Die Realität des Glaubens an die Gesandten
Frage (Nr. 8929):
Was bedeutet es, an die Gesandten zu glauben?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Der Glaube an die Gesandten beinhaltet vier Dinge:
1. Der feste Glaube daran, dass Allah zu jeder Nation einen Gesandten von ihnen selbst schickte, um sie dazu aufzurufen, Allah allein zu dienen und alles abzulehnen, was an Seiner Stelle verehrt wird, und dass sie (die Gesandten) allesamt ehrlich waren, Verkünder der Wahrheit, rechtschaffen, weise, fromm und aufrichtig, und dass sie alles, womit Allah sie sandte, verkündeten, ohne etwas zu verschweigen oder zu ändern. Sie fügten auch nicht einen Buchstaben von sich selbst aus hinzu oder ließen etwas aus.
„… Obliegt denn den Gesandten etwas anderes als die deutliche Übermittlung (der Botschaft)?“ (16:35, ungefähre Bedeutung)
Ihre Botschaft war dieselbe, vom ersten bis zum letzten von ihnen, basierend auf dem Prinzip des Tauhīd, d. h., dass alle Arten des Gottesdienstes nur Allah allein zustehen, Glaube, Worte und Taten gleichermaßen, und dass alles, was an Allahs Stelle angebetet wird, zurückgewiesen werden muss. Der Beweis dafür ist in den folgenden Versen zu finden (ungefähre Bedeutung):
„Und Wir haben vor dir (oh Muhammad) keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: `Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir (allein und niemandem sonst)!`“ (21:25)
„Und frage (oh Muhammad) wen von Unseren Gesandten Wir vor dir gesandt haben, ob Wir anstatt des Allerbarmers (andere) Götter (Ālihah) eingesetzt haben, denen man dienen soll.“ (43:45).
Und es gibt sehr viele ähnliche Āyāt.
Bezüglich der Pflichten, durch die Allah verehrt wird, und der untergeordneten Details des Rechts, Gebets und Fastens, so wurden sie einigen Völkern auferlegt und anderen nicht, und einige Dinge wurden den Einen verboten und den Anderen erlaubt, als eine Prüfung von Allah:
„(Er,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende.“ (67:2, ungefähre Bedeutung).
Der Beweis dafür ist der folgende Vers (ungefähre Bedeutung):
„… Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. ….“ (5:48).
Ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „(Dies bedeutet) Ein Weg und ein Pfad.“ Mujāhid, `Ikrimah und viele der Mufassirūn sagten Ähnliches.
In Sahīh al-Bukhāri (#3443) und Sahīh Muslim (#2365) wird berichtet, dass Abu Hurayrah sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Die Propheten sind wie Brüder von einem Vater, ihre Mütter sind verschieden, doch ihre Religion ist eine.` - d. h. die Propheten sind durch das Prinzip des Tauhīd vereint, die Botschaft, mit der Allah jeden Seiner Gesandten schickte, und die Er in jedem Seiner offenbarten Bücher verkündete, doch ihre Gesetze unterschieden sich hinsichtlich der Befehle und Verbote, hinsichtlich dessen, was erlaubt und was untersagt war.
Wer auch immer die Botschaft von einem von ihnen ablehnt, hat sie alle abgelehnt, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):
„Das Volk Nūhs bezichtigte die Gesandten der Lüge.“ (26:105).
Allah beschrieb sie als Ungläubige, die an keinen der Gesandten glaubten, obwohl es zu der Zeit, als sie ungläubig waren, keinen anderen Gesandten als Nūh gab.
2. Der Glaube an diejenigen der Gesandten, deren Namen wir kennen, wie z. B. Muhammad, Ibrāhīm, Mūsa, `Isa und Nūh (Frieden sei auf ihnen allen). Hinsichtlich derjenigen, die im Allgemeinen erwähnt wurden, deren Namen wir aber nicht kennen, sind wir verpflichtet, an sie im Allgemeinen zu glauben, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):
„Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten …“ (2:285)
„Wir haben doch bereits vor dir (oh Muhammad) Gesandte gesandt. Unter ihnen gibt es manche, von denen Wir dir berichtet haben, und unter ihnen gibt es manche, von denen Wir dir nicht berichtet haben. …“ (40:78).
Und wir glauben daran, dass der letzte Gesandte unser Prophet Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist und dass es keinen Propheten nach ihm geben wird, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):
„Muhammad ist nicht der Vater irgendjemandes von euren Männern, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten. Und Allah weiß über alles Bescheid.“ (33:40).
In al-Bukhāri (#4416) und Muslim (#2404) wird von Sa`d ibn Abi Waqqās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nach Tabūk auszog und er bestimmte `Ali zu seinem Stellvertreter (in Madīnah). `Ali sagte: „Du lässt mich zurück, verantwortlich für die Kinder und Frauen?“ Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) entgegnete: „Stellt es dich nicht zufrieden, dass du für mich bist wie Harūn es für Mūsa war? Doch es wird nach mir keinen Propheten geben.“
Allah bevorzugte ihn und wählte ihn für großartige Segnungen aus, wie sie keinem anderen Propheten gewährt wurden. Beispielsweise:
Und es gibt weitere besondere Gnaden, die ihm (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zuteil wurden:
- Allah entsandte ihn sowohl zu den Menschen als auch zu den Jinn, wohingegen jeder andere Prophet vor ihm nur zu seinen eigenen Leuten entsandt worden war.
- Allah unterstützte ihn gegen seine Feinde, indem Er innerhalb der Reichweite einer Monatsreise Furcht in deren Herzen pflanzte.
- Die Erde wurde für ihn zu einem Ort des Gebets und zu einem Mittel der Reinigung gemacht.
- Kriegsbeute wurde für ihn erlaubt, während sie keinem Propheten vor ihm gestattet wurde.
- Ihm wird die Position größerer Fürsprache bewilligt.
Wir sollten bedenken, dass der Glaube an die Gesandten wunderbare Früchte hervorbringt, wie z. B.:
- Der Glaube an die korrekten Überlieferungen, die von den Gesandten berichtet wurden.
- Das Befolgen der Gesetze des Gesandten, der zu uns entsandt wurde, nämlich des letzten Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), der zu allen Menschen geschickt wurde. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich (oh Muhammad) über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.“ (4:65).
Und Allah weiß es am besten.
- Wissen über die Barmherzigkeit Allahs gegenüber Seinen Dienern und Seine Sorge um sie, denn Er entsandte die Gesandten, um sie zum Wege Allahs zu führen und um ihnen zu zeigen, wie Allah angebetet werden muss, da der menschliche Verstand allein dies nicht wissen kann.
- Ihm für diesen großartigen Segen zu danken
- Die Gesandten (Frieden und Segen seien auf ihnen) zu lieben und zu verehren und sie auf die Art zu loben, die ihnen gebührt, denn sie sind die Gesandten Allahs, sie verehrten Ihn, übermittelten Seine Botschaft und waren aufrichtig zu Seinen Dienern.
Siehe A`lām al-Sunnah al-Manschūrah, 97-102; Scharh Usūl al-Thalāthah von Scheikh ibn `Uthaymīn, 95, 96.
Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid
Geändert von Abdu ar Rahman (04.02.2010 um 17:42 Uhr)