Deutscher Konservativismus und Islam

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Es gibt jeden Tag immer wieder aufs Neue Merkwürdigkeiten zu entdecken: Da wollte sich die Marburger Burschenschaft Germania mit dem Islamkritiker Hamed Abdel Samad verbrüdern, in dem sie eine gemeinsame Veranstaltung planten. Es gibt lediglich einen gemeinsamen Nenner, der jedoch kein inhaltlicher ist: Die Angst. Die Angst vor dem Islam. Es wird also der Schulterschluss mit radikalen Säkularisten gesucht. Hamed Abdel Samad, oftmals immer noch als muslimischer Islamexperte betitelt, ist Mitglied in der Giordano Bruno Stiftung. Diese Stiftung ist eine fundamentalistische Säkularistensekte. Eine Gruppierung, die nicht nur den Islam offen bekämpft (Initiator des Zentralrates der Ex-Muslime), sondern ebenso immer wieder das Christentum mit beleidigenden Phrasen überhäuft. Eine Art spätrömische Speerspitze des dekadenten und liberalistischen Europas. Wie passt das nur zusammen?

Der Ich bin Charlie Zeitgeist

Denn ähnlich seltsame Zusammenschlüsse zwischen der materialistischen Linken und dem rechten Lager, gab es vor ein paar Monaten bezüglich des Charlie Hebdo Attentats in Paris. Ich bin Charlie! Je suis Charlie. Ein Rechter der diesen Slogan beispielsweise bei Facebook postete, zeigte dadurch seine dumpfe Unbewusstheit und seine auf kurzfristige Erfolge ausgelegte Denkungsweise. „Ich bin Charlie“ ist nämlich eine Begrifflichkeit des Sozial-Demokratischen Zeitgeistes. Er bedeutet: Menschenrechte, Säkularismus und fanatische Meinungsfreiheit. Fanatisch insofern, dass nichts aber auch gar nichts mehr heilig ist. Rechte und Reaktionäre, die ein gewisses metapolitisches, geschichtliches und philosophisches Verständnis aufbringen müssten, werden also heutzutage zur Prostituierten des marxistischen Ich bin Charlie Zeitgeistes. Das linke Satiremagazin Charlie Hebdo, wurde nur auf Grund der wahnhaften Aversion gegen den Islam von Rechtskonservativen unterstützt. Die Rechte befindet sich in einem schlechten Zustand! Sie lässt sich nämlich immer wieder aufs Neue von den liberalen Verlockungen verführen. Der traditionelle Konservativismus ist bei vielen Rechten ein affektives Hirngespinst, mehr nicht.

Moralische Gemeinsamkeiten

Dabei gibt es eigentlich viele gemeinsame Nenner zwischen deutschen Konservativen und Vertretern des orthodoxen Islams: Das traditionelle Familienbild, die Ablehnung der Genderideologie, die Verneinung des Säkularismus als Staatsdoktrin, die Abneigung von gleichgeschlechtlichen Ehen, das Befürworten von Tradition und sinnstiftender Identität. So entsteht eine seltsame Konstellation und ungewohnte Perspektive, die leider immer wieder allzu wenig Beachtung erfährt: Die zweckdienliche Ähnlichkeit der Bestrebungen von Konservativen und den diversen islamischen Gruppierungen. Beide wollen konservative Werte und Kulturen wahren und stärken. Beide sind sie oftmals marginalisiert und kämpfen gegen den überall gegenwärtigen westlichen Lebensstil. So bedarf es der Rückblicke in die Vergangenheit, um Gemeinsamkeiten und Wertschätzungen- nicht nur hinsichtlich der Moralvorstellungen- wiederzubeleben. Das Potential von historischen Begegnungen bei Militär, Architektur und Kultur, wird im Folgenden offenbar.

Deutsch-Islamische Geschichte

Bilaterale Beziehungen zwischen Deutschland und der islamischen Welt gab es erstmals im Jahre 1731. Der damalige preußische Herrscher Friedrich Wilhelm I. rekrutierte zwanzig türkische Soldaten für seine Garde. Im darauffolgenden Jahr, entstand eine erste improvisierte Moschee in Potsdam. Unter seinem Nachfolger, Friedrich dem Großen, stieg die Zahl muslimischer Kämpfer auf etwa 1000 an- das Bosniaken-Regiment- und ein Imam für die relativ große Gemeinde wurde notwendig. Im Jahre 1779 lässt der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz, für einen nahen osmanischen Freund, eine Moschee, die sogenannte Rote Moschee, als integraler Bestandteil des Schwetzinger Schlossparkes (im heutigen Baden-Württemberg), bauen. Sie ist noch heute zu bewundern, und dank einiger Restaurierungsarbeiten, die im Jahre 2007 beendet wurden, erstrahlt sie im neuen Glanz. Ein paar Jahrzehnte später, im Jahre 1819, erscheint eine Gedichtsammlung, der „West-östlicher Diwan“, von dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. Hier wird auf vielfältige Art und Weise der Schulterschluss zwischen Orient und Okzident propagiert. Ein weiterer deutscher Dichter Friedrich Rückert, aus dem 18. Und 19.Jahrhundert, der Begründer der deutschen Orientalistik, hat sich zudem an einer ehrlichen, dichterischen Übersetzung des Korans versucht. In den beiden Weltkriegen im 20.Jahrhundert, gibt es weitere, ausgeprägte Kooperationen zwischen Deutschland und der islamischen Welt. Tatsache ist, dass einer der wichtigsten Verbündeten der Deutschen im 1.Weltkrieg das Osmanische Reich war. Die Wehrmacht im 2.Weltkrieg wiederrum ermöglichte ein „Islamisches Zentralinstitut“ und die muslimisch-deutschen Einheiten in der Wehrmacht zogen mit der Aufschrift „Freies Arabien“ zu Felde.

Ohne in geschichtliche Erörterungen zu verfallen, verbindet das deutsche Volk trotzdessen fast ausschließlich negative Bilder mit dem Islam: Von den Kreuzzügen bis hin zu den türkischen Truppen vor Wien, stellte der Islam eine wie auch immer geartete Bedrohung dar. Die kulturelle Reproduktion von Einstellungen und Denkmustern wirkt auch in Deutschland.- ohne jedoch die fruchtbaren Phasen in der Wechselbeziehung zwischen Deutschland und der islamischen Welt zu berücksichtigen. Hier gilt es Anknüpfungspunkte zu suchen und Gemeinsamkeiten für die Zukunftsarbeit in Deutschland zu ermöglichen.

Der Sog des Sekundären

Es scheint jedoch so zu sein, dass in der zeitlosen und geschichtslosen Gegenwart, der Sog des Sekundären mit all seinen niederen Verwerfungen, die wahren Problematiken verschleiern: Die globalisierte Vereinheitlichung des Menschen, die Einebnung der kulturellen Eigenheiten der Völker dieser Erde, die geistige Einengung durch einige, wenige Stiftungen und Medienkartelle. Anders lässt sich die Verdrängung der offensichtlichen Parallelen zwischen deutschen Konservativen und der islamischen Gemeinschaft in Deutschland nicht erklären. Geschichtsbewusst und konservativ lebende Bürger, sei es der Deutsche oder der Muslim, sollten also enger denn je zusammenstehen; sie erscheinen nämlich als die letzten Einwohner in diesem Lande mit klaren Wertemaßstäben und einer unwiderruflichen Zuneigung zur Ratio.

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17 Antworten auf “Deutscher Konservativismus und Islam”

  1. Abdullah

    Salam alaykum wa rahmtullahi wa barakatuh,

    „…Eine Gruppierung, die nicht nur den Islam offen bekämpft (Initiator des Zentralrates der Ex-Muslime), …“

    Sind die Mitglieder vom Zentralrat der Muslime Ungläubige für dich?

    Abdullah

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  2. sandra

    Hi,

    tut mir echt leid hier schlachte stimmung zu verbreiten aber der obige text hat ein paar ganz viese schnitzer in geschichte sowie einschätzung der deutschen.
    1. denn zweiten weltkrieg sollte man hier nicht als gemeinsamkeit aufführen da hitler und vor allem himmler wirklich vom islam und seiner weltsicht begeistert waren und diese als dem nationalsozialismus sehr ähnlich ansahen. damit gewinnt aber in deutschland heute keiner mehr nen blumentopf denn wenn ich sage ihr habt vorstellungen wie hitler erweckt das eher abstoßende gefühle.
    2. Da ich zufällig aus schwetzingen komme muss ich euch sagen das die moschee hier zwar wunderschön ist aber rein als schmuckstück gebaut wurde es stimmt carl theodor hatte einen fabel für den nahen osten aber im garten findet man auch einen apollo tempel einen obelisken und gegenüber der moschee einen mercur tempel auserdem war dieser garten ein lustgarten und ich denke keiner von uns will sich wirlich vorstellen was dort alles so passiert ist.
    3. konservativ bedeutet in deutschland etwas ganz anderes als im islam es gibt überschneidungen wie z.B. die homoehe gegen die deutsche konservative auch sind jedoch stört es keinen wenn schwule zusammen leben.
    Vor allem aber gibt es große unterschieden im bezug auf die rolle der frau!
    Hier müsst ihr euch die deutschen speziell über die geschichte anschauen bis auf eine kurze phase im mittelalter waren frauen bei den germanen immer gleichberechtigt und vor allem auch die stammhalte anderst als im islam wo diese rolle aus unerfindlichen gründen dem mann zugeteilt wird.
    Auch wenn euch das niemand ins gesicht sagen würde aber jedem deutschen konservativen geht das messer in der hose auf wenn er sieht das eine frau die einkaufstüten heim trägt und der mann vor ihr her läuft!
    Ich glaube also leider nicht das es wirklich viele gemeinsame werte gibt die deutsche und moslems teilen wenn es zur sharia kommt ist es eh vorbei vertraut mir lieber würden die deutschen die geamte welt zerstörren bevor sie zulassen das ihre kinder unter der sharia aufwachdsen müssen.

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    • Dragan

      Dragan

      Hallo Sandra,
      schlechte Stimmung verbreiten Sie nicht.
      Zur Information: Ich bin deutscher Nicht-Muslim und schreibe in unregelmäßigen Abständen für den Ahlu-Sunnah Blog.
      1.)
      Der 2.Weltkrieg wird nicht als Gemeinsamkeit betrachtet. Das ergibt rein empirisch keinen Sinn. Es ist die Rede von historisch gewachsenen Kooperationen, die dem Rechtsintellktuellen in Erinnerung gerufen werden sollen. Es geht darum die verschwindend geringe Minderheit der Konservativen in Deutschland, für die Irrationaliät der in rechten Kreisen gepflegte Islamfeindlichkeit zu sensibilisieren. Ein Blumentopf im Bundestag und den Medien ist damit freilich nicht zu gewinnen.
      2.
      Für die ausführliche Beschreibung des Schwetzinger Schlossparkes bedanke ich mich. Tatsächlich wurde die Moschee im 19. und 20. Jahrhundert liturgisch benutzt. Wesentlich erscheint jedoch die Geste der gegenseitigen Anerkennung zwischen Orient und Okzident. Es sollte nachdenklich stimmen, dass zur damaligen Zeit soetwas möglich war-die Zeit der klassischen Aufklärung-und in heutiger Zeit nur noch Moscheen im Hinterhof eines Industriegebietes entstehen können. Von islamischer Architektur ganz zu schweigen.
      3.
      Liberalkonservative Kräfte wie sie beispielsweise in der AfD zu finden sind, mögen weniger Probleme mit dem öffentlichen Küssen von Homosexuellen in Deutschland haben. Doch nehmen Sie die Piusbruderschaft, die breiten Kreise der Evangelikalen, oder betrachten Sie die Kräfte der präventiven Konservativen Revolution in Russland. Moralische Gemeinsamkeiten jedoch auf einen einzelnen Punkt runterzubrechen macht aber letztlich auch keinen Sinn. 1:1 Verhältnisse zu postulieren ist nicht logisch und wird gar nicht erst versucht.

      Wo haben Sie denn zuletzt einen Muslim vor seiner Frau herlaufen gesehen? Ich wohne in einem ziemlich multikulturellen Stadteil und habe sowas noch nicht gesehen. Die Scharīʿa wird teilweise in Deutschland praktiziert. Beispielsweise bei den rituellen Handlungen(z.B. Gebet). Die absolute Implemtierung der Scharīʿa in Deutschland ist utopisch. Die Vorrausetzungen sind dafür gar nicht gegeben. Für unser kulturelles Erbe in Europa und unsere europäischen Identität ist im besonderen Maße der sogenannte Euro-Islam, der nur wenig mit dem eigentlichen Islam zu tun hat, eine Bedrohung. Er zielt darauf ab, unsere Kultur zu durchmischen und ethnische Differenzen durch das allgegenwärtige Gleichheitspostulat zu untergraben. Ersehnt wird dies hauptsächlich von unseren sozialromantischen Multikultiapologeten, deren Handeln von einem wahnhaften Hass auf das Eigene geprägt ist und nicht von den Muslimen an sich. Deutsche Konservative und orthodoxe Muslime lehnen diese Entwicklungen gleichermaßen ab.

  3. Maryam

    sehr gut geschrieben – danke

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  4. Yahya Metin

    Wer soll dieser „nahe“ Osmanische Freund des Carl Theodor gewesen sein? Und vermutlich hatte Carl Theodor auch nahe Chinesische Freunde – Englischer Garten, Chinesischer Turm – „Große pagode“ – unter seiner Herrschaft erbaut. Carl Theodor war ein kunstsinniger Mensch. Man sollte Ihm aber nicht Dinge zuschreiben, die nicht zutreffen. Tut auch nicht Not. Würde Carl Theodor heute leben, so wäre er natürlich „global“ denkender aufgeklärter Mensch und allen Menschen, Menschenfreund. Er war ja kein Kriegsherr, der Herr der Sieben Länder. Nur ein Mensch der Freude hatte an den schönen Dingen im Leben, in der Schöpfung.! Dinge, die wir heute bewundern duerfen. Doch nicht politisch ummünzen sollen. http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/swetz/park/moschee.htm

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    • Dragan

      Dragan

      Hallo Yahya Metin, herzlichen Dank für die Kritik. So kann sich der Leser ein weitergehende Meinung bilden. Leider kann ich Ihnen nicht sagen, wer der nahe Osmanische Freund von Carl-Theodor war. Diesen Aspekt habe ich aus einem Erfahrungsbericht, auf den ich damals zufällig gestoßen bin. Näheres wird da nicht erzählt (wahrscheinlich muss man um dieses zu erfahren, die Moschee direkt besuchen und dort nach näheren Informationen sich erkundigen). Sie wurde im 19.Jahrhundert von Muslimen auch rituell benutzt (also nicht nur Kunstobjekt von C.T.). Zuschreibungen bzgl. Carl Theodor lehne ich ab. Im Text steht: „Im Jahre 1779 lässt der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz, für einen nahen osmanischen Freund, eine Moschee, die sogenannte Rote Moschee, als integraler Bestandteil des Schwetzinger Schlossparkes (im heutigen Baden-Württemberg), bauen. Sie ist noch heute zu bewundern, und dank einiger Restaurierungsarbeiten, die im Jahre 2007 beendet wurden, erstrahlt sie im neuen Glanz.“ Ich wollte/will diesen Bau hervorheben, da er nun einmal der erste Bau einer Moschee in deutschen Gefilden darstellt. Sie ist somit aus heutiger Sicht Symbolträgerin und wird auch so empfunden. Hier wird erstmalig aus architektonischer Sicht eine Art Verknüpfung zwischen Orient und Okzident aufgebaut. Wer sich mit weiteren geschichtsträchtigen Moscheen in Deutschland ausseinandersetzen möchte, kann sich diese Seite mal näher anschauen:
      https://moscheestrasse.wordpress.com/

  5. Yahya Metin

    Dies noch zur Überlegung, zum nachdenken, was Carl Theodor mit seinem Schloßgarten bezweckte. Sein Kernland, Churpfalz, war die Keimzelle des Heilig Römischen Reiches. Valtentiani I. „Nueva Roma“ . Dieses wollte Valentiani I. am Zusammenfluß von Rhein und Neckar errichten. Errichtete da auch sein „Monumenti“ – Diesen Zusammenfluß sieht man im Schloßgarten im Gemälde „Ende der Welt“ bei der privaten Villa „Badhaus“. Carl Theodor integrierte alles in seinen >Schloßgarten, was anno Valentiani I. Römisches Reich ausmachte. Er sah dies als Wiege seiner Herrschaft. Und bildete diese Wiege plastisch ab. Capelatium Palatium. Kopf des Reiches, sollte dieser Garten sein. Carl Theodor schaute sehr viel weiter zurück, in Geschichte, als wir es heute sehen wollen. Man kann etwas dazu lernen wenn man will http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/vlgk/personen/carltheoVL.html

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  6. Safran

    Wieso lehnen dann insbesondere Konservative den Islam ab?

    Menschen wie Konrad Adam (“Wie wir die Türken schon einmal besiegten“, s. FAS) oder Akif Pirinci betrachten sich als Wertekonservativ und wirtschaftsliberal und sind die erklärten Feinde von allem was auch nur nach links-grün riecht.

    Zugleich hassen sie den Islam

    Sämtliche Rechtskonservative Regierungen in Europa haben sich den Islam als Feind auf die Fahnen geschrieben.

    In Deutschland dasselbe.

    Ja, sie haben Ähnlichkeiten wie wir.

    Nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

    Ich kann als Moslem mit einem grünen freundlich interagieren, bei einem AFDler oder einem Le-Pen-Fan oder einem CSU-Wähler siehts schlecht aus, die machen schon mal Witze über das Heiligste im Islam.

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  7. Safran

    Streng genommen sind die Kreuzritter die liebsten Armeen der Konservativen.

    Und wie viel Freundschaft zwischen Kreuzrittern und Muslimen ist noch mal zu erwarten?

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  8. Safran

    Oder wie viel Liebe zwischen Dortmund und Bayernfans gibt es wohl? Mögen ja beiden den Fußball …

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    • Dragan

      Dragan

      Sobald der Wert des Fußballs auf dem Spiel steht, werden sich beide schon zusammenraufen. 😉

  9. Dragan

    Dragan

    Lieber mit einem mit „umgekehrten Vorzeichen“ eine ehrliche und konstruktive Debatte führen. Mit jemanden, der noch Werte und Positionen bezieht, in einer Zeit des Werterelativismus, der Dekadenz und des Säkularismus. Die Grünen widersprechen in jeglicher Hinsicht der Religion, dem Zeitalter der Kulturen und der Konstitution von Werten. Als Muslim kannst Du mit denen „freundlich“ reden, weil sie keine ideellen Positionen vertreten. Doch Freundlichkeit zu welchem Preis? Freundlichkeit, die auf Laschheit und Inkonsequenz beruht. Freundlichkeit der Leere, der Anbiederung. Dass Adam und co sich gegen rot-grün verwehren, ist sichrlich nichts verwerfliches.
    Natürlich ist es sicherlich ungemein schwer, sich mit einem CSUler über den Islam zu unterhalten. Doch woher rührt diese aggressive Postionierung gegen den Islam? Auf Grund der Tatsache, dass alte Gewissheiten in der deutschen Vergangenheit torpediert wurden. Die Aggression ruht auf eine tiefgreifende eruptiven Verunsicherung des Eigenen. Zudem spielen vielerlei kulturelle Reproduktionen eine große Rolle. Ich würde mir wünschen, dass Freundschaft durch aufrechte Andersartigkeit irgendwann ihren Platz in der postmodernen Gesellschaft findet.-
    Akif Pirinçci ist meiner Meinung nach nicht konservativ und bei weitem nicht rechts im originären Sinne. Er ist ein verzogener liberalistischer Wohlstandsapostel des Sittenverfalls, eine Randerscheinung des allgemeinen Geschichtsverlaufes, ein Manifestation und Megafon des einfachen Mannes. Die konservative Tugend des Anstandes besitzt er nicht.-
    Wahre Konservative wirst du nur noch außerhalb des Parteienstaates erleben dürfen. Leider machen sie sich ziemlich rar, dass ist das Traurige.

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  10. Safran

    Wohl wahr.

    Ich habe bereits ein paar Leute getroffen, einen Katholiken und einen Zeugen Jehovas, mit denen ich mich aufgrund unsere Grundausrichtung herzlich verstanden habe und mit denen ich meine Abneigung gegen die von dir erwähnten Gruppen teilte.

    Nur am entscheidenden Punkt (Tauhid vs. Trinität) tut sich halt ein stummes, aber tiefes dunkles Loch zwischen uns auf.

    Aber wie du sagtest: Lieber auf dem Schlachtfeld mit einem anständigen Christen als Hand in Hand mit einem Sex-für-alle-Werteallergikern.

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  11. Abuhanife

    Super Beitrag! Ich kann dein Gedankengang nachvollziehen. Im Grunde sitzen wir mit dem deutschen Konservativismus in einem Boot. Er wurde von dem Angloamerikanischen Liberalismus so zerstört, das er sich selber nicht mehr erkennt. Und das ist auch der Grund für seine Feindschaft zum Islam, Religion und Werte allgemein heutzutage. Das ist das Ergebnis einer 70 jährige Umerziehung durch den Kapitalismus.
    Das deutsche Reich war 1000 Jahre Schutzherr des Christentums. Und unsere Urgroßväter haben mit dem Kaiser für das Osmanische Reich gekämpft. Aber mit der Niederlage gegen den Kapitalismus ist auch die deutsche Kultur untergegangen.
    Wer die alten Bücher liest und die ursprüngliche deutsche Kultur versteht, sieht mehr Nähe zum Islam als diese dreckige Werte-Lose Gesellschaft die wir heute auffinden.

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    • Nuruddin

      Nuruddin

      Jazakallahu Khayran für dein Kommentar lieber Bruder.
      Freut mich, dass Du meinen Artikel gut findest.
      Deine Gedankengänge kann ich auch nachvollziehen! 🙂

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