-
Die Imamah in der großen Verborgenheit
Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
Einer der fundamentalen Unterschiede zwischen der Ahl ul Sunnah und der Schia ist die sogenannte Imaamah. Umso mehr erstaunt es, dass dieses Thema in vielen Diskussionen zwischen den beiden Parteien kaum Beachtung findet. Anstatt die Sunniten vom Konzept der Imaamah direkt zu überzeugen, fällt auf, dass die schiitischen Polemiken sich eher darauf konzentrieren, das angebliche Recht Alis [radiaAllahu anhu] auf die Nachfolge des Propheten [sallaAllahu 'alaihi wa salam] anhand der Ereignisse in Ghadir Khumm zu belegen und gleichzeitig Zweifel über die Rechtschaffenheit der Gefährten des Propheten [sallaAllahu 'alaihi wa salam] zu säen. Damit enden solche Diskussionen sehr schnell in einer Sackgasse der gegenseitigen Beschuldigungen von falschen Zitaten, Vertuschungen und Täuschungen. Im besten Falle sehen die Diskussionspartner die Sinnlosigkeit einer solchen Diskussion frühzeitig ein angesichts der im Widerspruch zueinander stehenden sunnitischen und schiitischen Überlieferungen sowie der unterschiedlichen Interpretationen selbiger.
Es ist daher nahe liegend sich auf die von beiden Parteien anerkannte Hauptquelle des Islams zu besinnen, in der Gewissheit, dass uns Allahs Buch zur Rechtleitung führen wird, wenn unsere Herzen gottesfürchtig sind. Allah [subhanahu wa ta'ala] sagt hierzu:
Dies ist (ganz gewiß) das Buch (Allahs), das keinen Anlaß zum Zweifel gibt, (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen [2:2]
In diesem Artikel werden wir das wichtige Thema der Imaamah von diesem Blickwinkel aus bewerten.
Die schiitische Imaamah-Doktrin sieht vor, dass zu jeder Zeit die Existenz des Universums unmittelbar die Existenz eines göttlich bestimmten Mannes erfordert, dem Imaam. Er ist in allen Charaktereigenschaften allen anderen Menschen überlegen. Dazu gehört insbesondere seine völlige Unfehlbarkeit. Er allein hat zu seiner Zeit das Recht, die Menschheit anzuführen. Damit ist er gleichzeitig religiöses wie staatliches Oberhaupt.
Als unmittelbare Konsequenz hieraus glauben die Schiiten daran, dass nach dem Propheten Muhammad [sallaAllahu 'alaihi wa salam] Ali [radiaAllahu anhu] die Imaamah übernahm, gefolgt von 11 seiner Nachkommen. Der letzte aus dieser Serie von besonders verehrten Imaamen ist demnach der Mahdi, der eines Tages aus seiner über 1000 Jahre andauernden Verborgenheit in die Öffentlichkeit treten und die Welt mit Gerechtigkeit füllen wird.
Es sei angemerkt, dass die Definition der Imaamah nicht einheitlich unter den Schiiten ist. Während einige die erstgenannte allgemeine Sichtweise betonen und die Imaamah der 12 Imaame nach dem Propheten [salla Allahu 'aleihi wa salam] davon ableiten, gehen andere den umgekehrten Weg und legen die Betonung auf die Imaamah nach dem Propheten [salla Allahu 'aleihi wa salam]. So liest man in der schiitischen “Enzyklopädie des Islams” unter dem Begriff “Imaamat”:
[right:26f3288f]
Das Imamat bzw. der Führungsauftrag ist die vierte Grundlage im Stamm der Religion [usul-ad-din]. Es beschreibt die Tatsache, dass nach Vollendung der Religion durch Prophet Muhammad (s.) die Offenbarung [wahy] nur durch Menschen unverfälscht und fehlerfrei bewahrt werden können, die selbst auch fehlerfrei und rein sind. Gemäß Überlieferung des Propheten Muhammad (s.) sind das seine Ahl-ul-Bait (a.).[/right:26f3288f]
Noch deutlicher wird diese Sichtweise in der gleichen Quelle unter dem Begriff “Imam”:
[right:26f3288f] In der Schia bezeichnet der Titel “Imam” in seiner speziellen Bedeutung nur die Zwölf Imame, deren oberster Imam Prophet Muhammad (s.) ist. In dieser speziellen Bedeutung ist Imam Mahdi (a.) das aktuelle Oberhaupt der Islamischen Weltgemeinschaft [ummah].
[/right:26f3288f]
Es fällt auf, dass im normalen Sprachgebrauch eher letztere Sichtweise gemeint ist. Andererseits wird die erste Sichtweise gerne propagiert, wenn die Frage diskutiert wird, wo sich die Imaamah im noblen Qur’an widerfindet. In diesem Artikel spielt es keine wesentliche Rolle, welche Definition nun zu Grunde gelegt wird.
Die Mehrheit der Schiiten misst der Position der Imaamah eine derart hohe Bedeutung bei, dass die Imaame über die Propheten und sämtliche Engel gestellt werden. Überdies gehört die Imaamah-Doktrin zu den Fundamenten des schiitischen Glaubens, den sog. Usul-ud-Din. Verglichen mit den Pflichten im Islams, dem Gebet, der Zakah, dem Fasten und der Hajj, übertrifft die Imaamah nach schiitischer Vorstellung diese Säulen des Islams.
[right:26f3288f]علي بن ابراهيم، عن أبيه وعبدالله بن الصلت جميعا، عن حماد بن عيسى، عن حريز بن عبدالله، عن زرارة، عن أبي جعفر (عليه السلام) قال: بني الاسلام على خمسة أشياء: على الصلاة والزكاة والحج والصوم والولاية، قال زرارة: فقلت: وأي شئ من ذلك أفضل؟
فقال: الولاية أفضل
Quelle: http://www.al-shia.com/html/ara/books/l ... -2/14.html
Abi Ja’far (as) sagte: “Der Islam ist auf fünf Dingen errichtet worden: dem Gebet, der Zakah, der Hajj, dem Fasten und der Wilayah [d.h. Imaamah im oben beschriebenen Sinne]. Zurarah fragte ihn: “Und welches davon ist das Wichtigste?” Da antwortete er:”Die Wilayah ist das Wichtigste…”
(Al-Kafi, Band 2, Seite 19)[/right:26f3288f]
Diese Überlieferung wurde von Baqir Majlissi als sahih also authentisch klassifiziert.
Die Bedeutung der Imaamah im schiitischen Glauben lässt sich auch daran sehen, dass der Zweifler an dieser Doktrin als Ungläubiger gilt, der im Jenseits nur die ewige Hölle zu erwarten habe.
Al-Mufid schreibt dazu:
[right:26f3288f]
و اتفقت الإمامية على أن من أنكر إمامة أحد الأئمة و جحد ما أوجبه الله تعالى من فرض الطاعة فهو كافر ضال مستحق للخلود في النار
Die Imaamiyyah (d.h. 12er Schiiten) stimmt darin überein, dass derjenige, der die Imaamah eines einzigen Imaams ablehnt sowie den von Allah [ta'ala] befohlenen Gehorsam [dem Imaam gegenüber], ein irregegangener Ungläubiger ist, der die ewige Hölle verdient.
Quelle: http://www.al-shia.com/html/ara/books/l ... at/a01.htm[/right:26f3288f]
Ibn Babaweh Al-Qummi, bekannt als Al-Saduq, bestätigt diesen Konsens:
[right:26f3288f]واعتقادنا فيمن جحد إمامة أمير المؤمنين والائمة من بعده عليهم السلام بمنزل من جحد نبوة الانبياء عليهم السلام .
واعتقادنا فيمن أقر بأمير المؤمنين وأنكر واحدا من بعده من الائمة عليهم السلام أنه بمنزلة من آمن بجميع الانبياء ثم أنكر بنبوة محمد صلى الله عليه وآله (
Unser Glaube bezüglich demjenigen, der die Imaamah von Amir ul-Mu’minin [Ali bin Abi Talib] und der Imaame nach ihm (as) leugnet, ist, dass er die gleiche Stellung hat, wie jemand, der das Prophetentum von allen Propheten [alaihim As-Salam] leugnet. Und unser Glaube bezüglich demjenigen, der die Imaamah von Amir ul-Mu’minin bestätigt, aber gleichzeitig einen der darauffolgenden Imaame leugnet, ist, dass er die gleiche Stellung hat wie jemand, der an alle Propheten glaubt, aber gleichzeitig das Prophetentum von Muhammad [sallaAllahu 'alaihi wa salam] leugnet.
Quelle: http://www.al-shia.com/html/ara/books/l ... 27/a7.html[/right:26f3288f]
Demzufolge sind Sunniten wie auch alle anderen Gruppierungen Ungläubige. Angesichts dieser hervorgehobenen Stellung der Imaamah im schiitischen Glauben ist es zu erwarten, dass Schiiten eine Vielzahl von expliziten Beweisen für diese Doktrin vorweisen können. Doch wie sieht die Realität aus?
[copyleft:26f3288f]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:26f3288f]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
Ein Gedankenexperiment
Man stelle sich vor, eine Person, die nie vorher mit dem Islam in Kontakt kam und über keinerlei Vorwissen über den Islam hat, bekommt die Gelegenheit, das Buch Allahs [subhanahu wa ta'ala], den noblen Qur’an, zu lesen. Im Anschluss wird sie gebeten, die Grundlagen des Islams zusammenzufassen. Es ist zu erwarten, dass eine solche Person den Tauhid als die wesentliche Botschaft des Islams beschreibt, die von Propheten an die Menschheit überbracht wurde, dazu erwähnt, dass der Islam das Gebet vorschreibt, die Muslime dazu aufruft Gutes zu tun, die Zakat zu zahlen, den Monat Ramadan zu fasten, zur Hajj zu fahren. Ferner, würde sie die im noblen Qur’an beschriebene Allmacht und Allwissenheit Allahs [subhanahu wa ta'ala] beschreiben. Und schließlich würde sie wahrscheinlich erläutern, dass das Ziel eines jeden Muslims ist, am Tag des Jüngsten Gerichtes vor Allah [subhanahu wa ta'ala] zu bestehen, um in das Paradies eingelassen zu werden. Natürlich kann die Gewichtigung dieser Beschreibung von Person zu Person variieren. Möglicherweise würde sie auch das Ein oder Andere schlichtweg vergessen, doch könnte sie ohne Zweifel auf Nachfrage bestätigen, dass alle oben genannten Punkte zum Islam gehören.
Aus sunnitischer Sicht hätte die Person damit die Essenz des Islams bereits verstanden. Doch aus schiitischer Sicht ist diese Person noch weit davon entfernt, den Islam zu kennen, weil sie die Imaamah übersehen hat. In der Tat wird jeder, der den noblen Qur’an gelesen hat, zustimmen müssen, dass diese Person nie allein auf die Imaamah kommen würde. Auch auf Nachfragen, ob die Imaamah zum Islam gehört, ist davon auszugehen, dass diese Person mit dem genannten Begriff nichts anzufangen weiß. Schließlich taucht er nirgendwo im noblen Qur’an auf. Diese offenkundige Diskrepanz zwischen den “natürlichen” Grundlagen des Islams und der Imaamah im noblen Qur’an ist für sich genommen bereits ein so frappierender Umstand, dass er große Zweifel an dieser essentiellen schiitischen Doktrin weckt.
Um die Dimension dieser Diskrepanz zwischen der Imaamah und den übrigen natürlichen Glaubensfundamenten besser zu begreifen, reicht es aus darauf hinzuweisen, dass der Tauhid und der Glaube an Allah [subhanhu wa ta'ala] mehr als 2000 Mal erwähnt wurde. Das Prophetentum, was eine im Vergleich zur Imaamah niedrigere Stellung einnimmt, wurde über 400 Mal erwähnt. Auch alle anderen Glaubensfundamente finden sich in hunderten Versen wieder. Und selbst das im Schiitentum zu den Furu-ud-Din, also den “Zweigen der Religion”, gehörende Gebet wurde mehr als 700 Mal erwähnt. Daran sieht man auch, dass es sicherlich kein Zufall ist, wenn eine unvoreingenomme Person diese Konzepte als essentielle Bestandteile des Islams identifiziert, und zwar allein auf der Grundlage des noblen Qur’ans. Bei der Imaamah dagegen ergibt sich ein völlig anderes Bild.
[copyleft:37bjc6e4]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:37bjc6e4]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
Wo findet sich die Imaamah im noblen Qur’an?
Angesichts der großen Bedeutung der Imaamah im schiitischen Glauben ist es nur fair zu fragen, wo dieser Glaubensgrundsatz im noblen Qur’an zu finden ist. Während die Mehrheit der Muslime glaubt, dass dieses Konzept im noblen Qur’an nirgendwo eine explizite Erwähnung findet, müssen selbst Schiiten zugeben, dass sie im besten Falle eine Handvoll Verse präsentieren können, in denen nach ihrer Interpretation die Imaamah implizit erwähnt wird. Es bleibt jedoch das große Problem, dass Allah [subhanhu wa ta'ala] dem so wichtigen Imaamah-Konzept in Seinem Buch im besten Falle kaum Beachtung schenkte.
Wieso gibt es keine Verse, wie z.B.:
“O ihr Gläubigen, glaubt an den unfehlbaren Imaam eurer Zeit.”
“O ihr Gläubigen, befolgt die 12 Imaame nach dem Propheten.”
“Und wisset, dass die Erde und der Himmel dem Imaam ergeben sind.”
Selbst die Handvoll Verse, die von den Schiiten auf Nachfrage präsentiert werden, sind nicht einmal ansatzweise so explizit wie diese erfundenen Sätze. In der Tat sind die schiitischen Argumentationen allein auf der Basis des Qur’ans äußerst hilflos. Der eigentliche Beweis liegt folglich nicht im noblen Qur’an, sondern in hinzugefügten Überlieferungen.
Natürlich entging dieser Umstand nicht den schiitischen Gelehrten, so dass sie eine Reihe von Gründen angaben, warum der noble Qur’an die Imaamah ausspart. Die Tatsache, dass sie sich dazu genötigt fühlten, ist dabei für sich genommen schon bemerkenswert. Keine andere Glaubensgrundlage erforderte eine solche Apologetik.
Tatsächlich erinnert diese Problematik an das christliche Dilemma, dass Jesus [alaihi As-Salam] zwar nirgendwo in der Bibel sich explizit als Gott bezeichnet, dennoch seine angebliche Göttlichkeit ein Grundpfeiler des Christentums darstellt.
[copyleft:3ertg2ie]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:3ertg2ie]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
Schiitische Apologetik
Um den Glauben an die Imaamah aufrecht zu erhalten, lieferten schiitische Gelehrte unterschiedliche Begründungen dafür, dass sie nicht in vergleichbarer Form wie alle anderen Glaubensfundamente im Qur’an auftaucht. Dabei haben fast alle diese Begründungen zwei wesentliche Probleme.
1. Es sind bloße Behauptungen ohne den geringsten Beweis aus dem noblen Qur’an oder der authentischen Sunnah.
2. Sie sind dermaßen allgemein, dass sie für jeden beliebigen Irrglauben benutzt werden können.
Im Folgenden präsentieren wir die wichtigsten dieser Begründungen.
[copyleft:uea7hppe]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:uea7hppe]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:2mjnz3ig]Der Qur’an sagt uns nicht, wie wir zu beten haben. Einige Pflichten des Muslims können also nur aus der Sunnah entnommen werden.[/right:2mjnz3ig]
In diesem Argument werden Äpfel mit Birnen verglichen. Es ist schon bezeichnend, dass die Schiiten das Gebet, eines der Furu-ud-Din, also der “Zweige des (schiitischen) Glaubens” mit der Imaamah, einem der Usul-ud-Din, also der Glaubensfundamente, vergleichen. Dies unterstreicht nochmals die Feststellung, dass keiner der übrigen Usul-ud-Din darunter leidet, keine (oder im besten Falle kaum eine) Beachtung im noblen Qur’an zu finden.
Ansonsten verkennt dieser Vergleich die Tatsache, dass das Gebet mehr als 700 Mal im Qur’an Erwähnung findet. Dazu werden sogar einige Details des Gebets genannt, wie das Ruku’, das Sujud, die Tatsache, dass man sich vorher reinigen muss, dass man morgens, mittags und abends das Gebet verrichten sollte usw.. Es ist zwar richtig, dass einige Details des Gebets nicht erwähnt werden, aber wollen die Schiiten ernsthaft behaupten, dass die Frage, wie man die Hände beim Gebet halten sollte von gleicher Wichtigkeit ist wie die Imaamah? Ironischerweise haben wir gesehen, dass die Schiiten an Überlieferungen glauben, wonach die Imaamah über das Gebet gestellt wird. Dennoch käme niemand auf die Idee, das Gebet im Qur’an anzuweifeln, während die Imaamah nicht einmal annähernd so explizit belegt werden kann.
Wie kommt es, dass der noble Qur’an uns zwar sagt, dass wir uns vor dem Gebet u.a. die Hände waschen müssen, aber es gleichzeitig scheinbar versäumt, die Muslime über die 12 unfehlbaren Imaame aufzuklären?
Andererseits müssen sich die Advokaten der obigen Begründung fragen, ob sie wirklich die nicht erwähnten Details des Gebetes mit der Imaamah gleichsetzen wollen. Ist denn die Frage, ob man den Zeigefinger beim Tashahud während des Gebetes bewegen darf oder nicht von der gleichen Brisanz für die Schiiten, wie die Frage, ob Ali [radia Allahu 'anh] der erste unfehlbare Imaam nach dem Propheten [salla Allahu 'alaihi wa salam] ist? Gibt es irgendein Detail des Gebets, das nicht im noblen Qur’an genannt wird, obwohl die Schiiten es auch nur annähernd so wichtig erachten wie die 12 Imaame?
Ferner ist dies ein Argument, das man für jeden nur erdenklichen Irrglauben verwenden könnte. Der Kreativität der Menschen wären keine Grenzen gesetzt. Selbst eine Sekte, die den Glauben an grünen Ausserirdischen in fliegenden Untertassen zu einem Glaubensfundament erheben würden, könnte auf die Frage, warum dazu nichts im Qur’an steht, darauf verweisen, dass einige Details des Gebets ebenfalls nicht auftauchen. Es ist daher nicht überraschend, dass auch tatsächlich Sekten wie die Qadyanis ein solches Argument bemühen, um ihre Abweichungen von der Mehrheit der Muslime zu begründen.
[copyleft:2mjnz3ig]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:2mjnz3ig]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:upzxynvg]Es gibt einige Verse über die Imaamah, aber man muss die Überlieferungen dazu sehen, um ihre wahre Bedeutung zu verstehen.[/right:upzxynvg]
Woher kommt es aber, dass wir keine zusätzliche Quelle benötigen, um alle anderen Glaubensfundamente zu belegen? Wieso sind die Verse über alle anderen Glaubensfundamente bereits so explizit und so zahlreich, dass wir allein auf der Basis des noblen Qur’ans diese Fundamente verstehen und verinnerlichen können? Wir brauchen keine Überlieferungen, um einzusehen, dass der Tauhid, das Gebet, die Zakat, das Fasten im Ramadan und die Hajj obligatorisch sind für einen Muslim. Und wir benötigen auch keine Überlieferungen, um zu verstehen, dass wir an Allah [subhanahu wa ta'ala], Seinen Engeln, Seinen Propheten, Seinen Büchern, dem Tag des Jüngsten Gerichts, Seine Allmacht und Allwissenheit glauben müssen. All diese Pflichten und Glaubensfundamente sind so allgegenwärtig im Qur’an, dass niemand auch nur den geringsten Zweifel haben kann, sie wären nicht Teil vom Islam.
Kommen wir aber zu der Imaamah wird die Sache plötzlich so kompliziert, dass uns nur Überlieferungen helfen können, die Imaamah im Qur’an zu identifizieren. Es ist richtig, dass der Prophet [salla Allahu 'alaihi wa salam] einige Verse des noblen Qur’ans erklärt, es ist allerdings absurd zu glauben, dass diese Erklärungen soweit gehen, eine Doktrin wie die Imaamah in einen Vers zu pressen, dessen augenscheinliche Bedeutung nichts mit der Imaamah zu tun hat. Der noble Qur’an ist ein klarer Führer zur Wahrheit. Allah [subhanahu wa ta'ala] sagt dazu:
Und wahrlich, Wir haben den Qur’an zur Ermahnung leicht gemacht. Gibt es also einen, der ermahnt sein mag? [54:17]
Wie kann es dann sein, dass Allah [subhanahu wa ta'ala] verlangt, Überlieferungen zu befolgen, um unsere Glaubensfundamente zu erfahren? Und welche Überlieferungen sollen wir hierzu befolgen? Es gibt unzählige Sekten mit ihren jeweils eigenen Überlieferungen. Wieso sollen wir nicht die Überlieferungen der Zaiditen oder der Ismaelitten oder der Bahais befolgen? All diese Sekten haben gemeinsam, dass sie versuchen, ihre Glaubensfundamente anhand ihrer Überlieferungen zu verstehen anstatt durch den noblen Qur’an. Erwartet Allah [subhanahu wa ta'ala] wirklich, dass wir Hadithwissenschaftler werden, allein um die essentiellen Glaubensfundamente zu finden? Vielleicht hat selbst die “grüne Ausserirdische”-Sekte ihre Überlieferungen.
Dieses Argument ist auch deshalb wenig überzeugend, weil viele Schiiten nicht müde werden zu betonen, dass sie keine authentische Hadithsammlung besitzen. Von welchen Hadithen sprechen also die Schiiten, wenn sie sich nie sicher sind, welche Überlieferungen authentisch sind? Außerdem propagieren sie gerne den Grundsatz, dass jede Überlieferung am noblen Qur’an gemessen werden müsste, bevor man sie für authentisch einstuft. Es scheint nun, als wäre dieser Grundsatz plötzlich umgedreht und der noble Qur’an müsste anhand von Überlieferungen gemessen werden.
Es geht natürlich nicht darum, die Bedeutung der Überlieferungen zu leugnen. Die Überlieferungen sollten aber nie den quranischen Kontext übergehen. Genau dies aber fordern die Schiiten, die eines ihrer essentiellen Glaubensfundamente nur unter Hinzunahme von Überlieferungen begründen können. Abgesehen von den Schiiten und anderen Sekten wie den Zayditen, Ismaeliten oder Bahais, setzt die überwiegende Mehrheit der Muslime für ein Glaubensfundament voraus, dass es allein auf der Basis des noblen Qur’ans belegt werden kann. Wenn dies nicht möglich ist, handelt es sich entweder nicht um ein Glaubensfundament oder es ist schlichtweg falsch.
[copyleft:upzxynvg]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:upzxynvg]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:2bt3totg]Der Name des Propheten Muhammad [salla Allahu 'alaihi wa salam] wurde in der Bibel nicht genannt, dennoch sind die Christen angehalten, an ihn zu glauben.[/right:2bt3totg]
Der noble Qur’an informiert uns darüber, dass die Bibel sehr wohl den Propheten [salla Allahu 'alaihi wa salam] explizit ankündigte, allerdings wurde die Bibel manipuliert.
Und da sagte Jesus, der Sohn der Maria: “O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter bei euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad sein.” Und als er zu ihnen mit den Beweisen kam, sagten sie: “Das ist ein offenkundiger Zauber.” [61:6]
Die Christen sind aber gar nicht auf die Bibel angewiesen, um das Prophetentum Muhammadas [salla Allahu 'alaihi wa salam] zu akzeptieren. Stattdessen offenbarte Allah [subhanahu wa ta'ala] den noblen Qur’an als Rechtleitung für die gesamte Menschheit, die sämtliche vorherige Botschaften abrogierte.
Es ist interessant an dieser Stelle anzumerken, dass auch die Christen keine Imaamah kennen. Stattdessen erkennnen sie das Konzept des Prophetentums genauso wie alle Muslime an. Wenn die Imaamah ein gültiges ewiges Konzept wäre, das selbst das Prophetentum überragt, müsste man erwarten, dass die Juden und Christen den Rang des Imaams kennen. Dem ist aber nicht so.
Im Falle der Imaamah ist das Problem also nicht nur, dass keine Namen genannt werden, obwohl diese sicherlich von großer Bedeutung sind, sondern zusätzlich, dass diese Doktrin als solche keine Beachtung im noblen Qur’an findet, im diametralen Gegensatz zu allen anderen Glaubensfundamenten.
[copyleft:2bt3totg]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:2bt3totg]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:1dacbxf8] Die Verse des noblen Qur’ans sind allgemeiner Natur und es gehört nicht zu seinem Stil Namen zu nennen. Schließlich sind auch nicht alle 124.000 Namen der Propheten genannt.[/right:1dacbxf8]
Mir ist keine einzige Sekte bekannt, die die Namen aller Propheten zu einem Teil des Glaubens, geschweige denn ihres Glaubensfundament erklärte. Wozu sollten wir auch die Namen aller Propheten kennen? Im Falle der Imaamah dagegen werden die Menschen nach schiitischem Glauben sogar in ihrem Grab explizit nach den Namen der 12 Imaame gefragt, und zwar direkt im Anschluss an die Fragen “Wer ist dein Herr? Wer ist dein Prophet? Was ist deine Religion? Was ist dein Buch? Was ist deine Qiblah?“. Wieder fällt auf, dass die Antworten auf all diese essentiellen Fragen explizit im noblen Qur’an erwähnt sind. Nur bei der letzten Frage “Wer sind deine Imaame?” würde die Lektüre des noblen Qur’ans scheinbar nicht ausreichen, um zu bestehen.
Überdies haben wir oben gesehen, dass bereits die Ablehnung eines einzigen der 12 Imaame als Unglaube gilt, der die ewige Hölle zur Folge hat. Ist es da nicht logisch danach zu fragen, warum Allah [subhanahu wa ta'ala] uns diese für unsere Rechtleitung angeblich so essentiellen Namen nicht nennt?
Am Rande sei bemerkt, dass selbst die Schiiten zugeben, dass nicht einmal der Prophet [salla Allahu 'alaihi wa salam] die Namen der 12 Imaame nach ihm spezifizierte. Infolgedessen liefen die Schiiten nach dem Ableben eines Imaams kopflos umher auf der Suche nach dem Nachfolger. Davon waren nicht einmal die angeblich engsten Gefährten des vorherigen Imaams gefeit. So entwickelten sich im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten schiitischen Sekten, jede mit ihrer eigenen Folge von Imaamen und jede erklärte die andere für ungläubig.
Angesichts dieses Chaos kann niemand ernsthaft die für uns irrelevanten Namen der vergangenen Propheten mit den Namen der nach der schiitischen Lehre so wichtigen Imaame nach dem Propheten Muhammad [salla Allahu 'alaihi wa salam] vergleichen.
Es ist auch falsch, dass der noble Qur’an nie Namen nennen würde. Wenn der noble Qur’an sogar den Namen von Zaid [radia Allahu 'anh] in einer relativ kleinen Angelegenheit nannte, ist es da nicht inkonsistent, wenn der Name Alis [radiaAllahu 'anh] keine Erwähnung findet, obwohl er nach schiitischer Lehre der von Allah [subhanahu wa ta'ala] bestimmte unfehlbare Träger des Islams nach dem Propheten [salla Allahu 'alaihi wa salam] ist?! Dazu noch der bedeudentste Imaam nach dem Propheten [salla Allahu 'alaihi wa salam] überhaupt, weitaus bedeutender als sämtliche andere Propheten, die im noblen Qur’an genannt werden, wie Adam, Nuh, Ibrahim, Musa, Isa ['aleihim As-Salam]! Ist die Auslassung dieser zentralen Person im wichtigsten Buch nicht in etwa so, wie als würde man eine Biografie über eine Person schreiben, ohne ihren Namen auch nur ein einziges Mal zu erwähnen?
Oft wenden Schiiten darauf ein, dass schließlich auch Abu Bakr [radia Allahu 'anh] oder Umar [radia Allahu 'anh] im noblen Qur’an nicht genannt werden. Dies ist deshalb ein unsinniger Einwand, weil kein Muslim jemals diese edlen Sahabis mit einem Glaubensfundament in Verbindung brachte. Weder die 5 Säulen des Islams noch die 6 Glaubensartikel deuten auf diese Gefährten des Propheten [salla Allahu 'alaihi wa salam] hin. Es geht auch nicht darum zu argumentieren, dass nun Zaid [radia Allahu 'anh] eine höhre Stellung haben müsste als Ali [radia Allahu 'anh] oder andere Sahabah.
Aber selbst wenn wir von der Nennung der Namen absehen, so bleibt das Problem, dass selbst das Konzept der Imaamah nirgendwo im noblen Qur’an explizit auftaucht und damit im krassen Widerspruch zu allen übrigen Glaubensfundamenten steht.
[copyleft:1dacbxf8]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:1dacbxf8]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:e9h2foal] Es gibt keine expliziten Verse, denn sonst wäre der noble Qur’an in Gefahr, manipuliert zu werden.[/right:e9h2foal]
Dieser Einwand ist reine Spekulation über Allahs Absichten. Hat Allah [subhanahu wa ta'ala] uns etwa im noblen Qur’an darüber informiert, dass Er einige unserer Glaubensfundamente verschleiert hat, damit Sein Buch nicht verfälscht wird? Wie verträgt sich diese Unterstellung damit, dass der noble Qur’an gerade ein Buch für unsere Rechtleitung ist, und Allah [subhanahu wa ta'ala] versprach, es vor Manipulationen zu beschützen?
Was für eine absurde Gottesvorstellung muss jemand haben, der ernsthaft daran glaubt, Allah [subhanahu wa ta'ala] hätte aus Angst, dass Sein Buch verfälscht wird, einige essentielle Glaubensfundamente verschwiegen. Ist es nicht Allah [subhanahu wa ta'ala], der den Propheten [salla Allahu 'aleihi wa salam] ermahnt, die Religion vollständig zu verkünden, ohne sich vor den Reaktionen der Ungläubigen zu fürchten?
O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist den ungläubigen Leuten nicht den Weg. [5:67]
Wie kommt es dann, dass Allah [subhanahu wa ta'ala] sich angeblich selbst nicht daran hält, Gott bewahre! Und wieso sollte dieses Wissen über die Imaamah in den Überlieferungen besser geschützt sein? Schließlich bleibt die Frage, warum dieser blasphemistische “Schutzmechanismus” nur für die Imaamah angewendet worden sein soll und nicht bei anderen Glaubensfundamenten, die den Polytheisten ein Dorn im Auge waren.
Es ist traurig zu sehen zu welch Absurditäten sich die Anhänger der Imaamah hinreißenlassen, um ihre Doktrin zu verteidigen, die keine Basis im noblen Qur’an hat und dabei nicht einmal davor zurückschrecken, Lügen über Allah [subhanahu wa ta'ala] zu erfinden.
“Habt ihr irgendein Wissen? Dann bringt es für uns zum Vorschein. Doch ihr geht nur Vermutungen nach; und ihr rätselt nur.” [17:36]
Es versteht sich von selbst, dass eine solche Erklärung zu jeder nur erdenklichen Theorie verwendet werden könnte. Selbst die Anhänger der “grünen Männchen”-Doktrin könnte sich schließlich damit verteidigen, dass die grünen Männchen aus Angst vor Manipulation nicht genannt wurden. Tür und Tor wären damit für die größten Absurditäten geöffnet.
[copyleft:e9h2foal]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:e9h2foal]
-
Re: Die Imaamah in der Großen Verborgenheit
[right:a6rum81r]Es ist eine Prüfung, um den wahren Gläubigen vom Heuchler zu trennen.[/right:a6rum81r]
Wie im Falle des vorherigen Arguments ist diese Erklärung reine Spekulation über Allahs Absicht. Dieser Einwand offenbart ferner ein merkwürdiges Verständnis vom noblen Qur’an. Wer eine solche Erklärung für die Imaamah anbringt, scheint zu glauben, dass der noble Qur’an ein Rätselbuch ist, das die Kreatitvät der Menschen testet und nur die Kreativsten, die kein Skrupel davor haben, mit den Versen Lego zu spielen, also den Kontext zu ignorieren, Rechtleitung finden können, nachdem sie den Geheimcode des noblen Qur’ans geknackt und all die verborgenen Glaubensfundamente entschlüsselt haben. Es ist zwar richtig, dass Allah [subhanahu wa ta'ala] die Menschen prüft, aber erst nachdem Er ihnen den Weg klar und deutlich gemacht hat. Die Prüfung beinhaltet also kein Raten, um den Weg zu finden, sondern zielt nur darauf ab, die Aufrichtigkeit des Dieners auf dem klaren Weg zu testen.
Welchen Sinn hat der noble Qur’an noch, wenn wir davon ausgehen müssen, dass selbst die Glaubensfundamente darin versteckt sind? Vielleicht sind selbst die grünen Männchen darin versteckt, und es ist eine Prüfung für die Menschheit sie zu finden? In der Tat erinnert eine solche Argumentation an die anderer Sekten und Religionen. Genauso würde ein Christ auf die Frage, warum Jesus ['aleihi As-Salam] nie davon sprach, dass er Gott wäre, antworten, dass es eben eine Prüfung ist, ob die Menschen die impliziten Aussagen verstehen. Ebenso könnte ein Bahai bzw. Qadyani argumentieren, wenn er mit der Frage konfrontiert wird, warum Baha’ullah bzw. Mirza Ahmad im noblen Qur’an keine Erwähnung findet. Alles nur eine Prüfung. Na Klasse!
Was ist von einem Lehrer zu halten, der seinen Schülern zwar verspricht, dass sie die Klausur bestehen, wenn sie sich an ein bestimmtes Buch halten, in der Prüfung aber ein wesentlicher Teil von einem Thema handelt, das im besten Fall nur am Rande in diesem Buch angeschnitten wurde. Würden die Schüler die Rechtfertigung des Lehrers akzeptieren, dass es eben eine Prüfung ist, um zu sehen, wer dieses versteckte Thema im Buch findet?
[copyleft:a6rum81r]http://www.ahlu-sunnah.com (Mushfiq)[/copyleft:a6rum81r]
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
Foren-Regeln