Umfrageergebnis anzeigen: Was ist Iman?

Teilnehmer
73. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Bestätigung im Herzen

    6 8,22%
  • Bestätigung im Herzen/ die Besätigung mit der Zunge

    21 28,77%
  • Rede und Handlung

    46 63,01%
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Seite 8 von 8 ErsteErste ... 6 7 8
Ergebnis 71 bis 78 von 78

Thema: Al-Iman - gemäß der Sunnah

  1. #71

  2. #72
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    Werde inshā'a Allāh diese Reihe erweitern und fortführen.

    Die Thematiken, die sodann behandelt werden sind folgende, wobei Erweiterungen nicht ausgeschlossen sind, im Laufe der Abhandlung:

    1) Der Gesichtspunkt über die Zu- und Abnahme des Imān - Eine Offenlegung und Beweisführung dieses Umstands

    2) Imān, Islām und Iḥsan: a) Die Differenz zwischen Imān, Islām und Iḥsan, b) Die drei Stufen der Religion: Islām, Imān und Iḥsan, c) Explizite Taten sind Bestandteil des Imān, d) Imān und Islām angeführt im Qur’ān

    3) Die Relation zwischen der Gehorsamkeit und den Ungehorsam in Bezug auf den Imān

    4) Der Unbeschränkte Imān bedingt die Taten

    5) Die Bedeutung des Eingeschränkten Imān bei der assozierung mit anderen Begriffen: a) Assoziation von Worten und Phrasen

    Sodann werden wir, so Allāh will, die verschiedenen Standpunkte auseinandernehmen, stück für stück.

    1) Die Asha'irah und andere Gruppen über den Imān, a) Der Standpunkt der Asha'irah von al-Bāqilliāni dargelegt, b) Die Antwort der Orthodoxen Muslime, c) Ibn Taymiyyah zurückweisung

    2) Die Murji'āh: a) Attribute und Begriffe mit spezifischen Konnoationen, b) Die ungültigkeit der Idee, dass der Imān lediglich tasḍīq und marifah im Herzen sei, c) Zwei grundlegende Fehler der Murji'ah, d) Die Meinung der Murji'ah, e) Der Fehler der Murji'ah beim begreifen des Imān, f) Die Ansicht der Murji'ah über Imān, Taten und Religion, g) Die Ansicht der Murji'ah über die Taten: Sind sie bestandteil des Imān oder der Religion?, h) Das Urteil über den Heuchler der seinen Kufr offenlegt,

    3) Die Meinung von Abu Thawr über Imān

    4) Der Brief von Aḥmad Ibn Ḥanbal zu al-Juzjāni über die Fragestellung des Imān

    5) Die Ansichten der Murji'ah, der Kullabiyyah und der Karamiyyah und die Erwiderung darauf

    Sodann werden wir, so Allāh will, die Thematik Imān und Islām detailiert behandeln, als auch die verschiedenen Standpunkte darüber darlegen.

    1) Imān und Islām und die Differenz zwischen ihnen

    2) Imān und Islām begreifen: erklärt durch den Gesandten Allāhs

    3) Die Differenz zwischen den fünf Säulen und anderen Aufgaben

    4) Die Assoziation von Imān mit Taten

    5) Die Meinung von al-Bāqilliānī über Imān und Islām

    6) Die Meinung von Abū Ṭālib al-Makkī über Islām und Imān

    7) Die Meinung von Ibn Ṣalāḥ über Imān und Islām

    8) Die Meinung von al-Marwazi über Imān und Islām

    9) Abu Abd Allah Ibn Ḥamid erklärt die Ansichten der Gelehrten über Imān und Islām

    10 ) Die Antwort auf jene, welche zwischen beiden nicht unterscheiden

    Und als letztens werden wir, so Allāh will, die Thematik des Istithān auch ausführlich darlegen, also die Phrase "anā mu'min inshā' a Allāh", und die damit zusammenhängenden Fragen und Kontroversen.



  3. #73
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    Im Namen Allahs des Allerbamers des Allbarmherzigen

    Das Lob gebührt Allah; wir preisen Ihn und suchen seine Hilfe und Vergebung; und wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Übel unserer selbst und unserer bösen Taten. Wen Allah rechtleitet, der kann nicht irregeführt werden, und wen Allah irregehen lässt, der kann nicht geleitet werden. Wir bezeugen, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt, einzig, ohne Partner, und wir bezeugen, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.

    Nun dann, werden wir mit dem ersten Thema in unserer fortführenden Reihe, so Allāh will, fortfahren. Doch sollte noch vermerkt werden, dass jene welche sich nicht im Themengebiet des Imān auskennen, diese inshā' a Allāh erstmal die zuvorigen Seiten lesen sollten, damit sie ein fundament haben, worauf sie aufbauen können und bei Allāh liegt die Kraft und Weisheit.

    Ich Bitte Allāh, dem König dieser Welten, diese Arbeit von mir anzunehmen, die Augendienerei abzuwenden und sie zu einen Nutzen für die Ummah zu machen.

    Diese Reihe basiert auf das Kitab al-Imān [Malaysian Edition 2009, Islamic Book Trust] von Shaykh al-Islam Ibn Taymiyyah, möge Allāh wohlzufrieden mit ihm sein.

    Der Gesichtspunkt über die Zu- und Abnahme des Imān


    Wenn gesagt wird: Falls der unbeschränkte Imān alles umschließt was Allāh und Sein Gesandter befohlen haben, dann muss der Sünder falls sich ein Teil des Imān vermindert mit Unglauben belastet sein, wie die Khawārij behaupten, oder wie die Mu’tāzila meinen auf ewig in der Hölle verweilen und des Imān entzogen werden. Die Behauptungen der Khawārij und die der Mu’tāzila sind weit abwegiger/fehlerhafte als die Beanstandungen der Murji’ah. Denn unter den Murji’ah gibt es eine Gruppe die als fromme und lobenswerte Leute galten (Anmerkung: wie u.a. die Fuqaha unter ihnen, sprich aus Kufa). Jedoch wurden die Khawārij und die Mu’tāzila durch Konsens der Orthodoxen muslimischen Gemeinschaft verurteilt.

    Man sagt: Es sollte bekannt sein, dass die Ansichten der Mu’tāzila und der Khawārij, womit niemand unter den Orthodoxen Muslimen übereinstimmt, implizieren das die Leute welche große Sünden begehen für immer in der Hölle verweilen werden. Diese Behauptung ist einer der maßgeblichsten Innovationen, denn die Gefährten und Nachfolger des Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm –, ihre Befolger und alle religiösen Muslime stimmen überein, dass wer auch immer in seinem Herzen wie das Gewicht eines Atoms an Imān hat, nicht für immer in der Hölle verweilen wird. Ebenso stimmen sie überein, dass unser Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – von jenen sein wird welcher nach der Erlaubnis Allāhs trachtet, um für die großen Sünder seiner Gemeinschaft Fürsprache einzulegen.

    So wird sowohl in Ṣaḥīḥ Muslim als auch Ṣaḥīḥ al-Bukhārī berichtet, dass der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Jeder Prophet hat (Allah) eine Bitte gestellt bzw. ein bestimmtes Bittgebet vorgetragen, das von Allah erfüllt wurde. Ich aber habe mein Bittgebet als Fürsprache für meine Gemeinschaft am Tage der Auferstehung gemacht.“ Dieser ḥadith wird an deren Sachgerechten Platz erwähnt werden. Doch haben einige Leute fälschlicherweise einige Aussprüche in der Autorität der Prophetengefährten berichtet. Es wurde z.B. fälschlicherweise über die Autorität von Ibn ʿAbbās berichtet, dass es keine Reue für jemanden gibt der absichtlich tötet und dies ist eine weitere falsche Beanstandung über die Gefährten. Denn von niemand unter den Gefährten des Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – wurde jemals berichtet, dass der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – jemals sagte das er nicht für große Sünder intervenieren wird oder das er sagte, dass sie ewig im Höllenfeuer verweilen werden. Jedoch wurde berichtet, dass Ibn ʿAbbās in einer seiner zwei Überlieferungen sagte: „Es gibt für jemanden der vorsätzlich (einen Muslim) tötet keine Reue.“ Ein ähnlicher Fehler wurde von Aḥmad Ibn Ḥanbal berichtet. Jedoch unterscheidet sich die Diskussion über die Reue von der Diskussion über die ewige Peinigung in der Hölle. Denn das Töten beinhaltet ein Recht des Menschen; deshalb wurde es diskutiert.

    Die Aussage: „Falls ein Teil des (Imān) verschwunden ist, dann ist die Gesamtheit dessen verschwunden“, ist zurückzuweisen und stellt die Essenz dar aus der etliche Innovationen bezüglich des Imān erschienen sind. Zudem führen die Mu’tāzila und Khawārij an, dass wenn ein Teil des Imān verschwunden ist, die Gesamtheit dessen auch verschwunden ist; und folglich werden die großen Sünder auf ewig in der Hölle verweilen. Im Gegensatz dazu führen die Murji’ah an, dass weder das vollziehen einer Sünde, noch das Unterlassen einer obligatorischen Handlung auf das entschwinden des Imān hinausläuft. Die Aussprüche des Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – und seiner Gefährten indizieren, dass ein Teil davon verschwindet während der andere Teil bestehen bleibt, wie die Aussage des Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – illustriert: „Wer im Herzen wie das Gewicht eines Atoms, an Imān hat, wird aus der Hölle genommen.“ Deshalb sagten die Orthodoxen Muslime: „Der Imān existiert in verschiedenen Stufen/Geraden unter den unterschiedlichen Leuten.“ Wobei einige ihrer Anhänger sagten: „Der Imān nimmt zu, doch nicht ab“, wie auf der Autorität von Mālik (Ibn Anās) in einer seiner zwei Berichte berichtet wurde. Manche (also ‘Abd Allāh Ibn al-Mubārak) sagten: „Iman existiert in verschiedenen Stufen/Geraden.“ Alle Prophetengefährten erwähnen beides, sowohl die Zu- als auch Abnahme des Imān. Die Leute berichten bspw. über die Autorität von Ḥammād Ibn Salamah von Abu Ja’far von seinen Großvater ‘Umayr Ibn Ḥabib al-Khaṭmī, einem der Gefährten des Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm –, dass er (der Prophet) sagte: „Iman nimmt zu und ab.“ Sodann wurde er gefragt: „Wie nimmt er zu und ab?“ Er erwiderte: „Wenn wir Allah gedenken, Ihn loben und Ihn preisen, so nimmt unser Imān zu. Und wenn wir Allāh wenig in Gedenken halten, nimmt unser Imān ab.“ Ähnlich berichtet Ismā’īl Ibn ‘Ayyāsh über die Autorität von Jarīr Ibn ‘Uthmān von al-Ḥārith Ibn Muḥammad von Abu al-Dardā‘, welcher sagte: „Der Imān nimmt zu und ab.“

    Nach Aḥmad Ibn Ḥanbal, welcher sagte, dass Yazīd über die Autorität von Jarīr Ibn ‘Uthmān berichtet : „Manche oder alle unsere Gelehrten hörten die Aussage von Abū al-Dardā‘: „Es ist fürwahr ein Bestandteil eines Mannes Ausweitung im Wissen seinen Imān zu vervollkommnen, jegliche Senkung auszumachen, zu wissen ob sein Imān steigt oder sinkt und zu wissen wann und wo die Versuchungen des Teufels kommen können.“ Auch berichtet Ismā‘īl Ibn ‘Ayyāsh von Ṣafwān Ibn ‘Amr von ‘Abdallāh Ibn Rabīʿah al-Ḥaḍramī, dass Abu Hurayrah sagte: „Der Iman nimmt zu und vermindert sich.“

    Aḥmad Ibn Ḥanbal berichtete von Yazīd Ibn Hārūn von Muḥammad Ibn Ṭalḥah von Zubayd von Dharr, dass dieser sagte: „Umar Ibn al-Khaṭṭāb pflegte zu seinen Gefährten zu sagen: „Kommt her, lasst uns unseren Imān vergrößern (sie hielten Allāh in Gedenken).“ Abū ‘Ubayd berichtet im Buch Gharīb al-Ḥadith die Überlieferung von ‘Alī, die besagt: „Der Imān gleicht einem weißen Punkt/Fleck (lamẓah) auf dem Herzen, wann immer der Imān zunimmt, nimmt zugleich der weiße Punkt/Fleck zu.“ Es wurde über die Autorität von Uthmān Ibn Abdallāh und Amr Ibn Hind al-Jumalī berichtet, dass al-Aṣma’ī sagte: „Ein lamẓah (Punkt) ist wie ein Fleck oder etwas ähnlichem.“

    Aḥmad Ibn Ḥanbal berichtete von Wakī von Sharīk von Hilāl von Abdallāh Ibn ‘Akīm, welcher sagte: „Ich hörte Ibn Mas’ūd in seinem Gebet sagen: „Oh Allah, vergrößere unseren Iman, unsere Gewissheit/Überzeugung und unsere Verständigkeit (über die Religion)“.“ Auch berichtet Sufyān al-Thawri von Jāmi‘ Ibn Shaddād und al-Aswad Ibn Hilāl, welche sagten: „Mu’ādh Ibn Jabala pflegte zu einen Mann zu sagen: „Lass uns hinsetzen um Allah in Gedenken zu halten (um damit unseren Imān zu stärken)“.“ Ebenso berichtet Abū al-Yamān von Ṣafwān und Shurayh Ibn ‘Ubayd, welche sagten das Abdallāh Ibn Rawāḥah gewöhnlich die Hand einer seiner Gefährten nahm und sagte: „Lass uns aufstehen, um unseren Imān für eine Stunde in einer Haltung die Allāh in Gedenken hält zu stärken.“ Diese Zunahme im Imān wurde von den Prophetengefährten nach seinen Tot (Anmerkung: d.h. nach dem Verscheiden des geehrten Propheten) und nach der Offenbarung des gesamten Qur’ān bekräftigt.

    Es wurde bestätigt, dass Ammār Ibn Yāsir sagte: „Drei Charakteristika lassen jemanden der sie besitzt einen wahren Imān haben: Gerecht zu sich selbst sein; in der Not zu Spenden; und jedermann ein Gruß zu erteilen (zu jenen die du kennst und die du nicht kennst).“ Al-Bukhārī berichtet dies in seinem Ṣaḥīh. Ebenso sagten Jundub Ibn Abdallāh, Ibn Umar und andere: „Wir lernten Imān, dann lernten wir dem Qur’ān und im Gegenzug nahm unser Imān zu.“ Fürwahr sind viele andere Aussprüche über der Autorität der Gefährten und ihren Nachfolgern berichtet worden, welche den Faktum unterstreichen das der Imān sowohl Zu- als auch Abnimmt.

    Mālik Ibn Dīnar sagte, dass der Glaube in jemandes Herzen als schwach und zerbrechlich erscheint, wie eine unbedeutende/kleinwüchsige bittere Pflanze. Wenn sich jemand darum kümmert, es mit nutzvollen Wissen und guten Taten bewässert, das dichte Unterholz was Drumherum wächst und alles andere was dessen Wachstum schwächen oder verteilten könnte entfernt, sodann wird es bald gedeihen und zunehmen/wachsen. Zunächst werden sich Wurzeln bilden, dann die Zweige, dann die Früchte, bis es letztendlich konkuriert mit den Bergen in der Größe, des Schatten Werfens was sich bis zur Grenzenlosigkeit ausdehnt. Wenn man allerdings keine Anteilnahme daran zeigt und es vernachlässigt werden Ziegen kommen und es bei den Wurzeln rausziehen; oder einige kleine Jungs werden es wegreisen, oder das Gestrüpp wird drum herum wachsen und es schwächt oder es vielleicht zerstört oder seiner Feuchtigkeit beraubt. Und wie diese Pflanze ist, so ist auch der Glaube.

    Khaythamah Ibn Abd al-Raḥmān sagte, dass der Glaube in Zeiten der Fruchtbarkeit dick wächst und in Zeiten der Dürre/Trockenheit verkümmert. Dessen Zeit der Fruchtbarkeit wird durch gute Taten vorausgesetzt, während die Dürreperioden durch Sünden und Akte des Ungehorsams beschwert sind.

    Einer der lauteren Altvorderen wurde gefragt: „Besteht für den Glauben die Möglichkeit Zu- und Abzunehmen?“ „Ja“, erwiderte er, „es kann wachsen bis dessen Städte einen Berg gleichen oder eingehen bis es nicht größer als ein Staubpartikel ist.“

    [Fortsetzung Folgt - So Allah will - heute abend]


    Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/der-g...s-iman-teil-1/
    Geändert von Abu_Taymiyyah (13.03.2012 um 17:50 Uhr)



  4. #74
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    Hudhayfah sagte in einem seiner gesunden Berichte: „Man könnte über einen bestimmten Mann sagen: „Wie schwer geprüft er ist“, „Wie geistreich er ist“, oder „Wie Weiße und Besonnen er ist“, obgleich er in seinem Herzen keinen Glaube in der Größe eines Senfkorn hat.“ In seinem anderen gesunden Bericht lesen wir dass „die Reize und Attraktionen dieser Welt in den Herzen der Leute gegenwärtig sind, gleich einer Matte, die sich über den Boden ausbreitet, ein Schilfrohr zu einem Zeitpunkt. Jedes Herz was damit partizipiert ist mit einem schwarzen Fleck befleckt, während jenes Herz das es ab schmäht, ein weißen Fleck einnehmen wird, sodass es zwei Arten von Herzen geben wird: das eine Weiß und wie ein Stein, welches nimmer durch Versuchungen Schaden nehmen wird, solange die Himmel und die Erde bestehen und das andere schwarz, wie ein mit Wolken bedeckter Himmel, wie ein umgekippter irdenes Gefäß welches nimmer eine gute Tat anerkennt noch eine schlechte vermeidet, außer was aus seinen eigenen Begierden folgt.“ Was die Überlieferung betrifft bezüglich den siebzig Tausend welche das Paradies betreten werden ohne zur (Qualität) ihrer Taten gerufen zu werden, so liefet dies den am meist überzeugenden/aussagekräftigen Beleg dafür, dass der Glaube tatsächlich zunehmen oder sich vermindern kann, denn die siebzig Tausend sind als jene beschrieben worden, welche einen starken und zunehmenden glauben haben, (was gesehen werden kann) durch jene Qualitäten und Eigenschaften die ihren Glauben manifestieren und mittels ihrer Abhängigkeit gegenüber Allāh in all ihren Angelegenheiten.

    Abū Na’īm berichtete, basierend auf dem Bericht von al-Layth Ibn Sa’d über die Autorität von Zayd Ibn ‘Ubaydallāh al-Yaznī über die Autorität von Abū Rafi, welcher sagte, dass ein Mann ihm davon berichtete den Gesandten Allāh – Allahs Segen und Friede auf ihm – über den Glauben befragt zu haben. In Erwiderung darauf sagte er (also Abū Rafi): „Würdest du mir erzählen was der reine, ungetrübte Glaube ist?“ „Ja“, erwiderte der Mann (und sagte:) „Solch einen glauben zu haben bedeutet, dass wenn du jemand kränkst oder unrecht antust, sei es dein männlicher oder weiblicher Sklave oder irgendjemand anderen, du sodann Betrübnis und Bedauern empfindest; oder wenn du Almosen ausgibst und gutes tust, du sodann Freude und Zufriedenheit empfindest.“

    Eine ähnliche Überlieferung wurde von anderen über die Autorität von Yazīd, über die Autorität von jenen die den Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – hörten, als jemand ihm darüber befragte ob der Glaube in jemandes Herz zu- und abnimmt, worauf der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – die oben erwähnte Antwort gab. Darüber hinaus sagte al-Bazzār, das zu uns berichtet wurde von Muḥammad Ibn al-Ḥassan al-Baṣrī, auf der Autorität von Hāni‘ Ibn al-Mutawakkil, auf der Autorität von Abd Allāh Ibn Sulaymān, auf der Autorität von Isḥāq, auf der Autorität von Anas vom Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm –, welcher sagte: „Drei Sachen, wenn sie in einer Person aufgefunden werden veranlassen ihm Belohnung zu verdienen und seinen Glauben zur Vervollkommnung zu bringen: eine Veranlagung zu haben, was ihm ermöglicht (friedlich) unter den Leuten zu leben, Gottesfurcht was ihm von der Gefahr der Ungehorsamkeit gegenüber Allah abschirmt und ein geduldiger, nachsichtiger Geist der die Ignoranz des Ignoranten abwendet. Und vier Sachen welche bei demjenigen der sie innehat Unheil verursachen wird: eine starre Perspektive, Härte des Herzens, übertriebener Ehrgeiz und Gier nach den Dingen dieser Welt.“ Die erste Gruppe von Eigenschaften indizieren die Zunahme und die Stärkung jemandes Glauben, während jene in der zweiten Gruppe belege für deren Schwäche und Verringerungen sind.

    Abū Ya’lā al-Mawṣilī sagte, dass ihm berichtet wurde von Abd Allāh al-Qawārīrī und Yaḥyā Ibn Sa’īd, über die Autorität von Yazīd Ibn Zuray‘ und Yaḥyā Ibn Sa’īd, welche sagten das ihnen berichtet wurde von Awf, dass er von Uqbah Ibn Abd Allāh al-Maznī hörte, dass Yazīd in sein ḥadith bei der Moschee in Baṣrah sagte: „Mir wurde von einen Mann (dessen Name Awf vergessen hatte) erzählt, dass er in Madīnah in einer Moschee mit Umar Ibn al-Khaṭṭāb war und Umar zu jemanden der bei ihm saß sagte: „Was hast du vom Gesandten Allāhs – Allāhs Segen und Friede auf ihm – über Islām sagen hören?“ Der Mann erwiderte: „Ich hörte ihm sagen, dass der Islām als ein einzelner Baumstamm begann; dann verdoppelte es sich und dann vervierfachte es sich. Sodann wuchs es sechs Mal und blühte letztlich auf.“ Dann sagte Umar zu diesen Mann: „ Und was kann nach dem aufblühen geschehen, außer das es sich vermindert?“ Dies ist, wie es bei Abū Ya’lā in Musnad Umar berichtet wird.

    Abū Sulaymān sagte, dass wer auch immer jemanden in der Nacht einen guten Dienst erweist wird Tags belohnt und wer auch immer jemanden bei Tag einen guten Dienst erweist wird in der Nacht belohnt.

    Die Zunahme des Imān wird explizit in vielen Versen des Qur’ān erwähnt, wie z.B. in der Aussage Allāhs:

    { Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt[…] (Sure al-Anfal, Vers.2)}

    Demnach wenn jemand ein beben im Herzen spürt, wenn er die Zeichen von Allāh (nicht nur als sie offenbart wurden) wahrnimmt, dann nimmt sein Imān zu. Tatsächlich widerfährt dies einem Gläubigen selbst. Wenn er die Zeichen Allāhs vorgetragen bekommt, dann wird sein Begreifen über die Bedeutung des Qur‘ān viel klarer, seine Tendenz Gutes zu tun und seine Furcht Übles zu begehen wird gestärkt und sein Wissen über Allāh und sein begehren Ihm folgezuleisten werden gestärkt. Folglich steigt sein Iman. Gleichermaßen sagt Allāh:

    { Diejenigen, zu denen die Leute sagten: “Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; fürchtet sie darum!” – nur stärker wurden sie im Glauben und sagten: “Uns genügt Allah, und Er ist der beste Anwalt!(Sure al-Imran, Vers.173)}

    Ihre Zunahme im Imān war aufgrund ihrer Aussage: „Uns genügt Allāh, und Er ist der beste Anwalt“, als sie von ihrem Feind eingeschüchtert wurden. Auch, sagt Allāh:

    { Sooft eine Sure herabgesandt wird, gibt es welche unter ihnen, die sagen: „Wen von euch hat sie im Glauben bestärkt?“ Die aber gläubig sind, stärkt sie in ihrem Glauben, und sie freuen (Yafrahu)sich darüber. Jenen aber, in deren Herzen Krankheit ist, fügt sie zu ihrem Übel noch Übel hinzu[…] (Sure at-Tawba, Vers.124-125) }

    Diese Zunahme ist nicht auf die Bestätigung das diese Sure von Allāh herabgesandt wurde zurückzuführen. Vielmehr wegen ihres besseres Begreifens und der Praktizierung der Bedeutung des Qur‘ān. Wenn demgemäß ein Befehl vorherrscht, wie zum Jihād aufzubrechen, so wird ihr begehren danach stärker und wenn es ein Verbot darstellt, etwas Übles zu tun, so wird ihre Abscheu demgegenüber stärker. Aus diesem Grund, sagt Allāh: „und sie freuen sich darüber.“ Hier ist der Begriff „freuen (Yafrahu)“ nicht die bloße Bestätigung. Auch, sagt Allāh:

    { Und die, denen Wir die Schrift gegeben haben, freuen sich über das, was zu dir herabgesandt wurde. Und unter den Gruppen sind einige, die einen Teil davon leugnen[…] (Sure ar-Ra’d, Vers.36) }

    Hier ist das Freuen eine Resonanz über die Zunahme des Imān. Allāh sagt:

    { Sprich: „Durch die Gnade Allahs und durch Seine Barmherzigkeit; darüber sollen sie sich nun freuen. Das ist besser als das, was sie anhäufen“.(Sure Yunus, Vers.58) }

    Und Er, sagt:

    { […]und an jenem Tage werden sich die Gläubigen freuen über Allahs Hilfe. (Sure ar-Rum, Vers.4-5) }

    Ebenso, sagt Allah:

    { Und Wir haben einzig und allein Engel zu Hütern des Feuers gemacht. Und Wir setzten ihre Anzahl nicht fest, außer zur Prüfung derer, die ungläubig sind, auf dass die, denen das Buch gegeben wurde, Gewissheit erreichen, und auf dass die, die gläubig sind, an Glauben zunehmen[…] (Sure al-Muddattir, Vers.31) }

    Und:

    { Er ist es, Der die Ruhe in die Herzen der Gläubigen niedersandte, damit sie ihrem Glauben, Glauben hinzufügen. (Sure al-Fath, Vers.4) }

    Dieser Vers wurde herabgesandt, als der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – und Seine Gefährten vom Abkommen von Ḥudaybiyyah zurückkamen. Allāh machte die Ruhe zu einer Bedingung für die Zunahme des Imān. Der Begriff „Ruhe“ bezieht sich auf die Seelenruhe, aber nicht auf die Kenntnis und Gewissheit des Herzens. Seine Aussage am Tage von Ḥunayn unterstützt dies. Allāh sagt:

    { Dann sandte Allah Seinen Frieden auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen herab und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht saht[…] (Sure at-Tawba, Vers.26) }

    Und:

    { Wenn ihr ihm nicht helft, so (wisset, dass) Allah ihm damals half, als die Ungläubigen ihn vertrieben haben -, wie sie da beide in der Höhle waren und er zu seinem Begleiter sagte: “Sei nicht traurig; denn Allah ist mit uns.” Da ließ Allah Seinen Frieden auf ihn herab und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht[…](Sure at-Tawba, Vers.40) }

    Tatsache ist, dass weder am Tag von Ḥunayn oder der Höhle keiner dieser Verse des Qur‘ān herabgesandt wurden. Aber Allāh entsandte Seine Ruhe und Frieden in die Herzen der Gläubigen herab. Aus diesem Grund kamen sie von Ḥudaybiyyah zurück, um ihren Iman zu vergrößern. Dies zeigt an, dass die Zunahme des Iman ein Zustand des Herzens und ein Attribut davon ist und eine Tätigkeit die mit seiner Ruhe, Seelenruhe und Überzeugung verwandt ist. Die Überzeugung kann sowohl durch Taten als auch Ruhe und Wissen erlangt werden. Ähnlich können Zweifel im Bereich des Wissens als auch im Bereich der Herzensruhe sein. Deshalb besagt ein traditionelles Bittgebet: „Oh Allāh wir bitten Dich auf uns Dir Gegenüber Furcht herabzusenden (in unsere Herzen), was uns daran hindert (gleich einer Barriere) Dir Ungläubig gegenüber zu sein, von Deinen Gehorsam (in unsere Herzen) was uns näher bringt und näher zu Deinen Paradies bringt und der Gewissheit, welche es uns ermöglicht mit Leichtigkeit die weltlichen Unglücke zu bestehen.“

    Und im ḥadith von Abū Bakr al-Ṣiddīq, berichtet von Aḥmad, at-Tirmidhī und anderen über den Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – heißt es: „Frage Allāh für Gewissheit (des Glaubens) und Wohl/Gesundheit; den außer Gewissheit gibt es kein besseres Geschenk als Gesundheit. Deshalb bittet bei Allāh um sie.“ Folglich produziert die Gewissheit in Zeiten des Unglücks und das Festhalten am Glauben das Unglücke mit Allāhs Wissen und Erlaubnis geschehen, Ruhe und Frieden im Herzen und Vertrauen gegenüber Allāh. Dies ist der vollkommenste Imān an Allāhs Vorherbestimmung des Guten und Bösen/Schlechten, wie durch die Aussage Allāhs illustriert wird:

    { Kein Unglück trifft (jemanden), außer mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dessen Herz leitet Er recht[…] (Sure at-Tagabun, Vers.11)}

    Ulqamah sagte: Ibn Mas’ūd berichtete: „Er ist ein Mann, dass wenn ihm ein Unglück wiederfährt, er weiß das es mit Allāhs Wissen und Erlaubnis geschah, Zufriedenheit fühlt und es akzeptiert.“ Allāh sagt:

    { Und denjenigen, die rechtgeleitet sind, mehrt Er die Rechtleitung[...] (Sure Muhammad, Vers.17)}

    Auch sagt Allāh:

    { Sie waren Jünglinge, die an ihren Herrn glaubten und denen Wir ihre Rechtleitung mehrten. (Sure al-Kahf, Vers.13)}

    Der Begriff Imān ist von all den Begriffen die im Qur’ān erwähnt sind, jener der am häufigsten im muqayyad Sinn (eingeschränkt) verwendet worden ist. Wenn es auf diese Art angeben wird, dann beinhaltet es nicht alles was Allāh befiehlt. Wenn Imān, jedoch in uneingeschränkten Sinn verwendet wird, dann umschließt es all jene Attribute oder Handlungen welche notwendigerweise damit assoziiert sind und die Vervollkommnung von all dem was Allāh befohlen hat. Allāh sagt:

    { Glaubt an Allah und Seinen Gesandten und gebt aus von dem, worüber Er euch zu Statthaltern eingesetzt hat. Diejenigen von euch, die glauben und ausgeben, für sie wird es großen Lohn geben. Was ist mit euch, daß ihr nicht an Allah glauben wollt, wo doch der Gesandte euch dazu aufruft, an euren Herrn zu glauben, und wo Er bereits ein Abkommen mit euch getroffen hat, wenn ihr gläubig seid? Er ist es, Der Seinem Diener klare Zeichen offenbart, damit Er euch aus den Finsternissen ins Licht hinausbringt. Und Allah ist wahrlich mit euch Gnädig und Barmherzig. (Sure al-Hadid, Vers.7-9)}

    Gegen Ende derselben Sure sagt Er auch:

    { O die ihr glaubt, fürchtet Allah und glaubt an Seinen Gesandten, dann gibt Er euch einen zweifachen Anteil an Seiner Barmherzigkeit und macht euch ein Licht, in dem ihr gehen könnt, und vergibt euch. Allah ist Allvergebend und Barmherzig. (Sure al-Hadid, Vers.28)}

    Einige Exegeten des Qur’ān erklären den ersten Vers, als eine Ansprache an dem Stamm der der Quraysh und den zweiten Vers an die Juden und Christen. Doch kann dies nicht der Fall sein, denn Allāh spricht die Ungläubigen nimmer mit: „Oh die ihr glaubt“, an. Danach sagt Allāh:

    { (Dies ist) damit die Leute der Schrift wissen, daß sie über nichts von Allahs Huld Macht haben, sondern daß die Huld in Allahs Hand liegt. Er gewährt sie, wem Er will. Und Allah besitzt große Huld. (Sure al-Hadid, Vers.29)}

    In Übereinstimmung ist diese Sure des Qur’ān unter jenen welche während der Zeit herabgesandt wurden als der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – in Madīnah war; dementsprechend wurde es nicht dazu genutzt um die Polytheisten aus Mekkah anzusprechen.

    { Was ist mit euch, daß ihr nicht an Allah glauben wollt, wo doch der Gesandte euch dazu aufruft, an euren Herrn zu glauben, und wo Er bereits ein Abkommen mit euch getroffen hat, wenn ihr gläubig seid? (Sure al-Hadid, Vers.8)}

    Es ist offensichtlich das dieser Vers nicht an die Ungläubigen gerichtet ist. Darüber hinaus wurde kein Bund mit den Ungläubigen aus Mekka eingegangen, sondern mit den Gläubigen die ihre Loyalität gegenüber den Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – zusagten. Alle Muslime welche nach Madīnah auswanderten bestätigen den Propheten – Allāhs Segen und Friede auf ihm – als ihren Führer, wie es seine Unterstützer in der Nacht von al-Aqabah taten. Der Prophet – Allāhs Segen und Friede auf ihm – ruf sie lediglich dazu auf ihren Glauben zu realisieren und zu vervollkommnen durch das Ausführen jener Handlungen die er von ihnen äußerlich und innerlich verlangt, gleich wie wir Allāh in jedem Gebet darum bitten uns auf den geraden Weg zu leiten. Und obgleich Allāh die Gläubigen zur Erkenntnis über die Wahrhaftigkeit der prophetischen Botschaft als Ganzes leitet, ist die Detaillierte Rechtleitung in allem was sie sagen und tun noch nicht realisiert worden. Jedoch ist diese spezifische, detaillierte Leitung nun ein Bestandteil des Glaubens wozu die Gläubigen angehalten wurden es zu besitzen und wodurch Allāh sie aus der Finsternis ins Licht führt.



    Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/der-gesichtspunkt-über-die-zu-und-abnahme-des-iman-–-teil-2/



  5. #75
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    Iman, Islam und Ihsan

    Die Differenz zwischen Imān, Islām und Iḥsan

    Das Lob gebührt Allah; wir preisen Ihn und suchen seine Hilfe und Vergebung; und wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Übel unserer selbst und unserer bösen Taten. Wen Allah rechtleitet, der kann nicht irregeführt werden, und wen Allah irregehen lässt, der kann nicht geleitet werden. Wir bezeugen, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt, einzig, ohne Partner, und wir bezeugen, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.[1]

    Wisset, dass Imān und Islām gemeinsam die Religion als ein Ganzes bildet. Jedoch gibt es unter den Leuten über die Essenz des Imān und bezüglich des Islām viele Diskussionen, Auseinandersetzungen und Unklarheiten und etliche Bänder wurden in dieser Hinsicht verfasst. Der Disput darüber entstand zum Zeitpunkt als die Khārawij sich von den anderen (also der Gemeinschaft) abspalteten. Wir werden erklären was von den Wörtern Allahs und des Propheten zutreffend sein kann, sodass der Gläubige zur Essenz der Wörter Allahs und Seines Gesandten gelangt. In der Tat ist dies das Ziel. Wir wollen zu Beginn nicht den Disput der Leute (darüber) erwähnen. Eher besprechen wir dieses Thema im Rahmen der Erörterung der Nutzen enthaltenden Wörter Allahs und Seines Gesandten. Die beste Methode die Quelle des Disputs aufzulösen ist sich auf Allah und Seinen Gesandten zu beziehen, sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits.

    Wir stellen fest, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – zwischen den Konzepten des Islām, Imān und Iḥsan im ḥadith vom Engel Gabriel differenzierte. Der Prophet sagte: „Islām ist, dass du bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Allah, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dass du das Gebet verrichtest, die Zakat gibst, im Ramaḍān fastest und zum Hause pilgerst, wenn es dir möglich ist.“ Auch sagte der Prophet: „Du sollst an Allah glauben, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten, und den Letzten Tag, und an die Göttliche Vorsehung, das Gute und das Böse davon.“ Tatsächlich wurde die Differenz zwischen Islām und Imān, wie im ḥadith von ʿUmar verzeichnet wurde ausschließlich von Muslim berichtet. In den ḥadith von Abu Huraira, berichtet von al-Bukhārī und Muslim, wird mitgeteilt, dass der Engel Gabriel zu Ihm (d.h. dem Propheten) in der Gestalt eines arabischen Beduinen von der Wüste kam und ihn über Islām, Imān und Iḥsan befragte. Aber im ḥadith von ʿUmar kam er in der Gestalt eines Arabers von der Wüste.

    Auch erklärte der Prophet die Bedeutung des Islam im berühmten ḥadith von Ibn ʿUmar. Er sagte: „Der Islām wurde auf fünf (Pfeilern) errichtet: dem Zeugnis, dass kein Gott da ist außer Allah, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem Verrichten des Gebetes, dem Entrichten der Zakah, der Pilgerfahrt zum Hause und dem Fasten im Ramaḍān.“

    Die drei Stufen der Religion: Islām, Imān und Iḥsan

    Der ḥadith von Gabriel indiziert, dass der Islām, der auf fünf Säulen aufbaut, der wahre Islām ist. Mit anderen Worten wird der Islām als das Konstrukt betrachtet auf den die fünf Säulen basieren/aufbauen. Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – legte dar, dass die Religion (Din) drei Darajāt (Stufen) hat, von denen die höchste Iḥsan ist, dessen Mittlere Imān ist, gefolgt von Islām (als die niedrigste). Deshalb ist jeder Muḥsin (jemand der Ihsan hat) ein Mu’min (jemand der einen vollkommenen Imān hat) und jeder Mu’min ist ein Muslim. Jedoch ist nicht jeder Mu’min ein Muḥsin, noch ist jeder Muslim ein Mu’min, wie inshā’a Allah später mittels den Aussagen des Propheten aufgezeigt wird. Wie im den von Ḥammād Ibn Zayd berichteten ḥadith über die Autorität von Ayyūb, über die Autorität von Abu Qilabah, über die Autorität eines Mannes von Syrien, über die Autorität seines Vaters, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – zu ihm sagte: „Trete in den Islām ein und du wirst in Frieden sein.“ Der Mann fragte dann: „Was ist Islam?“ Der Prophet erwiderte: „Dass man sein Herz Allah unterwirft und dass die Muslime vor deiner Zunge und Hand geschützt sind.“ Der Fragende fragte: „Welcher Islām ist der beste?“ Der Prophet erwiderte: „Imān.“ Der Fragende fragte: „Was von Imān ist das beste?“ Der Prophet antwortete: „Hijrah.“ Der Fragende fragte: „Was ist Hijrah?“ Der Prophet sagte: „Das du das Übel aufgibst.“ Der Fragende fragte: „Welcher Hijrah ist die beste?“ Der Prophet sagte: „Der Jihad“.“ Der Fragende fragte: „Was ist Jihad?“ Der Prophet antwortete: „ Zu kämpfen und der Kampf gegen die Ungläubigen, wo auch immer ihr sie findet und man nicht ungläubig oder feige ist.“ Dann sagte der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm: „Von allen Taten sind zwei die besten oder Taten von ähnlichem Wert.“ Er erwähnte dies drei Mal. Die zwei Taten die sich völlig lohnen sind das Vollziehen der Hajj oder der Umrah. Dies wurde von Ahmad (Ibn Hanbal) und Muhammad Ibn Nasr al-Marwazi berichtet. Dies ist der Grund, weshalb der Prophet die vier Stufen in seiner Aussagen erwähnte: „Ein Muslim ist jemand, vor dessen Zunge und Hand die anderen sich in Sicherheit befinden. Ein Mu’min ist jemand, wo sich die Menschen in Sicherheit, bezüglich des Lebens und des Eigentums befinden. Ein Muhajir ist derjenige, der verlässt, was Allah verboten hat. Und ein Mujahid ist derjenige, der in der Sache Allahs strebt.“ Dies ist vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – über die Autorität von Abd Allah Ibn Amr und über die Autorität von Fudalah Ibn Ubayd und anderen berichtet worden mit einer gesunden Überlieferungskette. Auch wird es in den Sunan – den Büchern des Hadith – erwähnt und ein Teil davon ist in den zwei Sahihs (al-Bukhārī und Muslim) berichtet.

    Es ist auch vom Propheten authentisch berichtet worden, doch mit unterschiedlichen Überlieferungsketten, dass er sagte: „Ein Muslim ist jemand, vor dessen Zunge und Hand die anderen sich in Sicherheit befinden. Ein Mu’min ist jemand, wo sich die Menschen in Sicherheit, bezüglich des Lebens und des Eigentums befinden.“ Es ist sehr bekannt, dass wer auch immer mit dem Leben und des Eigentums betraut wurde, so sind die Muslime in Sicherheit von den Schaden seiner Zunge und Hand – d.h. wären die Muslime nicht von den Schaden seiner Zunge und Hand in Sicherheit, so würden sie ihm nicht vertraut haben. Auch wird dies erwähnt in den ḥadith, welcher über die Autorität von Ubayd Ibn Umayr durch Amr Ibn Abash berichtet wurde.

    Im ḥadith von Abdallah Ibn Ubayd Ibn Umayr auf der Autorität seines Vater, auf der Autorität seines Großvaters, wurde der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – gefragt: „Was ist Islam?“ Der Prophet erwiderte: „Essen bereitzustellen und barmherzige Worte zu sprechen.“ Der Fragende fragte: „Was ist Iman?“ Der Prophet erwiderte: „Großmut und Geduld.“ Der Fragende fragte: „Wer unter den Muslimen ist der beste?“ Darauf antwortete der Prophet: „Derjenige vor dessen Zunge und Hand die anderen sich in Sicherheit befinden.“ Der Fragende fragte: „Wer unter den Gläubigen besitzt einen überragenden Iman?“ Der Prophet antwortet: „Derjenige mit der besten Moral.“ Der Fragende fragte: „Welche Hijrah ist die beste?“ Der Prophet erwiderte: „Von dem was Allah verbot sich fernzuhalten.“ Der Fragende fragte: „Welches Gebet ist das beste?“ Der Prophet antwortete: „Tul al-qunut, ein langes stilles Gebet, in der man sich komplett Allah widmet.“ Der Fragende fragte: „Welche Sadaqah (Almosen) sind die besten?“ Darauf sagte der Prophet: „Jahdu muqill, wenn ein Mann der wenig Eigentum besitzt, es sich leisten kann die Armengebühr zuzahlen, wie es durch das Gesetz vorgeschrieben ist.“ Der Fragende fragte: „Welcher Jihad ist der beste?“ Der Prophet erwiderte: „Das Streben in Allahs Sache mit eurem Besitz und Leben, bis dein Pferd verwundet ist und dein Blut verschüttet.“ Der Fragende fragte: „Welche der al-Sa’at (der Stunden) der Zeit ist die beste?“ Der Prophet antwortete: „Der letzte Teil der Nacht.“

    Es ist sehr bekannt, dass die unterschiedlichen marātib (Ränge) übereinander angeordnet sind. Deshalb ist jeder Muhajir ein Gläubiger und ein Mujahid. Denn der Prophet sagte bezüglich des Imān: „Es ist Großmut und Geduld“, und hinsichtlich des Islam: „Essen bereitzustellen und barmherzige Worte zu sprechen.“ In der Tat wird Imān als eine Vorbedingung des Islam betrachtet, doch nicht umgekehrt. Folglich ist ein Gläubiger (Mu’mim), im Gegensatz zu einem Muslim, geduldig und großmütig. Manchmal kann ein Muslim vorgeben sich so zu verhalten, wie ein Gläubiger, doch seine wirkliche Manier/Verhalten ist nicht großmütig und geduldig. Der Prophet sagte auch: „Der beste unter den Muslimen ist jemand, vor dessen Zunge und Hand die anderen sich in Sicherheit befinden.“ Er fügte hinzu: „Der beste unter den Gläubigen ist jemand, mit der besten Moral.“ Es ist wohl bekannt, dass letzteres (Islām) ersteres (Imān) impliziert/bedingt, denn wenn jemand eine gute Moral besitzt, dann sind die anderen Muslime von seiner Hand und Zunge in Sicherheit.


    Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-1/

    ___________________________________________

    [1] In seinem Buch Kitab al-Imān verwendet Ibn Taymiyyah keine Titel für die Kapitel, eher benutzt er das Wort „faṣl – Kapitel“. Die unterschiedlichen Editionen der arabischen Kopien des Buches verwenden unterschiedliche Methoden für die Kapitelüberschriften und den Zwischenüberschriften. Die hier übernommene Methode ist eine Kombination dieser Methoden mit einigen Veränderungen. Hauptsächlich basieren die Kapitelüberschriften und Zwischenüberschriften auf der Edition von Dār al-Kitab al-A’rabi, 1 Edition, Beirut, 1993
    Geändert von Abu_Taymiyyah (14.03.2012 um 03:45 Uhr)



  6. #76
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    Explizite Taten sind Bestandteil des Imān

    Al-Hasan al-Basri wurde gefragt: „Was sind gute Moralvorstellungen/ ist gutes Benehmen?“ Er erwiderte: „Badhlul-nadā, Edelmut, kafful-adhā, sich zurückhalten etwas schädliches zu tun, ṭalāqatul-wajh, Freundlichkeit.“ Demgemäß betrachtet er, dass sich zu enthalten von etwas schädlichen als ein Bestandteil der gute Moralvorstellungen. Das folgende sind einige der aḥadīth ṣaḥīḥah (gesunde Überlieferungen) des Propheten, in denen er al-a’māl al-ẓāhirah (bestimmte/explizite Taten oder Verhaltensweisen) als ein Anzeichen des Imān betrachtet. Er sagte z.B.: „Imān besteht, aus mehr als siebzig oder sechzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und die niedrigste Stufe die vorhanden ist, ist ein Hindernis von der Straße zu beseitigen.“ Und der Prophet sagte zu der Delegation von den Leuten der ʿAbd al-Qays: „Ich befehlige euch vier Sachen: den Imān an Allah allein. Wisst ihr, was der Imān an Allah allein ist?“ Sie erwiderten: „Allah und sein Gesandter wissen es am besten.“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Zu bezeugen, dass es keinen wahren Anbetungswürdigen außer Allah gibt und das Muhammad sein Gesandter ist, dass Gebet zu verrichten, die Pflichtabgabe entrichten, im Ramaḍān zu Fasten und dass ihr ein Fünftel der Beute (für die Sache Allahs) gebt.“

    So ist wohl bekannt das rein Garnichts berichtet wurde was besagt das die Taten, der Großmut und die Geduld den Imān an Allah (allein) ausmachen können, außer man hat ein überzeugendes Herz. Diesbezüglich wurde von vielen Autoritäten berichtet, dass ein überzeugendes Herz eine Notwendigkeit für den Imān an Allah darstellt. Im Musnad wird von Anas (Ibn Mālik) berichtet, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Islām ist etwas Äußerliches und der Imān ist etwas Inneres bzw. im Herzen.“ Der Prophet sagte auch: „Wahrlich, es gibt im Menschenkörper ein kleines Stück Fleisch (muḍghah) wenn dieses gut ist, so ist der ganze Körper gut ist es aber verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, dies ist das Herz.“ Folglich, wessen Herz Rein ist hat gewiss einen reinen Körper, doch nicht umgekehrt.

    Sufyān IbnʿUyaynah sagte: „Die Gelehrten pflegten zueinander folgenden Worte des Rates zu schreiben: „Wer seine inneren Absichten reinigt, dem möge Allah seine äußeren Absichten und Handlungen reinigen. Und wer die Beziehung zwischen sich selbst und Allah reinigt, dem möge Allah die Beziehung zwischen ihm und den anderen Leuten reinigen; und wer für das Jenseits arbeitet, dem möge Allah ihn in seinen diesseitigen Angelegenheiten belohnen“.“ Dieser ḥadith wurde von Ibn Abī al-Dunyā im Buch des al-Ikhlāṣ berichtet.

    Demnach ist wohlbekannt das wenn das Herz durch den Imān gereinigt wird der Körper sodann mittels dem Islām gereinigt wird, welcher Bestandteil des Imān ist. Dies wird im ḥadith von Gabriel indiziert, worin der Prophet (zu seinen Gefährten) sagte: „Dieser war Gabriel! Er kam, um die Menschen in ihrer Religion zu unterweisen.“ Er [der Prophet] betrachtete die Religion/Lebensordnung (al-Din) als Islām, Imān und Iḥsan. Dadurch wird offenkund, dass unsere Religion/Lebensordnung eine Zusammenstellung/Vereinigung dieser drei Konzepte darstellt. Doch sind sie in drei Ränge/Stufen angeordnet: Muslim, Mu’min und Muḥsin. Wie Allah, der Erhabene, sagt: „Vordem gaben Wir das Buch jenen von Unseren Dienern zum Erbe, die Wir erwählten. Und unter ihnen sind einige, die gegen sich selbst freveln, und unter ihnen sind einige, die den gemäßigten Standpunkt einnehmen (wa-minhum muqtaṣidun), und unter ihnen sind einige, die nach den guten Dingen/Taten mit Allahs Erlaubnis wetteifern. […]“ (Sure Fatir, Vers.32) Wer einen muqtaṣid befolgt und in den guten Taten wetteifert, nicht gegen sich selbst frevelt so wird er ins Paradies ohne Bestrafung eintreten. Folglich, wer auch immer die äußerlichen Verpflichtungen des Islām mit taṣdīq [Bestätigung] des Herzens ausführt, doch daran scheitert die obligatorischen Anliegen des al-Imān al-bāṭin [innerlicher/verborgener Glaube] auszuführen unterliegt der kommenden Bestrafung, wie inshā’a Allah später noch veranschaulicht werden wird.

    Iḥsan ist ein umfassenderer Begriff als Imān, doch hat es auch einen spezifischeren Sinn als Imān. Imān ist wiederrum umfassenderer als Islām. Deshalb beinhaltet Iḥsan den Imān, der wiederrum den Islām beinhaltet. Dementsprechend sind die Leute des Iḥsan (al-Muḥsinūn) angesehener (also Vorzüglicher) als die Gläubigen (al-Mu’minūn) und die Gläubigen sind angesehener als die Muslime. Dieselbe Analogie kann auf das Konzept des Gesandtentum und des Prophetentum übertragen werden. Das Prophetentum ist im Gesandtentum mitinbegriffen, unter der Bedingung das der Begriff Prophetentum im verallgemeinerten Sinn verwendet wird. Hingegen hat der Begriff einen eingeschränkteren Sinn, wenn es selbständig erwähnt wird.[1] Folglich ist jeder Gesandte ein Prophet, aber nicht umgekehrt. Die Propheten sind mehr allgemein als die Gesandten. Denn das Prophetentum ist ein Bestandteil der Gesandten, denn das Gesandtentum beinhaltet das Prophetentum zuzüglich anderer Sachen, doch nicht umgekehrt.

    Fürwahr interpretierte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – Islām und Imān durch seine Antworten auf die ihm zugetragenen Fragen. Wie z.B. als er gefragt wurde: „Was ist ghībah (Nachrede)?“ Er erwiderte: „Es ist, wenn du über ihn (in seiner Abwesenheit) erzählst, was dein Bruder missbilligen würde.“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte auch in einem anderen ḥadith: „Arroganz ist, die Wahrheit zu verachten (d.h. zu leugnen) und die Menschen verachtend zu behandeln.“ Die Wahrheit zu verachten bedeutet sie zu verleugnen und die Menschen zu verachten bedeutet das schauen auf sie mit Respektlosigkeit und Geringschätzung. Es wird inshā’a Allah später dargelegt weshalb der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – unterschiedliche Antworten passend zu den verschiedenen Situation abgab und aus welchem Grund sie allesamt wahr (ḥaqq) sind.

    Doch was die Aussage des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – bedeutet : „Der Islām wurde auf fünf (Pfeilern) errichtet“, ist gleich zu der Bedeutung seiner Aussage: „Der Islam besteht aus fünf (Pfeilern)“, wie durch den ḥadith von Gabriel indiziert wird. Wenn sich eine Sache nämlich aus Teilen zusammensetzt, ist es nur natürlich das dessen kollektive Struktur/Konstruktion auf diese Teile aufbaut und sie zusammensetzt. Also Baut und setzt sich der Islam aus diese fünf Pfeiler zusammen. Wir werden inshā’a Allah später erklären, dass diese fünf Pfeiler von der Essenz des Islām sind und der Islām auf ihnen beruht. Auch wird erläutert, weshalb unter den Verpflichtungen diese Pfeiler besonders hervorgehoben wurden. In seinem ḥadith zu der Delegation von den Leuten der ʿAbd al-Qays erläuterte er (der Prophet) den Imān auf eine ähnliche Weise wie bei seiner Erläuterung (des Begriffs) Islām (wie zuvor illustriert) mit lediglich einer Ausnahme; Die Pilgerfahrt wurde in seiner Erläuterung des Imān nicht erwähnt, auch wenn allgemein zugestimmt wird, dass die Pilgerfahrt ein Bestandteil des Imān ist. Er – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Ich befehlige euch den Imān an Allah allein. Wisst ihr, was der Imān an Allah allein ist?“ Sie erwiderten: „Allah und sein Gesandter wissen es am besten.“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Zu bezeugen, dass es keinen wahren Anbetungswürdigen außer Allah gibt und das Muhammad sein Gesandter ist, dass Gebet zu verrichten, die Pflichtabgabe entrichten, im Ramaḍān zu Fasten und dass ihr ein Fünftel der Beute (für die Sache Allahs) gebt.“

    In einigen anderen Versionen des ḥadith wurde berichtet: „Den Imān an Allah und zu bezeugen, dass es keinen wahren Anbetungswürdigen außer Allah gibt.“ Dies unterscheidet sich von der ersten Version des ḥadith und ist nicht sehr bekannt. In Abu Saʿid’s (al-Khudiri) Version, sagt er: „Ich befehlige euch vier Sachen zu tun und ich befehlige euch vier Sachen nicht zu tun. Allah allein anzubeten und Ihm keinen anderen Beizugesellen.“ Im berühmten ḥadith über die Zweige/Stufen des Imān, erklärte er Imān als folgendes: „Imān besteht, aus mehr als sechzig oder siebzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und die niedrigste Stufe die vorhanden ist, ist ein Hindernis von der Straße zu beseitigen. Auch das Schamgefühl ist eine Stufe des Imān.“

    Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Die Schamhaftigkeit ist ein Teil des Imān. Dies wurde von vielen Überlieferer, wie (ʿAbd Allah) Ibn ʿUmar, Ibn Ma ʿsūd und ʿImrān Ibn Ḥuṣayn berichtet. Er (der Prophet) sagte auch: „Keiner von euch wird Gläubig sein, es sei denn, dass ich ihn Lieber bin, als sein Sohn, seine Eltern und der ganzen Menschheit.“ Er sagte: „Keiner von euch glaubt, bis er für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt.“ Er sagte auch: „Ich schwöre bei Allah, dass man niemals glauben hat, ich schwöre bei Allah das man niemals glauben hat, ich schwöre bei Allah das man niemals glauben hat.“ Der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – wiederholte dies dreimal. Er wurde gefragt: „Oh Prophet! Wer ist dies?“ Der Prophet erwiderte: „Derjenige dessen Nachtbar nicht sicher vor seinen schadhaften Benehmen/Verhalten ist.“ Der Prophet sagte ebenso: „Wer von euch etwas verabscheuungswürdiges sieht, der soll es mit seiner Hand ändern. Wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge ändern. Und wenn er (selbst) das nicht schafft, dann soll er es in seinem Herzen ändern, und dies ist die schwächste Form des Imān.“ Und der Prophet sagte: „Nie zuvor hat Allah ein Prophet zu seiner Gemeinschaft entsandt, welche unter ihren Leuten keine Jünger und Gefährten hatten die seinen Weg befolgten und seinen Befehlen gehorchten. Nach ihnen kamen dann ihre Nachfolger, welche eine Sache sagten doch etwas anderes taten und nicht das praktizierten wozu ihnen befohlen wurde. Wer gegen sie mit der Hand kämpft, der ist ein Gläubiger. Wer mit der Zunge kämpft, der ist ebenfalls ein Gläubiger. Wer mit dem Herzen kämpft, ist auch ein Gläubiger. Alle andere, die nicht zu diesen (drei Gruppen) gehören, deren Imān ist nicht einmal so groß wie ein Senfkorn (ḥabbat khardal).“ (von Muslim berichtet)

    Muslim berichtet auch, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist! Ihr werdet das Paradies nicht betreten, bis ihr tief gläubig seid; und ihr werdet nicht glauben, bis ihr einander liebt. Soll ich euch nicht etwas sagen, das dazu führt, dass ihr einander liebt, wenn ihr es tut? Verbreitet den Salām (einander grüßen, indem man sagt: As-Salāmu alaikum) unter euch.“ Er (der Prophet) sagte in dem ḥadith über dessen Überlieferung Übereinstimmung besteht und von Abu Huraira berichtet wird: Al-Bukhāry berichtete den ḥadith von Ibn ʿAbbās, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Derjenige, der Unzucht begeht, begeht diese nicht in dem Augenblick, in dem er an Allah glaubt. Und derjenige, der Alkohol trinkt, trinkt ihn nicht in dem Augenblick, in dem er an Allah glaubt. Und derjenige, der Diebstahl begeht, begeht diesen nicht in dem Augenblick, in dem er an Allah glaubt. Und derjenige, der sich eine Sache widerrechtlich aneignet, wobei die Menschen ihn missachtend anschauen, begeht diese Tat nicht in dem Augenblick, in dem er an Allah glaubt.“


    Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-2/
    __________________________________________


    [1] Dazu empfehlen wir den Artikel über „Die Bedeutung der Propheten und Gesandten“, worin diese Angelegenheit ausführlich erläutert wird
    Geändert von Abu_Taymiyyah (14.03.2012 um 03:48 Uhr)



  7. #77
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    Imān und Islām angeführt im Qur’ān

    Der Begriff Imān wird im Qur’ān (sowohl) allein und nicht in Verbindung mit dem Begriff Islām noch mit der Phrase „rechtschaffende Handlung“ oder anderer solcher Begriffe oder Phrasen angeführt. Manchmal wird der Begriff Imān im direkten Zusammenhang zum Begriff Islam erwähnt, wie im ḥadith von Gabriel indiziert wird: „Was ist Islām und was ist Imān?“, und in Allah’s Aussage: “Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die Gläubigen (Mu’min) Männer und die Gläubigen (Mu’min) Frauen[…]“ (Sure al-Ahzab, Vers.35) Und auch sagt Er: “Die Wüstenaraber sagen: „Wir glauben (Amāna).“ Sprich: „Ihr glaubt nicht“, sagt vielmehr: „Wir haben den Islam angenommen“.” (Sure al-Hugurat, Vers.14) Auch sagt Allah: “Und so ließen Wir wer in ihr gläubig war, fortziehen. Da fanden wir in ihr aber nur ein (einziges) Haus von (Allah) Ergebenen.” (Sure ad-Dariyat, Vers.35-36) Der Begriff Iman wurde auch in Zusammenhang der Phrase „rechtschaffene Werke“ erwähnt, wie aus etlichen Versen des Qur’ān ersichtlich wird. Beispielsweise: Allah, der Erhabene, sagt: “Gewiß, diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun[…]” (Sure al-Baqara, Vers.277)

    Der Begriff Imān kann ebenso mit jenen denen Kenntnis gegeben wurde (al-Ladhina utu al-Illm) verbunden sein. Allah sagt: “Und diejenigen, denen Wissen und Glauben gegeben worden ist, sagen[…]” (Sure ar-Rum, Vers.56) Allah sagt auch: ” […] so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen[…]” (Sure al-Mugadala, Vers.11) Wann immer Er jene erwähnt die an Ihm glauben, so sind auch jene denen Wissen gegeben wurde mitinbegriffen; denn sie sind die besten der Gläubigen. Allah sagt: “[…]Und diejenigen, die im Wissen fest gegründet sind, sagen: “Wir glauben daran; alles ist von unserem Herrn.” (Sure al-Imran, Vers.7) Ebenso sagt Allah: “Aber diejenigen unter ihnen, die im Wissen fest gegründet sind, und die Gläubigen glauben an das, was zu dir (an Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt wurde[…]” (Sure an-Nisa, Vers.162)

    Der Begriff al-Mu’minūn (die Gläubigen) ist auch im Qur’ān in Zusammenhang mit jenen erwähnt worden welche die Jüdische, Christliche und Säbier Religion befolgen. Allah sagt: ” Gewiss, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Säbier – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.” (Sure al-Baqara, Vers.62) Auf diese Weise differenzierte Allah im ersten Teil des Verses zwischen den Gläubigen und den anderen drei Gruppen. Wobei im zweiten Teil des Verses „wer immer an Allah glaubt“ der Begriff „Imān (Wortwörtlich. Amāna)“ im Allgemeinen jene Anspricht welche an dem Qur’ān glauben, welche den Jüdischen Skripten, den Christen und Säbier folgen. Diese Generalisierung wird auch in der Aussage Allahs angeführt: Gewiß, diejenigen aber, die glauben und rechtschaffene Werke tun, das sind die besten Geschöpfe. (Sure al-Baiyina, Vers.7) Diese Angelegenheit wird inshā’a Allah später vollständig erörtert.

    Die hier beabsichtigte Differenz ist eine Sache der Verallgemeinerung und Spezifizierung der äußeren und inneren Aspekte des Imān. Jedoch ist die Verallgemeinerung der religiösen Gemeinschaften (wie zuvor in Sure al-Baqara, Vers.62 zitiert wurde) eine andere Angelegenheit. Wann immer Allah Imān gemeinsam mit Islām erwähnt, so bezieht sich letzteres auf die äußerlichen Akte (d.h. zu bezeugen das niemand der Anbetung würdig ist, außer Allah und das Muhammad Sein Gesandter ist, das Gebet zu verrichten, die Zakah zu entrichten, im Monat Ramaḍān zu Fasten und die Pilgerfahrt zu vollziehen). Hingegen betrachtet Er den Imān als das was im Herzen an glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an dem Tag des Urteils vorhanden ist. Diese Unterscheidung ist in den von Aḥmad (Ibn Ḥanbal) berichteten ḥadith von Anas bekräftigt, worin der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Islām ist etwas Äußerliches und der Imān ist etwas Inneres bzw. im Herzen.“

    Wann immer dementsprechend der Begriff Imān alleine angeführt wird impliziert es sowohl den Islām als auch die rechtschaffenen Handlungen, wie im ḥadith über die Zweige/Stufen des Imān erwähnt wird: „Imān besteht, aus mehr als sechzig oder siebzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und die niedrigste Stufe die vorhanden ist, ist ein Hindernis von der Straße zu beseitigen. Auch das Schamgefühl ist eine Stufe des Imān.“ Dies gilt für alle Aussagen des Propheten, in denen alle rechtschaffenen Handlungen als Bestandteil des Imān erwähnt wurden.

    Falls der Imān durch das Aufgeben der rechtschaffenen Handlungen negiert wird, so werden sie sodann als obligatorisch für den Imān betrachtet. Doch wenn die Tugend von jemandes dessen Rechtschaffenheit erwähnt wird, so werden diese Rechtschaffenen Handlungen als etwas wünschenswertes für den Imān betrachtet, vorausgesetzt das sein Glaube nicht negiert wird. Denn Allah und Sein Gesandter negieren nicht eine Verpflichtung die sie befohlen haben, außer jemand scheitert daran ein Aspekt dieser Verpflichtung auszuführen. Z.b. sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm: Kein Gebet ist vollständig, ohne die Rezitation der umm al-Quran (also Fatiha) und niemand kann mit wahren glauben beschrieben werden der keine Loyalität hat und keine Religion ist vollständig für jemanden der nicht seine Verpflichtungen einhält.“

    Falls jemandes Tat als mehr erstrebenswerter in der Anbetung als eine andere Tat betrachtet wird, so wird die Anbetung nicht negiert, wenn die erwünschte Handlung Mängel hat. Würde dies der Wahrheit entsprechen, dann wäre es möglich von all den Gläubigen den Titel des Imam, das Gebet, die Wohltätigkeit und die Pilgerfahrt zu negieren, da es Handlungen gibt welche besser als andere sind und niemand kann die rechtschaffenen Taten in derselben exakten (und vollkommenen) Weise vollziehen wie es der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – tat, selbst rechtschaffene Person wie Abu Bakr und Umar (vermögen es nicht auf dieselbe vollkommene Art und Weise wie der Prophet es zu tun pflegte auszuführen). Wenn wir also diese rechtschaffenen Taten von diesen Individuen negieren würden, da sie sie nicht perfektionieren können, dann können wir sie auch von allen Muslimen aus der gesamten Geschichte negieren. Und zu solch einer Schlussfolgerung gelangt eine Weise Person nicht.

    Daraus folgt, dass es der Wahrheit entspricht zu sagen, dass die Vollkommenheit des Glaubens negiert wird, wenn jemand daran scheitert einen Teil einer Verpflichtung auszuführen für dessen Vernachlässigung/Versäumung er zu tadeln oder zu bestrafen ist. Doch trifft dies nicht auf dem Fall zu, wenn jemand daran scheitert eine wünschenswerte Handlung auszuführen. Dies wird unterstützt durch den Befehl des Propheten zu einen Araber welcher das Gebet nicht auf der richtigen Art und Weise vollzog; der Prophet sagte: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!” Auch befahl er dem Mann welcher alleine das Gebet, hinter der Gebetsreihe verrichtete das Gebet zu wiederholen: „Es gibt kein Gebet für denjenigen der hinter der Reihe allein betet.“ Fürwahr sagte dies der Prophet, weil beide Männer eine obligatorische Handlung unterließen. Überdies wird das durch die folgende Aussage Allahs unterstützt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen. (Sure al-Hugurat, Vers.15) Diese Aussage indiziert, dass das Trachten (in der Sache Allahs) eine Verpflichtung ist und die Zweifel aufzugeben eine Verpflichtung ist. Aus dieser Aussage wird klar dass auch wenn der Jihād, das Trachten in der Sache Allahs, als eine Verpflichtung betrachtet wird welche von manchen Gläubigen vollzogen werden muss, ihnen allesamt befohlen wurde an seinen obligatorischen Akt zu glauben und die wahre Absicht zu besitzen sich wann immer es nötig wird (danach) zu streben. Denn der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wer auch immer stirbt, ohne gekämpft zu haben, oder beschlossen haben zu kämpfen, stirbt den Tod eines Heuchlers.” (Berichtet von Muslim) Dies bedeutet dass derjenige welcher keine Absicht hat in der Sache Allahs zu trachten eine gewisse Stufe von Heuchelei besitzt. Es ist umabdingbar das ein Gläubiger mindestens ein Aspekt des Jihād praktizieren muss.

    Allah sagt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen, die das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, ausgeben. Das sind die wahren Gläubigen. (Sure al-Anfal, Vers.2-4) All die genannten Handlungen (im Vers) sind obligatorisch. Also ist das sich Verlassen auf Allah (d.h. auf Allah zu Vertrauen) eine große Verpflichtung, gleich der Aufrichtigkeit gegenüber Allah und die Liebe zu Ihm und Seinen Gesandten. Genauer genommen ist Sein Befehl das „Vertrauen in Ihm zu setzen“ noch mehr als die durchführung der rituellen Waschung und ein Bad im Zustand der Unreinheit zu nehmen hervorgehoben worden. Dagegen ist das Vertrauen in jemand anderen als Allah zu setzen untersagt. Denn Allah sagt: [...]So diene Ihm und verlasse dich auf Ihn. (Sure Hud, Vers.123). Auch sagt Allah: Allah – es gibt keinen Gott außer Ihm. Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen. (Sure at-Tagabun, Vers.13) Er sagt auch: Wenn Allah euch zum Sieg verhilft, so kann euch keiner besiegen. Doch wenn Er euch im Stich lässt, wer ist es denn, der euch dann, nach Ihm, noch helfen könnte? Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen. (Sure al-Imran, Vers.160) Allah sagt auch: Und Musa sagte: “O mein Volk, wenn ihr wirklich an Allah glaubt, dann verlasst euch auf Ihn, wenn ihr (Ihm) Ergebene seid.” (Sure Yunus, Vers.84)

    Allah sagt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt[…] (Sure al-Anfal, Vers.2) Es wird gesagt das die Präsenz einiger Absichten und Taten in jemandes Herz eine beständige Notwendigkeit für den glauben an Allah ist. Dies bedeutet, dass ein Gläubiger kontinuierlich diese Taten vollzieht ohne sich sonderlich zu bemühen dies zu tun. Jedoch indiziert die Absenz dieser Absichten und Taten das der wahre Iman nicht im Herz zustande gekommen ist. Dies wird durch die folgenden Aussage von Allah illustriert: Du findest keine Leute, die an Allah und den Jüngsten Tag glauben und denjenigen Zuneigung bezeigen, die Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandeln, auch wenn diese ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Sippenmitglieder. Jene – in ihre Herzen hat Er den Glauben geschrieben und sie mit Geist von Sich gestärkt[…] (Sure al-Mugadala, Vers.22) Diese Aussage indiziert, dass du nimmer jemals einen Gläubigen finden wirst, welcher jene Liebt die Allah und Seinen Gesandten entgegenstehen. Denn der Iman an sich schließt die Liebe für jene welche Allah und Seinem Gesandten entgegenstehen aus, gleich wie Opponenten sich gegenüber stehen. Falls also im Herzen Iman vorhanden ist, ist dessen Gegenstück, nämlich die Liebe zu jenen welche Allah und Seinen Gesandten entgegenstehen negiert worden. Gleich wenn jemand jene welche Allah und Seinen Gesandten liebt, so ist seine Liebe ein Anzeichen dafür das es seinen Herz am wahren glauben fehlt/mangelt.

    Ähnlich Seiner Aussage im folgenden Vers : Du siehst viele von ihnen diejenigen, die ungläubig sind, zu Vertrauten nehmen. Fürwahr, wie schlimm ist, was sie sich selbst vorausgeschickt haben; (es ist,) daß Allah ihnen gegenüber Sein Missfallen zeigt; und ewig werden sie in der Strafe bleiben. Wenn sie an Allah und den Propheten und das, was zu ihm (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, glauben würden, hätten sie sie nicht zu Schutzherren genommen. Aber viele von ihnen sind Frevler. (Sure al-Ma’ida, Vers.81). Darin ist ein Bedingungs-/Konditionalsatz enthalten welcher erfordert das wenn eine Voraussetzung vorhanden ist, dass (dann) ein Bedingungssatz durch den arabischen Partikel „law[1]“ eingeführt wird, was bedeutet falls es mit den Bedingungssatz vereinigt ist, es die Negierung des Bedingungssatz erfordert. Denn Allah sagt: Wenn sie an Allah und den Propheten und das, was zu ihm (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, glauben würden, hätten sie sie nicht zu Schutzherren genommen. (Sure al-Ma’ida, Vers.81) Dies indiziert, dass der vorher aufgeführte Iman die Ungläubigen als Freunde und Schutzherrn zu nehmen ausschließt. Es indiziert auch das der Iman nicht zusammen mit die Ungläubigen als Freunde und Beschützer zu nehmen in jemandes Herz gefunden werden kann. Weiterhin indiziert es, dass das Herz von jemanden welcher die Ungläubigen als Freunde oder Beschützer nimmt frei vom wahren Glauben an Allah, Seinen Propheten und an dem was ihm offenbart wurde ist.

    Ebenso sagt Allah: O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen[…] (Sure al-Ma’ida, Vers.51) In der Tat meint Allah in diesen Versen dass derjenige welcher sie (die Juden und Christen) als Freunde nimmt kein Gläubiger ist. Er bestätigt des Weiteren, dass derjenige welcher ein Freund von ihnen ist, einer von ihnen ist. Denn Gewiss sind die im Qur’an enthaltenden Verse in Harmonie zueinander und unterstützen sich gegenseitig. Allah sagt: Allah hat die beste Botschaft offenbart, ein Buch mit gleichartigen, sich wiederholenden (Versen), vor dem die Haut derjenigen, die ihren Herrn fürchten, erschauert[…] (Sure az-Zumar, Vers.23) Er (Allah) sagt auch: Nur (innamā) diejenigen sind Gläubige, die an Allah und an Seinen Gesandten glauben, und diejenigen, die, wenn sie in einer für alle wichtigen Angelegenheit bei ihm sind, nicht eher fortgehen, als sie ihn um Erlaubnis (dazu) gebeten haben. […] (Sure an-Nur, Vers.62) Dies ist ein Hinweis darauf, dass das weggehen ohne nach der Erlaubnis des Propheten zu suchen nicht erlaubt ist. Man sollte nicht eher weggehen bis zur Ersuchung der Erlaubnis, denn in der Tat hat jemand der sich von der Präsenz des Propheten abwendet ohne nach der Erlaubnis zu suchen, etwas von dem aufgibt was ihm über den Iman auferlegt wurde. Wenn dies also tut, so würde dies den Iman negieren. Das liegt daran, weil der Partikel innamā[2] (ungefähr: nur) das obligatorische bekräftigt und den Rest negiert.

    Manche unter den uṣuliyyūn (religiöse Autoritäten) sagten, dass der Partikel inna[3] in der Grammatik zur Bekräftigung und der Partikel mā (ungefähr: nicht) für die Negierung benutzt wird. Wenn beide dieser Partikel zusammenwirkend erwähnt werden, dann indizieren sie beides, also Bekräftigung/Zustimmung und Negierung. Wobei dies nicht so bei den arabischen Grammatikern ist. Jene welche von dieser Angelegenheit Kenntnis besitzen wissen genau, dass der Partikel mā mā al-kāffah genannt wird und es inna und dessen Schwestern von der Regelung ausschließt. So spezialisiert sich inna in der Regelung der Nominalsätze, doch wenn es sich mit mā verbindet, dann ist dessen grammatikalische Funktion aufgehoben. Deshalb können jetzt bei inna gemeinsam mit mā sowohl Nominal- als auch Verbalsätze simultan vorausgehen. Als Resultat davon haben sich sowohl die Funktion als auch Bedeutung von inna durch das anhängen von mā geändert. Dieselbe grammatikalische Regel wird auch auf andere ähnliche Partikel, wie z.B. ka’annamā (als wenn/wie wenn/als ob) angewendet

    Ähnlich sagt Allah: Und sie sagen: “Wir glauben an Allah und an den Gesandten, und wir gehorchen.” Hierauf, nach diesem (Wort), kehrt sich eine Gruppe von ihnen ab. Diese da sind nicht die Gläubigen. Und wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, wendet sich sogleich eine Gruppe von ihnen ab. Wenn aber das Recht auf ihrer Seite ist, dann kommen sie zu ihm, bereit, sich zu unterwerfen. Ist denn in ihren Herzen Krankheit, oder haben sie etwa Zweifel, oder befürchten sie, daß Allah gegen sie ungerecht sein könnte, und (auch) Sein Gesandter? Nein! Vielmehr sind eben sie die Ungerechten. Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, daß sie sagen: “Wir hören und gehorchen.” Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht. (Sure an-Nur, Vers.51)

    Es entspricht der Wahrheit, wenn man sagt ein wahrer Gläubiger jener ist der die Verpflichtungen vollzieht und sich von den verbotenen Handlungen fernhält. Denn Allah sagt: Das sind die wahren Gläubigen[…] (Sure al-Anfal, Vers.4) Und Er erwähnte nicht mehr als fünf Erfordernisse für den glauben. In einen anderen Vers sagt Allah: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen. (Sure al-Hugurat, Vers.15) Ebenso sagt Allah: […]Diejenigen, die dich um Erlaubnis bitten, das sind diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben[…] (Sure an-Nur, Vers.62)

    Die Frage welcher hier entsteht ist, ob der Glaube lediglich fünf Erfordernisse besitzt? Dazu gibt es zwei Antworten: die Annahme besteht darin, dass die fünf erwähnten Erfordernisse das nicht genannte implizieren. Denn Allah erwähnte die folgenden Erfordernisse: deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird; wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt; die sich auf ihren Herrn verlassen; die das Gebet verrichten; und von dem, womit Allah sie versorgt haben, ausgeben. Es ist offenkund, dass diese fünf Erfordernisse unspezifische Handlungen erfordern/bedingen. Wie z.B. deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, impliziert das man Ihm wahrnimmt und fürchtet. Die Interpreten des Qur’an erörterten das die Verben wajilat und fariqat (Furcht) beide „Allah zu fürchten“ bedeutet. Ibn Mas’ūd liest in seiner Leseart des Qur’an fariqat anstelle von wajilat: „Deren Herzen sich vor Ehrfurcht (fariqat) regen, wenn Allahs gedacht wird.“ Dies ist gültig. Denn die Bedeutung von al-wajal, im linguistischen sprechen, ist khawf (Furcht) in Übereinstimmung mit der Aussage: „die Rötung der Schüchternheit und die Blässe der Furcht.“ Allah sagt: Und die geben, was sie geben, während ihre Herzen sich (davor) ängstigen (wajilatun), weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden. (Sure al-Mu’minun, Vers.60) Ā’isha fragte: „Oh Gesandter Allahs! Wird jemand der unzüchtig ist und Stiehlt dabei Furcht oder die Ahndung (Strafe) fühlen?“ Der Prophet antwortete darauf: „Nein, Tochter des al-Ṣiddīq[4], es ist jemand (also jemand der Allah fürchtet) welcher Betet, Fastet und von dem womit sie versorgt wurden Spendet und fürchtet (das diese rechtschaffenen Taten) nicht von ihm akzeptiert werden.“

    Al-Suddī erörterte den Qur’ān Vers: „Deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird“, dass es sich auf jenen bezieht der wann auch immer er etwas beabsichtigt und versucht etwas Schad volles zu tun, sich davon enthält bzw. davon fernhält es zu tun. Allah, der Erhabene, sagt: Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, so wird der (Paradies)garten (ihm) Zufluchtsort sein. (Sure an-Nazi’at, Vers.70-71) Ähnlich, wie Seine Aussage: Für jemanden aber, der den Stand seines Herrn fürchtet, wird es zwei Gärten geben. (Sure al-Rahman, Vers.46) Mujāhid[5] und andere Exegeten sagten: „Ein Mann beginnt eine aufsässige Handlung auszuführen, wobei ihm dann unmittelbar einfällt (bzw. er denkt daran), dass er Allah gegenübersteht/vor Allah steht und er sodann aus Furcht gegenüber Allah vom Vollzug dieser Handlung ablässt.“

    Da „dass deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird“ Furcht und Besorgnis (im Sinne von der Wahrnehmung Allahs) impliziert, dann erfordert dieses Gefühl von jemanden das zu tun, was Er befohlen hat und sich von dem was Er verboten hat fernzuhalten/ dies zu unterlassen. Sahl Ibn ʿAbd Allah[6] sagte: „Es existiert keine Barriere zwischen Allah und Seinem Diener, welche dicker ist als in keinen Bedürfnis zu Allah zu sein und es existiert kein Pfad welcher näher zu Allah ist, als Bedürftig zu Ihm zu sein.“ Die Essenz des Guten liegt sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits in der Furcht gegenüber Allah, wie durch Seine Aussage indiziert wird: Und als sich in Musa der Zorn beruhigt hatte, nahm er die Tafeln. In ihrer Schrift ist Rechtleitung und Barmherzigkeit für die, die vor ihrem Herrn Ehrfurcht haben. (Sure al-A’raf, Vers.154) Dieser Vers indiziert das Rechtleitung und Barmherzigkeit für jene welche Ihren Herrn fürchten bestimmt sind.

    Mujāhid und Ibrāhīm[7] sagten: „Derjenige der Allah fürchtet ist jemand der beabsichtigt eine Sünde zu begehen, sich (sodann) an Allah erinnert und unvermittelt davon ablässt/es unterlässt.“ Dies wurde bei Ibn Abī Dunyā berichtet über die Autorität von Ibn al-Ja’d[8], über die Autorität von Shu‘bah[9], über die Autorität von Manṣūr[10]von beiden von ihnen. Der folgende Vers des Qur’ān zeigt dies aus: Für jemanden aber, der den Stand seines Herrn fürchtet, wird es zwei Gärten geben. (Sure al-Rahman, Vers.46) Demgemäß sind jene welche Ihren Herrn Fürchten jene welche es wohlergehen wird, wie Allah in der Aussage festlegt: Jene verfahren nach einer Rechtleitung von ihrem Herrn, und das sind diejenigen, denen es wohl ergeht. (Sure al-Baqara, Vers.5) Sie sind die Gläubigen und die Gottesfürchtigen, welche in der Aussage Allahs erwähnt worden sind: Alif-Lam-Mim. Dieses Buch, an dem es keinen Zweifel gibt, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen. (Sure al-Baqara, Vers.1-2) Er erwähnte auch im Vers des al-Birr (Rechtschaffenheit/Frömmigkeit: […]das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen. (Sure al-Baqara, Vers.177) Sie sind diejenigen welche der Rechtleitung des Buches befolgen, wie in Allahs Aussage aufgezeigt wird: Wer Meiner Rechtleitung folgt, der geht nicht irre und wird nicht unglücklich. (Sure Ta Ha, Vers.123) Demgemäß ist jemand der nicht von der Leitung abweicht ein Befolger von Allahs Rechtleitung und jemand der nicht in Unglück fällt ist gesegnet. Dies sind die Anhänger/Befolger des geraden Pfades denen Allah Seine Gnade beschert. Dazu gehören die Propheten, Rechtschaffenen, Märtyrer und Tugenden Leute, deren Pfad nicht Groll ist, noch in die Irregehen werden. Dementsprechend verdienen sie das Paradies ohne Bestrafung, denn sie sind die wahren Gläubigen.


    Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-3/ & http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-4/
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    [1] Die Semitischen Sprachen haben Konjunktionen in drei Stufen der Möglichkeiten eingegliedert bzw. zwischen ihnen unterschieden: die Konjunktion „falls/wenn“ welches drei verschiedene Möglichkeiten gibt. 1. Idha drückt eine Gewissheit aus bzw. etwas was mit hoher Wahrscheinlichkeit geschehen wird, wie u.a. wenn man sagt „Falls deine Kinder dein Essen verweigern, so fühle dich nicht abgelehnt“. Dies ist ein „Falls/Wenn“ was mit Sicherheit eines Tages geschehen wird; denn jedes Kind verweigert das Essen manchmal. 2. Das „Law“ ist ein „falls/wenn“ der Unmöglichkeit/so gut wie, wie u.a. „Falls der Himmel Lila wäre“, oder „Falls es in der Sahara regnet“. 3. Und dann gibt es ein „falls/wenn“ von realen Zweifeln, d.h. vielleicht oder vielleicht auch nicht, wie wenn eine Schwangere Frau sagt: „Wir wissen nicht, ob es ein Mädchen oder Junge wird“, oder „Ich weiß nicht, ob ich um 20.00 Uhr beim Treffpunkt bin.“

    [2] Innamā hingegen ist ein Partikel zur Einschränkung (Ḥarf Ḥaṣr) welcher das Gesagte verstärkt und alles was außer ihm ist ausschließt. Es bedeutet also soviel wie „nur“. Dabei kann es eine absolute Einschränkung darstellen, wie z.B. in der Aussage des Propheten „Innamā al-Aʿmālu bil-Niyāt“, welche die Gültigkeit aller Taten auf das Vorhandensein der Absicht beschränkt, und ausschließt, dass eine Tat ohne Absicht bestehen kann. Es kann jedoch auch eine spezielle Einschränkung sein, wie in der Aussage Allahs: Innamā anta mundhir wobei klar ist, dass der Prophet nicht nur einzig und allein ein Warner war, sondern auch andere Eigenschaften inne hatte, jedoch ist die Funktion des Partikels hier die Hervorhebung dieses Aspektes in diesem Zusammenhang. [Siehe dazu: Ibn Daqīq al-ʿĪd d: Sharḥ al-Arbaʿīn Al-Nawawwiyyah S. 46]

    [3] Und innaist ein Partikel zur Betonung (Ḥarf Tawkīd) durch den das Subjekt in einem Satz nach vorn gezogen und die Aussage bestärkt wird. [Siehe dazu: Ibn Daqīq al-ʿĪd d: Sharḥ al-Arbaʿīn Al-Nawawwiyyah S. 46]

    [4] Abu Bakr al-Ṣiddīq war der erste Kalif. Seine Tochter Ā’isha, eine der Frauen des Propheten Muhammad, berichtete eine große Anzahl an Überlieferungen

    [5] Mujāhid Ibn Jabr al-Makk ī (21-102 n.H.) stellte ein Kommentar zum Qur’ān zusammen, welcher von vielen Juristen nach ihm verwendet wurde. Er war einer der Altvorderen und stand in Verbindung mit der Schule des Tafsir von Ibn ʿAbbās. [M. M. Azami, S.69]

    [6] Sahl Ibn ʿAbd Allah, Abu Muḥammad Ibn Yūnis al-Tastari (200-283 n.H.), war ein Sūfi Gelehrter, welcher ein Buch über die Interpretation des Qur’ān schrieb. [Az-Ziriklī, 3:210]

    [7] Ibrāhīm Ibn Yazīd (?-96 n.H.) war ein Gelehrte des ḥadith und tafṣir und einer von den Altvorderen.

    [8] ʿAli Ibn al-Ja’d (?-230 n.H.) war ein Gelehrter des ḥadith.

    [9] Shu’bah Ibn al-Hajjāj (82-160 n.H.) war einer der großen Gelehrten des ḥadith. [Az-Ziriklī, 3:241]

    [10] Manṣūr Ibn al-Mu’tamar (?-132 n.H.) wurde als Autorität in ḥadith und Gelehrter des ḥadith betrachtet.



  8. #78
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    Um diesen Punkt – was zuvor dargelegt wurde – näher zu veranschaulichen genügt die folgende Aussage Allahs: […] Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah[…] (Sure Fatir, Vers.38) Dieser Vers bedeutet, dass wer auch immer wahrhaftig Allah Fürchtet wissen besitzt, wie in anderen Versen aufgezeigt wird. Allah sagt: Ist etwa jener, der zu Allah in den Nachtstunden – sich niederwerfend und stehend – betet, der sich vor dem Jenseits fürchtet und auf die Barmherzigkeit seines Herrn hofft (einem Ungehorsamen gleich)? Sprich: “Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?” (Sure az-Zumar, Vers.9) Das Wort „Furcht“ impliziert Allah zu fürchten und auf dem von Ihm gegebene Belohnung zu hoffen; andernfalls würde es Verzagen bedeuten. Wohingegen die Hoffnung die Furcht bedingt; andernfalls würde es Sicherheit bedeuten. Demgemäß sind jene welche sich fürchten und das Gebet zu Allah verrichten die wissendsten von Ihm gelob preisten.

    Es wurde berichtet, dass Abu Ḥayyān al-Taymī sagte: „Die kenntnisreichsten/wissendsten Personen sind drei: eine Person die kenntnisreich über Allah, aber nicht über Seine Gebote ist; eine Person welche kenntnisreich über Allahs Gebote, aber nicht über Ihm ist, und eine Person welche sowohl kenntnisreich über Allah als auch Seine Gebote ist. Eine Person welche kenntnisreich über Allah ist, ist jemand der Ihm fürchtet und eine Person welche kenntnisreich über Seine Gebote ist, ist jemand der weiß was geboten und was verboten ist.“ Es wurde in den al-Ṣaḥiḥ Sammlungen des ḥadiths vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – berichtet, dass er sagte: „Ich schwöre bei Allah, dass Ich hoffe unter euch der am meist furchtsamste gegenüber Allah und der am meist kenntnisreichste über Seine Gebote zu sein.“ Wenn jene welche Allah fürchten die am meist kenntnisreichsten Personen sind, dann sollten sie nicht Kritisiert/Bemängelt werden, denn sie vollziehen das wozu sie angehalten wurden. Dies wird durch die nachfolgenden Verse illustriert. Allah sagt: Da gab ihnen ihr Herr (als Offenbarung) ein: “Ganz gewiß werden Wir die Ungerechten vernichten. Und Wir werden euch ganz gewiß nach ihnen das Land bewohnen lassen. (Sure Ibrahim, Vers.13-14) Auch sagt Allah: Für jemanden aber, der den Stand seines Herrn fürchtet, wird es zwei Gärten geben (Sure al-Rahman, Vers.46) Jene die Allah fürchten sind in diesem Leben Ruhm und im Jenseits Belohnung zugesagt worden, da sie die Verpflichtungen vollziehen. Folglich bedingt die Furcht gegenüber Allah das vollziehen der Verpflichtungen. Dies wird zum fājir (ein Mensch des schlechten Betragens) gesagt, welcher nicht Allah fürchtet, wie durch die Bedeutung des folgenden Verses indiziert wird: Die Annahme der Reue obliegt Allah nur für diejenigen, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten bereuen[…] (Sure an-Nisa, Vers.17)

    Abu al-ʿĀliyah sagte, dass er die Gefährten Muḥammads über den Vers: „Die Annahme der Reue obliegt Allah nur für diejenigen, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten bereuen“, fragte und sie ihm erzählten, dass jeder der nicht Allah gehorcht unwissend ist und jeder der vor dem Tod bereut ein kurzfristiger Reuiger ist, was auch andere Interpreten sagten. Mujāhid sagte: „Jeder ungehorsame Person ist als Unwissend zu betrachten (zu jener Zeit in der er Ungehorsam ist).“ Al-Ḥassan (al-Baṣrī), Qatādah, ʿAṭā al-Suddī und andere sagten: „Sie werden nicht als Unwissend bezeichnet, weil sie im Zustand des Ungehorsam sind, sondern weil sie nicht erkennen das sie im Ungehorsam sind.“ Al-Zajjāj sagte: „Mit diesem Vers ist nicht gemeint, dass sie nicht Wissen das es schlecht ist, denn falls ein Muslim eine sündige Tat begeht und er dies nicht als eine sündige Handlung erkennt, so wird er als jemand betrachtet als wenn er es nicht getan hat.“ Wobei al-Zajjāj vorschlug, dass dieser Vers zwei mögliche Interpretationen hat. Eine ist, dass sie etwas Sündhaftes getan haben und nicht dessen schlechte Konsequenzen erkannt haben. Die andere Interpreation besteht darin, dass sie eine Sünde im Wissen ihrer schlechten Konsequenzen tun, indem sie das Diesseits dem Jenseits vorziehen. Demgemäß werden sie als Unwissend bezeichnet, für ihre Bevorzugung das geringere über dem ausgiebigen und ewigen Komfort zu erlangen. Al-Zajjāj betrachtete jahl entweder als das nicht Wissen der Konsequenzen vom Begehen der Sünde oder des schlechten Urteils. Beide Sachen sind miteinander verbunden. Diese Angelegenheit wird im Detail beim Dialog mit den Jahmiten besprochen.

    Dementsprechend kann gesagt werden, dass jemand der Ungehorsam gegenüber Allah ist Unwissend ist und jeder der Allah fürchtet ist Wissend und Gehorsam gegenüber Allah. Eine Person ist aufgrund der fehlenden Furcht gegenüber Allah unwissend. Denn falls er Ihm fürchtet, so würde er Ihm gegenüber nicht ungehorsam sein. Dies wird durch die Aussage von Ibn Mas’ud unterstützt: „Allāh zu fürchten ist das komplette Wissen und Allāh zu täuschen/betrügen ist die komplette Unwissenheit. Denn in der Tat, wenn man eine Wahrnehmung von Angst verspürt, dann zieht es nach sich, dass man davor flieht und wenn man eine Wahrnehmung von etwas hat, dass man begehrt, dann verfolgt man diese Sache. Wenn jemand nicht vor der Angst flieht und nicht nach seinen Wünschen verlangt, so zeigt es, dass man keine echte Wahrnehmung über diese Sache verspürt. Man kann Informationen darüber empfinden, aber dass man eine Wahrnehmung dieser Information empfindet und daran glaubt und es sogar Buchstabe für Buchstabe auswendig lernt, ist ein Unterschied zu der Wahrnehmung der Sache selbst. Ähnlich verhält es sich, wenn das wahrgenommen Einheit/Objekt weder begehrenswert noch verhasst ist, dann fängt man an zu glauben was für andere furchtsam ist sowie beliebt bei ihnen ist. So etwas läuft nicht auf das Entfliehen oder darum bitten hinaus. Dieselbe Sache trifft auf jemanden zu, welcher über etwas erwünschten oder verhassten informiert wird. Der Informant erzählt keine Lüge, vielmehr wird seine Wahrhaftigkeit festgestellt. Jedoch ist sein Herz mit anderen Angelegenheiten beschäftigt, nämlich über die Wahrnehmung außerhalb worüber er informiert wurde. Das Resultat von all diesen bringt weder das Fliehen noch Verlangen mit sich.

    Gemäß einer sehr bekannten Aussage von al-Ḥasan al-Baṣri sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm: „Wissen ist von zwei Arten: das Wissen des Herzens und das Wissen der Zunge. Das Wissen des Herzens ist dienlich, während das Wissen der Zunge ein Beweis für Allah gegen Seine Diener ist.“

    Abu Mūsā berichtete, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Das Gleichnis desjenigen Gläubigen, der den Qur´an rezitiert und nach ihm handelt, ist das einer Zitrusfrucht, welche wohlriecht und gut schmeckt. Und das Gleichnis desjenigen Gläubigen, der den Qur´an nicht rezitiert, aber nach ihm handelt, ist das einer Dattel, die gut schmeckt, aber keinen Duft hat. Und das Gleichnis eines Heuchlers, der den Qur´an rezitiert, ist das einer Zitronenmelisse (Raihana), die wohlriecht, aber bitter schmeckt. Und das Gleichnis eines Heuchlers, der den Qur´an nicht rezitiert, ist das einer Koloquinte (Handala), die bitter schmeckt und gar keinen Duft hat.“ Dies wurde in Ṣaḥiḥ Muslim und Ṣaḥiḥ Bukhārī verzeichnet. Entsprechend dieses Ausspruchs ist der Heuchler welcher den Qur’ān rezitiert, es auswendiglernt und dessen Bedeutung versteht und eventuell daran glaubt das es die Worte Allahs sind und das der Gesandte die Wahrheit ist, nichtsdestotrotz nicht als Gläubigen zu betrachten.
    Die Juden wissen, dass es die Worte Allahs sind und das der Gesandte Wahrhaftig ist, genauso wie sie ihre eigenen Kinder kennen, doch sind sie nicht von den Gläubigen. Dasselbe gilt mit Iblīs (dem Teufel), Pharao und anderen. All solche Menschen werden nicht das komplette Wissen und Verständnis/Verständigkeit erreichen, denn dies würde notwendigerweise zur Folge haben das man dementsprechend sein Verhalten richtet. Zu demjenigen der kein Gebrauch von sein Wissen macht wird gesagt das er Ignorant ist, wie zuvor schon festgesetzt wurde.

    Was über das Wort „furcht“ (gegenüber Allah) gesagt wurde ist (ebenso) zutreffend auf das Wort al- ʿaql (Intellekt/Ratio/Verstand). Dieses Wort ist ein Verbalsubstantiv welches vom Verb ʿaqala (Intelligenz besitzen) abgeleitet ist. Folglich wird niemand als Intelligent bezeichnet, außer dem wer Kenntnis besitzt und gutes tut und das schlechte unterlässt. Deshalb sagen die Gefährten des Feuers, wie Allah sagt: “Hätten wir nur zugehört oder Verstand gehabt, dann wären wir nun nicht unter den Bewohnern des flammenden Feuers.” (Sure al-Mulk, Vers.10) Allah sagt über die Heuchler: […]Du würdest denken, sie seien eine Einheit, aber ihre Herzen sind uneinig. Dies (ist so), weil sie ein Volk sind, das keinen Verstand hat (Sure al-Hasr, Vers.14) Denn falls jemand etwas tut von dem er weiß es schadet ihn, dann würde solch eine Person kein Verstand/Intellekt besitzen. Weil die Furcht vor Allah Ihm zu kennen bedingt, dann bedingt Ihm zu kennen die Furcht vor Ihm, was wiederrum den Gehorsam gegenüber Ihm bedingt. Demgemäß wird derjenige der Allah fürchtet das tun was auch immer Er befiehlt und von dem Abstand nehmen was Er verbot. Dies ist es, was wir zu klassifizieren zu beabsichtigten. Die Aussage Allahs unterstützt diesen Punkt: So ermahne -, wenn die Ermahnung nützt. Bedenken wird jemand, der gottesfürchtig ist. Meiden aber wird es der Unseligste, der dem größten (Höllen)feuer ausgesetzt sein wird. (Sure al-A’la, Vers.9-12)

    In diesen Versen sagt Allah, dass wer auch immer Ihn fürchtet Gedenken wird. Das Gedenken bedingt das Ihm Anbeten. Allah sagt: Er ist es, Der euch Seine Zeichen zeigt und euch vom Himmel Versorgung herabsendet, doch bedenkt nur, wer sich (Allah) reuig zuwendet. (Sure Gafir, Vers.13) Und Er sagt: zur Einsicht und Ermahnung für jeden reuigen Diener. (Sure Qaf, Vers.8) Deshalb erklärten viele der Exegeten Seine Aussage „Bedenken wird jemand, der gottesfürchtig ist“, das es bedeutet, dass lediglich jene welche Allah fürchten eine Lehre vom Qur’ān nehmen werden. Auch interpretieren sie Seine Aussage: , doch bedenkt nur, wer sich (Allah) reuig zuwendet“, mit der Bedeutung, dass lediglich jener bedenkt der sich Allah Gehorsam zuwendet. Dies, weil das bedenken das zu tun bedingt wozu man ermahnt wurde zu tun. Wenn z.B. jemand etwas Gedenkt was er mag so verfolgt er es, doch falls er etwas nicht mag, so flieht er davor. Auch sagt Allah: Und gleich ist es in Bezug auf sie, ob du sie warnst oder sie nicht warnst; sie glauben nicht. (Sure Ya Sin, Vers.10)

    Allah, der Allmächtige, sagt: Du kannst nur jemanden warnen, der der Ermahnung folgt und den Allerbarmer im Verborgenen fürchtet. So verkünde ihm Vergebung und trefflichen Lohn. (Sure Ya Sin, Vers.11) Die Negierung der Warnung ist in Einklang mit der Aussage Allahs: Und gleich ist es in Bezug auf sie, ob du sie warnst oder sie nicht warnst; sie glauben nicht. (Sure Ya Sin, Vers.10) Die Warnung ist in gewisser Hinsicht bekräftigt und in anderen negiert worden. Das Warnen ist das informieren über furchtbare Dinge, da die Warnung gleich einer Belehrung/Anweisung und Bedrohung/Einschüchterung ist. Darum wird derjenige dem du Belehrst/Anweist lernen und sein Erlentes wird komplett/vollkommen sein. Ähnlich heißt es, dass Ich ihn anwies und er nicht lernen wollte und Ich ihm (daher) einschüchterte und ihm die Furcht überkam. Wohingegen derjenige der Eingeschüchtert ist, aber ihm die Furcht nicht überkommt, dessen Einschüchterung nicht komplett ist . Wie wenn man jemanden den rechten Weg zu jemanden zeigt und er die Leitung akzeptiert, sodann ist seine Führung komplett, wie in der Aussage Allahs: […]Rechtleitung ist für die Gottesfürchtigen. (Sure al-Baqara, Vers.2) Und zu jemanden dem der rechte Weg gezeigt wird, er es aber nicht akzeptiert, sagt Allah: Was aber die Tamud angeht, so wollten Wir sie rechtleiten, sie aber liebten die Blindheit mehr als die Rechtleitung[…] (Sure Fussilat, Vers.17) Schließlich wird eine Leitung nicht komplett sein, wie es gewöhnlich festgelegt ist: Du gibt’s einen Rat/Anweisung und es wird akzeptiert oder du gibt’s ein Rat/Anweisung und es wird abgelehnt.

    Eine vollkommene Ursache muss eine Folge/Wirkung haben. Doch ist es unvollkommen, wenn es keine Wirkung (womit die Folgebedingungen gemeint sind, d.h. was aus der Ursache notgedrungen entsprießt) hat. Ein Akt ist vollendet wenn es eine geeignete Fassung hat; andernfalls nicht. Über etwas Wissen zu besitzen was man begehrt bedeutet es anstreben zu wollen. Ähnlich über etwas Wissen zu haben was man nicht begehrt bedeutet es zu unterlassen. Diese Art des Wissens wird al-dāʿi (der Suchende) genannt. Es wird dem Sucher (des Wissens) nachgesagt, dass er mit Hilfe der Erkenntnis die Existenz der Dingen fordert/voraussetzt, welches er als Bedingung anstrebt. Dies ereignet sich unter der Bedingung, dass man eine gute Absicht hat. Falls jemand eine schlechte Absicht hat, wird er selbst die angenehmen Dinge nicht genießen, eher wird er durch sie verletzt. Stattdessen genießt er aufgrund seiner üblen Absicht das was schädlich ist. Tatsächlich impliziert die üble Absicht sowohl Praktische als auch Mentales Vermögen und sowohl äußerliches als auch innerliches (Vermögen), gleich einer kranken Person welche alles was er schmeckt als Bitter empfindet, selbst Honig. Seine Sinne/Wahrnehmung ist bis zu dem Punkt beschädigt, sodass er nicht mehr die Dinge so wahrnimmt wie sie sind. Dasselbe trifft auf jemanden zu dessen inneres Wesen korrumpiert ist. Allah sagt: Was sollte euch auch merken lassen, dass, wenn es tatsächlich käme, sie doch nicht glauben? Und Wir kehren ihre Herzen und ihr Augenlicht um, so wie sie das erste Mal nicht daran geglaubt haben. Und Wir lassen sie in ihrer Auflehnung umherirren. (Sure al-An’am, Vers.109-110)

    Auch sagt Allah: Und als Musa zu seinem Volk sagte: “O mein Volk, warum fügt ihr mir Leid zu, wo ihr doch sicher wisst, dass ich Allahs Gesandter an euch bin?” Als sie nun abschweiften, ließ Allah ihre Herzen abschweifen. Und Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht. (Sure as-Saff, Vers.5) Und Er sagt: Und (dass sie) sagten: “Unsere Herzen sind verhüllt (ghulf).” – Nein! Vielmehr hat Allah sie für ihren Unglauben versiegelt[…] (Sure al-Nisa, Vers.155) In diesem Vers ist der Begriff ghulf der Plural von aghulaf, ein Hülle/Schleier was in einem anderen Hülle/Schleier eingehüllt ist, genau wie bei einer nicht beschnittenen Person. Von daher bedeutet die Aussage der Ungläubigen dass ihre Herzen verhüllt sind, dass ihre Herzen eingehüllt erschaffen worden sind. Allah sagt als Erwiderung zu ihnen: Aber nein! Allah hat sie (zur Strafe) für ihren Unglauben verflucht. (Sure al-Baqara, Vers.88) Und: […] Vielmehr hat Allah sie für ihren Unglauben versiegelt; darum glauben sie nur wenig[…] (Sure al-Nisa, Vers.155) Ebenso sagt Allah: Und unter ihnen gibt es manche, die dir zuhören. Wenn sie aber von dir hinausgehen, sagen sie zu denjenigen, denen das Wissen gegeben worden ist: “Was hat er eben gesagt?” Das sind diejenigen, deren Herzen Allah versiegelt hat und die ihren Neigungen folgen. (Sure Muhammad, Vers.16)

    Die Ungläubigen sagen, wie Allah sagt: O Su´aib, wir verstehen nicht viel von dem, was du sagst[…] (Sure Hud, Vers.91) Darüber sagt Allah: Wenn Allah von ihnen etwas Gutes gewußt hätte, hätte Er sie wahrlich hören lassen[…] (Sure al-Anfal, Vers.23) D.h. Allah würde sie von dem was sie hörten verstehen lassen. Auch sagt Er: […] (Und wenn Er sie hätte hören lassen), so hätten sie sich dennoch widerstrebend abgekehrt. (Sure al-Anfal, Vers.23) Denn gewiss wurde ihre angeborene Natur korrumpiert. Folglich begreifen sie nicht. Auch wenn sie es verstanden hätten würden sie es nicht tun. Dementsprechend bestreitet Allah ihre intellektuellen und physischen Vermögen. Er sagt: Oder meinst du, daß die meisten von ihnen hören oder begreifen? Sie sind doch nur wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter vom Weg ab. (Sure al-Furqan, Vers.44) Auch sagt Allah: Wir haben ja schon viele von den Ginn und den Menschen für die Hölle erschaffen. Sie haben Herzen, mit denen sie nicht verstehen; sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen; und sie haben Ohren, mit denen sie nicht hören. Jene sind wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter ab. Jene sind (überhaupt) die Unachtsamen. (Sure al-A’raf, Vers.179) Und Er sagt: Das Gleichnis derjenigen, die ungläubig sind, ist wie jemand, der etwas nachschreit, was nichts hört außer Stimmen und Zurufen. Taub, stumm, blind; so begreifen sie nicht. (Sure al-Baqara, Vers.171) Und Er sagt das die Heuchler: Taub, stumm und blind: So werden sie nicht umkehren (Sure al-Baqara, Vers.18), sind.

    Einige Leute mögen sagen, dass sie vom hören, reden, sehen nicht profitieren würden und sie somit taub, stumm, blind erschaffen wurden. Und wenn sie sich vom hören, sehen und reden abkehren, werden sie wie die tauben, blinden und stummen werden. Das ist wirklich nicht so. Ferner wurden ihre Herzen blind, taub und stumm, wie Allah der Erhabene sagte: Denn nicht die Blicke sind blind, sondern blind sind die Herzen, die in den Brüsten sind. (Sure al-Hagg, Vers.46) Konsequenterweise wird das Herz als der König betrachtet und die anderen Organe als dessen Soldaten. Wenn dementsprechend das Herz rein ist wird der gesamte Körper rein sein und falls es verdorben ist wird der gesamte Körper verdorben sein. Deswegen würde man weiterhin die Laute mit Ohren hören, gleich einem Tier, doch wird er dessen Bedeutung nicht verstehen. Selbst wenn er etwas verstehen würde, dann würde er es trotz dessen nicht komplett begreifen/erfassen. Denn das komplette Erfassen bedingt eine Beeinflussung des Herzens durch jene Sache die geliebt wird und dem hass gegenüber dem was verabscheut wird. Wenn Menschen wie die Tiere die komplette Wahrnehmung/Erkenntnis nicht vollenden, dann wird es zulässig sie zu negieren. Denn gewiss ist das was nicht komplett umfasst/begreift wird negiert, wie in der Aussage des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – zu der Person welche ein Fehler während der Verrichtung des Gebets machte: „Gehe und Bete nochmal, du hast nicht korrekt gebetet.“ Schließlich ist der Imān negiert wenn er sich nicht im Herzen befindet.

    Allah hat die Gläubigen als jene charakterisiert deren Herzen sich regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt. Al-Ḍaḥḥāk verstand daraus, dass ihr Imān steigt und sich stärkt. Während al-Rabīʿ Ibn Anas es als Allah zu Fürchten auslegte. Ibn ʿAbbās interpretierte es als die Bestätigung des Glaubens an Allah. Die zwei Charakteristika des Fühlens eines Beben und die Stärkung des Glaubens eines Gläubigen sind in vielen Versen des Qur’ān erwähnt, wie z.B. wo Allah sagt: Ist es denn nicht Zeit für diejenigen, die glauben, dass ihre Herzen demütig (khushū) werden vor Allahs Ermahnung und vor dem, was von der Wahrheit herabgekommen ist, und daß sie nicht wie diejenigen sind, denen zuvor die Schrift gegeben wurde, es ihnen aber zu lang gedauert hat, und so ihre Herzen sich verhärtet haben? Und viele von ihnen sind Frevler. (Sure al-Hadid, Vers.16)

    Der Begriff khushū impliziert zwei Bedeutungen: Eine davon ist Demut und Ergebenheit/Unterwürfigkeit, während die andere Ruhe und Gelassenheit ist, welches eine Zärtlichkeit des Herzens im Gegensatz zur Härte bedingt. Deshalb impliziert ein demütiges Herz sowohl die Anbetung Allahs sowie Gelassenheit; folglich impliziert sich im Gebet zu demütigen sowohl Demut als auch Gelassenheit. Das im Vers verwendete Wort „Demut“: Denjenigen, die in ihrem Gebet demütig sind (Sure al-Mu’minun, Vers.2), bedeutet nach Ibn ʿAbbās, dass die Gläubigen in einem Zustand der Ergebenheit sind; entsprechend al-Ḥassan und Qatādah sind sie in einem Zustand der Furcht während dem Gebet gegenüber Allah. Ebenso sind sie nach Muqātil in einem Zustand der Demut. Nach ʿAlī Ibn Abī Ṭalib bedeutet dies: die Demut im Herzen, das die eigene Gesinnung gegenüber den muslimischen Kameraden liebevoll sein soll und das man sich während des Gebets nicht zur rechten oder linken dreht. Mujāhid meinte es bedeute den Blick und die Empfänglichkeit zu senken. Wenn ein Mann aufsteht und bereit zum beten ist, wird er in einem Zustand der eigenen Demut gegenüber Allah sein, sein Blick wird nicht wandern und er wird sich selbst über weltliche Angelegenheiten keine Gedanken machen.

    ʿAmr Ibn Dinār meinte, dass der Begriff khushū nicht nur die Verbeugung oder Niederwerfung bedeutet, sondern auch Gelassenheit und die Vollkommenheit der Ausführung im Gebet. Ibn Sīrīn und andere berichten das der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – und seine Gefährten während dem Gebet ihre Augen gen Himmel zu richten pflegten und sich zur rechten und linken drehten bis die folgenden Verse herabgesandt wurden, wo Allah sagt: Den Gläubigen wird es ja wohl ergehen, denjenigen, die in ihrem Gebet demütig sind. (Sure al-Mu’minun, Vers.1-2) Als dann richteten sie ihr Gesicht gen Richtung wo sie sich niederwarfen und ab diesem Zeitpunkt schaute niemand von ihnen zu irgendetwas anderem als dem Boden wo sie sich niederwarfen. ʿAṭā sagte im Gebet demütig zu sein bedeute keine Geste mit einem Teil des Körpers zu machen während dem Gebet. Als der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – einen Mann sah der eine Geste mit seinen Bart machte während des Gebets, sagte er: „Hätte er ein demütiges Herz würden alle Teile seines Körpers ebenso demütig sein.“ Der Begriff khushū wird inshāʿa Allah später erklärt werden.

    Ein Demütiger Körper entsprießt aus einen demütigen Herz, falls man nicht doppelgesichtig ist (d.h. nicht das äußerlich zeigen was sich im inneren befindet = Heuchler). Es wurde berichtet: „Suche Zuflucht bei Allah vor der Heuchelei der Demut“ (ein Demütigen Körper zu haben, aber kein Herz). Denn Allah drängt die Gläubigen Selbst, wie in Seiner Aussage: Ist es denn nicht Zeit für diejenigen, die glauben, daß ihre Herzen demütig werden vor Allahs Ermahnung und vor dem, was von der Wahrheit herabgekommen ist[…] (Sure al-Hadid, Vers.16) Er befehligt ihnen demütige Herzen zu haben wenn Allah und Sein Buch (Ermahnung) erwähnt werden. Er verbot ihnen auch so zu sein, wie jene denen die Offenbarung früher empfingen, doch als die Jahre vergingen ihre Herzen hart wurden. Allah sagt: […]diejenigen, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, und die in ihrem Glauben gestärkt sind […] (Sure al-Anfal, Vers.2)

    Allah sagt in einem anderem Vers: Allah hat die beste Botschaft offenbart, ein Buch mit gleichartigen, sich wiederholenden (Versen), vor dem die Haut derjenigen, die ihren Herrn fürchten, erschauert. Hierauf werden ihre Haut und ihr Herz weich (und neigen sich) zu Allahs Gedenken hin[…] (Sure az-Zumar, Vers.23) Folglich sind jene (also die Gläubigen) welche ihren Herrn fürchten von jenen die wenn Allah genannt wird ihre Herzen erschauern.

    Wenn gesagt wird es sei eine Verpflichtung ein demütiges Herz zu haben wenn Allah und Seine Offenbarung genannt werden, dann wird dies bejaht. Wobei die Leute welche in ihren Gebeten selbst demütig sind zu zwei Gruppen gehören. Eine nimmt einen mittleren Kurs ein und die anderen übertreffen andere in guten Taten. Letztere beinhaltet jene Leute welche wünschenswerte Handlungen vollziehen. Jedoch repräsentiert die erste Gruppe all jene Gläubigen welche das Paradies verdienen. Wer auch immer nicht zu einer dieser zwei Gruppen gehört schadet seiner Seele. Im folgenden gesunden ḥadith sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm: „O Allah, ich suche Zuflucht bei Dir vor dem nutzlosen Wissen, vor dem Herz, das nicht demütig ist, vor dem Selbst, das nicht befriedigt ist und vor dem Gebet das nicht angenommen wird.“

    Ebenso verurteilte Allah die Hartherzigkeit, was einem demütiges Herz entgegensteht, in vielen Versen des Qur’ān, wie Seine Aussage: Hierauf, nach alledem, verhärteten (qasat) sich dann eure Herzen, so dass sie wie Steine waren oder noch härter[...] (Sure al-Baqara, Vers.74) Az-Zajjāj meinte, dass das Verb qasat, im linguistischen sprechen, bedeutet das es trüb, dürr/herb und verdorrt/verwelkt wurde. Demgemäß impliziert die Hartherzigkeit ein fehlen an Zartheit, Barmherzigkeit und Demut des Herzens. Jene Person mit einem rauen/harten und schwachen Herzen jemand mit einem eingerosteten und verhärteten Herzen ist. Ibn Qutaybah sagte: „Die folgenden Verben – qasat, ʿasat und ʿatat – bedeuten allesamt yabisat (trocken werden).“ Die wohltuende/selige Macht des Herzens unterscheidet sich von der verurteilten Härte des Herzens. Denn in der Tat muss das Herz stark sein, nicht Hart; Zart sein, aber nicht schwach, wie in der Überlieferung welche besagt das die Herzen die Gefäße Allahs auf Seiner Erde sind; die am meist geliebten für Ihm sind die am meist beständigsten, mitfühlendsten/zärtlichsten und reinsten sind. Dies gleicht der Hand, die stark und dennoch zärtlich ist. Dies im Gegensatz zu dem verhärteten Stumpf, welcher trocken und es an Zärtlichkeit mangelt, auch wenn es Festigkeit besitzt. Allah, der Allmächtige, erwähnt dass das Herz zu der Zeit Seiner Gedenkung zittert. Der Imān wird sowohl im Wissen und in den Taten wenn das Buch Allah rezitiert wird zunehmen.

    Es ist notwendig seine gesamte Abhängigkeit/Vertrauen und Gehorsamkeit in Allah zu setzten für was man auch immer tun darf und was nicht. Die Grundlage dafür ist die Ausführung des Gebets, Zakah zu geben und die Erfüllung der restlichen fünf (Säulen), wie Allah befiehlt. Ein Diener Allahs hat Ihm mittels das vollziehen jener Sachen die Er befiehlt zu gehorchen, durch das erfüllen aller Verpflichtungen von denen eins das Gebet ist. Das Gebet, falls es verrichtet wird, haltet einen davon ab schlechtes zu begehen. Wie in der Autorität von Ibn Masʿūd und Ibn ʿAbbās berichtet wurde: „Das Gebet verbietet und haltet einen von Ungehorsam gegenüber Allah ab. Wessen Gebet ihn also nicht vom schlechten abhält, umso mehr er betet desto mehr ziehen ihm seine Gebete von Allah weg.“ Die Bedeutung des letzten Teils dieser Aussage „zieht ihm von Allah Weg“ ist, dass falls eine Person das obligatorische Gebet unterlässt es vom größeren Schaden ist als seine begangenen Taten. Das Unterlassen der obligatorischen Gebete treibt ihn weg von Allah, selbst wenn er einige der obligatorische Aufgaben durchführt, wie im folgenden gesunden ḥadith des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – festgelegt ist: „So ist das Gebet des Heuchlers. Es sitzt und betrachtet die Sonne, bis sie zwischen zwei Hörnern des Teufels steht. Dann verrichtet er das Gebet und macht vier Kniebeugungen worin er Allahs wenig dabei gedenkt.“ Allah sagt: Gewiss, die Heuchler möchten Allah betrügen, doch ist Er es, der sie betrügt. Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, stellen sie sich schwerfällig hin, wobei sie von den Menschen gesehen werden wollen, und gedenken Allahs nur wenig. (Sure an-Nisa, Vers.142) ʿAmmār berichtete, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Allah rechnet eventuell lediglich die Hälfte, ein Drittel oder sogar ein Zehntel von Seines Dieners Gebet auf. Denn wenn er betet hält er Allah nur wenig in Gedenken.“ Ibn ʿAbbās berichtet auch: „Du nimmst nichts von deinem Gebet mit, außer dass du Allah im Gedenken hältst.“ Allerdings wenn während des Gebets, man Allah ein wenig in Erinnerung hält, obgleich er nicht verpflichtet erneut zu beten, ist ihm befohlen worden den Verlust seines unvollständigen Gebets mittels der Ausführung anderer freiwilliger Taten zu ergänzen. Und es ist wohl bekannt, dass wer sich auch immer stark schütz/bewacht und in seinem Gebet sowohl innerlich als auch äußerlich demütig ist und Allah fürchtet, wie Er auferlegt, die Verpflichtungen vollziehen wird. Der Gläubige (Mu’min) wird nimmer eine kabīrah (große Sünde) begehen. Denn bei demjenigen der große Sünden begeht wie Unzucht, Diebstahl, oder Wein trinkt bedingt es die Natur der Sache das die Furcht, Demut und das Licht sein Herz verlassen werden, auch wenn er dennoch die Essenz des taṣdīq in seinem Herz besitzt. Das begehen einer großen Sünde wird seinen Imān von ihm entfernen. Dies wird durch die Aussage des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – indiziert: „Ein Mu’min, der Unzucht begeht, begeht dies nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen. Derjenige, der Diebstahl begeht, tut dies ebenfalls nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen.“ Denn gewiss sind jene die Allah fürchten, wie sie Allah in Seiner Aussage beschrieb: Diejenigen, die gottesfürchtig sind, – wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig. (Sure al-A’raf, Vers.201) Wenn folglich ein Gedanke von etwas schlechten das Herz des Gläubigen wiederfährt, so erinnern sie sich an Allah und wird Abstand von seinen Sünden nehmen.

    Saʿīd Ibn Jubayr sagte: „Wenn ein Gläubiger im Zustand der Rage Allah Gedenkt wird er sodann sein Groll unterdrücken.“ Layth berichtet auf der Autorität von Mujāhid: „Der Gläubige ist ein Mann der wenn er dabei ist eine Sünde zu begehen Allah gedenkt und sodann nicht die Sünde begeht. Lust und Zorn sind die Initiatoren der Sünde. Wer (darauf) Acht gibt nimmt (davon) abstand.“ Allah sagt hinsichtlich der Ungläubigen: Aber ihre (heidnischen) Brüder treiben sie dazu, im Irrtum fortzufahren, und dann lassen sie (darin) nicht nach. (Sure al-A’raf, Vers.202) Dies ist der Teufel welcher ihre Brüder tiefer im Irrtum treibt und sie lassen nimmer (darin) nach. Ibn ʿAbbās sagte: „Weder der Mensch noch der Teufel lassen von ihren Bestrebungen/Versuchungen ab.“ Wenn jemand demgemäß nicht Allah gedenkt wenn er beabsichtigt eine Sünde zu begehen, so sieht er nicht das Rechte; und der Teufel wird ihm Tiefer im Irrtum treiben. Er wird folglich gleich jemand sein: der wenn er seine Augen schließt unfähig dazu sein wird zu sehen, obgleich er nicht blind ist. Also wessen Herz voller Sünden ist wird nicht die Rechtschaffenheit sehen, obgleich er nicht blind ist, wie ein Ungläubiger.
    Aḥmad Ibn Ḥanbal berichtet aus den Buch des ḥadiths auf der Autorität von Yaḥyā von Ashʿath von al-Ḥassan (al-Baṣrī), dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Der Imān wird entfernt von ihm und wenn er bereut wird es ihm wiederhergestellt/erneuert.“ Auch sagte Aḥmad, dass Yaḥyā auf der Autorität ʿAwf berichtet, dass al-Ḥassan sagte: „Der Imān wird von ihm fernbleiben solange er fortführt Sünden zu begehen; falls er Überdenkt wird der Imān zu ihm zurückkehren.“ Aḥmad setzte auch auf der Autorität von ʿAbd al-Raḥmān Ibn Mahdī von Ibrāhīm Ibn Muhājir von Mujāhid von Ibn ʿAbbās fest, dass er zu seinen ghulmān (jungen) sagte: „Wer von euch sich wünscht zu heiraten, dem werden wir es arrangieren. Hinzu kommt das wenn jemand von euch ein Akt der Unzucht begehen will, Allah ihm des Licht des Imān berauben wird. Wenn Allah den Imān bei ihm wiederherzustellen will , dann wird Er; doch wenn Er ihm davon berauben möchte, dann wird Er.“

    Abu Dāʿūd al-Sijistānī sagte das ʿAbd al-Wahāb Ibn Najdah auf der Autorität von Baqiyyah Ibn al-Walīd von Ṣafwān Ibn ʿAmr von ʿAbd Allah Ibn Rabīʿah al-Ḥaḍramī berichtet, dass er ihm informierte von Abu Huraryrah, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – zu sagen pflegte: „Imān gleicht einem Gewand, man zieht es an zu einer Zeit und nimmt es ab zur anderen.“ Es wurde auch von ʿUmar mit einem vollständigen isnād berichtet. Zusätzlich wurde es berichtet auf der Autorität von al-Ḥassan vom Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – in Form eines ḥadith mursal. Unterstützt wird dieser Punkt durch eine Aussage des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – die von Abu Huraryrah berichtet wurde: „Wenn der Unzüchtige Unzucht begeht wird der Imān ihn verlassen und wird wie ein Schatten. Falls er das Sünden aufgibt dann wird der Imān ihm wiederhergestellt/erneuert.“ Die Übertragung dieses ḥadith ist marfūʿ. Dies wird später, inshāʿa Allah, gänzlich erörtert werden.

    [Fortsetzung Folgt - So Allāh will - mit der Relation zwischen Gehorsam und Ungehorsam hinsichtlich des Imān]



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