Die Abstimmung über die Sharia in Somalia
20. April 2009
Das somalische Parlament hat einstimmig für die Durchsetzung der Sharia gestimmt, was als gute Nachricht von vielen in der muslimischen Welt gesehen wird – was es auch ist – denn es spiegelt das Bedürfnis der Somali wieder, nach den Gesetzen Allahs zu leben.
Dennoch gibt es ein paar Probleme, die aufgezeigt werden müssen. Erstens: es gibt ein fundamentales Problem mit dem Verfahren durch das diese Entscheidung zu Stande kam. Über die Gesetze Allahs sollte nicht abgestimmt werden. Den Menschen die Wahl zu geben, ob die Sharia angewendet werden soll oder nicht, spiegelt ein grundlegendes Problem beim Verständnis für den Tauhid wieder.
Allah sagt: Aber nein, bei deinem Herrn, sie sind nicht eher Gläubige, als bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen kein Bedenken finden gegen deinen Entscheid, und sich in Ergebung fügen. ( an Nisa 65)
Also können Leute keine Gläubigen sein, bis sie sich nicht dem Gesetz Allahs unterwerfen und es ohne Vorbehalte annehmen. Die islamische Regierung ist dafür da, die Sharia zwingend einzuführen, statt sie einer Abstimmung zu unterwerfen. Deswegen ist eine Regierung die erklärt, dass sie die Ergebnisse einer Abstimmung über die Sharia akzeptieren wird, selbst wenn dabei heraus käme diese nicht einzuführen, zwangsläufig eine nicht-islamische Regierung.
Zweitens: die Sharif Regierung benutzt ihren Gebrauch von Sharia, um die anderen Widerstandsgruppen davon zu überzeugen ihre Waffen nieder zu legen und sich der Regierung anzuschließen. Aber aus der Sicht der Scharia wurden die Ziele des Jihad in Somalia bis jetzt noch nicht erreicht, deswegen muss der Jihad dieser Gruppen weiter fortgeführt werden. Ja, die Einführung der Sharia ist das wichtigste aller Ziele, dennoch kann die Sharif Regierung nicht als eine rechtsgültige Regierung angesehen werden, dies aus drei verschiedenen Hauptgründen:
Der Erste: Genauso wie sie die Sharia per Abstimmung eingeführt haben, können sie sie per Abstimmung auch wieder abbauen. Sie haben die Sharia nicht aus Prinzip implementiert, sondern wegen dem Willen der Menschen und deswegen ist die Sharif Regierung eher eine demokratische Regierung als eine islamische. Zweitens: Die Sharif Regierung erlaubt immer noch die Anwesenheit einer ausländischen Eroberungsstreitmacht, in Form der African-Union. Der Jihad in Somalia sollte weiter geführt werden, bis die letzten AU Soldaten das Land verlassen haben und jede Streitmacht die auf der Seite der AU ist – inklusive der Sharif Regierung – ein legitimes Ziel wird. Und drittens: Die Sharif Regierung stützt ihre Beziehungen mit der Außenwelt auf eine nationalistische Grundlage, anstatt auf eine islamische. Die Unterstützung, die sie von den USA, der EU und UN erhält, ist ein Spiegelbild dafür, dass sie ein Werkzeug für das Voranbringen imperialistischer Interessen des Westens ist und um die starke Jihad Bewegung im Land auszumerzen.
Deswegen, obwohl es eine gute Nachricht für die Ummah ist, dass die Sharia in Somalia wieder eingeführt wird, sollten wir dies nicht als ein Ende der Anstrengung für einen islamischen Staat und Gemeinde und das Land von ausländischen Eingriffen und Korruption zu befreien sehen.
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