Umfrageergebnis anzeigen: Was ist Iman?

Teilnehmer
63. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Bestätigung im Herzen

    5 7,94%
  • Bestätigung im Herzen/ die Besätigung mit der Zunge

    20 31,75%
  • Rede und Handlung

    38 60,32%
+ Antworten
Seite 2 von 8 ErsteErste 1 2 3 4 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 71

Thema: Al-Iman - gemäß der Sunnah

  1. #11
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737





    Zudem bisher angeführten sind etliche Überlieferung vorhanden, in denen Einzelne Tugendhafte Handlungen, als ein Bestandteil des Iman beschrieben worden sind. Sie legen außerdem dar, dass der Iman nicht vollkommen ist, solange keine bzw. spezifische Tugendhaften Handlungen vorhanden sind. Diese Tatsache belegt dass die Handlungen eine Essenziele Säule des Iman darstellt. Hier seien einige dieser Beispiele: Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtet vom Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): Iman besteht, aus mehr als siebzig oder sechzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und die niedrigste Stufe die vorhanden ist, ist ein Hindernis von der Straße zu beseitigen. Auch das Schamgefühl ist eine Stufe des Iman.“[1] Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Überlieferung folgendermaßen: „Wenn Iman unterschiedliche Stufen besitzt und jede Stufe als Iman bezeichnet wird, erfolgt daraus dass das Gebet, die Pflichtabgabe und die Pilgerfahrt ein Bestandteil des Iman sind, sowie die Frömmigkeiten wie das Schamgefühl, Vertrauen, Furcht und Unterwerfung, ja sogar ein Hindernis von der Straße zu beseitigen sind Bestandteile des Iman. Diverse dieser Bestandteil sind derart grundlegend, wie das Glaubensbekenntnis, sodass sofern man es verliert, der gesamte Iman verloren geht: andere Bestandteile wiederum sind derart geringfügig, wie das Beseitigen eines Hindernisses von der Straße, dass, sofern man sie verliert, man seinen Iman nicht verliert. Zwischen den beiden haben wir zahlreiche unterschiedliche Bestandteile den variierendes Gewicht beigemessen wird, einige folgen dem Glaubensbekenntnis und wiederrum andere sind etwas gewichtiger als das Beseitigen eines Hindernisses von der Straße. Denn die Bestandteile des Iman sind Iman, gleichermaßen wie die Bestandteile des Kufr, Kufr sind.“[2]

    Desweiteren sagt der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Wer von euch etwas Verabscheuungswürdiges sieht, der soll es mit seiner Hand ändern. Wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge ändern. Und wenn er (selbst) das nicht schafft, dann soll er es in seinem Herzen ändern, und dies ist die schwächste Form des Iman.“[3] Und Imam Abu Isa at-Tirmidhi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Tradiert, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagt: „Wer auch immer für Allah liebt, für Allah hasst, für Allah spendet und sich für Allah enthält, hat einen vollkommen Iman.“[4] Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Worte, nachdem ihrer Anführung: „Diese Überlieferung bedeutet -- und das Wahre Wissen ist bei Allah – das Liebe und Hass fundamentale Handlungen des Herzens (Amalu bil-Qalb) sind und das Spenden von Geld oder die Enthaltung, die Vollkommenheit (des Iman) kennzeichnen[…] Diese und ähnliche Überlieferungen beweisen Definitiv das sich der Iman hinsichtlich der Stärke oder Schwäche der Handlungen, die man ausführt variiert.“ [5]

    _____________________________________________

    [1] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih: Kitab al-Iman, Nr.56; Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Nr.4676; Abu Isa at-Tirmidhi: Dschami at-Tirmidhi, Nr.2614; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Nr.57; Der Überlieferer dieser Überlieferung war sich nicht mehr sicher ob der Prophet: “mehr als sechzig” oder “mehr als siebzig” aussagte; Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary Tradiert in al-Dschami as-Sahih, Nr.9, dieselbe Überlieferung mit einem anderen Wortlaut: „Der Glaube besteht aus mehr als sechzig Abteilen, und die Schamhaftigkeit (Haya) ist ein Teil des Glaubens.“
    [2] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.292
    [3] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr,49; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:10, 20, 49, 53
    [4] Dschami at-Tirmidhi, Kitab Sifat al-Qiyamah, Nr.2521; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:438, 440
    [5] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.292

    Fortsetzung Folgt
    Geändert von Abu_Taymiyyah (17.02.2010 um 07:33 Uhr)

  2. #12
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Desweiteren sagt der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Jener hat kein Iman, der das Vertrauen nicht einhält.“[1]Sowie, Seine Worte: ,,Man ist kein Gläubiger Mensch, wenn man seine Versprechen nicht einhält.“[2]Auch ist berichtet worden:„Keiner von euch wird Gläubig sein, es sei denn, dass ich ihn Lieber bin, als sein Sohn, sein Vater und der ganzen Menschheit.“ Umar Ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm) hörte dies und sprach: „Gesandter Allahs, du bist mir tatsächlich Lieber, als irgendjemand sonst, außer als mir selbst.“ Daraufhin sagte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Nein Umar, erst wenn ich dir Lieber bin, als dein Eigenes selbst.“ Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte sodann: „Ja jetzt, bist du mir lieber als mein Eigene selbst.“ Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) erwiderte: „Umar jetzt hast du den wahren Iman“.“[3]Auch wird berichtet: „Derjenige hat kein Iman, wenn sein Nachbar nicht geschützt vor seine Übertretungen ist.“[4]Auch sagte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Keiner von euch darf sich als gläubig ansehen, bis er seinem Bruder auch dasselbe gönnt, was er sich selbst gönnt.“[5] Sowie, seine Worte: „Derjenige der uns betrügt ist nicht von uns; und jener, der das Schwert gegen uns erhebt, ist nicht von uns.“[6]Oder die von Imam Muslim (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Verzeichnete Überlieferung, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sprach: „Die Ansar zu Lieben ist ein Zeichen des Iman und die Al-Ansar zu hassen ist ein Zeichen der Heuchelei.“[7]Salim Ibn Abdullah (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtet von seinem Vater, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) eines Tages an einem Ansaryy vorbeiging, der seinen Bruder in Bezug auf die Schamhaftigkeit (Haya') ermahnte. Da sagte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Lass ihn denn die Schamhaftigkeit gehört zum Glauben.“[8]Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich derartige Überlieferungen: „Es sind eine Menge Überlieferungen vorhanden, in denen eine spezifische Tugendhafte Handlung als ein Bestandteil des Iman angeführt worden ist. Ferner sind Überlieferungen vorhanden in dem der Iman negiert wird, wenn eine spezifische Handlung nicht bevorstehend ist, was aufzeigt das sie (die Handlungen) ein essenzieller Bestandteil des Iman sind.“ [9]

    Desweitern berichtet Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm), dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Ein Mu’min, der Unzucht begeht, begeht dies nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen. Derjenige, der Diebstahl begeht, tut dies ebenfalls nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen. Auch derjenige, der Alkohol trinkt, trinkt nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen.“[10]Al-Hafidh Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Folglich wenn die Meidung dieser großen Sünden nicht ein Bestandteil des Iman wären, würde der Begriff Mu’min nicht bei demjenigen negiert werden, der einige dieser Sünden begeht. Dies ist, weil der Begriff nicht negiert wird es sei denn, dass die Säulen oder Verpflichtungen des Begriffs negiert werden.“[11]

    Und ein weiterer Beweis dafür – dass die Handlungen ein Bestandteil des Iman sind – ist die Überlieferung von Sayyiduna Abdullah Ibn Abbas (Allahs Wohlgefallen auf ihm), in welcher der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) zu der Delegation vom Stamm Abdul-Qays sagte: „Ich befehlige euch vier Sachen: den Iman an Allah allein. Wisst ihr, was der Iman an Allah allein ist?“ Sie erwiderten: „Allah und sein Gesandter wissen es am besten.“ Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Zu bezeugen, dass es keinen wahren Anbetungswürdigen außer Allah gibt und das Muhammad sein Gesandter ist, dass Gebet zu verrichten, die Pflichtabgabe entrichten, im Ramadan zu Fasten und dass ihr ein Fünftel der Beute (für die Sache Allahs) gebt.“[12] Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Überliefert, wie folgt: „Offensichtlich meinte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) damit nicht das die Handlungen als Iman an Allah bezeichnet werden können ohne den Iman an Ihm im Herzen zu haben. Mehrfach betonte Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) die Unvermeidlichkeit des Iman im Herzen hervor. Deshalb ist es unbestreitbar bzw. gewiss das der Iman die Handlungen (der Extremitäten) mitsamt dem Iman im Herzen umfasst. Welch einen größeren Beweis als diese Überlieferung vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) kann es geben, die aufzeigt das die Handlungen ein Bestandteil des Iman sind? Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) Definierte den Iman in Bezug auf die Handlungen und erwähnte nicht die Überzeugung im Herzen, da es wohl bekannt ist das die Handlungen keinen Nutzen beherbergen sofern im Herzen Ablehnung herrscht.“[13]

    _________________________________________________

    [1] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3: 135, 154, 210, 251
    [2] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 3:135, 154, 210, 251
    [3] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.7; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.71, 72; Abu Isa at-Tirmidhi: Dschami at-Tirmidhi, Kitab al-Qiyamah, Nr.59; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 1:86, 3:176, 206, 251, 272, 289; Abu Abdurrahman Ahmad an-Nasa'i: Sunan al-Sughra, Kitab al-Iman, Nr.19, 33; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Muqaddamah, Nr.9, Kitab al-Jana’iz, Nr.1
    [4] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Adab, Nr.29; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.73
    [5] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.7; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.71, 72
    [6] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.164; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 2:50, 242, 417
    [7] Al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.128
    [8] Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.13
    [9] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:15
    [10] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.57, 100
    [11] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.40
    [12] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.17, 23; Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.53
    [13] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.299




    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (18.02.2010 um 09:00 Uhr)

  3. #13
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Eine Erweiterung zu den Beweisen aus dem Heiligen Koran, die Darlegen das die Handlungen ein Essenzieler Bestandteil des Iman sind:

    Ein weiterer Beweis dafür, dass die Handlungen ein Essenzieller Bestandteil des Iman sind, sind die Worte Allahs:

    {"[…]Und es gebührt ALLAH nicht, dass ER euren Iman (euer rituelles Gebet) verloren gehen lässt. Gewiss, ALLAH ist den Menschen gegenüber zweifelsohne allgütig, allgnädig." (Sure al-Baqara, Vers.143)}

    Al-Hafidh al-Imam Abu Ubaid al-Qasim Ibn Saallam al-Baghdaadee (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt zu diesem Worten, folgendes aus: „Und der Beweis das, dass Gebet ein Bestandteil des Iman ist, ist die Aussage Allahs: {"[…]Und es gebührt ALLAH nicht[…]"}Dieser Vers wurde bezüglich einiger Gefährten des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt die sich gen Qiblah wendeten, indem sie in der Richtung nach Baytul-Maqdis (al-Aqsa) beteten, so wurde der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) darüber befragt und dann wurde dieser Vers herabgesandt.[1] Also was für ein Beweis wird nach dies erforderlich, um aufzuzeigen das, dass Gebet – also die Handlungen – ein Bestandteil des Iman sind?“[2]

    Imam Aschab Ibn Abdulaziz[3](Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert von Imam fil Yathrib Malik Ibn Anas al-Asbahi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) folgende Aussage hinsichtlich des zuvor erwähnten Vers: „Daher standen die Menschen, um in Richtung der Baytul-Maqdis für sechzehn Monate zu beten, danach wurde ihnen auferlegt, ihre Gesichter gen Baytul-Haram zu wenden[…] Damit – d.h. euer Iman – ist gemeint: Eure Gebete gen Baytul-Maqdis. Malik sagte: ‚Und genau mit diesem antworte ich der Aussage der Murji’ah dass – nach ihrer Sichtweise – das Gebet nicht vom Iman wäre‘.“[4]

    Imam Abu Muhammad az-Zubayri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert, dass ein Mann, Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi‘i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) fragte: „Welche Handlung ist bei Allah die vorzüglichste?“ Darauf sagte asch-Schafi’i: „Sie ist jene, ohne die keine Tat angenommen wird.“ Er sagte: „Iman an Allah – neben dem kein wahrer anbetungswürdiger Gott existiert – ist die höchste Stufe aller Handlungen, und der Edelste an Rang unter ihnen, und der Herrlichste im Verhältnis.“ Der Mann sagte: „Willst du mich nicht so dann über Iman informieren, ob er Rede oder Handlung ist, oder Rede ohne Handlung?“ Darauf sagte asch-Schafi’i: „Iman ist das Handeln für das Wohlgefallen Allahs, und manche der Handlungen sind Rede.“ Der Mann sagte: „Beschreibe mir dies, bis ich es verstanden habe.“ So sagte asch-Schafi’i: „Wahrlich, Iman hat Zustände, Phasen und Stufen. Unter ihnen ist daher der eine, der perfekt ist und die Vollkommenheit vervollständigte und der eine, der sich über seinen Mangel im Klaren ist und der Überlegene, der in seiner Überlegenheit wächst.“ Der Mann sagte: „Also ist Iman nicht vollkommen. Vielmehr nimmt er zu und ab.“ Asch-Schafi’i sagte: „Ja.“ Er sagte: „Was ist hierfür der Beweis?“ Asch-Schafi’i sagte: „Wahrlich, Allah - Erhaben ist Er - hat den Iman an die Körperglieder der Kinder Adams befohlen. Daher wurden sie (auf dieser Grundlage) geteilt und getrennt. Es gibt kein Glied von den Gliedern, außer es hat einen Teil an Iman erhalten, das die anderen Glieder entsprechend dem, was Allah - der Erhabene - bestimmt hat, nicht erhalten haben. Von ihnen ist das Herz, das nicht beschränkt werden kann, nicht verstanden und erfasst werden kann. Und das Herz ist der Führer seines Körpers[…] Das Gebet wurde somit als Iman bezeichnet. Wer auch immer Allah trifft, während er seine Gebete einhielt, und jedes Glied von seinen Gliedern erfüllte alles, was Allah ihnen befahl und auferlegt hat – so wird er Allah mit vollständigem Iman begegnen als einer von den Leuten des Paradieses. Und wer auch immer etwas von diesen absichtlich ausgelassen hat, die ihm Allah auferlegt hat, so trifft er Allah mit einem mangelhaften Iman[…]“[5]

    ____________________________________________

    [1] Tradiert bei Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary bei der Überlieferung von al-Baraa Ibn Azib; Abu Isa at-Tirmidhi bei der Überlieferung von Abdullah Ibn Abbas und Abu Isa at-Tirmidhi beglaubigt dies
    [2] Kitab al-Iman, Kapitel.1: die Eigenschaften des Iman hinsichtlich seiner Vervollkommnung und seine Stufen
    [3] Er ist Aschab Ibn Abdulaziz Ibn Dawud al-Qaysi Abu Umar al-Misri. Ahmad Ibn Hadschar al-Asqalani sagte über ihn: „Vertrauenswürdig (Thiqa), ein Jurist (Faqih); er starb im Jahre 204 n.H.“ [Tahdhib at-Tahdhib, 1:359]
    [4] Yusuf Ibn Abd al-Barr: al-Intiqa, S.34
    [5] Ahmad al-Baihaqi: Manaqib al-Shafi’i, 1:387ff
    Geändert von Abu_Taymiyyah (23.02.2010 um 03:33 Uhr)

  4. #14
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Diese Texte beweisen unmissverständlich das Allah, der Allerhabene, und Sein Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) den Iman als die Äußerungen durch das Herz, die Handlungen durch das Herz, die Äußerungen durch die Zunge, die Handlungen durch die Zunge und die Handlungen durch die Extremitäten darlegten. Iman beinhaltet die gesamte Lebensordnung; Innerlich, Äußerlich, seine Grundlagen und Abzweigungen. Aus den sämtlich zusammengestellten Ausführungen wird unverkennbar Veranschaulicht das der Iman diverse Stufen aufweist die sich in ihrer Wichtigkeit unterscheiden und es die Äußerungen, Handlunge und Absicht umfasst, gemäß dem Konsens der lauteren Altvordern. Die Aussagen der lauteren Altvordern unterscheiden sich leicht im Wortlaut hinsichtlich der Definition: manche sagten Iman ist Äußerung und Handlung: Äußerung, Handlung und Absicht: und Äußerung, Handlung, Absicht und Befolgung Sunnah. Dies sind einige Definitionen von jenen Definitionen der Altvorderen. Hier liegt jedoch nur eine Verschiedenheit im Ausdruck und nicht eine Verschiedenheit in der Bedeutung vor. Jene welche aussagten das Iman Äußerung und Handlung war, beabsichtigten damit die Äußerung des Herzens und der Zunge und die Handlungen des Herzens und der Extremitäten. Diejenigen die die Überzeugung hinzuaddierten machten dies, da sie fürchteten das die Menschen denken könnte, dass sich die Äußerung ausschließlich auf die Zunge bezieht. Jene welche „die Sunnah folgen“ hinzufügten, taten dies, da keine Handlung Geliebter bei Allah ist, es sei denn die Einhaltung der Sunnah. Keiner von dieser Definition bedeutet, dass es absolut jede Äußerung und Handlung umfasst, eher umfasst es jene Äußerungen und Handlungen, die durch die Legislative bestimmt sind. Ihre Intention im geben dieser Definitionen war es die Murjiah und all die anderen Sekten zu wiederlegen, wie die Jahmiyyah welche annahmen das Iman ausschließlich Wissen (Marifah) und nichts sonst darstellt. Diejenigen die Iman durch vier Komponenten erklärten, wie Abdullah at-Tusturi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) es tat, erklärten: Äußerung (Qawl), Handlung (Amal), Absicht (Niyyah) und Sunnah, wie folgt: wenn Äußerung ohne Handlung ist, ist das Unglaube; wenn Äußerung und Handlung ohne Absicht ist, ist das Heuchelei: wenn Äußerung, Handlung und Absicht, aber ohne Sunnah ist, ist das Innovation.

    Das Herz – nicht das Organ – ist die zentrale Stelle eines Menschen von dem alles entspringt und sein Grundfundament darstellt. Denn es ist der Ort der Gefühle, der Gewissheit und der Niederlassung von Überzeugung und Ruhe. Deswegen, als Allah, gepriesen sei Er, die Schrift als Ermahnung darlegte, betonte Er, dass es ausschließlich für diejenigen von Nutzen ist, der ein Herz hat:

    { "Hierin ist wahrlich eine Ermahnung für den, der ein Herz hat oder der Gehör gibt und aufmerksam ist." (Sure al-Qaf, Vers.37) }

    Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt dazu folgendes aus: „Dies ist der entgegenkommende Ort. Und damit ist das lebendige Herz gemeint, das Allah begreift.“[1]Das Herz ist demnach der Zentrale Ort des Iman von dem alles entsprießt und Kontrolliert wird. Demzufolge stehen die Handlungen der Extremitäten als auch die Äußerungen durch die Zunge in anliegender Relation mit dem Herzen, die dadurch – das Herz – beeinflusst werden, sodass man diese zueinander stehende Bindung mit der Beziehung zwischen Herrscher und Soldaten gleichstellen kann. Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte: „Das Herz ist der Herrscher und die Extremitäten seine Soldaten, wenn der Herrscher von guter Qualität ist, werden die Soldaten Qualität besitzen, doch wenn der Herrscher niederträchtig ist, werden seine Soldaten ebenso sein.“[2] Das Innerliche steht mit dem Äußeren demzufolge Intensiv in Verbindung. Also sind die Handlungen ein Produkt des Inhaltes des Herzens und aus diesem Grund hat uns Allah, gepriesen sei Er, auf die Eigenschaften der Heuchler aufmerksam gemacht. Im falle – wie die Murji’ah meinen – das, dass Innerliche nicht mit dem Äußerlichen in Verbindung stehen würde, würden auch keine Erkennungszeichen der Heuchler existieren. Da, dass Herz den zentralen Ort eines Menschen darstellt, ist es (das Herz) zugleich auch, dass Fundament des Iman. Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert was mit dem Fundament des Iman gemeint ist: „Und das Fundament des Iman ist die Aussage des Herzens, das die Bestätigung ist und die Tat des Herzens, das die Liebe in der Art der Unterordnung ist.“[3]


    _________________________________________________

    [1] Al-Fawa’id, S.9
    [2] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 7:187
    [3] Al-Majmoo al-Fatawa, 2:40
    Geändert von Abu_Taymiyyah (23.02.2010 um 03:35 Uhr)

  5. #15
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737





    Das Fundament des Iman ist somit die Äußerung (Überzeugung) des Herzens, der den Essenziellsten Teil ausmacht, dies weil der Ursprung, des Resultierenden im Herzen seinen und die Handlungen stets beeinflusst. Die Trennung zwischen Herze und Extremitäten ist eine Erneuerung, die nicht dem Bekenntnis, des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm), Seinen Edlen Gefährten (Allahs Wohlgefallen auf ihm) und den lauteren Altvordern entspricht, eher war ihr Bekenntnis, dass es keine Trennung zwischen Herz und Extremitäten gibt und dass beide stets voneinander Abhängig und in Relation zueinander stehen, wohingegen beide sich beeinflussen. Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagt hinsichtlich der Relation beiderlei: „[...]Wahrlich, es gibt im Menschenkörper ein kleines Stück Fleisch wenn dieses gut ist, so ist der ganze Körper gut ist es aber verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, dies ist das Herz!“[1] Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Überlieferung, wie folgt: „Demzufolge machte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) klar, dass die Rechtschaffenheit des Herzens Voraussetzung ist für die Rechtschaffenheit der Körper. Und das Herz eines Wahrhaftigen Gläubigen (Mu’min) ist Rechtschaffend! Dies enthüllt, dass jener der die Wörter des Glaubens (Iman) äußert, allerdings nicht demnach Handelt, sein Herz kein Iman anhaftendes ist. Dies ist deshalb so, da der Körper der Gefährte des Herzens darstellt. Daher kann sich im Herzen nichts ereignen, ohne dass seine Auswirkungen (im Herzen), sich über dem Körper äußern[...]“[2]

    Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erklärt die Relationierung des Inneren zum Äußerem: „Kein Zweifel ist vorhanden, dass die Negierung der Unterwerfung des Körpers Impliziert, dass ein Mangel an Unterwerfung seitens des Herzens existent ist, denn sofern sich das Herz hingibt, Unterwirft und Gehorcht der Körper sich ebenso; aber falls hingegen, dass Herz sich nicht fügt, kann es keine Zustimmung (des Körpers) geben, die sich in Folgsamkeit Manifestiert. Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „[...]Wahrlich, es gibt im Menschenkörper[…]“ Dies bedeutet, dass wenn das Herz gut ist, so sind sein Körper bzw. seine Handlungen auch Definitiv gut. Das Gegenteil zu behaupten ist nicht wahr. Jedoch der Faktor, dass wenn ein Teil des Iman entschwindet, der völlige Iman verschwindet ist wahr, allerdings nur in dem Sinn, dass es nicht bestehen bleibt, ohne beschädigt zu sein, aber nicht in dem Sinn, dass es (Iman) völlig verschwindet; es verschlechtert sich nur.“[3]

    Al-Hafidh al-Imam Zain ad-Din Ib„Demzufolge erreicht das Herz den Iman nicht, außer wenn die Körperglieder, die Handlungen des Islams befolgen.“n Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich der Relation: [4]

    Al-Zahid al-Imam Abu Sa'id al-Hasan al-Basri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt bezüglich der Relation aus: „Der Iman geschieht weder durch das das Verschönern, noch durch das Erhoffen, denn vielmehr mit etwas, was sich in den Herzen fest niedergelassen und durch die Handlungen bestätigt wird.“[5]

    Der Iman besitzt ein Äußeres und ein Inneres; Sein Äußeres ist das Sprechen der Zunge und die Handlungen der Extremitäten; Sein Inneres ist die Überzeugung des Herzens, sowie dessen Unterwerfung und Liebe (Amalu bil-Qalb). So nützt das Äußere nicht, das kein Inneres hat und wenn das Blutvergießen verwehrt und das Vermögen und die Kinder beschützt werden. Es genügt kein Inneres, welches kein Äußeres besitzt, außer wenn man aufgrund einer Behinderung, aufgrund von Zwang oder aufgrund der Angst vor Mord entschuldigt wird. So ist das Ausbleiben der äußeren Tat ohne jegliche Hinderung (Grund) ein Beweis für die Fäulnis des Inneren und des Fehlens des Iman. Und die Unvollkommenheit dessen (der Tat des Äußeren) ist ein Beweis für seine Unvollkommenheit (=des Glaubens im Inneren). So ist auch die Stärke dessen ein Beweis für seine Stärke. So ist der Iman das Herz (Zentrum) des Islam und sein innerer Kern und die Gewissheit das Herz (Zentrum) des Iman und sein innerer Kern und jedes Wissen und jede Tat, durch die nicht der Iman und die Gewissheit an Stärke zunehmen, sind verkümmert. Und jeder Iman, der nicht die Tat aussendet (d.h., aus den keine Taten entstehen), ist (ebenfalls) verkümmert.

    __________________________________________________ ______

    [1] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 4:271; Abdullah ad-Darimi: Sunan ad-Darimi, 2:245
    [2] Al-Majmoo al-Fatawa, 14:120f
    [3] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.293f
    [4] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.42
    [5] Abu Bakr Ibn Abi Shaybah: al-Musannaf, 11:22; Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 7:294
    Geändert von Abu_Taymiyyah (23.02.2010 um 05:10 Uhr)

  6. #16
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Ein feststehendes Prinzip der Ahlu Sunnah Wal Jammah ist das die Sünde einen negativen Einfluss auf den Iman nimmt. Der Sünde ist ein Muslim solange er seine Sünde nicht für Erlaubt (Halal) erklärt, jedoch ist solch jemand nimmer auf die Stufe eins Wahrhaftiger Gläubiger (Mu’min), da die Sünden das Fehlen der Vollkommenheit des Iman im Inneren repräsentieren. Daher sagten die Imame der Ahlu Sunnah Wal Jammah: „Wir bezeichnen niemanden, der Ahl al-Qiblah, als Kafr, solange er nicht seine Sünde für Erlaubt erklärt. Wir sagen nicht: Den Gläubigen schadet seine erworbene Sünde nicht.“[1] Damit legten die Imame einen gravierenden Unterschied zwischen sich (Ahlu Sunnah) und den Mu’tazila, Kharawij und Murji’ah dar, welche im Bezug des Iman und Kufr irregegangen sind. Die Kharawij Definierten gleich dem Gelehrten der Ahlu Sunnah Wal Jammah, den Iman als: Überzeugung, Äußerung und Handeln. Bis dahin unterschieden sie sich nicht, jedoch nahmen sie an das der Iman Eins und vollkommen ist, wer nur einen Bestandteil lässt ist für sie ein Ungläubiger. Die Mu’tazila vertraten ähnliches, sie unterschieden sich jedoch in der Bezeichnung des Sünders. Beide aber verurteilen den Sünder zum Ewigen Feuer. Die Mu’tazila und die Kharawij sind eins in der Aussage, dass wer auch immer eine große Sünde begeht, für immer und ewig im Höllenfeuer verweilen wird. Die Kharawij bezeichnen ihn als Ungläubigen (Kafr) und die Mu’tazila als Rebellisch und Frevler. Dies ist jedoch ausschließlich eine Differenz der Semantik. Die Kharawij sagen dass die Sünde den Sünder vom Glauben ausstößt und im Unglauben landet. Auf der anderen Seite meinten die Mu’tazila, dass eine Sünde jemanden vom Glauben abstößt, aber nicht im Unglauben landet. Die Mu’tazila sahen die Handlungen als Bedingung des Zustandekommens für die Existenz des Iman an, während Ahlu Sunnah Wal Jammah die Handlungen als Bedingung für die Richtigkeit (Shart Sihha) des Iman ansahen. Da die Mu’tazila die Handlungen als Bedingung für die Existenz des Iman ansahen, vertraten sie die Ansicht, dass jemand der eine Sünde begeht kein Muslim ist, da ein Teil des Iman weggefallen ist und zwar die Handlungen, aber er ist für sie auch kein Ungläubiger, da er im Herzen noch Iman hat. Nach ihrer Sicht der Dinge ist solch jemand in einer Zwischenstufe, also zwischen Mu’min und Kafr die sie als al-Manzil bayn al-Manzilatayn bezeichneten und er wird für ewig im Höllenschlund verweilen, aber weniger Bestraft werden als ein Ungläubiger. Für ihre – fatale Ansicht – ziehen sie beispielsweise folgende Überlieferungen heran: Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Ein Mu’min, der Unzucht begeht, begeht dies nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen. Derjenige, der Diebstahl begeht, tut dies ebenfalls nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen. Auch derjenige, der Alkohol trinkt, trinkt nicht im Zustand eines (wahren) Gläubigen.“[2]Das Wahrhaftige Verständnis dieser Aussage legt Imam Muhyid-Din Abu Zakariyya Yahya Ibn Scharaf an-Nawawi asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) dar: „Die Richtige Auffassung bezüglich dieser Überlieferung, bei den Gelehrten ist, dass keiner diese Sünde begeht und gleichzeitig den vollkommenem Iman besitzt. Imam Abu Dschafar at-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte: „Man entzieht ihm die Bezeichnung des Mu’min, weil es eine Bezeichnung der Awliya von Allah ist. Wer solche Sünden begeht der sollte mit tadelnden Titeln gerufen werden“.“[3]

    Al-Hafidh al-Imam Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein): „Folglich wenn die Meidung dieser großen Sünden nicht ein Bestandteil des Iman wären, würde der Begriff Mu’min nicht bei demjenigen negiert werden, der einige dieser Sünden begeht. Dies ist, weil der Begriff nicht negiert wird es sei denn, dass die Säulen oder Verpflichtungen des Begriffs negiert werden.“[4]

    Die Ahlu Sunnah Wal Jammah sagen aber das der Iman unterschiedliche Stufen besitzt, weshalb der Iman sich unterteilt. Wer die Grundlagen der Religion (Usul al-Din) verlässt, der ist ein Abtrünniger und Ungläubiger, jedoch gibt es auch Angelegenheiten, die sofern wenn man sie unterlässt oder begeht, man nicht zum Ungläubigen wird. Dies sind die großen und kleinen Sünden (Kabira). Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Überlieferung folgendermaßen: „Wenn Iman unterschiedliche Stufen besitzt und jede Stufe als Iman bezeichnet wird, erfolgt daraus dass das Gebet, die Pflichtabgabe und die Pilgerfahrt ein Bestandteil des Iman sind, sowie die Frömmigkeiten wie das Schamgefühl, Vertrauen, Furcht und Unterwerfung, ja sogar ein Hindernis von der Straße zu beseitigen sind Bestandteile des Iman. Diverse dieser Bestandteil sind derart grundlegend, wie das Glaubensbekenntnis, sodass sofern man es verliert, der gesamte Iman verloren geht: andere Bestandteile wiederum sind derart geringfügig, wie das Beseitigen eines Hindernisses von der Straße, dass, sofern man sie verliert, man seinen Iman nicht verliert. Zwischen den beiden haben wir zahlreiche unterschiedliche Bestandteile den variierendes Gewicht beigemessen wird, einige folgen dem Glaubensbekenntnis und wiederrum andere sind etwas gewichtiger als das Beseitigen eines Hindernisses von der Straße. Denn die Bestandteile des Iman sind Iman, gleichermaßen wie die Bestandteile des Kufr, Kufr sind.“[5]Dementsprechend gibt es Imanvernichter (Nawaqih) und Sünden die ihn nicht vernichten, wie das begehen von Unzucht, Diebstahl und Berauschendes zu sich nehmen, oder das Unterlassen des Fastens im Monat Ramadan und der Pilgerfahrt. Wer einer dieser Sünden begeht ist gemäß dem Konsens der Ahlu Sunnah Wal Jammah ein Sündiger Muslim der – so Allah will – am Jüngsten Tag eine Bestrafung verdient und ggf. im Diesseits dies eine Bestrafung – sofern Allah sie festsetze – nach sich zieht. Solch jemand ist Muslim mit einen unvollkommenen Iman, der Iman wird ihm weder ganz abgesprochen, noch vollkommen zugesprochen. Der Übertreter wird nicht zum Ewigen Feuer verurteilt, wie es die Kharawij und Mu’tazila glauben, eher bleibt die Brüderlichkeit im Islam bestehen und er gehört zu jenen mit ganzheitlichen Iman (al-Iman al-Mutlaq), wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {Keinem Gläubigen steht es zu, einen anderen Gläubigen zu töten, es sei denn aus Versehen. Und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet: dann soll er einen gläubigen Sklaven befreien und Blutgeld an seine Erben zahlen, es sei denn, sie erlassen es aus Mildtätigkeit. War er (der Getötete) aber von einem Volk, das euer Feind ist, und ist er (der Getötete) gläubig: dann soll er einen gläubigen Sklaven befreien; war er aber von einem Volk, mit dem ihr ein Bündnis habt: dann soll er Blutgeld an seine Erben zahlen und einen gläubigen Sklaven befreien. Wer (das) nicht kann: dann (soll er) zwei Monate hintereinander fasten - (dies ist) eine Vergebung von Allah. Und Allah ist Allwissend, Allweise." (Sure al-Nisa, Vers.92)}

    Möglicherweise gehört solch jemand nicht zu jenen mit vollkommenem Iman (al-Iman al-Kamil), wie Er, der Gepriesene, sagt:

    {"Gläubig sind wahrlich diejenigen, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, und die in ihrem Glauben gestärkt sind, wenn ihnen Seine Verse verlesen werden[…]" (Sure al‐Anfal, Vers.2)}

    __________________________________________________ __

    [1] Abu Dschafar at-Tahawi: al-Aqida at-Tahawiya
    [2] Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.57; Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Mazhalim, Nr.2475
    [3] Scharh an-Nawawi alaa Muslim
    [4] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.40
    [5] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.292
    Geändert von Abu_Taymiyyah (24.02.2010 um 03:03 Uhr)

  7. #17
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Den Standpunkt und Konsens bezüglich dieser Essenzielen Angelegenheit legt der Ehrenwerte Imam Sadr ad-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) ausführlich dar: Bevor wir auf diesen Einwand antworten, werden wir zuerst darauf hinweisen, dass Ahlu Sunnah Wal Jammah bezüglich des Punktes übereinstimmt, dass wenn eine Person eine große Sünde begeht, er sich nicht des Unglauben schuldig macht, welcher die Exkommunizierung und die Beförderung aus der Gemeinschaft verlangt, wie es die Kharawij glauben. Wenn es solch eine Handlung darstellt, die ihn außerhalb der Gemeinschaft befördert, dann ist er ein Abtrünniger und muss unter allen Umständen getötet werden. Demzufolge könnte (nach der Ansicht die, die Kharawij und Mu’tazila halten) die Vergeltung des Mörders, nimmer vom Vormund akzeptiert werden, noch würde es eine Bestrafung für den Unzüchtigen, Diebstahl und Alkohol Konsum geben. Wie man daher offensichtlich und klar erkennen kann, ist ihre Ansicht im Din (Islam) Falsch. Die (Leute) der Ahlu Sunnah Wal Jammah stimmen überein, dass wenn jemand eine große Sünde begeht nicht sein Iman oder Islam verliert, noch tritt er in Unglauben (Kufr) ein und er wird nicht ewig in Höllenschlund verweilen, wie die Ungläubigen, so wie die Mu’tazila falsch glauben. Allah, der Segensreiche, verwies zu jenen, welche große Sünden begehen und bezeichnete sie als Gläubige. Zum Beispiel: "O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch die Wiedervergeltung vorgeschrieben für die Getöteten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, das Weibliche für das Weibliche. Doch wenn jemandem von seinem Bruder etwas vergeben wird, so soll der Vollzug auf geziemende Art und die Leistung ihm gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer nun von jetzt an (die Gesetze) übertritt, dem wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein." (Sure al-Baqara, Vers.178)Allah, der Segensreiche, hat den Mörder von der Gemeinschaft der Gläubigen nicht ausgeschlossen; Im Gegenteil, Er hat ihn (den Mörder) als Bruder desjenigen bezeichnet, der den Vormund des ermordeten besitzt. Auch, sagt Er: {"Und wenn zwei Parteien der Gläubigen einander bekämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen; wenn jedoch eine von ihnen sich gegen die andere vergeht, so bekämpft diejenige, die im Unrecht ist, bis sie sich Allahs Befehl fügt. Fügt sie sich, so stiftet in Gerechtigkeit Frieden zwischen ihnen und seid gerecht. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten. Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde." (Sure al-Hugurat, Vers.9-10)}Der Heilige Koran, die Sunnah und der Konsens (der Gemeinschaft) bestätigen alle, dass der Unzüchtige, der Dieb und der Verleumder nicht getötet werden; sie werden ausschließlich für ihre begangenen Verbrechen bestraft. Dies zeigt auf, dass sie nicht als Abtrünnige betrachtet werden.[…] Es sind keine Differenzen unter den Gelehrten dieser Ummah vorhanden, dass der Sünder die Bestrafung entgegentritt, selbst wenn sie Mündlich Bezeugen und im Herzen glauben, was den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) offenbart wurde. Sie (die Gelehrten) verurteilen nur jene, die sagen, dass sie (der Sünder) für immer im Feuer verweilen wird, d.h. die Kharawij und die Mu’tazila.[1]

    Imam Abu Talib al-Makki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert das Umar Ibn Hammad Ibn Abu Hanifa (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte: „Ich traf Malik Ibn Anas und blieb bei ihn und lauschte seinen Fachkenntnissen. Als ich das bekam was ich wollte und sodann begehrte aufzubrechen, sagte ich zu ihn: „Ich fürchte das zu dir feindliche und neidische Menschen kommen werden, die ihnen Sachen über Imam Abu Hanifa erzählen, die nicht mit seiner Wahrhaftigen Position in Einklang ist. Ich wollte dir seine Position verständlich machen. Wenn du zufrieden damit bist, dann ist dies es. Wenn du jedoch etwas Besseres hast, dann lerne ich es von dir. Fang an, sagte Malik Ibn Anas. Ich sagte: „Er (Abu Hanifa) denkt nicht, dass ein Gläubiger, durch das Begehen einer Sünde zum Ungläubigen wird.“ Malik Ibn Anas sagte: „Dies ist richtig.“ Ich sagte: „Er sagte mehr als nur dies. Abu Hanifa Pflegte zu sagen: „Selbst wenn er abscheuliche Handlungen vollzieht, so betrachte ich ihn nicht als Ungläubige.“ Malik erwiderte: „Dies ist richtig.“ Ich setzte fort: „Er sagt noch mehr.“ Malik fragte: „Was ist dies?“ Abu Hanifa sagte: „Selbst wenn er eine Person bewusst tötet, so betrachte ich ihn nicht als Ungläubigen.“ Malik erwiderte: „Dies ist richtig.“ Ich sagte: „Dies ist seine (Wahrhafte) Position. Falls jemand ihnen etwas anderes erzählt, so glaube ihn nicht“.“[2]

    _______________________________________________

    [1] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.270ff
    [2] Muhammad Abu Zahra: Tarikh al-Madhahib al-Islamiyyah, Abhandlung über Abu Hanifa, Kapitel. Iman
    Geändert von Abu_Taymiyyah (24.02.2010 um 02:58 Uhr)

  8. #18
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Nachdem nun durch das Wahrhaftige Wort Allahs und des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) Definitiv Nachgewiesen ist das der Iman; Äußerung (Qawl) und Handlung (Amal) darstellt; das von Inneren zum Äußeren, sowie umgekehrt eine Essenziele Relation vorherrscht; das sich beide gegenseitig beeinflussen; der Iman unterschiedliche Stufen aufweist; die Handlungen als Bedingung für die Richtigkeit (Shart Sihha) des Iman gelten; die Sünden den Iman negativ beeinflussen; der Frevler einen ganzheitlichen Iman (al-Iman al-Mutlaq) aufweist; der Frevler keinen vollkommenem Iman (al-Iman al-Kamil) aufweist; der Frevler eine Bestrafung im Diesseits – sofern Allah es festsetzte – verdient; und der Frevler am Tag der Abrechnung eine Bestrafung verdient oder Allah, gepriesen sei Er, verzeiht ihm; lenken wir unser Augenmerk auf die Aussagen der Imame der Ahlu Sunnah Wal Jammah, was sie hinsichtlich der Wirklichkeit des Iman aussagten.

    Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi'i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert dem Konsens der Prophetengefährten und den lauteren Altvorderen: „Die Gefährten (Sahaba), die Tabi'in und diejenigen, die nach ihnen kamen, von denen die wir trafen waren sich einig in der Aussage: ‚Der Iman ist die Äußerung (Qawl), das Handeln (Amal) und die Absicht (Niyyah). Nichts von diesen Dreien kann sich von den restlichen (Teilen) trennen ‘.“[1]

    Al-Mujaddid al-Imam Mujahid Ibn Jibr (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Der Iman ist Wort und Handlung[…]“[2]

    Al-Hafidh al-Imam Abu Ubaid al-Qasim Ibn Saallam al-Baghdaadee (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich der Definition: „Wir haben den Unterschied beider Gruppen überprüft, woraufhin wir herausfanden, dass das Buch und die Sunnah jene Gruppe befürwortet, welche den Iman aus Absicht, Wort und Tat machte, und jenes ablehnen, was die andere (Gruppe) sagte.“[3]

    Imam Sufyan ath-Thawri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Iman besteht aus Äußerung, Handlung und Absicht. Keine Äußerung wird Akzeptiert außer mit der Handlung und keine Äußerung und Handlung wird Akzeptiert außer mit der Absicht, und keine Äußerung, Handlung und Absicht wird akzeptiert außer sie ist in Übereinstimmung mit der Sunnah.“[4]

    Al-Hafidh Abu Bakr Muhammad al-Ajuri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Wisset, möge sich Allah unser und eurer erbarmen, dass die Gelehrten des Islam sagen, dass der Iman allen Geschöpfen aufgetragen wurde, und er ist die Überzeugung im Herzen, die Rede mit der Zunge und das Handeln der Gliedmaßen. Dann wisset weiter, dass die Erkenntnis und die Überzeugung des Herzens alleine nicht genügen, es sei denn, es folgt die Aussprache des Iman mit der Zunge und die Erkenntnis des Herzens mit der Aussprache durch die Zunge reichen nicht aus, bis das Handeln der Gliedmaßen hinzu kommt. Wenn diese drei Eigenschaften vereint sind, ist man Mu'min. Darauf verweisen das Buch Allahs, die Sunna und die Aussage der Gelehrten des Islam.“[5]

    Scheich al-Islam al-Imam Abu Amr Abdurrahman al-Awza'i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Der Iman wird nicht aufrecht, außer mit dem Wort, und der Iman und das Wort werden nicht aufrecht, außer mit der Tat, und der Iman, das Wort und die Tat werden nicht aufrecht, außer mit der Absicht, die mit der Sunnah übereinstimmt. Jene von den Salaf, die vorausgegangen waren, haben den Iman nicht getrennt. Die Tat gehört zum Iman, und der Iman gehört zur Tat. Der Iman ist wahrlich nur ein Name, der zusammenfasst, wie diese Religionen durch ihre Namen zusammengefasst werden, und die Bestätigung des Iman ist die Tat. Wer nun mit seiner glaubt, mit seinem Herzen kennt und dies mit seiner Tat bestätigt, so ist dies der festeste Halt, an dem es kein Zerreißen gibt. Und wer mit seiner Zunge spricht, jedoch mit seinem Herzen nicht kennt und dies nicht mit seiner Tat bestätigt, von dem wird nicht angenommen, und er gehört im Jenseits zu den Verlierern.“[6]

    Scheich al-Islam al-Imam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Und das Sprechen mit der Zunge ohne den Glauben mit dem Herzen ist die Behauptung der Heuchler. Und genauso gehören die Taten der Gliedmaßen ohne die Taten der Herzen zu den Handlungen der Heuchler, die von Allah nicht akzeptiert werden. So beinhaltet die Aussage der Salaf das Wort und die Aussage, das Innere und das Äußere.“[7]Und seine ausführliche Darlegung, bezogen auf die Wirklichkeit des Iman: „Das Fundament des Iman ist; die Überzeugung (Iman) die im Herzen Wurzeln schlägt, diese Überzeugung (Iman) muss zwei Elemente aufweisen: die Überzeugung im Herzen die mit seiner Bestätigung (Tasdiq) und Erkenntnis (Marifah) begleitet ist; das erste Element verweist auf die Äußerung des Herzens (Qawl al-Qalb). Al-Junaid sagte: „Tawhid ist die Äußerung des Herzens und Tawwakul seine Handlung (Amal al-Qalb).“ Es ist deshalb obligatorisch dass dort die Äußerung des Herzens und seine Handlungen bestehen, denn daraus resultieren die Äußerung des Körpers und seine Handlungen. Die Handlung des Herzens muss bestehen, wie die Liebe zu Allah, gepriesen sei Er, und Seinen Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), Allah zu fürchten (Taqwa), lieben was Allah, gepriesen sei Er, und Sein Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) lieben und jenes hassen was sie hassen, das Ausführen von Aufrichtigen Handlungen für Ihn und Tawwakul in Ihn zu haben. Das Herz ist das Fundament, sofern es Erkenntnis und feste Absieht beherbergt muss sich dies zwangsläufig/notwendigerweise durch den Körper äußern, dass dies nicht geschieht ist keinesfalls möglich. Dies ist der Grund weshalb der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) in einer gesunden (Sahih) Überlieferung sagt: „Wahrlich, es gibt im Menschenkörper ein kleines Stück Fleisch wenn dieses gut ist, so ist der ganze Körper gut ist es aber verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, dies ist das Herz!“ Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagt: „Das Herz ist der Herrscher und die Extremitäten seine Soldaten, wenn der Herrscher von guter Qualität ist, werden die Soldaten Qualität besitzen, doch wenn der Herrscher niederträchtig ist, werden seine Soldaten ebenso sein.“ Demzufolge wenn das Herz korrekt auf Grund dessen ist, dass es Iman im Form von Kenntnisse und Handlungen des Herzens besitzt, ist dessen Implikation – zwangsläufig – dass der Körper auch in seiner Äußerung und Handlung auf das Diktieren dieses Iman korrekt sein wird. Deshalb sagten die Imame der Ahlu-l-Hadith das Iman, Äußerung und Handlung ist. Innerliche und Äußerliche Äußerung und Innerliche und Äußerliche Handlung, dass äußere muss dem inneren folgen und deshalb sagten manche der Gefährten (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) bezüglich desjenigen der träge betet: „Wenn sein Herz unterwürfig wäre, würden dies auch seine Extremitäten sein“.“[8]

    Al-Hafidh al-Imam Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: Die Handlungen werden unter der Klassifikation des Iman einbezogen, so wie es in Wörtern Allahs angegeben wird: {"Gläubig sind wahrlich diejenigen, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, und die in ihrem Glauben gestärkt sind, wenn ihnen Seine Verse verlesen werden, und die auf ihren Herrn vertrauen. Das sind jene, die das Gebet verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen gegeben haben. Diese sind die wahren Gläubigen. Sie genießen (die hohe) Wertschätzung ihres Herrn sowie Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung." (Sure al-Anfal, Vers.2-4)}[9]

    Al-Hafidh Abu Muhammad al-Hasan al-Barbahari al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Wer aussagt, dass Iman Äußerung und Handlung ist, und dass er zu-und abnimmt, der hat wahrlich den Irja’a vollkommen verlassen, von dessen Anfang bis zum Ende.“ [10]

    Imam Sadr ud-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Malik Ibn Anas, Ibn Idris asch-Schafi’i, Ahmad Ibn Hanbal, Abdurrahman al-Awza’i, Ishaq Ibn Rahaway, die Gelehrten von Ahlu-l-Hadith, die Gelehrten von Medina, sowie die Zahiriten und eine Fraktion der Scholastiker meinen das Iman, die Bestätigung (Tasdiq) im Herzen, Bekräftigung mit der Zunge und das Handeln durch die Extremitäten ist.[11]

    ____________________________________________

    [1] Kitab al-Umm; Abu'l Qasim al-Lalika'i: Scharh Usul al-I'tiqad Ahlu Sunnah, 5;905; Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 7:209
    [2] Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal: Kitab as-Sunan, 1:311
    [3] Kitab al-Iman, Kapitel.1 "Die Eigenschaften des Iman hinsichtlich seiner Vervollkommnung und seine Stufen"
    [4] Abu'l Qasim al-Lalika'i verzeichnet seine Grundsätze in: Scharh Usul al-I'tiqad Ahlu Sunnah, 1:151-154: Muhammad adh-Dahabi: Tadhikrat ul-Huffadh, 1:206f
    [5] Ash-Shari'ah, 2:611
    [6] Abu'l Qasim al-Lalika'i: Scharh Usul al-I'tiqad Ahlu Sunnah, 5:417
    [7] Kitab al-Iman al-Awsat, S.43
    [8] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:186f
    [9] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.39
    [10] Scharh as-Sunnah, S.132
    [11] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.282
    Geändert von Abu_Taymiyyah (25.02.2010 um 05:10 Uhr)

  9. #19
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737





    Imam Abu’l Qasim al-Lalika’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert die Auffassung des Imam Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary und eine Gruppe der lauteren Altvordern (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) betreffs des Iman: „Die Aqida von Abu Abdullah Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary und der Fraktion der Salaf, von denen er berichtet. Ahmad Ibn Muhammad Ibn Hafs al-Harwi sagte: „Muhammad Ibn Ahmad Ibn Salamah überliefert uns folgendes: Abu’l Hussain Muhammad Ibn Imran Ibn Musa al-Dschardschani überliefert uns folgendes: Ich hörte Abu Muhammad Ibn Abdurrahman Ibn Muhammad Ibn Abdurrahman al-Bukhary von asch-Schasch sagen: Ich hörte Abu Abdullah Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary sagen: „Ich traf mehr als eintausend Männer unter den Leuten des Wissen von den Leuten aus den al-Hidschaz, al-Mekka, al-Medina, al-Kufa, al-Basrah, Wasit, Baghdad, asch-Scham und Ägypten. Ich traf sie zahlreiche Male, Generation nach Generation und dann Generation nach Generation. Ich traf sie als sie reichlich und weitverbreitet waren, über sechsundvierzig Jahre lang, die Leute von asch-Scham, Ägypten und al-Dschazirah zweimal, die Leute von al-Basrah viermal innerhalb von ein paar Jahren. Die Leute aus dem al-Hidschaz über eine Zeitspanne von sechs Jahren und ich kann nicht aufzählen wie oft ich mit den Hadith-Gelehrten aus Chrasan, unter ihnen: al-Makki Ibn Ibrahim, Yahya Ibn Yahya, Ali Ibn al-Hasan Ibn Schaqiq, Qutibah Ibn Sa’d und Schihab Ibn Ma’mar, zu den Leuten von al-Kufa und Baghdad zusammen kam. Und in asch-Scham: Muhammad Ibn Yusuf al-Firyabi, Abu Muschir Abdul-A’la Ibn Muschir, Abul-Mughira Abdul-Quddus Ibn al-Hadschadch, Abu’l-Yaman al-Hakam Ibn Nafi und die, die nach ihnen kamen traf ich, zahlreiche Male. Und in Ägypten: Yahya Ibn Kathir (oder Yahya Ibn Bukair), Abu Salih – den Schreiber von al-Layth Ibn Sa’d, Sa’id Ibn Abu Maryam, Asbagh Ibn al-Faradsch und Nu’aim Ibn Hammad. Und in Mekka: Abdullah Ibn Zaid al-Muqri und al-Humaidi, Sulaiman Ibn Harb – der Richter (Qadi) von Mekka – und Ahmad Ibn Muhammad al-Azraqi. Und in al-Medina: Ismail Ibn Abu Uwais, Mutarrif Ibn Abdullah, Abdullah Ibn Nafi az-Zubayri, Ahmad Ibn Abu Bakr Abu Musab az-Zuhri, Ibrahim Ibn Hamzah az-Zubayri und Ibrahim Ibn al-Mudhir al-Hizami. Und in al-Basrah: Abu Asim ad-Dahak Ibn Machlad asch-Schaybani, Abu’l Walid Hisham Ibn Abdul-Malik, Hadschadch Ibn al-Minhal und Ali Ibn Abdullah Ibn Dschafar al-Madini. Und in al-Kufa: Ahmad Ibn Hanbal, Yahya Ibn Ma’in, Abu Ma’mar, Abu Chaithamah und Abu Ubaid al-Qasim Ibn Sallam. Und von den Leute aus al-Dschazirah: Amr Ibn Chalid al-Harrani. Und in Wasit: Amr Ibn Aun und Asim Ibn Ali Ibn Asim. Und in Marw: Sadqah Ibn Fadl und Ishaq Ibn Ibrahim al-Handhali. Und wir begnügen uns damit, nur diese Leute zu nennen, so dass diese Abhandlung kurz und prägnant bleibt und nicht verlängert wird. Und ich sah niemals auch nur einen von ihnen hinsichtlich den folgenden Angelegenheiten, dass er anderer Meinung war: Dass der al-Din aus Qawl und Amal besteht und dies aufgrund den Worten Allahs: {"Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und dabei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein, als Anhänger des Rechten Glaubens und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten, das ist die Religion des rechten Verhaltens." (Sure al-Bayyinah, Vers.5)}[1]

    Al-Hafidh Schaiban Ibn Faruch (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte zu Imam Abdullah Ibn al-Mubarak (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein): „Was sagst du über jemanden, der Unzucht begeht und Berauschendes trinkt und andere ähnliche Handlungen begeht. Ist dieser ein Mu’min?“ Ibn al-Mubarak erwiderte: „Ich schließe ihn nicht aus dem Iman aus.“ Schaiban erwiderte sodann: „Bist du in den alten Tagen zum Murji’ah geworden?“ Ibn al-Mubarak antwortete: „Oh Abdullah, die Murji’ah kommen mir nicht einmal nahe. Ich sage, dass Iman zunimmt und die Murjiah sagen dies nicht.“[2]

    Imam Yusuf Ibn Abd al-Barr al-Maliki al-Andalus (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) berichtet das Abderrazak Ibn Hammam (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt „Ich hörte Ibn Charidsch, Sufyan ath-Thawri, Ma’mar Ibn Raschid, Sufyan Ibn Uyayna und Malik Ibn Anas sagen: „Der Iman ist Rede (Qawl) und Handlung (Amal)[...]“.“[3]

    Imam Abu Muhammad az-Zubayri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) berichtet das ein Mann einst Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) fragte: „Welche Handlung ist bei Allah die vorzüglichste?“ Darauf sagte asch-Schafi’i: „Sie ist jene, ohne die keine Tat angenommen wird.“ Er sagte: „Iman an Allah ist die höchste Stufe aller Handlungen und der Edelste an Rang unter ihnen, und der Herrlichste im Verhältnis.“ Der Mann sagte: „Willst du mich nicht so dann über Iman informieren, ob er Äußerung oder Handlung ist, oder Äußerung ohne Handlung?“ Darauf sagte asch-Schafi’i: „Iman ist das Handeln für das Wohlgefallen Allahs und manche der Handlungen sind Rede.“ Der Mann sagte: „Beschreibe mir dies, bis ich es verstanden habe.“ So sagte asch-Schafi’i: „Wahrlich, Iman hat Zustände, Phasen und Stufen. Unter ihnen ist daher der eine, der perfekt ist und die Vollkommenheit vervollständigte und der eine, der sich über seinen Mangel im Klaren ist und der Überlegene, der in seiner Überlegenheit wächst.“ Der Mann sagte: „Also ist Iman nicht vollkommen. Vielmehr nimmt er zu und ab.“ Asch-Schafi’i sagte: „Ja.“ Er sagte: „Was ist hierfür der Beweis?“ Asch-Schafi’i sagte: „Wahrlich, Allah, gepriesen sei Er, hat den Iman an die Körperglieder der Kinder Adams befohlen. Daher wurden sie (auf dieser Grundlage) geteilt und getrennt. Es gibt kein Glied von den Gliedern, außer es hat einen Teil an Iman erhalten, das die anderen Glieder entsprechend dem, was Allah, gepriesen sei Er, bestimmt hat, nicht erhalten haben. Von ihnen ist das Herz, das nicht beschränkt werden kann, nicht verstanden und erfasst werden kann. Und das Herz ist der Führer seines Körpers. Und unter ihnen sind seine zwei Augen, mit denen er sieht; seine zwei Ohren, mit denen er hört; seine zwei Hände, mit denen er schlägt; seine zwei Beine, mit denen er geht; sein Mund, mit denen er aus seinem Herzen und mit seiner Zunge spricht und sein Kopf, in der sein Gesicht zu finden ist. Das, was dem Herzen befohlen wurde, ist anders als das, was der Zunge befohlen wurde. Und das, was dem Hören befohlen wurde ist anders als das, was den beiden Augen befohlen wurde. Und das, was den beiden Händen befohlen wurde ist anders als das, was den beiden Beinen befohlen wurde. Und das, was dem Mund befohlen wurde ist anders als das, was dem Gesicht befohlen wurde. Was also Allah dem Herzen vom Iman befohlen hat ist die Bestätigung, das Wissen, der feste Glaube, Freude und die Zustimmung, dass es neben Allah keinen anderen anbetungswürdigen Gott gibt; Er ist einzig und ohne Partner. Er hat sich weder einen Sohn noch einen Partner genommen, und dass Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) Sein Diener und Gesandter ist und die Bestätigung dessen, was auch immer von Allah im Sinne eines Propheten oder eines Buches kam. Daher ist dies, was Allah, gepriesen sei Er, dem Herzen an Iman auferlegt hat, und dies ist von dessen Handlung: {"[…]den allein ausgenommen, der (dazu) gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Frieden findet -, auf jenen aber, die ihre Brust dem Unglauben öffnen[…]" (Sure an-Nahl, Vers.106)} Und Er, sagt: {"Wahrlich, im Gedenken Allahs werden die Herzen ruhig." (Sure ar-Ra’d, Vers.28) } Und Er, sagt: {"[…]die mit dem Munde sagen: "Wir glauben", jedoch im Herzen nicht glauben[…]" (Sure al-Maida, VErs.41)} Und Er, sagt: {"Und ob ihr kundtut, was in euren Seelen ist, oder es geheim haltet, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen." (Sure al-Baqara, Vers.284)} Deswegen ist es dies, was Allah dem Herzen an Iman befohlen hat, und dies ist seine Handlung, und es ist das Haupt des Iman. Und Allah hat die Rede und den Ausspruch der Zunge befohlen, von dem, woran das Herz glaubt und bestätigt. So sagte Er hierzu: {"Sprecht: „Wir glauben an Allah[…]“" (Sure al-Baqara, Vers.136)} Und Er, sagte: {"Ihr sollt […] freundlich zu den Menschen sprechen[…]" (Sure al-Baqara, Vers.83)} Daher ist es dies, was Allah der Zunge an Rede und dem Herzen an Ausdruck befohlen hat, und dies ist Handlung, und dies ist es, was ihr an Iman bestimmt wurde. Und Allah hat dem Gehör bestimmt, dass es nichts von Allah Verbotenem zuhört, und dass es dem gegenüber, was Allah nicht erlaubt hat, abgeneigt ist. Hierzu sagt Er: {"Und Er hat euch schon in dem Buch herabgesandt, dass-wenn ihr hört, dass die Zeichen Allahs geleugnet und verspottet werden – ihr nicht bei ihnen sitzt, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; ihr wäret sonst wie sie." (Sure an-Nisa, Vers.140) }Hiervon hat er die Vergesslichkeit in dieser Angelegenheit ausgenommen: {"[…]Und sollte dich Satan (dich dies) vergessen lassen, dann sitze nach dem Wiedererinnern nicht mit den Ungerechten (beisammen)." (Sure al-An’am, Vers.68) } Und Er sagt: {"Gib denn die frohe Botschaft Meinen Dienern; es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von ihm folgen. Sie sind es, denen Allah den Weg gewiesen hat, und sie sind es, die Verstand besitzen." (Sure az-Zumar, Vers.17-18)} Und Er sagt: {"Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, die in ihren Gebeten voller Demut sind[…] die die Zakah entrichten." (Sure al-Mu’minun, Vers.1-4) } Und Er sagt: {"Und wenn sie leeres Gerede hören, so wenden sie sich davon ab und die, wenn sie unterwegs leeres Gerede hören, mit Würde (daran) vorbeigehen[…]" (Sure al-Qasas, Vers.55)} Dies ist es also, was Allah, gepriesen sei Er, dem Gehör an Ablehnung dem Verbotenen gegenüber verfügt hat, und dass dies Handlung ist, und diese (Handlung) ist von Iman. Und Allah hat den beiden Augen bestimmt, dass sie nicht auf etwas schauen, was Allah verboten hat, und dass sie dem von Allah Verbotenem gegenüber abgeneigt sind. Daher sagt Allah, gepriesen sei Er, hierzu: {"Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen." (Sure an-Nur, Vers.30-31)} Die beiden Verse handeln über das Blicken auf die privaten Bereiche seines Bruders und über die Bewahrung seiner eigenen privaten Bereiche vor dem Blick anderer. Und es wurde gesagt: alles, was im Buch Allahs über das Bewahren der privaten Bereiche erwähnt wurde, so beziehen sie sich alle auf Zina (Ehebruch), abgesehen dieser Vers, denn diese Vers bezieht sich auf den Blick. So ist es dies, was Allah den beiden Augen an Senkung des Blickes befohlen hat; dies ist ihre Handlung, und dies ist vom Iman. Dann teilt Er in einen Vers mit, was Er dem Herzen und dem Gehör und dem Blick befohlen hat. So sagt Allah, gepriesen sei Er, in dieser Hinsicht: {"Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz - sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden." (Sure al-Isra, Vers.36)} Er befahl den privaten Bereichen, dass sie nicht das begehen, was Allah ihnen verboten hat: {"[…]und ihre Schamteile bewahren[…]" (Sure al-Mu’minun, Vers.5) } Und Er sagt: {"Und ihr pflegtet (eure Sünden) nicht so zu verbergen, dass eure Ohren und eure Augen und eure Haut nicht Zeugnis gegen euch ablegen könnten." (Sure al-Fussilat, Vers.22)} Damit ist die Haut der privaten Bereiche und der Oberschenkel gemeint. Dies ist es also, was Allah den privaten Bereichen auferlegt hat, für jene, die sich davor bewahren, etwas zu tun, was ihnen verwehrt ist. Und dies ist ihre Handlung. Und Er befahl den Händen, dass sie nicht das tun, was Er verboten hat und das umsetzen, was Er befohlen hat, wie die Sadaqa, das Pflegen der Verwandtschaftsbande, dem Dschihad auf dem Wege Allahs und der Reinigung für die Gebete. So sagt Er in dieser Hinsicht: {"O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen[…]" (Sure al-Maida, Vers.6) } Bis zum Ende des Verses. Und Er sagt: {"Wenn ihr auf die stoßt, die ungläubig sind, so haut (ihnen) auf den Nacken; und wenn ihr sie schließlich siegreich niedergekämpft habt, dann schnürt ihre Fesseln fest. (Fordert) dann hernach entweder Gnade oder Lösegeld[…]" (Sure Muhammad, Vers.4) }Denn das Hauen (s. o.), der Krieg, das Pflegen der Verwandtschaftsbande und die Sadaqa ist ein Heilmittel für die Hand. Und Er befahl den Beinen, mit ihnen nicht zu etwas zu gehen, was Allah ihnen verboten hat. So sagt Er diesbezüglich: {"Und wandle nicht ausgelassen (in Übermut) auf der Erde; denn du kannst weder die Erde durchbrechen, noch kannst du die Berge an Höhe erreichen." (Sure al-Isra, Vers.37)} Und Er befahl dem Gesicht, dass es sich vor Allah am Tage und in der Nacht und zu den Gebetszeiten niederwerfen soll. Hierüber sagt Er: {"O ihr, die ihr glaubt, verneigt euch und werft euch in Anbetung nieder und verehrt euren Herrn und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget." (Sure al-Hadsch, Vers77) }Und Er sagt: {"Und wahrlich, die Moscheen sind Allahs; so ruft niemanden neben Allah an." (Sure al-Dschinn, Vers.18)} Was hier mit ‚Moscheen’ gemeint ist, ist alles, worauf der Sohn Adams seine Stirn und alles andere in seinem Gebet wirft. Er sagte: „Dies ist daher, was Allah diesen Gliedern anbefohlen hat.“ „Und Er bezog sich auf die Reinigung und auf die Gebete, indem Er sie in Seinem Buch als Iman bezeichnete. Und dies geschah, als Allah - der Erhabene - das Gesicht Seines Propheten vom Gebet in Richtung der geheiligten Stätte (Baytul Maqdis) zur Kaaba wenden ließ. Die Muslime hatten bis dahin sechzehn Monate lang in Richtung der geheiligten Stätte gebetet. Daher sagten sie: ‚O Gesandter Allahs, siehst du unsere Gebete, die wir in Richtung der geheiligten Stätte verrichtet haben? Was wird mit ihnen und was wird mit uns? So dann hat Allah - der Erhabene - offenbart: {"Und es ist nicht Allah, Der euren Glauben verloren gehen lässt; wahrlich, Allah ist gegenüber den Menschen Mitleidig, Barmherzig." (Sure al-Baqara, Vers.143)} Das Gebet wurde somit als Iman bezeichnet. Wer auch immer Allah trifft, während er seine Gebete einhielt, und jedes Glied von seinen Gliedern erfüllte alles, was Allah ihnen befahl und auferlegt hat – so wird er Allah mit vollständigem Iman begegnen als einer von den Leuten des Paradieses. Und wer auch immer etwas von diesen absichtlich ausgelassen hat, die ihm Allah auferlegt hat, so trifft er Allah mit einem mangelhaften Iman.“ Der Mann sagte: „Und wahrlich, sein mangelhafter Zustand und seine Vollständigkeit sind bekannt, aber woher wird sein Anstieg kommen?“ Daher sagte asch-Schafi’i: „Allah - wie erhaben Er doch ist - sagt: {"Sooft eine Sure herabgesandt wird, gibt es welche unter ihnen, die sagen: "Wen von euch hat sie im Glauben bestärkt?" Die aber gläubig sind, stärkt sie in ihrem Glauben, und sie freuen sich darüber. Jenen aber, in deren Herzen Krankheit ist, fügt sie zu ihrem Übel noch Übel hinzu, und sie sterben als Ungläubige." (Sure at-Tauba, Vers.124-125)} Und Er sagt: {"Sie waren junge Männer, die an ihren Herrn glaubten, und Wir ließen ihnen zunehmend Rechtleitung zukommen.“ (Sure al-Kahf, Vers.13)} Daher sagte asch-Schafi’i: „Und wenn all dieser Iman ein einziger wäre, so gäbe es keine Zunahme, noch eine Abnahme an Iman. Niemand hätte darin eine Überlegenheit, und alle Menschen wären darin gleich, und jegliche Überlegenheit wäre annulliert. Jedoch ist es so, dass die Gläubigen das Paradies mit vollständigem Iman betreten, und die Gläubigen werden aus der Sicht Allahs im Paradies Stufen der Überlegenheit (untereinander) erlangen, und mit der Abnahme an Iman werden sie noch tiefer im Feuer sein.“ Asch-Schafi’i sagte weiter: „Wahrlich, Allah - der Allmächtige und Majestätische - lässt Seine Diener Wettrennen, ähnlich Pferden, die am Tag des Wettbewerbes gegeneinander eifern. Dann reisen sie entsprechend ihren unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Daher unterteilt Er Seine Diener entsprechend ihren Stufen. Und Er hat keines ihrer Rechte genommen, und Er begünstigt nicht den Langsamen vor dem Schnellen[…]“[4]

    Imam Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Ich hörte meinen Vater wie er über Irja’a gefragt wurde. So sagte er: „Wir sagen: Iman ist Rede und Handlung. Er nimmt zu und ab. Wenn jemand Zina (Unzucht; Ehebruch) begeht, Berauschendes trinkt, (so) nimmt sein Iman ab“.“[5]

    __________________________________________________ ___

    [1] Scharh Usul al-I'tiqad Ahlu Sunnah, 2:172
    [2] Ishaq Ibn Rahaway: al-Musnad Ishaq, 3:670
    [3] Al-Intiqa, S.34
    [4] Ahmad al-Baihaqi: Manaqib al-Shafi’i, S.387ff
    [5] Kitab al-Sunan, S.235
    Geändert von Abu_Taymiyyah (25.02.2010 um 05:15 Uhr)

  10. #20
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
    Geschlecht
    Männlich
    Registriert seit
    Feb 2010
    Ort
    Berlin/Neukölln
    Beiträge
    737




    Die Aussagen von den Gelehrten der Ahlu Sunnah Wal Jammah belegen unmissverständlich den Faktum das Qawl und Amal den Iman ausmacht und beide untrennbar voneinander sind. Der Iman umfasst die gesamte Lebensordnung; innerlich, äußerlich, seine Säulen und Abzweigungen. Ein Wahrer Gläubiger (Mu’min) ist ausschließlich derjenige, der alle angeführte Punkte verinnerlicht, sowohl innerlich als auch äußerlich. Der Iman steigt mit dem Gehorsam und sinkt mit dem ungehorsam.

    Nachdem nun die Wirklichkeit des Iman durch den Heiligen Koran, die authentische Sunnah, dem Konsens der Prophetengefährten (Idschma as-Sahaba) und den dazugehörigen Darlegungen der lauteren Altvorderen (Salaf al-Salihin) und den Nachfolgenden (Khalaf) einleuchtend aufgezeigt wurde; vertiefen wir unser Augenmerk auf die einzelnen Elemente des Iman; Äußerungen des Herzens und der Zunge; Handlungen des Herzens, der Extremitäten.

    Mit der Äußerung (Qawl) des Herzens ist die gewissenhafte Überzeugung im Herzen, an alle Glaubensinhalte gemeint; seine Säulen und Abzweigungen. Den Iman an Allah, den Segensreichen, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und Propheten, Seine Abrechnung am Tag des Gerichts, al-Qada und al-Qadar das sowohl das Gute als auch das Schlechte von Allah dem Erhabenen Stammen und die im Herz festverknotete Überzeugung an die Einhaltung aller Gebote und die Meidung der Verbote, sowie alle anderen Überzeugungsinhalte. Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"...und der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen." (Sure al-Hugurat, Vers.14)}

    {"Diese sind diejenigen, in deren Herzen Er den Iman festschrieb und die ER mit Ruh (Licht, Iman, Beweis und Kraft) von Ihm stärkte." (Sure al-Mugadala, Vers.22) }

    {"O du Gesandter, es sollen dich nicht jene betrüben, die hastig dem Unglauben verfallen, die mit dem Munde sagen: „Wir glauben“, jedoch im Herzen nicht glauben." (Sure al-Maida, Vers.41) }

    Und der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagt: „[...]Oh ihr Menschen, oh ihr Versammelten, die mit ihren Zungen glauben und der Iman noch nicht in euer Herz einzogen ist[...]“[1]

    Die Handlungen des Herzens (Amalu bil-Qalb) sind seine Beweggründe. Die Absicht (An-Niyyah) ist eine Handlung des Herzens, sie entscheidet ob eine Handlung zur Ibada zählt oder nicht. Imam Bukhary (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert von Umar Ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm), dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: „Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten (An-Niyyah[
    …]“[2]

    Die Aufrichtigkeit (al-Ikhlas) gegenüber Allah, gepriesen sei Er, ist eine Handlung des Herzens. Allah, der Allwissende, sagt im Heiligen Koran:

    {"Und ihnen wurde nicht geboten außer, dass sie ALLAH dienen - aufrichtig im Din Ihm gegenüber als Hanif - das rituelle Gebet ordnungsgemäß verrichten und die Zakat entrichten. Und dies ist der Din der Geradlinigkeit." (Sure al-Bayyinah, Vers.5) }

    Was die Aufrichtigkeit im Gehorsam anbelangt, so bedeutet sie das Vermeiden der Augendienerei (al-Riya). Sie gehört zu den inneren Handlungen, den „Handlungen des Herzens“, die nur der Diener und sein Schöpfer kennen. Manchmal verbirgt sie sich sogar vordem Diener selbst und ist ihm unklar, bis er sich mit dieser Sache genauer auseinandersetzt, sich selbst zur Rechenschaft zieht, aufs Neue darüber nachdenkt und sich fragt, warum er diese Gehorsamshandlung vollzogen hat. Oder er fragt sich, warum er gerade damit beschäftigt ist? Wenn er nun befindet, dass er die Handlung allein für Allah vollzieht, so ist er aufrichtig. Wenn er aber herausfindet, dass er sie aus einem anderen Grunde tut, so ist es Augendienerei. Und so ein Charakter bedarf einer Behandlung, die möglicherweise längere Zeit in Anspruch nimmt. Wenn der Diener eine Stufe erreicht, in der er das Verschweigen
    seiner guten Taten liebt, so ist dies ein Zeichen für seine Aufrichtigkeit

    Die Liebe zu Allah (Hubbullaahi) umfasst die Handlungen des Herzens, wie Allah, gepriesen sei Er, sagt:

    {"Und es gibt unter den Menschen einige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll. Die aber, die glauben, lieben Allah noch mehr. Und wenn diejenigen, die Unrecht tun, angesichts der Strafe sehen, dass die Macht gänzlich bei Allah ist und dass Allah streng in der Bestrafung ist!" (Sure al-Baqara, Vers.165)}

    Mit Hingabe (al-Inqiyad) einzig und allein Allah, den Segensreichen, zu dienen:

    {"Und wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut, der hält sich an die festeste Handhabe." (Sure al-Luqman, Vers.22)
    }
    Das Vertrauen (Tawwakul) auf Allah, gepriesen sei Er, ist eine Handlung des Herzens:

    {"Und wenn du dich entschlossen hast, so vertraue auf Allah." (Sure al-Imran, Vers.159)}

    {"Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen." (Sure al-Tauba, Vers.51)}

    {"Und vertraue auf den Lebendigen, Der niemals stirbt." (Sure al-Furqan, Vers.58)}

    Der Unterschied zwischen den Äußerungen des Herzens und den Handlungen des Herzens ist, dass die Äußerung, die Iman Inhalte umfasst, die mit Gewissheit und absolutes Vertrauen in sich trägt und fest davon Überzeugt ist. Hingegen meint man mit den Handlungen des Herzens, seine Bewegungen, die Allah, gepriesen seien Er, und sein Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) Lieben. Dazu gehört die Liebe zum Guten und der Wille zu dessen Umsetzung in die Tat und ebenso der Hass gegenüber des Boshaften und der Entschlossenheit zur Unterlassung alles Bösen.

    Die Äußerungen der Zunge umfasst jenes, mit dem der Mensch zum Diener Allahs wird, indem er das Glaubensbekenntnis mit der Zunge Bezeugt. Allah, gepriesen sei Er, hat den Menschen befohlen den Iman im Herzen durch die Zunge zu bezeugen, da der Iman im Herzen nicht allein ausreicht, um Muslim zu werden. Allah, der Herr der Welten, sagt:

    {"Sprecht: „Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist“." (Sure al-Baqara, Vers.136)}

    {"Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der Wahrheit, die sie erkannt haben. Sie sagen: "Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns unter die Bezeugenden. Und weshalb sollten wir nicht an Allah glauben und an die Wahrheit, die zu uns gekommen ist, wo wir innig wünschen, dass unser Herr uns zu den Rechtschaffenen zählen möge? Und um dessentwillen, was sie da gesagt haben, wird Allah sie mit Gärten belohnen, durch die Bäche fließen. Darin sollen sie ewig verweilen; und das ist der Lohn derer, die Gutes tun." (Sure al-Maida, Vers.83-85)}

    Imam Abu Hanifa al-Nu'am Ibn Thabit al-Kufi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt hinsichtlich dieser Worte aus: So Assoziierte Er, den Garten sowohl an die Anerkennung (Herz) und Wort (Zunge) und so wird jemand durch die zwei Glieder zum Gläubigen: durch das Herz und die Zunge.[…] Falls die Wörter keine Notwendigkeit haben und die bloße Anerkennung ausreichend ist, so hätte Allah, die Verbale Bezeugung nicht angeführt. Iblis wäre also ein Gläubiger gewesen, da er seinen Herrn anerkannte und wusste, dass er ihn nicht gehorchte. Abu Talib al-Makki fügte hinzu, was Imam Abu Hanifa, bezüglich jemandes sagte, der mit Glauben (im Herzen) stirbt, aber ohne dies zu bestätigen (durch die Zunge), so stirbt er als ungläubiger, dies bedeutet, dass dies merkwürdig sei, da er weder dies Bestätigt, noch öffentlich sein Glauben darlegte, sodann stirbt solch einer als Ungläubiger.“[3]

    Al-Zahid al-Imam Abu Saad al-Hasan al-Basri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: „Mir wurde der Befehl erteilt, die Menschen solange zu bekämpfen, bis sie die Worte sprechen: La Ilaha Illa Allah (Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah). Wer also (La Ilaha Illa Allah) sagt, der nimmt sein Vermögen und sich selbst in Schutz vor mir, es sei denn, es läge ein Verstoß gegen das Recht vor, und Seine Rechenschaft ist Allah überlassen“.“[4]
    :
    Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagt: Iman besteht, aus mehr als siebzig oder sechzig Stufen, die größte Stufe ist, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt[…]“[5]

    Imam Sadr ud-Din Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: Einige dieser Bestandteile sind so Essenziel, sowie das Glaubensbekenntnis, so dass wenn man dies verliert, so verliert man auch den Iman gänzlich[…]“[6]

    Imam Sa’d al-Din Masoud Ibn Umar al-Taftazani (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Und das Bekenntnis ist durch die Zunge. Es ist gänzlich Verboten in Angelegenheit der Zustimmung zurückzubleiben, außer wenn jemand unter Zwang steht, sodann wird ihn Erlaubt, dass Bekenntnis zu Negieren.“[7]

    Die Handlungen der Zunge sind all jene, die ausschließlich mit der Zunge ausgeführt werden. Beispielsweise gehören u.a. dazu: Den Heiligen Koran zu rezitieren, wie Er, gepriesen sei Er, sagt::

    {"Wahrlich, diejenigen, die Allahs Buch verlesen..." (Sure Fatir, Vers.39)}

    Allah, gepriesen sei Er, zu Gedenken (adh-Dhikr):

    {"Und lobpreiset Ihn morgens und abends." (Sure al-Ahzab, Vers.42)}

    Allah, gepriesen sei Er, durch Bittgebete (Dua) anzurufen:

    {"Und euer Herr sprach: "Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören. Die aber, die zu überheblich sind, um Mir zu dienen, werden unterwürfig in Höllenfeuer eintreten." (Sure Ghafir, Vers.60)
    }
    Die Handlungen der Extremitäten sind all jene, die ausschließlich mit den Extremitäten vollzogen werden, wie die unterschiedlichen Positionen beim Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt und der Dschihad, sowie all die anderen Handlungen die mit den Extremitäten vollzogen werden:

    {"O ihr, die ihr glaubt, verneigt euch und werft euch in Anbetung nieder und verehrt euren Herrn und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget." (Sure al-Hagg, Vers.77)}

    {"Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Und das ist die Religion der Geradlinigkeit." (Sure al-Bayyinah, Vers.5)}

    {"Und es gebührt ALLAH nicht, dass ER euren Iman (euer rituelles Gebet) verloren gehen lässt." (Sure al-Baqara, Vers.143) }

    __________________________________________________

    [1] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, 4:420
    [2] Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.36,
    [3] Muhammad Abu Zahra: Tarikh al-Madhahib al-Islamiyyah, Kapitel. Abu Hanifa – Iman
    [4]Abu Bakr Muhammad al-Sakrhasi: Scharh al-Siyar al-Kabir; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih, Kitab al-Iman, Nr.30
    [5]Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih: Kitab al-Iman, Nr.56; Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Nr.4676; Abu Isa at-Tirmidhi: Dschami at-Tirmidhi, Nr.2614; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Nr.57
    [6] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.292
    [7] Scharh al-Aqida al-Nasafiyya, S.118
    Geändert von Abu_Taymiyyah (26.02.2010 um 06:18 Uhr)

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein