbart und damit eine neue Gesetzgebung gibt, andere wie Ahmad Ibn Taymiyah[4] waren der Meinung das es nicht zwingend erforderlich ist, sondern das dies zwar auch ein Unterscheidungsmerkmal ist, jedoch existiert noch ein anderes, nämlich das die Gesandten zu den Ungläubigen und Polytheisten entsandt werden.

    Ein Prophet wird als „an-Nabi“, bezeichnet, weil sie von etwas in Kenntnis gesetzt wurden und andere die Kenntnis weitervermitteln. Durch die Offenbarung Allahs wurden sie in Kenntnis gesetzt, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Und als er es ihr vorenthielt, da sagte sie: „Wer hat dich davon unterrichtet?“ Er sagte: „Unterrichtet hat mich der Allwissende, der Allkundige“." (Sure at-Tahrim, Vers.3)}

    Sie sind jene, welche im Namen von Allah informieren soll:

    {"Verkünde Meinen Dienern, dass Ich wahrlich der Allverzeihende, der Barmherzige bin[...]" (Sure al-Higr, Vers.49)}

    In der arabischen Sprache wird der Begriff „al-Nabwa“ gebraucht, als Ausdruck für den erhöhten Erdboden (Nabwa), dem sie als Orientierung auf ihren Reisen folgten. Die Beziehung zwischen dem Linguistischen Gebrauch des Begriffs und seiner Bedeutung ist der, dass die Propheten vom größten Ansehen im Diesseits und Jenseits sind. Sie sind die vollwertigsten Menschen, denn sie stellen die Führung der Menschen und Völker im Diesseits und Jenseits dar, d. h., sie nehmen unter den Menschen eine erhöhte Stellung bzw. Position ein.

    ___________________________________

    [1] Kitab Ta’wilat al-Qur’an

    [2] Ash-Shifa bi-Tarif Huquq al-Mustafa, S.251

    [3] Al-Musamara fi Sharh al-Musayara, S.198

    [4] An-Nubuwwah, S.172


    Geändert von Abu_Taymiyyah (In den letzten 2 Wochen um 02:27 Uhr)

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