Fiqh al-Hadith: Tayseer al-‘Allaam [4] Wie man die rituelle Gebetswaschung (al-Wudu) vollzieht

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Hadith Nr. 7

Humran, Sklave des `Uthman berichtete, dass `Uthman Ibn `Affan, für sich Wasser holen ließ, etwas davon in seine beiden Handkellen goss, womit er seine Hände wusch und diesen Vorgang dreimal wiederholte er führte dann seine Rechte in das Gefäß, nahm Wasser und spülte damit Mund und Nase. Danach wusch er sein Gesicht dreimal, gefolgt von seinen beiden Unterarmen und wusch sie bis zum Ellenbogen dreimal er strich dann über seinen Kopf und wusch danach seine beiden Füße bis zu den Knöcheln dreimal. Anschließend sagte er: „Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:

((من توضأ نحو وضوئي هذا ثم صلى ركعتين لا يحدث فيهما نفسه غفر له ما تقدم من ذنبه))

„Wer seinen Wudu´ in dieser Weise vornimmt, wie ich diesen meinen Wudu´ vorgenommen habe, und anschließend zwei Rak`a verrichtet, ohne dass er sich absichtlich mit anderen Gedanken beschäftigt, dem wird jede seiner vergangenen Missetaten vergeben.“

Ibn Shihaab [az-Zuhri] sagte: Unsere Gelehrten sagten hierzu: Dies ist die vollständigste Art die rituelle Waschung für das Gebet zu vollziehen.

[Muslim 1/149, no. 436]

In einer anderen Überlieferung heißt es:

Humran, der Sklave von Uthman sagte: „Ich sah Uthman, wie er nach einem Gefäß (mit Wasser) verlangte und goss sich dreimal Wasser über die Hände und wusch sie dann. Dann tauchte er seine Hand in das Gefäß und spülte seinen Mund und reinigte seine Nase. Dann wusch er sich dreimal sein Gesicht und dreimal seine Arme bis zu den Ellenbogen, dann strich er über seinen Kopf und wusch sich dreimal seine Füße. Dann sagte er, dass der Gesandte Allahs gesagt hat: Wer immer sein Wudu so verrichtet wie das meine, dann zwei Raka verrichtet ohne das seine Gedanken abschweifen, so werden all seine vorangegangen Sünden vergeben. “

[Muslim 1/149, no. 437]

Ikhtilaaf (Meinungsverschiedenheit)

  1. Die Imame Abu Hanifa, Maalik, asch-Schafii, Sufyaan und andere haben die Meinung, dass al-Istinshaaq (Wasser in die Nase ziehen) während der rituellen Waschung mustahab (empfehlenswert) und nicht waajib ist.
  2. Die bekannte Meinung von Imam Ahmad ist, dass es waajib ist und ohne es, ist die rituelle Waschung nicht korrekt. Dies ist ebenfalls die Meinung von Abu Layla, Ishaaq und andere.

Die erste Gruppe stützt ihre Meinung auf den Hadith: „10 Dinge sind von der Sunnah des Gesandten Allahs.“ Und eine dieser Dinge ist al-Istinshaaq. Sie (die Gelehrten) sagen: Wenn eine Sache sunnah ist, ist es nicht verpflichtend.

Die zweite Gruppe, welche al-Istinshaaq als waajib sehen, zitieren die Worte Allahs swt:

…fagh-siloo wujooha-kum (dann wascht euch das Gesicht) 5:6

Sie sagen, dass die Nase ein Teil des Gesichts ist. Sie erwähnen außerdem zahlreiche andere Ahadith, welche die rituelle Waschung des Propheten sas beschreiben, darunter auch, dass er sas den Menschen befahl es (al-Istinshaaq) zu tun.

Sie antworteten auf den Beweis der ersten Gruppe, die es nicht als Pflicht ansehen, dass die Bedeutung von Sunnan, im oben genannten Hadith, at-Tariiqa (der Weg) bedeutet, zumal der Ausdruck Sunna oder Sunnan etwas beschreibt das nicht Pflicht ist erst durch die späteren Generationen von Fuqaha entstanden ist. Aus diesem Grund, wurde der Ausdruck al-Fitrah (10 natürliche Dinge) in vielen Ahadith anstelle von as-Sunnan benutzt wurde.

Ikhtilaaf (Meinungsverschiedenheit)

Die Gelehrten haben einen Ijma bezüglich der Pflicht beim Bestreichen des Kopfes. Sie einigten sich auch darauf das es mustahab über den gesamten Kopf zu streichen. Dagegen unterscheiden sie sich in der Ansicht, ob es ausreicht nur über einen Teil des Kopfes zu streichen oder ob es verpflichtend ist, den gesamte Kopf zu bestreichen.

  1. Ath-Thauri, al-Auzai, Abu Hanifa und asch-Schafii haben die Ansicht, dass es erlaubt ist über einen Teil des Kopfes zu streichen, während sie sich aber uneins waren, wie viel notwendig ist zu bestreichen.
  2. Maalik und Ahmad haben die Meinung, dass es verpflichtend ist den gesamten Kopf zu bestreichen.
    Der Beweis der ersten Gruppe ist die Aussage Allahs swt: „…wam-sahu bi-Ru’oosi-kum“ (und streicht euch über den Kopf) mit der Präposition bi welche andeutet: einen Teil (vom Kopf). Sie zitieren den Hadith bei Muslim von al-Mughira: „das der Gesandte Allahs die rituelle ‚Waschung vollzog und dann über seine Stirnlocke und den Turban strich.“

Der Beweis der zweiten Gruppe, welche es als Pflicht ansahen über den gesamten Kopf zu streichen, ist, dass es viele Ahadith gibt, in denen der Prophet sas bei seiner rituellen Waschung über den gesamten Kopf strich. Einer dieser Ahadith ist der Hadith aus diesem Kapitel. Ein andere Hadith ist überliefert in den sechs Ahadith-Sammlungen (inkl. Al-Bukharee und Muslim): er strich über seinen Kopf mit seinen beiden Händen, von vorne nach hinten gestrichen, er sas startete von seiner Stirn aus bis er den Nacken erreichten, dann kehrte er mit seinen Händen zurück, wo er angefangen hatte (strich wieder zurück).

Sie antworteten der ersten Gruppe, die es als ausreichend ansahen über einen Teil des Kopfes zu streichen: Von der Präposition (ba) wurde nicht in der arabischen Sprache berichtet, dass es ein Teil von etwas bedeutet. Stattdessen ist seine Bedeutung: etwas anfassen oder mit etwas in Kontakt treten. Deshalb ist die Bedeutung der obigen Aaya: streicht über euren Kopf, indem man den Kopf mit den Händen berührt. Dies ist die richtige Bedeutung von ba laut der Sprachgelehrten wie Naf-tuwiyyah und Ibn Duraid. Ibn Burhan sagten: Wer immer behauptet das die Präposition (ba) einen Teil von etwas bedeutet, der kommt mit etwas, das den Gelehrten der arabischen Sprache nicht bekannt ist.

Ibn al-Qayyim sagte: Es gibt nicht einmal einen authentischen Hadith, der darauf deutet, dass es dem Gesandten Allahs ausreichte nur über einen Teil des Kopfes zu streichen.

Wichtige Punkte entnommen aus dem Hadith:

  1. Die Gesetzlichkeit des dreimaligen Waschens der Hände, bevor man sie in das Wasser für die rituelle Waschung taucht, zurzeit in der man Wudu macht.
  2. Der Gebrauch der rechten Hand um Wasser zu schöpfen um seine Körperteile im Wudu zu waschen.
  3. Die Gesetzlichkeit des Mundspülens (at-Tamad-mada), Wasser in die Nase führen (al-Istinshaaq) und es auszublasen (al-Istinthaar) in dieser Reihenfolge. Es gibt keine Meinungsverschiedenheit ob diese Taten gesetzlich sind, aber es herrscht Meinungsverschiedenheit, ob sie alle waajib (z.B al-Istinshaaq) sind. Es wurde allerdings schon erwähnt das die richtigere Ansicht ist, dass es (al-Istinshaaq) waajib ist.
  4. Das dreimalige Waschen des Gesichts; und das Gesicht erstreckt sich vom Haaransatz der Stirn bis zum Kinn (in der Länge) und von einem zum anderen Ohr (in der Breite). Hinzuzufügen ist, dass das Spülen des Mundes und Reinigen der Nase dreimal vollzogen werden sollte. Die Nase und der Mund sind Teile des Gesichts.
  5. Dreimalige Waschen der Arme [von den Fingerspitzen [Fath al-Baari, (3/225)] bis einschließlich der Ellenbogen.
  6. Einmalige Streichen des Kopfes, angefangen vom Haaransatz, nach hinten bis zum Nackenansatz und dies dann wieder zurück.
  7. Dreimaliges Waschen der Füße inklusive der Knöchel.
  8. All diese Sachen in ihrer Reihenfolge, wie es verstanden wird durch die Tatsache, dass Allah sagt dass der Kopf bestrichen (al-mam-sooh) wird und dies zwischen den Dingen, die gewaschen (al-magh-soolat) werden. In Anbetracht dieser Anordnung (at-Tartib) muss man dieser Reihenfolge folgen. [Wie es auch in den authentischen Ahadith genannt wird.] Diese Beschreibung ist eine vollständige Beschreibung der rituellen Waschung des Propheten sas.
  9. Diese Beschreibung ist eine vollständige Beschreibung der rituellen Waschung des Propheten sas.
  10. Die Gesetzlichkeit ein Gebet nach dem Wudu zu verrichten.
  11. Eine der Bedeutungen von einem vollständigen oder perfekten Gebets ist die Anwesenheit des Herzens und Geistes während man vor Allah swt steht. In der Bedeutung ist der Anreiz al-Ikhlaas zu haben und die Warnung davor dass das Gebet vielleicht nicht akzeptiert ist, von demjenigen der mit seinen Gedanken bei weltlichem ist, während er vor Allah swt steht.
  12. Die Vorzüglichkeit vollständigen Wudu zu verrichten, auf das einem Sünden vergeben werden.
  13. Das Versprechen von der Tilgung von Sünden wenn beide Faktoren anwesend sind: vollständiger Wudu, gefolgt von 2 Raka in denen man nicht über weltliches nachdenkt…

Anmerkung: Einige der Gelehrten haben die Vergebung eingeschränkt auf kleine Sünden. Für die Vergebung von großen Sünden ist die Tauba (Reue) erforderlich. Allah swt sagt:

„Wenn ihr die schwerwiegenden (Dinge) (al-Kabaa’ir) meidet, die euch verboten sind, tilgen Wir euch eure bösen Taten( Sayyi’aatikum) und gewähren euch auf eine ehrenvolle Weise Eingang (in den Paradiesgarten).“ (4:31)

und die Aussage Allahs:

„Diejenigen, die schwerwiegende Sünden und Abscheulichkeiten meiden, außer leichten Verfehlungen… Gewiss, dein Herr ist Allumfassend in (Seiner) Vergebung. (53:32)“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Die fünf Gebete, ein Jumua zum nächsten, ein Ramadan zum nächsten, jede dieser Tat vertilgt die begangen Sünden, wenn al-Kabaa’ir (große Sünden) vermieden werden.“

(Ahmad, Muslim, at-Tirmidhee von Abu Hurairah)

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[Diese Beitragsreihe erschien zuerst im Forum / Erstellt von Abu Djalil]

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Eine Antwort auf “Fiqh al-Hadith: Tayseer al-‘Allaam [4] Wie man die rituelle Gebetswaschung (al-Wudu) vollzieht”

  1. orion

    Es-selamu aleykum akhi

    Ich hab eine Frage an dich warum wurde vom Propthen (salallahu alehj wa sallam) nix überliefert wo er ansagt wo man die Hände im Gebet zu halten hat obwohl tausende sahaba viele jahre mit ihn Gebetet haben ? Denn wenn ich mir die Beweise anschaue dann findet man bei jeder Meinung immer Hadithe mit Schwächen oder irgendwas anderes dass verstehe ich nicht soetwas muss doch Mutawatir überliefert worden sein denn die sahaba haben doch ihren kindern dass gebet beigebracht … dort müssten sie doch den kindern gesagt haben wo man die hände hinzutun hat ? aber warum haben wir keine solche überlieferungen sondern nur komische,beschädigte,schwache hadithe und bei diesen hadithen haben die gelehrten verschiedene meinungen haben der eine findet es daif der andere sahih … DIe eine gruppe saht (alle daif -auf der Brust)
    Die andere gruppe sagt (alle daif-unter dem bauchnabel)

    Oder ist es egal wo man sie hin tut hauptsache sie sind aufeinander weil darüber gibts ja viele sahih hadithe..

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