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Thema: Der gewissenhafte Glaube an Allah

  1. #1
    Erweitertes Mitglied
    Religion
    Al-Din al-Haqq
    Richtung
    Ahlu Sunnah Wal Jammah/Muhammad Ibn Idris ash-Schafi'i
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    Der gewissenhafte Glaube an Allah




    As Salam Alaikum, Liebe Geschwister:



    Der Gewissenhafte glaube an Allah


    Diese Thematik wird folgende Gesichtspunkte behandeln:
    • Einleitung
    • Die Existenz Allahs
    • Tawhid ar-Rububiyyah
    • Tawhid al-Uluhiyyah/Ibada
    • Tawhid al-Asma'i was Siffat
    • Tawhid al-Hakimiyyah
    • Der Irrtum der Scholastiker (Mutakalimun) und Sufis hinsichtlich des Tawhid



    Einleitung:



    Allah, der Segensreiche, sagt:

    {"Ihr, die ihr glaubt! Glaubet an Allah, an Seinen Gesandten, an das Buch, das auf seinen Gesandten herabgesandt wurde und an das Buch, das davor herabgesandt wurde. Und wer sich vom Glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag abkehrt, der ist wahrlich weit in die Irre gegangen."(an-Nisa, Aya 136)}

    Desweiteren finden wir im Heiligen Buch:

    {"Allah bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm. Auch die Engel und die mit Wissen begnadeten bezeugen es, die Gerechtigkeit aufrecht haltend." }

    Ebenso sagt, der Einzigartige:

    {"Das Gute ist hingegen an Allah zu glauben, an den Jüngsten Tag, die Engel, die Schriften und die Propheten." }

    Und der Imam des Hadith Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Verzeichnet von Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm), dass der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Iman ist, dass du an Allah, Seine Engel, seine Bücher, an das Zusammentreffen mit Ihm, an Seine Gesandten und an die Auferstehung glaubst.“

    Der Glaube (Iman) an Allah, den Schöpfer dieser Welten, ist die erste der sechs Säulen (Arkaan) der Islamischen Aqida. Der Begriff Allah stammt aus dem Begriff "al-Illah". Al-Illah ist derjenige, Dem mit Liebe, Ehrung, Furcht und Begehrung den Gottesdienst gewidmet wird. Allah, der Segensreiche, ist der einzige Wahrhaftige Rabb, der einzige Wahrhaftige Illah und der alleinige Wahrhaftige Besitzer der absoluten Vollkommenheit bezüglich des Wesens, der Eigenschaften und der Handlugen. Allah, der Segensreiche, sagt:

    {"Er ist Allah, außer Dem kein Illah ist; Er ist der Kenner des Verborgenen und des Sichtbaren. Er ist der Allerbarmer, der Barmherzige. Er ist Allah, außer Dem kein Illah ist; Er ist der Herrscher, der Einzig Heilige, der Friede, der Verleiher von Sicherheit, der Überwacher, der Erhabene, der Unterwerfer, der Majestätische. Gepriesen sei Allah über all das, was sie (Ihm) beigesellen. Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Ihm stehen die schönsten Namen zu. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise." (Sure al-Haschr, Vers.22-24) }

    Die Inhalte die den Iman an Allah, den Segensreichen, ausmachen beinhalten vier bzw. gegenwärtig fünf Wesentliche Angelegenheiten: Die Existenz Allahs; Tawhid al-Rububiyyah; Tawhid al-Uluhiyyah; Tawhid al-Asma’i was Siffat; Tawhid al-Hakimiyyah. Diese Kategorisierungen werden vereinigend als die Einzigartigkeit Allahs in der Anbetung/Göttlichkeit (Tawhid) bezeichnet. Die Bedeutung des Begriffs Tawhid wird durch die Edlen dieser Gemeinschaft, wie folgt dargelegt: Amir al-Muminin wal Scheich al-Islam Ahmad Ibn Hadschar al-Asqalani asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) beschreibt den Tawhid folgendermaßen: „Die vorangegangen Wissenschaftler definierten Tawhid als die Abweisung der Auffassung, dass Allah, der Segensreiche, irgendeine Eigenschaft besäße, die den Eigenschaften der erschaffenen Dinge ähnelte und die Abweisung der Auffassung, dass Allah, der Segensreiche, keine erhabenen Eigenschaften besäße, die Seine Vollkommenheit und Erhabenheit verlangen.“[1]


    Imam Abu Qasim at-Tamimi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) beschreibt den Tawhid, wie folgt: „Al-Tawhid ist das Verbalsubstantiv, aus welchem das Verb in der Vergangenheitsform „Wahhada“ und das Verb in der Gegenwartsform „Yuwahhidu“ abgeleitet werden. Die Bedeutung des Satzes „Wahhadtu Allah“ ist „I’taqttu Allah munfaridan – dies heißt, ich habe strengstens deklariert, dass Allah einzigartig ist in Seinem Wesen (Dhat) und dass Er bezüglich seiner Eigenschaften kein Ebenbild oder Ähnlichkeit hat. Es wurde auch gesagt, dass es bedeutet: ‚Ich erkenne an, dass Er Eins ist“, und genauso, dass es bedeutet: „Ich lehne jegliche Qualität und Quantität bezüglich Seiner ab, denn Er ist Eins in Seinem Wesen, unteilbar und Eins in Seinen Eigenschaften; Es gibt nichts, dass Ihm ähnelt. Er hat keine Partner in seiner Göttlichkeit, Herrschaft und Vorsehung. Es gibt keinen anderen Herrn als Ihn und keinen anderen Schöpfer“.“[2]



    Tawhid ist dementsprechend der unzweifelhafte Iman, dass Allah, der Segensreiche, Einzig und Vollkommen in Seiner Rububiyyah, in Seiner Uluhiyyah, in Seinen schönsten Namen und erhabensten Eigenschaften, in Seiner Hakimiyyah und dass niemand Ihm ähnelt, weder in Seinen Namen noch in Seinen Eigenschaften und Er ist Einzig in Seinem Wesen. Der Tawhid ist die Essenziellste Angelegenheit in der Lebensordnung Allahs, welche über die Situation des Jenseits einen Essenziellen Einfluss nimmt, denn jeder ist dazu Definitiv angehalten worden, die Obligatorischen Sachverhalte des Tawhid mit dem Herzen, der Zunge und den Gliedern des Körpers zu verinnerlichen, denn es ist der erste Schritt auf dem Wege Allahs und der Einzige Pfad zur Ewigen Glückseligkeit. Diese Sachlage beschreibtImam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), wie folgt: „Man muss die Erkenntnis besitzen das der Tawhid, die erste Angelegenheit ist, die die Propheten predigten. Es ist der erste Schritt des Pfades und die erste Etappe zur Reise Allahs. Allah, der Segensreiche, sagt: "Wir entsandten Noah zu seinem Volk, und er sagte: „O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Wahrlich, ich fürchte für euch die Strafe eines großen Tages“." (Sure al-Ar’af, Vers.59) Hud (Friede auf Ihm) sagte, dass gleiche zu seinem Volk: "Und zu den Ad (entsandten Wir) ihren Bruder Hud. Er sagte: „O mein Volk, dient Allah, ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Wollt ihr nicht gottesfürchtig sein“?"(Sure al-A’raf, Vers.65) Salih (Friede auf Ihm) sprach zu seinem Volk: "O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. (Sure al-Ar’af, Vers.73) Shu’ayb (Friede auf Ihm) sprach zu seinem Volk: "O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm." (Sure al-Ar’af, Vers.85) Auch sagt Allah, der Segensreiche: "Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte): „Dient Allah und meidet die Götzen“." (Sure an-Nahl, Vers.36) Und: "Und Wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht offenbart haben: „Es ist kein Gott außer Mir, darum dient nur Mir“." (Sure al-Anbiya, Vers.25) Auch sagte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Mir wurde der Befehl erteilt, die Menschen solange zu bekämpfen, bis sie die Worte sprechen: La ilaha illa Allah (Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah)“.[3]

    Die Kategorisierung des Tawhid ist keinesfalls etwas verwerfliches, auch wenn einige wenige dies derart darstellen wollen, im Gegenteil es verhilft den Menschen die Bestandteile des Tawhid leichter nachzuvollziehen. Denn die islamische Bildung umfasst alle Wissensbereiche, bei denen die islamische Glaubensüberzeugung der Grund ihrer Untersuchung ist. Dies gilt sowohl für jene Bereiche die die Islamische Aqida beinhalten, wie die Lehre des Tawhid, als auch für jene, die auf der islamischen Aqida aufbauen, wie die Lehre der Rechtswissenschaft (Fiqh), der Koranexegese und der Hadithwissenschaft. Ebenso gilt das für jene Wissensbereiche, die zum Verstehen der sich aus der islamischen Aqida ergebenden Gesetze notwendig sind. Dies umfasst die für den Idschtihad erforderlichen Wissensbereiche, wie die arabische Sprachwissenschaft, die Fachbegriffe der Hadithwissenschaft und Grundlagen der Rechtswissenschaft. All das zählt zur islamischen Bildung, weil die islamische Aqida den Grund für ihre Untersuchung verkörpert. Die gesamte islamische Bildung geht auf Koran und Sunna zurück. Alle ihre Bereiche sind aus Koran und Sunna hervorgegangen, durch sie bedingt und aus ihrem Verständnis heraus ergangen. Der Heilige Koran wurde dem Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) offenbart, damit Er ihn den Menschen darlegt:

    { "Und wir haben die Mahnung zu dir herabgesandt, auf dass du den Menschen darlegst, was zu ihnen herabgesandt wurde." (Sure an-Nahl, Vers.44)}

    Allah, der Segensreiche, befahl den Gläubigen, das anzunehmen, was der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) zu ihnen brachte:

    {" Und was der Gesandte euch brachte, das nehmet an. Und was er euch verwehrte, dessen enthaltet euch." (Sure al-Haschr, Vers.7)}

    Das anzunehmen, was der Gesandte (Allahs Segen und Friede auf ihm) brachte, ist jedoch erst möglich, wenn man es studiert und begriffen hat. Daraus folgte nun die Entstehung all jener Wissensbereiche, mit all samt ihren Abzweigungen, die für das Verstehen von Koran und Sunnah erforderlich waren. Dementsprechend entsprießen die verschiedenen Wissensbereiche auf und die islamische Bildung erhielt eine bestimmte Bedeutung, die unteranderem folgendes umfasste: Koran; Sunnah; Sprachwissenschaft; Grammatik und Formlehre; gehobene Rhetorik (Balaga); Koranexegese (Tafsir); Hadithwissenschaft; Fachbegriffe der Hadithwissenschaft (Ulum al-Hadis); Grundlagen der Rechtswissenschaft (Usul al-Fiqh); Rechtswissenschaft (Fiqh); Lehre des Tawhid; Grundlagen des Glaubens (Usul al-Din); Prophetenbiographie (Sira); Geschichtswissenschaft; Charakterreinigung (Tazkiya) und andere Bereiche. Einige dieser Wissensbereiche waren zuzeiten des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) und seinen Edlen Gefährten (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) nicht einmal in solch einem Ausmaß, mit all ihren Prinzipien, Terminologien, Kategoriesrungen und Themen. vorhanden. Sie wurden erst nach dem Ableben des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) von den Gelehrten dieser Gemeinschaft eingeführt, um die Entscheidungen der Scharia und die daraus resultierenden Wissenschaften verständlicher zu machen. Nimmer ist jemand auf den Gedanken gekommen, dass dies verwerflich oder gar gegen den Islam verstößt, jene die solches Behaupten verstehen den Grundsatz nicht, dass es nicht verwerflich ist neue Konzept oder Terminologien einzuführen. Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) bestätigt dieses Prinzip: Es spricht nichts gegen neue Konzepte und neue Wörter, außer wenn es etwas Schlimmes diesbezüglich ist.“[4]

    Außerdem haben die Gelehrten von frühester Zeit an die Entscheidungen der Scharia Kategorisiert, wie wir am Beispiel des Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) in Bereich der Rechtswissenschaftlichen Grundlagen (Usul al-Fiqh) oder am Beispiel des Imam Muhammad Ibn Schihab az-Zuhri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) in Bereich der Hadithwissenschaft sehen können. Az-Zuhri wird allgemein als derjenige angesehen der die Überlieferungen festhielt, niederschrieb und Prinzipen aufstellte, so wie Imam Yusuf Ibn Abd al-Barr al-Maliki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) von ad-Daruridi Verzeichnet „Der Erste, der das Wissen (also die Hadithe) festhielt und niederschrieb ist Ibn Schihab.“[5]In der Hadithwissenschaft wurden beispielsweise neue Disziplinen, Terminologien, Prinzipien etc. eingeführt, so ist beispielsweise Ilm al-Jarh wat-ta’dil einer der wichtigsten Disziplinen der Hadithwissenschaft, welche ganze Blätter ausfüllt. Dasselbe gilt für Asch-Schafi’i im Bereich der Rechtswissenschaftlichen Grundlagen (Usul al-Fiqh), denn er wird allgemein als derjenige angesehen, der die Prinzipien der Rechtsableitung in allgemeingültigen Universalregeln definiert und festgelegt hat. Dies wurde sowohl in der Hadithwissenschaft, als auch im Bereich des Usul al-Fiqh Positiv von der Gemeinschaft aufgenommen, denn die nachfolgenden Imame haben es befolgt, kommentiert und Erweitert.

    Dies Beweist, dass die Kategorisierungen des Tawhid keineswegs etwas Verwerfliches ist. Einer der ersten von denen uns Berichtet wurde, die den Tawhid einteilten in Tawhid al-Rububiyyah und Tawhid al-Uluhiyyah war Imam Abu Dschafar Ibn Jareer at-Tabari[6] sowie Imam Abu Dschafar at-Tahawi in Tawhid ar-Rububiyyah. Imam Bakr Abu Zayd Verzeichnet in seinen Werk[7] eine Anzahl der Gelehrten aus den dritten und vierten Jahrhundert n.H. welche den Tawhid Kategorisierten. Einige unter den Wissenschaftlern teilten den Tawhid in zwei, einige in drei und gegenwärtig einige in vier Kategorien. Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) gliederte den Tawhid beispielsweise in zwei Kategorien: „[...]und sie haben beide Kategorien des Tawhid bedeckt, ohne welches es keine Errettung noch irgendeinen guten Ausgang gibt. Und sie (die Kategorien) sind Tawhid al-Illm wal I’tiqad[...], und die zweite Kategorie ist Tawhid al-Qasd wal Iraadah[...].“[8]

    Der Tawhid al-Illm wal I’tiqad umfasst Seine Namen und Eigenschaften aus dem Blickwinkel was wir hinsichtlich unseres Schöpfers wissen und glauben. Der Tawhid al-Qasd wal Iraadah umfasst das zuvor genannte, sowie wie wir Allah, den Segensreichen, gemäß Seinen Namen und Eigenschaften den Gottesdienst entgegenbringen. Dies ist eine alternativer Weg den Tawhid zu erklären und ihn zu Kategorisieren indem es zwei Gesichtspunkte hervorhebt, anstatt drei.

    Und ebenso Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) erklärt diese Angelegenheit, wie folgt: „Der Tawhid, welcher die Propheten predigten und die Himmlischen Bücher lehren sind von zweierlei Arten: Tawhid fi'l Ithbaat wal Maa'rifah – Tawhid in der Anerkennung und Erkenntnis – und Tawhid fi'l Talib wal Qasd – Tawhid in Handlung und Absicht. Das erste ist das Wesens (Dhat) und die Existenz Allahs, des Allerhöchsten, gemeinsam mit all Seinen Eigenschaften, Handlungen und Namen anzuerkennen. In diesen Angelegenheiten ist Er Einzigartig. Es gibt’s niemanden wie Allah, den Segensreichen, in all Seine Merkmalen – wie Allah selbst und Sein Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) uns darüber Informierte. Der Koran erläuterte uns diese Art des Tawhid in der klarsten Form[...] Die zweite Art des Tawhid ist der Tawhid in den Handlungen und Absichten[...] Das meiste im Koran bezieht sich auf diese zwei Arten des Tawhid. Denn der Koran spricht entweder über Allah, Seine Namen, Eigenschaften und Handlungen, und dies ist ein Bestandteil des Tawhid fi'l Ithbaat wal Maa'rifah, oder es (der Koran) ruft die Leute zur Seiner alleinigen Anbetung, ohne Ihn irgendwelche Partner zuzuschreiben und sich von allem Loszusagen was außer Ihm angebetet wird auf und dies ist der Tawhid fi'l Talib wal Qasd.“[9]

    Der Imam jedoch Kategorisierte den Tawhid zuvor in drei Kategorien, dies da er darlegen wollte, dass es noch eine alternative Möglichkeit gibt, den Tawhid zu Kategorisieren und was es umfasst. So sagt Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) zuvor: „Der Tawhid hat drei Dimensionen: erstens, die Angelegenheiten betreffs der Attribute Allahs – Tawhid al-Asma’i was Siffat; zweitens, Tawhid al-Rububiyyah; und drittens Tawhid al-Ilahiyyah/Uluhiyyah oder die Einheit Seiner Göttlichkeit, dass Allah einzig die Ibada entgegengebracht wird und Ihn gedient wird, ohne Ihn jegliche Partner beizumessen.“[10]Allamah as-Safaareene (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Kategorisierte den Tawhid, wie folgt: „Wisset, dass der Tawhid aus drei Kategorien besteht: Tawhid al-Rububiyyah, Tawhid al-Uluhiyyah und Tawhid al-Asma’i was Siffat.“[11]

    Der Unterschied beider verschiedenen Kategorisierungen ist lediglich von der Semantik abhängig, denn beide bedingen die gleichen Inhalte, welche die Einzigartigkeit Allahs ausmachen, weshalb man entweder jene oder die andere Kategorisierung verwenden kann, denn einige Wissenschaftler haben die drei Kategorien des Tawhid auf zweierlei beschränkt.

    Desweiteren ist von Ehrenwerten Imam Abu Dschafar at-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) bekannt, dass Er in seiner berühmten Exegese, den Tawhid Kategorisierte: „Alles im Himmel und auf Erden fügte sich Allah mit der Anbetung und gaben die Einzigartigkeit Allahs in Seiner Rububiyyah zu[...].“[12] Sowie seine Aussage: „[...]sie ergeben sich Allah mit der Folgsamkeit und erkennen Seine Einzigartigkeit in der Rububiyyah[...]Und sie legen Ihm keine Partner in der Rububiyyah und Uluhiyyah bei.“[13]




    [1] Fath al-Bari: 14:344.

    [2] Al-Asqalani: Fath al-Bari, 14:344.
    [3] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.1.
    [4] Madaarij al-Saalikeen: 3:306
    [5] Jami Bayan al-Illm wa Fadlihi: S.51.
    [6] Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran, Sure Muhammad, Vers.19.
    [7] Al-Radd ala al-Mukhaalif
    [8] Badaa'a al-Fawa’id, 1:145-146.
    [9] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.13.
    [10] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.2.
    [11] Lawaami al-Anwarul Bahiyyah, 1:128.

    [12] Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran, 3:336.

    [13] Dschami al-Bayan an Ta’wil ay al-Quran, 5:77.



    Fortsetzung Folgt - So Allah Will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (01.02.2010 um 05:23 Uhr)

  2. #2
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    As Salam Alaikum,



    Ebenso der Ehrenwerte al-Hafidh Abu Fida Ismail Ibn Kathir (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt in seiner Exegese: „Dies ist eine Stelle, welche den Tawhid al-Rububiyyah und den Tawhid al-Uluhiyyah beweist.“[1]

    Dies belegt, dass es die Kategoriesrung schon vor dem Auftreten des Ehrenwerten Imam Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) gab und keinesfalls von den Gelehrten Kritisiert wurde. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich der Einteilung des Tawhid: „Die Mehrheit der Wissenschaftler, die den Tawhid in ihren Werken darlegen, unterteilen den Tawhid in drei Kategorien: Tawhid in der Essenz, dass Allah, der Segensreiche, eins in Seiner Essenz ist ohne einen zweiten; Tawhid der Attribute, dass Er darin einzigartig ist und nichts Ihm in jeglicher Hinsicht ähnlich ist; und Tawhid der Handlungen, dass Er einzigartig in Seiner Handlungen ist und Definitiv keine Partner hat.“[2]

    Zu dieser Art gehört auch das, was einige Leute als das Recht Allahs auf die Gesetzgebung mit Tawhid al-Hakimiyyah bezeichneten. Sie haben diese Art der Wichtigkeit halber isoliert erwähnt, sie gehört jedoch ursprünglich in den Bereich des Tawhid al-Uluhiyyah sowie fällt etwas unter Tawhid al-Rububiyyah und etwas davon fällt unter Tawhid von Allah, dem Allerhöchsten, in seinen Asma’i was Sifat. Als der Schirk, mit etwas anderem, als was Allah herabsandte, zu herrschen, in der Ummah anstieg und sie die Entscheidung der Gesetzgebung des Unglauben und des Taghut annahmen, wurde es notwendig diese essenziele Kategorie des Tawhid näher darzulegen, in dem man sie einzeln erwähnte, um die Sicht der Menschen auf ihre Wichtigkeit zu lenken. Genauso wäre es, wenn die Menschen im Schirk sich hinsichtlich der Gehorsamkeit befinden. Es wäre unter diesen Umständen notwendig, dass man mit Tawhid at-Taa’aah (Gehorsamkeit) kommt und das man sich niemanden anderen ergibt außer Allah, besonders hervorhebt. Ähnlich verhielt es sich mit der Entstehung der Kategorie der Namen und Eigenschaften Allahs, denn zu der damaligen Zeit war es unter den Menschen weitverbreitet die Namen und Eigenschaften falsch darzulegen bzw. sie zu Interpretieren oder an Wahdat al-Wujud[3] zu glauben, was Imam Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) dazu veranlasste den Tawhid al-Asma’i was Siffat einzuführen, um die Wichtigkeit dieser Angelegenheit des Tawhid emporzuheben, damit die Menschen das richtige Verständnis diesbezüglich erlangen.

    Die genannten Aspekte überschneiden sich und sind derart untrennbar, sodass wer auch immer einen Aspekt weglässt, die Bedingungen des Tawhid nicht mehr erfüllt. Dies wird unteranderem dadurch belegt, dass Allah, der Segensreiche, mit eindeutigen Worten uns von den Götzendiener erzählt welche viele Gesichtspunkte des Tawhid bestätigen:


    {"Sag: „Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde, oder wer verfügt über Gehör und Augenlicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten und bringt das Tote aus dem Lebendigen hervor? Und wer regelt die Angelegenheit? Sie werden sagen: „Allah“." (Sure Yunus, Vers.31)}

    Sowie, die Worte:

    {"Und wenn du sie fragst: "Wer schuf sie?" werden sie sicher sagen: "Allah“." (Sure az-Zuhruf, Vers.87)}

    Und, Er sagt:

    {"Und wenn du sie fragst: „Wer sendet Wasser vom Himmel nieder und belebt damit die Erde nach ihrem Tod?“, dann werden sie gewiss sagen: „Allah“." (Sura al-Ankabut, Vers.63)}

    Die heidnischen Mekkaner wussten alle, dass Allah, der Segensreiche, ihr Schöpfer, Erhalter, Herr und Herrscher war. Trotzdessen waren sie aus dem Blickwinkel Allahs keine Gläubigen, stattdessen sagt der Allmächtige:

    {"Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (Ihm andere) beizugesellen." (Sure Yusuf, Vers.106)}

    Aus den zuvor angeführten Versen wird deutlich ersichtlich, dass die Ungläubigen von der Souveränität, Herrschaft und Macht Allahs Kenntnis besaßen. In Wahrheit widmeten sie Allah, den Segensreichen, hingebungsvoll verschiedene Arten des Gottesdienstes, wie Pilgerfahrt, Almosen, Tieropferung, Treueschwüre und sogar Gebete in Zeiten des schrecklichen Unheils und Unglücks. Die Götzendiener behaupteten auch, dass sie die Religion Ibrahims folgeleisteten, was Allah, der Segensreiche, jedoch zurückwies:

    {"Ibrahim war weder ein Jude noch ein Christ, sondern er war Anhänger des rechten Glaubens, einer, der sich Allah ergeben hat (Muslim), und er gehörte nicht zu den Götzendienern." (Sure al-Imran, Vers.67)}

    Desweiteren glaubten einige ungläubige Mekkaner sogar an die Wiederbelebung und an den Tag der Abrechnung. Andere glaubten an das Schicksal (al-Qadar). Viel über ihren Glauben kann man in den vorislamischen Dichtungen vorfinden, wie beispielsweise von dem Poeten Zuhayr überliefert wurde, dass er gesagt haben soll: „Entweder ist es in einem Buch aufgehoben, platziert und bis zum Tage des Gerichts aufbewahrt, oder angetrieben und gerächt.“ Und Antarah wird zitiert, ausgedrückt zu haben: „O Ibil, wohin willst Du vor dem Tod flüchten, wo es doch mein Herr im Himmel schon vorherbestimmt hat?“[4] Doch ungeachtet der Bekräftigung und deren Wissen über Allah, den Segensreichen, wurden sie als Ungläubige und Götzendiener angesehen. Dies aus dem Grund, weil sie zusammen mit ihrem Gottesdienst zu Allah andere Götter neben Allah angebetet haben. Daraus wird ersichtlich, dass ihre Bekräftigung hinsichtlich einiger Aspekte des Tawhid, sie (die Mekkaner) nicht zu Gläubige Diener machte, vielmehr wird man einzig und alleine ein Gläubiger, sofern man alle Aspekte des Tawhid verinnerlicht hat. Mujahid Ibn Ghubayr al-Makki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich der Worte Allahs: {"Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (Ihm andere) bei zugesellen" (Sure Yusuf, Vers.106)}, folgendes: „Ihr Glaube an Allah beschrieben durch die Aussage „Allah hat uns erschaffen, er versorgt uns und wird unser Leben wieder zurücknehmen“ hat sie nicht davor abgehalten andere Götter neben Allah anzubeten.“[5]

    Gegenwärtig ist es unter sog. "Muslimen" gebe, dass sie zwar die Aspekte der Rububiyyah, al-Asma’i was Siffat und Uluhiyyah verinnerlicht haben, doch ähnlich wie bei der vorislamischen Zeit, gesellen sie Allah, den Allerhabenen, Partner bei, doch dies im Bereich der Hakimiyyah, weshalb sie die Bedingungen des Tawhid nicht erfüllen und gleich dem Mekkanern Götzendiener sind.


    _____________________________________________

    [1] Tafsir al-Quran al-Adhim: 4:309.
    [2] Al-Majmoo al-Fatawa: 3:98.
    [3] Die Lehre des Einheit des Seins, d.h. das Allah, der Allerhabene, und die Geschöpfe Eins sind. Einer ihrer berühmtesten Vertreter ist der Sufi und Abtrünniger Ibn Arabi. Scheich al-Islam Ahmad Ibn Taymiyah sagt über sie, dass sie größere Ungläubige als die Juden und Christen seien und wer sie nicht zu Ungläubige erklärt ist selber ein Ungläubiger, da solch jemand den Eindeutigen Urteilspruch von Allah über solch eine abscheuliche Lehre leugnet. Doch keinesfalls darf dies derart verstanden werden, dass jeder der nicht den Takfir gegen solche Menschen spricht selbst ein Ungläubiger ist, denn Ahmad Ibn Taymiyah sagte, dass es hinsichtlich der Leute die Ibn Arabi nicht zum Ungläubige erklären zwei Richtungen existieren; die erste kennt seinen gewaltigen Unglauben nicht und ist Unwissend diesbezüglich, solch jene sind entschuldigt; die zweite kennt seinen Unglauben – welcher größer als die der Juden und Christen ist – und erklärt ihn dennoch nicht zum Ungläubigen, solch jene sind selber Ungläubige, da der Unglaube von Ibn Arabi größer als der, der Juden und Christen und es eine offensichtliche Sache vom Islam ist, dass wer den Takfir auf die Leute der Schrift unterlässt
    selbst zum Ungläubigen wird.
    [4] Sulayman Ibn Abdulwahab: Taysir al-Aziz al-Hamid.
    [5] Imam Abdurrahman at-Tahir: Tafsir al-Mujahid.


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    Geändert von Abu_Taymiyyah (01.02.2010 um 07:21 Uhr)

  3. #3
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    As Salam Alaikum,



    Die Existenz Allahs:


    Die Existenz Allahs umfasst daran Iman zu haben, dass Allah, der Segensreiche, dieses Universum, mit all seinen Bestandteilen, wie wir Menschen, Dschinn, Ordnung, Planeten, Sterne etc. Erschaffen hat. Die Methode Seine Existenz Wahrzunehmen bzw. sie zu Beweisen ist auf verschiedene Weiße möglich:

    a) Al-Fitrah[1]:

    Jedes Geschöpf ist mit Iman an Seinen Schöpfer Erschaffen worden – ohne dies durch entsprechende vorige Erziehung gelernt zu haben. Kein Geschöpf wird sich vom Iman an Allah, den Segensreichen, was die Fitrah bedingt, distanzieren, außer demjenigen, dessen Herz etwas, das es von dieser reinen Fitrah abwendet, erlebt. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert die folgende Überlieferung, welche Imam Muhammad Ibn Ismail al-Bukhary (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) tradiert: „Kein Kind wird ohne al-Fitrah geboren und seine Eltern machen dann aus ihm einen Juden, Christen oder einen Feueranbeter“[2],wie folgt: „Was Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) meinte, ist, dass es eine gewisse Natur gibt, mit welcher Allah, der Segensreichen, den Mensch schuf und dies ist die Natur des Islams. Allah dotierte die Menschheit mit dieser Essenzielen Natur [...] Die Fitrah ist die ursprüngliche Natur des Menschen, welche unverdorben durch den nachfolgenden glauben und Praktiken bereit ist die wahren Ideen des Islams anzunehmen.“[3]

    Auch sagt der Ehrenwerte Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) bezüglich der Fitrah und der Existenz Allahs: „Die Kenntnisse hinsichtlich der Existenz Allahs sind in der menschlichen Natur (al-Fitrah) latent und ein Bestandteil davon. Der Koran belebt nur diese Kenntnisse wieder und bringt sie zum Vorschein, indem er auf die Zeichen der Existenz Allahs und Seiner Attribute hinweist. Dies ist der Unterschied von dem Weg, welcher die Scholastiker und Philosophen folgen, um die Existenz Allahs zu beweisen.[...]Die menschliche Natur kennt den Schöpfer, ohne diese Zeichen; diese Erkenntnisse sind ihm angeboren.“[4]


    b) Al-Aql[5]:

    Wie zuvor dargelegt kann sowohl der Beweis rationaler (al-Aqliyy) oder übertragener (al-Naqliyy) Natur sein. Die Existenz Allahs fällt unter dem Bereich der rationalen Beweisführung, denn der entsprechende Sachverhalt ist sinnlich wahrnehmbar, nämlich die Existenz eines Schöpfers für die fassbaren existierenden Geschöpfe. Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt die rationale Beweisführung hinsichtlich der Existenz des Schöpfers als eine Legitime Methode an: „Die Menschen welche die Erkenntnis besitzen, dass die Geschöpfe die Zeichen und Beweise der Existenz eines Schöpfer sind, bedeutet das sie bereits zuvor den Schöpfer gekannt haben müssen, so dass sie verkünden können, dass diese Dinge Seine Zeichen sind. Was wir hervorheben wollen ist das es diese rationale und natürliche Methode ist, welcher der Koran adoptiert und welche durch den Verstand, der Offenbarung, Denkweise und den Überlieferungen hochgehalten wird.“[6] Außerdem verlangt Allah, der Segensreiche, im Heiligen Koran von uns Menschen, dass wir die Materie mittels unseres Verstand untersuchen sollen – welche die Zeichen Allahs sind – um Seine Existenz auf rationaler Ebene zu beweisen, sowie in Seinen Edlen Wörtern:

    {"Wahrlich in der Schöpfung der Himmel und der Erde und dem Wechsel von Nacht und Tag und den Schiffen, die auf dem Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte und damit die Erde nach ihrem Tod belebte und alle Arten von Getier sich ausbreiten ließ, und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde sind Zeichen für die Denkenden." (Sure al-Baqara, Vers.164) }

    Sowie, sagt Er:

    {"Sind sie denn aus nichts erschaffen worden oder etwa sie die Schöpfer? Schufen sie gar die Himmel und die Erde? Doch nein, sie haben keine Gewissheit!"(Sure at-Tur, Vers.35-36)}

    Und, der Segensreiche, sagt:

    {"Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und dem Wechsel von Nacht und Tag sind Zeichen für die Denkenden." (Surat al-Imran, Vers.190)}

    Shahid al-Ustadh al-Kabir[7] Sayyid Qutb (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein und ihn als aufrichtigen Märtyrer annehmen) sagt bezüglich des letztangeführten Verses folgendes: Dies ist eine lebendige Schilderung des Begreifens der dynamischen Kräfte des Kosmos und der Resonanz auf dieses Be*greifen des für Blicke Fassbaren und des Nachdenkens über das Wesen des Daseins. Der Qur’an wendet die Blicke und Herzen fortdauernd zu diesem geöffneten Buch der Schöpfung, dessen Seiten sich unaufhörlich wenden, so dass auf jeder Seite des Buches ein inspirierendes Wunderzeichen sichtbar wird. Sie bewegt in dem gesund veranlagten Menschen das Empfinden für die Wahrheit der Schöpfung, die deutlich auf jeder Seite des Buches steht und für den "Plan dieses Gebäu*des". Er lässt in ihm auch den Willen aufkommen, auf den Schöpfer zu hören, in Liebe zu Ihm und zugleich in Furcht vor Ihm. Und die Leute mit Vernunft öffnen ihre Augen zur Wahrnehmung der kosmischen Zeichen Allahs. Sie stellen keine Hindernisse auf zwischen sich selber und diesen Zeichen, und versperren auch nicht den Weg zu ihnen. Sitzend, stehend oder liegend wenden sie sich mit ihren Herzen zu Allah und öffnen ihre Augen und schärfen ihre Sinne und begrei*fen die Wirklichkeit des Seins, die Allah festgelegt hat. Durch ihre Einsicht verbinden sie das menschliche Herz mit den Gesetzmäßigkeiten dieses Daseins.“[8]

    Ebenso ist von Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) folgender Ausspruch bezüglich dieser Worte bekannt: Wehe dem, der diesen Vers liest und nicht darüber nachdenkt!“[9]

    Wenn man sich über das Leben und das Universum Gedanken macht und sich mit der Materie auseinandersetzt, fragt sich jeder Mensch, was gewissermaßen der Auslöser bzw. der Ursprung von allem ist. Kann es denn sein, dass die Materie schon immer Existiere? Falls derartiges Faktum ist, weshalb ist denn nichts auf Erden existent, das die Eigenschaft der Ewigkeit besitzt? Bei genauerer allumfassender Betrachtung der Materie wird klar erkenntlich, dass im gesamten Universum nimmer etwas die Eigenschaft der Ewigkeit innehat. Bei Betrachtung des Eigenen Lebens, oder das, irgendeines Mitmenschen wird man unweigerlich zur Erkenntnis gelangen, dass der Mensch geboren wird und auch wieder dahin scheidet, also einen Anfang und ein Ende besitzt. Ebenso das uns unendlich groß vorkommende Universum ist in seiner Gesamtheit begrenzt, denn eine Gesamtheit welche sich aus begrenzten Objekten zusammensetzt muss demzufolge auch begrenzt sein, da schon der kleinste Teil dessen begrenzt ist. Die Sterne, Planeten, Galaxien, Energie etc. hatten einst ihren Anfang, weshalb es unabdingbar ist, dass sie auch ein Ende haben werden. Imam Abu Mansur as-Samarqandi al-Maturidi al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt folgendes bezüglich der rationalen Beweisführung heran: „Jedes Geschöpf, das über den Verstand und die Sinneswahrnehmung wahrnehmbar ist, ist entweder unrein oder rein; ist entweder klein oder groß; ist entweder schön oder hässlich; usw. All dies sind Merkmale der Veränderung und der Vergänglichkeit bzw. des Verfalles oder gar des Todes. Alles, was die Möglichkeit der Vergänglichkeit in sich birgt, kann nicht aus sich selbst existieren.“[10]

    Wenn man sich über das Leben und das Universum Gedanken macht, fragt man sich, was gewissermaßen der Ursprung von allem ist. Kann es sein, dass es schon ewig existiert? Falls es so sein sollte, warum gibt es nichts auf Erden, das ewig ist? Bei genauerem betrachten erkennt man, das nichts im gesamten Universum ewig ist. Wenn man sich mal sein eigenes Leben, oder das, irgendeines Mitmenschen anschaut, wird man feststellen, dass der Mensch geboren wird und stirbt, also einen Anfang und ein Ende besitzt. Auch das uns etliche groß vorkommende Universum ist in seiner Gesamtheit begrenzt! Denn eine Gesamtheit von begrenzter Materie ist demzufolge auch begrenzt, da schon der kleinste Teil dessen begrenzt ist. Die Sterne, Planeten, Galaxien usw. hatten irgendwann einmal ihren Anfang. Es ist rational bewiesen und somit nachzuvollziehen für allerlei Menschen, dass all jene Materie die Eigenschaften der Zeitlichen und Örtlichen Begrenzung besitzen. Die Existenz, jeder Art von uns wahrzunehmender Materie, sei es ein Atom, der Mensch, das Leben oder das Universum ist begrenzt, schwach und abhängig. Durch Beobachtung erkennt der Mensch, dass allen Erscheinungsformen der Materie bestimmte Merkmale zu Eigen sind. Zum einen sind alle materiellen Erscheinungsformen zeitlich und räumlich begrenzt, zum anderen sind sie nicht durch sich selbst existent. Am prägnantesten wirkt jedoch ihre Unfähigkeit, neue Materie aus dem Nichts heraus zu erschaffen. Die zeitliche und räumliche Begrenztheit erscheint offensichtlich. Der Mensch wird geboren und ist unwillkürlich zum Sterben verurteilt. Alle Versuche, das Leben zu verlängern, sind von vorn- herein zum Scheitern verurteilt. Das Universum selbst kann nicht als Ursache für die Entstehung der materiellen Erscheinungsformen betrachtet werden, da es selbst einen Ursprung besitzt und somit ebenfalls eine Wirkung darstellt. Mit Universum werden Gestirne, Planeten, Sonnen etc. bezeichnet. Planeten und Sonnen entstehen und vergehen. Ferner unterliegt das Sonnensystem einer Ordnung, ohne diese es nicht existieren könnte. Die Entfernung der Erde zur Sonne ist derart festgelegt, dass Leben auf der Erde entstehen und die Erde nicht in die Sonne stürzen kann. Würde ein Planet dieses Universums seine Bahn verlassen, so würde das entstehende Ungleichgewicht unweigerlich das Ende dieses Sonnensystems und des Lebens auf der Erde zur Folge haben. Diese Ordnung spiegelt sich in allen Erscheinungsformen des Lebens wider. Auch der Mensch unterliegt dieser Ordnung und ist nicht in der Lage, sich ihr zu widersetzen. Weigert er sich zu schlafen oder Nahrung zu sich zu nehmen, so wird dieses unweigerlich zu seinem Scheitern führen, also sind wir bestimmten Gesetzten unterworfen. Allamah al-Imam Sa'd al-Din Masud Ibn Umar al-Taftazani (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich dieser Angelegenheit: „Es wurde festgestellt. dass die Welt erschaffen wurde und vergänglich ist. Es dürfte bekannt sein, dass für jedes Erschaffene ein Erschaffer notwendig ist.“[11]

    Der Mensch ist auch abhängig von anderen Erscheinungsformen der Materie. Ohne Nahrung, ohne Licht, ohne Wasser kann er nicht existieren. Die Erde kann nicht ohne die Sonne existieren, die Sonne nicht ohne Wasserstoff. Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen, sie zeigen jedoch auf, dass keine Erscheinungsform der Materie autonom und allein auf sich gestellt bestehen kann.

    Diese Abhängigkeit schließt die Tatsache mit ein, dass keine materielle Erscheinungsform aus dem Nichts heraus neue Materie erschaffen kann. Der Mensch z.B. ist lediglich in der Lage, eine Form der Materie in eine andere umzuwandeln. Z.B. kann er aus einigen Zutaten ein neues Gericht kochen oder aus gewissen chemischen Substanzen eine neue Verbindung hervorbringen. Er ist jedoch nicht in der Lage, die Zutaten bzw. diese Substanzen selbst zu erschaffen. Beispielsweise ist es dem Menschen bis heute nicht gelungen, den scheinbar einfachsten Prozess in der Natur, die Photosynthese, geschweige denn die Entstehung einer Zelle, dem Grundbaustein des Lebens, im Labor nachzuvollziehen. Da es Faktum ist, das es nicht möglich ist, die Existenz der Materie der Ewigkeit zuzuschreiben, muss es demzufolge einen Anfang gehabt haben. Aber wie ist dies möglich? Ist es möglich, dass es erschaffen wurde? Die richtige Frage muss eigentlich lauten, ist es möglich, dass es nicht so ist! Kann es sein, dass es entstand, ohne jegliche Planung? Dass es dank einer Explosion im Nichts und aus dem Nichts entstand? Dass aus diesem, durch die Explosion entstandenen Chaos...die ERDE, die MENSCHEN, die NATURGESETZE, die UMLAUFBAHNEN und sogar das LEBEN entstanden ist? Ist das alles ohne Planung, unvorstellbarem Wissen und Macht möglich? Kann es sein, das alles dies auf Zufall basiert? Gegenfrage: Kann es sein, das auch nur ein Flugzeug (für dessen Bau Planung benötigt wird) durch, von einem Tornado aufgewirbelten Metallteile, Kabel usw. entsteht. Oder durch Chaos anrichtende Explosionen, geschweige denn aus dem Nichts? Nein, das ist unmöglich! Also ist es absurd zu glauben, dass alles so seinen Anfang hatte! Bleibt nur noch eine Möglichkeit...nämlich einen Schöpfer, der mit bedachter Planung und einer unvorstellbaren Macht das Universum aus dem Nichts erschuf. Ein diesbezüglich erklärendes Beispiel lautet: Wenn dir eine Person über einen Palast, der von Gärten, zwischen denen Bäche fließen, umgeben, möbliert und ansehnlich ausgeschmückt ist, erzählt und gesagt hätte: „Wahrlich, dieser Palast und alles sich Befindliche hat sich selbst zur Existenz gebracht oder ist zufällig erschienen, ohne dass ihn jemand gebaut und möbliert hat“, hättest du dies offensichtlich geleugnet, abgelehnt und für eine Lüge gehalten und darüber gespottet. Wenn dies offensichtlich nicht möglich ist, wie kann gedacht werden, dass dieses Expandiere Universum mit all seinen Bestandteilen, wie die materielle Ordnung, den Menschen, Sonnensysteme, Sterne, das Leben und seiner geschickten Ordnung sich selbst zur Existenz gebracht hätte, oder dass es durch Zufall und ohne Schöpfer existieren würde? All diese Beobachtungen führen zum Befund, dass die ursächliche Kraft hinter dem Leben, dem Menschen und dem Universum nicht materieller Natur sein kann, sondern Einzig und Allein, der Allmächtige, Schöpfer; Allahs dahintersteht. Allah, der Segensreiche, spricht uns Menschen an verschiedenen Stellen im Heiligen Buch an, dass wir unsere Umgebung genauer betrachten sollen:


    {"Der Mensch soll doch sehen, woraus er erschaffen wurde. Er wurde aus einer herausströmenden Flüssigkeit erschaffen, die zwischen den Lenden und den Rippen lagert." (Sure at-Tariq, Vers.5-7) }

    Sowie, die Worte:

    {"O ihr Menschen, wenn ihr über die Auferstehung im Zweifel seid, so (bedenkt,) dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einem Samentropfen, dann aus einem Blutklumpen, dann aus einem Klumpen Fleisch, teils geformt und teils ungeformt, auf dass Wir es euch deutlich machen. Und Wir lassen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Mutter schössen ruhen, was Wir wollen; dann bringen Wir euch als Kinder hervor; dann (lassen Wir euch groß werden,) auf dass ihr eure Vollkraft erreicht. Und mancher von euch wird abberufen, und mancher von euch wird zu einem hinfälligen Greisenalter geführt, so dass er, nachdem er gewusst hatte, nichts mehr weiß. Und du siehst die Erde leblos, doch wenn Wir Wasser über sie niedersenden, dann regt sie sich und schwillt und lässt alle Arten von entzückenden Paaren hervorsprießen." (Sure al-Hagg, Vers.5)}

    Und, Er sagt:

    {"Ihr Menschen, es wird (euch) ein Gleichnis vorgetragen, so hört es an: Diejenigen, die ihr außer Allah anbetet, können nicht einmal eine Fliege erschaffen, auch wenn sie sich zusammenschließen. Und wenn die Fliege sie um etwas berauben sollte, so können sie es ihr nicht entreißen. Schwach ist der Fordernde und das Geforderte." (Sure al-Hagg, Vers.73)}


    ________________________________________

    [1] Die natürliche Veranlagung des Menschen.
    [2] Sahih al-Bukhary, 1:456.
    [3] Al-Majmoo al-Fatawa, 4:245
    [4] Al-Majmoo al-Fatawa, 1:47-48.
    [5] Verstand
    [6] Al-Majmoo al-Fatawa, 1:48.
    [7] Der große Lehrmeister. Dieser Titel wurde ihm von den Muhaddith des letzten Jahrhundert Muhammad Nasir ad-Din al-Albani verleiht
    [8] Fi Dhilal al-Quran, 2:281
    [9]IAbul Majid Daryabadi, Tafsir ul-Quran
    [10] Kitab at-Tawhid, S.112
    [11] Scharh al-Aqida al-Nasafiyya, S.134




    Fortsetzung Folgt - So Allah will -


  4. #4
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    As Salam Alaikum,

    Somit ist es der Verstand, der die Existenz Allahs erkennt. Aus diesem Grund hat der Islam den Gebrauch des Verstandes zur Pflicht erklärt und ihn zum Richter über den Glauben an die Existenz Allahs erhoben. Daher ist der Beweis für die Existenz Allahs rationaler Art. Die Idee über die Existenz eines Schöpfers muss also das Produkt einer nachvollziehbaren Überzeugung, nicht einer spekulative Philosophie sein. Erst dann kann diese Idee zu einem klar umrissenen Konzept werden. Sie überzeugt also den Verstand des Menschen, stellt das Herz vollkommen zufrieden und Stimmt mit der Natur des Menschen überein. Die rationale Beweisführung hinsichtlich der Existenz Allahs ist ausschließlich auf seine Existenz beschränkt, d.h. die rationale Untersuchung darf weder die Namen und Eigenschaften Allahs umfassen, noch irgendwelche andere Sachen, die durch den Verstand nicht Wahrnehmbar sind. Denn die Existenz Allahs ist durch die Zeichen in der Materie erfassbar, hingegen stellt die Untersuchung über Sein Wesen offenkundigen Irrtum dar, denn erstens liegt es außerhalb der Wahrnehmung, was das Nachdenken über Sein Wesen, Namen, Eigenschaften und anderer Dinge die in Relation mit Ihm stehen unmöglich macht. Zweitens verbietet es die Offenbarung in klarer weiße: „Sinnt über die Gnaden Allahs, jedoch nicht über Allah (selber).“[1] Diejenigen die diese Grenze überschreiten, also über das Wesen Allahs selbst nachsinnen, wodurch einige der Scholastiker alle Eigenschaften und Namen Allahs negierten, haben wahrscheinlich zwei Dinge dazu veranlasst diese abscheuliche Untersuchungsmethode einzuschlagen: Einerseits war den Scholastikern die richtige Definition des Verstandes nicht bewusst. Anderseits differenzierten sie nicht zwischen der Methode des Koran im ergründen von Gegebenheiten und der Methode der Philosophen. Ihr nichtbegreifen der Definition des Verstandes wird bereits aus ihrer eigenen Definition des Denkens offensichtlich: „Der Verstand ist eine Kraft in der Seele und im Begreifen.“ Auch beschrieben sie ihn mit folgender Aussage: „Ein Instinkt, aus dem das Wissen um die Notwendigkeiten bei Gesundheit der Mittel folgt.“ Ebenso meinten sie: „Der Verstand ist ein Wesenskern, mit dem Übersinnliches durch Hilfsmittel und sinnlich Wahrnehmbares durch Beobachtung begriffen wird.“ Sie behaupteten auch: „Der Verstand ist die Seele selbst.“ Es ist nicht absonderlich für jene die ein derartiges Verständnis von Denken haben, dass er allerlei Zügel fallen lässt und reichhaltige Thesen theoretisch assoziiert, um Resultate daraus abzuzweigen, die nicht existierten, er aber von sich behauptet, dieses Resultat mit dem Verstand erfasst zu haben. Demzufolge kannte die verstandesmäßige Untersuchung bei ihnen keine Grenze, bei der sie innehielt. Vielmehr war es für sie möglich, jede Untersuchung durchzuführen. Die Scholastiker gelangten zu irgendwelchen Resultaten und bezeichneten es als eine rationale Untersuchung und rationale Resultate. Daher ist es auch nicht absonderlich, dass die Mu’tazila[2] behaupteten: „Die Assoziierung der zeitlosen Macht Allahs mit etwas Vermochtem, das entstanden ist, lässt die Eigenschaft der Macht ebenfalls entstanden sein.“, und dies dann als rationale Untersuchung und rationales Resultat betrachteten. Denn der Verstand, die Ratio, ist bei ihnen „die Seele“ oder „ein Instinkt, aus dem das Wissen um die Notwendigkeiten folgt.“ Somit hat er die Fähigkeit, alles zu untersuchen. Wenn sie die wahre Bedeutung des Denkens begriffen hätten, wären sie nicht in solche hypothetische Analysen und Resultate gefallen, an denen klar erkennbar ist, dass sie irreal sind. Es waren lediglich Hypothesen, aus denen andere Hypothesen folgten und die als rationale Wahrheiten bezeichnet wurden.

    Der Verstand wird folgendermaßen definiert wird: „Die Übertragung der Realität mittels der Sinne ins Gehirn und Vorkenntnisse, die diese Realität erläutern.“ Somit ist für jede rationale Untersuchung das Vorhandensein von vier Dingen erforderlich: das Gehirn; die Sinne; die Realität; und die Vorkenntnisse, die mit dieser Realität assoziiert sind. Wenn eine dieser vier Komponenten abhanden gekommen ist, kann es unmöglich eine rationale Untersuchung geben, auch wenn eine logische Untersuchung oder das Vorhandensein von bloßen Vorstellungen und Illusionen noch möglich ist. All das hat aber keine Bedeutung, da es nicht vom Verstand erfasst wurde bzw. auch sein Ursprung kein Erfassen durch den Verstand erfuhr. Die Tatsache, dass sämtliche Scholastiker die Bedeutung des Verstandes nicht begriffen hatten, ließ sie zügellos in viele Untersuchungen eindringen, die sich der Sinneswahrnehmung entziehen bzw. über die sie keine damit verbundenen Vorkenntnisse besaßen.

    Das die Scholastiker zwischen der Methode des Heiligen Koran und der, der Scholastik bei der rationalen Analyse nicht Differenziert haben, geht auf die Begebenheit zurück, dass sowohl der Koran als auch die Scholastiker das Göttliche Analysiert haben. Was die Analyse der Philosophen hinsichtlich des Göttlichen betrifft, so betrachteten sie die absolute Existenz und was diese ihrem Wesen nach voraussetzt. Sie untersuchten also nicht das Universum, sondern das, was sich hinter dem Universum befindet. Sie begannen, Beweisthesen mit ihren Prämissen aneinanderzureihen und gelangten dadurch zu gewissen Ergebnissen. Aus diesen Ergebnissen leiteten sie wiederum andere Ergebnisse ab, bis sie zu dem gelangten, was sie als „Wesenswahrheit“ und als „Wesensnotwendigkeiten“ erachteten. Trotz den unterschiedlichen Ergebnissen zu denen sie gelangten, folgten sie alle in ihren Untersuchungen derselben Methode, nämlich der Untersuchung dessen, was sich „hinter“ der Natur d. h. dem Universum befindet, das Aufstellen von Beweisthesen, die sich entweder aus theoretischen Annahmen oder aus anderen Beweisthesen ableiteten und das Gelangen zu Ergebnissen, die sie als definitiv erachteten und zu ihrer Glaubensüberzeugung machten.

    Diese Untersuchungsmethode widerspricht der Methode des Korans. Denn der Koran erforscht das Universum selbst und die darin bestehenden Elemente: die Erde, die Sonne, den Mond, die Sterne, die Tierwelt, den Menschen, die Reittiere, die Kamele, die Berge und andere sinnliche Elemente. Mit Hilfe des ergreifen der bestehenden Elemente führt der Koran den Menschen dazu, den Erschaffer des Universums und Seine Existenz zu erkennen: den Schöpfer der Sonne, der Kamele, der Berge, des Menschen und der anderen Dinge. Doch sofern der Koran jenes Analysiert, was sich außerhalb des Universums befindet, sich der Wahrnehmung verweigert und durch das begreifen der Existenz Seine Realität nicht begriffen werden kann, so beschreibt Er eine Realität und befiehlt uns in Definitiver Form , daran Iman zu haben. Allah weist den Menschen nicht darauf hin, diese Sachen zu erfassen und auch nicht zu solchem, was zum Wahrnehmen dieser Sachen führen kann. Zu diesen Sachen zählt der uneingeschränkte Iman an die Eigenschaften, Name und Handlungen Allahs, das Paradies, die Hölle, die Dschinn, die Teufel, die Bestrafung im Grab, das Becken, die Waage, die Huris und ähnliches, was im verborgenen liegt. Diese Herangehensweise haben die Gefährten des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm), die vier Imame der Rechtschulen und die as-Salaf al-Salihin begriffen, denn sie folgten ihr und preschten in die Länder vor, die Botschaft der Rechtleitung an die Völker heranzutragen, um sie damit ebenfalls zu beglücken, wie sie mit dieser segensreichen Botschaft beglückt wurden. Diese Situation blieb uneingeschränkt aufrecht, bis das gesamte erste Jahrhundert verstrichen war, als die philosophischen Gedanken sich aus der griechischen Philosophie einzuschleichen begannen und somit die Scholastiker herankamen. Von nun an änderten sich die Untersuchungsmethoden und ab dieser Epoche begannen die entgegen dem Koran, geführten Dispute über das Wesen Allahs selbst. Obwohl es sich um einen unsinnigen, unfruchtbaren, abscheulichen Disput handelt, kann er obendrein keinesfalls als rationale Analyse betrachtet werden, da er eine Sache versucht zu Analysieren, die sich Wahrnehmung entzieht.

    Und alles, was sich der Sinneswahrnehmung entzieht, kann der Verstand in keiner auch noch so gearteten Weise untersuchen, weshalb dies offensichtlich zur Irreleitung verurteilt ist. Die Untersuchung Seines Wesens ist jedoch von vorneherein verboten und unmöglich. Er wird ausschließlich mit den Beschrieben was uns an Informationen durch den Koran und die authentische Sunnah übermittelt wurde. Demzufolge ist die Untersuchung aller Scholastiker bezüglich des Wesen Allahs und Seinen Namen und Eigenschaften unzutreffend und vollkommen falsch. Imam Abu Faradsch Ibn al-Dschauzi al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt über jene, die das Wesen Allahs Analyisieren wollen:: „Dazu gehört, dass der Satan zum Laien kommt und ihn zum Nachdenken über das Wesen Allahs und Seiner Eigenschaften bewegt, sodass er zweifelt.“

    Imam Abu Dschafar at-Tahawi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich das Nachsinnen über Allahs Wesen: „Weder vertiefen wir uns in das (Wesen) Allahs, noch streiten über die Religion Allahs.“[3]

    Imam Abu Hanifa al-Nu’am Ibn Thabit al-Kufi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Niemanden steht es zu etwas über das Wesen Allahs zu sagen, vielmehr ist Er mit dem zu beschreiben, womit Er sich selbst beschrieb und nichts darf über Allah ausgesagt werden, was auf der eigenen Meinung aufgebaut ist. Erhaben und Segensreich ist Allah, der Herr der Welten.“[4]


    ___________________________________________

    [1] Al-Tabarani: al-Awssat
    [2] Eine rationalistische Denkrichtung die stark von der Philosophie beeinflusst war und Irregegangene Lehren vertrat; sie hatten eine bestimmte Haltung zur Frage von Qada und Qadar eingenommen hat und u. a. behauptet, dass der Mensch Schöpfer seiner Taten sei; auch negierten sie sämtliche Eigenschaften Allahs; und die Lehre von al-Manzil bayn al-Manzilatayn hervorbrachten, d.h. dass jemand der keine Handlungen ausführt bzw. große Sünden begeht, kein gläubiger ist, da ein Teil des Iman weggefallen ist und zwar die Handlungen, aber solch jemand ist für sie auch kein Ungläubiger, da er im Herzen noch Iman hat. Nach ihrer Sicht der Dinge ist solch jemand in einer Zwischenstufe, also zwischen Mu’min und Kafr und er wird für ewig im Höllenschlund verweilen, aber weniger Bestraft werden als ein Ungläubiger; desweiteren zeichneten sie sich durch die Ansicht aus, dass der Koran selbst ebenfalls erschaffen ist, also nicht das tatsächliche Wort Allahs verkörpert.
    [3] Al-Aqida at-Tahawiya.
    [4]Ibn Abi al-Izz al-Hanafi, Scharh al-Aqida at-Tahawiya.
    Geändert von Abu_Taymiyyah (02.02.2010 um 06:17 Uhr)

  5. #5
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    As Salam Alaikum,



    c) Äschschär[1]:

    Die Offenbarungsgesetzte (Schär) beweisen die Existenz Allahs. Die in ihm enthaltenen Urteile sind ausschließlich im Interesse der Geschöpfe und zu ihrer Vergünstigung und gelten desweiteren als Beweis dafür, dass sie von dem Allmächtigen, Allwissenden Herrn stammen, Der alles über Seine Geschöpfe weiß. So enthält der Heilige Koran viele Berichte über die Astronomie, Physik, Geologie, Biologie, Embryologie, Medizin, Geographie usw. deren Wahrhaftigkeit die Realität bestätigt hat, was ein weitere Beweis für die Weisheit und Mächtigkeit des Herrn ist, Der im Stande ist, zu Erschaffen, was Er berichtet hat.

    Beispielsweise wurde uns vom Herrn der Welten folgendes über das Gebiet der Astronomie berichtet:

    {"Voller Segen ist Er, Der Burgen im Himmel gemacht und eine Leuchte (Siraa) und einen scheinenden Mond (Qamar) darein gestellt hat." (Sure al-Furqan, Vers.61) }

    Die vorangegangenen Zivilisationen glaubten, dass der Mond eine selbständige Lichtquelle darstellt. Gegenwärtig ist jedoch durch die Astronomie Bewiesen worden, dass das Licht des Mondes reflektierendes Licht von der Sonne darstellt. Der arabische Begriff für Sonne ist Schams, im Heiligen Koran wird darauf bezogen als Siraaj, dass eine Fackel bedeutet, oder als Wahaaj, das flammende Lampe bedeutet, oder als Diiaa, was glänzender Ruhm bedeutet. Alle drei Begriffe sind Passend für die Sonne, weil sie nachdrückliche Hitze und Licht durch ihre innere Verbrennung bewirkt. Der arabische Begriff für Mond ist Qamar, in der Heiligen Schrift wird der Begriff als Munir beschrieben, was ein Körper darstellt, der Licht weiterleitet. Wiederrum treffen zweifelslos alle Beschreibungen des Koran mit der Natur des Mondes überein, nämlich dass er nicht selber die Lichtquelle ist, sondern ein Träger ist, der das Licht der Sonne reflektiert. Außerdem wird durch die Verwendung der Begriffe deutlich, dass eine Verschiedenheit zwischen der Natur des Sonnenlichtes und des Mondlichtes im Buch enthalten ist. Denn nimmer wurde der Mond als Siraaj, Wahaaj oder Diiaa beschrieben, noch die Sonne als Nur oder Munir. So sagt, der Allwissende, über die Sonne und den Mond:

    {"Er ist es, Der die Sonne zu einer Leuchte (Diiaa) und den Mond zu einem Licht (Nur) gemacht hat, damit ihr die Anzahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit) beherrschen könnt. Allah hat dies nicht anders als in gerechter (und sinnvoller) Übereinstimmung erschaffen. Er legt die Zeichen für die Leute dar, die Wissen besitzen." (Sure Yunus, Vers.5)}

    Und, der Allmächtige, sagt:

    {"Habt ihr nicht gesehen, wie Allah sieben aufeinander geschichtete Himmel geschaffen hat und den Mond als ein Licht (Nur) in sie gesetzt hat? Und gemacht hat Er die Sonne zu einer Leuchte (Siraa)." (Sure Nuh, Vers.15-16) }

    Ähnliche Beispielen ließen sich beliebig fortführen, sie alle Beweisen die Existenz Allahs, des Allwissenden.


    _________________________________________-

    [1] Offenbarungsgesetzt, Offenbarungsrecht




    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (02.02.2010 um 06:19 Uhr)

  6. #6
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    As Salam Alaikum,



    Tawhid ar-Rububiyyah:


    Tawhid ar-Rububiyyah (Einzigartigkeit der Herrschaft Allahs) bedeutet, dass wir Allah, den Segensreichen, als Alleinigen Herrscher im Gesamten Universum anerkennen. Er ist der Alleinige Erschaffer und Steuerer des Universum, Lebendigen und des Leblosen. Imam Safi ar-Rahman Mubarakfuri (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) beschreibt den Begriff Herrschaft, wie folgt: „Der Begriff Herrschaft an sich bezieht sich auf eine Relation der Vorherrschaft und der Kontrollierung.“[1]Diese Kategorie des Tawhid ruht auf dem Konzept, dass Allah allein alles entstehen ließ als es zuvor nichts gab. Er hält Seine Schöpfung aufrecht und stützt sie, ohne dass Er irgendeine Hilfe bedarf. Er ist der Erschaffer von allem was Existent, als auch nicht Existent ist. Er Erschuf die materielle Ordnung, wie die Eigenschaften der Materie oder die Anordnung der Sonnensysteme, ohne Seinen Willen steht alles Still. Er benötigt weder Hilfe, noch bedarf Er etwas, denn Er ist der Eine der Macht über Alle Dinge verfügt. Er ist es Einzig und Alleine, der das segensreiche und das tadelnswerte vorherbestimmte und bei der bei Ihm Wohlverwerten Tafel (al-Lahu al-Mafuz) niederschrieb. Er ist der Alleinige Versorger und der die Lebensfrist eines jeden Lebewesens festsetzte. Aus dieser Gewissenhaften Erkenntnis heraus wiederholte der Ehrwürdige Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) des Öfteren den bündigen, aber Gewaltigen Ausspruch: „La hawla wala quwwata illa billah – Es gibt keine Kraft noch Macht außer bei Allah.“

    Der Imam dieser Edlen Gemeinschaft, der Bewältiger der Neuerungen, der Gelehrte seiner Zeit und der Wahrhaftige al-Mujaddid Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Erläutert diese Kategorie des Tawhid, wie folgt: „Tawhid ar-Rububiyyah ist der (gewissenhafte) glaube und die Bestätigung, dass Allah, der Segensreiche, der Herrscher, Erschaffer und Machthaber von allem ist.“[2]Desweiteren sagt Imam Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein):Tawhid ar-Rububiyyah ist der (gewissenhafte) glaube, dass es keinen Schöpfer gibt, ausgenommen Ihm, dass es niemanden außer Ihm Existiert, der jegliche Angelegenheiten Reguliert, alles was Er will wird geschehen und alles was Er nicht will wird nicht geschehen.“[3]

    Desweiteren sagt Imam Abu Hanifa al-Nu’am Ibn Thabit al-Kufi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) diesbezüglich: Allah erschuf die Dinge aus dem Nichts. Und vor ihrer Erschaffung wusste Er bereits von ihnen. Allah ist es, der alle Dinge festlegt und vorherbestimmt. Nichts existiert im Diesseits und im Jenseits ohne Sein Willen, Sein Wissen, Seine Festlegung, Seine Vorherbestimmung, und ohne dass es in al-Lahu al-Mafuz[4] niedergeschrieben steht. Diese Niederschrift ist eine Beschreibung, und keine Vorherbestimmung. Das Festlegen, das Vorherbestimmen und der Wille sind seine urewigen Eigenschaften ohne Wie. Allah kennt das Nichtexistierende während seines Zustands der Nichtexistenz als nichtexistierend. Er weiß auch, wie es sein wird, wenn Er dieses zur Existenz bringt. Was existiert, kennt Er als existierend. Allah weiß auch, wie etwas Existierende zum Nichtexistierenden wird. Allah weiß, wenn der Stehende steht, und weiß, wenn der Sitzende sitzt, ohne dass dabei eine Veränderung im Wissen Allahs stattfindet, oder dass Seinem Wissen etwas hinzugefügt wird, denn Änderungen undWandel beziehen sich nur auf Geschöpfe.“[5]

    Auch beschreibt Dr. Muhammad Naim Yasin (Möge Allah ihn Bewahren) diese Kategorie des Tawhid folgendermaßen: „Verbunden mit diesen Tawhid ist der gewissenhafte glaube an die Vorherbestimmung. Dies ist die Überzeugung dass jegliche Angelegenheiten geschehen werden, durch das Wissen, den Willen und die Macht Allahs.“ [6]

    Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) umschreibt diesen Tawhid, wie folgt: „Die zweite Kategorie des Tawhid, ist Tawhid ar-Rububiyyah, welcher die Überzeugung beinhaltet, dass Allah, der Allwissende, der Alleinige Erschaffer jeglicher Sachen ist. Es sind keine zwei Schöpfer vorhanden, welche in den Eigenschaften und Handlungen gleich sind. Dieser Tawhid ist ohne jeglichen Zweifel Wahrhaftig. [7]

    Demgemäß beinhaltet die Rububiyyah Allahs, die Handlungen des Herrn, welche die Erschaffung, Herrschaft und Kontrolle über das Universum ausmacht. Die Grundlage für diese Kategorie des Tawhid ist gewissermaßen in jeder Sure des Heiligen Koran aufzufinden:

    {Sprich: "Wessen ist die Erde, und (wessen,) wer auf ihr ist, wenn ihr es wisset? Sie werden sagen: "Allah." Sprich: "Wollt ihr denn nicht nachdenken?" Sprich: "Wer ist der Herr der sieben Himmel und der Herr des Gewaltigen Throns? Sie werden sagen: "(Sie sind) Allahs." Sprich: "Wollt ihr denn nicht gottesfürchtig sein? Sprich: "Wer ist es, in Dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge ist, und Der Schutz gewährt, aber vor Dem es keinen Schutz gibt, wenn ihr es wisset?“. Sie werden sagen: "(All dies ist) Allahs." Sprich: "Wieso also seid ihr verblendet?" Doch Wir haben ihnen die Wahrheit gebracht, und wahrlich, sie leugnen (sie). (Sure Al-Mumin, Vers.84-90)}

    Auch sagt, der Allerbarmer:

    {"Sprich: „Wer versorgt euch von Himmel her und aus der Erde? Oder wer ist es, der Gewalt über die Ohren und Augen hat? Und wer bringt das Lebendige aus den Toten hervor und das Tote aus den Lebendigen? Und wer sorgt für alle Dinge?“ Sie werden sagen: „Allah“. So Sprich: „Wollt ihr dann nicht Fürchten? Das ist Allah, euer Wahrer Herr. Was sollte denn nach der Wahrheit bleiben als der Irrtum? Wie lasst ihr euch abwenden“?" (Sure Yunus, Vers.31-32)}

    Zudem sagt, der Allwissende:

    {"Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Erhalter aller Dinge." (Sure az-Zumar, Vers.62)}

    Ebenso, die Worte:

    {"Nicht ihr habt sie getötet, sondern Allah hat sie getötet." (Sure al-Anfal, Vers.17)}

    Sowie, Seine Worte:

    {"Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Allahs Erlaubnis." (Sure at-Tagabun, Vers.11)}

    Und, der Allbarmherzige, sagt:

    {"Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht." (Sure al- Baqara, Vers.216)}

    Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte hinsichtlich des Konzepts der Rububiyyah: „Und wisse, dass die Gemeinschaft, wenn sie sich versammelt, dir in einer Sache zu nutzen, sie dir nur in etwas nutzt, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat, und dass sie, wenn sie sich versammelt, dir in einer Sache zu schaden, sie dir nur in etwas schadet, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibrohre sind hochgehoben und die Schreibblätter getrocknet.“[8]

    Ferner sagt der Edle Imam dieser Gemeinschaft, der Schriftführer der Aqida, der al-Hafidh Abu Dschafar at-Tahawi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) folgendes: „Nichts ist Ihm unmöglich. Nichts ist, ohne dass Er es will. Er ist der Schöpfer ohne Bedarf, Versorger, ohne dass es Ihm schwer fällt. Er lässt sterben ohne Furcht. Er erweckt ohne Anstrengung. Nicht erst nachdem Er die Schöpfung hervorbrachte, erhielt Er den Namen Schöpfer, noch erhielt Er den Namen, der Gestalter, erst nachdem Er die Geschöpfe erschuf. Ihm gebührt die Bedeutung der Rububiyyah und nicht des Beherrschten und Ihm gebührt die Bedeutung des Schöpfer und nicht des Geschaffenen. Er ließ die Schöpfung mit Seinem Wissen entstehen. Er setzte für sie Bestimmungen. Er setzte für sie Fristen. Nichts, bevor Er sie erschuf, war Ihm verborgen und Er wusste, was sie tun werden, bevor Er sie schuf. Alles läuft nach Seiner Bestimmung, Sein Wille setzt sich durch, kein Wille steht den Dienern zu, außer, was Er für sie will. Was Er also für sie will, geschieht und was Er nicht will, geschieht nicht. Wir glauben an die Tafel und das Schreibroher und alles, was dort fixiert ist. Wenn also die gesamte Schöpfung sich versammeln würde, um das, dessen Existenz Allah bestimmt hat, ungeschehen zu machen, würden sie es nicht schaffen. Ebenso, wenn sich die gesamte Schöpfung versammeln würde, um etwas zu verwirklichen, das Er nicht darin aufschrieb, so würden sie es nicht schaffen. Das Schreibroher, das aufschrieb, was bis zum Tag der Auferstehung sein wird, ist schon getrocknet. Was den Diener nicht trifft, sollte ihn auch nicht treffen und was ihn treffen sollte, sollte ihn auch nicht verfehlen. Der Diener muss wissen, das Allahs Wissen allem Existenten Seiner Schöpfung vorausging, so hat Er ihnen präzise und feste Fristen gesetzt. Darin befinden sich keine Wiedersprüche, niemand verbessert, annulliert noch verändert sie. Nichts ist in Seinen Himmeln und Seiner Erde zu wenig oder zu viel. Dies gehört zur Realisation des Iman und zum fundamentalen Wissen und zum Anerkennen des Tawhid Allahs, des Erhabenen und der Rububiyyah, entsprechend dem, was der Erhabene in Seinem Buch sagte: {"Er (ist es), Dessen das Königreich der Himmel und der Erde ist, Der Sich keinen Sohn genommen hat und Der keinen Partner im Königreich hat und Der jegliches Ding erschaffen und ihm das rechte Maß gegeben hat." (Sure al-Furqan, Vers.2)} Und der Erhabene sagt auch: {"Es bringt den Propheten in keine Verlegenheit, was Allah für ihn angeordnet hat. Das war Allahs Vorgehen gegen jene, die vordem dahingingen, und Allahs Befehl ist ein unabänderlicher Beschluss." (Sure al-Ahzab, Vers.38)“}[9]


    ________________________________________

    [1] Al-Misbaah al-Muneer.
    [2] Al-Majmoo al-Fatawa, 3:98
    [3] Al-Kalim al-Tayyib, S.144.
    [4] Dies ist die wohlbewahrte Tafel im Himmel, wo jegliche Ereignisse vom ersten Tag bis zum Tag der
    Auferstehung geschrieben stehen.
    [5] Al-Fiqh al-Akbar, S.3.
    [6] Kitabu’l Iman, S.11.
    [7] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S. 9.
    [8] Überliefert von Abdullah Ibn Abbas und Verzeichnet von at-Tirmidhiy. Imam an-Nawawi Verzeichnet es in Kitab al-Arba’in, Nr.19.
    [9] Al-Aqida at-Tahawiya.





    Fortsetzung Folgt - So Allah will -
    Geändert von Abu_Taymiyyah (02.02.2010 um 06:28 Uhr)

  7. #7
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    Tawhid al-Uluhiyyah/Ibada:


    Tawhid al-Uluhiyyah/Ibada bedeutet, dass wir einzig und alleine Allah, den Segensreichen, in jeglichen Angelegenheiten Gehorsam leisten und Ihn nimmer im Gottesdienst etwas beizugesellen. Unsere Gebete und Bittgebete müssen wir einzig und alleine an Ihn richten; ausschließlich in Seinem Namen Opfertiere Schlachten; nur auf Ihn zu Hoffen; nur Ihn zu Fürchten; nur Ihn zu Vertrauen; sowie jede Individuelle Handlungen ausschließlich um Seiner Willen zu vollziehen. Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt folgendes hinsichtlich der Bedeutung Dienerschaft aus: „Die Ubudiyyah[1] ist ein umfassender Begriff, welche die Bedeutung des folgenden Verses ausdrückt: {" Dir Dienen wir und Dich allein bitten wir um Hilfe." (Sure al-Fatiha, Vers.5)} Esenthältdie Dienerschaft des Herzens, der Zunge und der Körperglieder gegenüber Allah, den Segensreichen.“[2] Dies ist der wahrhaftige Weg Allah, des Segensreichen, die Dienerschaft entgegenzubringen, dies muss jedoch beständig mit Aufrichtigkeit, Herzlichkeit, Demut und Ihsan ausgeführt werden.

    Allah, der Allerhabene, hat den alleinigen Anspruch auf unsere Dienerschaft, niemand sonst gebührt die Dienerschaft. Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) legt jene Bereiche ausführlich dar, welche die Dienerschaft umfasst: „Es enthält die Dienerschaft des Herzens, der Zunge und der Körperglieder gegen Allah, den Segensreichen. Die Dienerschaft des Herzen umfasset beides: Qawl[3] und Amal[4]. Der Qawl des Herzens ist der al-I’tiqad, worüber Allah, der Segensreiche, uns über sich selbst, Seine Namen und Eigenschaften, Seine Handlungen, Seine Engel und das, was Er in Seiner Schrift offenbart, informiert und was Er in den Mund Seines Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gelegt hat. Die Amal beinhaltet die Liebe gegenüber Allah, des Segensreichen, das Vertrauen zu Ihm, sich Ihm voller Reue zuzuwenden, Ihn zu fürchten, Geduld zu haben in dem, was Er anordnet und untersagt, Geduld mit Seinen Urteilen zu haben und mit ihnen zufrieden zu sein, treu zu Seiner Freude sein, vor Ihm Demut zu haben, sich vor Ihm zu entmachten und ruhig zu bleiben in Bezug auf Ihn. Das Qawl[5] der Zunge umfasst das zu übermitteln, was Allah, der Segensreiche, über sich, Seine Namen und Eigenschaften, Seine Handlungen, Seine Befehlen, Seine Verboten und all das, was dieser Lebensordnung nahe steht, offenbart hat, zu dies aufzurufen, zu verteidigen, die falschen Neuerungen aufzudecken und die Erinnerung an Ihn zu errichten und Seine Befehle zu überbringen. Die Amal[6] der Körperglieder umfassen das Gebet, den Dschihad, das Anwesend sein bei den Freitagsgebeten und dem Rest der Gemeinschaftsgebete, jenen behilflich zu sein, welche nicht in der Lage dazu sind und der Schöpfung mit Güte und Liebenswürdigkeit entgegenzutreten und ähnlicher solcher Vollzüge. Diese allumfassende Bedeutung von Ubudiyyah steht in Relation mit seinen spezifischen Arten. Die Menschen, die unter diese Art von Ubudiyyah fallen, sind die Gläubigen, welche der Lebensordnung Allahs gehorchen, lieben und aufrichtig befolgen. Die zweite Art der Ubudiyyah ist die generelle, welche jene ist, dass alle Lebewesen in den Himmeln und Erden Allahs, des Segensreichen, erhabener Autorität und Kraft unterworfen sind; alles ist Seinem Willen und Seiner Autorität untergeordnet. Nichts geschieht oder hört auf zu existieren ohne Sein Tun. Sein ist das Königreich und Er ordnet die Angelegenheiten so an, wie Er es wünscht. Diese Art von Ubudiyyah ist bekannt als die Ubudiyyah der Qahr[7] und Mulk[8]. Also weist der Teil des Verses: {" [...]Dir dienen wir[...]"}, auf die ausdrückliche Einhaltung der vier Prinzipien der Ubudiyyah hin: 1. Das, was das Herz spricht. 2. Das, was das Herz tut. 3. Das, was die Zunge sagt und 4. Die Taten der Körperglieder. Der andere Teil: {"[...]und Dich (allein) bitten wir um Hilfe[...]"}, hebt die Tatsache hervor, dass der Gläubige nur Allah, den Segensreichen, um Hilfe bitten darf, ihm zu helfen die Ubudiyyah zu etablieren und bei der Ausführung all dessen weiterzumachen, was hierzu nötig ist. Die Bedeutung davon ist, dass man nur Allah, den Segensreichen, darum bitten darf. Keine andere Gottheit oder Person. Nichts außer Allah!“[9]

    Die gesamte Dienerschaft, sei es die Pilgerfahrt, das Gebet, das Fasten oder das Bittgebet sind einzig an Allah, den Segensreichen, zu richten. Derjenige der sich einen Vermittler oder einen Fürsprecher zwischen sich und Allah, den Segensreichen, nehmen geben Allah menschliche Züge, da ihre Handlungsweise darlegt, dass Er ein Vermittler unter den Menschen braucht, Hocherhaben ist Allah, der Segensreiche, vor solchen Blasphemischen Ideen und sie Gesellen Allah, den Segensreichen, in der Dienerschaft etwas bei. Allah, der Allhörende, ist Hocherhaben hinsichtlich der Idee, dass man ein Vermittler zwischen sich und Seinen Herrn benötige, dies ist eine Widerwärtige Verleugnung unseres Herrn und eine klare Lüge gegen Seine offenkundigen Worte:

    {"Und euer Herr sprach: "Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören. Die aber, die zu überheblich sind, um Mir zu dienen, werden unterwürfig in Dschahannam eintreten." (Sure Ghafir, Vers.60)}

    {"Und wahrlich, die Moscheen sind Allahs; so ruft niemanden neben Allah an." (Sure al-Dschinn, Vers.18)}

    {"Und Wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht offenbart haben: "Es ist kein Gott außer Mir, darum dient nur Mir." (Sure al-Anbiya, Vers.25)}

    Ebenso teilt uns Allah, der Segensreiche, mit, dass alle anderen die Angebetet werden Lügner sind, sowie die Leute die sich ein Vermittler zwischen sich und Allah, den Allerhabenen nehmen, um Ihn näher zu kommen:

    {"Dies ist (so), weil Allah die Wahrheit ist, und (weil) das, was sie an Seiner Statt anrufen, die Lüge ist und weil Allah der Erhabene ist, der Große." (Sure al-Hagg, Vers.62)}

    {"Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (Ihm andere) bei zugesellen." (Sure Yusuf, Vers.106)}

    {"Er sagte: „Dient ihr denn statt Allah das, was euch nichts nützt und nicht schadet?" (Sura al-Anbiya', Vers.66) }

    {"Gewiss, diejenigen, die ihr anstatt Allahs anruft, sind (nur) Diener gleich euch. So ruft sie (doch) an, und so sollen sie euch doch erhören,wenn ihr wahrhaftig seid!" (Sura al-A'raf, Vers.194)}

    {"Und wer irrt mehr als jener, der anstatt Allah solche anruft, die ihn bis zum Tage der Auferstehung nicht erhören werden und die von seinem Anruf ahnungslos sind? Und wenn die Menschen versammelt werden, werden sie ihre Feinde sein und ihre Anbetung verleugnen." (Sure al-Ahqaf, Vers.5-6)}

    {"Diejenigen aber, die ihr anstatt Seiner anruft, verfügen nicht einmal über das Häutchen eines Dattelkerns. Wenn ihr sie anruft, hören sie eure Bittgebete nicht, und wenn sie sie auch hörten, würden sie euch doch nicht erhören. Und am Tag der Auferstehung verleugnen sie, dass ihr (sie Allah) beigesellt habt." (Sure Fatir, Vers.13-14)}

    {"Sie beten neben Allah das an, was ihnen weder schaden noch nützen kann; und sie sagen: Das sind unsere Fürsprecher bei Allah. Sprich: Wollt ihr Allah von etwas Nachricht geben, was Ihm in den Himmeln oder auf der Erde unbekannt ist? Gepriesen sei Er, und hoch Erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) zur Seite stellen." (Sure Yunus, Vers.18)}

    Falls jemand zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm), zu den sogenannten Heiligen, zu den Dschinn oder Engeln betet, durch Bittgebete, um von ihnen Hilfe zu erbitten, oder dass sie bei Allah Hilfe erbitten sollen, so hat diese Person Schirk begangen. Denn die Dua ist ein Bestandteil des Gottesdienstes, welche nur an Ihm gerichtet werden darf, gemäß dem zu vorigen Worten Allahs, des Segensreichen, und der folgenden Worte Seines Ehrwürdigen Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Dua (Bittgebet) ist Ibadah (Gottesdienst).“[10] Sowie, Seine (Allahs Segen und Friede auf ihm) Aussage:: „Wenn ihr im Gebet bittet, so bittet nur von Allah, und wenn ihr nach Hilfe verlangt, so verlangt sie nur von Allah.“[11]

    Allah, Gepriesen und Erhaben sei Er, gibt in Seiner Schrift an:

    {"Und ich habe Djinn und Menschen nur erschaffen, um Mir zu dienen." (Sure ad-Dariyat, Vers.56. }

    Die Wahrheit dieser Wohlwollenden Aussage ist also, dass der unbeeinträchtigte Gottesdienst an Allah der echte Gehorsam ihm gegenüber ist. Mit anderen Worten bedeutet Gottesdienst, Allahs Gebote komplett auszuführen und sich von seinen Verboten zu enthalten und alles anzuwenden, was er an Gesetzen herabgesandt hat. Außerdem belegen diese Worte, dass der Gottesdienst sich nicht nur, auf die auf Bräuche und individuelle Rituale, wie das Gebet, das Fasten, die Zakat (soziale Pflichtabgabe), die Hadsch (Pilgerfahrt), die Bittgebete und andere Taten, um näher zu Allah, gepriesen und erhaben sei er, zu kommen, bezieht. Unter den Muslimen ist der Gedanke weitverbreitet, dass das oben genannte ausschließlich die Anbetung umfasst, denn ihr Verständnis von Gottesdienst bewegt sich nicht über diese Angelegenheiten hinaus und sie begrenzen sich ausschließlich auf das Minimum. Gemäß ihrer Inhaltslehre des Begriffs Ibadat sind das ökonomische System, die Politik, die Regierung, die Geschäftsbeziehung, das Strafsystem ohne Bezug zum Gottesdienst und es sich lediglich auf die Individuellen Pflichten beschränkt. Diese Sichtweise ist schlichtweg falsch und ist weit entfernt von der überwältigenden und umfassenden Bedeutung, die Allah, der Segensreihe, in den Begriff Ibada festgesetzt hat und weit entfernt von dem Verständnis was unsere Gelehrten aus den Reihen der as-Salaf al-Salihin unter diesem Begriff begriffen haben. Die Gelehrten dieser Gemeinschaft haben den Begriff Ibadat, wie folgt Definiert:

    Imam al-Fayrooz Abadi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) beschreibt den Begriff al-Ibadat, wie folgt: „Der Gottesdienst, "al-Ibada", bedeutet Gehorsam bzw. Folgsamkeit.“[12]

    Imam Abu Dschafar Ibn Jareer al-Tabari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich der Worte Allahs, in der Sure al-Fatiha:{ "Iyyaka Na`budu – Dir (allein) dienen wir"}, folgendes: „Oh Allah, es gebührt nur Dir allein, dass wir Khuschu (Gottesfurcht)
    haben, Dir ergeben wir uns und auf Dich verlassen wir uns, wir erkennen Deine Herrschaft über uns an, Du bist der Einzige und es gibt keinen anderen Gott außer Dir“.[13]

    Imam al-Zadschadsch (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Die Bedeutung von Gottesdienst ist: Gehorsam mit Demut.“

    Imam Abu’l Qassim al-Zamakhshari (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich der Bedeutung: „Der höchste Grad von Unterwerfung und Vertrauen auf den Einen allein.“

    Imam Abu Muhammad Husain Ibn Masud al-Farra al-Baghawi asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Der Gottesdienst ist Gehorsamkeit und Folgsamkeit, sich verlassen auf den Einen selbst und Unterwerfung, und der Diener wird "Abd" genannt, infolge seiner Unterwerfung und seiner Folgsamkeit.“

    Scheich al-Islam al-Imam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich dessen Bedeutung: „Gottesdienst (Ibadat) ist der Gehorsam gegenüber Allah, durch das ausführen, was Er durch die Zunge Seines Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) befohlen hat.“ Desweiteren, sagt Er: „Ibada ist ein Sammelbegriff für alles, was Allah, der Segensreiche, liebt[...].“

    Al-Hafidh al-Imam Abu Fida Ismail Ibn Kathir (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich dessen Bedeutung: „Linguistisch bedeutet Ibada Bescheidenheit. Seine Verwendung in der Offenbarung: es ist ein Ausdruck dessen, was die Vollkommenheit der Liebe, Angst und Hoffnung in der Anbetung Allahs vereinigt.“

    Durch die klaren Aussagen der renommierten Imamen wird die Wahrhaftige Bedeutung des Begriffs Ibadat dargelegt; die Ibadat, bezieht sich demgemäß nicht nur auf die Individuellen Gebote, sondern umfasst den völligen Gehorsam mit Unterwerfung, das Verlassen auf den Einen allein und das Akzeptieren der Führung durch Allah, gepriesen und erhaben sei Er, in allen Dingen, die Er befohlen hat und in allem, was Er verboten hat. Das ist die Bedeutung, welche der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) verkündete und an Seiner Gemeinschaft trug. Es wird in der authentischen Sunnah folgendes Ereignis berichtet:

    Als Adiy Ibn Haatim (Allahs Wohlgefallen auf ihm) von dem Ruf des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) hörte, flüchtete er nach al-Sham (Großsyrien). Adiy war ein Christ als der Islam kam. Auf dem Weg wurde seine Schwester gefangen genommen, sowie eine Anzahl von anderen Mitgliedern seines Stammes. Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) hatte dann Gnade mit ihr und lies sie gehen. Als sie zu ihrem Bruder zurückkehrte, überzeugte sie ihn, den Islam zu überdenken und den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm), zu treffen. Adiy war einer der Führer seines Stammes und sein Vater, Haatim Al Taae, war bekannt für seine Großzügigkeit. Adiy zog also nach Medina und die Leute begannen von seiner Ankunft zu berichten. Als er auf den Gesandten Allahs traf, Frieden und Segen auf ihm, trug er ein silbernes Kreuz um seinen Hals; der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) rezitierte den Vers: {„Sie nehmen ihre Rabbis und Priester als Herrn neben Allah“}. Als Adiy das hörte, sagte er: „Sie beteten sie nicht an.“ Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) entgegnete: „Doch! Haben sie den Menschen nicht das Erlaubte verboten und das Verbotene erlaubt? Und sind die Menschen ihnen darin nicht gefolgt? Das ist ihr Gottesdienst an Ihnen.“

    Aus dieser Begebenheit wird ersichtlich, dass Adiy Ibn Haatim (Allahs Wohlgefallen auf ihm) unter Ibadat jenes verstand, was einige gegenwärtig darunter verstehen: nämlich Handlungen, die begrenzt sind auf individuelle Rituale. Es ist, als ob er sagen würde: „Bei Allah, o Gesandter Allahs, wir richten unser Gebet nicht an die Rabbis und Priester. Weder schlachten wir Tiere für sie, um ihnen näher zu kommen, noch nehmen wir sie als Götter, die wir direkt neben Allah anbeten.“ Aber der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm), wollte ihn die richtige, umfassende Bedeutung von Gottesdienst gegenüber Allah lehren - wie auch den nachfolgenden Generationen - und sagte ihm: „Haben sie den Menschen nicht das Erlaubte verboten und das Verbotene erlaubt? Und sind die Menschen ihnen darin nicht gefolgt? Das ist ihr Gottesdienst an Ihnen.“


    Damals bestand der Gottesdienst der Juden und Christen an den Rabbis und Priestern darin, ihnen in allen Aussagen zu folgen, auch wenn sie Erlaubtes zu Verbotenem und Verbotenes zu Erlaubtem machten. Aus all dem wird klar, dass Gottesdienst im Islam nicht auf eine kleine Auswahl von rituellen Handlungen begrenzt ist, wie das Gebet, das Fasten, die Zakat und die Pilgerfahrt. Vielmehr bedeutet Gottesdienst, alle Dinge, mit denen der Islam gekommen ist, in Ergebung auszuführen, ohne ein einziges Gebot auszulassen oder zu übergehen. Somit zählen auch der Dschihad, die Verkündung des Islam, das Regieren nach dem, was Allah herabgesandt hat, die Implementierung des islamischen Wirtschafts- und Staatssystems und der Vollzug aller Gesetze des Islam zum Gottesdienst.

    Desweiteren umfasst die Uluhiyyah, dass man alle Taten, gemäß unserem Vorbild Muhammad's (Allahs Segen und Friede auf ihm) in gleicher Art und Weiße vollzieht und diese Handlungen einzig und allein für das Wohlgefallen Allahs vollzieht. Sind diese Bedingungen nicht gegeben ist die Handlungen Wertlos, auch wenn eine gute Absicht dahinter steht. So, sagtAllah, der Segensreiche:

    {"Es ist euch im Gesandten Allahs ein schönes, nachahmenswertes Beispiel gegeben worden, für diejenigen, die auf Allah und den jüngsten Tag hoffen und Allahs oftmals gedenken!" (Sure al-Ahzab, Vers.21)}

    Die Ausführungen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sind in diesen Vers als nachahmenswert charakterisiert worden für diejenigen, die auf Allah und den Jüngsten Tag hoffen. Jeder Muslim ist dazu verpflichtend auf Allah und den jüngsten Tag zu hoffen, da er sonst zum Ungläubigen wird und da Allah, der Erhabene, in diesem Vers, das Nachahmen der Ausführungen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) mit dem Hoffen auf Ihn und den Jüngsten Tag assoziiert hat, ist das Befolgen der Ausführungen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) zur Pflicht gemacht worden.

    Und, Er sagt:

    {"Sprich: „Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, damit Allah euch (ebenfalls) liebt und euch eure Schuld vergibt! Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben“!" (Sure al-Imran, Vers.31)}

    In diesen Vers ist die Erlangung der Liebe Allahs, was zugleich für jeden Gläubige eine unabdingbare Erfordernis darstellt, an die Befolgung des Beispiels des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) assoziiert worden. Deshalb ist es eine unabdingbare Pflicht den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) als Vorbild im Bereich der Ausführungen der Ge- und Verbote zunehmen. Die Persönlichkeiten der Ahlu Sunnah Wal Jammah haben aus diesem Verständnis heraus, das Befolgen des Beispiels des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm), folgendermaßen definiert: „Al-Qiamu bi mithli Fi'lihi, ala wajhi fi'lihi, min ajli fi'lihi!“

    Al-Qiamu bi mithli fi'lihi besagt, dieselbe Handlungen zu vollziehen, welche der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) ausführte. Wenn Er (Allahs Segen und Friede auf ihm) das Asr Gebet als vier Rakat gebetet hat, so haben wir das Asr ebenfalls als vier Rakat zu beten, nicht mehr und nicht weniger. Das Handlungsbild muss also in beiden Fällen das gleiche sein.

    Ala wajhi fi’lihi besagt, dass die Handlungen in gleicher Art und Weise zu vollziehen sind, wie es der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) vollzog. Wenn er sie als Pflicht vollzogen hat so müssen wir sie ebenfalls als Pflicht vollziehen, hat er sie aber als Mandub oder Mubah getan, so müssen wir sie in gleicher Weise als Mandub oder Mubah vollziehen.

    Min ajli fi’lihi besagt, die Handlungen allein aus dem Grund zu tun, weil der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sie getan hat. Also nicht nur, weil sie uns gefällt oder wir sie persönlich für sinnvoll erachten, sondern weil sie der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) getan hat und wir in ihm ein nachahmenswertes Beispiel haben.

    Damit wir die Uluhiyyah gegenüber den Einzigartigen erfüllen ist es desweiteren notwendig den Gottesdienst auf eine schöne Art und Weiße auszuführen. Damit eine Handlung als schön bzw. gut bezeichnet werden kann, muss sie aufrichtig für Allah und gemäß dem islamischen Recht durchgeführt werden. Zur vollkommenen Schönheit des Gottesdiensts gehört aber auch die aufrichtige Absicht und bescheiden den Gottesdienst Einzig um Allahs Willen zu vollziehen, und Stolz, Hochmut und Selbstbewunderung vermeidet. Die renommierten Gelehrten unserer Stolzen Gemeinschaft haben dieses Prinzip fest dargelegt, so erklärt Imam Fadl Ibn Iyad (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) die Worte Allahs:{ "Damit Er euch prüft, wer von euch die besten Taten vollzieht"}, wie folgt: „Die beste Tat ist die aufrichtigste und die richtigste.“ Man fragte ihn: „O Abu Ali, was ist die aufrichtigste und richtigste Tat?“ Er antwortete: „Wenn die Tat richtig vollzogen wurde, aber nicht aufrichtig, wird sie von Allah nicht angenommen. Und wenn sie aufrichtig, aber nicht richtig vollzogen wurde, wird sie von Allah ebenfalls nicht angenommen. Sie wird erst dann angenommen, wenn sie aufrichtig und richtig ist. Aufrichtig ist sie dann, wenn sie nur für Allah getan wurde. Und richtig ist sie, wenn man sie gemäß der Sunna vollzieht.“

    Imam Said Ibn al-Jubair (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) folgendes: „Das Wort wird (von Allah) nur mit der entsprechenden Tat angenommen. Und das Wort mit der Tat wird nur mit einer aufrichtigen Absicht angenommen. Und das Wort mit der Tat und der aufrichtigen Absicht wird nur angenommen, wenn die Tat der Sunna entspricht.“

    Es geht also um den aufrichtigen und den korrekten Vollzug der Handlung. Deswegen haben die lauteren Altvorderen unter den Muslimen die aufrichtige Absicht immer in den Vordergrund gestellt. So berichtet Al-Hassan Ibn Rabi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) über den Dschihad des ehrenwerten Imams Abdullah Ibn al-Mubarak (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein): „Ein vermummter muslimischer Reiter preschte vor, duellierte sich mit einem feindlichen Ritter, der den Muslimen viel Leid zugefügt hatte, und tötete ihn. Die Muslime jubelten und riefen: „Allahu Akbar“. Er aber mischte sich unter die Menge, sodass ihn niemand erkannte. Doch ich folgte ihm und beschwor ihn, mir sein Gesicht zu zeigen. Und als ich ihn erkannte, fragte ich: „Du vermummst dich vor den Leuten, trotz dieses großen Sieges, den Allah durch deine Hand bewirkt hat?“ Er antwortete: „Demjenigen, für Den ich es getan habe, bleibt es nicht verborgen.“

    Auch erwähnt Imam Abu Muhammad Ibn Qutayyiba (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) folgendes Beispiel für den aufrichtigen Vollzug: „Die Muslime belagerten eine Festung. In der Mauer der Festung entdeckten sie eine Öffnung. Der Heerführer, Maslama Ibn Abd Al-Malik, spornte seine Soldaten an, durch die Öffnung einzudringen. Niemand aber wagte es. Da kam ein unbekannter Mann aus der Masse der Soldaten, drang durch die Öffnung durch und die Festung wurde durch ihn erobert. Darauf ließ Maslama ausrufen: „Wo ist der Mann, der durch die Öffnung drang?“ Aber niemand meldete sich. Da rief er: „Ich habe dem Türsteher befohlen, dass der Mann unverzüglich zu mir eingelassen werden soll, sobald er kommt. Ich bestehe darauf, dass er sich meldet." Da kam ein Mann zum Türsteher und sagte ihm: „Hohle mir die Erlaubnis, beim Kommandanten vorstellig zu werden.“ Der Türsteher fragte: „Bist du der Mann, der durch die Öffnung drang?“ Der Mann antwortete: „Ich werde euch von ihm berichten.“ Der Türsteher trat zu Maslama ein und erzählte ihm von dem Mann. Maslama erlaubte ihm einzutreten und der Mann sprach: „Derjenige, der durch die Öffnung drang, setzt euch drei Bedingungen: Ihr dürft seinen Namen in keinem Brief an den Kalifen[14] erwähnen. Ihr dürft ihm keine Belohnung geben und fragt ihn nicht, aus welchem Stamm er ist.“ Und Maslama antwortete: „Das sei ihm gewährt.“ Da sagte der Mann: „Ich bin es.“ Von diesem Tag an sprach Maslama in jedem Gebet die folgende Bitte aus: „O Allah, lass mich mit demjenigen zusammen sein, der durch die Öffnung drang.“[15]


    ___________________________________________

    [1] Die Verehrung, Anbetung, Dienerschaft und Knechtschaft.
    [2] Madaariju’s Saalikeen, 1:100.
    [3] Die Aussagen des Herzens.
    [4] Die Handlungen des Herzens.
    [5] Die Aussagen der Zunge.
    [6] Die Handlungen der Körperglieder.
    [7] Unterwerfung.
    [8] Herrschaft, Königtum, Besitztum, Meisterrang etc.
    [9] Madaariju’s Saalikeen, 1:100-101, 105.
    [10] Abu Dawud, Sunan Abi Dawud.
    [11] At-Tirmidhiy, Dschami at-Tirmidhiy; an-Nawawi, Kitab al-Arba’in, Nr.19.
    [12] Al-Qamus al-Muhit.
    [13] Dschami al-Bayan an Tawil ay al-Quran.
    [14] Der Kalif vertritt die Umma in Regierung und Herrschaft sowie im Vollzug der Gesetze des islamischen Rechts.
    [15] Uyun al-Akhbar.
    Geändert von Abu_Taymiyyah (02.02.2010 um 06:44 Uhr)

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    Tawhid al-Asma'i was Siffat:




    Dies ist die Kategorie, welche sich mit den Namen und Eigenschaften, mit der sich Allah, der Allerhabene, charakterisierte, befasst. Es ist der I’tiqad, dass Allah, der Segensreiche, der alleinige Besitzer aller schönsten Namen und aller absoluten Vollkommenheiten mit den Eigenschaften der Gewaltigkeit, der Majestät und der Schönheit ist. All Seine Namen, Eigenschaften, ihre Bedeutungen und Urteile zu bestätigen, was Allah, der Segensreiche, in Seinem Buch bestätigt und was Sein Gesandter Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) in der authentischen Sunnah bestätigt hat, ohne sie zu leugnen (at-Ta’atil), zu verfälschen (at-Tahrif), sich mit den „Wie“ zu beschäftigen (at-Takyif) oder sie mit denen der Geschöpfe zu vergleichen (Taschbih). Allah, der Allerhabene, sagt:

    {Und Allahs sind die schönsten Namen, so ruft Ihn damit an und lasst diejenigen, die mit Seinen Namen abwegig umgehen, Ihnen wird vergolten, was sie zu tun pflegten. (Sure al-A’raf, Vers.180)}

    Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich des Verständnisses der Namen und Eigenschaften Allahs: „Ein Teil dieses Glaubens (Iman) an Allah ist es, daran zu glauben wie Er Sich selbst in seinem Buch beschrieben hat und wie sein Gesandter Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) Ihn beschrieben hat. Glaube (Iman) ohne Verdrehung, Verleugnung und ohne Hinterfragung oder Formgebung, vielmehr Glaube (Iman) an Allah, den Allerhabenen: {"Es gibt nichts Seinesgleichen; und Er ist der Allhörende, der Allsehende."}Verleugne Ihn nicht darin, wie Er Sich selbst beschrieben hat. Verändere nicht die Wörter aus ihrem Kontext. Verleugne nicht die Namen Allahs und Seine Zeichen. Schließe nicht von den Eigenschaften Seiner Geschöpfe auf Seine Eigenschaften. Es gibt nichts und niemanden, das Ihm gleicht. Der Allerhabene, der Allmächtige wird nicht von Seinen Geschöpfen bemessen, gewiss kennt Er Sich selbst und andere am besten. Er ist Allwahrhaftig und Seine Rede überwiegt die Rede Seiner Geschöpfe.“[1]

    Imam Ali Ibn Umar ad-Daraqutni (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) berichtet von Walid Ibn Muslim (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein), dass er sagte: „Ich fragte Malik Ibn Anas, Sufyan ath-Thawri, Abu Amr al-Awza’i und al-Layth Ibn Sa’d (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihnen sein) nach den Überlieferungen hinsichtlich der Eigenschaften (Allahs). Sie alle sagten: „Gebe sie so weiter, wie sie gekommen sind“.“[2]

    Imam Yusuf Ibn Abdallah Ibn Muhammad Ibn Abdul Bar al-Maliki al-Andalus (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) berichtet von Yunus Ibn Abul A‘la[3], dass er sagte: „Ich hörte asch-Schafi’i sagen: „Wenn du einen Mann siehst, der sagt: „Die Bezeichnung ist etwas anderes als das Bezeichnete oder die Sache ist etwas anderes als die gemeinte Sache (d.h. etwas umdeute, mit dem Allah sich selber beschrieben hat)“, so must seine Abweichung bezeugen.“ [4]

    Al-Qadi Abu Ya’la Muhammad Ibn al-Hussein al-Farra al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Und wer den Ausdruck nach seiner offenkundigen/äußeren Bedeutung akzeptiert, der hat die tatsächliche Bedeutung akzeptiert. Und wer es interpretiert, der ist von der tatsächlichen Bedeutung zur symbolischen abgeschweift. Und es ist nicht erlaubt, die Symbolik zu seinen Eigenschaften hinzuzufügen.“[5]

    Ahlu Sunnah Wal Jammah vertritt die Meinung, dass Allah, der Allerhabene, ewige Eigenschaften besitzt, die durch Ihn selbst Existieren. Das Allah Attribute besitzt gehe daraus hervor, dass Er uns durch die Offenbarung berichtet das Er wissend, lebendig, mächtig, hörend, sehend usw. sei. Das Wissen, die Lebendigkeit, die Macht sowie all das mit dem sich Allah selbst beschrieb, sind desweiteren keine Synonyme oder Metaphorische Darstellungen – wie es die Scholastiker allgemein Lehren – da dies die Negierung Eigenschaften Allahs implizieren würde. Die Eigenschaften Allahs sind Ewig, denn schon bevor Er die Geschöpfe Erschuf besaß Er die Eigenschaft des Erschaffens. Die Macht bzw. das Vermögen hat wie Verknüpfungen: Eine, die mit der Ewigkeit verknüpft ist und die (tatsächliche) Existenz des Vermochten nicht bedingt, und eine zeitliche Verknüpfung, die die Existenz des Vermochten tatsächlich bedingt und zur Folge hat. Die Macht wurde mit der Sache verknüpft und ließ sie entstehen. Vor dieser Verknüpfung war die Macht aber bereits vorhanden. Ihre (bloße) Verknüpfung mit der Entstehung einer Sache lässt sie selbst nicht zeitlich werden, und ihr Vollzug einer Sache, nachdem sie diese vorher noch nicht vollzogen hatte, bedeutet keine Änderung der Macht an sich. Die Macht selbst bleibt immer gleich, sie ist mit einer Sache verknüpft worden und ließ sie entstehen. Was sich verändert hat, ist das Vermochte, nicht aber das Vermögen. Was das Wissen anlangt, so ist alles, was mit Wissen verknüpft werden kann, tatsächlich gewusst. Denn die Allwissenheit wird durch Sein erhabenes Wesen bedingt, das Gewusste hingegen durch das Wesen der Dinge. Allem wird das Wesen in gleicher Weise zugeordnet. Das Wissen selbst ändert sich nicht mit der Veränderung des Wesens, sondern nur vom Aspekt der Zuordnung her; und dies ist zulässig. Was unmöglich ist, ist die Veränderung des Wissens selbst und der ewigen Eigenschaften Allahs, wie Macht, Allwissenheit und andere. Aus ihrer Zeitlosigkeit geht nicht unbedingt die Zeitlosigkeit ihrer Verknüpfungen hervor. Die Eigenschaften selbst sind zeitlos ewig und mit Entstandenem verknüpft worden. Dies stellt der I’tiqad der Ahlu Sunnah Wal Jammah dar hinsichtlich der Namen, Eigenschaften und Handlungen Allahs dar. Jeder andere Weg ist ein Weg ins Feuer und ins Verderben der Scholastischen bzw. Philosophischen Methologie. Diesbezüglich wird von Amir al-Muminin fil Hadith Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal berichtet, dass er einst jemanden hörte, der den Hadith des „Nuzul“ (Herabsteigens) überlieferte und ihn sodann Erläuterte: „Allah Ta’ala steigt herab ohne Bewegung und ohne Verschiebung und ohne Veränderung Seines Zustands.“ Ahmad Ibn Hanbal wies dies zurück, indem er sagte: „Sag, was der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gesagt hat, denn Er war bedachter um Seinen Herr als du.“[6]

    Die Behauptung der Scholastiker hinsichtlich der Handlungen Allahs, dass Allah durch die Bestätigung der Handlung Allahs wesentliche Veränderung haben müsste, ist nichtig. Denn die Leute des Rechtens Glaubens, sagen ganz gewiss, dass die Eigenschaften der Handlung keine mit der Zeit entstandene Eigenschaften sind, sondern, dass sie ewig und anfangslos sind. So war Allah schon immer in der Lage zum Beispiel emporzusteigen. Jedoch unterliegt diese Eigenschaft dem Willen Allahs, nicht der Zeit, was heißen soll, dass Allah, der Allerhabene, emporsteigt wann Er will und wie Er will, dasselbe gilt für das herabsteigen. Und dieses kann man nicht als Akzidenz betiteln, da die Eigenschaft/das Attribut schon existiert. So kann man nicht zu einem Menschen sagen, der erst vor einen kurzen Moment angefangen hat zu sprechen, dass sein Sprechen in diesem Moment entstanden ist. Die Eigenschaft des Sprechens besaß er schon vorher, jedoch wählt er aus, wann und mit wem er sprechen will. Ebenfalls besitzt der Mensch die Eigenschaft des Sitzens. Wenn er sich nun hinsetzt, dann kann man nicht behaupten, dass er erst in diesem Moment sich die Eigenschaft des Sitzens angeeignet hat. Und Allah gebührt das höchste Beispiel. Allah besitzt die Eigenschaft des Emporsteigens schon bevor Er über Seinen Thron emporgestiegen ist. Wenn Allah nach der Schöpfung der Himmel und vor der Umformung zu sieben Himmeln über Seinen Thron emporgestiegen ist, dann kann man nicht behaupten, dass Allah sich diese Eigenschaft in diesem Moment angeeignet hat. Und genauso verhält es sich mit dem Sprechen, dem Erschaffen, dem Herabsteigen, dem Zorn und der Zufriedenheit, sowie auch der Verwunderung. Dies sind alles Eigenschaften, die schon existierten, bevor Allah je zornig und zufrieden wurde.

    Wir (Ahlu Sunnah Wal Jammah) beglaubigen das, was Allah, der Allerhabene, und Sein Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) beglaubigten, ohne das „Wie“ zu hinterfragen, da dies Jenseits unser Sinneswahrnehmung liegt, weshalb der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) es verbot über das Wesen Allahs nachzusinnen: „Sinnt über die Gnaden Allahs, jedoch nicht über Allah (selber).“[7]Wie ist es denkbar über etwas nachzusinnen, was jenseits deiner Sinneswahrnehmung liegt? Man wird sich von Tag zu Tag wälzen, um jemals die Eigenschafen bzw. das Wesen Allahs zu begreifen. Was dann bleibt – da man die Realität des Wesen Allahs nicht begreifen kann – ist die unberechtigte Auslegung der Worte Allahs, des Erhabenen, damit sie deinen Verstand und deinen widerwärtigen Gedanken über das Wesen Allahs entsprechen. Dies sind Wahrlich die Ahlal-Kalam, welche den Verstand vor den Überlieferung im Rang gestellt haben, mit denen der Teufel spielte und ihren Gelüsten folgten. Imam Abu Faradsch Ibn al-Dschauzi al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) hat es hier genau auf dem Punkt gebracht: „Dazu gehört, dass der Satan zum Laien kommt und ihn zum Nachdenken über das Wesen Allahs und Seiner Eigenschaften bewegt, sodass er zweifelt.“

    Imam Abu Dschafar at-Tahawi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich das Nachsinnen über Allahs Wesen: „Weder vertiefen wir uns in das (Wesen) Allahs, noch streiten über die Religion Allahs.“[8]

    Und wir lehnen nur das ab, was Allah und Sein Gesandter ablehnten. Bei dem, was nicht von Allah, den Segensreichen, und Seinem Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) weder bestätigt noch abgelehnt worden ist, bleiben wir stehen. Also, dass wir es nicht ablehnen, noch akzeptieren. Und der Begriff „Richtung“ ist beispielsweise eines dieser Begrifflichkeiten. Weder bestätigen wir es noch lehnen wir es ab, denn wenn wir es bestätigen, dann müssen wir einen Beweis bringen. Und wenn wir es ablehnen, dann müssen wir einen Beweis bringen. Imam Abu Abdullah al-Qurtubi al-Maliki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert den Konsens (Idschma) der as-Salaf al-Salihin diesbezüglich: „Und die lauteren Altvorderen (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) sprachen nicht über die Negierung der Richtung, weder haben sie das in Betracht genommen. Vielmehr haben sie ausreichend die Bestätigung dessen für Allah, den Erhabenen, ausgesprochen, wie Er (es) in Seinem Buch ausgesprochen hat und wie Seine Gesandten davon berichteten. Und keiner der frommen Altvorderen hat jemals abgelehnt, dass Er Sich über Seinen Thron in Wahrheit (und nicht symbolisch) erhoben hat. Und Er erwählte den Thron damit, weil er das gewaltigste Geschöpf ist. Und sie waren fürwahr nur über die Art und Weise des Istawa (kayfiat al-Istawa) unwissend. Denn die Wahrheit dessen (also: über das Wie) ist nicht bekannt.“[9]

    Scheich al-Islam Taqiyyudin Abu’l Abbas Ahmad Ibn Taymiyah (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) beschreibt dieses Prinzip bezüglich solcher Begrifflichkeiten anhand des Beispiels „Körper“ (Jism): „Und (manchmal) ist mit dem Begriff „Jism“ etwas gemeint, zu dem hingezeigt wird, was gesehen werden kann oder was Eigenschaften (Sifat) besitzt. Allah, der Erhabene, wird im Jenseits gesehen werden können, er besitzt Eigenschaften und zu Ihm zeigen die Menschen in ihren Bittgebeten mit ihren Händen, Herzen, Gesichtern und Augen. Wenn er mit seiner Aussage: "Er ist kein Jism", diese Bedeutung meint, dann wird zu ihm zu gesagt: 'Diese Bedeutung, die du versucht hast mit diesem Ausdruck abzulehnen, ist feststehend mit der authentischen Überlieferung und dem offenkundig Begreifbaren. Und du hast keinen Beweis für diese Negierung. Was den Ausdruck angeht, so ist es eine Neuerung, diesen abzulehnen oder zu bestätigen. So existiert im Buch, weder in der Sunnah, noch in der Aussage einer der Altvorderen dieser Nation und ihrer Führer das Aussprechen des Ausdruckes „Jism“ in den Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, nicht in Form von Ablehnung, weder in Form von Bestätigung.“[10]


    ___________________________________________

    [1] Al-Aqidat al-Wasitiyya, S.16.
    [2]Verzeichnet bei Ad-Daraqutni, as-Sifat, S.75; Abu Bakr al-Ajuri, asch-Scharia, S.314; Ahmad al-Baihaqi, al-I’tiqad, S.118; und Ibn Abdul Barr, at-Tamhid, 7:149
    [3] Sein vollständiger Name lautet: Yunus Ibn Abdul A’la Ibn Maysirah as-Sadafi as-Samari. Al-Hafidh Ahmad Ibn Hadschar al-Asqalani sagt über ihn: „Vertrauenswürdig (Thiqah), von den wenigen Zehn. Er starb im Jahre 264 n.H.“ [Tariqbut Tahdhib, 2:380]
    [4] Ibn Abdul Barr, al-Inqita, S.79; Ahmad Ibn Taymiyah, al-Majmoo al-Fatawa, 6:187
    [5] Ibtal at-Ta'wil, 1:84
    [6] Muhammad as-Safarini al-Hanbali, Lawame al-Anwar
    [7] Al-Tabarani, al-Awssat
    [8] Al-Aqida at-Tahawiya
    [9] Al-Jami' li Ahkam il-Qur'an, Sure al-Ar’af, Vers.54
    [10] Talbis al-Jahmiyyah, 1:550
    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 08:12 Uhr)

  9. #9
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    As Salam Alaikum,


    Um das Wahrhaftige Verständnis bezüglich der Namen und Eigenschafen zu erlangen ist es notwendig mehreren Gesichtspunkten Aufmerksamkeit zu schenken:

    a) Der erste Gesichtspunkt der behandelt werden muss, ist dass man Allah, den Segensreichen, mit Seinen Namen und Eigenschafen derart versteht, ohne Ihn bzw. Seine Eigenschaften mit der Schöpfung gleichzusetzten (Taschbih). Wer auch immer meint Allah, der Allerhabene, ist den Geschöpfen in irgendeiner Weise ähnlich, hat gemäß dem Konsens der Gemeinschaft Unglauben begannen und muss gemäß dem islamischen Recht Liquidiert werden. Solch jemand wiederspricht den Worten Allahs, den des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) und den Verstand, sowie die Natur des Menschen. Es sind lediglich die Begriffe die gleich sind, doch die Realität der Eigenschaften Allahs ist nicht die unserer, denn Er, sagt:

    {"Es gibt nichts Seinesgleichen[...]" (Sure asch-Schura, Vers.11)}

    Imam Abu Abdullah al-Qurtubi al-Maliki (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) erläutert den zuvor angeführten Vers, wie folgt: „Der Iman betreffs dieser Angelegenheit ist, dass Allah in Seiner Hoheit, Herrlichkeit, Souveränität, Schönheit Seiner Namen und Seiner Ehrwürdigen Eigenschaften von alljeglichen Seiner Geschöpfe verschieden ist und nichts könnte durch die Ähnlichkeit mit Ihm beschrieben werden. Die Begriffe welche, die Scharia verwendet, um sowohl den Schöpfer als auch Seine Geschöpfe darzustellen, könnten ein ähnliches äußeres Bild aufweisen, aber zwischen ihnen besteht in der Realität keine Gleichartigkeit.“[1]

    Al-Qadi al-Imam Muhammad Ibn Muhammad al-Wasiti (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich der Vollkommenheit Allahs: „Sein Wesen ähnelt kein Wesen und seine Namen ähneln keine Namen und seine Attribute ähneln keine Attribute, die einzige Gemeinsamkeit ist der Begriff.“[2]

    Imam Muhammad Ibn Idris asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt: „Und das Lob gebührt Allah... der so ist, wie Er sich selbst beschrieben hat und fern von dem, womit Seine Schöpfung beschrieben wird.“[3]

    Imam Sadr ad-Din Abu’l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) Überliefert den Konsens der Ahlu Sunnah Wal Jammah, dass Allah nix und niemanden ähnelt und das die Bestätigung der Eigenschaften Allahs nimmer Taschbih beinhaltet: „Ahlu Sunnah Wal Jammah stimmt darin überein, dass nix Allah, in Seiner Essenz, Eigenschaften oder Handlungen ähnelt.“[4]

    In der Bibel und der Thora wird beispielsweise behauptet, dass Allah die ersten Sechs Tage mit dem Erschaffen des Universums beschäftigt war und am siebten Tag sich ausruhte. Durch diese Behauptung haben sie Allah eine Menschliche Eigenschaft zugeschrieben, Hoch Erhaben ist er über diese blasphemischen Anschuldigungen, der Ungläubigen und Heuchler. Der Mensch wird nach schwerer Anstrengung Müde und legt sich Schlafen um sich zu Erholen, Allah ist jedoch Erhaben von diesen Behauptungen. Ebenso verhält es sich, wenn man Allah, den Allerhabenen, einen Sohn zuschreibt wie etwa die Juden es mit Esra (Friede sei auf ihm) und die Christen es mit Jesus (Friede sei mit ihm) vermochten, in diesem Fall schreiben sie Allah ebenfalls eine Eigenschaft seiner Geschöpfe zu.

    Allah, der Segenreiche, hat vollkommene Eigenschaften. Einer Seiner Eigenschaften, mit den der Geschöpfe gleichzusetzen, impliziert, die Vollkommenheit Allahs zu leugnen, da all jenes, was Allah, der Allmächtige, geschaffen hat, unvollkommen ist.

    Scheich al-Islam wal Shamssuddin Muhammad Ibn Ahmad adh-Dahabi asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt bezüglich des Taschbih: „Welche Aussage ist schöner als die Aussage von Nu'aim bin Hammad, die uns mit der authentischsten Überlieferungskette von Muhammad Ibn Ismail at-Tirmidhiy gehört haben, dass er ihn sagen hörte: „Wer Allah mit Seiner Schöpfung vergleicht, der ist ungläubig geworden. Und wer leugnet, womit Er Sich beschrieben hat, der ist ungläubig geworden. Und nichts, womit Allah Sich oder Sein Gesandter Ihn beschrieben haben, enthält einen Vergleich (mit Seiner Schöpfung).“ Ich sage: Er meint damit, dass die Beschreibungen/Eigenschaften dem Beschriebenen folgen. Wenn nun der Beschriebene, erhaben ist Er, niemanden in seinem heiligen Wesen ähnelt, so ähneln Seine Eigenschaften ebenfalls niemanden. Denn es gibt keinen Unterschied zwischen dem Sprechen über das Wesen und dem Sprechen über die Eigenschaften. Und dies ist der Weg der Altvorderen.“[5]

    Einige Propagieren dass diejenigen, welche die offenkundige Bedeutung der Verse und Überlieferungen bezüglich der Eigenschaften Allahs nehmen, Taschbih machen. Diese Aussage wiederspricht den Verständnis der lauteren Altvordern im Bereich des Tawhid al-Asma’i was Siffat, wie wir darlegen werden: Die offenkundige Bedeutung der Eigenschaften Allahs stellen nimmer einen Gleichnis mit Seiner Schöpfung dar, sodass man daraus schlussfolgern kann, dass man der Uminterpretation oder des Tafwhid al-Mana[6] bedarf, da die äußere Bedeutung nimmer Taschbih beinhaltet, wie die Aussage ad-Dahabi’s aufzeigt und er es als Weg der lauteren Altvorderen angibt, will irgendjemand diesen Edlen Imam Taschbih vorwerfen?! Scheich al-Islam wal Shamssuddin Muhammad Ibn Ahmad adh-Dahabi asch-Schafi’i (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) verteidigt die äußere Bedeutung der Eigenschaften Allahs, wie folgt: „Ich sage: Heute beinhaltet die äußere Bedeutung zwei Bedeutungen: Die eine ist wahr; die zweite ist falsch. Wahr ist zu sagen: Er ist allhörend, allsehend, wollend, sprechend, lebendig, wissend, alles ist vergänglich, außer Sein Gesicht, Er erschuf Adam mit Seiner Hand, sprach unmittelbar zu Moses, nahm Abraham zum Freund usw. Dies alles wird akzeptiert. Wir begreifen davon den Sinn der Rede, wie es Ihm, erhaben ist Er, entspricht. Und wir sagen nicht: Es hat eine Interpretation, die diesem (also: der äußeren Bedeutung) widerspricht. (siehe Anmerkung) Und die andere äußere Bedeutung, welche Falschheit und Irrglauben ist, dass man glaubt, den Abwesenden (d.h.: hiermit ist Allah gemeint) durch den Anwesenden (den Geschöpfen) ermitteln zu können und den Schöpfer mit Seiner Schöpfung zu vergleichen. Erhaben ist Allah davor. Doch sind Seine Eigenschaften sind wie Sein Wesen. Er hat keinen Gleichgestellten, keinen Gegenteiligen, keinen Konkurrenten und kein Ebenbild. Nichts ist Ihn gleich. Nicht in Seinem Wesen, weder in Seinen Eigenschaften. Und dies ist eine Angelegenheit, worin der Verständige und der Laie gleich sind. Und Allah weiß am besten.“[7]

    Aus den Worten des Imams kann man deutlich entnehmen, dass die Bezeichnung der Verse als „äußere Bedeutungen“ zweierlei Bedeutungen beinhalten und somit zweierlei Folgen und Urteile mit sich tragen. Auch stellt man fest, dass die Scholastiker versuchen die Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, zu negieren, sei es durch eine Missdeutung oder durch die Behauptung, man wisse nicht, was Allah, der Allerhabene, damit meint. Und diese beiden Methoden basieren auf der Behauptung, dass das Äußere der Verse des Koran und der Aussprüche des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihn) Unglaube und Irrglaube ist. Ein Beispiel für solch eine Herangehensweise legt Imam Abu Faradsch Ibn al-Dschauzi al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) dar: „Wenn jemand fragt, weshalb der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) die Menschen zu etwas aufgerufen hat, in einer Art und Weise, die anscheinend anthropomorphistische Beschreibungen beinhaltet, dann sollte hervorgehoben werden, dass die Wahrnehmung der Sinne, sich zu solch einem Ausmaß formt, dass sie kaum in der Lage sind, das zu verstehen, was jenseits der Grenzen der Sinne liegt. Der Grund dafür liegt in der natürlichen menschlichen Neigung für weltliche Dinge.“[8]


    Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah Muhammad al-Razi asch-Schafi’i .sagt bezüglich der äußeren Bedeutung der Texte: „Wisse, dass wenn die festen Beweise des Verstandes auf die Bestätigung einer Sache hinweisen und wir sodann überlieferte Beweise (also: aus dem Koran und der Sunnah) finden, deren äußere Bedeutungen das Gefühl überbringen, dass sie diesem widersprechen, dann kann es nur vier Situationen geben: […] oder wir leugnen die äußeren Bedeutungen der Überlieferungen und schenken den äußeren Bedeutungen des Verstandes Glauben. Oder den äußeren Bedeutungen der Texte wird Glauben geschenkt und die äußeren Bedeutungen des Verstandes werden geleugnet, was jedoch unmöglich ist.“[9]

    Ihre Grundlage besteht demgemäß darin, dass jene Verse und Überlieferungen, die über die Eigenschaften Allahs, des Allerhabenen, sprechen, nicht nach der äußeren Bedeutung zu verstehen sind, da sie die Vermenschlichung Allahs darstellen, weshalb sie entweder eine innere bzw. symbolische oder man die Bedeutung nicht Wisse und somit dies Allah, den Segenreichen überlässt. Ihre Absicht lässt sich durch folgenden Vers aus einem Gedicht festlegen: „Jeder Text, der die Vergleich (Taschbih) vortäuscht/interpretiere ihn, oder überlasse und strebe den Tanzih (Transzendenz) auf.“[10]

    Imam Abu Mansur as-Samarqandi al-Maturidi al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) führt dieses Scholastische Prinzip ebenfalls aus: „Wir haben davor erwähnt, dass er in seinen Taten und Eigenschaften keinen gleichen hat. Daraus folgt, dass man den Vers: „Er, der Allerbarmer machte Istawa auf den Thron", so zu verstehen hat, wie er es in seiner Offenbarung meint, ohne dass er mit seiner Schöpfung gleichgestellt wird. Denn dies (das er nichts gleicht) wurde mit der Offenbarung bestätigt und dem Verstand unterstützt. Mit diesem geben wir auch keiner Interpretation über Istawa eine abschließende Gültigkeit, es können auch die Interpretationen richtig sein, indem keine Ähnlichkeit zur Schöpfung erwähnt wird, aber über die wir keine Kenntnisse haben und die uns nicht erreicht haben. Wir machen an das Überzeugung (Iman), was Allah mit Istawa meint. Genauso muss man an die Thematiken wie die Vision Allahs glauben, da es darüber göttliche Offenbarungen gibt, aber man muss jegliche Ähnlichkeit zu den Geschöpfen ableugnen und eins von den Möglichkeiten (der Interpretation) nicht eine abschließenden Gültigkeit geben[...]“[11]


    _______________________________________________

    [1] Al-Jami' li Ahkam il-Qur'an, 16:8
    [2] Abu Abdullah al-Qurtubi, Al-Jami' li Ahkam il-Qur'an, 16:9. Sure as-Sura, 11
    [3] Al-Risala, S.7
    [4] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.23
    [5] Siyaar A’lam an-Nubala, 13:299-300
    [6] Man bestätigt das Allah, der Segensreiche, dies Offenbarte oder der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) dies sagte, jedoch wird die Bedeutung der Wörter Allah, den Segensreichen, überlassen.
    [7] Siyaar A’lam an-Nubala, 19:448-449
    [8] Kitab Akhbar al-Sifat
    [9] Ta'sis at-Taqdis, S.220-221
    [10] Ibrahim al-Laqani al-Maliki, Jauharat at-Tawhid, Vers.40
    [11] Kitab at-Tawhid, S.94
    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 08:23 Uhr)

  10. #10
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    As Salam Alaikum,


    Die Aussage, dass keiner die Bedeutung dieser Verse und Überlieferung kennt oder die offensichtliche Bedeutung der Texte Unglauben beinhalten, ist auf schärfste zurückzuweisen, da dies dem Koran, der authentischen Sunnah, der arabischen Sprache, den Aussagen der as-Salaf al-Salihin und jenen Gelehrten die ihnen nacheiferten, wiederspricht, wie Imam Muhammad ad-Dahabi darlegte. Denn wir verstehen die Bedeutungen dessen, womit wir angesprochen wurden und verstehen aus den Worten das, was uns dadurch zu begreifen beabsichtigt wurde, wie Er, der Erhabene, sagt:

    {Wollen sie also nicht über den Koran nachdenken, oder ist's, dass die Herzen unter ihren Schlössern sind? (Sure Muhammad, Vers.24) }

    Und Er, der Segensreiche, sagt:

    {"Haben sie denn das Wort nicht bedacht?" (Sure al-Muminun, Vers.68) }

    Demgemäß forderte Er uns zum Nachdenken über den gesamten Qur'an aufl. Abu Abdurrahman as-Sulami (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt hinsichtlich des Begreifen bzw. Nachsinnen über die Worte Allahs: „Jene, die den Qur'an rezitierten, Uthman Ibn Affan, Ibn Mas’ud und andere, erzählten uns: 'Dass wenn sie vom Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm), zehn Verse (des Qur'an) gelernt haben, diese nicht überschritten, bis sie den Inhalt derer an Wissen und Tat gelernt haben.' Sie sagten: 'Wir haben den Qur'an, das Wissen und die Tat/Handlung allesamt gelernt.'" Mujahid sagte diesbezüglich: „Ich habe Ibn Abbas (Allahs Wohlgefallen auf ihn) den Mushaf von der Eröffnung bis zum Schluss vorgetragen. Ich blieb bei jedem Vers stehen, um danach zu fragen.“[1]

    Wenn Allah, der Segensreiche, uns darüber anspricht, dass im Paradies Vögel, Schlösser, Huris, Flüsse aus Milch, Honig und Wasser sind, wird es verstanden oder nicht? Wenn Allah, der Segensreiche, uns darüber anspricht, dass es die Bestrafung oder Glückseligkeit im Grab, das Becken (al-Hawd), die Brücke (as-Sirat), die große Fürsprache des Propheten, die Engel, die Bestrafung in der Hölle, die Glückseligkeit im Paradies und die Befragung im Grab durch die Engel greifbar sind, wird es wortwörtlich begriffen oder Metaphorisch Interpretiert, oder ist uns die Bedeutung dessen worüber Allah, der Segensreiche, in klarer arabischer Sprache spricht, gänzlich unbekannt? Die Bedeutung dessen ist uns gänzlich bekannt, doch die wahre Essenz ist uns verborgen. Genauso verhält es sich, wenn Er uns von Sich berichtet, dass Er allhörend und allsehend ist, dass Er allmächtig und allwissend ist, dass Er barmherzig und zornig ist, dass Er spricht und in Wirklichkeit (Haqiqatan) mit Moses (Friede sei auf ihm) gesprochen hat, dass Er sich Abraham in Wirklichkeit (Haqiqatan) zum Freund nahm, dass Er sich in Wirklichkeit (Haqiqatan) über Seinen Thron erhoben hat, dass Er am Tage der Auferstehung in Wirklichkeit (Haqiqatan) gesehen wird und dass Er jede Nacht in Wirklichkeit (Haqiqatan) heruntersteigt, wie es Ihm gebührt und Erhaben von den Eigenschaften Seiner Geschöpfe. Wir begreifen die Bedeutung der Wörter worüber Er uns über Sich selbst berichtet, genauso wie wir die Bedeutung der Wörter begreifen, wenn Er uns über den Ablauf am Tag des Gerichts oder aber uns das Paradies und das Höllenfeuer beschreibt, jedoch ist das „Wie“, also die Realität dessen Unbekannt. Wir (Ahlu Sunnah Wal Jammah) Differenzieren zwischen dem Hören und dem Sehen oder der Barmherzigkeit und des Sprechen und wissen, dass das Hören etwas anderes ist, als das Sehen. Auch ist die Macht (Qudrah) etwas anderes als der Willen (Iradah). Das Herunterkommen in der Nacht ist was anderes als die Erhebung über den Thron. Und das Wissen ist etwas anderes als Barmherzig und so weiter. All dies sind die Eigenschaften unseres Herrn, jeder dieser steht für sich selbst, also sie unterscheiden sich.


    Hat Allah uns dazu aufgefordert, über die gesamte Offenbarung nachzusinnen, oder etwa nur über einen Teil der Offenbarung? Diese Verse sind in allgemeiner Natur ergangen und zu verstehen. Er forderte uns dazu auf, über die GESAMTE Offenbarung nachzusinnen, damit wir sie (die Offenbarung) begreifen mögen und Er hat davon rein Garnichts ausgeschlossen. Wenn in der Offenbarung etwas enthalten wäre, dessen Bedeutung nicht verständlich wäre, dann wäre dieser Appell nur leeres Gerede, das nur Trugschluss enthält. Hocherhaben ist Allah über diesen widerwärtigen Gedanken! Wie kann Allah, der Segensreiche, uns zum Nachsinnen einiger Worte auffordern, dessen Bedeutung wir doch nicht verstehe? Darin liegt eine Unmöglichkeit für die Diener und eine Verpflichtung, worüber sie keine entscheidung besitzen, es durchzuführen. Denn das Nachsinnen bedingt das begreifen. Wenn man einen auschließlich arabisch sprechenden Menschen, mit fremden anspricht und er diese nicht versteht, und man ihn sodann aufordert, über die gesagten Worte - welche eine Fremde Sprache für ihn darstellen - nachzusinnen, dann wäre dies zweifelsfreie eine vorhinein Sinnlose, nicht auszuführbare Aufforderung. Wie kann man über Worte nachdenken, die ich nicht verstehe? Es ist erstens dringend notwendig, dass ich die Worte verstehe und sodann über deren Bedeutung nachsinne, so wie Allah, der Allerhabene, sagt:

    {"Wir haben sie als Qur'an auf Arabisch offenbart, auf dass ihr (sie) begreifen möget." (Sure Yusuf, Vers.12) }

    Demgemäß ist es nimmer möglich und wiederspricht den klaren Worten im Koran, dass die Worte Allahs in der offensichtlichen Bedeutung anthropomorphistische Äußerungen enthalten oder dessen Bedeutung ein Geheimnis Allahs ist, wovon die Menschen kein wissen haben können, obwohl Allah ,der Segenreiche, das Buch in einer klaren deutlichen arabischen Sprache herabsandte, sodass wir begreifen mögen. Wie ist es möglich das Buch zu begreifen, wenn wir von einigen Versen die Bedeutung nicht kennen? Meint Allah, der Allerhabene, nur ein Teil des Buches? Imam Shamssuddin Abu Abdullah Ibn al-Qayyim al-Dschauzijja al-Hanbali (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) erklärt diese Tatsache, wie folgt: „Es ist unglaubwürdig und unmöglich, dass uns der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihn, die Anstandsregeln beim Toilettenbesuch, vor- und nachher, beibringt, sowie auch die Anstandsregeln beim Geschlechtsverkehr, beim Essen und beim Trinken, und sodann unterlässt er es ihnen das beizubringen, was sie mit ihren Zungen zu sagen und mit ihren Herzen an ihren Herrn und Angebeteten zu glauben haben, dessen Kenntnis die höchste Kenntnis, dessen Erlangung der vollkommenste Wunsch und dessen Anbetung einzig, ohne Ihn einen Teilhaber beizugesellen, das beste Mittel ist. [Es ist unglaublich und unmöglich, dass er ihnen etwas berichtet, dessen Äußeres Irrglauben und Ketzerei ist. [...]“ Und Imam Sadr ad-Din Abu'l Hassan Ali Ibn Abi al-Izz al-Hanafi (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagt diesbezüglich: „Es ist die Pflicht zu wissen, dass die ungültige Bedeutung, worin der Unglaube ist, nicht die äußere Bedeutung des Textes oder sein Inhalt ist. Und wenn einer dies (so) verstanden hat, dann nur aus der Kurzsichtigkeit seines Verständnisses und der Unvollkommenheit seines Wissens.“[2]

    Der Vergleich des Wesen und der Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, liegt folglich nicht in Gemeinsamkeit der Bezeichnungen oder in der Bestätigung der Eigenschaften, sondern im Vergleich der Besonderheiten der jeweiligen Eigenschaften mit den Besonderheiten mit den Eigenschaften der Schöpfungen, indem man sagt: Allah, der Segensreiche, hat eine Hand, gleich meiner Hand, bestehend aus Fleisch, Venen, Blut, Gewebe, Zellen, Knochen, Pikmente und Haut. Wir suchen Zuflucht bei Allah vor diesem wiederwärtigenVergleich. Wenn man jedoch lediglich sagt: Allah hat eine Hand, ein Gesicht und ein Auge, ohne jegliche ähnlichkeit zu Seinem Geschöpfen, dann ist das eine lediglich Wiedergabe der Worte Allahs, des Erhabenen, und die Seines Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), doch das „Wie“ bezogen auf Allah, den Erhabenen, ist uns gänzlich Verborgen. Amir al-Muminun Abu Abdullah Ahmad Ibn Hanbal (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) antwortete auf die Frage, wer die anthropomorphsten seien wie folgt: „Derjenige, der sagt: Ein Sehen, gleich meines Sehens. Eine Hand, gleich meiner Hand, Ein Bein, gleich meines Beines. Dieser hat Allah mit Seiner Schöpfung verglichen.“[3]

    Der Edle Imam Ishaq Ibn Rahaway (Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein) sagte bezüglich der Wahrhaftigen Bedeutung des Taschbih: „Der Taschbih ist nur dann, wenn man sagt: Eine Hand, wie die Hand, oder gleich einer Hand. Oder ein Hören, wie das Hören, oder gleich dem Hören. Wenn einer nun sagt: Ein Hören, wie das Hören, oder gleich dem Hören, so ist das der Taschbih. Wenn man aber sagt, wie Allah, der Erhabene, sagt: Eine Hand, ein Hören und ein Sehen, weder sagt man Wie, noch sagt man gleich dem Hören, oder wie das Hören, so ist das kein Taschbih.“[4]

    Und Imam Abu Hanifa al-Nu’am Ibn Thabit al-Kufi sagt: „Allah weiß, aber nicht so wie wir wissen. Allah hat Macht, aber nicht so wie wir Macht haben. Allah sieht, aber nicht so wie wir sehen. Allah hört, aber nicht so wie wir hören. Allah spricht, aber nicht so wie wir sprechen. Wir sprechen mithilfe von einem Sprechorgan und Tönen, wohingegen jedoch Allah weder mithilfe von einem Sprechorgan spricht, noch mithilfe von Tönen. Töne sind erschaffen, wohingegen das Wort Allahs nicht Erschaffen ist.“[5]


    ______________________________________________

    [1]Ahmad Ibn Taymiyah, Al-Fatawa al-Hamawiyyah, Kap. Die Widerlegung der Mufawwidha in den Namen und Eigenschaften.
    [2] Scharh al-Aqida at-Tahawiya, S.235
    [3] Ahmad Ibn Muhammad al-Khallal, Kitab al-Sunnah, 2:32
    [4] Muhammad adh-Dahabi, Mukthasiru l-’Uluw, S.191
    [5] Al-Fiqh al-Akbar, S.2
    Geändert von Abu_Taymiyyah (03.02.2010 um 08:38 Uhr)

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