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Thema: Der gewissenhafte Glaube an die Bücher

  1. #1
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    Der gewissenhafte Glaube an die Bücher




    Der arabische Begriff für Buch ist „al-Kitab“, dessen Plural „al-Kutub“ ist und aus der Wortwurzel „al-Katb“ entsprießt, womit die Idee des Schreibens verbunden ist, was so viel wie Sammeln und Hinzufügen bedeutet.

    Der Iman an die Bücher beinhaltet die Überzeugung daran, dass die Blätter zu Abraham herabgesandt wurden, die Blätter und Thora (at-Tawrrah) zu Moses herabgesandt wurden, das Evangelium (Injil) zu Jesus herabgesandt wurden, die Psalmen (az-Zabur) zu David herabgesandt wurden und das der Koran – dass Wort Allahs – zu den letzten Propheten und Gesandten Muhammad herabgesandt wurde. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten. Und sie sagen: "Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir ist die Heimkehr." (Sure al-Baqara, Vers.285)}

    Der Heilige Koran ist die letzte der Offenbarungen und die vorangegangen Schriften bestätigt, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Und wir haben dir die Schrift mit der Wahrheit hinab gesandt als Bestätigung dessen, was ihr von der Schrift voranging, und als Hüter über sie[...]" (Sure al-Maida, Vers.48)}

    Der Iman an die geoffenbarten Bücher ist einerseits Übertragener Natur (al-Naqliyy) und anderseits rationaler Natur (al-Aqliyy). Betrifft es den Iman an den Koran, so ist der ihm zugrunde liegende Beweis rationaler Natur, da er mittels den Sinnen wahrnehmbar und sein Wunder (al-Mu‘jiza[1]) jederzeit fassbar und real ist. Jedoch wenn es den Iman an die anderen geoffenbarten Schriften betrifft, wie die Thora, das Evangelium oder die Psalmen, so ist der diesbezügliche Beweis rein übertragener Natur, da es nicht zu jeder Zeit wahrnehmbar ist, dass sie die geoffenbarten Schriften von Allah, den Segensreichen, sind. Eher war ihr göttlicher Ursprung ausschließlich in den Epochen der sie verkündenden Gesandten mittels der sie begleitenden Wunder sinnlich wahrnehmbar. Mit dem Abscheiden ihrer Zeit verschwanden auch ihre Wunder und diese waren nach dem Tod derer, die sie vollbracht haben, nicht mehr als solche erkennbar. Die Information dass diese Schriften von Allah stammen und dem jeweiligen Gesandten herabgesandt worden sind, wurde ausschließlich auf dem Wege der Überlieferung – durch das Wort Allahs – weitergegeben. Daher ist der entsprechende Beweis übertragener und nicht rationaler Natur, denn für den Verstand ist es nicht mehr zu jeder Zeit erkennbar, dass es sich um das Wort Allahs handelt, da es als Wunder nicht mehr mit den Sinnen wahrnehmbar ist.

    Die Psalmen, Thora und das Evangelium wurden von ihren Anhängern, die ihren persönlichen Neigungen verfallen waren, verfälscht, abgeändert und erweitert, hingegen ist der Koran vor jeglicher Verfälschung geschützt, durch das Wahrhaftige Versprechen des Einen Wahrhaftigen:

    {"Wahrlich, Wir selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein." (Sure al-Higr, Vers.9)}

    Allah, gepriesen sei Er, sagt über die Verfälschung der zuvor geoffenbarten Schriften:


    {"Wahrlich, ein Teil von ihnen verdreht seine Zunge mit der Schrift, damit ihr es für einen Teil der Schrift haltet, obwohl es nicht zur Schrift gehört: Und sie sagen: "Es ist von Allah"; jedoch ist es nicht von Allah, und sie sprechen eine Lüge gegen Allah, obwohl sie es wissen." (Sure Al-Imran, Vers.73)}

    Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte über die Verfälschung der Leute der Schrift: „Diese haben ihre Bücher verändert und sind in den Zustand der Leugner gefallen. Einerseits wenden sie die Lüge an, die sie aus ihren eigenen Reihen (über die eigenen Lippen) ersonnen haben, andererseits vermischen sie die von Allah geoffenbarten Urteile mit ihren eigenen Lügen.“[2]

    ______________________________________________
    [1] Der Begriff al-Mu’jiza bezieht sich auf all jenes was eine Aufhebung der natürlichen Erscheinungen (Gesetzte) der Natur verursacht.

    [2] Ar-Risala, S.8



    Fortsetzung Folgt - So Allah will

  2. #2
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    Der Iman an die anderen Offenbarungen bedeutet nicht an die Gegenwärtigen Veränderten Schriften der Leute der Schrift zu glauben, vielmehr beinhaltet es den Iman an die Wahren unverfälschten Schriften, wie sie von Allah, gepriesen sei Er, herabgesandt wurden. Der Iman das der Heilige Koran das Wort Allahs ist muss aufgrund eines Beweises fest im Herzen Etabliert werden. Was die anderen Offenbarungen betrifft, so sind sie rein Überliefere Natur und nicht Rational nachvollziehbar für uns, da sie nicht in der Wahrnehmung unsere Sinne liegen. So sagt Allah, der Allerhabene, über die Blätter Moses und Abrahams (Friede sei auf ihnen):

    {Oder ist ihm nicht erzählt worden, was in den Schriftblättern Moses steht und Abrahams, der (die Gebote) erfüllte? (Geschrieben steht,) dass keine lasttragende (Seele) die Last einer anderen tragen soll und dass dem Menschen nichts anderes zuteil wird als das, wonach er strebt, und dass sein Streben bald sichtbar wird. Dann wird er dafür mit reichlichem Lohn belohnt werden. Und (es steht geschrieben,) dass es bei deinem Herrn enden wird und dass Er es ist, Der zum Lachen und Weinen bringt und dass Er es ist, Der sterben lässt und lebendig macht und dass Er die Paare (als) männliche und weibliche (Wesen) erschaffen hat aus einem Samentropfen, der ausgestoßen wird , und dass Ihm die zweite Schöpfung obliegt und dass Er allein reich und arm macht und dass Er der Herr des Sirius ist und dass Er die einstigen Ad vernichtete und die Thamud, und keinen verschonte und (dass Er) vordem das Volk Noahs (vernichtete) - wahrlich, sie waren höchst ungerecht und widerspenstig. (Sure an-Nagm, Vers.36-53) }

    Bezüglich der Thora, die Moses herabgesandt wurde, sagt Allah, der Segensreiche:

    {Wahrlich, Wir hatten die Thora, in der Führung und Licht war, herabgesandt. Damit haben die Propheten, die sich (Allah) hingaben, den Juden Recht gesprochen, und so auch die Rabbiner und die Gelehrten; denn ihnen wurde aufgetragen, das Buch Allahs zu bewahren, und sie waren seine Hüter. Darum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich; und gebt nicht Meine Zeichen um einen geringen Preis hin. Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat - das sind die Ungläubigen. (Sure al-Maida, Vers.44) }

    Hinsichtlich des Evangelium, die Jesus herabgesandt wurde, sagt Allah, der Segensreiche:

    {Wir ließen ihnen Jesus, den Sohn der Maria, folgen; zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Rechtleitung und Licht war, zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (Sure al-Maida, Vers.46)}

    In Bezug auf die Psalmen, die David herabgesandt wurden, sagt Allah, der Segensreiche:

    {Und dein Herr kennt jene am besten, die in den Himmeln und auf der Erde sind. Und wahrlich, Wir erhöhten einige der Propheten über die anderen und David gaben Wir die Psalmen (az-Zabur). (Sure al-Isra, Vers.55)}

    Jedoch Informierte Allah, gepriesen sei Er, uns nicht über jeglichen Namen der Herabgesandten Schriften die Er, gepriesen sei Er, an alle Gesandten und Propheten offenbarte, Er teilte uns ausschließlich mit, das jeder Gesandte und Prophet die göttliche Botschaft an sein Volk trug:

    {Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Allah die Propheten als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und Er offenbarte ihnen das Buch mit der Wahrheit, um zwischen den Menschen zu richten über das, worüber sie uneins waren. Uneins aber waren nur jene, denen es gegeben wurde, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren, aus Missgunst untereinander. Doch Allah leitet mit Seiner Erlaubnis diejenigen, die gläubig sind, zur Wahrheit, über die sie uneins waren. Und Allah leitet, wen Er will, auf einen geraden Weg. (Sure al-Baqara, Vers.213) }

    Wir müssen Allgemein an die Ungenannten göttlichen Schriften Iman vollziehen. Wir müssen davon Überzeugt sein das all die Göttlichen Schriften die Botschaft der Wahrheit, des Lichts und der Rechtleitung beinhalten; sowie der Tawhid an Seiner Herrschaft (Rububiyyah), Seiner Anbetung (Uluhiyyah), Seiner Namen und Attributen (Asma’i was Siffat). So sagt Allah, gepriesen sei Er, über die Thora:

    {Wahrlich, Wir hatten die Thora, in der Führung und Licht war, herabgesandt. (Sure al-Maida, Vers.44) }

    {"Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten, der da predigte: Dient Allah und meidet die Götzen." (Sure an-Nahl, Vers.36)}


    _________________________________



    Fortsetzung Folgt - So Allah will - mit den Unterschieden des Koran und den anderen Schriften und was das Wunder des Koran darstellt

  3. #3
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    Es existieren zwischen den ehrenwerten Koran und den vor ihm Herabgesandten Bücher große Differenzen, wozu u.a. folgende gehören:

    • · Der Heilige Koran bestätigt und unterstützt die zuvor geoffenbarten Schriften; Seine Herrschaft (Rububiyyah), Anbetung (Uluhiyyah) und Seine Namen und Attribute (Asma’i was Siffat). Es führt all die zerstreuten Wohlgesonnenen und Exzellenten Merkmale der zuvor geoffenbarten Schriften zusammen. Außerdem dient der Heilige Koran als Prüfer der zu vorigen Schriften, um die Wahrheit die sie bestätigten von der Unwahrheit die sie – durch die Verfälschung – enthielten zu trennen. Allah, gepriesen sei Er, sagt: {Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt[…] (Sure al-Maida, Vers.48) }

    • · Die zu vorigen Schriften sind im Gegensatz zum Heiligen Koran verloren gegangen, mit Ausnahme die Thora und das Evangelium, welche jedoch nicht mehr in ihren von Allah gegebenen Zustand sind. Sie wurden verfälscht, indem die Worte Allahs entfernt wurden und Erklärungen, Kommentare und Erweiterungen hinzugefügt worden sind, welche der Offenbarung Allahs, den Verstand (al-Aql) und der Natur des Menschen (al-Fitra) Diametral wiedersprechen. Im Vergleich dazu, ist die letzte der Offenbarungen mitsamt seiner Buchstaben, Worte, Orthographie, Gliederung und seine Bedeutung, die dem Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) offenbart worden sind, vor der Verfälschung geschützt. Allah, gepriesen sein Er, sagt: {"Wahrlich, Wir selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein." (Sure al-Higr, Vers.9)}

    • · Von den zuvor Herabgesandten Schriften sind weder authentische Überlieferungen, mit samt ihren Ketten vorhanden, noch wurden sie mündlich authentisch weitergegeben. Beim Heiligen Koran hingegen sind die Überlieferungen mitsamt ihren Ketten vorhanden, zudem wurde es von Generation zu Generation, von Mensch zu Mensch zahlreich weitergegeben. Der gesamte Koran ist sowohl Schriftlich als auch Mündlich auf dem Wege des Mutawatir überliefert. Der Edle Koran wurde schon zur Lebzeiten des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) von einer sehr großen Anzahl seiner Gefährten auswendig gelernt und vollständig niedergeschrieben. Der Koran wurde von Generation zu Generation jeweils Mündlich, als auch Schriftlich von Millionen von Muslimen weitergegeben. Imam Abdurrahman Ibn Kamaluddin Jalaluddin as-Suyuti (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte: „Es herrscht keine Meinungsverschiedenheit das all jenes was im Koran steht Mutawatir Überliefert sein muss und andere Überlieferungen, wie die Einzel Berichte (Khabar al-Ahad) und jene die nicht auf den Niveau des Mutawatir sind, so kann man gewiss sein das sie definitiv nicht ein Bestandteil des Koran darstellen.“[1]

    • · Die Sprachen der zu vorigen Schriften existieren seit langer Zeit nicht mehr; so gibt es Gegenwärtig nur noch wenige die sie verstehen. Hingegen ist die arabische Sprache eine Lebendige Sprache, welche von Millionen von Menschen gesprochen und überall Unterrichtet wird.

    • · Die vor den Koran offenbarten Bücher besaßen nur für eine bestimmte Zeit und ein auserwähltes Volk Gültigkeit, dem gemäß galten ihre Gesetzte (Ahkam), die diese offenbarten Schriften enthielten nur für ein bestimmten Zeitraum und für ein bestimmtes Volk, also nicht für aller Zeit und für die Gesamte Menschheit, wie es beim Koran der Fall ist. Der Koran hat bis zum Tag der Auferstehung Gültigkeit und ist nicht ausschließlich eine Religion für die arabischen Völker, eher eine für die gesamte Menschheit.

    • · Die vor dem Koran geoffenbarten Schriften enthielten keine allumfassende Lebensordnung, welche jegliche Beziehung des Menschen regelt. Sie – der Koran – enthält die Reglung der Beziehungen des Menschen zu seinem Schöpfer, zu sich selbst und zu den anderen Menschen. Die Beziehung des Menschen zu Seinem Schöpfer umfasst die Überzeugungsgrundlagen (al-Aqida) und den Gottesdienst (al-Ibadat), während die Beziehung des Menschen zu sich selbst Moral (al-Ahlaq) genauso wie Nahrungs- und Kleidungsvorschriften beinhaltet. Die Beziehung zu anderen Menschen umfasst schließlich die Vertrags- und Geschäftsbeziehung (al-Mu’amalat) und Strafgesetzte (al-Uqubat). Der Islam ist demnach eine Ideologie für sämtliche Angelegenheit des Diesseits und Jenseits.

    • · Der Beweis, dass der Koran göttlichen Ursprungs ist und das Wahrhaftige Wort Allahs verkörpert, ist rationaler Natur (Aqliyy). Denn der Heilige Koran ist real wahrnehmbar und dem Verstand ist es Erlaubt das Wunder (Mu’jiza) Wahrzunehmen. So ist der Koran in Ausdruck und Satzbau arabisch und die arabischen Völker haben mit der Zeit die verschiedensten Sprachstile hervorgerufen; dies umfasst die verschiedenen Arten von Lyrik und Prosa. Die Texte der Araber sind in Schriftlicher Form erhalten, desweiteren sind sie durch auswendig lernen von Generation zu Generation weitergegeben und auf derartige Weise überliefert worden. Hingegen sind die Wunder der anderen geoffenbarten Schriften Überlieferter Natur (Naqliyy). Vielmehr war ihre göttliche Herkunft ausschließlich im Zeitalter der sie verkündenden Gesandten mittels der sie begleitenden Wunder sinnlich wahrnehmbar. Mit dem abscheiden ihrer Zeit verschwanden auch ihre Wunder und diese waren nach dem Tod derer, die sie vollbracht haben, nicht mehr als solche erkennbar. Die Information dass sie von Allah, den Gepriesenen, stammen und einen spezifischen Gesandten offenbart worden sind, wurde ausschließlich auf dem Wege der Überlieferung weitergegeben. Deshalb ist der entsprechende Beweis überlieferter Natur (Naqliyy) und nicht rationaler Natur (Aqliyy).

    ________________________________________________

    [1] Al-Itqan fi Ulum al-Quran, 1:77


    Fortsetzung Folgt - So Allah will
    Geändert von Abu_Taymiyyah (17.05.2010 um 04:50 Uhr)

  4. #4
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    Der Heilige Koran


    Der arabische Begriff für Koran ist „Quran“, und aus der Wortwurzel „Qara’a“ entsprießt, was so viel wie Lesen und Rezitieren bedeutet. Jedoch bedeutet es in Sinne der Offenbarung, die Offenbarung an Muhammad, ähnlich wie andere Offenbarungen Thora, Evangelium oder Psalmen hießen.

    Der Heilige Koran wurde dem Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) über einem verstreuten Zeitabschnitt von dreiundzwanzig Jahren herabgesandt. Die Art der Offenbarung ereignete sich auf unterschiedlichster Weise; zuweilen dicht einander folgend und manchmal in größeren Zeit Abständen. Er ist in Abschnitten und nicht auf einmal herabgesandt worden, dies aus der Weisheit heraus, um damit das Herz des Propheten zu festigen, um ihn den Leuten langsam und andächtig vortragen zu können und um ihn gemäß den Ereignissen und den Fragen der Menschen zu offenbaren, wie Er, der Gepriesene, sagt:

    {"Und jene, die ungläubig sind, sagen: Warum ist ihm der Koran nicht in einem Zuge herabgesandt worden?" Dies (geschieht), weil Wir dein Herz dadurch stärken wollen, und Wir haben seine Anordnung recht gut gemacht." (Sure al-Furqan, Vers.32) }

    {Und Wir haben den Koran in Abschnitten offenbart, damit du ihn den Menschen in Ruhe verlesen mögest, und Wir sandten ihn nach und nach hinab. (Sure al-Isra, Vers.106) }

    Der Koran wurde in Abschnitten offenbart, um durch diese Aufteilung das Herz zu festigen, damit man ihn begreift und erlenen konnte. Der Zweck der Offenbarung des Heiligen Koran war es eine Gemeinschaft umzuerziehen und eine revolutionäre Gesellschaftsordnung zu gründen. Solch eine Aufgabe verlangt Zeit. In einem Prozess der ordnungsgemäßen Erziehung ist es nicht ausreichend die Wörter zu verstehen, eher ist es obligatorisch mit ihnen als auch mit den geäußerten Konzepten aufeinander zu wirken. Dieses aufeinander wirken wurde dann realisiert. Shahid al-Ustadh al-Kabir Sayyid Qutb (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte: „Die Natur des Menschen erlebt nicht über eine Nacht eine gesamte Wandlung, infolge des Lesens eines Buches, welche eine komplett neue Lebensordnung zu Verfügung stellt. Vielmehr wird man von Tag zu Tag und durch einen Einblick nach dem anderen beeinflusst. Dies gibt der menschlichen Natur die Möglichkeit sich etappenweise aber tiefgründig dies zu verstehen und sich stückweiße daran zu gewöhnen, sowie sich der Verantwortung bewusst zu werden, welche es verlangt. Dadurch wurden die Menschen nicht eingeschüchtert, wie als wenn es Vollständig dargelegt würde[…] Diese etappenweise Annäherung ist dem alltäglichen Servieren eines frischen nahrhaften Essens gleich, vom dem der Empfänger stärker und besser befähigt wird von der folgenden Mahlzeit seinen Nutzen zu ziehen, sogar wird er es mehr genießen. Der Koran stellt eine allumfassende Lebensordnung, sowie stellt es ein System zur Ausbildung zur Verfügung, um die menschlichen Natur anzupassen. Denn dies wurde von Allah, den Erschaffer der menschlichen Natur herabgesandt, welcher darüber voll und ganz Kenntnis besitzt. Aus diesem Grund wurde der Koran Stufenweiße herabgesandt[…]“[1]

    Der Heilige Koran wurde also in einem Zeitabschnitt von dreiundzwanzig Jahren vereinzelt herabgesandt, um ihn den Menschen langsam und andächtig vortragen zu können. Dem Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) wurde die letzte Offenbarung durch den Erzengel Gabriel (Friede sei auf ihm) herabgesandt. Der Heilige Koran wurde in zwei Stufen herabgesandt. Imam Abdurrahman Ibn Kamaluddin Jalaluddin as-Suyuti (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) stütze sich dabei auf drei Berichte von Sayyiduna Abdullah Ibn Abbas: „Von der verwahrten Tafel (Lawh Mahfuz) zu dem niedrigsten der Himmel (Bait al-Izza) der Welt, in einem einzigen Zug in der Nacht der Nächte (Laylatu’l Qadr). Vom Himmel zur Erde Etappenweise über die gesamten dreiundzwanzig Jahre des Prophetentums Muhammads und das erste Mal in der Nacht Laylatu’l Qadr des Ramadan durch den Engel Gabriel.“[2] Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gab unverzüglich den Befehl, ihn auswendig zu lernen und auf allen erdenklichen Schreiboberflächen, wie Papier, Pergament, Leder, Steinplatten, Palmenzweigen und Schulterblättern. Als die Verse Ihm (Allahs Segen und Friede auf ihm) Offenbart wurden, veranlasste Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) unverzüglich sie an ihren vorgeschriebenen Platz in der jeweiligen Sure einzugliedern. Daher sagte Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) beständig: „Füge diesen Vers in die Sure so und so nach dem Vers so und so!“

    ______________________________________

    [1] Fi Dhilal al-Quran, 12:317
    [2] Al-Itqan fi Ulum al-Quran, 1:39f




    Fortsetzung Folgt - So Allah will
    Geändert von Abu_Taymiyyah (18.05.2010 um 01:42 Uhr)

  5. #5
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    Auf diese weiße wurde es fortgeführt bis der gesamte Koran offenbart war und der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) nach Abschluss der Offenbarung zu Seinem Herrn gerufen wurde. Demgemäß ist die gegenwärtige vorhandene Aneinanderreihung der Verse in jeglicher Sure des Koran von Allah, den Gepriesenen, festgelegt worden. Allah, gepriesen sei Er, verdeutlicht dies klar und deutlich:

    {"Die Offenbarung des Buches stammt von Allah, dem Erhabenen, dem Allweisen." (Sure az-Zumar, Vers.1) }

    {"Uns obliegt seine Sammlung und seine Verlesung." (Sure al-Qiyama, Vers.17)}

    Die Anordnung der Verse wurde somit von Allah, dem Erhabenen, determiniert. Und so hat es auch die Umma von ihrem Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) unstrittig übernommen. Die Versfolge in den Suren, wie wir sie gegenwärtig sehen, ist dieselbe, die der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) auf Geheiß Allahs, des Gepriesenen, anbefohlen hat. Es ist dieselbe, die damals auf Pergamentstücken, Schulterblättern, Palmenzweigen und Steinplatten niedergeschrieben wurde und die man kollektiv auswendig lernte.

  6. #6
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    Der Koran ist die Rede Allahs


    Die Texte legen dar, dass der Koran die Rede Allahs und nicht die Rede eines Menschen oder Engels ist. Aus den nachfolgenden Versen darf keinesfalls abgeleitet werden das der Koran von einem Gesandten oder Boten verfasst worden ist:

    {"Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten." (Sure al-Haqqa, Vers.40)}

    {"Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten." (Sure at-Takwir, Vers,19)}

    Dies ist, weil Allah, gepriesen sei Er, diese Wörter an zwei verschiedenen Stellen im Koran anführt. Im ersteren ist der Gesandte Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) und im anderen der Erzengel Gabriel (Friede sei auf ihm) gemeint. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Doch Ich schwöre bei dem, was ihr seht und bei dem, was ihr nicht seht, gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten. Und es ist nicht das Werk eines Dichters; wenig ist das, was ihr glaubt, noch ist es die Rede eines Wahrsagers; wenig ist das, was ihr bedenkt. Es ist eine Offenbarung vom Herrn der Welten." (Sure al-Haqqa, Vers.38-43) }

    Der Begriff Gesandte bezieht sich hier auf Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) und nicht auf den Erzengel Gabriel (Friede sei auf ihm). Al-Hafidh al-Imam Abu Fida Ismail Ibn Kathir ash-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläuterte die angeführten Verse, wie folgt: „Allah, gepriesen sei Er, schwört bei Seiner Schöpfung, in der einige Seiner Zeichen in Seiner Schöpfung erfasst werden können. Dies belegt auch die Vollkommenheit in Seinen Namen und Attributen. Dann Schwört Er, gepriesen sei Er, auf die unwahrnehmbaren Dinge, die wir nicht wahrnehmen können. Das ist ein Eid schwörend, dass der Koran Seine Rede, Inspiration und Offenbarung zu Seinem Diener und Gesandten ist, dem Er auserwählte seine Botschaft zu überbringen und der Gesandte führte dieses Vertrauen getreu aus. So sagt Allah: {"Doch Ich schwöre bei dem, was ihr seht und bei dem, was ihr nicht seht, gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten."}Womit Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) gemeint ist. Allah, gepriesen sei Er, gab diese Darstellung Ihn (Muhammad), eine Darstellung die die Bedeutung des überbringen trägt, denn die Aufgabe eines Gesandten besteht darin jenes vom Absender zu überringen.“[1] Der andere Vers:

    {"Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten. Der mit Macht begabt ist bei dem Herrn des Throns und in Ansehen steht, dem gehorcht wird und der getreu ist." (Sure at-Takwir, Vers,19-21) }

    Der Gesandte in diesem Zusammenhang ist der Erzengel Gabriel (Friede sei auf ihm). Imam Abdurrahman Ibn Kamaluddin Jalaluddin as-Suyuti (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläuterte dies, wie folgt: „Dieser Gesandte ist Gabriel (Friede sei auf ihm) – ihm wurde das Wort angefügt, weil er damit heruntersteigt.“[2]Und al-Hafidh al-Imam Abu Fida Ismail Ibn Kathir (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte: „Allahs Aussage: {"Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten"}, bedeutet das tatsächlich dieser Koran von einem edlen Gesandten befördert wird, der sich auf einen ehrenhaften Engel bezieht, welcher einen guten Charakter und ein leuchtendes Erscheinungsbild hat; dies ist Gabriel. Abdullah Ibn Abbas, ash-Sha’bi, Maymun bin Mihran, al-Hasan al-Basri, Qatadah Ibn al-Numan, ar-Rabi Ibn Anas, Ad-Dahhak und andere meinten dies.“[3]Nun wenn die diese beiden Verse bedeuteten würden, das der Gesandte der Urheber der Schrift oder von ein Teil dessen wäre, so würde der eine Vers den anderen wiedersprechen, denn wenn einer dieser Gesandten den Koran erdichtet hätte, hätte der andere es nicht getan haben.


    ______________________________________________

    [1] Tafsir al-Quran al-Adhim
    [2] Tafsir al-Dschalalain
    [3] Tafsir al-Quran al-Adhim

    Fortsetzung Folgt - So Allah will
    Geändert von Abu_Taymiyyah (19.05.2010 um 02:06 Uhr)

  7. #7
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    Außerdem steht im Vers: {"Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Gesandten"}, und nicht: "Gewiss, er ist zweifelsohne das Wort eines edlen Engel oder Prophet." Der Begriff Gesandter (al-Rasul) bedeutet hier, dass er von jemand gesandt worden ist, um die Botschaft des Absenders zu befördern. Wenn die Botschaft ihm zugeschrieben wird ist es im Sinne das er ihn überbringt und keinesfalls das er es zusammengesetzt hat.

    Desweiteren verurteilte Allah, Gepriesen sei Er, diejenigen als Ungläubige welche meinen das der Heilige Koran das Wort eines Menschen darstellt:

    {"Er dachte nach und wog ab (was gegen die göttliche Botschaft vorzubringen sei). Verflucht, wie wog er ab! Noch einmal: Verflucht, wie wog er ab! Hierauf schaute er (sich um). Hierauf zog er die Stirne kraus und machte ein finsteres Gesicht. Hierauf kehrte er den Rücken und gebärdete sich hochmütig. Und er sagte: „Das ist nichts als Zauberei, die (von alters her) überliefert. as ist nichts als die Aussage von Menschen.“ Ich werde ihn in der Hitze (der Hölle) (al-Saqar) schmoren lassen." (Sure al-Muddattir, Vers.18-26) }

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu'l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – Erläuterte diese Worte, wie folgt: „Ebenfalls ist Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – ein Mensch, wer auch immer aussagt das der Koran die Rede Muhammad's ist, ist ein Ungläubiger. Es macht keinen Unterschied ob jemand aussagt das es die Rede eines Menschen, Dschinn oder Engel ist; in jeglicher Hinsicht begeht solch jemand Unglaube. Und nachdem diese Behauptung zurückgewiesen wurde, kann Allahs Bekräftigung „das der Koran das Wort eines edlen Gesandten ist“, ausschließlich bedeuten, dass der Gesandte sein Überbringer ist, das er die Wörter von Demjenigen überliefert, der ihm entsandt hat und nicht das er es selbst zusammensetzte. Es ist das Wort Allahs, der ihn als Bote beruf, wie Er, gepriesen sei Er, woanders bekräftigt:{ "Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Worte vernehmen kann[…]" (Sure at-Tawba, Vers.6) }Dadurch wird klar aufgezeigt das, dass was der Gesandte überbringt das Wort Allahs und nicht das Wort eines Gesandten ist.“[1]

    Dies der Grund weshalb der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – zu den Leuten von den verschiedenen Stämmen welche nach Mekka in der Hadsch Saison kamen, sagte: „Gibt es irgendjemand unter euch, der mich zu seinen Kameradschaften bringen kann, sodass Ich ihnen die Wörter meines Herrn predigen kann: die Quraisch erlaubten mir nicht die Wörter meines Herrn zu ihnen zu predigen.“[2] Offensichtlich sind die Wörter die der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – den Stämmen predigen wollte nicht Seine eigenen, vielmehr die Wörter Seines Herrn. So empfang Moses – Friede sei auf ihm – direkt die Wörter von Seinem Herrn und nicht durch ein Medium. Die Gläubigen hingegen nehmen Allahs Wort mittels eines Boten war, hingegen war das Hören von Moses – Friede sei auf ihm – ohne Umwege verbunden, vielmehr nahm Er die Worte Allahs Direkt von Ihm war, ohne auf ein Medium rückgreifen zu müssen; die anderen Gläubigen nahmen anderseits indirekt Seine Worte war mittels ein Medium. Allah, gepriesen sei Er, machte diesen deutlichen unterschied klar, als Er sprach:

    {"Und keinem Menschen steht es zu, dass Allah zu ihm sprechen sollte, außer durch Eingebung (Wahiy) oder hinter einem Vorhang oder, indem Er einen Boten schickt, um durch Sein Geheiß zu offenbaren, was Er will." (Sure as-Sura, Vers.51)}

    Er, gepriesen sei Er, hat demgemäß zwischen dem Sprechen hinter einem Schleier, wie Er, gepriesen sei Er, es mit Moses – Friede sei auf ihm – tat und durch die Entsendung eines Boten differenziert. Und die Offenbarung, die der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – empfing, erfolgte auf zwei Arten:

    • · Was Ihm – Allahs Segen und Friede auf ihm – durch einen mit der Eingebung beauftragten Engel wortlos eingeflößt wurde. Es ist das, was ihm der Engel in sein Herz eingibt. Dazu zählt auch was dem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – in seinem Schlaf eingegeben wurde. In beiden Fällen ist es Offenbarung Allahs, die ihm sowohl im Wachzustand als auch im Schlaf eingegeben wurde. Im Wachzustand wurde sie ihm inspiriert und im Zustand des Schlafes zeigte Allah sie ihm als Traumerscheinung. Dazu zählt auch was dem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – widerfuhr und wovon er spürte, dass es Offenbarung war, ohne dass er eine Erscheinung hätte. All diese Formen: die Inspiration, die Traumerscheinung, die heimliche, wortlose Eingebung und Ähnliches stellen im Grunde eine Offenbarungsart dar, die unter die Aussage Allahs fallen: {"[…]außer durch Eingebung (Wahiy)[…]" (Sure as-Sura, Vers.51)}So bedeutet in der arabischen Sprache: „Awha Iha'an ila Fulan“, jemanden ein Zeichen geben. „Awha Allahu ilaihi“ bedeutet, das Allah, gepriesen sei Er, Ihm etwas eingab. Allah, gepriesen sei Er, sagt desweiteren: {"Und dein Herr hat der Biene eingegeben (Awha)."} „Wahiy“ bzw. „Iha“ im Falle der Biene bedeutet: ihr einzugeben etwas in ihrem Inneren zu determinieren und sie zu lehren.

    • · Was ihm aus dem Munde des Engels zuteilwurde. Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – hört es, nachdem er durch definitiven Beweis erkannt hat, dass es sich um Offenbarung und um einen Engel handelt. Der Engel war stets Gabriel. Der Erhabene sagt: {"Durch den vertrauenswürdigen Geist herabgebracht. Auf dein Herz, auf dass du einer der Warner seiest." (Sure as-Su'ara, Vers.193)} So entsandte Allah, gepriesen sei Er, den Engel Gabriel – Friede sei auf ihm –, der zum Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – sprach. Der Gesandte – Allahs Segen und Friede auf ihm – hörte seine Worte und lernte sie von ihm auswendig. Die Fälle, in denen der Engel Gabriel, Friede sei mit ihm, herabkam, um zum Propheten zu sprechen und dieser sein Wort vernahm, ereigneten sich auf verschiedene Art, die in den Hadithen erwähnt wird. Es war Offenbarung an den Gesandten. Diese Offenbarung geschah, indem der Engel dem Propheten die Bedeutung in Worten mitteilte. Entweder erfolgte die Offenbarung in Sinn und Wortlaut, und dies ist auf den Heiligen Koran beschränkt, oder es wurde nur der Sinn offenbart, wobei der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – ihm durch eigene Worte, durch sein Handeln oder sein Schweigen Ausdruck verlieh. Dies wird bekanntlich als Sunna bezeichnet. Der Hadith Qudsiy[3]zählt auch zur Sunna, weil seine Bedeutung von Allah offenbart wurde, sein Wortlaut aber vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – selbst stammt. Der Wortlaut des Hadith Qudsiy stammt keinesfalls von Allah, denn die Formulierungen, die von Allah stammen, stehen ausschließlich im Koran, dessen Wunder erwiesen ist. Genauso wie die Sunna dem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – durch Inspiration, während des Schlafes oder durch Eingebung ins Herz offenbart wurde, wurde sie ihm auch im Wachzustand oder durch die Worte des Engels Gabriel zuteil.


    __________________________________________________ _-

    [1] Al-Majmoo al-Fatawa, 12:136
    [2] Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Kitab al-Sunnah, Nr.20; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Muqaddamah, Nr.13; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:322, 339, 390
    [3] Vom Propheten sinngemäß übermitteltes Wort Allahs, d. h. der Sinn wurde von Allah als seine Aussage offenbart und der Prophet fasste sie in seine eigenen Worte; dies im Gegensatz zum Koran, der in Wort und Sinn von Allah offenbart wurde




    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (30.05.2010 um 05:24 Uhr)

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    Der Koran entstand aus Ihm als artikulierte Rede in unbekannter Weise (Bila Kayfiyyah). Allah, gepriesen sei Er, offenbarte den Koran Seinem Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – durch Inspiration (Wahiy). Die Gläubigen bekräftigen Seine Inspiration. Sie sind von jedem Zweifel Erhaben davon Überzeugt dass es die Wahrhaftige Rede Allahs darstellt. Seine Rede ist nicht Erschaffen gleich dem der Menschen. Wer auch immer die Rede Allahs hört und dabei denkt dass es die Rede eines Menschen oder Erschaffen ist, ist ein Ungläubiger. Allah, gepriesen sei Er, verurteilte und tadelte diejenigen und drohte ihnen mit dem Höllenfeuer, wie Er, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Er dachte nach und wog ab (was gegen die göttliche Botschaft vorzubringen sei). Verflucht, wie wog er ab! Noch einmal: Verflucht, wie wog er ab! Hierauf schaute er (sich um). Hierauf zog er die Stirne kraus und machte ein finsteres Gesicht. Hierauf kehrte er den Rücken und gebärdete sich hochmütig. Und er sagte: „Das ist nichts als Zauberei, die (von alters her) überliefert. as ist nichts als die Aussage von Menschen.“ Ich werde ihn in der Hitze (der Hölle) (al-Saqar) schmoren lassen." (Sure al-Muddattir, Vers.18-26) }

    Dies ist einer der grundlegendsten und essenziellsten Grundsätze des Islam, aber dessen ungeachtet sind viele Menschen und Gruppierungen von dieser grundlegenden Wahrheit abgekommen. Was Abu Dschafar at-Tahawi in seinem renommierten Buch über die Grundlagen festlegte ist die Wahrheit welche auf den Koran und der authentischen Sunnah beruht. Desweiteren wird es durch die Natur des Menschen (Fitrah) und den Verstand (Aql) unterstützt, welche weder durch Zweifel noch durch falsche Konzepte verdorben werden kann. Die Leute wurden hinsichtlich der Fragestellung über die Rede Allahs in neun Gruppierungen[1] eingeteilt:

    • · Die Wörter von Allah sind lediglich Ideen, welche auf dem Intellekt der menschlichen Seele hinuntersteigen. Dies ist die Sichtweise der Sabaeans und Philosophen.

    • · Es ist eine Kreation von Allah, welche Separat von Ihm existiert. Dies ist die Sichtweise der Mu’tazila.

    • · Es ist der Gedanke in der Meinung Allahs. Wenn es in Arabisch rübergebracht wurde ist es der Koran. Wenn es in Hebräisch rübergebracht wurde ist es die Thora. Dies ist die Meinung von Abu Muhammad Abdullah Ibn Kullab Qattan al-Basri und jene die mit ihm übereinstimmen, wie Abu‘l Hasan al-Aschari und anderen.

    • · Es sind die äußeren Buchstaben und Laute welche sich in der Ewigkeit versammelten. Eine Gruppe der Scholastiker und Gelehrten des Hadith[2] vertreten diese Sichtweise.


    • Es sind natürliche Buchstaben und Laute, aber Allah äußerte die Rede nach einiger Zeit aus, während dessen Er nicht gesprochen hat. Dies ist der Meinung der Karamiyyah und anderen.

    • · Es ist die Rede Allahs, das Er aus Seinen Kenntnissen erzeugte und durch Seinen Willen existiert. Dies ist die Meinung von Abu al-Barakat Hibbatullah Ibn Malka[3], der Autor von al-Mu’tabar. Fakhr al-Din Abu Abdullah Muhammad al-Razi schien in seiner Schrift al-Matalib al-Aliyyah dieser Meinung zugeneigt zu sein.

    • · Es bezieht sich auf eine Idee die in Ihm existiert, welche Er später in jemand anderem Schuf. Diese Meinung vertritt Abu Mansur as-Samarqandi al-Maturidi.

    • · Es bezieht sich auf eine ewige Idee die in Ihm existiert, sowie dessen Laute welche Er in jemand anderem Erschuf. Dies vertreten Abu al-Maali und seine Gefolgsleute.

    • · Der Koran hat bei Ihm seinen Ursprung und kehrt zu Ihm zurück. Allah hat tatsächlich gesprochen; dass dieser Koran, welchen Er an Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm – offenbarte, wahrlich das Wort Allahs ist und von niemand anderem; dass es nicht erlaubt ist zu sagen, es sei eine Erzählung des Wortes Allahs oder eine Interpretation dessen; dass, wenn die Menschen es lesen oder es in Bücherschreiben, dies nicht heißt, dass es nicht das wahre Wort Allahs, des Allerhabenen, ist, denn eine Aussage wird Jenem (Allah) zugeschrieben, Der sie ursprünglich ausführte, nicht jenem der sie überlieferte. Er (Koran) seine Buchstaben und seine Bedeutung sind das Wort Allahs. Dies ist die Sichtweise von den führenden Wissenschaftlern der Sunnah. Imam Abu Dschafar at-Tahawi – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte: „Der Koran sind Allahs Worte, der von Ihm kommt, ohne (unser) Wissen auf welche sprachliche Art und Weise; Er sandte ihn zu Seinem Gesandten als Offenbarung; die Gläubigen bestätigten und glaubten ihm wirklich, und sie wussten tatsächlich, dass dies Allahs Worte sind, unerschaffen, nicht so wie die Worte der Geschöpfe. Wer nun ihn (den Koran) hört und behauptet, er sei das Wort eines Menschen, ist Kafir und Allah tadelt ihn, scheltet ihn und droht ihm mit Saqar, da der Erhabene sagt: {"Bald werde Ich ihn in Saqar brennen lassen" (Sure al-Muddattir, Vers.26)}, und da Er mit Saqar demjenigen gedroht hat, der da spricht{"Das ist nur ein Menschenwort" (Sure al-Muddattir, Vers.25)}, wissen wir und sind uns sicher, dass dies die Worte des Schöpfers der Menschen sind und sie den Worten der Menschen nicht ähneln.“[4]

    ______________________________________________

    [1] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 2:162- 213; Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja: Mukhtasar as-Sawaiq al-Mursalah, 2:286-298
    [2] Manche Gelehrten bestritten in ihren Aufzeichnungen zu diesem Text die Zuschreibung dieser Meinung zu den Gelehrten des Hadith, da diese Ansicht der Sunnah entgegensteht
    [3] Ein Physiker und ein sehr angesehener Philosoph des Islam. Er war bevor er in den Islam eingetreten ist ein Jude. Er war der Hofarzt von al-Mustanjid. Mitten in Monat Ramadan verstarb er und wurde in Baghdad begraben
    [4] Al-Aqida at-Tahawiya, Nr.33
    Geändert von Abu_Taymiyyah (01.06.2010 um 06:08 Uhr)

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