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Thema: Die Islamische Aqida

  1. #1
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    Die Islamische Aqida


    As Salam Alaikum,



    Die Islamische Aqida

    Der Begriff „al-Aqida“[1] entsprießt aus der arabischen Wortwurzel „al-Aqd“, was so viel Signifiziert, wie ein Knoten an sich zu binden bzw. etwas fest an sich zu binden. Darauf gestützt haben die Gelehrten der Sunnah folgende Bestimmung abgeleitet: „Ma Aqada alaihi al-Qalb – Was das Herz mittels eines Gewissenhaften Beweis umschlingen hat.“ Das islamische Überzeugungsfundament steht weder zur Unterredung, noch ist es den niederträchtigsten Ungewissheiten untergeben, vielmehr stimmt es mit der Natur des Menschen überein, Überzeugt den Verstand und Pflanzt im Herzen die gewissenhafte Ruhe hinein. Das islamische Überzeugungsfundament (al-Aqida) wird, wie folgt von den Imamen der Ahlu Sunnah Wal Jammah Definiert: „At-Tasdiq ul Jazam al-Mu´tabbit lila Waqih an Dalil Qati – Die Absolute Überzeugung, die sich auf die Realität stützt und die sich durch Definitive Beweise zusammensetzt.“[2] Desweiteren wird der Begriff „al-Aqida“ in den Offenbarungstexten verwendet, wie etwa in den kommenden Worten, des Segensreichen:

    {"Und gebt denjenigen, mit denen ihr einen Vertrag (Aqadat) geschlossen habt, ihren Anteil! Gewiss, Allah bleibt immer über alles Zeuge." (Sure an-Nisa, Vers.33)}
    D.h. einen Vertrag abzuschließen, wo beide Seiten sich einig sind.

    Und Allah, der Allerhabene, sagt:

    {"Doch Er wird von euch für das Rechenschaft fordern, was ihr mit Bedacht geschworen (Aqadtum) habt." (Sure al-Maida, Vers.89) }
    Das mit „Bedacht geschworen“ umschriebene Prädikat ist hier „Aqqada/Ta’qid“, welches dann angewendet wird, wenn man Festigkeit im Herzen hat. Man kann in der arabische Sprache „Aqada’l-halb – Das Seil ist gebunden“, sagen, d.h. etwas wurde festgezogen. Der Begriff al-I’tiqad[3] wurde ebenso von dieser Wurzel abgeleitet. Der Satz „A’taqatdu kadhaa – Ich glaube so und so“, impliziert: Ich bin darüber in meinem Herzen Definitiv überzeugt; dies ist eine rationale Überzeugung.

    Die Islamische Aqida ist dementsprechend eine Angelegenheit des Wissens, welche weder Spielraum für Ungewissheiten oder Idschtihad[4] hergibt Dies Impliziert, dass sie (die Aqida) auf absolute Beweise aufbauen muss, wodurch die absolute Gewissheit im Herzen entsteht und es keinem Freiraum für Vermutungen oder Zweifel hergibt. Denn eine Überzeugung ohne Beweis stellt keine Überzeugung dar. Es handelt sich erst dann um eine absolute Überzeugung, wenn sie einem Beweis entspringt. Fehlt jedoch der Beweis, findet sich keine Absolutheit vor und es handelt sich in diesem Fall lediglich um die Bestätigung einer Nachricht und kann daher nicht als Iman betrachtet werden. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass die Überzeugung auf einem Beweis beruht, damit eine Absolutheit vorhanden ist. Die Islamische Aqida gliedert sich hinsichtlich der Beweisart in zwei Bereiche ein; Rational (al-Aqliyy) oder Übertragener (al-Naqliyy) Natur. Der Faktor, der darüber bestimmt, ob es sich um einen rationalen oder übertragenen Beweis handelt, hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab, der als Beweis für die Islamische Aqida herangezogen wird. Ist der Sachverhalt real und sinnlich wahrnehmbar, so ist sein Beweis definitiv rationaler und nicht übertragener Natur. Ist der Sachverhalt nicht mit den Sinnen erfassbar, so ist der ihm zugrunde liegende Beweis übertragener Natur. Allerdings ist dieser übertragene Beweis selbst sinnlich wahrnehmbar, d. h. die Tatsache, dass es sich dabei um einen Beweis handelt, fällt unter die sinnliche Wahrnehmung und wird von den Sinnen des Menschen erfasst. Somit hängt die Bestätigung eines Übertragenen Beweises, der für den al-I’tiqad geeignet ist, davon ab, ob durch einen rationalen Beweis erwiesen ist, dass es sich bei ihm (wirklich) um einen Beweis handelt. Die Überzeugung, dass Allah, der Segensreiche, Existiert ist rationaler Natur, sowie das Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) der Gesandte Allahs ist und dass der Heilige Koran, die wahren Worte Allahs sind. Der Glaube an die Engel, Seine zuvor geoffenbarten Schriften, Seine zuvor entsandten Propheten und Gesandten, der Tag der Auferstehung, sowie die Überzeugung an al-Qada wal Qadr im Guten wie im Schlechten, sind hingegen übertragener Natur.

    Im Bereich der übertragenen Beweise ist es Verboten den Verstand zum Maßstab seiner Untersuchung zu machen, dies weil der Verstand jene Sachen nicht Wahrnehmen kann, was Impliziert, dass z.B. über die Eigenschaften Allahs nachgedacht wird im Sinne der Rationalen bzw. Philosophischen Ebene. Auch umschreibt es den Weg der Scholastiker[5] die den Verstand unweigerlich zur Grundlage für den Koran und nicht den Koran zur Grundlage für den Verstand machten. Die Untersuchung jeder Angelegenheit führte bei ihnen (Scholastiker) zu einer Ansicht. Wenn sie nun zu einer Ansicht gelangt waren, gingen sie an jene Verse heran, die ihrer Ansicht zu widersprechen schienen und begannen, sie umzuinterpretieren (at-Ta’wil). Somit war die Uminterpretation das erste Merkmal der Scholastiker. Wenn ihre Untersuchung sie dahin leitete, dass Allah über Richtung und Ort erhaben ist, interpretierten sie jene Ayat, die erkennen lassen, dass Er sich im Himmel befindet, um. Ebenso interpretierten sie die „Erhebung“ (Allahs) auf dem Thron um. Wenn ihre Untersuchung sie dahin führte, dass das Ausschließen einer Richtungsbehaftung im Falle Allahs es notwendig macht, dass die Augen der Menschen ihn unmöglich sehen können, interpretierten sie jene Berichte um, die erwähnen, dass die Menschen Allah sehen werden. Somit war die Uminterpretation ein Wesensmerkmal der Scholastiker, das sie am deutlichsten von den früheren Muslimen unterschied. Die Scholastische Denkweiße wurde auf übelste von den as-Salaf al-Salihin[6] und jene Gelehrten, die Ihnen in ihrer Methodik folgten auf schärfste verurteilt und verpönt. Dies weil der Kalam[7] eine gegensätzliche Herangehensweise darstellt, als es Allah, der Segensreiche, von uns verlangt. Die Untersuchungsmethode der muslimischen Scholastiker ist, dass sie an Allah und Seinen Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) und an das, womit der Gesandte gekommen war glaubten. Dies wollten sie nun mit rational-logischen Darlegungen beweisen. Danach begannen sie sich mit der Zeitlichkeit der Welt zu beschäftigen und der Beweisführung, dass alle Dinge zeitlich (d. h. begrenzt) sind. Sie fingen an, diese Untersuchungen auszudehnen. Und so öffneten sich ihnen neue Themenbereiche samt all ihren Zweigfragen, die sie bis zum Ende ihrer logischen Schlussfolgerungen untersuchten. Sie untersuchten nicht etwa die Koranverse, um sie zu verstehen, wie es die Methode der ersten Muslime war und es vom Koran auch beabsichtigt ist. Vielmehr glaubten sie daran und begannen, Beweise für das aufzustellen, was sie aus diesen Versen verstanden haben. Dies war der eine Aspekt ihrer Untersuchungen. Was den zweiten Aspekt anbelangt, nämlich die Betrachtung der mehrdeutigen Koranverse (Mutaschabihat), so gaben sich die Scholastiker mit dem Allgemeinverständnis dieser Verse ohne detaillierter Untersuchung nicht zufrieden. Sie gingen allen Versen nach, zwischen denen ein Widerspruch auftreten könnte, wie die Frage von Zwang und freiem Willen oder jene Ayat, die eventuell auf eine Verkörperung Allahs, des Erhabenen, schließen ließen und stellten diese zusammen. Sie ließen ihrem Verstand darüber freien Lauf und wagten, was niemand außer ihnen gewagt hat. Auf diese Weise führte das Erheben des Verstandes zur Grundlage für den Koran zu Fehlern bei der Untersuchung selbst und bei dem, was untersucht wurde. Imam Abu’l Mudthaffar al-Sam’ani (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Wahrlich sie machen ihren Verstand zu Rufern zu Allah und sie nehmen ihn als eine Art Gesandten bezüglich dem, was zwischen ihnen ist. Wenn also jemand sagt: „Niemand ist der Anbetung würdig außer Allah und mein Verstand ist der Gesandte Allahs“, so ist es nicht verwerflich, im Sinne seiner Bedeutung dies den Leuten des Kalam zuzuschreiben.“[8]



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    [1] Es ist das Überzeugungsfundament bzw. die Glaubensgrundlage; es beinhaltet all jenes was Allah, der Segensreiche, offenbarte
    [2] Ali Ibn Muhammad Ibn Ali al-Jurjani: Kitab at-Ta’rifaat
    [3] Festbinden bzw. Festmachen
    [4] Al-Kamal al-Din Ibn al-Human al-Hanafi sagt: „In der islamischen Fachterminologie bezeichnet es die Urteilsfindung eines Mudjtahid-Faqih (Rechtsgelehrten), der unter Einsatz seines gesamten Vermögens zu einer speziellen Angelegenheit, wozu im Buch, in der Sunna und in dem vorhandenen Idschma keine absolute (direkte) Aussage vorhanden ist, zu einem (im islamischen Fiqh gültigen) Resultat findet.“ [At-Tahrir: 3:291]
    [5] Arab. Mutakalimun: Bei allen Scholastikern stachen zwei allgemeine Merkmale hervor: Erstens: In ihren Beweisführungen stützten sie sich auf die Logik und die Weiterentwicklung ihrer Thesen, nicht aber auf die sinnlich wahrnehmbaren Dinge. Zweitens: Sie pflegten die Uminterpretation jener Koranverse, die ihren Schlussfolgerungen widersprachen
    [6] Lauteren Altvorderen
    [7] Scholastische Untersuchungsmethode
    [8] Ismail Ibn al-Fadl: al-Hudscha, 83/Alif.


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    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 04:23 Uhr)

  2. #2
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    As Salam Alaikum,


    Hätten sie aber den Koran zur Grundlage für die Untersuchung gemacht und den Verstand auf den Koran aufbauen lassen, wären sie nicht diesen Irrtümern verfallen. Imam Abu Hanifa al-Nu’am Ibn Thabit al-Kufi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich der Anwendung des Kalam: „Ich pflegte über Kalam (Philosophie) in so einem Ausmaß nachzuforschen, dass ich darin sehr erfahren wurde und man mit dem Finger auf mich zeigte. Und ich pflegte nah am (Lehr-)Kreis von Hammad Ibn Abi Suleyman zu sitzen. So kam eine Frau zu mir und sagte: „Ein Mann hat eine Dschariya (d.h. Sklavin). Er möchte sie gemäß der Sunna freilassen. Wie soll er sie freilassen?“ Ich wusste nicht, was ich sagen soll. Daher befahl ich ihr Hammad zu fragen, dann zu mir zurückzukehren und mich zu informieren (was Hammad gesagt hat). Deshalb fragte sie Hammad, und er sagte: „Er soll sie frei lassen, wenn sie rein ist (d.h. wenn sie sich nicht in der Menstruation befindet) und er soll den Freilassungsprozess vervollständigen, dann soll er warten bis sie zwei Menstruation Zyklen erlebt hat. Wenn sie dann Ghusl gemacht hat, ist es für ihn erlaubt, sie zu heiraten.“ Nach diesem Vorfall sagte ich: „Ich brauche kein Kalam“, nahm meine Schuhe (und) setzte mich zu Hammad.“[1]

    Imam Abu Muhammad Husain Ibn Masud al-Farra al-Baghawi asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Die Gelehrten der Leute der Sunnah sind sich einig über das Verbot von Streit, Diskussion und über die Anwendung anderer von Kalam- Diskussionen und ihrer Erlernung.“[2]

    Imam Malik Ibn Anas sagt: „Wer auch immer die Religion mittels Kalam erlernen will, der wird abweichen, und wer auch immer nach Vermögen mittels Quantität strebt, der wird ruiniert sein, und wer auch immer nach al-Hadithu l-Gharib strebt, der wird ein Lügner.“[3]

    Imam Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Wahrlich, jemand von Kalam wird nie Erfolg haben, niemals. Und du wirst niemals jemanden sehen, der sich in Kalam vertieft, außer es gibt Fäulnis in seinem Herzen.“[4]

    Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Ich habe mit niemandem diskutiert, indem ich Kalam benutzte, außer ein einziges Mal, und ich bitte Allah um Vergebung darum.“[5]

    Die Islamischen Aqida ist der Glaube an Allah, den Segensreichen, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, Seine Abrechnung am Tag des Gerichts und an Schicksal (Qada) und Vorherbestimmung (Qadar) das sowohl das Gute als auch das Schlechte von Allah dem Erhabenen Stammen zu glauben. Die Islamische Aqida Gliedert sich in zwei Bereiche auf; Zum einem dessen Grundlagen (Usul al-Aqida), wie der Glaube an Allah, den Segensreichen, Seine Engel, Seine Bücher etc.; Und dessen Abzweigungen (Furu al-Aqida), wie der Glaube an die Bestrafung im Grab, an die große Fürsprache des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) etc. Den Diener Allahs ist es auferlegt worden die Glaubensinhalte im Herzen ohne jeglichen Zweifel zu verinnerlichen, dies durch die Zunge Bezeugen und gemäß dieser verknoteten Überzeugung mit den Gliedmaßen zu Handeln. Allah, der Allerhabene, sagt:

    {"Dies ist (ganz gewiss) das Buch (Allahs), das keinen Anlass zum Zweifel gibt, (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen beschert haben und die an das glauben, was auf dich und vor dir herabgesandt wurde, und die mit dem Jenseits fest rechnen." (Sure al-Baqara, Vers.2-4)}

    Desweiteren, sagt der Segensreiche, hinsichtlich der Überzeugungssäulen:

    {"Ihr, die ihr glaubt! Glaubet an Allah, an Seinen Gesandten, an das Buch, das auf seinen Gesandten herabgesandt wurde und an das Buch, das davor herabgesandt wurde. Und wer sich von den Glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag abkehrt, der ist wahrlich weit in die Irre gegangen." (Sure An-Nisa, Aya.136)}

    Jene angeführte Angelegenheiten sind jene, an der jeder Mensch Überzeugung (al-I’tiqad) haben muss sofern er im Jenseits zu den Erretteten gehören will. Der I’tiqad an Allah, den Segensreichen, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag werden Explizit im Heiligen Koran erwähnt, welcher sie mit Namen und Inhalt Eindeutig ausfüllt. Ausschließlich diese fünf Angelegenheiten wurden im Heiligen Buch angeführt, jedoch in der authentischen Sunnah wird die Verbindliche Überzeugung an al-Qadar angeführt, welche von Umar Ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm), wie folgt berichtet wird: „[...]und dass du an Al-Qadar glaubst, im Guten wie im Schlechten.“[6]Andere wiederum legen die Säulen der Islamischen Aqida auf sieben fest, wie es Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) darlegt: „Abu Talib al-Makki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt das die Grundsätze des Überzeugungsfundaments sieben sind d.h. die in jenen zwei Versen angeführten fünf (Grundsätze) und der Iman an die Vorkenntnis Allahs (al-Qadar) und der Iman an Paradies und Hölle. Dies ist Korrekt. Sie sind bewiesen durch eindeutige und authentische Texte.“[7]

    Mit al-Qadar im Guten wie im Schlechten, in diesem Kontext ist das Wissen Allahs gemeint und nicht der Zwillingsbegriff al-Qada wa al-Qadar, der in seiner Darstellung eine Streitfrage darstellt. Der Zwillingsbegriff al-Qada wa al-Qadar mit dieser Benennung und Bedeutung war in der Epoche der Edlen Prophetengefährten (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) überhaupt nicht bekannt, weil keine einzige authentische Textstelle ihn in dieser Bezeichnung und Bedeutung anführt. Dessen Frage begann erst zu Beginn der Tabi’un[8] Epoche. Diejenigen die diese Frage aufwarfen und zu einem Untersuchungsthema gestalteten, waren die muslimischen Scholastiker (al-Mutakallimun). Zuvor war diese Streitangelegenheit nicht vorhanden. Doch die Überzeugung an al-Qada wa al-Qadar im Sinne der Bedeutung wie sie in Offenbarungstexten auftauchen ist für allerlei bindend. Der Segensreiche, sagt hinsichtlich al-Qada:

    {"Wa idha qada Amran fa innama yaqulu lahu kun fa yaku – Wenn Er eine Sache beschließt, so sagt Er nur zu ihr: „Sei!“, und sie ist." (Sure al-Baqara, Vers.117)}
    Dies heißt wenn Er etwas beschlossen hat, wird es ohne Verweigerung oder Verzögerung existent.

    {"Huw-al-ladhi khalaqakum min Tinin thumma qada Adschalan – Er ist es, Der euch aus Lehm erschaffen hat, und dann bestimmte Er (euch) eine (Lebens-) Frist. Und eine weitere Frist ist Ihm bekannt. Ihr aber zweifelt noch!" (Sure al-An’am, Vers.2)}
    Dies heißt Er hat jedem Geschöpf, das Er aus Lehm erschuf, eine Lebensfrist von seiner Erschaffung bis zu seinem Tod festgesetzt.

    Und bezüglich al-Qadar, sagt Er:

    {"Und der Befehl Allahs ist ein ‚qadaran maqdura."(Sure al-Ahzab, Vers.38) }
    Dies bedeutet, es ist ein unabänderlicher Befehl und ein feststehender Entscheid.

    {"Faqadahunna sab’a Samawatin." (Sure Fussilat, Vers.12) }
    Das bedeutet, Er hat den Himmel in sieben Himmel präzise vollendet.

    Folglich ist sowohl der Begriff al-Qada, als auch al-Qadar ein äquivalenter Begriff, welche mehrere Bedeutungen Implizieren. Al-Qada Impliziert unteranderem; Eine Sache in Präzision und Vollkommenheit zu erzeugen, eine Angelegenheit zu vollziehen, eine Sache geschehen zu lassen, eine Sache zu befehlen, sie zu vollenden, die Unabdingbarkeit einer Sache, ihr Vollzug, ihre Vollendung, eine Sache zu entscheiden und etwas definitives zu befehlen. Und al-Qadar Impliziert unteranderem; Dazu gehört das Wissen Allah, seine Planung, die zeitliche Terminierung, die Vorbereitung und das Festlegen von bestimmten Eigenschaften in den Dingen. Die Heilige Schrift und die authentischen Überlieferungen haben die Begriffe in diesen Bedeutungen verwendet, worüber damals keine Unstimmigkeit herrschte, weder über die, die im Buch angeführt wurden, noch über jene, welche in den authentischen Überlieferungen auftauchten. Diese Bedeutungen stehen für einen Linguistischen Ausdruck, somit hat die Rationale Untersuchung keinerlei Einflüsse darauf. Eine Person darf nur dann als Diener Allahs angesehen werden wenn sie an all diese fünf Dinge und an al-Qada wa al-Qadar und die daraus resultierenden Sachen mit absoluter Gewissheit glaubt. Al-Hafidh al-Imam Zain ad-Din Ibn Radschab al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt bezüglich der Inhalte der Islamische Aqida folgendes aus: „Allah, der Segensreiche, hat den glauben, an diese fünf Sachen (an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten und an den Tag der Auferstehung) in verschiedenen Stellen im Heiligen Koran erwähnt, so wie in seine Wörtern: {"Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten." (Sure al-Baqara, Vers.285)} Auch sagt er: {"Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet; Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten." (Sure al-Baqara, Vers.177)} Und die Wörter: {"Es sind diejenigen, die den Iman an das Verborgene verinnerlichen..." (Sure al-Baqara, Vers.3)} Der Glaube an den Propheten erfordert dem Iman an all jenes, was durch die Verkündung befohlen wurde. Dies Impliziert den Glauben an die Engel, die Herabgesandten Schriften, Wiederbelebung, die göttliche Vorherbestimmung (Qadar), sowie andere Dinge, wie die Attribute Allahs, den Termin der Abrechnung, die Brücke (as-Sirat), die Waage (al-Mizan) und an das Paradies und das Höllenfeuer. Auch umfasst die Definition des Glaubens, den Iman an al-Qadar dass sowohl das Gute und das Böse davon, von Allah stammen.“[9]


    ____________________________________________

    [1] Al-Khatib al-Baghdadi asch-Schafi’i: Tarik al-Baghdad: 13:333.
    [2] Scharh us-Sunnah: 1:216.
    [3] Al-Harawi: Dhammu l-Kalam: Qaf:173:Alif
    [4] Ibn Abd al-Barr al-Maliki: Dschami Bayanu l-’Ilm wa Fadlihi, 2:95
    [5] Shamssuddin Muhammad Ibn Ahmad adh-Dahabi: Siyaar A`lam al-Nubala, 10:30
    [6] Abu al-Hussein Asakir-ud-Din Muslim: Sahih al-Muslim, Nr.440
    [7] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.248
    [8] Die auf die Gefährten des Propheten (Sahaba) folgende Generation, die von ihnen unterrichtet wurde.
    [9] Al-Jami al-Ulum wal-Hikam; S.36-38




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    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 04:30 Uhr)

  3. #3
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    Die Islamische Aqida darf dementsprechend nicht der geringsten Ungewissheit unterlegen sein, noch gibt es den Spielraum des Idschtihad her, dies Impliziert, dass die Aqida ein Einheitliches Fundament darstellt. Alle Gläubigen haben an jene Sachen Iman, was Allah, der Segensreiche, seine Diener auferlegte. Die Aqida der Gläubigen darf nicht Gespalten sein, andernfalls ahmen sie die Juden und Christen nach, welche in ihrer Aqida uneins waren, was dazu führte, dass die verschiedenen Sekten unter ihnen entstanden. So sagt Allah, der Allerhabene, bezüglich der Einheit im Fundament:

    {"Und gewiss diese eure Umma, ist eine einheitliche Umma, und ich bin euer Herr, so handelt mit Taqwa (Gottesfurcht) gemäß Mir gegenüber!" (Sure al-Mu‘minun, Vers.52)}

    {"Aber sie (die Menschen) wurden untereinander uneinig und spalteten sich in Parteien, und jede Partei freute sich über das, was sie selbst hatte." (Sure al-Mu‘minun, Vers.53)
    }
    {"Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest, und zerfallet nicht, und gedenket der Gnade Allahs gegen euch, da ihr Feinde wahret, und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet; und da ihr am Rande einer Feuergrube wahret, und Er euch ihr entriss. So macht Allah euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch Rechtleiten lassen möget." (Sure al-Imran, Vers.103)}

    {"Und seid nicht wie jene, die gespalten und uneins sind, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen kamen; und jene erwartet eine schmerzliche Strafe." (Sure al-Imran, Vers.105)
    }

    Diese Verse und Analoge ermahnen uns, dass wir uns nimmer derart spalten dürfen, wie die Juden und Christen es vermochten. Sie waren sich in Essenzielen Angelegenheiten des Überzeugungsfundaments uneinig, was Allah, der Segensreiche, in den oben angeführten Worten sehr verdeutlicht. Die gesamte Lebensordnung, wie die Inhalte der Aqida wurden uns vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) in Eindeutige Form übermittelt, was keinerlei Platz für Vermutungen oder Unklarheiten aufwirft. Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat uns jedes Detail der Grundlagen in deutlicher Form überbracht, sowie verboten Bestandteile aufzunehmen, die nicht Eindeutig und Definitiv sind, denn all jenes was die Islamische Aqida ausmacht, wurde uns vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) in klarer deutlicher Sprache überbracht. Die Inhalte können nimmer verändert oder ersetzt werden, sie werden bis zum Tag der Abrechnung gleich bleiben. Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich folgendes: {"Und dem Gesandten obliegt nichts außer dem Verkünden." (Sure al-Anbiya, Vers.54) } Auch sagt Er: {"Jedoch, sind die Gesandten für irgendetwas außer für die deutliche Verkündigung verantwortlich?" (Sure an-Nahl, Vers.35) } Sowie: {"Und Wir schickten keinen Gesandten, es sei denn mit der Sprache seines Volkes, auf dass er sie aufkläre. Dann erklärt Allah zum Irrenden, wen Er will, und leitet recht, wen Er will. Und Er ist der Erhabene, der Allweise." (Sure Ibrahim, Vers.4) } Und Er sagt: {"Wahrlich, zu euch sind ein Licht von Allah und ein klares Buch gekommen." (Sure al-Maida, Vers.15) }Die Verpflichtung an Allah und den Jüngsten Tag zu glauben wurde uns, durch den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) überbracht, damit Er uns zur Wahrheit leitet oder es wurde von Ihm nichts übermittelt. Die zweite Eventualität ist abzuweisen. Und wenn Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) bezüglich der Wahrheit mit allgemeinen Wörtern sprechen würde, welche Spielraum für Interpretation bieten würden, so hätte Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) die eindeutige Botschaft nicht Wahrhaftig überbracht. Die Edelsten von den Generationen zeugten für Seine (Allahs Segen und Friede auf ihm) eindeutige Mittelung der Botschaft und desweiteren bestätigt Allah, der Segensreiche, dies in den höchsten Tönen. Derjenige der behauptet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) über die Grundlagen der Religion (Usul al-Din) nicht eindeutig und mit klaren Wörtern sprach, hat gegen den Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gelogen.“[1]

    Desweiteren verlangt Allah, der Segensreiche, von uns Gläubigen das die Islamische Aqida ausschließlich auf Beweise beruhen darf, der jenen noch so geringsten Zweifel Erhaben ist, bzw. welcher die Eigenschaft der Gewissheit (al-Yaqin) mit sich zieht. Denn, der Allbarmherzige, prangert beispielsweise die Leute der Schrift massiv an, da sie in Angelegenheiten ihrer Aqida Bestandteile mit aufnahmen, welche lediglich Vermutungen waren bzw. welche sich nicht durch einen Definitiven Beweis auszeichnete, was die absolute Gewissheit der Authentizität nicht Implizierte. Allah, der Allwissende, sagt:

    {"Sie haben kein Wissen darüber, sondern folgen nur Vermutungen." (Sure an-Nisa, Vers.157)}

    {"Und die meisten von ihnen folgen nur einer Vermutung. Doch nützt die Vermutung vor der Wahrheit nichts." (Sure Yunus,Vers.36)}

    Dass sich das Befolgen des nicht Definitiven auf die Islamische Aqida bezieht wird deutlich, durch die folgenden Worte belegt:

    {"Habt ihr nun Al-Lat und Al-Uzza gesehen? Und Manat, die dritte daneben? Sind euer die Söhne und Seiner die Töchter? Das wäre wahrhaft eine unbillige Verteilung. Es sind doch bloß Namen, die ihr ihnen gabt ihr und eure Väter, für die Allah keine Ermächtigung herabsandte. Sie folgen nur der Vermutung." (Sure an-Nagm, Vers.19-24)}

    {"Und wenn du den meisten derer auf Erden gehorchst, führen sie dich vom Wege Allahs in die Irre. Sie folgen nur Vermutungen." (Sure al-An’am, Vers.116)}

    {"Solche, die nicht an das Jenseits glauben, benennen die Engel mit weiblichen Namen. Jedoch sie besitzen kein Wissen hiervon. Sie gehen nur Vermutungen nach; und Vermutungen ersetzen nicht im Geringsten die Wahrheit." (Sure an-Nagm, Vers.27-28)}

    {"Wahrlich, es sind nur die Namen, die ihr euch ausgedacht habt - ihr und eure Väter -, für die Allah keinerlei Ermächtigung herabgesandt hat. Sie folgen einem bloßen Wahn und ihren persönlichen Neigungen, obwohl doch die Weisung ihres Herrn zu ihnen kam." (Sure an-Nagm, Vers.23)}


    Jene angeführten Verse, sowie Analoge wurden auf Angelegenheiten der Aqida beschränkt, weil Allah, der Segensreiche, das Befolgen des nicht Definitiven in der Aqida als Irreleitung bezeichnet. Desweiteren offenbarte Er die angeführten Verse zur Thematik der Überzeugungsgrundlagen und dadurch jene anprangerte, die in Angelegenheiten der Grundlagen den nicht gewissenhaften folgeleisteten. Denn Allah, der Segensreiche, hat das Befolgen des nicht Definitiven, als Irreführung, also als Unglaube bezeichnet, dies belegt, dass es sich lediglich auf die Glaubensinhalte beschränkt. Außerdem tadelt Er diejenigen unter den Menschen, welche ihre Aqida auf Annahmen, Vermutungen oder Unklarheiten aufbauen, was ebenso demonstriert, dass es sich lediglich auf die Aspekte der Aqida bezieht.


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    [1] Scharh al-Aqida at-Tahawiya; S.231



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    As Salam Alaikum,


    Somit ist jeder Diener Verpflichtend an jene Sachen Iman zu vollziehen, die Allah, der Segensreiche, und sein Edler Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) eindeutig übermittelt haben. Die Einigkeit ist eine an uns auferlegte Pflicht, die wir erfüllen müssen, sodass, dass Wohlgefallen Allahs in unseren Händen liegt. Das Kriterium zur Einigkeit und das Hindernis der Uneinigkeit ist ausschließlich sich an den authentischen Überlieferungen der as-Salaf al-Salihin festzuhalten, denn sie sind jene, die vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) in höchsten Worten gelobt wurden. Wahrlich jene die ihnen wiedersprechen sind weit in die Irregegangen und im Jenseits werden sie mit jenen auferweckt werden, denen sie folgeleisteten...wollen wir nicht ein Teil jener sein, die mit den Edelsten dieser Gesegneten Gemeinschaft auferweckt werden? Scheich al-Islam al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagt bezüglich des Befolgen der lauteren Altvorderen (as-Salaf al-Salihin): „Wer sich die Worte der bekannten Imame von den lauteren Altvorderen über diese Thematik ansieht, wird feststellen, dass sie diejenigen waren, welche aufgrund der authentischen Texte und unverfälschten Intellektes die genauesten in der Wahrnehmung bzw. Erkennung dieser Thematik waren. Er (der Betrachter) wird erkennen, dass ihre Aussagen auf den Texten und dem Intellekt aufgebaut sind. Aus diesem Grund waren sie vereint, nicht verschieden, gefestigt, nicht mangelhaft. Jene, welche den Altvorderen und Imamen widersprechen, haben die Wirklichkeit ihrer Aussagen nicht verstanden. Genauso waren sie sich nicht im Klaren über die Wirklichkeit der Texte und Intellektes, so gingen sie in verschiedene Richtungen und sie unterschieden sich (in den Meinungen) bezüglich des Buches (Koran), wodurch sie wahrlich zu Gegnern des Buches wurden. Wahrlich Allah, der Allerhöchste sagt: {"Und diejenigen, die sich über das Buch streiten, befinden sich gewiss in weiter Abspaltung." (Sure al-Baqara, Vers.176)“}[1]

    Es ist von absoluter Notwendigkeit sich an den Worten der lauteren Altvorderen (as-Salaf al-Salihin) zu halten, um das Wahrhaftige Verständnis über den Din[2] zu erlangen. Um die Einheit zu gewähren und die Spaltung zu verhindern sind alle Gläubigen angehalten, sich an die Imame der Salaf zu richten. Denn die häufigste Ursache der Spaltung ist die nicht Einhaltung des Gebots, sich an den Wahrhaftigen Imamen, der ersten drei Generationen festzuhalten, wie durch die Islamische Historie eindeutig belegt ist. Es war stets so, dass jene die fehlerhafte Ideen entgegen den lauteren Altvorderen aufwiesen, zumeist Abtrünnige oder zu Leuten der Erneurer wurden. Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: Al-Khallal Verzeichnet in Kitab us-Sunnah eine Aussage von Imam Muhammad Ibn Sirin – durch eine einwandfreie Überlieferungskette –, dass diejenigen die äußerst leicht zur Apostasie rotieren jene sind die einen abwegige Überzeugung und Ideen haben. Muhammad Ibn Sirin meint dass im Fall von solchen Menschen der Vers: {"Und solltest du diejenigen sehen, die über Unsere Ayat lästern, so wende dich von ihnen (so lange) ab, bis sie zu einem anderen Thema übergehen." (Sure Al-An’am, Vers.68)} herabgesandt wurde.“[3]

    Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Der Weg der Ahlu Sunnah Wal Jammah ist die Befolgung der Handlungsweise des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm), innerlich als auch äußerlich. Und auch die Befolgung der Spuren der früheren Muslime, der Muhadjirun (Auswanderer) und der Ansar (Helfer), sowie die Befolgung des Rates des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Haltet an meiner Sunna und an der Sunna der rechtgeleiteten Khulafa fest. Beißt euch daran fest und gebt Acht vor ketzerischen Neuerungen, denn jede ketzerische Neuerung ist Falschheit und jede Falschheit ist eine Irreleitung vom rechten Weg.“ Ahlu Sunnah weiß, dass die wahrhaftigsten Worte, vor allen anderen Worten der Menschen, die Worte Allahs sind und sie stellen die Führung Muhammads (Allahs Segen und Friede auf ihm) über alle anderen Führungen aller Menschen. Auf Grund dessen werden sie die Leute des Buches und der Sunnah genannt. Sie werden die Leute der Gemeinschaft genannt, den die Gemeinschaft bedeutet Vereinigung und dessen Gegensatz ist Uneinigkeit. Die Bezeichnung Jammah wurde zur Benennung der vereinten Leute selbst und al-Idschma (Konsens) ist die dritte Säule worauf sich die Leute der Sunnah bezüglich des Wissens (al-Illm) und al-Din stützen. An diesen drei Säulen – Koran, Sunnah und Konsens – wird all das, dem die Menschen innerlich und äußerlich, durch Worte und Taten folgen und das jegliche Beziehung zum Glauben (al-Din) hat, gemessen. Der Konsens ist jener überprüfte Konsens, der von rechtschaffenen Vorfahren hervorgeht, da nach ihnen die Unstimmigkeiten zunahmen und die Ummah sich zerstreute.“[4]


    ______________________________________________

    [1] Dar’ut Ta’arudu l-Aql wa n-Naql: 2:301.
    [2] Lebensordnung, Lebensweise bzw. ein Synonym für Islam. Imam Abu Hanifa sagt in al-Fiqh al-Akbar: „Din ist das Wort, was man für Iman und Islam gebraucht und man verwendet dieses Wort für jede offenbarte Scharia.“
    [3] Scharh al-Aqida at-Tahawiya: 265-66.
    [4]Al-Aqidat’ul Wasitiyya.


    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 07:26 Uhr)

  5. #5
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    Die folgenden Überlieferungen müssen im Lichte der zuvor genannten Dinge verstanden werden, da dies sonst fatale Resultate impliziert. So berichtet Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) folgende berühmte Aussage: „Die Juden spalteten sich in einundsiebzig oder zweiundsiebzig Gruppen (Firqah), die Christen in einundsiebzig oder zweiundsiebzig Gruppen und meine Gemeinschaft wird sind in dreiundsiebzig Gruppen spalten.“[1]

    In einer anderen Variante von Amir Abdullah Ibn Luhay (Allahs Wohlgefallen auf ihm), sagte dieser: „Wir waren mit Hadsch Muawija Ibn Abi Sufyan (Allahs Wohlgefallen auf ihm). Als wir in Mekka angekommen waren, stand er nach dem Mittagsgebet auf und erzählte uns, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: „Die Leute der Schrift spalteten sich in zweiundsiebzig Gruppen (Firqah). Meine Gemeinschaft wird sich in dreiundsiebzig Gruppen spalten, alle von ihnen sind im Feuer, mit Ausnahme, nämlich die Jammah. Und es werden Leute kommen, deren schlechte Triebe sie erscheinen lässt, als hätten sie Tollwut“.“[2]

    Und in der Variante von Abdullah Ibn Amr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) heißt es, dass die Menschen fragten: „Was ist die Gemeinschaft (Jammah) Gesandter Allahs?“ Er (Allahs Segen und Frieden auf ihm) erwiderte: „Es ist der Weg meiner Gefährten und den Ich gegangen bin.“ [3]

    Diese Aussagen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) verweisen auf die gewaltige Spaltung der Islamischen Gemeinschaft, welche sich in dreiundsiebzig unterschiedliche Richtungen aufteilen wird, von denen jedoch ausschließlich eine einzige die Wahrhaftige Errette Gruppe ist. Diese Ehrenvolle Überlieferung müssen wir im korrekten Kontext verstehen, da eine Fehlinterpretation schwere folgen mit sich ziehen würde und unnötige bzw. ungerechte Spaltung herbeiführen würde. Beispielsweise wurde diese Komplexe Überlieferung von einigen verwendet um anderen anzuprangern, welche z.B. den Idschtihad des Ehrenwerten Imam Muhammad Ibn Abd al-Wahab (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), oder des Ehrenwerten Imam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), oder des Ehrenwerten Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i, oder des Ehrenwerten Amir al-Mu’minin wal Faqih Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal, oder des Ehrenwerten Imam Abu Hanifa al-Nu’am Ibn Thabit al-Kufi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), oder des Ehrenwerten Imam fil Yathrib Malik Ibn Anas (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) folgeleisten. Einige wenige Wissenschaftler haben jene Rechtschulen als jene angesehen von denen der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) in der zuvor angeführten Überlieferung gesprochen hat. Diese Ansicht ist offensichtlich heimtückisch, wie wir noch sehen werden. Es ist deshalb dringend notwendig das korrekte Verständnis dieser Überlieferung herauszukristallisieren, indem man die Überlieferung im korrekten Geschichtlichen Kontext versteht, welches eine ausführliche Darlegung bedarf.

    In der Überlieferung wird der Begriff al-Firqah verwendet, welches ein Lafz mushtaraq[4] in der arabischen Sprache darstellt. Es ist ein Begriff (Firqah) welches mehrere Bedeutungen impliziert. Allah, der Allwissende, führt diesen Begriff in verschiedenen zusammenhängen im Heiligen Koran an:

    {"Die Gläubigen dürfen nicht alle auf einmal ausziehen. Warum rückt dann nicht aus jeder Gruppe (Firqah) nur eine Abteilung (Taifah) aus, auf dass sie (die Zurückbleibenden) in Glaubensfragen wohl bewandert würden? Und nach ihrer Rückkehr könnten sie (die Zurückbleibenden) ihre (ausgezogenen) Leute belehren, damit sie sich in acht nähmen." (Sure At-Tauba, Vers.122) }
    Hier versehrt Allah, der Segensreiche, den Begriff al-Firqah mit der Bedeutung einer Gruppe oder Expedition.

    Und, Er sagt:

    {"Und unter ihnen ist eine Gruppe (Firqah), die mit ihren Zungen die Schrift verdrehen, damit ihr denkt, dies gehöre zur Schrift, obwohl es nicht zur Schrift gehört, noch dazu sagen sie: ‚Es sei von ALLAH, doch es ist nicht von ALLAH. Und sie verbreiten Lügen im Namen ALLAHs, während sie es wissen." (Sure Al-Imran, Vers.78) }
    In diesem Kontext wird der Begriff al-Firqah nochmals von Allah, den Segensreichen, verwendet, doch in diesem Kontext beschreibt es etwas Negatives. Denn Allah, der Segensreiche, verurteilt eine Gruppe von den Leuten der Schrift, welche die Offenbarung verdrehten.

    Dementsprechend ist es stets Kontext bedingt, welche Bedeutung der gebrauchte Begriff vermittelt. In der zuvor genannten Überlieferung, als der Gesandte (Allahs Segen und Friede auf ihm) von der Spaltung der Islamischen Gemeinschaft spricht, indem sie sich in dreiundsiebzig Gruppen bzw. Sekten spalten werden; auf dieselbe weiße wie zuvor es schon mit den Juden und Christen geschah, ist es Obligatorisch, um das Richtige Verständnis der Aussage herauszukristallisieren, zu verstehen weshalb sie (Juden und Christen) sich uneins bzw. sich untereinander in verschiedenen Gruppen abspalteten. Also muss dies im Richtigen Kontext untersucht werden. Die Fragestellung muss demgemäß lauten; Was waren die Anlässe für die Spaltung unter den Schriftbesitzern? Allah, der Segensreiche, verweist im Heiligen Koran in klarer eindeutiger Form auf jene Angelegenheiten in welcher sie sich uneins waren, was zu ihren Verderben führte. Angenommen sie waren sich in Angelegenheiten der Überzeugungsgrundlagen uneins, bedeutet dies, dass die Überlieferung des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) in diesem Gesichtspunkt verstanden werden muss. Waren sie (Juden und Christen) sich jedoch in den Abzweigungen uneinig, wie in den Rechtsangelegenheiten, so muss die zuvor genannte Überlieferung in diesem Gesichtspunkt verstanden werden. Dies würde Implizieren, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) die verschiedenen Rechtschulen, wie die Hanafitische, Malikitische, Schafiitische, Hanbalitische Schule, sowie all jene anderen damit angesprochen hat. Im Heiligen Koran wurde uns an verschiedenen Stellen in detaillierter und klarer Form mittegeilt, in welchen Angelegenheiten sich der Disput der Leute der Schrift handelte, weshalb sie sich letztendlich in unterschiedliche Gruppen spalteten.
    ______________________________________

    [1]Abu Dawud,4579; At-Tirmidhiy bewertet dies als eine Hassan Sahih Überlieferung; Ahmad Ibn Taymiyah authentifiziert diese, wie folgt in "al-Majmoo al-Fatawa", 3:345: „Dies ist eine authentische, sowie gesunde (Sahih) und berühmte (Mashur) Überlieferung, welche in den Sunnan und Masanid Sammlungen Tradiert wurde, wie in der Sunnan von Abu Dawud, at-Tirmidhiy, an-Nasa’i und anderen.“
    [2]Abu Dawud, 4597; Gemäß al-Hakim ist diese Überlieferung Sahih (Gesund), 1:128. Er sagte: „Dies ist eine essenziele Überlieferung, welches das Grundprinzip darstellt“; Ibn Hadschar al-Asqalani stuft diese Überlieferung in" al-Kashshaaf", S.63, als Hasan (schön) ein; Als Sahih Klassifizierten es Ahmad Ibn Taymiyah in "al-Majmoo al-Fatawa", 3:345; sowie Abu Ishaq al-Schatibi al-Maliki in "al-I’tisaam", 1:430; und al-Hafidh Zainuddin al-Iraqi in "Takhreej al-Ihya", 9:133. Einige wenige wiederum erklärten diese Überlieferung und ähnliche als Schwach, wie Ibn Hazm und Ibn al-Wazir.“
    [3]At-Tirmidhiy Stufte dies als Hasan (schön) ein in "Dschami at-Tirmidhiy", 2641; Zainuddin al-Iraqi Klassifiziert dies ebenso als Hasan in "Ahkam al-Quran", 3:432, und in "Takhreej al-Ihya", 3:284.
    [4] Homonym
    Geändert von Abu_Taymiyyah (05.02.2010 um 08:37 Uhr)

  6. #6
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    Die Leute der Schrift waren sich uneinig hinsichtlich ihrer Propheten:

    {"Wir haben doch seinerzeit Moses die Schrift gegeben, und nach ihm weitere Gesandten
    Folgen lassen. Und wie habe Jesus dem Sohn Marias die klaren Beweise gegeben und ihm mit dem heiligen Geist gestärkt. Aber wahret ihr Juden nicht immer wenn euch ein Gesandter etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig, und erklärtet einige für Lügner und erschlugt andere." (Sure al-Baqara, Vers.87)
    }
    Ebenso behaupteten einige unter den Christen, dass Jesus (Friede und Segen auf ihm) der Sohn Allahs ist und einige unter den Juden meinten, dass Esra (Friede und Segen auf ihm) Allahs Sohn sei – Wir suchen Zuflucht bei den Segensreichen vor diesem Übel:

    {"Und die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie (doch) irregeleitet!" (Sure al-Tawba, Vers.30) }

    Auch waren sie sich hinsichtlich ihrer Schriften uneins, wie der Allbarmherzige darlegt:

    {"Und wahrlich, Wir haben Moses die Schrift gegeben, doch dann entstand Uneinigkeit über sie und wäre nicht schon zuvor ein Wort von deinem Herrn ergangen, wäre bereits zwischen ihnen entschieden worden und sie befinden sich darüber immer noch in bedenklichem Zweifel." (Sure Hud, Vers.110)}

    Einige bestritten den Tag der Auferstehung, wie im Heiligen Buch dargelegt wird:

    {"Es gibt kein anderes Leben als unser Leben auf der Erde, wir sterben und wir leben,
    doch wir werden nicht wieder erweckt werden." (Sure al-Mu’minun, Vers.37)
    }
    Manche leugneten, dass Tod und Leben in der Hand Allahs liegt:

    {"Und sie sagen: „Es gibt nichts als dies unser irdisches Leben - wir sterben und wir leben - und nichts als die Zeit, die uns vernichtet.“ Jedoch sie besitzen darüber kein Wissen; sie vermuten es nur." (Sure al-Gatiya, Vers.24)}

    Desweiteren führten sie Dispute über das Höllenfeuer:

    {"Und sie sagen: „Gewiss wird uns das Feuer nicht berühren, außer auf abgezählte Tage!“ Sprich: „Habt ihr etwa ein Versprechen (darüber) von Allah erhalten? - Dann wird Allah Sein Versprechen bestimmt nicht brechen oder wollt ihr über Allah (etwas) sagen, wovon ihr kein Wissen besitzt“? " (Sure al-Baqara, Vers.80)}

    Durch die angeführten Worte, des Allerhabenen, wird in eindeutiger Form dargelegt, dass die Juden und Christen sich in ihren Überzeugungsangelegenheiten uneins waren. Sie waren sich also in Angelegenheiten ihrer Aqida uneins. Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich der Verfälschung der Leute der Schrift: „Diese haben ihre Bücher verändert und sind in den Zustand der Leugner gefallen. Einerseits wenden sie die Lüge an, die sie aus ihren eigenen Reihen (über die eigenen Lippen) ersonnen haben, andererseits vermischen sie die von Allah geoffenbarten Urteile mit ihren eigenen Lügen.“[1] Diese Worte belegen unmissverständlich, dass sich der Ausspruch des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) auf die Unterschiede in den Überzeugungsfragen bezieht, wodurch sich die Islamische Gemeinschaft in verschiedenen Gruppen, mit unterschiedlichen Überzeugungen absplittern wird. Dies weil die Juden und Christen sich in ihren Überzeugungsfragen uneins wurden und sich aus diesem Grund abgesplittert haben, aus diesem Grund bezieht es sich ebenso auf die Abspaltung der Islamischen Gemeinschaft. Aus diesen genannten Ursachen haben die Renommierten Wissenschaftler es Verboten über die Grundlagen der Religion zu Diskutieren oder in solchen Angelegenheiten Meinungsunterschiede zu haben, da dies ein Grund zur Spaltung ist. Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) notiert bezüglich des Ikhtilaf[2] eine Fragen, die ihn jemand stellte: „Ich finde die Gelehrten, sei es in der Vergangenheit, wie auch in der Zukunft stets im Zustand des Ikhtilaf vor. Ist dieser Ikhtilaf zulässig? Er (asch-Schafi’i) erwiderte: „Ex sind zwei Arten des Ikhtilaf existent. Die erste Art ist jene Meinungsverschiedenheit (Ikhtilaf), welche verwehrt (Haram) ist. Ein Ikhtilaf, welche seinem Wesen nach unter dieser Art fällt, ist nicht gestattet. Der Ikhtilaf bezüglich der Offenbarungstexte im Buche Allahs und der Offenbarungstexte, die über das Wort des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) verkündet wurden, fallen ihrem Wesen nach unter diese Art. Die Meinungsverschiedenheit (Ikhtilaf) der Gelehrten bezüglich Themen, über eindeutige Offenbarungstexte (Qat‘i nass) festgelegt sind, ist nicht gestattet.“[3]

    __________________________________________

    [1] Ar-Risala, S.8.
    [2] Meinungsverschiedenheit
    [3] Ar-Risala, S.560.
    Geändert von Abu_Taymiyyah (05.02.2010 um 08:41 Uhr)

  7. #7
    InHerzenGrünerVögel
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    Zitat Zitat von Abu_Taymiyyah Beitrag anzeigen

    Das islamische Überzeugungsfundament steht weder zur Unterredung, noch ist es den niederträchtigsten Ungewissheiten untergeben, vielmehr stimmt es mit der Natur des Menschen überein, Überzeugt den Verstand und Pflanzt im Herzen die gewissenhafte Ruhe hinein.



    ist damit der Khabar Ahad gemeint ?

  8. #8
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    Nein, ist es keinesfalls oder siehst du, dass Ich dies damit gemeint habe? Oder irgenedwo angesprochen habe?Falls nicht, bitte Ich dich Bruder, dies zu unterlassen, aber sofern sowas vorkommen sollte im Text, dann kannst du gerne dies hervorheben. Aber falls nicht bitte Ich dich, solches zu unterlassen, Barakallahufeek akhi

  9. #9
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    Außerdem verbietet uns Allah, der Segensreiche, an verschiedenen Stellen, dass wir Dispute über die Grundlagen der Religion führen und uns somit nicht von der Gemeinschaft der Muslime abspalten. Allah, der Segensreiche, sagt:

    {"Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest, und zerfallet nicht[...]" (Sure al-Imran, Vers.103) }

    Abdullah Ibn Masud, Ali Ibn Abi Talib und Abu Saad al-Khudri (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) sagten bezüglich der Worte:{ „Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest“}, folgendes: „Damit ist der Koran gemeint.“ Andere wiederum meinten: „Damit ist die Lebensordnung (al-Din) von Allah gemeint.“ Imam Abdullah Ibn al-Mubarak (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte diesbezüglich: „Damit ist die Jammah gemeint.“ Und Imam Abu Dschafar Ibn Jareer at-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte hinsichtlich der Worte:{„[...]und zerfallet nicht[...]“}, folgendes: „Man soll sich nicht entfernen von den Din, von Allah und den Bund den man mit ihm geschlossen hat.“[1]Al-Hafidh al-Imam Abu Fida Ismail Ibn Kathir (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte diesbezüglich: „Allah befahl ihnen in der Gemeinschaft der Muslime zu bleiben und sich nicht von ihr zu Trennen.“[2] Imam Abu Abdullah al-Qurtubi al-Maliki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt folgendes: „Sie sollen sich nicht so spalten, wie die Juden und Christen es in ihrem Din taten...“[3]

    Aus diesen Vers und den dazu gehörigen Darlegungen der Renommierten Wissenschaftler wird klar ersichtlich, dass sich das Verbot des Disputs ausschließlich auf die Fragen der Islamischen Aqida bezieht. Imam Yusuf Ibn Abd al-Barr al-Maliki al-Andalus (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte bezüglich des Disputs: „Die as-Salaf al-Salihin haben es streng verboten über Allah zu Diskutieren. Was seine Namen und Eigenschaften betrifft. Jedoch was den Fiqh betrifft so waren sie sich einig darüber, dass man darüber Diskutieren darf.“

    Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte desweiteren hinsichtlich dieser Angelegenheit: „Unstimmigkeiten sind von zwei Arten: Die eine ist Verboten (Haram) und die andere nicht. All jenes das Allah, der Segensreiche, festsetzte durch einen Definitiven Beweis (Hujjah) in seinem Buch (Koran) oder durch eindeutige Verkündungen mittels Seinen Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) ist es Verboten nicht darin übereinzustimmen für jemanden der davon Kenntnis besitzt. Bezüglich dessen was unterschiedlich oder durch Analogie verstanden werden kann, da der Text aufgedeckt werden kann[...]ässt den Raum für Meinungsverschiedenheiten, anders als die eindeutigen Aussagen.“ [4]

    Die Unterschiedlichen Sekten entstehen dementsprechend aus dem Grund, da sie sich in Fragen des Glaubens von den as-Salaf al-Salihin unterscheiden und sie sich von den Eindeutigen Texten abwenden, indem sie die Texte gemäß ihren Gelüsten Auslegen. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) legt die Zeichen dieser zweiundsiebzig Sekten, wie folgt dar: „Die Zeichen von den Leuten der Bid’a[5] ist, dass sie nicht den lauteren Altvorderen (Salaf) folgen.“[6]Und desweiteren sagt Er (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) über die Zeichen dieser Sekten: „Die Zeichen dieser Sekten – d.h. die zweiundsiebzig Sekten die entgegen der Ahlu Sunnah gehen – sind, dass sie den Koran, die Sunnah und dem Konsens der Gelehrten verlassen. Jemand der den Koran, die Sunnah und dem Konsens der Gelehrten folgt ist einer von Ahlu Sunnah Wal Jammah.“[7]

    In der heutigen Zeit ist es deutlich erkennbar, dass viele Muslime, andere Muslime als einer dieser irregegangen Sekten deklarieren, ohne jegliches tiefgründiges Wissen über diese Thematik und zudem ohne klare Beweise, dass die beschuldigten ein Bestandteil dieser Sekten sind. Solch eine niveaulose und beschämende Herangehensweise wurde von unseren Edlen Imamen nicht Toleriert, wie es Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) ausführlich darlegt: „Bezüglich der Identifizierung solcher Sekten haben viele Menschen diese Angelegenheit in ihren Werken niedergeschrieben und ihre Namen, Ansichten und Lehren verzeichnet. Doch der Gesichtspunkt, dass durch sie eine Spezifisch genannte Sekte von den zweiundsiebzig abweichenden Sekten ist muss belegt werden. Gedenket daran, dass Allah verbot über etwas sich zu äußern ohne Kenntnis, besonders in Angelegenheiten wie diese. Allah, der Segensreiche, sagt: {"Sprich: „Mein Herr hat nur Schändlichkeiten verboten, seien sie offenkundig oder verborgen, dazu Sünde und ungerechte Gewalttat. Und (Er hat verboten,) das ihr Allah das zur Seite setzt, wozu Er keine Befugnis herabsandte, und (Er hat verboten,) das ihr (etwas) von Allah aussagt, was ihr nicht wisset“." (Sure al-A’raf, Vers.33)} Auch sagt Er: {"O ihr Menschen, esset von dem, was es auf der Erde an Erlaubtem und Gutem gibt, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; denn er ist euer offenkundiger Feind. Er gebietet euch nur Böses und Abscheuliches, und dass ihr über Allah sagen sollt, was ihr nicht wisset." (Sure al-Baqara, Vers.168-169)} Eine große Vielfalt der Menschen sprechen über diese Sekten nur auf Grundlagen der Vermutung und Befangenheit.“[8]

    Demgemäß muss jeder, der über diese irregeleiteten Sekten spricht und eine Spezifische Sekte als jene Identifiziert bestimmte Kriterien erfüllen, ansonsten begibt solch jemand sich in Gefahr ohne Wissen, Objektivität und Beweise aus den Heiligen Quellen diese Angelegenheit zu unterwandern, wodurch er eine klare offenkundige Sünde begeht, die zur Spaltung der Gemeinschaft ggf. beitragen kann.

    Es ist offensichtlich, dass die Muslime die zur Erretten Gemeinschaft gehören, die Leute des Hadith und der Sunnah sind, welche keinen anderen Führer, außer dem Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) haben. Sie sind es, die von all den Leuten, jene sind welche über Sein Leben und Aussagen die besten Kenntnisse besitzen, ihnen ist bewusst welcher Bericht über Ihn authentisch und welcher es nicht ist. Die Gelehrten der Leute des Hadith und der Sunnah haben ein besseres Wissen und sind verständiger hinsichtlich des Islams und ihnen nachzueifern ist das angemessenste. Denn sie sind es, die mehr als irgendjemand anderes an die Sunnah glauben und demgemäß Handeln. Sie Sinnen über die Sachverhalte im Lichte des Heiligen Koran und der authentischen Sunnah nach und sie erheben nimmer etwas zum Status eines Grundsatzes oder Verteidigen es, ausgenommen es wird daraus abgeleitet, was an den Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt worden ist. Tatsächlich sind die einzigen Grundlagen auf der sie ihre Ideen und Doktrinen aufbauten der Heilige Koran, die authentischen Aussagen des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm), der Konsens der Prophetengefährten und der Analogieschluss. Wenn die Leute Streitgespräche führten, wie beispielsweise über die Eigenschaften Allahs, al-Qadar, Belohnung und Bestrafung oder Semantik der Terme beziehen sich die Leute der Erretten Gruppe auf diese Angelegenheiten ausschließlich auf Allah und seinem Gesandten, gemäß dem Verständnis der lauteren Altvorderen. Die Terme die mehrdeutig und verschiedenartig von den unterschiedlichen Menschen erörtert worden sind, erörtern sie in nicht nach ihren Gelüsten, vielmehr erörtern sie die Terme in dem Sinn, welches dem Koran und der Sunnah am naheliegendsten sind und verwerfen alle anderen Sinne welche dem entgegenstehen. Sie folgen nimmer Vermutungen, noch folgen sie ihren Eitlen Begierden, da sie der Überzeugung sind, dass die Nachgiebigkeit in Vermutungen Unwissenheit darstellt und die Verfolgung der Begierden ohne jegliche Leitung von Allah ist, eine offenkundige Irreleitung und Sinnlosigkeit ist. Die Menschen der Erretten Gemeinschaft werden stets einen beträchtlichen Bestandteil dieser Gemeinschaft ausmachen und die Leute der Erneuerung werden stets eine Minderheit darstellen. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Es wird die Jammah (Gemeinschaft) sein und die Hand Allahs wird mit der Jammah sein.“ Dies ist der Grund weshalb die Menschen die Erretteten als Ahlu Sunnah Wal Jammah bezeichnen. Sie werden die überwältigende Mehrheit und die allgemeine Masse darstellen. Die verbleibenden Sekten werden ihre absonderlichen Ansichten und Häresien darlegen, sowie vergebens ihren Neigungen nachgehen. Aber selbst alle gemeinsam werden sie nimmer ebenbürtig sein, noch werden sie sich an die Zahl jener Menschen annähern können, welche Errettet werden. Tatsächlich werden sie sehr wenige sein[...]“[9]

    Bezüglich ob die zweiundsiebzig Sekten innerhalb des Islams oder abtrünnige seien, die auf Ewig im Höllenschlund verweilen werden gibt es innerhalb der Gemeinschaft eine Meinungsverschiedenheit. Einige meinen, dass ausschließlich die Ungläubigen in die Liste der Sekten mit einbezogen werden, andere wiederum meinen, dass die Anhänger jener Sekten im Allgemeinen Muslime und Gläubige seien, aber es unter ihnen Heuchler und Ungläubige geben kann. Die letztere Meinung ist die Bevorzugte Meinung dieser Überlieferung dieser Gemeinschaft, einschließlich der von Imam Ahmad Ibn Taymiyah und Imam Abu Ishaq al-Schatibi al-Maliki. Imam Abu Ishaq al-Schatibi macht dies in seinem Werk "al-Muwafaqaat fi Usul al-Sharia" klar und führte viele Namen der Irregegangen Sekten in "al-I’tisaam" auf und Imam Ahmad Ibn Taymiyah in "al-Majmoo al-Fatawa". Die meisten Gelehrten der Ahlu Sunnah Wal Jammah haben in ihren Werken dargelegt, dass die fehlgeleiteten Sekten es verdienen in Höllenschlund geworfen zu werden, da sie verwerfliche Ideen und Erneuerungen in die Religion Allahs einführen. Doch in den meisten Fällen sind sie nicht Allgemein als Ungläubige anzusehen, sondern sie verweilen trotzdessen immer noch innerhalb der Islamischen Gemeinschaft. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich dieser Angelegenheit: „Ähnlich mit jenen unter den anderen zweiundsiebzig Sekten, welche Heuchler und innerlich Ungläubige sind und jenen welche keine Heuchler sind, sondern eher im inneren an Allah und Seinem Gesandten glauben, keine Ungläubige sind, obgleich sie auch in ihrer Interpretationen falsch seien, unabhängig von welcher Art dieser Fehler sein kann. Einige von ihnen können Verzweigungen der Heuchelei aufweisen oder sie können nicht die Art der Heuchelei haben, welche ein Mensch zu den niedrigsten Tiefen der Hölle verurteilt. Jemand der meint, dass alle der zweiundsiebzig Sekten sich des Unglaubens schuldig machen, welcher einem Jenseits aus dem Islam befördert stellt sich gegen den Koran, der Sunnah, dem Konsens der Gefährten und dem Konsens der vier Imame und anderer. Niemand von ihnen betrachtete irgendeine der zweiundsiebzig Sekten als Ungläubige, eher betrachteten sie (die Sekten) sich einander als Ungläubige.“[10]

    Desweiteren sagt Imam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein): „Die Wörter des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihn) das „sie ins Feuer gehen werden“, weißen darauf hin, dass dies in demselben Sinn begriffen werden sollte, wie es über andere Sünder heißt, wie über jene welche das Eigentum der Waisen unterschlagen. Allah, der Segensreiche, sagt: {"Wahrlich, diejenigen, die der Waisen Gut ungerecht aufzehren, die zehren (in Wirklichkeit) Feuer in ihre Bäuche auf und werden in einem Höllenfeuer brennen." (Sure an-Nisa, Vers.10)“}[11]

    Dies Impliziert jedoch nicht, dass jede Sekte die sich selbst als Muslime ansehen, tatsächlich auch Muslime sind, eher sind sie Ungläubige und Abtrünnige, wie die Extremen Rawafid (Schiiten), die Extremen Sufis, die Ahmadiyya, die Quraniten und die Batiniyya Sekten, wie die Drusen, Nusayris, Aleviten, Ismailiten oder. Diese sind alle außerhalb der Grenzen des Islams und werden nicht als einer der Sekten angesehen, da alle ihre Anhänger Ungläubige sind, gleich der Juden, Christen, Buddhisten und andere Religionen.

    Die Ursachen der Differenz und Abspaltung unter diesen Gruppen, die in der Überlieferung erwähnt werden beziehen sich auf Grundlegende Fragen der Religion und auf Grundlegende Fragen der Aqida, nicht um Meinungsverschiedenheit im Bereich des Fiqh. Imam Abu Ishaq al-Schatibi al-Maliki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) legt dies ausführlich dar: „Jene werden als Sekten betrachtet, da sie sich von der Erretten Gemeinschaft hinsichtlich einiger Fundamentalen Angelegenheiten der Religion und Grundregeln der Scharia unterscheiden, nicht hinsichtlich geringer Angelegenheiten, da die Unterscheidung hinsichtlich geringer Angelegenheiten nicht zu Spaltung und interne Streitigkeiten führt, eher erscheinen die interne Streitigkeiten wenn die Unterschiede betreffs der Fundamentalen Angelegenheiten der Religion vorkommen.“[12]

    ________________________________________________

    [1] Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran
    [2] Tafsir al-Quran al-Adhim
    [3]Al-Jami' li Ahkam il-Qur'an
    [4] Al-Risala
    [5] Jemand der etwas Neues in die Religion einführt, wofür es keine Grundlage in den Rechtsquellen gibt.
    [6] Al-Majmoo al-Fatawa, 4:155.
    [7] Al-Majmoo al-Fatawa, 3:345
    [8] Al-Majmoo al-Fatawa, 3:346
    [9] Al-Majmoo al-Fatawa, 3:345
    [10] Al-Majmoo al-Fatawa, 7:218.
    [11] Al-Majmoo al-Fatawa, 3:349
    [12] Al-I’tisaam, 1:439.

    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (05.02.2010 um 10:31 Uhr)

  10. #10
    InHerzenGrünerVögel
    Nicht registriert

    Zitat Zitat von Abu_Taymiyyah Beitrag anzeigen



    Nein, ist es keinesfalls oder siehst du, dass Ich dies damit gemeint habe? Oder irgenedwo angesprochen habe?Falls nicht, bitte Ich dich Bruder, dies zu unterlassen, aber sofern sowas vorkommen sollte im Text, dann kannst du gerne dies hervorheben. Aber falls nicht bitte Ich dich, solches zu unterlassen, Barakallahufeek akhi


    entschuldige bitte akhi. wa fiika baarakAllaah
    Geändert von InHerzenGrünerVögel (05.02.2010 um 11:56 Uhr)

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