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Thema: Der Glaube an die Propheten und Gesandten

  1. #41
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    Gewiss sagen es diejenigen, welche Istighathah (Hilfe ersuchen bei Geschöpfen) praktizieren, dass die Stellung, Macht und Befähigung der Awliya, an die sie ihre Du’a richten, nicht als gleichgestellt mit Allah gelten, jedoch meinen sie, dass ihnen – den Awliya – spezielle Befähigungen von Allah gegeben wurden. In diesem Fall antworten wir ihnen; aufgrund dieser Rechtfertigungen von euch, erkennen wir immer noch keine Unterschiede zwischen euch und den damaligen Götzendiener von Mekka, eher erkennen wir dadurch immer mehr Parallelen, welche auf dasselbe Urteil hinauslaufen = Götzendienst. Ebenso genügt es erst recht nicht um euren Istighathah rechtfertigen, denn die Götzendiener von Mekka haben ihre Götzen nie als Gleichgestellt mit Allah betrachtet, genau wie sie daran glaubten, dass sie ihre Macht und Befähigung durch Allah verliehen wurde, gleich euren Glauben. Es sind keine entscheidenden Unterschiede vorhanden, lediglich, dass die gegenwärtigen sich selbst als Muslime bezeichnen und mit ihrer Zunge das Bekenntnis ablegen, dass sie an den Koran, der Sunnah, die Engel, die Propheten, dem Tag der Auferstehung und an Qada wa Qadr glauben – ungeachtet dessen sind es nur leere Worte, ohne Verständnis und Einsicht. Daran gibt es kein Zweifel, und wenn man sich den glauben der damaligen und gegenwärtigen hinsichtlich der Anbetung anderer als Allah etwas genauer betrachtet und die Intention dahinter und wie sie diese Anbetung verstanden, dann wird man feststellen, dass die genannten Rechtfertigungen nix als leere Worte darstellen und aus ihren Begierden entspringen und das sie mehr Gemeinsamkeiten mit dem mekkanischen Götzendiener haben als sie selbst wissen. Die heutigen unter den Sufis und Rawafid meinen zwar nicht das sie diese Leute anbeten, anders als die Mekkaner – jedoch stellen ihre Handlungen Formen der Anbetung dar. Die Gelehrten des Islams bestätigen diese Tatsachen:

    Die damaligen Polytheisten stellten ihre angebeteten nicht über Allah, dem Allmächtigen, gleich wie die heutigen:

    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Wisse, dass es im gesamten Universum niemanden gibt, der Allah einen Partner zuschreibt, der mit Allah auf der gleichen Stufe bezüglich Existenz (Wujud), Macht (Qudrah), Wissen (Ilm) oder Weisheit (Hikmah) steht. Nicht eine einzige Person wurde bis zum heutigen Tage gefunden [die glaubt das es da jemand auf der gleichen Stufe mit Allah gibt] mit Ausnahme der Zoroastrier[…]“[1]

    Imam Shah Waliullah Muhaddith Dahlawi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Man sollte sich besinnen, dass nicht eine einzige Person im Universum existiert, die irgendjemanden mit Allah gleichstellt, auf ein Niveau bezüglich Seiner Existenz (Wujud), Wissen (Illm), Macht (Qudrah) und Weisheit (Hikmah).“[2] In seinem Literarischen Meisterwerk beschrieb der Imam dieser Angelegenheit äußerst eingehend: „Es gehörte zu den einstimmigen Grundsätzen unter ihnen (den Leuten in der Dschahiliyyah), dass sie daran glaubten, dass Allah, gepriesen sei Er, keinen Partner in der Schöpfung der Himmel, der Erde und der gesamten Materie in ihnen hatte und dass Er keinen Partner beim Bändigen der gewaltigen Bestimmungen hatte und das niemand Seinen Befehl ablehnen noch Seinen Bescheid verhinderten konnte, sobald Allah eine Entscheidung getroffen hatte. Dies wird durch Seine – im Koran – belegt: {Und wenn du sie fragst: "Wer schuf die Himmel und die Erde?" - dann werden sie gewiß sagen: "Allah." Sprich: "Alles Lob gebührt Allah." Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht. (Sure Luqman, Vers25)} Und: {Nein, zu Ihm allein werdet ihr rufen; dann wird Er das hinwegnehmen, weshalb ihr (Ihn) anruft, wenn Er will, und ihr werdet vergessen, was ihr (Ihm) zur Seite stelltet. Wir schickten schon vor dir (Gesandte) zu den Völkern, dann suchten Wir sie mit Not und Drangsal heim, auf daß sie (Mich) anflehen mögen. (Sure al-An’am, Vers.41-42)} Und Seine Aussage:{ [...]entschwunden sind euch (dann auf einmal) jene (Götzen), die ihr (zuvor) an Seiner Statt angerufen habt. (Sure al-Isra, Vers.67) }(D.h. dass „die anderen“ in Zeiten des Dilemmas oder der Katastrophe versagten) aber es war eben in ihren Abweichungen in der Religion begründet, dass sie daran festhielten das Persönlichkeiten aus den Reihen der Engel und Geister (Seelen) die Angelegenheiten der Menschen lenken konnten, bloß nicht die großen Angelegenheiten[…]“[3] Und im 37.Kapitel „Tawhid“ schreibt Dahlawi: „Die zweite Gruppe – sind Götzendiener[…] Sie sagten ebenfalls, dass diese Wesen [rechtschaffene Diener Allahs] hören, sehen, Fürsprache für ihre Verehrer, ihre Angelegenheiten lenken und ihnen helfen können; und sie schlugen ihre Namen in Stein und machten diese Steine zum Mittelpunkt der Verehrung dieser Wesen.“

    Auch bezüglich ihrer Intention unterscheiden sie sich nicht von den damaligen Polytheisten – allesamt wollten dadurch Allah, dem Allmächtigen, näherkommen, indem sie die Awliya als Vermittler/Fürsprecher nehmen:

    Al-Hafidh Abu Fida Ismail Ibn Kathir – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Und ja, sie haben Ihm Partner in der Göttlichkeit (Ilahiyyah) zur Seite gestellt, so beteten sie andere neben Ihm an trotz ihres Wissens darum, dass diese, die sie anbeten, nicht in der Lage sind irgendeine Sache zu erschaffen, dass sie nichts besitzen und beherrschen können, aber sie glaubten daran, dass sie diese Götzen näher zu Ihm (Allah) bringen können.“[4]
    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte:Dass sie diese Götzen und Bildsäulen auf die Form und Gestalt ihrer Propheten oder Rechtschaffenen Leute herstellen und dann behaupten, dass wenn sie sich mit der Anbetung dieser Statuen befassen, so dann werden diese als Vermittler zwischen ihnen und Allah fungieren. Und die Äquivalenz von dies in unserer Zeit ist; die Tätigkeit von vielen Geschöpfen durch die Verehrung der Gräber der rechtschaffenen, aufbauend auf dem glauben, dass wenn sie ihre Gräber verehren, die Verstorbenen Vermittler für sie mit Allah werden.“[5]

    Imam Abd al-Rahman Ibn Muhammad az-Zadah al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Das heißt, dass die Götzen nicht gleichgestellt mit Allah sind, weder in der Realität -was ja offensichtlich ist-, noch im Glauben der Götzendiener; da sie glauben, dass sie [die Götzen] Vermittler sind, welche sie gemäß ihrer Vorstellung näher zu Allah bringen, aber nicht das es ebenbürtige Kontrahenten Allahs sind.“[6]

    Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Allah nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich) und (auch die Seelen) derer, die nicht gestorben sind, wenn sie schlafen. Dann hält Er die zurück, über die Er den Tod verhängt hat, und schickt die anderen (wieder) bis zu einer bestimmten Frist (ins Leben zurück). Hierin sind sicher Zeichen für Leute, die nachdenken. Oder haben sie etwa statt Allah Fürsprecher genommen? Sprich: "Selbst wenn sie keine Macht über irgendetwas besitzen und keinen Verstand? Sprich: "Alle Fürsprache gehört Allah. Sein ist das Königreich der Himmel und der Erde. Und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht." (Sure az-Zumar, Vers.42-44) }

    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte dazu:„Wisse, dass die Ungläubigen eine Frage aufbrachten und sagten: „Wir beten diese Götzen nicht aufgrund des Glaubens an, dass sie Gottheiten wären, welche Schaden oder Nutzen bringen könnten, sondern (wir) beten sie ausschließlich an, weil sie die Formen der Individuen repräsentieren, die Nahe bei Allah sind, also wir beten sie an, sodass diese Führer (Akabir) Fürsprecher für uns vor Allah werden“ und Allah, gepriesen sei Er, erwidert auf ihre Aussage:{„Oder haben sie etwa statt Allah Fürsprecher genommen? Sprich: "Selbst wenn sie keine Macht über irgendetwas besitzen und keinen Verstand?“ }Die ausführliche darauf ist, dass die Ungläubigen sich entweder die Fürsprache von diesen Götzen wünschen oder von den Gelehrten und Heiligen, nach dessen Form diese Götzen hergestellt wurden. Der erste Fall ist Unwahr, denn diese nicht Lebendigen Götzen verfügen über rein Garnichts noch haben sie irgendeine Intelligenz, also wie kann jemand über das Ersuchen der Fürsprache von ihnen nachdenken? Bezüglich des zweiten, so ist es eine Unwahrheit, denn am Tag der Auferstehung wird niemand (über) die Fürsprache verfügen und niemand wird die Macht dazu haben, außer durch Allahs Erlaubnis – wie unser Prophet Muhammad die Erlaubnis dazu am Jüngsten Tag hat – , in Wirklichkeit ist unser Fürsprecher Allah, der diese Fürsprache erlaubte, damit ist das Anbeten von Ihm besser als zu jemand anderen.“[7]

    Ebenso, wie die damaligen Polytheisten die Rububiyyah Allahs bestätigten und die Allgemeinheit Allah in der Anbetung Partner beigesellte, machen dies auch die gegenwärtigen:

    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte zu den Worte:{Und wenn du sie fragst: "Wer schuf sie?" werden sie sicher sagen: „Allah.“ Wie lassen sie sich da (von Ihm) abwenden? (Sure az-Zuchruf, Vers.87)}, folgendes: „Wisse, dass Er, gepriesen sei Er, diese Rede zur Beginn und dem Ende der Sure erwähnt und der Anlass auf diese Tatsache hinzuweisen ist, das wenn sie – die Götzendiener – daran glaubten, dass der Schöpfer des Universums und der Lebenden Leute Allah ist, wie sie mit dieser Überzeugung die Anbetung von degradierten Körpern und dreckigen Götzen bevorzugen können, welche weder Schaden noch Nutzen bringen können[…]?“[8]

    Al-Mujaddid Allamah Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir at-Tabari – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Die Araber bestätigten die Einzigartigkeit Allahs, außer dass sie Ihm (jemanden) in der Anbetung beigesellten.“[9]

    Al-Hafidh al-Imam Ahmad Ibn Ali Ibn Hadschar al-Asqalani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Ikrimah sagte über Seine Aussage, erhaben ist Er: [AYA]Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (Ihm andere) bei zugesellen (Sure Yusuf, Vers.106)[/AYA]“: „Wenn du sie fragst, wer sie , die Himmel und die Erde erschaffen hat, werden sie antworten: Allah, während dies ihr Glaube ist und sie einen anderen anstatt Ihn anbeten.", auch erwähnte er eine gleichwertige Aussage von Ibn Abbas, die wir zuvor erwähnt haben.“[10]

    Al-Hafidh Abu Fida Ismail Ibn Kathir – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Allah, gepriesen sei Er, bestätigt, dass es keinen gibt, der das Recht hat angebetet zu werden, außer Er, weil jene Polytheisten, die neben Ihn andere anbeten und (zugleich) zugeben, dass Er separat in der Erschaffung der Himmel, der Erde, der Sonne, des Mondes und in der Dienstbarmachung der Nacht und des Tages ist, dass Er der Schöpfer und Versorger Seiner Diener ist und dass Er ihre Fristen bestimmt. So erwähnte Er, dass Er separat in der Erschaffung der Dinge und einzig in ihrer Versorgung ist. Und wenn dies die Tatsache ist, warum wird (dann noch) ein anderer anstatt Er angebetet und warum wird auf einen anderen vertraut? Genauso wie Er der Einzige in Seinem Königreich ist, so ist Er der Einzige in der Anbetung. Und Er, erhaben ist Er, bestätigt den Rang der Gottheit durch das Zugeständnis in der Einzigartigkeit in der Herrschaft. Auch gestanden dies die Polytheisten, wie sie es in ihrer Erwiderung (Talbiyah) sagten: 'Du hast keinen Partner, außer einen Partner, der Dir gehört, den Du besitzt und das, was er besitzt.'.“[11]

    Desweiteren haben die Götzendiener von Mekka nicht daran geglaubt das ihre Götzen Götter waren, sondern sie wendeten sich ihnen lediglich zu, als wären sie welche, gleich dem gegenwärtigen:

    Imam Ali Ibn Muhammad Ibn Ali al-Jurjani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Wisse, dass es hinsichtlich dieser Tatsache keine andere Sichtweise gibt, außer im Falle der Sanawiyyah (der zoroastrischen Dualistin), aber nicht bezüglich der Wasniyyah (Götzenanbeter). Wahrlich, sie [die Götzendiener] glauben nicht das es da zwei unbedingt existierende Götter gibt, ebenso schrieben sie den Götzen keine göttlichen Attribute (Ilahiyyah) zu, obwohl sie sie „Aalihah“ (Götter) nannten, sondern nahmen sie als Denkmäler für die Propheten, Frommen, Engel oder Himmelkörper und widmeten ihnen eine Weise des Gottesdienstes und nutzten sie als Mittel um den Einen zu erreichen, den eigentlich göttlichen (Allah).“[12]

    Der Koran und die authentische Sunnah sind überfüllt mit Verurteilungen zu jenen, die andere als Allah anrufen. Wer auch immer dem Koran gelesen hat und trotz dessen jemand anderen als Allah anruft, wird keinerlei Beweise darin finden, die seine widerliche Ansicht unterstützt. Möge Allah uns vor dieser Fitna bewahren!! Sind im Koran nicht ausreichend und eindeutige Beweise? Und reicht der Koran nicht als genügenden zufriedenstellenden Beweis? Beispielsweise, sagt Allah, der Allmächtige, was wir tagtäglich rezitierten: {„Dir alleine Dienen wir.“ }Die Polytheisten erwidern: „Wir bitten jedoch auch andere außer Ihm.“ Allah, gepriesen sei Er, sagt: {„Und wahrlich, die Moscheen sind Allahs; so ruft niemanden neben Allah an.“}Die Polytheisten meinen dann: „Man kann andere neben Allah anrufen.“ Allah, gepriesen sei Er, sagt: {Und wer irrt mehr als jener, der statt Allah solche anruft, die ihn bis zum Tage der Auferstehung nicht erhören werden und die von seinem Anruf ahnungslos sind? Und wenn die Menschen (vor Mir) versammelt werden, werden sie ihre Feinde sein und ihre Anbetung verleugnen.“ }Die Polytheisten erwidern: „Gewiss, antworten die Toten uns und folglich kann man andere als Allah anrufen.“ Allah, gepriesen sei Er, sagt: {„Gewiss, diejenigen, die ihr anstatt Allahs anruft, sind (nur) Diener gleich euch. So ruft sie (doch) an, und so sollen sie euch doch erhören, wenn ihr wahrhaftig seid!}

    Dass das anrufen anderer neben Allah Götzendienst darstellt ist ein feststehendes Prinzip im Islam. Und das anrufen der Toten, sie um etwas zu bitten, ob gleich es etwas ist was nicht in ihrer Befähigung liegt oder das sie Allah um etwas bitten sollen ist in Übereinstimmung Shirk al-Akbar – und niemand leugnet dies, außer ein engstirniger und ignorant.

    Nachdem dargelegten wird nun klar erkennbar, dass zwischen den damaligen Götzendiener und jenen im 20/21.Jahrhundert kein entscheidender Unterschied besteht, eher haben sie in den entscheidenden Punkten Gemeinsamkeiten – die einzige Differenz besteht wohl darin, dass die älteren Götzendiener ihre Götzen tatsächlich als „Götter“ bezeichneten und ihre Anbetung nicht bestritten, während die Gegenwärtigen jene die sie anrufen nicht als „Götter“ bezeichnen, noch es als Anbetung zu ihnen betrachten, sowie das die Handlungen zu den Heiligen nicht exakt dieselben der damaligen Götzendienern zu ihren Göttern sind. Der Unterschied besteht darin, dass die heutigen es auf die Fürsprache/Vermittlung beschränken.

    ________________________________________________

    [1] Tafsir al-Kabir, 2:112; auch Verzeichnet bei Sarfaraz Khan Safdar: Itman al-Burhan fi Rad Tawdih al-Bayan

    [2] Tafsir Azizi, S.162

    [3] Hujjatullahil Baligha, Kapitel.74 „Die Erklärung des Zustands, in dem sich die Leute der Dschahiliyyah befanden, den der Prophet reformierte“

    [4] Tafsir al-Quran al-Adhim , 5:488

    [5] Tafsir al-Kabir, 17:63, Sure Yunus, Vers.18

    [6] Hashiyya ala tafsir al-Qadi al-Baydawi, 1:383

    [7] Tafsir al-Kabir, 26:285, Sure az-Zumar, Vers.42-44

    [8] Tafsir al-Kabir, Sure az-Zuchruf, Vers.87

    [9] Al-Musamma Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran, 1:128, Sure az-Zumar, Vers.8

    [10] Fath al-Bari, 13:49, Kapitel: Seine Aussage: So stellt Allah nicht andere als Seinesgleichen zur Seite.

    [11] Tafsir al-Quran al-Adhim, Sure al-Ankabut, Vers.61

    [12] Sharh al-Mawaqif, S.580
    Geändert von Abu_Taymiyyah (21.01.2011 um 04:24 Uhr)

  2. #42
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    Imam Muhammad Ibn Ismail al-Sana’ani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Wenn du fragst: „Werden diejenigen, die bezüglich der Gräber und der Heiligen zu weit gehen zu Mushrikun, wie jene, die die Götzen anbeten?“ Dann erwidere ich darauf folgendes: „Ja, sie werden wie sie zu den Mushrikun. Denn sie haben dasselbe getan, wie sie. Sie sind sogar hinsichtlich des Glaubens, der Unterwerfung und Dienerschaft noch weiter gegangen. Deshalb gibt es zwischen ihnen und den Götzendienern keine Differenz. Falls, du sagst, dass die Götzendiener behaupten: „Wir stellen Allah nichts zur Seiten. Wir stellen Ihm nichts gleich. An Heilige zu glauben und bei ihnen Zuflucht zu suchen ist kein Shirk.“ Dann antworte ich dir folgendermaßen: „Ja. Sie sprechen mit ihren Zungen aus was nicht in ihrem Herzen steckt Dies kommt daher, dass sie die Bedeutung des Shirk nicht kennen. Es ist Shirk bezüglich der Heiligen zu übertreiben und für sie zu opfern. Allah sagt hierzu: „Bete zu deinem Herrn und Opfere für Ihn.“ (Sure al-Kauthar, Vers.2) D.h. Opfere für niemanden außer zu Allah. Allah sagt: „Wahrlich die Gebetsstädte gehören Allah. So ruft zu niemanden außer zu Allah.“ (Sure al-Dschinn, Vers.18) Aus den zuvor gesagten hast du gelernt, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – den Schein (Riya) als Shirk bezeichnet hat. Ihr Verhalten gegenüber den Gräbern und ihren Heiligen ist viel schlimmer als das. Sie übertreiben im Bezug auf ihre Heiligen, wie die Götzendiener gegenüber ihren Götzen. Es sind dieselben Taten. Somit werden sie ebenso zu Götzendiener. Die Aussage: „Wir stellen Allah nichts zur Seite“, nützt ihnen nix. Denn ihre Handlungen verleumden ihre Worte. Wenn du sagst: „Sie wissen nicht, dass sie dadurch in den Shirk fallen“, dann sage ich dir: „Die Fuqaha meinen in ihren Büchern im Kapitel „Ridda“ eindeutig: Jemand, der ein Kufr-Wort sagt hat Kufr begangen, auch wenn er seine Bedeutung nicht bezwecken wollte. Ihre Unwissenheit über den begangenen Shirk zeigt, dass sie die Wahrheit über den Islam und die Beschäftigung des Tawhid nicht kennen. Aus diesem Grund sind sie keine Muslime und gehören deshalb zu den Kuffar.“ Wenn du sagst: „Wenn sie zu Götzendienern geworden sind, dann ist es Pflicht gegen sie zu kämpfen und sich ihnen gegenüber so zu verhalten, wie der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sich gegenüber den Ungläubigen verhalten hat.“ Dann gebe ich dir folgende Antwort: „Die Gelehrten haben diese Entscheidung getroffen und gesagt: „Bevor ihnen der Kampf angesagt wird, muss man sie zuerst zum Tawhid einladen.“[1]

    Für denjenigen der diese Form des Shirk begeht, gibt es keinerlei Entschuldigung – ausgenommen man steht unter Ikrah (Zwang unter der unmittelbaren Androhung des Totes) oder ist nicht bei Sinnen, d.h. klaren Verstand. Darin stimmt die gesamte islamische Gemeinschaft überein – das der Shirk begehende nicht durch Unwissenheit entschuldigt ist und es ist obligatorisch auf den Götzendienst betreibenden den Takfir zu sprechen. Denn Allah, gepriesen sei Er, sagt

    {Und als dein Herr aus den Kindern Adams - aus ihren Lenden - ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen gegen Sich Selbst machte (indem Er sprach): "Bin Ich nicht euer Herr?", sagten sie: "Doch, wir bezeugen es." (Dies ist so,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: "Siehe, wir wussten nichts davon. Oder (damit ihr nicht) sprecht: "Es waren bloß unsere Väter, die vordem Götzendiener waren; wir aber waren ein Geschlecht nach ihnen. Willst Du uns denn vernichten um dessentwillen, was die Verlogenen taten? (Sure al-Ar’af, Vers.172-173) }

    Imam Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir al-Tabari – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte die Worte {Es waren bloß unsere Väter, die vordem Götzendiener waren; wir aber waren ein Geschlecht nach ihnen“}, folgendes: „D.h. aufgrund dessen weil wir die Wahrheit nicht kannten (also aus Unwissenheit), befolgten wir ihrem Weg.“[2]

    Imam Abu Abdullah al-Qurtubi al-Maliki – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte dazu: „Tartuschi sagte: „Selbst wenn die Menschen sich nicht an diese Begebenheit erinnern, ist es für sie verbindlich und sie müssen ihr Wort halten. Gleichermaßen wie jemand, der sich von seiner Frau scheidet und sich nicht mehr daran erinnert. Trotz dessen ist die Scheidung rechtskräftig…“ Ibn Abbas und Ubay Bin Ka’b sagten: „Die Worte {Doch, wir bezeugen es“}in diesem Vers, stammen von Menschen. D.h. „Wir sind Zeuge geworden, dass Du unser Herr und Gott bist.“{Willst Du uns denn vernichten um dessentwillen, was die Verlogenen taten?“ }D.h. du wirst so etwas nicht tun. Jedoch im Tawhid ist der blinde Befolger nicht Entschuldigt.[3]

    Auch sagt Allah, der Allwissende, hinsichtlich der Unentschuldbarkeit des Shirk begehenden:

    {Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Worte vernehmen kann; hierauf lasse ihn den Ort seiner Sicherheit erreichen. Dies (soll so sein), weil sie ein unwissendes Volk sind. (Sure at-Tawba, Vers.6) }

    Imam Abu Muhammad al-Farra al-Baghawi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte dazu: {[...]bis er Allahs Worte vernehmen kann[…]}Bis sie lernen was für Belohnungen sie von Allah bekommen werden, wenn sie den Islam akzeptieren und lernen, was für eine Strafe sie erwartet, wenn sie den Islam nicht akzeptieren sollten[…] {„Dies (soll so sein), weil sie ein unwissendes Volk sind.“} D.h. sie kennen die Religion Allahs und Sein Tawhid nicht[…] Hasan sagte: „Dieser Vers ist bis zum Weltuntergang Muhkam (Eindeutig/Klar).“[4]

    Jedoch entschuldigen die heutigen Mushrikun, die sich selber fälschlicherweise den Islam zuschreiben, den Götzendienstbegehenden. Haben sie denn nicht Allahs Worte vernommen? Wahrlich, sie sind schlimmer als die Jahmiyyah, Karamiyyah und Ghulat al-Murji’ah; denn in der Schafiitischen, Hanafitischen, Malikitischen, Hanbalitischen und Zaharitischen Rechtschulen, sowie unter den Mu’tazila, Murjiah, Karamiyyah und Jahmiyyah herrscht Übereinstimmung diesbezüglich. Diese Götzendiener die heutzutage behaupten, dass der Shirk begehende „Muslim“ vor der Hujja – vor dem Erhalt der Botschaft – noch ein Muslim ist und erst nach dem Erhalt der Hujja zum Götzendiener wird, sind gewiss schlimmer als die damaligen Jahmiyyah, Karamiyyah und Murji’ah. Obwohl die lauteren Altvorderen die Jahmiyyah aufs übelste bekämpft und verflucht haben, haben sie (die Jahmiyyah) nicht das gesagt, was heutzutage sog. Gelehrte und „Musime“ behaupten – das der Shirk Entschuldbar ist. Denn für die Jahmiyyah war die Erkenntnis und das Wissen (Marifah) der gesamte Islam, d.h. dass man Seinen Schöpfer zwingend kennen muss, wozu die alleinige Anbetung und der Kufr gegen den Taghut gehört, wodurch sie auf jene den Takfir sprachen der keine Kenntnis besaß. Nimmer haben sie behauptet, man müsse den Islam und Seinen Herrn nicht kennen, um ein Muslim zu sein und das man durch die Unwissenheit darüber entschuldigt wäre. Obwohl der Takfir von den Altvorderen über die Jahmiyyah berichtet wurden, so beruhte diese Entscheidung nicht auf ihre Unwissenheit über den Islam, denn sie wussten genau dass derjenige, der äußerlich Kufr/Shirk verübt, äußerlich kein Muslim mehr ist. Auch denjenigen, der im Herzen Kufr/Shirk begeht, betrachten sie nicht als Mu'min. Ihr Fehler, aufgrund dessen die Gelehrten Takfir machten, ist ihre Aussage über den Iman, dass er nur die Bestätigung (Tasdiq) oder lediglich die Kenntnis (Marifah) ist. Auch wegen der fehlenden Relation von äußeren zum innerlichen wurde der Takfir gesprochen – also wurde der Takfir nicht gesprochen aufgrund ihrer fehlenden Kenntnis über die Realität des Islams, sondern aufgrund ihrer Zuwiderhandlung der eindeutigen Texte, die den Iman als I’tiqad, Iqrar und Amal definieren und ihrer Negierung der Eigenschaften Allahs. Gewiss, sind diese sog. Gelehrten welche dem Shirk entschuldigen, schlimmer als die Jahmiyyah und Karamiyyah.

    Niemand unter ihnen behauptete jemals etwas, was den heutigen Aussagen gleicht, denn jeden Menschen ist es durch die Ratio möglich zu diesem Wissen zu erlangen, nämlich das Allah, der Allmächtige, der alleinige Anbetungswürdige ist und das jemand der einen anderen als Allah, dem Allmächtigen, anbetet ein Götzendiener ist – denn nimmer kann zugleich Iman und Shirk in einem Menschen sein. Darin stimmen alle Gruppen und Gelehrten des Islams überein. Der einzige Disput welcher damit in Relation steht, ist ob diese Götzendiener, welche die Hujja nicht erreicht hat, am Jüngsten Tag geprüft werden oder nicht. Es gab Gelehrte, die die Meinung vertraten, dass jeden Menschen die Botschaft Allahs zur Genüge erreicht hat. Die andere Meinung, der überwiegenden Mehrheit, meinte, dass durchaus Menschen existieren, die die Botschaft gar nicht, oder nicht ausreichend erreicht hat. Diese sind insoweit nicht verantwortlich, dass ihrem Fehler eine Bestrafung folgt – erst wenn die Hujja sie erreicht hat, treten die Bestrafungen in Kraft. Stirbt jemand in seiner völligen Unwissenheit wird er am Tag der Auferstehung einer Prüfung unterzogen, die in seinem Fall nicht im Diesseits stattfand.

    Diese Meinungsverschiedenheit hat jedoch mit der eigentlichen Angelegenheit nix zu tun, also ob der Shirk begehende ein Muslim ist oder nicht – denn beide sind sich einig dass der Shirk nimmer in dem Sinne entschuldigt ist, dass derjenige ein Muslim bleibt, eher bezieht es sich auf die Prüfung am Tag des Gerichts eines unwissenden Götzendiener. Jene Gelehrten, wie bspw. manche unter der Hanafitischen Rechtschule, wie Abu Mansur al-Maturidi welche die Prüfung bestritten, meinten das es Grundsätzlich keinen durch Unwissenheit entschuldigten Mushrik gibt. Dies, weil Abu Mansur die Meinung vertrat dass jemand unabdingbar gezwungen ist Allah zu kennen, selbt wenn ihm die Botschaft des Islams nicht erreicht hat – denn die Ratio (Aql) ist unabhängig von der Botschaft dazu Fähig Allah zu kennen. Ebenso, wie sie annahmen das die Botschaft der Propheten jedem Menschen erreicht hat und jemand der Shirk begeht in jedem Fall auf ewig im Höllenfeuer verweilen wird. Imam Umar Nasruhi Bilmen al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – legte den Stand von Abu Mansur al-Maturidi, wie folgt dar: „Gegenwärtig ist keine einzige Nation aufgrund von Unwissenheit zu entschuldigen. Dies, weil Allah den Menschen Gesandte entsandt hat und auf diese Weise ist die Hujja erbracht; niemand kann sagen: „Was soll ich bloß machen, ich habe Allah doch nicht gekannt, ich war nicht dazu Fähig Wissen über Ihn zu finden.“[5]Ebenso meinen sie, dass auf der ganzen Welt heute Unwissenheit kein Entschuldigungsgrund ist; sei es im Kennen und Wissen von Iman und Kufr, oder sei es in der richtigen Ausführung der Gottesdienstlichen Handlungen. Wer die Religion nicht kennt und deshalb verirrt wird sich aus der Hölle nicht erretten können. Allah hat von Seiner Religion auf der ganzen Welt hören lassen; es ist sehr leicht, Halal, Haram, Iman und die Pflichten zu erlernen. Es ist Pflicht diese Dinge zu lernen, soviel wie davon notwendig ist. Falls nun jemand durch diese Meinungsverschiedenheit seine falsche und törichte Ansicht rechtfertigen will, so ist dies auf seine Ignoranz und Unwissenheit diesbezüglich zurückzuführen. Die Gelehrten waren sich darüber Einig, dass derjenige der im Götzendienst fällt, kein Muslim ist, wobei auf ihn – vor dem Erhalt der Hujja – nicht die Ahkam der Bestrafungen zutreffen.

    Imam Allauddin Abu Bakr al-Kasani al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – berichtete: „Abu Yusuf berichtete folgenden Text von Abu Hanifa: Abu Hanifa sagte: „Keiner der Geschöpfe besitzt in Bezug der Unwissenheit über Allah eine Entschuldigung. Dies, weil jedes einzelne Geschöpf verpflichtet ist ihren Herrn und Seinen Tawhid zu kennen. Wenn jemand die Himmel, die Erde, sich selbst und alle anderen Geschöpfe Allahs betrachtet, so werden ihm diese Gedanken dazu bringen an das Wesen Allahs und an Seine Einzigartigkeit zu glauben. Die Unkenntnis über die Pflichten Allahs ist nicht von dieser Art. Diese kann man ausschließlich dann wissen, wenn es einem mitgeteilt wird. Dass jemand die Pflichten nicht kennt bedeutet, dass ihm die deutlichen Beweise nicht erreicht haben. Deshalb wird er dafür nicht zur Rechenschaft gezogen.“[6]

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Nach der Kenntnis darüber, womit der Gesandte gekommen ist, so müssen wir dringend wissen, dass er seiner Nation nicht auferlegt hat irgendeinen von den Toten, den Rechtschaffenen oder anderen zu bitten, weder mit dem Ausdruck Istighathah, noch mit einem anderen, noch mit dem Ausdruck Isti'adhah, noch mit einem anderen (Ausdruck). Genauso wie er seiner Nation nicht auferlegt hat sich für oder vor einem Toten und anderen niederzuwerfen. Doch wissen wir, dass er all diese Dinge verboten hat und dass dies zum Götzendienst (Shirk) gehört, den Allah und Sein Gesandter verboten haben. Jedoch auf Grund der vorherrschenden Unwissenheit und dem mangelndem Wissen über die Spuren der Botschaft bei vielen von den Späteren ist man nicht in der Lage den Takfir über sie auszusprechen, bis ihnen dargelegt wird, womit der Gesandte gekommen ist und was diesem widerspricht."[7]

    Diese Aussage legt dar, dass man auf jemanden der aus Unwissenheit Shirk begeht, man nicht den Takfir spricht, jedoch bedeutet dies nicht, dass er ein Muslim ist, wie heutzutage einige irrsinnige behaupten, indem sie meinen, dass der Shirk entschuldbar wäre und man erst aus den Islam tritt, wenn man die Hujja diesbezüglich bekommen hat. Wie Unwissend diese Leute doch sind, indem sie die Aussagen der ehrenwerten Gelehrten für ihre abscheuliche Ansicht missbrauchen und sie gänzlich – wissentlich oder unwissentlich – falsch auslegen. Die Wahrheit ist, dass mit der Aussage von Scheich al-Islam: „jedoch auf Grund der vorherrschenden Unwissenheit und dem mangelndem Wissen über die Spuren der Botschaft bei vielen von den Späteren ist man nicht in der Lage den Takfir über sie auszusprechen, bis ihnen dargelegt wird, womit der Gesandte gekommen ist und was diesem widerspricht“ der Kufr der Bestrafung (Kufr al-Tadhib) gemeint ist, d.h. die diesbezüglichen Rechtsprüche werden nicht auf jene Person angewendet. Die Rechtsgelehrten meinten also mit der Aussage: „Wir schreiben dieser Person nicht den Hukm des Kufr zu“, keinesfalls das sie ihn damit als Muslim ansehen, eher drückt es aus dass ein Mensch in dieser Situation ihrer Ansicht nach nichts gemacht hat, aus dem sich die direkte Strafe ergibt. Wenn sie also über einen Mushrik sagen „Wir machen keinen Takfir auf ihn“ bedeutet dies „Wir meinen dieser Mushrik ist entschuldigt und wird in dieser Situation nicht bestraft.“ Nur weil sie also meinten, der Kufr der Bestrafung ereilt ihn nicht, heißt dies nicht, dass sie ihn in kleinster Weise als Kafir ansahen. Dies, weil der Kufr ja prinzipiell das Gegenteil des Iman darstellt und der Mushrik den Iman an Allah mit Sicherheit nicht erfüllt hat. Also ist jemand der aus Unwissenheit Shirk begeht ein Mushrik, auf den jedoch nicht die Ahkam der Bestrafung angewendet werden – erst nach dem Erhalt der Hujja. Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Und Allah hat vor und nach dem (Erhalt der Botschaft) zwischen Namen und Urteilen (Ahkam) unterschieden und vereinte sie in Namen und Urteile[...] So wurde der Name Mushrik vor dem (Erhalt) der Botschaft bestätigt, denn er gesellt etwas seinem Herrn bei, schweift von Ihm ab und nimmt neben Ihn andere Götter und Gleichgestellte (Andad) vor der – Ankunft – des Gesandte. Und diese Namen werden schon davor bestätigt. Genauso wie die Bezeichnung „Jahl“ und „Jahiliyyah“. So sagt man: "Jahiliyyah" und "Jahl" bereits vor der Ankunft eines Propheten. Die Bestrafung (für all dies) bleibt jedoch aus (solange die Botschaft nicht erhalten wurde)." [8]

    Die lauteren Altvorderen sind übereinstimmend der Meinung, dass wer auch immer in den Shirk gefallen ist, auch ein Götzendiener (Mushrik) ist, obgleich ihn die Existenz der Hujja erreichte oder in ihrer Abwesenheit. Und die Meinungsverschiedenheit bei ihnen bestand lediglich darin, ob diesem Mushrik dadurch die Bestrafung zusteht, selbst wenn ihn nicht die Hujja überbracht wurde oder die Erbringung der Hujja notwendig ist. Die Mehrheit unter ihnen, entsprechend Ibn Taymiyyah’s Aussage ist der Meinung dass die Bestrafung auf ihnen nur nach der Ankunft der Hujja zu trifft.

    ___________________________________________
    [1] Tathir al I'tiqad an Adran al-Ilhad, S.22

    [2] Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran, Sure al-Ar’af, Vers.172-173

    [3] Al-Jami' li Ahkam il-Qur'an, Sure al-Ar’af, Vers.172-173

    [4] Ma'alim at-Tanzeel, Sure at-Tawba, Vers.6

    [5] Büyük İslam Ilmihali

    [6] Badai'u al-Shana'i fi Tartib al-Syara'I, 7:132

    [7] Al-Istighath al-Kubra, 1:629

    [8] Majmoo al-Fatawa, 20:37f

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    Die Formen des Ersuchens, wie u.a. „Ya Abdul-Qadir al-Dschilani! Helfe mir aus dieser Notsituation“, oder „Ya Muhammad! Lege bei Allah für mich und meine Familie Fürsprache ein“, sind offenkundiger Shirk; so leugnet dies niemand unter den Gelehrten des Islams – die Ascha’irah, Maturidiyyah und Ahl-Hadith sind sich darüber einig, als auch alle anderen Denkrichtungen. Die Formen „Ya Allah! Ich bitte dich beim Status deines Propheten Muhammad“, oder: „Ya Allah! Ich bitte dich beim Namen von Abdul-Qadir al-Dschilani“, so haben etliche die erste Form erlaubt oder als wünschenswert angesehen, wohingegen sie letzteres verbaten und den Tawassul auf den Propheten Muhammad beschränkten; andere legitimierten beide Formen, d.h. den Tawassul durch den Propheten und den Awliya. Jedoch waren sich alle darüber einig, dass die anderen Formen Shirk sind, d.h. jene welche man nicht direkt an Allah richtet.

    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah al-Razi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte die Worte Allahs:{ Oder haben sie etwa statt Allah Fürsprecher genommen? Sprich: "Selbst wenn sie keine Macht über irgendetwas besitzen und keinen Verstand?" Sprich: "Alle Fürsprache gehört Allah. Sein ist das Königreich der Himmel und der Erde. Und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht" (Sure az-Zumar, Vers.43-44)}, wie folgt: „Und wisse, dass die Ungläubigen eine Frage zu diese Rede – also bezüglich der Anbetung von Leblosen Dingen – stellten: „Wir beten diese Götzen nicht aufgrund des Glaubens an, dass sie Gottheiten wären, welche Schaden oder Nutzen bringen könnten, sondern (wir) beten sie ausschließlich an, weil sie die Formen der Individuen repräsentieren, die Nahe bei Allah sind, also wir beten sie an, sodass diese Führer/Rechtschaffenen (Akabir) Fürsprecher für uns vor Allah werden“ und Allah, gepriesen sei Er, erwidert auf ihre Aussage:{„Oder haben sie etwa statt Allah Fürsprecher genommen? Sprich: "Selbst wenn sie keine Macht über irgendetwas besitzen und keinen Verstand?“} Die ausführliche darauf ist, dass die Ungläubigen sich entweder die Fürsprache von diesen Götzen wünschen oder von den Gelehrten und Heiligen, nach dessen Form diese Götzen hergestellt wurden. Der erste Fall ist Unwahr, denn diese nicht Lebendigen Götzen verfügen über rein Garnichts noch haben sie irgendeine Intelligenz, also wie kann jemand über das Ersuchen der Fürsprache von ihnen nachdenken? Bezüglich des zweiten, so ist es eine Unwahrheit, d enn am Tag der Auferstehung wird niemand (über) die Fürsprache verfügen und niemand wird die Macht dazu haben, außer durch Allahs Erlaubnis – wie unser Prophet Muhammad die Erlaubnis dazu am Jüngsten Tag hat – , in Wirklichkeit ist unser Fürsprecher Allah, der diese Fürsprache erlaubte, damit ist das Anbeten von Ihm besser als zu jemand anderen.“[1]

    Der Konsens darüber wurde u.a. von Scheich al-Islam Shihab al-Din Abu’l Abbas Ibn Hadschar al-Haytami – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – einem der größten Fuqaha der Schafiitischen Rechtschule in „al-I’lam bi Qawati al-Islam“ berichtet. Obwohl er den Tawassul bei Allah mittels dem Propheten erlaubte, verbat und erachtete er das direkte Anrufen anderer als Allah, dem Allmächtigen, als klaren Götzendienst.[2] Imam Taj al-Din al-Subki – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – meinte dazu: „(Zu Hilfe ersuchen)… so bitten wir niemand anderen als Allah an, noch rufen wir irgendeinen anderen an, außer Ihm. Demgemäß ist der einzige beim Bittgebet wem man bittet Allah alleine, welcher keine Partner hat, während derjenige auf welchen Namen die Bitte gestellt wird, sich variiert. Dies bedingt nicht den Shirk, noch das Anrufen anderer als Allah. Gleichermaßen, wie durch die Tugend des Propheten zu bitten, (bedeutet) nicht wirklich den Propheten (direkt) zu bitten, vielmehr bittet man Allah (direkt), durch die Tugend des Propheten.“[3]

    Imam Sa’d al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm – legte in „Sharh al-Maqasid“ fest, dass der Shirk, um wessen sich die damaligen Götzendiener schuldig machten von jener Art war, dass sie Statuen von rechtschaffenen Menschen anfertigen und sie anpriesen, wodurch sie ihre Fürsprache ersuchten (Tashaffu’an) und sie als ein Mittel (Tawassulan) nahmen.

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Kapitel: Häufig erscheint der Shaytan in Form von jemandem, der anstelle Allahs angerufen und um Erlösung angefleht wird, wenn dieser schon tot ist. Manchmal kommt es auch vor, dass er in Form eines Lebenden erscheint, ohne dass dieser Mensch jene bemerkt, die ihn um Hilfe anrufen. Es ist der Shaytan, der seine Gestalt angenommen hat. Doch der Irregegangene Götzendiener, der diese Person anstelle Allahs um Erlösung bittet, glaubt, dass diese Person selbst ihm geholfen hat. Dies passiert den Ungläubigen bei toten oder lebendigen Personen von denen sie gutes annehmen. Wie z.B. die Christen, die Jiris und andere, die ihre Heiligen um Errettung anrufen. Ebenso passiert dies den Leuten des Shirk und die Irren die sich den Islam zuschreiben und Tote oder Abwesende um Errettung anrufen. Der Shaytan erscheint ihnen in Form der Person, die sie um Hilfe bitten. Diese Person weiß davon jedoch nichts[…] So haben mir mehrere Personen gesagt, dass sie mich um Errettung (Istighathah) baten. Jeder von ihnen erzählte mir eine andere Begebenheit. Ich sagte ihnen allen, dass ich (das nicht war und) keinem von ihnen geantwortet hätte und nichts von all dem wusste. Da sagten sie: „War das ein Engel?“ Da sagte ich ihnen: „Ein Engel hilft keinem Götzendiener[...]“[4]

    Auch sagte Scheich al-Islam – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein: „Viele von denen, die von sich behaupten Muslime zu sein, erbitten die Hilfe von ihren Führern (Shuyukh) und sehen etwas heran reiten oder fliegen und meinen, in ihm ihren Sheikh zu erkennen. Dies ist auch einigen unserer Gefährten mit mir passiert. Doch als sie mir davon berichteten, erläuterte ich ihnen, dass dies der Shaytan war, der ihnen in meiner Form erschien, um sie in die Irre zu führen. Als dann fragten sie mich: „Kann es nicht ein Engel gewesen sein, der uns half?“ Da erwiderte ich: „Nein, denn die Engel antworten nicht den Götzendienern und ihr habt mich anstelle von Allah um Hilfe gebeten, womit ihr Shirk begangene habt.“[5]

    Und, seine – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – Aussage: „Und von ihnen sind welche, die die Toten um das bitten, um das man Allah bittet. Sie sagen: „Vergib mir (meine Sünden)! Gib mir Rizk! Führe mich zum Sieg!“, und anderes von jenen Sachen, die der Betende in seinem Gebet zu Allah sagt. Niemand der den Islam kennt, zweifelt daran, dass diese Dinge der Religion aller Propheten widersprechen. Sie sind vom Shirk, den Allah und Sein Prophet verboten haben und wegen dem der Prophet die Götzendiener bekämpfte. Sollten diese Leute auf Grund ihrer Unwissenheit entschuldigt sein, da die Botschaft sie nicht erreichte, so wie die, zu denen kein Prophet gesandt wurde, dann trifft auf sie der folgende Vers zu:{"Und wir bestrafen niemanden, solange Wir keinen Propheten zu ihm sandten."}Sollten sie nicht entschuldigt sein, dann gebührt ihnen in der Dunya was auch den anderen Mushrikun gebührt...Diejenigen, die, wenn sie die Wahrheit mit der der Prophet gekommen ist erkennen und begreifen, dass sie selbst Mushrikun sind, wenden sich reumütig Allah zu und erneuern ihren Islam. Sie ergeben sich Allah, wobeisie sich reumütig von diesem Shirk abwenden.[6]

    Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Von den Formen des Shirk sind: das Erbitten der Toten für Bedürfnisse, ihre Hilfe ersuchen und sich ihnen zu zuwenden. Dies ist die Basis des Shirk in dieser Welt. Dies, weil die Handlungen der Toten aufgehört haben. Er ist nicht dazu Fähig sich selbst schaden oder nutzen zu bringen, ganz abgesehen von demjenigen, der seine Hilfe ersucht oder ihn bittet seine Bedürfnisse zu erfüllen, oder ihn darum bittet zwischen ihn und Allah zu vermitteln[…] Dies, weil der Vermittler nicht dazu Fähig ist für ihn bei Allah zu vermitteln, außer mit Seiner Erlaubnis. Allah machte seine Suche um Beistand und sein Ersuchen nicht als Grund für Allahs Erlaubnis zur dessen Bewilligung. Die einzige Ursache welche die Erlaubnis Allahs gewährt – für die Fürsprache – ist die Vervollkommnung des Tawhid. Nichtsdestotrotz kommt dieser Mushrik mit einem Grund welche ausschließlich Allahs Erlaubnis – zur Fürsprache – verhindert.[7]

    Al-Hafidh Abu Fida Ismail Ibn Kathir – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Und ja, sie haben Ihm Partner in der Göttlichkeit (Ilahiyyah) zur Seite gestellt, so beteten sie andere neben Ihm an trotz ihres Wissens darum, dass diese, die sie anbeten, nicht in der Lage sind irgendeine Sache zu erschaffen, dass sie nichts besitzen und beherrschen können, aber sie glaubten daran, dass sie diese Götzen näher zu Ihm (Allah) bringen können.“[8]

    Die heutigen Götzendiener schrecken vor nix zurück und wollen ihre abscheuliche Praktik ebenso den noblen und rechtschaffenen Gelehrten zuschreiben, wie speziell im Falle des edlen, den großen Asketen und dem Stern der Hanbali Gelehrten seiner Zeit, der Imam und Scheich al-Islam Abdul-Qadir al-Dschilani al-Hanbali – das er die Praktik des Hilfe ersuchen (Istighathah) bei den Geschöpfen praktizierte und erlaubte; was eine widerwärtige Behauptung gegenüber dem Iman darstellt. Es sind etliche eindeutige Aussagen von ihm vorhanden, welche die erfundenen und schwachen Aussagen von ihm in den Schatten stellen, wie u.a. seine Worte: „Befolgt dem Koran und der Sunnah und hängt nicht den Erneuerungen nach. Verharrt in der Übereinstimmung und nicht in der Uneinigkeit. Verharrt auf Gehorsam und nicht auf Ungehorsam. Seid aufrichtig und begeht kein Shirk. Erklärt Allah, dem Allerhöchsten, zum Einen und verlasse nicht Sein Tor. Bittet Ihm und bittet niemanden anderen, außer Ihm. Suchen sie Hilfe von Ihm und suchen sie von niemand anderen Hilfe, außer von Ihm. Vertrauen sie auf Ihm und Vertraue sie auf niemanden, außer Ihm.“[9]

    Wie, auch seine – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – Worte: „Haben sie nicht den Befehl Allahs gehört, dass man mit all seinen Schwierigkeiten und Katastrophen sich ausschließlich nur zu Allah zuzuwenden, d.h. das man nur Ihm zur Hilfe anruft, sodass Er ihre Nöte erleichtert, da alle Macht zur Unbeschwertheit und Schwierigkeit in der Hand Allahs sind.“[10]

    Auch, sagte Imam Abdul-Qadir al-Dschilani al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein: „Bittet keine Geschöpfe für irgendetwas, denn sie sind schwach und arm, zudem unfähig dazu schaden oder nutzen für sich selbst oder jemand anderen hervorzubringen.[11]

    Als Abdul-Qadir al-Dschilani in den letzten Zügen seiner Krankheit lag, infolgedessen er starb, gab er seinem Sohn Abdul-Wahab folgenden Rat: „[…] vertraue auf niemanden, außer als auf Ihm, richte all deine Gesuche zu Ihm und stecke dein Vertrauen in niemand anderen als Allah. Bestätige Seine Einheit[…]“[12]

    Manche bringen Aussagen von Abdul-Qadir al-Dschilani zur Unterstützung ihrer Praktik heran, dass das direkte Hilfe ersuchen bei Geschöpfen zulässig ist, welche ihm fälschlicherweise durch das Werk „Bahjat al-Asrar“ zugeschrieben werden. Jedoch sind die darin enthaltenden Aussagen entgegen den klaren und offenkundigen Zitaten von Abdul-Qadir Al-Dschilani. Der Imam bestätige nimmer das direkte Hilfe ersuchen durch Geschöpfe, wie manch Unwissende behaupten, eher bestätigen seine authentischen Aussage, dass er zur alleinigen Anbetung Allahs aufrief und das anrufen der Geschöpfe verbot. Außerdem ist das Werk „Bahjat al-Asrar“ von ash-Shattanawfi und die darin enthaltenden Aussagen nicht Vertrauenswürdig, eher Unzuverlässig und voller erlogenen Aussagen, wie die Gelehrten der Sunnah es ausdrücken. Die Leute der Bid’a schreiben den Imam diese abscheuliche Praktik durch die Aussagen in diesem Werk zu, obwohl das Werk nicht als authentisch klassifiziert wurde.

    Beispielsweise meinte Scheich al-Islam wal Shamssuddin Muhammad Ibn Ahmad adh-Dahabi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – der große Meister in Illm al-Hadith (Wissenschaft des Hadith) und Illm al-Jarh wa’t Ta’dil (Wissenschaft der Überlieferungskritik) zum Autor des Buches „Bahjat al-Asrar“: „Er (der Autor) hatte eine große Liebe zu Scheich Abdul-Qadir al-Dschilani. Er kompilierte Ereignisse seines Lebens und seine Vorzüge (bzw. Tugenden) in drei Bändern und schrieb darin alle Berichte von den unterschiedlichsten Leuten, die sowohl lobenswert als auch Unwürdig sind. Dadurch verbreitete er viele falsche Geschichten über ihn.“[13]

    Ebenso äußerte sich al-Hafidh Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – dazu, indem er sagte: „Es – das Buch Bahjat al-Asrar – befasst sich mit Lebensereignissen und Verdiensten von Abdul-Qadir al-Dschilani in drei Bänden. Er füllte es mit allem, beachtenswerten und unbedeutsames. Es genügt für jemanden als Lügner bezeichnet zu werden, wenn er alles berichtet, was er hört. Ich habe ein Teil dieses Buches gesehen und mein Herz fühlte keine Sicherheit in der Akzeptanz oder Vertrauen auf irgendetwas darin, oder das man sich auf irgendetwas darin bezieht, außer es ist berühmt und wohl bekannt aus anderen Büchern, dies aufgrund eines Übermaßes an Berichten von unbekannten Personen, Abweichungen, großen Fehlern, grundlose Behauptungen und falscher Predigten, sodass man es nicht in Betracht ziehen kann, noch es zutreffend ist solche Dinge den Shaykh Abdul-Qadir al-Dschilani zuzuschreiben.“[14]

    Der Historiker Khayr al-Din Zirikli – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – notierte das Urteil hinsichtlich dieses Buches von al-Hafidh Ahmad Ibn Hadschar al-Asqalani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein –, in dem es heißt: „Ibn Hadschar sagte das viele skurrile und absonderliche Geschichten durch den Autor darin notiert sind und viele Leute haben etliche Ketten der Berichte und Geschichte, welche darin erzählt werden kritisiert.“[15]

    Imam Zayn al-Din Ibn al-Wardi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Wahrlich es sind viele falsche Dinge und große Übertreibung im diesem Buch (Bahjat al-Asrar) bezüglich des Status von Abdul-Qadir al-Dschilani vorhanden[…]“[16]

    Imam Muhammad Abu’l Huda Ibn Wadi al-Rifa’i – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Es sind viele Dinge im oben erwähnten Buch „al-Bahjrat“ vorhanden, welche dem Shaykh (Abdul-Qadir) inkorrekter Weise zugeschrieben werden. Viele Geschichten und unwahre Dinge wurden in seinem Namen verbreitet. Und zahlreiche Aussagen welche ein im Erstaunen versetzen wurden von einer Gruppe von den Älteren (Gelehrten) berichtet. Manche aufsässige und unverschämte Menschen fabrizierten sogar viele falsche Berichte und schrieben sie dem Propheten zu.“[17]

    Qadi Thanaullah Panipati al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Es ist nicht erlaubt Dua zu den Awliya zumachen, die Tot oder Lebendig sind, oder zu den Propheten. Der Prophet Allahs sagte das die Dua der Kern der Ibada ist und dann rezitierte der Prophet den Vers: {Und euer Herr sprach: "Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören. Die aber, die zu überheblich sind, um Mir zu dienen, werden unterwürfig in die Hölle eintreten." (Sure Ghafir, Vers.60)} Und die Aussagen der Ignoranten: „Ya Shaykh Abdul-Qadir al-Dschilani gebe etwas um Allah willen“, und: „Ya Khawaja Shams al-Din al-Panipati gebe etwas um Allahs willen“, sind nicht zulässig. Tatsächlich sind sie (diese Aussagen) Shirk und Kufr. Aber wenn jemand sagt: „Oh mein Herr (Allah), durch die Vermittlung des Khawaja Shams al-Din al-Panipati erfülle das folgende Bedrüfnis von mir“, dann ist dies Korrekt.“[18]

    Qadi Thanaullah war einer der führenden Studentin von Waliullah Dahlawi und einer der großen Sufis und Anhänger des Naqshibandis Ordens seiner Zeit und trotz dessen widerspricht er den gegenwärtigen Naqshibandis vollkommen, indem er ihre heutigen Praktiken als Shirk und Kufr deklariert, wie u.a. „Ya Fulan! Helfe mir!“ Diese und andere Aussagen jener Gelehrten sind insofern essenziell, weil sie belegen dass nicht bloß Ahmad Ibn Taymiyyah und Muhammad Ibn Abdel-Wahab diese Praktiken als Shirk betrachteten, sondern auch jene welche den Tawassul durch den Propheten oder den Awliya als legitim erachteten, wie jene Gesuche die man direkt zu Allah, dem Allwissenden, richtet, und Ihn dann im Namen von Fulan um etwas bittet – und diese Form stellt wie schon oft gesagt lediglich eine Fiqh Angelegenheit dar.

    Imam Ala al-Din Abu’l Hasan al-Mardawi al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte hinsichtlich jener Sachen, welche einem aus der Religion befördern: „Oder er stellt zwischen sich und Allah Vermittler, auf denen er sein Vertrauen hegt, zu wem fleht (Yad’u) und um Hilfe bittet."[19]

    Imam Sharaf al-Din al-Hijawi al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „(Die Entscheidung der Apostasie wird gegenüber demjenigen verhängt, der) eine Abneigung gegenüber dem Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm – oder mit dem was Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – kam hat, entsprechend dem Konsens… oder er nimmt sich einen Vermittler zwischen sich selbst und Allah, auf dem er vertraut und ihn anfleht, entsprechend dem Konsens. Oder er wirft sich vor Götzen oder der Sonne oder den Mond nieder.“[20]

    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Es (Rububiyyah) ist der endgültige glaube von vielen Philosophen, Scholastikern und einigen Sufis.[...] Den Tawhid den die Propheten predigten und den ihre (geoffenbarten) Bücher Lehren, ist der Tawhid al-Ilahiyyah, welcher die Rububiyyah einbezieht bzw. impliziert. Es bedeutet die Anbetung und Dienerschaft Allah zu widmen, ohne Ihm (dabei) irgendeinen Partner beizumessen. Die arabischen Polytheisten und Atheisten bestätigten den Gedanke des Tawhid ar-Rububiyyah und das der Erschaffer der Himmel und Erde ein Einziger ist. Allah sagt diesbezüglich: {"Und wenn du sie fragst: "Wer schuf die Himmel und die Erde?" - dann werden sie gewiss sagen: "Allah." (Sure al-Luqman, Vers.25)} Und, Er sagt: {"Sprich: „Wessen ist die Erde, und (wessen,) wer auf ihr ist, wenn ihr es wisset?“ Sie werden sagen: „Allah.“ Sprich: „Wollt ihr denn nicht nachdenken?“" (Sure al-Mu’minun, Vers.84-85)} Es sind viele Verse dieser Natur im Koran. Sie (die arabischen Polytheisten und Atheisten) glaubten über ihre Götzen nicht, dass sie mit Allah, den Allerhabenen, an der Kreation der Welt partizipierten. Ihr (der arabischen Polytheisten) weltanschauliches Bekenntnis war derselbe, wie derjenigen der anderen Polytheisten auf Erden, wie die Inder, Türken, Berber und anderer (Völker). Zuweilen glaubten sie, dass ihre Götzen, etwa Fromme Menschen, Propheten oder Heilige repräsentieren, welche für sie bei Allah Fürsprache einlegen und näher zu Allah hinführen sollen. Dies war der Ursprung des Polytheismus, der Araber. In der Unterhaltung über die Leute Noahs, legte Allah (folgendes) dar:{ Und sie sagen (zueinander): „Lasst eure Götter nicht im Stich. Und verlasst weder Wadd noch Suwa noch Yaghuth und Ya'uq und Nasr.“" (Sure Nuh, Vers.23)}[...] Solche Leute bezeugten die Existenz des Schöpfers und verneinten, dass es zwei Schöpfer dieser Welt gäbe. Aber sie nahmen sich diese Götzen als Mittelsmänner, um Fürsprache für sie (bei Allah) einzulegen. Allah, der Segensreiche, sagt über derartige Menschen: {Wahrlich, Allah (allein) gebührt lauterer Gehorsam. Und diejenigen, die sich andere zu Beschützern nehmen statt Ihn (,sagen): "Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah nahebringen." Wahrlich, Allah wird zwischen ihnen über das, worüber sie uneins sind, richten. Wahrlich, Allah weist nicht dem den Weg, der ein Lügner, ein Undankbarer ist. (Sure az-Zumar, Vers.3)} Er, sagt auch: {Sie verehren statt Allah das, was ihnen weder schaden noch nützen kann; und sie sagen: "Das sind unsere Fürsprecher bei Allah." Sprich: "Wollt ihr Allah von etwas Nachricht geben, was Ihm in den Himmeln oder auf der Erde unbekannt ist?" Gepriesen sei Er, und hoch Erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) zur Seite stellen. (Sure Yunus, Vers.18)}.“[21]

    Imam Muhammad Tahir Patni Shahid – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Imam Malik hasste es, wenn jemand sagt: „Wir besuchten (Zurna) Sein – des Propheten – Grabstädte.“[…] Tatsächlich sind manche unter ihnen die die Gräber des Propheten und der Fromme besuchen gehen, um bei ihren Gräbern zu beten, sie anzuflehen und sie zu bitten – die Propheten und Awliya – für ihre Bedürfnisse. Und dies ist entsprechend jeden beliebigen Gelehrten der Muslime verboten, denn gewiss die Ibadat, das bitten um Bedürfnisse und das suchen um Hilfe (isti’anah) ist ausschließlich das alleinige Recht Allahs.“ [22]

    Imam Muhammad Abd al-Hayy al-Lakhnawi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – verzeichnete in seiner Sammlung der Rechtsgutachten mehrere Frage und die diesbezüglich Antwort hinsichtlich dieser Angelegenheit: „Was ist das Urteil über jene Person, die daran glaubt, dass die Heiligen die Anrufung aus der Ferne wie aus der Nähe wahrnehmen und hören können und sie sodann um Hilfe ersucht, in einer Form wie man nur Anwesende bittet und für sie Gelöbnisse abgibt und meint das ihr Gelöbnis in ihrem Namen getätigt wurde?“ Er (al-Lakhnawi) antwortete: „Der Glaube jener Person ist entstellt (Fasid) und es besteht die Gefahr des Kufr für diese Person, denn die Wahrnehmung der Heiligen aus der Ferne ist unbewiesen. Und das umfassende Wissen aller Angelegenheiten, zu jeder Zeit, ist ausschließlich Allah, gepriesen sei Er, vorbehalten. In Fatawa Bazzaziyyah wird dargelegt, dass, wer auch immer sagt, dass die Seelen der Frommen anwesend (Hadhir) sind, ein Ungläubiger ist und im selben Buche steht geschrieben, dass, wer auch immer Allah und seinen Gesandten zusammen bringt (Nikah) um sie als Zeugen (für ein Gelöbnis) zu nehmen, der wird zum Ungläubigen. Und das aus dem Grunde, weil er dabei annahm, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – ein Kenner des Verborgenen sei.“[23]

    Als dann wurde al-Lakhnawi gefragt: „Die Praxis des gemeinen Volkes dieser Stadt, dass sie in Zeiten der Bedrängnis die Propheten und Heiligen aus der Ferne um Hilfe anrufen (Madad) und daran glauben, dass sie anwesend und sehend sind und wenn wir sie anrufen, dann erhören sie uns machen Du’a für unsere Bedürfnisse. Ist diese Form erlaubt oder nicht?“ Darauf antwortete er, wie folgt: „Diese Form – des Ersuchens von Hilfe – ist nicht bloß Haram, sondern ebenfalls Polytheismus (Shirk), denn es – das das Ersuchen dieser Hilfe – impliziert, dass neben Allah jemand existiert, der Wissen vom Verborgenen (Ilm al-Ghayb) hat und der Glaube daran ist offenkundiger Götzendienst (Shirk). Denn in der Scharia ist Polytheismus (Shirk), wenn man Allah jemanden beigesellt betreffend Seinem Wesen (Dhat) und Seinen spezifischen Eigenschaften und das Wissen vom Verborgenen (Ilm al-Ghayb) ist eine spezifische Eigenschaft Allahs, wie es in den Aqida-Büchern erwähnt wird[…]“[24]


    Eine andere Fragestellung lautet: „Falls eine Person daran glaubt, dass Sheikh Abdul-Qadir al-Dschilani – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – die Fähigkeit besitzt, jedermann von überall her hören zu können und er sodann seine Aufmerksamkeit auf den Rufer lenken kann, wie ist dieser Glaube dann nach den Grundsätzen der Scharia zu beurteilen?“ Die Antwort: “Dieser Glaube richtet sich nicht nur gegen die Aqa’id (Glaubensgrundsätze) der Leute des Islams, sondern führt auch zum Shirk (Götzendienst)[…]“[25]


    Auch schrieb al-Lakhnawi auf eine Frage hinsichtlich des Ersuchens von Hilfe mit der Form: „Ya Shaykh Abdul-Qadir al-Dschilani gebe etwas um Allah willen“, folgende Antwort: Es ist verbindlich und obligatorisch von diesen Formen des Vortragens Abstand zu nehmen. Erstens, weil das Vortragen dieser Bitte den Wortlaut „Shayy’an lillah“ beinhaltet, und bestimmte Scharia-Gelehrte halten diese Formulierung für Unglaube (Kufr)... Zweitens findet diese Form des Vortragens [einer Bitte] Anwendung beim Anrufen der Toten aus der Ferne, und es ist nicht in der Scharia nachgewiesen, dass Heilige die Macht haben eine Anrufung aus einer fernen Distanz wahrzunehmen bzw. zu hören. Allerdings ist es in der Scharia nachgewiesen, dass die Menschen in den Gräbern den Salam der Besucher ihrer Gräber hören können. Aber zu denken, dass irgendjemand neben Allah zu allen Zeiten gegenwärtig und sehend ist und sich den offensichtlichen sowie verborgenen Dingen bewusst ist, das ist Shirk… Und unsere Ulama (Gelehrten) haben gesagt, dass jeder, der glaubt das die Seelen der Heiligen Hadhir (gegenwärtig) und wissend sind, ein Ungläubiger ist. Obgleich Sheikh Abdul-Qadir al-Dschilani eine der großen Autoritäten der Gemeinschaft Muhammads ist und seine Tugenden und guten Eigenschaften unzählig sind, ist es aber nicht zu belegen, dass er die notleidenden Rufer aus der Ferne hören kann. Und das Festhalten an dem Glauben, dass er sich der Angelegenheiten seiner Anhänger zu allen Zeiten voll bewusst ist, ist Götzendienst (Shirk).“[26]


    _____________________________________________
    [1] Tafsir al-Kabir, 26:285, Sure az-Zumar, Vers.43-44

    [2] S.57

    [3] Shifa al-Saqam

    [4] Majmoo al-Fatawa, 19:47f

    [5] Qa’idatun Adhimah, S.165f

    [6] Qa’idatun Adhimah, S.75f, 152ff

    [7] Madaarij al-Saalikeen, 1:332

    [8] Tafsir al-Quran al-Adhim , 5:488

    [9] Al-Fath al-Rabbani, S.313

    [10] Fath al-Rabbani, S.84

    [11] Al-Fath al-Rabbani, S.325

    [12] Futuh al-Ghayb, S.185

    [13] Ma’rifat al-Qurra al-Kibar, S.721; Shams al-Din Muhammad Jaz’ari verzeichnete ebenso dieses Zitat von Muhammad adh-Dahabi in seinem „Tabaqat al-Qurra“, 1:261;
    وكان ذا غرام بالشيخ عبد القادر الجيلي جمع أخباره ومناقبه في نحو من ثلاث مجلدات وكتب
    فيها عمن أقبل وأدبر فراج عليه فيها حكايات كثيرة مكذوبة

    [14] Tabaqat al-Hanabilah, 2:194

    [15] Itmam Al-Alam, 5:34; Ibn Hadschar gab dazu sein Urteil in al-Durar „al-Kaminah fi A’yan al-Mia al-Thaminah“, 3:142, ab. قال ابن حجر: ذكر فيه غرائب وعجائب وطعن الناس في كثير من حكاياته وأسانيده فيه

    [16] Kashf al-Zunun, 1:25

    [17] Tariqa al-Rifa’iyyah, S.16

    [18] Verzeichnet bei Yusuf Ludhianwi: Irshad al-Talibin, S.18

    [19] Al-Muqni wa Scharhul Kabir wal Insaf, Kapitel. Riddah

    [20] Al-Iqna, 4:285

    [21] Sharh al-Aqida at-Tahawiya, S.3ff

    [22] Majma Bihar al-Anwar, 2:444

    [23] Majmoo al-Fatawa, 1:46f

    [24] Majmoo al-Fatawa, 1:45f

    [25] Majmoo al-Fatawa, 1:73

    [26] Majmoo al-Fatawa, 2:189f

  4. #44
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    Imam Mahmoud Ibn Abdallah al-Alusi al-Hanafi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – , einer der letzten großen Gelehrten der Ahnaf meinte zum Thema „Istighathah“, indem Allah nicht direkt angefleht wird, folgendes: „Und manche Leute entzogen aus diesem Vers – Sure al-Maida. Vers.35 – den Beweis, um Istighathah von rechtschaffenen Menschen zu legitimieren, sie als Vermittler zwischen Allah und den Dienern aufzustellen, und auf Allah mit ihnen zuschwören, durch die Aussage: „Oh Allah, wir schwören auf dich mit dem und dem, auf dass uns jenes gibt’s“, und einige unter ihnen sagten zu den Abwesenden oder Toten Dienern Allahs: „Ya Fulan, bitte Allah dass Er uns (unseren) Lebensunterhalt, dies und jenes gibt“, und sie denken, dass es aus dem Abschnitt sich um die Wasilah zu bemühen ist und meinen, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wenn die Dinge für euch schwierig sind, dann gehe zu den Leuten des Grabes oder suche Hilfe von den Leuten des Grabes.“ (Eine Fabrizierte (Mawdu) Überlieferung), und all dies ist weit von der Wahrheit durch eine große Distanz entfernt. Und die verifizierte Rede (Tahqiq Kalam) an dieser Stelle ist, dass Istighathah zu den Geschöpfen und es als Wasilah zu machen, in dem Sinn das man ihn nach Du’a fragt, so besteht kein Zweifel in deren Zulässigkeit, falls die fragende Person lebt und wir beschränken dies in diesem Fall von demjenigen der Gefragt wird und eine Höhere Stellung (bei Allah hat) nicht, eher kann man sowohl den Höhergestellten als auch den Untergeordneten fragen und es wurde beglaubigt dass Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – Umar (Ibn al-Khattab) darum bat (Du’a für Ihn zu machen) als Er die Erlaubnis zur Umrah suchte: „„Vergesse nicht dein Bruder in deiner Du’a“[…] Hinsichtlich (jener Art) wenn die gefragte Person Tot oder Abwesend ist, so bleibt es für die Gelehrten nicht verborgen, dass dies nicht erlaubt und es von den Erneuerungen ist, welche keiner der Altvorderen praktizierte[…] Und es ist zu uns von keinem der Gefährten gelangt das sie die Toten um etwas baten, eher wird authentisch von Ibn Umar berichtet, dass er wenn er in den Raum des Propheten ging als er das Grab besuchte, sagte: As-Salam Aleyka Ya Rasula Allah, As-Salam Aleyka Ya Aba Bakrin, As Salam Aleyka Ya Abati – Friede sei auf Dir Gesandter Allahs, Friede sei auf die Abu Bakr, Friede sei auf Dir Vater (Umar Ibn al-Khattab)“, und dann reiste er ab und trug dem nix hinzu und begehrte bzw. suchte nix von dem Führer der Schöpfung (Muhammad) oder von Seinem beiden noblen Gefährten (Abu Bakr und Umar Ibn al-Khattab)[…] Und die Leute haben gegenwärtig die Grenzen überschritten beim Schwören auf Allah, denn sie schwören auf Ihn mit etwas, was nix ist und was keinerlei Status bei Allahs nähe haben. Noch schlimmer als dies, sind jene, welche von den Leuten des Grabes Sachen begehren, wie das Heilmittel für eine Krankheit, Reichtum für Arme, verlorene Dinge wiederzufinden und Erleichterungen von allen Schwierigkeiten (von ihnen zu erbitten) und ihre Teufel inspirieren sie, durch die Überlieferung: „Wenn die Dinge für euch schwierig sind, dann gehe zu den Leuten des Grabes oder suche Hilfe von den Leuten des Grabes“, und diese Überlieferung ist eine Lüge welche dem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – zugeschrieben wird, durch den Konsens der Leute des Wissens der Hadithwissenschaft und niemand unter den Gelehrten berichtete dies, und nichts davon wird in den vertrauenswürdigen Hadith-Büchern verzeichnet und der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – untersagte die Grabstädten als Moschen zu nutzen und verfluchte jene die dies machen, also wie kann jemand sich vorstellen das (Er) Befahl Istighathah zu tun und die Leute (des Grabes) zu bitten? Subhanallah, dies ist eine große Lüge! Und es wurde von Abu Yazid al-Bastami – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – verzeichnet: „Istighathah der Geschöpfe durch die Geschöpfe ist, wie das Hilfe Ersuchen eines Gefangenen durch einen anderen Gefangenen“, und aus den Wörtern von as-Sajjad dass „der Arme der einen Armen fragt in seiner Ansicht Absurd/Beschränkt ist und Irreführung seine Intelligenz darstellt“, und die Du’a von Moses – Friede sei auf ihm: „Und bei Dir suchen wir Hilfe“, und Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte zu Ibn Abbas: „Wenn du Hilfe suchst, dann suche sie von Allah[…]“, und Allah, gepriesen sei Er, sagte: {„Dir alleine Dienen wir und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ }Und nach alldem gesagten, sehe ich nix falsches beim Tawassul ZU ALLAH mit dem Status (Jah) des Propheten, lebend oder tot und was mit Jah gemeint ist, so geht dies auf die Attribute von Attributen Allahs zurück[…] Es verharren zwei Punkte: Erstens den Tawassul mit dem Status eines anderen als den Propheten, so ist nix falsches daran[…] Zweitens, die Leute haben bei der Du’a zu anderem als Allah aufgrund ihrer (übertriebenen) Liebe zu den Awliya und anderen unter den Toten zugenommen, wie (die Aussage): „Ya Sayidi Fulan helfe mir (Aghithni)“, und dies ist nicht von den erlaubten Formen des Tawassul aus jeglicher Sicht…. eine große Anzahl der Gelehrten haben dies als Shirk betrachtet…und ich sehe niemanden der so etwas sagt, außer dass er glaubt, dass die angerufenen Lebenden abwesenden oder Toten verborgenen über das unsichtbare wissen haben oder ihre Aussagen hören und das sie mächtig bei ihrem Wesen oder bei anderen sind, um gutes zu bringen und Probleme zu beseitigen und wenn er es nicht wollte, so hätte er ihm nicht angerufen noch seinen Mund geöffnet und in diesem steckt eine große Prüfung von Allah[…] Und es existiert kein Zweifel das Istighathah von den Leuten des Grabes… eine Angelegenheit darstellt, wo es obligatorisch ist, sie zu vermeiden und für die Leute des Intellekts ist es nicht akzeptable dies zu tun, und man sollte sich nicht in die Irreführen lassen, wenn von dem Sucher der Hilfe die Bedürfnisse erfüllt werden und seine Sache wurde gewährt, weil es ein Test für ihn darstellt und es eine Probe von Ihm (Allah) ist und der Shaytan kann die äußerliche Erscheinung von demjenigen annehmen, dessen Hilfe ersucht wird und die Leute können denken das es ein Karamah vom angerufenen ist; fernab, fernab, es stellt lediglich den Shaytan dar, der ihm fehlleitet, täuscht, sowie seine Begierden schön gestaltet, dies gleicht dem Shaytan der in Götzen spricht um ihre Anbeter Irrezuleiten. Und diese irregeleiteten Leute denken das dies ein Ausströmen der Seele des angerufenen für die Hilfe ist, oder aber ein Engel in Form des angerufenen als ein Karamat für ihn und dies ist sehr schlimm, wie sie Urteilen; die Tatawaur und Zuhur (Erscheinung von Wundern) sind jedoch möglich, jedoch nicht in diesem Fall[…] und wir bitten Allah in Seinen Namen das Er uns davor beschützt.“[1]

    __________________________________________
    [1] Ruh al-Mani, Sure al-Maida, Vers.35





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