Ein Brief, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Salam Alaikum,
mein Name ist Furkan und ich habe mich auch schon auf der Seite für die Konversion eingetragen.
Kurz zu mir: Ich bin türkischer Abstammung, bin auch dort geboren jedoch hier aufgewachsen und 23 Jahre jung.
Ganz traditionell bin ich auch schon als Kleinkind in Koranschule gegangen, habe das Koranlesen gelehrt bekommen, Gebete auswendig gelernt und gebetet.
Für mich war es immer eine Selbstverständlichkeit Moslem zu sein, man kannte es ja nicht anders.
Doch im laufe der Zeit und meines erwachsenen daseins, fing während meiner Pubertät meine Veränderung an.
Ich hörte auf täglich zu beten, empfande es eher als Last und auch zum Trotz meiner Mutter, welche mich zwang zu beten.
Heute verstehe ich dies natürlich besser, es war ja schließlich der Zwang zum Glück.
Naja, ich fing aber an immer mehr zu hinterfragen, ich wollte nicht einfach nur machen ohne zu wissen wieso.
Doch je mehr ich anfing zu hinterfragen und auch viele Sachen in betracht zu ziehen, desto mehr entfernte es mich von der Religion.
Zwar habe ich den Glauben an Gott, seine Barmherzigkeit, Güte und Kraft nie verloren, doch fing ich an zu zweifeln an dem “Islam” der mir gelehrt wurde.
Gerade bei uns Türken ist es ja ziemlich komisch. Beten tut keiner, aber jedes Jahr wird gefastet und solche Ungereimtheiten haben mich sehr verwirrt. Ich kannte es nun ja nicht besser. Aber ich habe mir gedacht dass kann es nicht sein.
A sagen und B tun, war für mich schon immer Heuchlerei.
Wie gesagt, an Gott glaube ich seit meiner Kindheit, quasi seitdem ich denken kann und nichts oder niemand kann mir diesen Glauben nehmen. Denn schon seit kleinauf, wenn ich an Gott gedacht habe, habe ich Liebe und Reue zugleich empfunden. Mir war immer bewusst dass ich ein kleiner Mensch bin unter Milliarden.
Nun wie soll ich sagen, mit der Zeit wird man älter und verändert sich natürlich auch durch seine Umgebung und die Menschen und ich fing immer mehr an weltlich zu werden. Der Gedanke bei mir war, “Gott weiß besser als ich, dass ich mit meinen Taten keine bösen Absichten verfolge und versuche stets ein guter Mensch zu sein”.
So und ähnlich führte ich mein Leben fort, war stets bestrebt in frieden mit mir und meinen Menschen zu sein.
Wie soll ich sagen, ich war ein guter Mensch habe mir weltlich gesehen zwar nichts zu Schulden kommen lassen, aber islamisch betrachtet alles falsch gemacht was nur möglich ist.
Mit 18 hatte ich eine Freundin, die Beziehung hielt 2 Jahre an. Natürlich kam es auch zum Geschlechtsverkehr was mir heute sehr schlecht im Magen sitzt und möge Allah mir verzeihen. Danach ständig auf Partys, Alkohol und auch Marijuana.
Alles Sachen die ich nicht als verkehrt empfand, ich tat ja schließlich niemandem etwas.
Naja ich war anscheinend so stark schon verblendet dass mir wirklich nicht bewusst war was ich tat.
Ich ging halt von allem aus, dass ich ja kein schlechter Mensch sei und ich Gott ja für mein Leben danke und für alles.
Selbst aß ich Fleisch aus Supermärkten, natürlich war es nicht Halal, aber so dumm wie ich war dachte ich mir nichts dabei.
Nun gut. Alles bis hierhin und nicht weiter, denn in dieser gesamten Zeit habe ich trotzdem immer über Gott nachgedacht und mich gefragt was denn der Sinn meines Lebens sein könnte, ob ich anders sei oder warum ich nicht aufrichtiger Moslem sein kann?
Ich wusste ja Bescheid, ich hatte früher doch gebetet aber wieso konnte ich es heute nicht mehr?
Ich konnte mich einfach nicht mit dem Islam anfreunden den ich kannte, dazu noch die ganzen Hassprädigen und immer das “Judengelaber” dachte ich mir, ich kam immer mehr dazu dass dieser Glaube viel zu radikal und von Hass erfüllt sei. Das passte aber nicht zu meinem Gott, der in meinem Herzen immer ein Gott der Liebe war, kein Gott der Vernichtung und Zerstörung.
Ich war ziemlich oft depressiv und traurig, hatte stetig Existenzangst und wusste einfach nicht was sein wird. Ich dachte mir, ich kann nicht mein Leben lang hier rumwandeln auf Erden ohne zu wissen ob ich nun wirklich gut bin oder schlecht. Es ergab natürlich irgendwo alles keinen Sinn. Aber ich habe insgeheim immer gewusst, dass Gott mich auf den richtigen Weg wieder bringen wird.
Nur wann wusste ich nie und war auch gar auch nicht bewusst wie nah dieser Zeitpunkt schon sein wird.
Dieses Jahr war ich wieder in der Türkei und seit Jahren mal wieder mit meiner Familie (meinen beiden Schwestern und meiner Mutter; alle drei sehr gläubige und fromme Muslima).
Abends sitzen wir dort immer und sprechen in der gesamten Familie immer, was mir immer ein Glücksgefühl gab.
Dort fragte ich die Tante immer über alles aus und stellte auch kritische fragen.
Religion wurde immer zum Hauptthema, aber ich genoss die Geschichten sehr.
Der eigentliche Wendepunkt aber ist meine jüngste Schwester.
Meine kleine liebe Schwester die sogar aus Angst um meine Seele, geweint hat, hat mit mir 2 Nächte durch geredet wie noch nie in unserem ganzen Leben.
Sie hat mir vieles erzählt was ich noch nicht kannte und vieles erwähnt was falsch sei und in meinem Kopf fing es immer mehr an Sinn zu machen. Ich konnte plötzlich Sachen so akzeptieren wie sie sind und ohne zu hinterfragen, was ich vorher nicht konnte.
Plötzlich war also der Zeitpunkt gekommen auf den ich immer so gewartet hatte und dafür danke ich Allah sehr.
Das was sie mir erzählte war für mich Plausibel und mein Charakter ging damit viel mehr konform, so hab ich mir das eher vorgestellt und hatte ein glücksgefühl.
Ich bin nun aus der Türkei zurück und meine Schwester gab mir für die Rückreise einen Brief mit der mich auf euch brachte.
Ich zitiere aus ihrem Brief:” Mein geliebter Bruder, hiermit möchte ich dich, unseren langen zwei Gesprächen zum Islam einladen. Du hast das Denken eines Moslems, das Verständnis vom Islam und glaubst an Allah. Also was hält dich von der Shahada ab? Wir wissen nie ob es einen Morgen gibt und ich möchte nicht dass so ein Mensch wie du umsonst von dieser Welt geht. So nimm den Islam an und fang mit dem Gebet an, der Rest kommt von Allah”.[…]
Nunja, sie schrieb dass ich mir bei dir melden solle ich bei dir die Shahada aussprechen solle. Dies tu ich nun.
Ich hoffe meine Geschichte ist nicht zu lang gewesen, aber ich wollte nur zeigen, von wo man wohin kommen kann und was alles passieren kann.
Ich hoffe du findest die Zeit mich anzurufen, ich habe natürlich noch einige wichtige Fragen was die Umstellung meines Lebensstils betrifft.
Ich danke dir jetzt schon für deine Bemühung.
Selam Furkan
(von DieWahreReligion)
Sheikh al Islam Ahmad ibn Taimīya رحمة الله عليه sagt: Was können mir meine Feinde schon antun? Mein Paradies ist in meinem Herzen; wo auch immer ich hingehe, geht es mit mir, unzertrennlich von mir. Für mich ist das Gefängnis ein Platz um sich zurückzuziehen (um Ibada zu machen); eine Hinrichtung ist meine Chance auf das Märtyrertum und eine Vertreibung aus meiner Stadt ist eine Möglichkeit zum Reisen.
Gepriesen ist jener, der uns nach der Irreleitung , Rechtleitung schenkte... Macht bitte alle Du3a für den Bruder
auf DWR ist ein Video diesbezüglich.
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Geändert von Al_Intissar (28.07.2010 um 00:49 Uhr)
وَلَوْلاَ دَفْعُ اللَّهِ النَّاسَ بَعْضَهُمْ بِبَعْض ٍ لَفَسَدَتِ الأَرْضُ وَلَكِنَّ اللَّهَ ذُو فَضْلٍ عَلَى الْعَالَمِينَ
Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die Anderen zurückgehalten hätte, dann wäre die Erde wahrhaftig von Unheil erfüllt
(Al-Baqarah:251)