

Imān und Islām angeführt im Qur’ān
Der Begriff Imān wird im Qur’ān (sowohl) allein und nicht in Verbindung mit dem Begriff Islām noch mit der Phrase „rechtschaffende Handlung“ oder anderer solcher Begriffe oder Phrasen angeführt. Manchmal wird der Begriff Imān im direkten Zusammenhang zum Begriff Islam erwähnt, wie im ḥadith von Gabriel indiziert wird: „Was ist Islām und was ist Imān?“, und in Allah’s Aussage: “Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die Gläubigen (Mu’min) Männer und die Gläubigen (Mu’min) Frauen[…]“ (Sure al-Ahzab, Vers.35) Und auch sagt Er: “Die Wüstenaraber sagen: „Wir glauben (Amāna).“ Sprich: „Ihr glaubt nicht“, sagt vielmehr: „Wir haben den Islam angenommen“.” (Sure al-Hugurat, Vers.14) Auch sagt Allah: “Und so ließen Wir wer in ihr gläubig war, fortziehen. Da fanden wir in ihr aber nur ein (einziges) Haus von (Allah) Ergebenen.” (Sure ad-Dariyat, Vers.35-36) Der Begriff Iman wurde auch in Zusammenhang der Phrase „rechtschaffene Werke“ erwähnt, wie aus etlichen Versen des Qur’ān ersichtlich wird. Beispielsweise: Allah, der Erhabene, sagt: “Gewiß, diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun[…]” (Sure al-Baqara, Vers.277)
Der Begriff Imān kann ebenso mit jenen denen Kenntnis gegeben wurde (al-Ladhina utu al-Illm) verbunden sein. Allah sagt: “Und diejenigen, denen Wissen und Glauben gegeben worden ist, sagen[…]” (Sure ar-Rum, Vers.56) Allah sagt auch: ” […] so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen[…]” (Sure al-Mugadala, Vers.11) Wann immer Er jene erwähnt die an Ihm glauben, so sind auch jene denen Wissen gegeben wurde mitinbegriffen; denn sie sind die besten der Gläubigen. Allah sagt: “[…]Und diejenigen, die im Wissen fest gegründet sind, sagen: “Wir glauben daran; alles ist von unserem Herrn.” (Sure al-Imran, Vers.7) Ebenso sagt Allah: “Aber diejenigen unter ihnen, die im Wissen fest gegründet sind, und die Gläubigen glauben an das, was zu dir (an Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt wurde[…]” (Sure an-Nisa, Vers.162)
Der Begriff al-Mu’minūn (die Gläubigen) ist auch im Qur’ān in Zusammenhang mit jenen erwähnt worden welche die Jüdische, Christliche und Säbier Religion befolgen. Allah sagt: ” Gewiss, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Säbier – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.” (Sure al-Baqara, Vers.62) Auf diese Weise differenzierte Allah im ersten Teil des Verses zwischen den Gläubigen und den anderen drei Gruppen. Wobei im zweiten Teil des Verses „wer immer an Allah glaubt“ der Begriff „Imān (Wortwörtlich. Amāna)“ im Allgemeinen jene Anspricht welche an dem Qur’ān glauben, welche den Jüdischen Skripten, den Christen und Säbier folgen. Diese Generalisierung wird auch in der Aussage Allahs angeführt: Gewiß, diejenigen aber, die glauben und rechtschaffene Werke tun, das sind die besten Geschöpfe. (Sure al-Baiyina, Vers.7) Diese Angelegenheit wird inshā’a Allah später vollständig erörtert.
Die hier beabsichtigte Differenz ist eine Sache der Verallgemeinerung und Spezifizierung der äußeren und inneren Aspekte des Imān. Jedoch ist die Verallgemeinerung der religiösen Gemeinschaften (wie zuvor in Sure al-Baqara, Vers.62 zitiert wurde) eine andere Angelegenheit. Wann immer Allah Imān gemeinsam mit Islām erwähnt, so bezieht sich letzteres auf die äußerlichen Akte (d.h. zu bezeugen das niemand der Anbetung würdig ist, außer Allah und das Muhammad Sein Gesandter ist, das Gebet zu verrichten, die Zakah zu entrichten, im Monat Ramaḍān zu Fasten und die Pilgerfahrt zu vollziehen). Hingegen betrachtet Er den Imān als das was im Herzen an glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an dem Tag des Urteils vorhanden ist. Diese Unterscheidung ist in den von Aḥmad (Ibn Ḥanbal) berichteten ḥadith von Anas bekräftigt, worin der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Islām ist etwas Äußerliches und der Imān ist etwas Inneres bzw. im Herzen.“
Wann immer dementsprechend der Begriff Imān alleine angeführt wird impliziert es sowohl den Islām als auch die rechtschaffenen Handlungen, wie im ḥadith über die Zweige/Stufen des Imān erwähnt wird: „Imān besteht, aus mehr als sechzig oder siebzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und die niedrigste Stufe die vorhanden ist, ist ein Hindernis von der Straße zu beseitigen. Auch das Schamgefühl ist eine Stufe des Imān.“ Dies gilt für alle Aussagen des Propheten, in denen alle rechtschaffenen Handlungen als Bestandteil des Imān erwähnt wurden.
Falls der Imān durch das Aufgeben der rechtschaffenen Handlungen negiert wird, so werden sie sodann als obligatorisch für den Imān betrachtet. Doch wenn die Tugend von jemandes dessen Rechtschaffenheit erwähnt wird, so werden diese Rechtschaffenen Handlungen als etwas wünschenswertes für den Imān betrachtet, vorausgesetzt das sein Glaube nicht negiert wird. Denn Allah und Sein Gesandter negieren nicht eine Verpflichtung die sie befohlen haben, außer jemand scheitert daran ein Aspekt dieser Verpflichtung auszuführen. Z.b. sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm: Kein Gebet ist vollständig, ohne die Rezitation der umm al-Quran (also Fatiha) und niemand kann mit wahren glauben beschrieben werden der keine Loyalität hat und keine Religion ist vollständig für jemanden der nicht seine Verpflichtungen einhält.“
Falls jemandes Tat als mehr erstrebenswerter in der Anbetung als eine andere Tat betrachtet wird, so wird die Anbetung nicht negiert, wenn die erwünschte Handlung Mängel hat. Würde dies der Wahrheit entsprechen, dann wäre es möglich von all den Gläubigen den Titel des Imam, das Gebet, die Wohltätigkeit und die Pilgerfahrt zu negieren, da es Handlungen gibt welche besser als andere sind und niemand kann die rechtschaffenen Taten in derselben exakten (und vollkommenen) Weise vollziehen wie es der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – tat, selbst rechtschaffene Person wie Abu Bakr und Umar (vermögen es nicht auf dieselbe vollkommene Art und Weise wie der Prophet es zu tun pflegte auszuführen). Wenn wir also diese rechtschaffenen Taten von diesen Individuen negieren würden, da sie sie nicht perfektionieren können, dann können wir sie auch von allen Muslimen aus der gesamten Geschichte negieren. Und zu solch einer Schlussfolgerung gelangt eine Weise Person nicht.
Daraus folgt, dass es der Wahrheit entspricht zu sagen, dass die Vollkommenheit des Glaubens negiert wird, wenn jemand daran scheitert einen Teil einer Verpflichtung auszuführen für dessen Vernachlässigung/Versäumung er zu tadeln oder zu bestrafen ist. Doch trifft dies nicht auf dem Fall zu, wenn jemand daran scheitert eine wünschenswerte Handlung auszuführen. Dies wird unterstützt durch den Befehl des Propheten zu einen Araber welcher das Gebet nicht auf der richtigen Art und Weise vollzog; der Prophet sagte: „Gehe zurück und bete, denn du hast nicht gebetet!” Auch befahl er dem Mann welcher alleine das Gebet, hinter der Gebetsreihe verrichtete das Gebet zu wiederholen: „Es gibt kein Gebet für denjenigen der hinter der Reihe allein betet.“ Fürwahr sagte dies der Prophet, weil beide Männer eine obligatorische Handlung unterließen. Überdies wird das durch die folgende Aussage Allahs unterstützt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen. (Sure al-Hugurat, Vers.15) Diese Aussage indiziert, dass das Trachten (in der Sache Allahs) eine Verpflichtung ist und die Zweifel aufzugeben eine Verpflichtung ist. Aus dieser Aussage wird klar dass auch wenn der Jihād, das Trachten in der Sache Allahs, als eine Verpflichtung betrachtet wird welche von manchen Gläubigen vollzogen werden muss, ihnen allesamt befohlen wurde an seinen obligatorischen Akt zu glauben und die wahre Absicht zu besitzen sich wann immer es nötig wird (danach) zu streben. Denn der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagte: „Wer auch immer stirbt, ohne gekämpft zu haben, oder beschlossen haben zu kämpfen, stirbt den Tod eines Heuchlers.” (Berichtet von Muslim) Dies bedeutet dass derjenige welcher keine Absicht hat in der Sache Allahs zu trachten eine gewisse Stufe von Heuchelei besitzt. Es ist umabdingbar das ein Gläubiger mindestens ein Aspekt des Jihād praktizieren muss.
Allah sagt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen, die das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, ausgeben. Das sind die wahren Gläubigen. (Sure al-Anfal, Vers.2-4) All die genannten Handlungen (im Vers) sind obligatorisch. Also ist das sich Verlassen auf Allah (d.h. auf Allah zu Vertrauen) eine große Verpflichtung, gleich der Aufrichtigkeit gegenüber Allah und die Liebe zu Ihm und Seinen Gesandten. Genauer genommen ist Sein Befehl das „Vertrauen in Ihm zu setzen“ noch mehr als die durchführung der rituellen Waschung und ein Bad im Zustand der Unreinheit zu nehmen hervorgehoben worden. Dagegen ist das Vertrauen in jemand anderen als Allah zu setzen untersagt. Denn Allah sagt: [...]So diene Ihm und verlasse dich auf Ihn. (Sure Hud, Vers.123). Auch sagt Allah: Allah – es gibt keinen Gott außer Ihm. Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen. (Sure at-Tagabun, Vers.13) Er sagt auch: Wenn Allah euch zum Sieg verhilft, so kann euch keiner besiegen. Doch wenn Er euch im Stich lässt, wer ist es denn, der euch dann, nach Ihm, noch helfen könnte? Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen. (Sure al-Imran, Vers.160) Allah sagt auch: Und Musa sagte: “O mein Volk, wenn ihr wirklich an Allah glaubt, dann verlasst euch auf Ihn, wenn ihr (Ihm) Ergebene seid.” (Sure Yunus, Vers.84)
Allah sagt: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt[…] (Sure al-Anfal, Vers.2) Es wird gesagt das die Präsenz einiger Absichten und Taten in jemandes Herz eine beständige Notwendigkeit für den glauben an Allah ist. Dies bedeutet, dass ein Gläubiger kontinuierlich diese Taten vollzieht ohne sich sonderlich zu bemühen dies zu tun. Jedoch indiziert die Absenz dieser Absichten und Taten das der wahre Iman nicht im Herz zustande gekommen ist. Dies wird durch die folgenden Aussage von Allah illustriert: Du findest keine Leute, die an Allah und den Jüngsten Tag glauben und denjenigen Zuneigung bezeigen, die Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandeln, auch wenn diese ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Sippenmitglieder. Jene – in ihre Herzen hat Er den Glauben geschrieben und sie mit Geist von Sich gestärkt[…] (Sure al-Mugadala, Vers.22) Diese Aussage indiziert, dass du nimmer jemals einen Gläubigen finden wirst, welcher jene Liebt die Allah und Seinen Gesandten entgegenstehen. Denn der Iman an sich schließt die Liebe für jene welche Allah und Seinem Gesandten entgegenstehen aus, gleich wie Opponenten sich gegenüber stehen. Falls also im Herzen Iman vorhanden ist, ist dessen Gegenstück, nämlich die Liebe zu jenen welche Allah und Seinen Gesandten entgegenstehen negiert worden. Gleich wenn jemand jene welche Allah und Seinen Gesandten liebt, so ist seine Liebe ein Anzeichen dafür das es seinen Herz am wahren glauben fehlt/mangelt.
Ähnlich Seiner Aussage im folgenden Vers : Du siehst viele von ihnen diejenigen, die ungläubig sind, zu Vertrauten nehmen. Fürwahr, wie schlimm ist, was sie sich selbst vorausgeschickt haben; (es ist,) daß Allah ihnen gegenüber Sein Missfallen zeigt; und ewig werden sie in der Strafe bleiben. Wenn sie an Allah und den Propheten und das, was zu ihm (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, glauben würden, hätten sie sie nicht zu Schutzherren genommen. Aber viele von ihnen sind Frevler. (Sure al-Ma’ida, Vers.81). Darin ist ein Bedingungs-/Konditionalsatz enthalten welcher erfordert das wenn eine Voraussetzung vorhanden ist, dass (dann) ein Bedingungssatz durch den arabischen Partikel „law[1]“ eingeführt wird, was bedeutet falls es mit den Bedingungssatz vereinigt ist, es die Negierung des Bedingungssatz erfordert. Denn Allah sagt: Wenn sie an Allah und den Propheten und das, was zu ihm (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, glauben würden, hätten sie sie nicht zu Schutzherren genommen. (Sure al-Ma’ida, Vers.81) Dies indiziert, dass der vorher aufgeführte Iman die Ungläubigen als Freunde und Schutzherrn zu nehmen ausschließt. Es indiziert auch das der Iman nicht zusammen mit die Ungläubigen als Freunde und Beschützer zu nehmen in jemandes Herz gefunden werden kann. Weiterhin indiziert es, dass das Herz von jemanden welcher die Ungläubigen als Freunde oder Beschützer nimmt frei vom wahren Glauben an Allah, Seinen Propheten und an dem was ihm offenbart wurde ist.
Ebenso sagt Allah: O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen[…] (Sure al-Ma’ida, Vers.51) In der Tat meint Allah in diesen Versen dass derjenige welcher sie (die Juden und Christen) als Freunde nimmt kein Gläubiger ist. Er bestätigt des Weiteren, dass derjenige welcher ein Freund von ihnen ist, einer von ihnen ist. Denn Gewiss sind die im Qur’an enthaltenden Verse in Harmonie zueinander und unterstützen sich gegenseitig. Allah sagt: Allah hat die beste Botschaft offenbart, ein Buch mit gleichartigen, sich wiederholenden (Versen), vor dem die Haut derjenigen, die ihren Herrn fürchten, erschauert[…] (Sure az-Zumar, Vers.23) Er (Allah) sagt auch: Nur (innamā) diejenigen sind Gläubige, die an Allah und an Seinen Gesandten glauben, und diejenigen, die, wenn sie in einer für alle wichtigen Angelegenheit bei ihm sind, nicht eher fortgehen, als sie ihn um Erlaubnis (dazu) gebeten haben. […] (Sure an-Nur, Vers.62) Dies ist ein Hinweis darauf, dass das weggehen ohne nach der Erlaubnis des Propheten zu suchen nicht erlaubt ist. Man sollte nicht eher weggehen bis zur Ersuchung der Erlaubnis, denn in der Tat hat jemand der sich von der Präsenz des Propheten abwendet ohne nach der Erlaubnis zu suchen, etwas von dem aufgibt was ihm über den Iman auferlegt wurde. Wenn dies also tut, so würde dies den Iman negieren. Das liegt daran, weil der Partikel innamā[2] (ungefähr: nur) das obligatorische bekräftigt und den Rest negiert.
Manche unter den uṣuliyyūn (religiöse Autoritäten) sagten, dass der Partikel inna[3] in der Grammatik zur Bekräftigung und der Partikel mā (ungefähr: nicht) für die Negierung benutzt wird. Wenn beide dieser Partikel zusammenwirkend erwähnt werden, dann indizieren sie beides, also Bekräftigung/Zustimmung und Negierung. Wobei dies nicht so bei den arabischen Grammatikern ist. Jene welche von dieser Angelegenheit Kenntnis besitzen wissen genau, dass der Partikel mā mā al-kāffah genannt wird und es inna und dessen Schwestern von der Regelung ausschließt. So spezialisiert sich inna in der Regelung der Nominalsätze, doch wenn es sich mit mā verbindet, dann ist dessen grammatikalische Funktion aufgehoben. Deshalb können jetzt bei inna gemeinsam mit mā sowohl Nominal- als auch Verbalsätze simultan vorausgehen. Als Resultat davon haben sich sowohl die Funktion als auch Bedeutung von inna durch das anhängen von mā geändert. Dieselbe grammatikalische Regel wird auch auf andere ähnliche Partikel, wie z.B. ka’annamā (als wenn/wie wenn/als ob) angewendet
Ähnlich sagt Allah: Und sie sagen: “Wir glauben an Allah und an den Gesandten, und wir gehorchen.” Hierauf, nach diesem (Wort), kehrt sich eine Gruppe von ihnen ab. Diese da sind nicht die Gläubigen. Und wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, wendet sich sogleich eine Gruppe von ihnen ab. Wenn aber das Recht auf ihrer Seite ist, dann kommen sie zu ihm, bereit, sich zu unterwerfen. Ist denn in ihren Herzen Krankheit, oder haben sie etwa Zweifel, oder befürchten sie, daß Allah gegen sie ungerecht sein könnte, und (auch) Sein Gesandter? Nein! Vielmehr sind eben sie die Ungerechten. Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, daß sie sagen: “Wir hören und gehorchen.” Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht. (Sure an-Nur, Vers.51)
Es entspricht der Wahrheit, wenn man sagt ein wahrer Gläubiger jener ist der die Verpflichtungen vollzieht und sich von den verbotenen Handlungen fernhält. Denn Allah sagt: Das sind die wahren Gläubigen[…] (Sure al-Anfal, Vers.4) Und Er erwähnte nicht mehr als fünf Erfordernisse für den glauben. In einen anderen Vers sagt Allah: Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen. (Sure al-Hugurat, Vers.15) Ebenso sagt Allah: […]Diejenigen, die dich um Erlaubnis bitten, das sind diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben[…] (Sure an-Nur, Vers.62)
Die Frage welcher hier entsteht ist, ob der Glaube lediglich fünf Erfordernisse besitzt? Dazu gibt es zwei Antworten: die Annahme besteht darin, dass die fünf erwähnten Erfordernisse das nicht genannte implizieren. Denn Allah erwähnte die folgenden Erfordernisse: deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird; wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt; die sich auf ihren Herrn verlassen; die das Gebet verrichten; und von dem, womit Allah sie versorgt haben, ausgeben. Es ist offenkund, dass diese fünf Erfordernisse unspezifische Handlungen erfordern/bedingen. Wie z.B. deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, impliziert das man Ihm wahrnimmt und fürchtet. Die Interpreten des Qur’an erörterten das die Verben wajilat und fariqat (Furcht) beide „Allah zu fürchten“ bedeutet. Ibn Mas’ūd liest in seiner Leseart des Qur’an fariqat anstelle von wajilat: „Deren Herzen sich vor Ehrfurcht (fariqat) regen, wenn Allahs gedacht wird.“ Dies ist gültig. Denn die Bedeutung von al-wajal, im linguistischen sprechen, ist khawf (Furcht) in Übereinstimmung mit der Aussage: „die Rötung der Schüchternheit und die Blässe der Furcht.“ Allah sagt: Und die geben, was sie geben, während ihre Herzen sich (davor) ängstigen (wajilatun), weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden. (Sure al-Mu’minun, Vers.60) Ā’isha fragte: „Oh Gesandter Allahs! Wird jemand der unzüchtig ist und Stiehlt dabei Furcht oder die Ahndung (Strafe) fühlen?“ Der Prophet antwortete darauf: „Nein, Tochter des al-Ṣiddīq[4], es ist jemand (also jemand der Allah fürchtet) welcher Betet, Fastet und von dem womit sie versorgt wurden Spendet und fürchtet (das diese rechtschaffenen Taten) nicht von ihm akzeptiert werden.“
Al-Suddī erörterte den Qur’ān Vers: „Deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird“, dass es sich auf jenen bezieht der wann auch immer er etwas beabsichtigt und versucht etwas Schad volles zu tun, sich davon enthält bzw. davon fernhält es zu tun. Allah, der Erhabene, sagt: Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, so wird der (Paradies)garten (ihm) Zufluchtsort sein. (Sure an-Nazi’at, Vers.70-71) Ähnlich, wie Seine Aussage: Für jemanden aber, der den Stand seines Herrn fürchtet, wird es zwei Gärten geben. (Sure al-Rahman, Vers.46) Mujāhid[5] und andere Exegeten sagten: „Ein Mann beginnt eine aufsässige Handlung auszuführen, wobei ihm dann unmittelbar einfällt (bzw. er denkt daran), dass er Allah gegenübersteht/vor Allah steht und er sodann aus Furcht gegenüber Allah vom Vollzug dieser Handlung ablässt.“
Da „dass deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird“ Furcht und Besorgnis (im Sinne von der Wahrnehmung Allahs) impliziert, dann erfordert dieses Gefühl von jemanden das zu tun, was Er befohlen hat und sich von dem was Er verboten hat fernzuhalten/ dies zu unterlassen. Sahl Ibn ʿAbd Allah[6] sagte: „Es existiert keine Barriere zwischen Allah und Seinem Diener, welche dicker ist als in keinen Bedürfnis zu Allah zu sein und es existiert kein Pfad welcher näher zu Allah ist, als Bedürftig zu Ihm zu sein.“ Die Essenz des Guten liegt sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits in der Furcht gegenüber Allah, wie durch Seine Aussage indiziert wird: Und als sich in Musa der Zorn beruhigt hatte, nahm er die Tafeln. In ihrer Schrift ist Rechtleitung und Barmherzigkeit für die, die vor ihrem Herrn Ehrfurcht haben. (Sure al-A’raf, Vers.154) Dieser Vers indiziert das Rechtleitung und Barmherzigkeit für jene welche Ihren Herrn fürchten bestimmt sind.
Mujāhid und Ibrāhīm[7] sagten: „Derjenige der Allah fürchtet ist jemand der beabsichtigt eine Sünde zu begehen, sich (sodann) an Allah erinnert und unvermittelt davon ablässt/es unterlässt.“ Dies wurde bei Ibn Abī Dunyā berichtet über die Autorität von Ibn al-Ja’d[8], über die Autorität von Shu‘bah[9], über die Autorität von Manṣūr[10]von beiden von ihnen. Der folgende Vers des Qur’ān zeigt dies aus: Für jemanden aber, der den Stand seines Herrn fürchtet, wird es zwei Gärten geben. (Sure al-Rahman, Vers.46) Demgemäß sind jene welche Ihren Herrn Fürchten jene welche es wohlergehen wird, wie Allah in der Aussage festlegt: Jene verfahren nach einer Rechtleitung von ihrem Herrn, und das sind diejenigen, denen es wohl ergeht. (Sure al-Baqara, Vers.5) Sie sind die Gläubigen und die Gottesfürchtigen, welche in der Aussage Allahs erwähnt worden sind: Alif-Lam-Mim. Dieses Buch, an dem es keinen Zweifel gibt, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen. (Sure al-Baqara, Vers.1-2) Er erwähnte auch im Vers des al-Birr (Rechtschaffenheit/Frömmigkeit: […]das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen. (Sure al-Baqara, Vers.177) Sie sind diejenigen welche der Rechtleitung des Buches befolgen, wie in Allahs Aussage aufgezeigt wird: Wer Meiner Rechtleitung folgt, der geht nicht irre und wird nicht unglücklich. (Sure Ta Ha, Vers.123) Demgemäß ist jemand der nicht von der Leitung abweicht ein Befolger von Allahs Rechtleitung und jemand der nicht in Unglück fällt ist gesegnet. Dies sind die Anhänger/Befolger des geraden Pfades denen Allah Seine Gnade beschert. Dazu gehören die Propheten, Rechtschaffenen, Märtyrer und Tugenden Leute, deren Pfad nicht Groll ist, noch in die Irregehen werden. Dementsprechend verdienen sie das Paradies ohne Bestrafung, denn sie sind die wahren Gläubigen.
Quelle: http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-3/ & http://at-tanzil.de/aqida/iman/iman-...-ihsan-teil-4/
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[1] Die Semitischen Sprachen haben Konjunktionen in drei Stufen der Möglichkeiten eingegliedert bzw. zwischen ihnen unterschieden: die Konjunktion „falls/wenn“ welches drei verschiedene Möglichkeiten gibt. 1. Idha drückt eine Gewissheit aus bzw. etwas was mit hoher Wahrscheinlichkeit geschehen wird, wie u.a. wenn man sagt „Falls deine Kinder dein Essen verweigern, so fühle dich nicht abgelehnt“. Dies ist ein „Falls/Wenn“ was mit Sicherheit eines Tages geschehen wird; denn jedes Kind verweigert das Essen manchmal. 2. Das „Law“ ist ein „falls/wenn“ der Unmöglichkeit/so gut wie, wie u.a. „Falls der Himmel Lila wäre“, oder „Falls es in der Sahara regnet“. 3. Und dann gibt es ein „falls/wenn“ von realen Zweifeln, d.h. vielleicht oder vielleicht auch nicht, wie wenn eine Schwangere Frau sagt: „Wir wissen nicht, ob es ein Mädchen oder Junge wird“, oder „Ich weiß nicht, ob ich um 20.00 Uhr beim Treffpunkt bin.“
[2] Innamā hingegen ist ein Partikel zur Einschränkung (Ḥarf Ḥaṣr) welcher das Gesagte verstärkt und alles was außer ihm ist ausschließt. Es bedeutet also soviel wie „nur“. Dabei kann es eine absolute Einschränkung darstellen, wie z.B. in der Aussage des Propheten „Innamā al-Aʿmālu bil-Niyāt“, welche die Gültigkeit aller Taten auf das Vorhandensein der Absicht beschränkt, und ausschließt, dass eine Tat ohne Absicht bestehen kann. Es kann jedoch auch eine spezielle Einschränkung sein, wie in der Aussage Allahs: Innamā anta mundhir wobei klar ist, dass der Prophet nicht nur einzig und allein ein Warner war, sondern auch andere Eigenschaften inne hatte, jedoch ist die Funktion des Partikels hier die Hervorhebung dieses Aspektes in diesem Zusammenhang. [Siehe dazu: Ibn Daqīq al-ʿĪd d: Sharḥ al-Arbaʿīn Al-Nawawwiyyah S. 46]
[3] Und innaist ein Partikel zur Betonung (Ḥarf Tawkīd) durch den das Subjekt in einem Satz nach vorn gezogen und die Aussage bestärkt wird. [Siehe dazu: Ibn Daqīq al-ʿĪd d: Sharḥ al-Arbaʿīn Al-Nawawwiyyah S. 46]
[4] Abu Bakr al-Ṣiddīq war der erste Kalif. Seine Tochter Ā’isha, eine der Frauen des Propheten Muhammad, berichtete eine große Anzahl an Überlieferungen
[5] Mujāhid Ibn Jabr al-Makk ī (21-102 n.H.) stellte ein Kommentar zum Qur’ān zusammen, welcher von vielen Juristen nach ihm verwendet wurde. Er war einer der Altvorderen und stand in Verbindung mit der Schule des Tafsir von Ibn ʿAbbās. [M. M. Azami, S.69]
[6] Sahl Ibn ʿAbd Allah, Abu Muḥammad Ibn Yūnis al-Tastari (200-283 n.H.), war ein Sūfi Gelehrter, welcher ein Buch über die Interpretation des Qur’ān schrieb. [Az-Ziriklī, 3:210]
[7] Ibrāhīm Ibn Yazīd (?-96 n.H.) war ein Gelehrte des ḥadith und tafṣir und einer von den Altvorderen.
[8] ʿAli Ibn al-Ja’d (?-230 n.H.) war ein Gelehrter des ḥadith.
[9] Shu’bah Ibn al-Hajjāj (82-160 n.H.) war einer der großen Gelehrten des ḥadith. [Az-Ziriklī, 3:241]
[10] Manṣūr Ibn al-Mu’tamar (?-132 n.H.) wurde als Autorität in ḥadith und Gelehrter des ḥadith betrachtet.