Umfrageergebnis anzeigen: Was ist Iman?

Teilnehmer
63. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Bestätigung im Herzen

    5 7,94%
  • Bestätigung im Herzen/ die Besätigung mit der Zunge

    20 31,75%
  • Rede und Handlung

    38 60,32%
+ Antworten
Seite 1 von 8 1 2 3 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 71

Thema: Al-Iman - gemäß der Sunnah

  1. #1
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    Al-Iman - gemäß der Sunnah





    Al-Iman - gemäß der Sunnah

    Aller Lob gebührt Allah, dem Erschaffer von Himmel und Erde und Friede und Segen auf Seinem Propheten Muhammad, Seiner Familie und Gefährten, Ich Bezeuge das niemand der Anbetung würdig ist, außer der Eine allein und das Muhammad, Friede und Segen auf ihm, Sein Gesandter ist, der letzte Gesandte und Prophet, den Allah für die gesamte Menschheit entsandte, um sie aus der Finterniss ins Licht zu führen.

    Dies ist eine kleine Arbeit über den Iman, welches folgenden Geischtspunkte behandelt:

    - Linguistische Definiton von Iman
    - Terminologische Definition von Iman
    - Zu- und Abnehmen von Iman
    - Iman im Herzen ist nicht bloß Tasdiq und Iqrar
    - Relation und Differenz zwischen Iman und Islam
    - Abu Hanifa's Standtpunkt bezüglich Iman


    Möge Allah, der Allerhabene, diese Abhandlung Annehmen, die Augendienerei abwenden und den Lesern ihren Nutzen daraus ziehen lassen. Amin!





  2. #2
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    Linguistische Definition von Iman


    Linguistisch involviert Iman einerseits die Zuverlässigkeit (al-Amanah), Sicherheit (al-Aman), als auch das Geben von Sicherheit (al-Amn) und anderseits die Bestätigung (at-Tasdiq) – bzw. der Glaube. Es ist aus der Wortwurzel „al-Amn“ bzw. „al-Aman“ ein abgeleiteter Infinitiv, was die Bedeutung von „sicher sein“ beherbergt.

    Erste Bedeutung:

    Die erste Bedeutung aus dem Linguistischen Gesichtspunkt ist die, der Sicherheit, Zuverlässigkeit, als auch etwas mit Gewissenhaftigkeit als Wahrhaftig anzusehen:

    Al-Qadi al-Imam Muhammad Ibn Mandhur al-Ansari al-Afriqi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Das Wort Iman stammt aus der Wortwurzel „al-Amn" bzw. „al-Aman“ und es bedeutet mit Gewiss etwas als Wahrhaftig anzusehen.“[1]

    Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt folgendes: „Bezüglich der Bedeutung, wird Iman aus „al-Amn“ abgeleitet, was Ruhe und Sicherheit bzw. Gelassenheit (Tamaniyyah) bedeutet[...] Der Sadiq, d.h. der Wahrheit sprechende, fühlt die Ruhe im Herzen während er die Wahrheit redet, wohingegen der Lügner diese Ruhe nicht besitzt. Aus diesem Grund haben wir das Sprichwort: „Wahrhaftigkeit ist Ruhe (Frieden) und Lügen ist Qual.“ Der Mu’min tretet in die Ruhe als der Muqirr – tritt Gelassenheit (Qurr) ein.“[2]

    Allah, der Allerhabene, sagt:

    {Der sie speist, nachdem sie gehungert haben, und ihnen Sicherheit (Amanahum) gewährleistet, nachdem sie in Angst lebten! (Sure al-Quraisch, Vers.4) }

    Shahid Sayyid Qutb (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „[...]Da sie keineswegs übersehen konnten, welch großer Wert der ihnen eingeräumten Sicherheit (Amanahum) durch das Haus Allahs beizumessen war, hätte sich ein tiefes Schamgefühl ihrer bemächtigen sollen, als sie durch diese Sure an all das erinnert wurden. In Momenten der Gefahr und Angst pflegten sie nur `den Herrn des Hauses` anzurufen und um Hilfe anzuflehen.[...]“[3]


    Zweite Bedeutung:

    Die andere Bedeutung involviert die Bestätigung bzw. der Glaube (at-Tasdiq) an die Wahrheit und diese in die Praxis zu realisieren.

    Al-Mujaddid Abu Dschafar Muhammad Ibn Jareer at-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt in seiner Berühmten Koran-Exegese, bezüglich der Worte Allahs: {"[...]die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen beschert haben[...]" (Sure al-Baqara, Vers.3)}, folgendes aus: „Iman ist für die Araber eine Beglaubigung der Wahrheit (at-Tasdiq): jemand der Verbal, die Wahrheit von etwas beglaubigt, wird als Gläubiger daran bezeichnet und jemand der die Wahrheit seiner Aussage durch sein Handeln beglaubigt, wird als Gläubiger bezeichnet. Demzufolge die Wörter Allahs (wo die Söhne Jakobs, die Geschichte von Josephs verschwinden vor ihrem Vater fabrizierten): {"Aber du glaubst uns wohl nicht, auch wenn wir die Wahrheit sagen." (Sure Yusuf, Vers.7) }, bedeutet, du würdest nimmer die Wahrheit auf jenes Beglaubigen, was wir Aussagten.“ [4]

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abul Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Linguistisch drückt Iman die Bestätigen (Tasdiq) aus.“[5]Und der Imam führt ebenfalls aus: „Die Brüder von Joseph (Friede sei auf ihm) sagten zu ihrem Vater: {„Ma anta bi mu’min lana – du wirst uns doch nicht glauben“ (Sure Yusuf, Vers.17)}, d.h. du wirst nicht Akzeptieren oder bestätigen, was wir sagen (Muqirr lana wa musaddiq lana). Sie (die Brüder) sagten diese Wörter, weil sie etwas berichteten, was in Absenz ihres Vaters vorfiel. Diesbezüglich sind noch viele andere Beispiele vorhanden, wie: {"Sollen wir dir glauben (Anu’minu laka), wo es (doch nur) die Niedrigsten sind, die dir folgen?" (Sure as-Su’ara, Vers.111)} Auch: {"Sollen wir an zwei uns gleichen Menschen glauben (Anu’minu), wo ihr Volk uns doch dienstbar ist?" (Sure al-Mu’minun, Vers.47) }Sowie: {"Und wenn ihr mir nicht glaubt, so haltet euch von mir fern." (Sure ad-Duhan, Vers.21) }Und: {"Und niemand bekannte (Amana) sich zu Moses, bis auf einige junge Menschen aus seinem Volk[...]" (Sure Yunus, Vers.83)}[6]

    Hodschatul Islam al-Imam Abu Hamid Muhammad al-Ghazali asch-Schafi‘i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Linguistisch besagt Iman einer Sache Zuzustimmen (al-Tasdiq). Allah, der Allerhabene sagt: {"Aber du wirst uns nicht glauben" (Sure Yusuf, Vers.17)}, was so viel, wie das dasselbe ist, als würde er sagen, dass er ihre Nachricht nicht Akzeptiert.“[7]

    Imam Sa'ad al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Iman/Linguistisch bedeutet es Bestätigung (at-Tasdiq), d.h. die Meinung eines Berichterstatters anzuerkennen (al-Idh'an), es zu akzeptieren und es als Wahrheit zu erachten.“[8]

    ____________________________________________

    [1] Lisan al-Arab
    [2] Majmoo al-Fatawa, 7:530
    [3] Fi Dhilal al-Quran, 18:264
    [4] Al-Musamma Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Qur'an
    [5] Al-Aqidat’ul Hamawiyyah, S.40
    [6] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:529
    [7] Ihya Ulum al-Din, Kitab al-Qaw'id al-Aqa'id, S.49
    [8] Scharh al-Aqida al-Nasafiyya, S.116

  3. #3
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    Terminologische Definiton von Iman



    Basierend auf der göttlichen Offenbarung haben die Imame der lauteren Altvordern und die darauffolgenden (Khalaf) (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), den Iman aus dem Gesichtspunkt der Scharia, wie folgt bestimmt: Al-Aqd bil-Qalb wa Tasdiq bil-Lisan wal-Amal bil-Arkaan – Die fest Verknotete Überzeugung im Herzen, die Zustimmung mit der Zunge und die Ausführungen mit den Extremitäten.

    Es muss in diesem Kontext berücksichtig werden das der Begriff Iman sowohl isoliert angeführt wird und zuweilen mit anderen Begriffen, wie „Islam“, „Rechtschaffene Handlung“ (Amal al-Salihat) oder „jenen denen Kenntnis gegeben wurde“ (al-Ladhina utu al-Illm) in den geoffenbarten Texten in Relation steht. Die Rechtschaffenen Imame der Ahlu Sunnah Wal Jammah haben basierend auf diesem Grundsatz, das angehende Linguistische Prinzip dargelegt: „Wenn sie aufeinandertreffen, dann trennen sie sich. Und wenn sie sich trennen, dann treffen sie aufeinander“ Die Terminologische Bedeutung basiert auf diesen Linguistischen Prinzip, weshalb im Lichte dieser Untersuchung das Augenmerk auf dem Gebrauch des Begriffs Iman im Heiligen Koran und der authentischen Sunnah gerichtet wird, um die Wirklichkeit des Iman im Herzen unantastbar zu verknoten.

    Vorausgesetzt es (Iman) wird isoliert – von den vorab aufgezählten Begriffen – angeführt, impliziert es sowohl die Bedeutung der anderen Begriffe. Dagegen wenn es in Relation mit den anderen Begriffen angeführt wird, steht jeder dieser Begriffe für seine Individualistische Bedeutung. Die isoliert angeführte Bedeutung von Iman beinhaltet demzufolge: die Äußerungen des Herzen, wie der Glaube an Allah, Seine Engel, Seine Schriften etc.; seine (des Herzens) Handlungen, wie die Loyalität und Lossagung (al-Wala wal-Bara), Absicht (Niyyah), Aufrichtigkeit (al-Ikhlas), Liebe zu Allah (Hubbullaahi) und Hingabe (al-Inqiyad), ; sowie die Rechtschaffenheit; Gottesfurcht (al-Taqwa); und Islam, d.h. die Äußerlichkeiten: die verbale Bekräftigung des Glaubensbekenntnis, einzig und allein Allah zu Dienen, den Allerhabenen nimmer etwas bei zugesellen, sowie all die anderen Handlungen durch die Extremitäten, wie das Gebet, Fasten, Pilgerfahrt, Pflichtabgabe, Dschihad etc. Hingegen wenn sie (die Begriffe) in Relation zueinander angeführt werden stehen sie für ihre Individuelle Bedeutung; Iman beinhaltet ausschließlich die Äußerungen und Handlungen des Herzens; Islam beinhaltet ausschließlich die Äußerlichkeiten durch die Extremitäten und Zunge.

    Hodschatul al-Imam Abu Hamid Muhammad al-Ghazali asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) legt dieses Prinzip, wie folgt dar: „Der zweite Gesichtspunkt Behandelt die fachspezifische Bedeutung, der zwei Begriffe im Kontext des Heiligen Koran und der Sunnah. Die Wahrheit dieser Angelegenheit ist, dass das Schar’i Gesetzt (Koran und Sunnah), die zwei Begriffe als untereinander austauschbare Synonyme verwendet, sowie als verschiedenen Begriffe, mit unterschiedlichen Bedeutungen und als in Beziehung stehende Begriffe, wo der eine Teil ein Bestandteil des anderen darstellt.“[1]

    ______________________________________

    [1] Ihya Ulum al-Din, Kitab al-Qaw'id al-Aqa'id, S.49


    Fortsetzung Folgt - So Allah will - heute Abend

  4. #4
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    Um - So Allah Will - fortzufahren:


    In der Überlieferung als der Erzengel Gabriel (Friede sei mit ihm) in Gestalt eines Menschen den Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) aufsuchte, um von Ihn verschiedene Erkundungen einzuholen, ist ein Beispiel für die Relationierung der Begrifflichkeiten. Amir al-Muminin Umar Ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sprach: „Eines Tages, während wir bei Allahs Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) saßen, erschien ein Mann vor uns, mit sehr weißen Gewändern und sehr schwarzem Haar. An ihm war keine Spur der Reise zu sehen, und von uns kannte ihn keiner. Schließlich setzte er sich zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) lehnte seine Knie gegen dessen Knie, legte seine Handflächen auf dessen Oberschenkel und sagte: „O Muhammad, unterrichte mich über Islam.“ Da sagte Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Islam ist, dass du bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Allah, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dass du das Gebet verrichtest, die Zakat gibst, im Ramadan fastest und zum Hause pilgerst, wenn es dir möglich ist.“ Er sagte: „Du hast recht gesprochen,“ und wir waren erstaunt, das er (Mann) ihn fragte und sagte er spräche recht. Er sagte: „Erzähle mir von Iman.“ Er sagte: „Du sollst an Allah glauben, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten, und den Letzten Tag, und an die Göttliche Vorsehung, das Gute und das Böse davon.“ Er sagte: „Du hast recht gesprochen.[...]Dann ging er fort und ich blieb für eine Weile. Dann sagte er: „O Umar, weißt du, wer der Fragende war?“ Ich sagte: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Er was Gabriel, er kam zu dir, um dir deinen Din (Lebensordnung) zu lehren.“[1] Mit Iman in diesem Kontext sind ausschließlich die Überzeugungen der Islamischen Aqida, durch das Herz gemeint und Islam beinhaltet ausschließlich, die Äußerlichkeiten der Zunge und Extremitäten. Denn die Begrifflichkeiten werden in Relation zueinander angeführt, wodurch sie jeweils ihre Individuelle Bedeutung implizieren. Diese Überlieferung belegt zudem, dass der Gebrauch des Iman und Islam sowohl unterschiedliche Begriffe als auch zusammenhängende Begriffe darstellen, wo jeweils ein Teil des anderen darstellt. Dies ist deshalb so bedingt da Allah, der Allerhabene, im Heiligen Koran den Islam als Din (Lebensordnung) bezeichnete, wohingegen Sein Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) in der zu vorigen Überlieferung, den Iman, Islam und Ihsan als Din (Lebensordnung) bezeichnete.

    Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) entgegnete seine Fragen und sprach sodann zu seinen Gefährten (Allahs Wohlgefallen auf ihnen), die bei Ihn waren, dass dies Gabriel (Friede sei mit ihm) war, der herankam, um euch euren Din (Lebensordnung) zu Lehren. Gemäß dem Worten des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) besagt dies, dass die Religion (al-Din), Islam, Iman und Ihsan ist. Es gibt Muslime, über sie kommen die Mu’minun und die Gewaltigste Stufe sind die Muhsinin. Iman umfasst Definitiv all jene Sachen, die unter den Islam kommen und Ihsan umfasst all das, was unter Iman und Islam kommt.“[2]

    Al-Hafidh Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Es sind die Handlungen, die Allah im Heiligen Koran, als Din (Lebensordnung) bezeichnet hat. Wohingegen in der Überlieferung von den Erzengel Gabriel, der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm), den Islam, Iman und Ihsan, als Din (Lebensordnung) bezeichnete. Dies Beweist, dass wenn einer der Zwei Begriffe (Islam und Iman) Individuell angeführt werden, die Bedeutung des anderen umfasst wird. Die Begriffe unterscheiden sich jedoch, wenn beide gemeinsam angeführt werden...“[3]

    Desweiteren finden wir im Heiligen Koran eine Vielzahl von Versen, indem die Begriffe Islam und Iman in Relation zueinander angeführt werden, wie in den Worten, des Segensreichen:

    {"Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die Gläubigen (Mu’min) Männer und die Gläubigen (Mu’min) Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die (Allahs häufig) gedenken - Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet."(Sure al-Ahzab, Vers.35) }

    Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abul Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt folgendes in Bezug auf die Relation der Begrifflichkeiten (Iman und Islam): „Wenn Iman und Islam gemeinsam erwähnt werden, steht der Begriff Islam für die Äußeren Handlungen: Das aussprechen des Glaubensbekenntnisses, die Einheit Allahs und die Gesandtschaft Muhammads mit der Zunge zu bezeugen, das Gebet, die Pflichtabgabe, das Fasten, die Pilgerfahrt. Der Begriff Iman steht für jenes was im Herzen verankert ist: Den Glauben an Allah, an die Engel, an die Schriften, seine Propheten und Gesandten und den Tag der Auferstehung. Ein Beispiel dafür, ist die von Imam Ahmad Ibn Hanbal (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Verzeichnete Überlieferung von Anas Ibn Malik (Allahs Wohlgefallen auf ihm), dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: Der Islam ist etwas Äußerliches und der Iman ist etwas Inneres“.[4]

    Und, der Segensreiche, sagt:

    {"Die Wüstenaraber sagen: „Wir glauben (Amanna).“ Sprich: „Ihr glaubt nicht (Lam tu’minu)“, sagt vielmehr: „Wir haben den Islam (Aslama) angenommen“." (Sure al-Hugurat, Vers.14) }

    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) verdeutlicht den zuletzt angeführten Vers, wie folgt: „Einige Leute haben bezüglich der Wörter angemerkt:{ „Wir haben den Islam (aslama) angenommen“},dass sie sich nur nach außen ergaben, obwohl sie in Wahrheit Heuchler waren bzw. sind. Dies ist eine Auslegung[5]. Die andere Auslegung, ist Allgemeiner Akzeptiert und zudem Stärker, dies ist, dass sie keine Heuchler sind, wenn auch ihr vollkommener Glaube in demselben Sinn bestritten worden ist, wie es von einen Mörder, Unzucht begehender, Dieb und einem Lügner bestritten wird. Der Kontext des Verses, unterstützt ebenfalls diese Auslegung. Vom Anfang an der Sure bis zu jenem Vers, beschränkt sich die Behandlung auf Schlechte Handlungen und die daraus resultierenden Folgen, die jene erliegen werden, die solch etwas begehen. Nirgends wurden die Heuchler erwähnt. Ferner hat Allah, nach den Wörtern hinsichtlich der Behandlung gesagt:{„Die (wahren) Gläubigen sind diejenigen, die an Allah und seinen Gesandten glauben und hierauf nicht (wieder unsicher werden und) Zweifel hegen, und die mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Allahs willen Krieg führen. Sie sind es, die es ehrlich meinen.“ (Sure al-Hugurat, Vers.15)} Dies bedeutet, dass die Wahren und vollkommenen Gläubigen jene Qualitäten verfügen, aber nicht die Wüstenaraber, welche keinen vollkommenen Glauben hatten.“[6]

    __________________________________________________ ___

    [1]Abu’l Hussein Asakir-ud-Din Muslim an-Naisaburi, al-Dschami as-Sahih, Nr.1
    [2] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.299
    [3] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.40-41.
    [4] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:14
    [5] Abu Hamid Muhammad al-Ghazali vertrat diese Auslegung, wie es in Kitab al-Qaw’id al-Aqa’id verzeichnet ist: „Dies bedeutet, dass sie (die Wüstenaraber) sich ausschließlich nur nach außen hin ergeben haben.“
    [6] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.301-302


    Fortsetzung Folgt - So Allah Will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (09.02.2010 um 04:14 Uhr)

  5. #5
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    Desweiteren wird der Begriff Iman in Relation zu den Rechtschaffenen Handlungen (Amal al-Salihat) angeführt, wie in den Worten, des Segensreichen:

    {"Jene jedoch, die da glauben (Amannu) und Rechtschaffene Werke (Amilu al-Salihati) tun, wird ihr Herr um ihres Glaubens willen leiten. Bäche werden unter ihnen in den Gärten der Wonne fließen." (Sure Yunus, Vers.9)}

    {"Und den, der an Allah glaubt und recht handelt, wird Er in Gärten führen, durch die Bäche fließen, worin (er) auf ewig verweilen wird. Allah hat ihm wahrlich eine treffliche Versorgung gewährt." (Sure al-Talaq, Vers.11) }

    In diesen Worten verkörpern die Begrifflichkeiten Iman und Amal-al-Salihat jeweils ihre individualistische Bedeutung. Dies ist aus diesem Grunde bedingt, da der Satz {„Und den der[...] recht handelt[...]“}, auf dem Satz {„[...]der an Allah glaubt[...]“}, zurückgeführt wurde. Denn in der arabischen Grammatik werden lediglich die Dinge gemeinsam in Relation gesetzt, die zueinander in Differenzierter Bedeutung stehen. Im Bezug des genannten bedeutet folglich Iman in diesem Versen, die Anerkenntnis der Überzeugungsinhalte aus dem Herz heraus und Amal al-Salihat steht für die Rechtschaffenen Handlungen durch die Extremitäten, die der Diener Allahs vollzieht, um Sein Wohlgefallen zu erlangen.

    Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Im zweiten Fall wo die Rechtschaffenen Handlungen in Relation zum Iman stehen, Impliziert dass Iman sich von Amal (Handlung) unterscheidet, auch wenngleich ihr Prädikat dasselbe ist. Die Unterschiede haben jedoch variierende Grade. Der stärkste Grad ist zwischen zwei Sachen welche nicht das dasselbe sind und von denen keiner ein Bestandteil des anderen ist, noch hat es irgendetwas Gemeinsames mit den anderen oder impliziert es. Der Unterschied Existiert, zum Beispiel, zwischen den Sachen, die in den Versen vereinigt worden sind: {"Alles Lob gebührt Allah, Der Himmel und Erde erschaffen und die Finsternisse und das Licht gemacht hat. (Sure al-An'am, Vers.1) }Und, Er Sagt: {"Und Er hat die Thora und das Evangelium herabgesandt." (Sure al-Imran, Vers.3)} Dies ist die gängige Bedeutung des Unterschieds. Die andere Differenz ist die, die in den Sachen gefunden wird, die sich gegenseitig implizieren. Dies wird durch die folgenden Verse Illustriert: {"Und mischt nicht Wahrheit mit Unrecht durcheinander! Und verschweigt nicht die Wahrheit, wo ihr (sie) doch kennt." (Sure al-Baqara, Vers.42)} Auch sagt Allah: {"Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten."(Sure an-Nisa, Vers.59)} Die dritte Differenz ist wo eine Sache in Verbindung mit etwas anderen steht, wie in den Versen: {"Haltet die Gebete ein, sowie das mittlere Gebet. Und steht in demütiger Ergebenheit vor Allah." (Sure al-Baqara, Vers.238)} Auch sagt, der Segensreiche:{ "Wer auch immer zum Feind wurde gegen Allah und Seine Engel und Seine Gesandten und Gabriel und Michael, so ist wahrlich Allah den Ungläubigen ein Feind." (Sure al-Baqara, Vers.98)} Auch sagt Allah: {"Und dann gingen Wir mit den Propheten den Bund ein und mit dir und mit Noah und Abraham und Moses und mit Jesus, dem Sohn der Maria." (Sure al-Ahzab, Vers.7) } Diese Differenz wurde durch verschiedene Wege Dargelegt. Das erste ist, dass die zweite Sache (Begriff) in der ersten Sache (Begriff) eingeschlossen wird und deshalb gemeinsam angeführt wird. Zweitens und Drittens ist, dass die zweite Sache (Begriff) in den Speziell erwähnten Fall nicht ins erste eingeschlossen wird, trotz der Tatsache, dass es im Prinzip ins erste eingeschlossen wird, sofern es allein angegeben wird. Die Leute haben die Wortverbindung, wie {"al-fuqara wa al-masakin" (Sure at-Tawba, Vers.60)}, sowie die anderen auf diese Art und Weise interpretiert. Es ist augenscheinlich, dass sich die Bedeutung unterscheidet, sofern man zwei Begriffe zusammen Assoziiert oder man sie eigenständig erwähnt. Der vierte Unterschied befindet sich, wenn eine Sache mit sich selbst in Bezug auf zwei seiner unterschiedlichen Qualitäten oder Eigenschaften vereinigt wird.“ [1]

    _____________________________________

    [1] Scharh Al-Aqida At-Tahawiya, S.297


    Fortsetzung Folgt - So Allah Will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (09.02.2010 um 06:35 Uhr)

  6. #6
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    Nachdem nun – so Allah will – die eine (Spezifische) Bedeutung des Iman offensichtlich dargelegt worden ist, wenden wir uns der Allgemeinen[1] Bedeutung hin. Wenn Iman isoliert angeführt wird, implizierst es sowohl die Gottesfurcht (Taqwa), Rechtschaffenheit und Islam mit ein. Ein Paradebeispiel diesbezüglich gibt Abu’l Qasim al-Junaid Bin Muhammad az-Zujjaj (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) durch folgende Aussage: „Tawhid sind die Äußerungen des Herzens und Tawwakul sind die Handlungen des Herzens“[2] In diesem Kontext meinte al-Junaid mit Tawhid den grundlegenden Glauben, denn er erwähnte es in Relation mit Tawwakul, doch sofern es isoliert erwähnt wird, impliziert es (Tawhid) die Äußerungen des Herzens, sowie seine Handlungen und Tawwakul ist die Vollkommenheit von der Vollkommenheit des Tawhid. Ein weiteres diesbezügliches Paradebeispiel stellen die zwei Zeugnisse (Shahadatan) da, denn Werfen wir ein Blick auf die folgende Aussage des Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Mir wurde der Befehl auferlegt, die Menschen solange zu bekämpfen, bis sie die Worte sprechen: La Ilaha Illa Allah (Es ist kein Anbetungswürdiger, außer Allah vorhanden)“[3], wird offensichtlich das sofern jemand „La Ilaha Illa Allah“ bezeugt, aber im selben Atemzug das Prophetentum Muhammad’s leugnet, wird es für solch jemanden nicht die Möglichkeit geben, sich vor der Bekriegung in Sicherheit zu bringen. Denn Bekanntermaßen ist jeder dazu angehalten worden „La Ilaha Illa Allah“ auf die korrekte Art und Weiße zu bezeugen, dies indem man das Prophetentum Muhammad’s in Relation mit der Einheit Allahs – gemeinsam – bezeugt. Desgleichen wird jemand die Prophetenschaft Muhammad’s nicht bezeugen, außer er bezeugt das all jenes was Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) verkündete die Definitive Wahrheit darstellt. Dies wiederrum Impliziert die Einheit Allahs zu bezeugen. Hingegen sofern jemand die Einheit Allahs in Relation mit der Prophetenschaft Muhammad’s bezeugt, steht das erste Bekenntnis für das Zeugnis hinsichtlich der Einheit Allahs und das zweite (Bekenntnis) für das Zeugnis der Prophetenschaft Muhammad’s. Dasselbe Prinzip gilt für den Begriff Iman, vorausgesetzt es wird isoliert angeführt, impliziert es sowohl die Äußerlichkeiten (Islam) als auch die Innerlichen Handlungen. Deshalb wird gesagt: „Iman ist Äußerung (Qawl) und Handlung (Amal).“ Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erklärt diese Aussage, wie folgt: „Es herrscht eine vollkommene Übereinstimmung unter Ahlu Sunnah Wal Jammah hinsichtlich dessen, was Allah, der Segensreiche, von uns bezüglich beiden – Qawl und Amal – verlangt. Qawl umfasst sowohl das Bekenntnis (Iqrar) mit der Zunge und die Überzeugung (Tasdiq) im Herzen. Dies ist die Bedeutung von Qawl, in der Aussage „Iman ist Qawl und Amal.“[…] Desweiteren ist darauf verwiesen worden das Qawl aus zwei Kategorien besteht: Qawl des Herzen, mit der Überzeugung (al-I’tiqad) und Qawl mit der Zunge, durch das Verbale Bekenntnis des Glaubensbekenntnisses. Gleichermaßen besteht al-Amal aus zwei Kategorien: die Handlungen des Herzens (Amalu bil-Qalb), wie die Absicht (Niyyah), Aufrichtigkeit (Ikhlas) und die Handlungen der Extremitäten (Amalu bil-Arkaan). Wenn alle diese vier vergehen, vergeht auch der gesamte Iman. Sobald die Überzeugung im Herzen schwindet, so bringen die anderen drei Sachen, einer Person nichts: denn die Überzeugung ist die Bedingung, für die Rechtsgültigkeit und Signifikanz. Jedoch wenn jemand die Überzeugung im Herzen hat, aber die anderen Sachen nicht mehr existent sind, so ist dies der Aspekt, indem der Disput entsteht, ob solch eine Person noch ein Muslim ist oder nicht.“[4]

    __________________________________________________

    [1] Ibn Abi al-Izz sagt: „Iman im Lichte des Koran und der Sunnah kann sowohl aus dem Allgemeinen, als auch aus dem Spezifischen bestehen.“ [Scharh Al-Aqida At-Tahawiya, S.291]
    [2] Ahmad Ibn Taymiyah: al-Majmoo al-Fatawa, 7:186
    [3]:Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim an-Naisaburi: al-Dschami as-Sahih , Kitab al-Iman, Nr.30
    [4] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.284, 293




    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (13.02.2010 um 02:11 Uhr)

  7. #7
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    Eine Kleine Erweiterung zum sechsten eingeführten Text der Gepostet wurde - also der letzte -, zum Punkt, wo der vergleich mit das Glaubensbeketnnis angeführt wurde:

    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert dies, wie folgt: „Wenn Islam und Iman gemeinsam angeführt werden, ist dies ein anderer Fall, als wenn einer ohne den anderen erwähnt wird. Der Islam ist zu Iman, wie die zwei Zeugnisse – die Bezeugung, der Gesandtschaft Muhammad’s in Relation hinsichtlich der Bezeugung der Einheit Allahs – welche aneinander sind. Im Kern sind diese zwei Bezeugungen, zwei differenzierte Dinge, jedoch das Konzept und deren Auswirkungen des einen, werden assoziiert, mit den Konzept und Auswirkungen des anderen. Der Gleiche Fall ist mit Islam und Iman. Niemand kann Iman besitzen ohne Islam oder Islam ohne Iman. Der Islam muss gewissermaßen in Ordnung sein, um zu beweisen, dass man Iman hat, genauso wie sein Iman in Ordnung sein muss, um den Islam von jemand zu bestätigen.“[1]

    __________________________________________________ __

    [1] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.301
    Geändert von Abu_Taymiyyah (14.02.2010 um 04:32 Uhr)

  8. #8
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    Noch eine hinzufügung bezüglich des fünften geposteten Text:
    sowie die anderen auf diese Art und Weise interpretiert. Es ist augenscheinlich, dass sich die Bedeutung unterscheidet, sofern man zwei Begriffe zusammen Assoziiert oder man sie eigenständig erwähnt. Der vierte Unterschied befindet sich, wenn eine Sache mit sich selbst in Bezug auf zwei seiner unterschiedlichen Qualitäten oder Eigenschaften vereinigt wird.“

    Erweiterung:


    Desweiteren sind in der authentischen Sunnah allerlei Überlieferung vorhanden, indem diese Begrifflichkeiten in Relation zueinander stehen, wodurch beide ihre Spezifische Bedeutung umhüllen, etwa wie in den darauffolgenden Aussprüchen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): Anlässlich eines Totengebets, machte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) jenes Bittgebet, welches Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) Tradiert: „Oh Allah, von wem auch immer, du Leben schenkst, so Bewillige ihn ein Leben im Islam und wem auch immer, du unser Ableben herbeiführst, nehme sie ihn in einen Zustand während er Iman hat.“[1]
    Al-Hafidh Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert dieses Bittgebet folgendermaßen: „Dies ist derart, weil im Laufe seines Daseins die Möglichkeit gegeben ist (Äußerliche) Handlungen auszuführen, dagegen im Augenblick wenn der Tod einkehrt mit Ausnahme des Iman im Herzen nichts anderweitiges verbleibt. Aus diesem Gesichtspunkt heraus, meinten die vertrauenswürdigen Gelehrten: ‚Jeder Mu'min ist ein Muslim. Wer auch immer den Iman vollendet hat und dies fest im Herzen Etabliert ist, beginnt die (Äußerlichen) Handlungen des Islam auszuführen.‘[…] Allerdings ist nicht jeder Muslim ein Mu'min. Denn der Iman könnte noch Schwach sein, weil er die Stufe des vollkommenen Iman noch nicht erreicht hat, ungeachtet seiner Ausführungen des Islams durch die Extremitäten. In diesem Fall ist solch jemand ein Muslim, doch kein Mu'min mit vollkommenen Iman.“[2]

    Desweiteren wurde vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) folgende Aussage Tradiert: „Oh Allah zu Dir unterwerfe (Aslamtu) Ich mich und an Dich Glaube (Amantu) Ich.“[3]Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt nach der Anführung dieser Überlieferung: „Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat den Islam hinsichtlich der Äußeren Handlungen und den Iman hinsichtlich der Überzeugung an die fünf Fundamente ausgeführt. Daraus wird erkennbar das sofern sie gemeinsam erwähnt werden, sie derart darzulegen sind, wie der Gesandte (Allahs Segen und Friede auf ihm) es tat.“[4]

    ________________________________________________

    [1] Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, B.2, Nr.368; Abu Dawud Sulaiman Ibn Aschath : Sunan Abu Dawud, Kitab al-Jana'iz, Nr.3201; Abu Isa at-Tirmidhi: Dschami at-Tirmidhi, Kitab al-Jana'iz, Nr.1032; Abu Abdullah Ibn Madscha: Sunan Ibn Madscha, Kitab al- Jana'iz, Nr.1498
    [2] Jami al-Ulum wal-Hikam, S.41f
    [3] Ein Teil einer Überlieferung; Abu’l Hussein Asakir ud-Din Muslim: Dschami as-Sahih, Kitab as-Salat, Nr.1691; Ahmad Ibn Hanbal: al-Musnad, B.3, Nr.298, 308, 358; Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary: Kitab at-Tawhid, Nr.534
    [4] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.300
    Geändert von Abu_Taymiyyah (14.02.2010 um 05:43 Uhr)

  9. #9
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    Um - so Allah will - fortzufahren:


    Dasselbe Prinzip gilt – wie dargelegt – für den Begriff Iman: vorausgesetzt es wird isoliert angeführt, impliziert es sowohl die Äußerlichen als auch die Innerlichen Handlungen mit ein. Deshalb wird gesagt „Iman ist Äußerung (Qawl) und Handlung (Amal).“ Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erklärt diese Aussage, wie folgt: „Es herrscht eine vollkommene Übereinstimmung unter Ahlu Sunnah Wal Jammah hinsichtlich dessen, was Allah, der Segensreiche, von uns bezüglich beiden – Qawl und Amal – verlangt. Qawl umfasst sowohl das Bekenntnis (Iqrar) mit der Zunge und die Überzeugung (Tasdiq) im Herzen. Dies ist die Bedeutung von Qawl, in der Aussage „Iman ist Qawl und Amal.“[…] Desweiteren ist darauf erwiesen worden das Qawl aus zwei Kategorien besteht: Qawl des Herzen, mit der Überzeugung (al-I’tiqad) und Qawl mit der Zunge, durch das Verbale Bekenntnis des Glaubensbekenntnisses. Gleichermaßen besteht al-Amal aus zwei Kategorien: die Handlungen des Herzens (Amalu bil-Qalb), wie die Absicht (Niyyah), Aufrichtigkeit (Ikhlas) und die Handlungen der Extremitäten (Amalu bil-Arkaan). Wenn alle diese vier vergehen, vergeht auch der gesamte Iman. Sobald die Überzeugung im Herzen schwindet, so bringen die anderen drei Sachen, einer Person nichts: denn die Überzeugung ist die Bedingung, für die Rechtsgültigkeit und Signifikanz. Jedoch wenn jemand die Überzeugung im Herzen hat, aber die anderen Sachen nicht mehr existent sind, so ist dies der Aspekt, indem der Disput entsteht, ob solch eine Person noch ein Muslim ist oder nicht.“[1]

    Im Heiligen Koran sind allerlei von Versen vorhanden, indem Iman aus dem Gesichtspunkt der Allgemeinen Bedeutung angeführt wird:

    {Gläubig sind wahrlich diejenigen, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, und die in ihrem Glauben gestärkt sind, wenn ihnen Seine Verse verlesen werden, und die auf ihren Herrn vertrauen. Das sind jene, die das Gebet verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen gegeben haben. Diese sind die wahren Gläubigen. Sie genießen (die hohe) Wertschätzung ihres Herrn sowie Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung. (Sure al-Anfal, Vers.2-4) }

    {"Und weshalb sollten wir nicht an Allah glauben und an die Wahrheit, die zu uns gekommen ist, wo wir innig wünschen, dass unser Herr uns zu den Rechtschaffenen zählen möge?" (Sure al-Maida, Vers.84)}

    _____________________________________________

    [1] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.284, 293
    Geändert von Abu_Taymiyyah (16.02.2010 um 04:45 Uhr)

  10. #10
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    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) berichtet zum Vers: {"Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet; Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag[…]" (Sure al-Baqara, Vers.177)}, folgende Begebenheit: „Es ist berichtet worden, dass der Offenbarungsanlass des Verses 2:177 war, dass die Leute fragten: „Was ist Iman?“ Als Antwort auf diese Frage, wurde dieser Vers herabgesandt:{ "Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet; Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Besitz - obwohl man ihn liebt - den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und (für den Freikauf von) Sklaven, dass man das Gebet verrichtet und die Zakat entrichtet. Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben; und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind." (Sure al-Baqara, Vers.177) }Muhammad Ibn Nasr Tradiert von Ishaq Ibn Ibrahim von Abdullah Ibn Yazid al-Muqri und al-Mala'i von al-Man'udi durch al-Qassim, dass ein Mann zu Abu Dharr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) kam und ihn Fragte: „Was ist Iman?“ Er rezitierte denselben Vers: {"Es ist keine Frömmigkeit[…]."}Der Mann erwiderte: „Ich fragte dich nicht danach.“ Abu Dharr sagte: „Ein Mann ging zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) und stellte dieselbe Frage, wie du sie mir stelltest, worauf der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) dieselben Worte rezitierte, die ich dir Zitierte. Daraufhin sagte der Fragende zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) dasselbe, wie du es tatest. Als der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) bemerkte, dass der Fragende Mann unzufrieden war, sagte Er (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Gläubig (Mu'min) sind jene die wenn sie Gutes begehen und dabei Hofft, dafür Belohnt zu werden und jene die sich betrübt fühlen wenn sie tadelnswertes begehen und dabei befürchtet Bestraft zu werden[1].“[2]

    Allah, der Segensreiche, sagt:

    {"Nur jene glauben an Unsere Zeichen, die sich, wenn sie an sie gemahnt werden, niederwerfen und das Lob ihres Herrn preisen; und sie sind nicht hochmütig." (Sure as-Sagda, Vers.15)}

    Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Worte, wie folgt: „Es sind zahlreiche Verse im Koran existent, die die Angelegenheit hervorhebt, dass der Iman die Handlungen umfasst. […]So erklärte Er den Iman aller anderen ab. Wer nun mit dem Koran ermahnt wird, jedoch nicht tut, was Allah ihn auferlegt hat, sich niederzuwerfen, der gehört nicht zu den Gläubigen. Und die Niederwerfung in den fünf (Pflicht)gebeten ist mit Konsens der Muslime eine Pflicht. Was die Niederwerfung der Rezitation angeht, so herrscht darin Uneinigkeit. Jene, die die Niederwerfung der Rezitation als Pflicht sehen, argumentieren mit diesem (oben erwähnten) Vers.“[3]

    Auch sagt, der Allerhabene:

    {"Die Gläubigen sind nur jene, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und dann nicht (am Glauben) zweifeln und sich mit ihrem Besitz und ihrem eigenen Leben für Allahs Sache einsetzen. Das sind die Wahrhaftigen." (Sure al-Hugurat, Vers.15)
    } -
    {"Nur diejenigen sind Gläubige, die an Allah und an Seinen Gesandten glauben, und diejenigen, die, wenn sie in einer für alle wichtigen Angelegenheit bei ihm sind, nicht eher fortgehen, als sie ihn um Erlaubnis (dazu) gebeten haben. Die, die dich um Erlaubnis bitten, sind diejenigen, die (wirklich) an Allah und Seinen Gesandten glauben. Wenn sie dich also um Erlaubnis für irgendeine eigene Angelegenheit bitten, so erteile dem von ihnen die Erlaubnis, dem du willst, und bitte Allah für sie um Verzeihung. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig." (Sure an-Nur, Vers.62)}

    {"Allah verzeiht dir! Warum erlaubtest du ihnen (zuLügner rückzubleiben), bis die, welche die Wahrheit sagten, dir bekannt wurden und du die erkanntest? Diejenigen, die an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, bitten dich nicht um Erlaubnis, nicht mit ihrem Gut und ihrem Blut kämpfen zu müssen, und Allah kennt diejenigen recht wohl, die (Ihn) fürchten. Nur die werden dich um Erlaubnis bitten, (dem Kampf fernzubleiben,) die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und deren Herzen voller Zweifel sind; und in ihrem Zweifel schwanken sie." (Sure at-Tauba, Vers.43-45)}

    Nachdem Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) die angeführten Verse erwähnt, führt er folgendes aus: „Allah, gepriesen ist Er, stellte klar, dass der Iman notwendige und gegensätzliche Aspekte besitzt, die die Bestätigung seiner notwendigen Aspekte und die Negierung (all) seiner Gegensätze herbeiführen. Zu den Gegenüberstellungen des Iman gehört das Bezeigen der Zuneigung jener, die Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandeln. Ebenfalls gehört zu den Gegenüberstellungen des Iman das Bitten um Erlaubnis den Dschihad zu unterlassen. Hierauf erklärt Er, dass das das Bitten um Erlaubnis nur von jenen stammen kann, welche nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben.“[4]


    ___________________________________________

    [1] Al-Hakim an-Naisaburi: Al-Mustadrak alaa al-Sahihain, 1:14; Al-Hakim an-Naisaburi Klassifiziert diese Überlieferung als Sahih; Muhammad adh-Dahabi bestätigt sein Urteil in Mukhtasar al-Mustadrak li al-Hakim
    [2] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.298
    [3] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:158
    [4] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:158
    Geändert von Abu_Taymiyyah (16.02.2010 um 04:53 Uhr)

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