Fatwa: Eigenen Wohlstand ansparen oder alles spenden?

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Die folgende Fatwa wurde von mir (Yahya ibn Rainer) aus der englischen in die deutsche Sprache übertragen. Es handelt sich um ein Rechtsgutachten des Fatwa Department Research Committee in Saudi- Arabien, unter dem Vorsitz von Sheikh `Abd al-Wahhâb al-Turayrî.

Frage:

Was sagt der Islam über das Ansparen von Geld? Sollten wir Geld für die Zukunft ansparen? Ich las, dass einige der Prophetengefährten ohne Reichtum starben, nicht einmal ein Leichtuch für ihre Beisetzung (besaßen sie). Ebenfalls las ich, dass Abu Bakr all seinen Reichtum dem Propheten gab, für mildtätige Zwecke. Also wie sieht es dann mit dem Konzept des Sparens aus?

Antwort:
(Beantwortet vom Komitee für Rechtsfragen unter dem Vorsitz von Sheikh `Abd al-Wahhâb al-Turayrî)

Um zu beweisen, dass es erlaubt ist für die Zukunft zu sparen, müssen wir nicht weiter schauen, als bis zur Zakah auf Geldvermögen. Wir zahlen keine Zakah auf unser Einkommen. Wir zahlen ausschließlich Zakah auf unser Angespartes, und das auch nur, wenn dieses Angesparte ein bestimmtes Niveau erreicht und für ein ganzes Jahr dieses Niveau beibehält oder es übersteigt.

‘Aischa sagte: Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil) sagte:

«Keine Zakah wird auf Geld erhoben, bis ein Jahr vom Zeitpunkt der Besitznahme an vergangen ist.»

(Sunan Ibn Majah [1792] mit einer authentischen Überlieferunfgskette wie erwähnt bei al-Zayla`i in Nasb al-Rayah [2/328], al-Nawawi in al-Khulasah, and al-Albani in Irwa’ al-Ghalil [3/254])

Es wurde von ‘Ali erzählt, dass der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil) sagte:

«Wenn du 200 Dirham (Silbermünzen) hast und sein Jahr vergeht, dann musst du 5 Dirham (an Zakah darauf) zahlen. Du musst jedoch nichts (an Zakah) für das Gold in deinem Besitz bezahlen, bis es 20 Dinar (Goldmünzen) erreicht. Falls du 20 Dinar dein Eigen nennst und ein Jahr vergeht, musst du im Folgejahr einen halben Dinar (an Zakah) entrichten.»

[Überliefert von Abu Dawud und authentifiziert von al-Albani in Sahih al-Sunan]

Eine Person ohne Ersparnisse wird niemals Zakah auf Geldvermögen entrichten müssen. Es ist die Zakah, die das ersparte Vermögen (einer Person) reinigt, indem sie (die Zakah) den Armen und Bedürftigen zugutekommt, die ein Anrecht darauf haben.

Erbschaft ist ein weiterer Beweis hierfür. Das Erbrecht im Islam ist ziemlich detailreich und teilt (diverse) Anteile des gesamten Nachlasses auf verschiedene Verwandte des Verstorbenen auf. Dies setzt voraus, dass es einen Nachlass geben muss, den der Verstorbene hinterlässt, was in anderen Worten (ausgedrückt) Reichtum ist, der zuvor von ihm oder ihr angehäuft wurde.

Tatsächlich ist es sogar so – aufgrund der Wichtigkeit einer solchen Hinterlassenschaft für die bedürftigen Verbliebenen, damit sie im Todesfall (des Erblassers) versorgt sind – dass der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil) den Anteil für karikative/wohltätige Zwecke am Nachlass auf höchsten ein Drittel beschränkte.

Das Folgende ist überliefert von dem angesehenen Gefährten Sa’d ibn Abi Waqqas, der in seinem Testament sein gesamtes Eigentum für wohltätige Zwecke vermachen wollte:

«Er ging zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil) und sagte ihm: „Oh Gesandter Allahs! Ich habe einen großen Reichtum und meine Tochter um es von mir zu erben. Soll ich all meinen Reichtum für wohltätige Zwecke vermachen?“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil) teilte ihm mit, dass er es nicht so machen solle. Dann schlug Sa’d vor zwei Drittel seines Reichtums für wohltätige Zwecke zu vermachen. Als der Prophet dies ein weiteres Mal verweigerte, schlug Sa’d die Hälfte seines Reichtums vor.

An diesem Punkt antwortete der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil): „Ein Drittel, und auch dies ist (eigentlich) noch zu viel. Es ist besser für dich, wenn du deinen Nachkommen Reichtum hinterlässt, anstatt sie abhängig und bettelnd von anderen zurückzulassen.»

[Sunan al-Tirmidhi (2042), Sunan Abi Dawud (2480), Sunan al-Nasa’i (3567) und Sunan Ibn Majah (2699)]

Aber auch in der Geschichte von Joseph (Allah schenke ihm Heil) sehen wir ein gutes Zeugnis zu Gunsten des Sparens.

Allah sagt uns im Quran:

«Joseph sagte: „Ihr sollt sieben Jahre ununterbrochen (da’aban) säen. Was ihr dann erntet, das lasst in den Ähren (ohne es zu dreschen), außer einer geringen Menge, die ihr (während dieser Zeit) verzehrt! Hierauf, wenn diese Zeit um ist, werden sieben schwere (Jahre) kommen, die aufzehren werden, was ihr für sie zurückgelegt habt (qaddamtum), außer einer geringen Menge, die ihr aufbewahrt (tuhsinuuna). Hierauf, wenn diese Zeit um ist, wird ein Jahr kommen, in dem die Menschen (wieder) Regen haben, und in dem sie (wieder) keltern werden.“»

[Sure Yusuf, Ayat 47-49]

Dies ist eine klare Empfehlung, für zukünftige Bedürfnisse zu sparen.

Und Allah wie´es am besten.

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18 Antworten auf “Fatwa: Eigenen Wohlstand ansparen oder alles spenden?”

  1. Emre

    Eins vorweg: Wer für Muslime von Marroko bis nach Java eine Regel aufstellen will, sollte dies nicht dahingehend tun, dass er Gelehrte nennt, die außerhalb Saudi Arabiens und einzelnen Gruppen in Europa niemand wirklich heranzieht. Du weißt genau, was ich meine.

    Merkwürdig, dass der Prophet sas in authentischeren Überlieferungen, d.h. Bukhari>Sunan XY, Folgendes sagt:

    Narrated Abu Dhar: While I was walking with the Prophet in the Harra of Medina, Uhud came in sight. The Prophet said, „O Abu Dhar!“ I said, „Labbaik, O Allah’s Apostle!“ He said, „I would not like to have gold equal to this mountain of Uhud, unless nothing of it, not even a single Dinar of it remains with me for more than three days, except something which I will keep for repaying debts. I would have spent all of it (distributed it) amongst Allah’s Slaves like this, and like this, and like this.“

    http://www.searchtruth.com/book_display.php?book=76&translator=1&number=444

    Nichts da mit 1/3, 100%!

    Tatsächlich überwiegen ähnliche Ahadithe und Ayats die von dir aufgezählten deutlich.

    Ich kann sie gerne raussuchen, inklusive der Einschätzungen wirklich großer Gelehrter, von der Frühzeit des Islams an.

    Wie erklärst du dir diesen Widerspruch?

    Ich habe außerdem noch nie was von einem Limit für Sadaqah gehört:

    “With regard to sadaqah, it is not obligatory on any kind of wealth, rather it is what a person can give, without any specific limits or guidelines. “

    http://islamqa.info/en/9449

    Und wieso bitte muss ein Hadith erst von einem Gelehrten authentifiziert werden, welcher 13xx Jahre nach dem Propheten lebte? (Al Albani)

    Lebten die Muslime solange in der Irre bezüglich dieser Sache?

    Aber der Hadith des Propheten sas (das mit dem Berg aus Gold) sollte eigentlich als Widerlegung genügen.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Dr. Abdul Azim Islahi, Professor für Ökonomie am Islamic Economics Institute an der King Abdulaziz University in Jeddah, schrieb in seiner Doktorarbeit zum Thema „Economic Concepts of Ibn Taimiyah“ auf Seite 118 (der revidierten Fassung der Islamic Foundation in Leicester) folgendes:

      «Die Verpflichtung eines Mannes, SICH und seine unterhaltsberechtigten ANHEHÖRIGEN zu versorgen, erfordert u.a. weltliche Mittel, was ihren Erwerb zu einem (religiösen) Gebot werden lässt.

      Ibn Taimiyah stützt diese Ansicht, indem er einen der frühesten Fiqh-Gelehrten zitiert, nämlich (den Tabi’in) Sa’id bin al-Musayyib, der sagte, dass nichts Gutes an einer Person sei die Reichtum verabscheut, wo doch eine Person damit in der Lage sei seinem HERRN zu dienen, seine Verbindlichkeiten zu begleichen, sich selbst zu beschützen und unabhängig von anderen zu bleiben.“»

  2. Emre

    “An diesem Punkt antwortete der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil): „Ein Drittel, und auch dies ist (eigentlich) noch zu viel. Es ist besser für dich, wenn du deinen Nachkommen Reichtum hinterlässt, anstatt sie abhängig und bettelnd von anderen zurückzulassen.»“

    Heißt das, wenn ich keine Nachkommen habe bzw. diese selbst für sich sorgen können, ich mein gesamtes Vermögen spenden sollte?

    Wenn ich 100.000 Euro im Monat verdiene, dann würden mir 10.000 reichen, ich könnte sogar 5.000 weitere Euro pro Monat ansparen, macht 60.000 Reserven pro Jahr. (Von dem Hintergrund, dass man auf Allah vertrauen soll… aber das ist ein anderes Thema)

    Blieben also 85.000 Euro übrig, die ich spenden könnte, ergo 85%.

    Wieso nur sollte der Islam mich davon abhalten wollen, wenn nur die Taten mit ins Grab genommen werden können und man möglichst viel davon haben sollte?

    Außerdem habe ich noch eine Frage:

    Wie viel Sadaqah sollte man geben (Keine Zakat, ich finde es einfach nur furchtbar, wie du beides vermengst und daraus Regeln ableitest)?

    Wie viel Sadaqah bei wie viel Einkommen pro Monat?

    50% bei Einkommen über 10.000 Netto pro Monat?

    5% bei 2.000 Netto?

    Und bitte gehe doch mal auf den Hadith mit dem Berg aus Gold ein, ich möchte wirklich wissen, wie sich das mit deinen Behauptungen verträgt.

    Sonst wirkt es so, als würdest du die Diskussion scheuen, weil du selber erkennst, dass man da nicht ohne Kopfweh rauskommt

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Und bitte gehe doch mal auf den Hadith mit dem Berg aus Gold ein, ich möchte wirklich wissen, wie sich das mit deinen Behauptungen verträgt.

      Kannst du mir bitte zuvor „meine Behauptungen“ im obigen Text zeigen?

  3. Emre

    Nebenbei: Das gewählte Titelbild ist denkbar unpassend, wenn man bemerkt, dass Goldtruhen sowohl im Quran als auch in islamischen Gleichnissen als Symbol für diejenigen gelten, die das Diesseits dem Jenseits vorgezogen haben.

    وَيَسْأَلُونَكَ مَاذَا يُنفِقُونَ قُلْ الْعَفْوَ كَذَلِكَ يُبَيِّنُ اللَّهُ لَكُمْ الآيَاتِ لَعَلَّكُمْ تَتَفَكَّرُونَ
    “And they ask you what they ought to spend. Say: That which is beyond your needs. Thus Allah makes clear to you his laws in order that you may give thought.”

    Übersetzung: Spendet, was ihr als Überschuss erwirtschaftet.
    Eine Goldtruhe sieht diese heilige Ayat also nicht vor, mein lieber Bruder.

    Diese Ayat plus den Bukhari-Hadith und du solltest doch endlich aufhören mit diesen regelmäßigen Artikeln, wo du versuchst zu beweisen, wie schön doch Reichtum und der schnöde Mammon doch ist.

    Ich verstehe einfach nicht, wieso “Wahabiten“ immer so selektiv sind, wenn es um Quran und Sunnah geht. Immer zitieren sie fleißig, um ihre Ansichten zu untermauern und ignorieren glatt dutzend andere, ihnen widersprechende Quellen:

    Asmah related that the Prophet said: Spend, and do not count, lest Allah counts against you. Do not withhold your money, lest Allah withholds from you. Spend what you can. (Bukhari, Muslim)

    http://khalfanabdallah.blogspot.de/2014/06/saving-money-in-islam-arguments-for-and.html

    Dieser Artikel nennt pro und contra.

    Du hingegen gibst nur pro-Argumente, die ehrlich gesagt nicht sehr konsistent sind mit anderen, stärkeren und deutlicheren Quellen.

    Zu guter Letzt, bevor ich diese Seite endgültig verlasse:

    Verbietet es Allah, möglichst viel zu spenden, um möglichst gut dazustehen am Jüngsten Gericht?
    Mein Rang steigt, meine Sünden werden ausgelöscht, Allahs Wohlgefallen steigt.

    Es nicht zu tun: Ich hab Geld, dass mir mit meinem Tod keinerlei Nutzen mehr bringt.

    Also, verbietet Allah es, möglichst viel zu spenden nach Abzug von allem, was nötig ist, um selbst nicht arm zu sein?

    Bitte antworte mir auf diese Frage

    Antworten
  4. Emre

    @Yayha

    Deine Behauptung?

    Wohlstand ansparen!

    Der Prophet sas: Ich würde einen Berg Goldes bis auf den letzten Dinar.

    Ergo>> Wohlstand nicht ansparen.

    Du sagst doch klipp und klar, dass man allenfalls 30% spenden sollte und den Rest ansparen.

    Der Prophet sas sagt aber: Gebt aus, so und so, so und so. Bis auf den letzten Dirham.

    Wie ist deine Erklärung?

    Habe ich dich missverstanden?

    Ein Mann wirtschaftet und setzt alles daran, sein Vermögen zu mehren. Durch Beteiligungen, Immobilien etc.

    Er wird immer älter und sein Vermögen steigt exponentiell. Er findet großen Gefallen daran.
    Er kommt allen religiösen Verpflichtungen nach, nebenbei bemerkt.

    Ist das nicht das Ideal, dass du mit deinen Artikel darlegst?

    Aber genau so soll man es gemäß dem Hadith nicht machen.

    Lebe von deinem Einkommen und halte nur was für Verbindlichkeiten und Reisen wie der Hadsch etc. zurück.

    Und das zu muss man in deutlich geringeren Maße Reichtümer anhäufen, als du den Eindruck erweckst.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ich habe die Fatwa lediglich übersetzt. Diese „Behauptungen“ (wie du sie nennst) sind also nicht von mir, sondern vom Rat des Rechtsgelehrten in Saudi-Arabien, unter dem Vorsitz des ehrenwerten Sheikh `Abd al-Wahhâb al-Turayrî.
      Wo hast du denn den Usul und die Furu‘ der religiösen Wissenschaften erlernt. Scheinst ja ganz schön was aufm Kasten zu haben, wenn du in der Lage bist die Fatawa der Gelehrten mit Ahadith zu widerlegen.

    • Abu Muhammad

      @Emre: Ehmm… ist es nicht jedem seine Sache wie viel er Spendet oder eben auch nicht?

      Stell dir mal vor du verlierst von heute auf morgen deinen Job. Und das nicht im schönen Almanya wo man soeben beim nächsten Jobcenter vorspricht und sogar einen Vorschuss in die Hand gedrückt bekommt sondern in der arabischen Welt wo es niemanden juckt ob du nun ein Dach über dem Kopf hast oder ob dein Magen brummt.

      Es ist ja schön dass du in einem solchen Wohlstand lebst. Doch nicht jeder Mensch auf der Welt hat dieses Glück sich keine Gedanken über seine Versorgung machen zu müssen und somit ist ein finanzielles Polster für viele einfach unvermeidlich.

      Wir kennen dieses Gefühl hier einfach nicht auf uns allein gestellt zu sein.
      Da kann man am 29. auch mal die letzten 10 Euro für nen ordentlichen Schawarma-Teller raushauen weil man weiß das am nächsten Tag eh Hartz IV auf dem Konto eintrudelt.

      @omar_: Selbst wenn du mit der Aussage von Emre nicht einverstanden bist bitte ich dich Ihm zumindest deine Kritik in einem guten Ton entgegen zu bringen.
      Der Muslim ist des Muslims Bruder. Würdest du deine Familie auch so anfahren wegen einer simplen Meinungsverschiedenheit?

  5. Emre

    «Die Verpflichtung eines Mannes, SICH und seine unterhaltsberechtigten ANHEHÖRIGEN zu versorgen, erfordert u.a. weltliche Mittel, was ihren Erwerb zu einem (religiösen) Gebot werden lässt.

    Wenn ich 10.000 pro Monat verdiene, brauche ich nicht die 30 Mio. Euro, dich in Immbolien investiert habe.

    Familie zu versorgen hat also nichts mit der Frage zu tun, Wohlstand anzuhäufen.

    Entweder drückst du dich konsistenter aus und springst nicht zwischen Wohlstandanhäufung und dem laufenden Versorgen seiner Familie aus dem laufenden Einkommen.

    Oder wir reden weiterhin an uns vorbei, obwohl wir womöglich dasselbe meinen.

    Antworten
  6. omar_

    Emre, eine Fatwa nicht verstehen aber sofort Mund aufreißen!? Stell lieber mal vernünftig eine Frage dazu, vll kann dir jemand eine Antwort geben. (Erläuterung) Die Fatwa ist absolut richtig und widerspricht absolut gar nichts! Fürchte Allah und unterlasse lieber deine Anschuldigungen.

    Antworten
    • Emre

      Huch, normalerweise verspottet man hier doch “Wer-bist-du-dass-du-meinen-Sheikh-kritisierst-“Argumente.

      Kadavargehorsam betitelte Zia ul haq einen entsprechenden Artikel.

      Wie war das noch mit auch Gelehrte können sich irren?

      Und als Madhab-Anhänger bin ich übrigens nicht an die Fatwas aus Saudi Arabien gebunden, da die andere Methoden haben als meine Rechtsschule.

      Bevor du schäumst: Du und deine Freunde scheren sich doch auch nicht über das, was unsere Gelehrte sagen, insbesondere momentan zu dem, was im Irak und Syrien passiert.

      Auch hier Zia ul haq einen Artikel verfasst “Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht das gleiche“

      Gleich 2 Verstöße innerhalb eines kurzen Kommentars.

      Der Islam beruht auf Kapitalismus?

      Der Islam beruht auf 5 Säulen und seine Hauptthemen sind Tauhid, Jenseitsstreben, Charackterbildung.

      Was den Besitz angeht, so ist dieser liberal zu behandeln, aber es gibt eine eindeutige, nicht wiederlegbare Tendenz hin zur Spendenkultur und zur Aberziehung zu großer Liebe zum Geld.

      Daher hat auch noch nie ein Gelehrter geschrieben “Der Islam basiert auf Kapitalismus“.

      Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

  7. omar_

    Nur weil Kommunisten und Sozialisten ständig für Unterstützung bei Muslimen buhlen, hat es nichts mit dem Islam zutun. Im Gegenteil, Islam beruht auf Kapitalismus (persönlich Besitz und freie Marktwirtschaft) halt im Rahmen der Scharia. Die Zakah und die Erbschaft, sind zwei Dinge, unabhängig von dem, was du sonst gerne spenden möchtest und unterliegen andern Gesetzen.

    Antworten
  8. emre

    Ich habe gar nichts widerlegt, ich habe nur gefragt, wie die Fatwa bzw. deine Überschrift mit dem zitierten Hadith zusammenpasst (auf den du immer noch nicht wirklich eingegangen bist)

    Die Fatwa sagt nämlich nicht, wie viel man anhäufen soll von dem, was man verdient.

    Wenn ich also einen Berg aus Gold finde, soll ich dann nur 1/3 davon spenden und die restlichen 2/3 solange behalten, bis ich tot bin und ich es meiner Tochter vererben kann?

    Laut dem Propheten sas allerdings sollte man alles spenden, und das so schnell wie möglich.

    Wenn man aber nun sein eigenes Vermögen als Äquivalent zu diesem Goldberg betrachtet, würde ja nicht mehr viel als Erbe zurückbleiben und der obigen Hadith (“Deine Kinder sollen nicht abhängig sein“) könnte nicht mehr umgesetzt werden.

    Ich fände es schön, wenn du eine klare Trennung zwischen laufendem Einkommen, fixem Vermögen etc. in Abhängigkeit von der Zeit klar aufzeigst.

    Mindestens aber kann man sagen, dass obige Fatwa nicht generell gelten kann: Viele haben Kinder, die selbst vermögend sind und daher nicht auf das Erbe angewiesen sind.

    Hier kann man mehr als 1/3 spenden, da die Befürchtung des Propheten, die zugleich Grund für die 2/3 ist, nicht mehr zutrifft.

    Oder aber man hat so viel, dass selbst 10% reichen würden, um den Willen des Propheten (Keine Abhängigkeit der Kinder) umzusetzen.

    Wenn man z. B. 100 Mio. Euro hat, wovon 10% dann mehr als genug wären für Kinder und Enkel, diese müssten nicht einmal mehr arbeiten.

    Am Ende aber vererbt jemand von seinen 10 Mrd. 2/3, was völlig irrsinnig wäre, da der Prophet davon sprach, seine Kinder unabhängig zu machen, nicht ihnen und 10 weiteren Generationen Geld im Überfluss zu lassen.

    Von daher fand ich die Fatwa undetailliert.

    Gerade mal ein paar Sätze zu so einem komplexen Thema…

    Sollte ich mich verletzend ausgedrückt haben, tut mir das leid, war nicht absichtlich.
    Aber wenn man ständig mitansehen muss, wie Menschen Allah vergessen, weil sie so damit beschäftigt sind, “reich“ werden zu wollen und man dann Ruhe sucht auf islamischen Seiten und dann solche Titel liest und eine Goldtruhe als Titelbild…
    Aber ich hab womöglich dümmlich überreagiert, erneut Entschuldigung.

    Alaikum selam

    Antworten
  9. Orange

    “’…Sa’id bin al-Musayyib, der sagte, dass nichts Gutes an einer Person sei die Reichtum verabscheut, wo doch eine Person damit in der Lage sei seinem HERRN zu dienen, seine Verbindlichkeiten zu begleichen, sich selbst zu beschützen und unabhängig von anderen zu bleiben.'“

    Hier stimmt was nicht.

    Wer nur so viel verdienen will, damit er seine Familie versorgen und seinen religiösen Pflichten nachkommen kann, ist doch nicht ein schlechter Mann?

    Vielleicht fürchtet er, dass der Reichtum in verderben oder ihn zu sehr ablenken könnte?

    Und wenn ich mich richtig erinnere, strebte der Prophet nicht nach Reichtum, obwohl er die Möglichkeiten hatte, wer hätte ihm schon ein Geschäft oder gar einen Kredit abschlagen können?

    Moralisch verwerflich wäre es ja nach der Ansicht des Autors nicht gewesen.

    Und man sollte doch immer mindestens zwei Meinungen einholen und nicht die rauspicken , die einem gefallen.

    Ich jedenfalls bewundere Menschen, die ihr Verlangen nach Reichtum an sich bezwungen haben, weil die meisten Menschen dazu nicht imstande sind.

    Antworten
    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ein freiwilliger Verzicht auf eigenen Reichtum ist nicht zu verurteilen und kann sogar einen Vorzug darstellen, nämlich dann, wenn (wie du geschrieben hast) man für sich befürchtet, dass der Reichtum den eigenen Charakter verdirbt und die Liebe zum Diin Allahs schwächt. Aber dieser Verzicht geschieht nicht aufgrund einer generellen Abscheu von Reichtum, denn die Menschheitsgeschichte kennt zahlreiche Propheten, Gefährten und Rechtschaffende, die äußerst reich waren und trotzdem frei von (großem) Schand und Tadel.

      Wer jedoch ein wenig Ahnung von Volkswirtschaft und Ökonomie generell hat, der weiß, dass Gesellschaften ohne Reichtum bzw. Wohlstand eine unnötige Härte für seine Mitglieder bedeuten. Wenn jeder nur so viel hat, wie er zum Leben braucht, dann gibt es für gewöhnlich keinen florierenden Handel, keine öffentlichen Ausgaben und nur wenige Spenden für die Bedürftigen.

      Allah ist es, der Reichtum und Armut für seine Diener erschaffen hat um sie damit zu prüfen. Und Seine Diener sind mit den Prüfungen ihres Herrn zufrieden.

      Als Tipp:
      Von mir gibt es auf diesem Blog einige weitere Beiträge zu diesem Thema und es wird in schaa Allah auch in Zukunft noch welche geben.

  10. Orange

    Außerdem wäre es mir neu, dass man islamische Ansichten auf die Worte von Tabi’in stützt.

    Diese waren weder Propheten, noch Prophetengefährten. Und wenn sie sich auf Überlieferungen stützten, so kann man ja auch gleich die Quellen zitieren.

    Ansonsten wirkt das so, als hätte irgendeiner der früheren Generation seinen Eindruck wiedergegeben.

    Nicht mehr. Nicht weniger.

    Auf keinen Fall aber ziehen wir daraus Schlüsse, wo kämen wir denn hin.

    Antworten
  11. Abadallah

    Ich möchte dem Autor nicht zu nahe treten, aber der in der Fatwa erwähnte Hadith über die 66% sind unpassend.

    Denn hier beschreibt der Prophet sas weniger einen konkreten, generellen Wert als die Tatsache, dass man genug für seine Familie hinterlassen sollte.

    Logischerweise waren die 66% also auf diesen Fall des Mannes bezogen und kein allgemeiner Wert.

    Denn: Der Wille des Propheten as war es offenbar, dass für die Familie gesorgt ist.

    Hat jemand nun 10 Mrd. Dollar, so würden 0,1% (10 Mio) genügen, folglich wären 99,9% zum Spenden frei.

    Der alte Mann in dem Hadith hatte wohl aber nur so viel, dass er nicht mehr als 1/3 spenden sollte.

    Andere, sehr wohl generelle Ahadith sprechen sich deutlich dafür aus, dass man als idealer Muslim sein Vermögen auf dem Weg Allahs ausgibt.

    Keine Pflicht, aber eine große Dummheit.

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    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ihre Kritik wird beim Autor sicherlich Anklang finden. Die Fatwa wurde – wie ich oben bereits schrieb – vom amtlichen „Fatwa Department Research Committee“ in Saudi- Arabien erstellt, unter dem Vorsitz von Sheikh `Abd al-Wahhâb al-Turayrî.

      Diese illustre Runde von erlesenen Muftis wird sich Ihrer Kritik sicherlich mit voller Ernsthaftigkeit annehmen. Bitte verpassen Sie es nicht, uns über den Ausgang Ihrer Einreichung des wissenschaftlich sicherlich hochqualifizierten Einwandes zu informieren. Sollten die Gelehrten aufgrund dessen eine Umschreibung oder Abrogierung der Fatwa anstrengen, so vergessen Sie bitte nicht, uns darüber zu informieren.

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