Linguistische Definition von Iman
Linguistisch involviert Iman einerseits die Zuverlässigkeit (al-Amanah), Sicherheit (al-Aman), als auch das Geben von Sicherheit (al-Amn) und anderseits die Bestätigung (at-Tasdiq) – bzw. der Glaube. Es ist aus der Wortwurzel „al-Amn“ bzw. „al-Aman“ ein abgeleiteter Infinitiv, was die Bedeutung von „sicher sein“ beherbergt.
Erste Bedeutung:
Die erste Bedeutung aus dem Linguistischen Gesichtspunkt ist die, der Sicherheit, Zuverlässigkeit, als auch etwas mit Gewissenhaftigkeit als Wahrhaftig anzusehen:
Al-Qadi al-Imam Muhammad Ibn Mandhur al-Ansari al-Afriqi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Das Wort Iman stammt aus der Wortwurzel „al-Amn" bzw. „al-Aman“ und es bedeutet mit Gewiss etwas als Wahrhaftig anzusehen.“[1]
Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt folgendes: „Bezüglich der Bedeutung, wird Iman aus „al-Amn“ abgeleitet, was Ruhe und Sicherheit bzw. Gelassenheit (Tamaniyyah) bedeutet[...] Der Sadiq, d.h. der Wahrheit sprechende, fühlt die Ruhe im Herzen während er die Wahrheit redet, wohingegen der Lügner diese Ruhe nicht besitzt. Aus diesem Grund haben wir das Sprichwort: „Wahrhaftigkeit ist Ruhe (Frieden) und Lügen ist Qual.“ Der Mu’min tretet in die Ruhe als der Muqirr – tritt Gelassenheit (Qurr) ein.“[2]
Allah, der Allerhabene, sagt:
Der sie speist, nachdem sie gehungert haben, und ihnen Sicherheit (Amanahum) gewährleistet, nachdem sie in Angst lebten! (Sure al-Quraisch, Vers.4)
Shahid Sayyid Qutb (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „[...]Da sie keineswegs übersehen konnten, welch großer Wert der ihnen eingeräumten Sicherheit (Amanahum) durch das Haus Allahs beizumessen war, hätte sich ein tiefes Schamgefühl ihrer bemächtigen sollen, als sie durch diese Sure an all das erinnert wurden. In Momenten der Gefahr und Angst pflegten sie nur `den Herrn des Hauses` anzurufen und um Hilfe anzuflehen.[...]“[3]
Zweite Bedeutung:
Die andere Bedeutung involviert die Bestätigung bzw. der Glaube (at-Tasdiq) an die Wahrheit und diese in die Praxis zu realisieren.
Al-Mujaddid Abu Dschafar Muhammad Ibn Jareer at-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt in seiner Berühmten Koran-Exegese, bezüglich der Worte Allahs:"[...]die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen beschert haben[...]" (Sure al-Baqara, Vers.3)
, folgendes aus: „Iman ist für die Araber eine Beglaubigung der Wahrheit (at-Tasdiq): jemand der Verbal, die Wahrheit von etwas beglaubigt, wird als Gläubiger daran bezeichnet und jemand der die Wahrheit seiner Aussage durch sein Handeln beglaubigt, wird als Gläubiger bezeichnet. Demzufolge die Wörter Allahs (wo die Söhne Jakobs, die Geschichte von Josephs verschwinden vor ihrem Vater fabrizierten):
"Aber du glaubst uns wohl nicht, auch wenn wir die Wahrheit sagen." (Sure Yusuf, Vers.7)
, bedeutet, du würdest nimmer die Wahrheit auf jenes Beglaubigen, was wir Aussagten.“ [4]
Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abul Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Linguistisch drückt Iman die Bestätigen (Tasdiq) aus.“[5]Und der Imam führt ebenfalls aus: „Die Brüder von Joseph (Friede sei auf ihm) sagten zu ihrem Vater:„Ma anta bi mu’min lana – du wirst uns doch nicht glauben“ (Sure Yusuf, Vers.17)
, d.h. du wirst nicht Akzeptieren oder bestätigen, was wir sagen (Muqirr lana wa musaddiq lana). Sie (die Brüder) sagten diese Wörter, weil sie etwas berichteten, was in Absenz ihres Vaters vorfiel. Diesbezüglich sind noch viele andere Beispiele vorhanden, wie:
"Sollen wir dir glauben (Anu’minu laka), wo es (doch nur) die Niedrigsten sind, die dir folgen?" (Sure as-Su’ara, Vers.111)
Auch:
"Sollen wir an zwei uns gleichen Menschen glauben (Anu’minu), wo ihr Volk uns doch dienstbar ist?" (Sure al-Mu’minun, Vers.47)
Sowie:
"Und wenn ihr mir nicht glaubt, so haltet euch von mir fern." (Sure ad-Duhan, Vers.21)
Und:
"Und niemand bekannte (Amana) sich zu Moses, bis auf einige junge Menschen aus seinem Volk[...]" (Sure Yunus, Vers.83)
“[6]
Hodschatul Islam al-Imam Abu Hamid Muhammad al-Ghazali asch-Schafi‘i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Linguistisch besagt Iman einer Sache Zuzustimmen (al-Tasdiq). Allah, der Allerhabene sagt:"Aber du wirst uns nicht glauben" (Sure Yusuf, Vers.17)
, was so viel, wie das dasselbe ist, als würde er sagen, dass er ihre Nachricht nicht Akzeptiert.“[7]
Imam Sa'ad al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Iman/Linguistisch bedeutet es Bestätigung (at-Tasdiq), d.h. die Meinung eines Berichterstatters anzuerkennen (al-Idh'an), es zu akzeptieren und es als Wahrheit zu erachten.“[8]
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[1] Lisan al-Arab
[2] Majmoo al-Fatawa, 7:530
[3] Fi Dhilal al-Quran, 18:264
[4] Al-Musamma Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Qur'an
[5] Al-Aqidat’ul Hamawiyyah, S.40
[6] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:529
[7] Ihya Ulum al-Din, Kitab al-Qaw'id al-Aqa'id, S.49
[8] Scharh al-Aqida al-Nasafiyya, S.116



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