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Thema: Wie bete ich Allāh an?

  1. #1
    Abū al-Qaa-Qaa
    Nicht registriert

    Wie bete ich Allāh an?


    Im folgenden Kurzschreiben an meine Geschwister wird das Anliegen einiger Menschen behandelt, die stets auf ihre gute Absichten hinweisen, wenn sie versuchen Allāh mit erfundenen Akten näher zu kommen. Ihre Argumentation ist stets die selbe: "Wir wollen doch nur Allāh näher kommen."

    Wenn man ihnen sagt, dass sadaqa allāhu al-'adhīm nach der Rezitation des Qurān nicht gestattet ist, sagen sie: "Ist es etwa verboten Allāh zu gedenken. Wir wollen doch nur Allāh näher kommen." Wenn man ihnen sagt, dass die Hinzufügung wa-sh-Shukr nach dem Aufrichten vom Niederknien (rukū') eine Neuerung ist, sagen sie: "Dürfen wir Allāh nicht danken? Wir wollen ihm doch nur näher kommen." Wenn man ihnen sagt, dass der Gräberkult ein übler Götzendienst ist, sagen sie: "Dürfen wir nicht diese rechtschaffenen Menschen als Mittel zu Allāh nehmen? Wir wollen ihm doch nur näher kommen." Wenn man ihnen sagt, dass es nicht gestattet ist am Parlament teilzunehmen, sagen sie: "Wir wollen doch nur dadurch das islamische Recht implementieren? Ist es verboten dies zu tun? Wir wollen doch nur Allāh näher kommen." Und sie alle verbindet eins: "Wir haben doch nur eine gute Absicht."

    Die reine Absicht (al-ikhlāṣ) ist nicht die einzige Bedingung für die Annahme der gottesdienstlichen Akte ('ibādāt), denn sonst würde man jedes Mittel mit dem angestrebten Ziel rechtfertigten Mittel anstreben können.

    'Umar bin al-Khaṭāb, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: "Ich hörte den Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heila auf ihm, sagen: "Die Taten sind nur entsprechend der Absichten, und jede Person wird das zuteil, was sie beabsichtigt hat. Wessen Auswanderung nun für Allāh und Seinen Gesandten war, dessen Auswanderung ist für Allāh und Seinen Gesandten. Wessen Auswanderung nun für das Diesseits, das erwerben möchte, oder für eine Frau, die er heiraten möchte, war, dessen Auswanderung ist für das, wofür er ausgewandert ist."

    Dieser Hadīth beinhaltet 1/3 des Wissens und behandelt 70 Fragen des Fiqh, wie Imām ash-Shāfi'ī berichtet hat. (siehe Jāmi' al-'Ulūmi wa-l-Hikam) Und Imām Aḥmad sagte: "Die Fundamente des Islām sind drei Aḥādīth: Der Hadīth von 'Umār: {Die Taten sind nur entsprechend der Absichten.}, der Hadīth von 'Aishah: {Wer in unserem Anliegen etwas erfunden hat, worauf nicht unsere Anordnung beruht, der ist zurückgewiesen.} und der Hadīth von an-Nu'mān bin Bashīr: {Das Erlaubte ist klar und das Verbotene ist klar.}."

    Und Abū al-Hassan Tāhir bin Mafūn al-Ma'āfirī al-Andalusī, möge Allāh Sich seiner erbarmen, sagte:

    عمدة الدين عندنا كلمات أربعٌ من كلام خير البريهْ

    اتق الشبهات وازهدْ ودعْ ما ليس يعنيك وعملنَّ بنيهْ

    "Die Säule des Dīn bei uns sind Worte,/vier (Worte) aus den Worten der besten Schöpfung./ Hüte dich vor den Unklarheiten, sei enthaltsam und unterlasse/ was dir nichts angeht und handle mit Absicht."

    Wie aber erhält man eine reine Absicht? Al-Fadhl bin Zayād sagte: "Ich fragte Abu 'Abdillāh -also Aḥmad- über die Absicht in der Handlung. Ich sagte: 'Wie ist die Absicht?' Er erwiderte: 'Man behandelt sein Ego, wenn man eine Handlung beabsichtigt, bis man damit nicht die Menschen begehrt.'"

    Die reine Absicht, wie wir zuvor bestätigt haben, ist eine Bedingung für die Akzeptanz der Taten. Allerdings ist die andere Bedingung für die Akzeptanz der Taten die Vereinbarkeit mit dem, was der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, praktizierte. Und deswegen berichtet die Mutter der Gläubigen, Umm 'Abdillāh, 'Aishah, Allāhs Wohlgefallen auf ihr, vom Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm: "Wer in unserem Anliegen etwas erfindet, worauf nicht unsere Anordnung beruht, der ist zurückgewiesen."

    Darüber sagt Ibn Rajab al-Hanbalī, möge Allāh Sich seiner erbarmen: "Dieser Hadīth ist mit seinem Wortlaut ein Hinweis darauf, dass jede Tat, worauf nicht die Anordnung des Gesetzgebers (gemeint damit ist Allāh) ist, zurückgewiesen wird."

    Und dies ist ebenfalls in der Bedeutung des zweiten Glaubensbekenntnisses enthalten. Wer nun bezeugt, dass Muḥammad der Gesandte Allāhs ist, der glaubt ihm in all dem, was er berichtet, befolgt all seinen Anordnungen, enthält sich von all seinen Verboten und dient Allāh nur auf der Weise, wie er es vorgeschrieben hat.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine aufrichtige Tat solange nicht akzeptiert wird, bis sie mit der Sunnah des Gesandten Allāhs vereinbar ist. Und die mit der Sunnah des Gesandten Allāhs vereinbare Tat wird solange nicht akzeptiert, bis sie aufrichtig und rein für Allāh ist. Somit muss die Tat sowohl rein für Allāh als auch vereinbar mit der Sunnah des Gesandten Allāhs sein.

    Und deswegen sagte Ibn Taimiah, möge Allāh Sich seiner erbarmen: "Der gottesdienstliche Akt ist ein zusammenfassender Begriff für alles, was Allāh liebt und Ihn wohlgefällig macht, von den Aussagen und Handlungen, den offenkundigen und den verborgenen davon."

    Somit hat Ibn Taimiah, möge Allāh Sich seiner erbarmen, eine Bedingung für die gottesdienstlichen Akte aufgestellt. Und diese ist, dass Allāh diese liebt und Ihn dieses auch wohlgefällig macht. Und Allāh kann keine Tat mit einer unreinen Absicht lieben, denn Er sagte: "Ich bin der unbedürftigste Teilhaber unter den Teilhabern. Wenn der Diener Mir einen anderen beigesellt, habe Ich ihn und seinen Gottesdienst verlassen." Und der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, sagte: "Wer in unserem Anliegen etwas erfindet, worauf nicht unsere Anordnung beruht, der ist zurückgewiesen."

    Und Allāh, der Erhabene, sagt: {Er ist es, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, und Sein Thron war auf dem Wasser, damit Er euch prüfe (und feststelle), wer von euch die besten Taten begeht. Und wenn du sagst: "Ihr werdet nach dem Tod auferweckt werden", sagen diejenigen, die ungläubig sind, ganz gewiß: "Das ist ja nur deutliche Zauberei."} [Al-Qurān al-Karīm 11:7]

    Und Er, der Segensreiche, sagt: {Gewiß, Wir haben (alles), was auf der Erde ist, zu einem Schmuck für sie gemacht, um sie zu prüfen (und festzustellen), wer von ihnen die besten Taten begeht.} [Al-Qurān al-Karīm 18:7]

    Und Er, der Erhabene, sagt: {(Er,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende.} [Al-Qurān al-Karīm 67:2]

    In all diesen Versen deklariert Allāh, dass es nicht um viele Taten geht, sondern um die beste Tat. Und die Gelehrten erklärten, dass es sich hierbei um die Tat handelt, die mit der Sunnah des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihm, vereinbar und rein für Allāhs Gesicht war. Und als al-Fudhail bin al-'Iyādh den letzten Vers verlas, sagte er: "Die am ehesten vereinbare und reinere [Taten]."

    Und dies alles ist zusammengefasst in den Worten Allāhs, des Erhabenen: { Sag: Gewiß, ich bin ja nur ein menschliches Wesen gleich euch; mir wird (als Offenbarung) eingegeben, daß euer Gott ein Einziger Gott ist. Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm) niemanden beigesellen.} [Al-Qurān al-Karīm 18:110]

    Demnach ist die rechtschaffene Handlung jene, die nach dem Vorbild unseres Gesandten, Allāhs Segen und Heil auf ihm, vollzogen wurde. Und beim Dienst an unserem Herrn niemanden beizugesellen bedeutet, dass wir es aufrichtig für Allāh, anstrebend Sein Wohlgefallen und Seine Belohnung machen.

    Und daraus entnahmen die Gelehrten des Islām folgende Regelungen:
    • Die gute Absicht rechtfertigt nicht die schlechte Tat, und die gute Tat rechtfertigt nicht die schlechte Absicht.
    • Das Ziel (al-ghāyah) rechtfertigt nicht das Mittel (al-wasīlah).

    Und Allāh weiß am besten.



  2. #2
    Benutzer Avatar von Emina
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    ich habe eine kurze Verständnisfrage, habe über die Suchfunktion nichts gefunden : was ist
    wa-sh-Shukr? Jazak ALLAH kheir

  3. #3
    Moderator Avatar von ʿAbd al-Ḥakam
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    Zitat Zitat von Emina Beitrag anzeigen
    ich habe eine kurze Verständnisfrage, habe über die Suchfunktion nichts gefunden : was ist
    wa-sh-Shukr? Jazak ALLAH kheir


    wa-sh-shukr = und der dank

    manche fügen es bei "Sami'a Allahu liman hamida wa sh shukr" zu

    wa Allahu a'alam


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    Šaiḫ al-Islām Ibn Taimīya‎ (möge Allah barmherzig mit ihm sein) sagte: “Wer den Qurʾān auf die Weise rezitiert, die angeordnet wurde (womit der Tartil, das Nachdenken über die Bedeutungen, das Verständnis und die Verschönerung der Stimme gemeint ist) wird er in seinem Herzen (Vermehrung des) Īmān, Standhaftigkeit und Ruhe bekommen, welche jemand nur erlangen kann, der dies tut.”


  4. #4
    Abū al-Qaa-Qaa
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    wa-sh-shukr = und der dank

    manche fügen es bei "Sami'a Allahu liman hamida wa sh shukr" zu
    Nicht dort, mein Bruder. Ich korrigiere. Sie sagen: "Sami'a-llâhu liman hamidah, rabbanâ wa-laka-l-hamd." Bis dahin ist es richtig. Jedoch fügen sie hinzu: "rabbanâ wa-laka-l-hamdu wa-sh-shukr" Und diese Hinzufügung ist nirgends überliefert worden.



  5. #5
    Benutzer Avatar von Emina
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    Zitat Zitat von Abū al-Qaa-Qaa Beitrag anzeigen
    Nicht dort, mein Bruder. Ich korrigiere. Sie sagen: "Sami'a-llâhu liman hamidah, rabbanâ wa-laka-l-hamd." Bis dahin ist es richtig. Jedoch fügen sie hinzu: "rabbanâ wa-laka-l-hamdu wa-sh-shukr" Und diese Hinzufügung ist nirgends überliefert worden.


    ich habe auch mitbekommen dass auch gesagt wird sami a-llahu liman hamidah allahumma , rabbana wa-laka-l-hamd, was ist mit diesem allahumma richtig oder nicht?jazak ALLAh kheir

  6. #6
    Abū al-Qaa-Qaa
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    السؤال:- بعض الناس يزيد كلمة: "والشكر" بعد قوله ربنا ولك الحمد فما رأي فضيلتكم؟

    Frage: Einige Leute fügen das Wort "wa-sh-Shukr" nach ihren Worten "Rabbanâ wa-laka-l-Hamd" hinzu. Was ist Ihre Ansicht diesbezüglich?


    الإجابة:

    Antwort:


    قال الشيخ ابن عثيمين رحمه الله لا شك أن التقيّد بالأذكار الواردة هو الأفضل، فإذا رفع الإنسان من الركوع فليقل: "ربنا ولك الحمد"، ولا يزد والشكر لعدم ورودها. وبهذه المناسبة فإن الصفات الواردة في هذا المكان أربع:

    Shaikh Ibn 'Utheimin, möge Allah Sich seiner erbarmen, sagte: "Es besteht kein Zweifel darin, dass die Einschränkung auf die überlieferten Adhkâr vorzuziehen ist. Wenn der Mensch nun sich vom Rukû' erhebt, so soll er sagen: "Rabanâ wa-laka-l-Hamd" und er soll nicht "wa-sh-Shukr" hinzufügen, weil es nicht überliefert wurde. Und passend dazu (wäre die Erwähnung), dass die überlieferten Versionen an dieser Stelle vier (Versionen) sind:

    1 - ربنا ولك الحمد.
    2 - ربنا لك الحمد.
    3 - اللهم ربنا لك الحمد.
    4 - اللهم ربنا ولك الحمد.

    1. Rabanâ wa-laka-l-Hamd
    2. Rabanâ laka-l-Hamd
    3. Allâhumma Rabanâ laka-l-Hamd
    4. Allâhumma Rabanâ wa-laka-l-Hamd

    فهذه الصفات الأربع تقولها لكن لا جميعاً، ولكن تقول هذه مرة وهذه مرة، ففي بعض الصلوات تقول: ربنا ولك الحمد وفي بعض الصلوات تقول: ربنا لك الحمد، وفي بعضها: اللهم ربنا لك الحمد، وفي بعضها: اللهم ربنا ولك الحمد. وأما "الشكر" فليست واردة فالأولى تركها.

    Dies sind die vier Versionen, die du aufsagst, aber nicht alle auf einmal. Allerdings sagst du dies einmal und das andere einmal. So sagst du in einem Gebet: "Rabanâ wa-laka-l-Hamd". Und in einem anderen Gebet sagst du: "Rabanâ laka-l-Hamd". UNd in einem anderen (Gebet): "Allâhumma Rabanâ laka-l-Hamd". Und in einem anderen (Gebet): "Allâhumma Rabanâ wa-laka-l-Hamd". Aber was "wa-sh-Shukr" angeht, so wurde es nicht überliefert. Deswegen sollte man es eher unterlassen.


    المرجع:- "فتاوى أركان الإسلام" (ص326) .
    مجموع فتاوى و رسائل الشيخ محمد صالح العثيمين المجلد الثالث عشر - صفة الركوع.



  7. #7
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    jazak ALLAH kheir für die Antwort.Möge ALLAH swt. euch mit jannaat firdaus belohnen, amin.

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