

Die Leute der Erneuerung werden nicht exkommunziert
Diejenigen welche die Leute der Erneuerung und Gelüste (Ahl al-Bidah wa al-Ahwa), wie die Schiiten, Mu’tazila, Kharawij und andere exkommuniziert, wiederspricht dem Koran, der authentischen Sunnah und dem Konsens der Gefährten und Altvorderen.
Der Beweis das die Gefährten die Kharawij nicht als Ungläubige deklarierten ist das sie hinter ihnen das Gebet verrichteten. Abdullah Ibn Umar und andere Gefährten verrichteten beispielsweise das Gebet hinter Najdah al-Haruri. Die Gefährten Debattierten mit ihnen unterschiedliche Angelegenheiten, gaben ihnen ihre Meinungen betreffs Religiöse Angelegenheiten welche sie stellten und sprachen sie so an wie ein Muslim einen anderen Muslim anredet. Sayyiduna Abdullah Ibn Abbas antwortete beispielsweise auf die Fragestellungen die Najdah al-Haruri ihn sandte. Al-Bukhary Überlieferte beispielsweise eine Vielzahl von Überlieferungen der Kharawij, wie etwa von Najdah al-Haruri. Die Gelehrten des Hadith überlieferten von den Kharawij eine Reihe von Überlieferungen. Denn unter den Erneuerer zeichneten sie sich durch eine hervorstechende Eigenschaft aus; nämlich das ihre Erneuerung sie teilweise noch weiter von der Lüge entfernt. Denn der Standpunkt der Kharawij ist offenkundig; sie meinten dass die Lüge jemanden zum Ungläubigen macht, weshalb sie sich sehr davor fürchteten in diese Sünde zufallen. Furchterregender und Gewaltiger war in ihrem Sinne die Lüge über Muhammad, den Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm. Daraus ergab sich die Exaktheit ihrer Überlieferungen. Bei den Gelehrten zeigte sich nämlich dass die Überlieferungen der Kharawij sehr exakt waren. In ähnlicher Weise beantwortet Nafi Ibn al-Azraq viele ihrer Fragen und verwendete bei der Argumentation mit ihnen zu den unterschiedlichen Angelegenheiten die Aussagen des Korans, genau wie er es mit jeden anderen Gläubigen tat. Dies ist die Praxis der Muslime seit jeher gewesen: sie betrachteten die Kharawij nicht als Apostanten, wie jene gegen die Amir al-Mu’minin Abu Bakr as-Siddiq – Allahs Wohlgefallen auf ihm – Krieg führte. So war ihre Praxis, wenn auch der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – in einer Überlieferung befahl gegen sie zu kämpfen: „Ihr verachtet euer Gebet neben ihren, euer Fasten neben ihren und das Rezitieren des Koran neben ihnen. Doch sie werden den Koran Rezitieren, aber ihr Rezitieren wird nicht unter ihren Rachen gelangen. Sie werden sich aus dem Islam bewegen, wie ein Pfeil der in seine Beute eindringt und wieder verlässt. Tötet sie (die Kharawij), wann auch immer ihr sie erwischt, denn ihr werdet für das Töteten von ihnen am Tag des Gerichts belohnt“.“[1]Der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Sie sind die Böswilligsten unter denen, die unter diesem Himmel getötet wurden. Und all jene, die von ihnen getötet wurden, sind die besten unter all den Getöteten.“[2]
Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah al-Hanbali – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – kommentierte diese Worte, wie folgt: „ Die Überlieferung, dass sie die schlechtesten Leute unter dem Himmel sind, die zu Töten sind und das der Mensch, der sie Töten, die besten Menschen sind, welches Abu Umamah berichtet hat und at-Tirmidhi verzeichnet hat, bedeutet ausschließlich das sie schädlicher für die Muslime als andere sind. Es ist wahr dass sie den Muslimen größeren Schaden zugefügt haben, als die Juden und Christen. Sie waren darin strebsam jeden Muslim zu töten, welcher nicht mit ihnen übereinstimmte, weil sie meinten das es vollkommen Erlaubt für sie wäre, sein Leben und Eigentum an sich zu reisen oder seine Kinder zu töten, da er aus ihrer Sichtweise ein Ungläubiger ist. Sie erachteten es als eine Tat der Hingabe (zu Allah), weil sie in Ignoranz und Ketzerei versinkt waren. Trotz dessen deklarierten die Gefährten oder die lauteren Altvorderen sie nicht als Ungläubige oder Apostanten[…] Sie fürchteten Allah hinsichtlich ihnen und waren nimmer Ungerecht zu ihnen.“[3]
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[1] Abu’l Qasim al-Tabarani: al-Mu'dscham al-Kabir, 11:103f; Abu’l Hasan al-Haythami:
Majma al-Zawa'id wa Manba al-Fawa'id, 1:114; Abu Nu'aym Ahmad al-Asbahani: al-Hilyat al-Awliya wa Tabaqat al-Asfiya, 3:278
[2] Abu Isa at-Tirmidhi: Sunan at-Tirmidhi, Kitab al-Tafsir, 3:8; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 5:250, 253, 256, 269; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Muqaddamah, Nr.12
[3] Al-Manhaj as-Sunnah, 3:62
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