Sharh zu Bulugh Al-Maram [1] – Hadith Nr. 445:Buch des Freitagsgebetes („Die Leute sollen aufhören das Jumuʿah-Gebet zu lassen…“)

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Erstveröffentlichung von  Abu Saeed Al-Afghaani

Dies ist eine Erklärung vom ehrenwerten Shaikh und Muhaddith Sulaimaan ibn Naasir Al-‚Alwaan -fakkallaahu asrahu- zum Buch „Buluugh Al-Maraam“ von Al-Haafiz Ibn Hajar Al-‚Asqalaani -rahimahullaah-. Die Ahaadiith sind alle numeriert.

Hadith Nr. 445:

عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ عُمَرَ، وَأَبِي هُرَيْرَةَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمْ، {أَنَّهُمَا سَمِعَا رَسُولَ اللَّهِ صَلَّى اللَّه عَلَيْهِ وَسَلَّمَ يَقُولُ -عَلَى أَعْوَادِ مِنْبَرِهِ- „لِيَنْتَهِيَنَّ أَقْوَامٌ عَنْ وَدْعِهِمُ الْجُمُعَاتِ، أَوْ لَيَخْتِمَنَّ اللَّهُ عَلَى قُلُوبِهِمْ، ثُمَّ لَيَكُونَنَّ مِنَ الْغَافِلِينَ} رَوَاهُ مُسْلِمٌ.

445 – Von ʿAbdullāh ibn ʿUmar und Abū Hurairah –رضي الله عنهما- wird überliefert, dass sie den Gesandten Allāhs –صلى الله عليه وسلم- hörten, wie er auf seiner Minbar sagte: „Die Leute sollen aufhören das Jumuʿah-Gebet zu lassen, sonst wird Allāh ihre Herzen versiegeln und dann werden sie zu den Unachtsamen gehören.“ (Muslim)

Erklärung:

Dieses Kapitel ist mit der Erläuterung des Vorzuges vom Freitag und dessen Zeit und Rechtsurteile geknüpft, denn das Freitagsgebet hat Rechtsurteile, die sich von den Rechtsurteilen des Mittagsgebetes unterscheiden. So ist der Freitag der Führer der Wochentage und die Sonne ist noch nie an einem besseren Tag auf- und untergegangen als an diesem Tag. An diesem Tag wurde Ādam erschaffen und an diesem ist er gestorben. Er wurde darin (an einem Freitag) ins Paradies rein gebracht und (auch an einem Freitag) von da raus geholt.

Der Autor –رحمه الله- begann dieses Kapitel mit dem Ḥadīth von Ibn ʿUmar und Abu Hurairah –رضي الله عنهما-, dass die beiden den Gesandten Allāhs –صلى الله عليه وسلم-, auf seiner Minbar, sagen hörten:

„Die Leute sollen aufhören das Jumuʿah-Gebet zu lassen, sonst wird Allāh ihre Herzen versiegeln und dann werden sie zu den Unachtsamen gehören.“

Diesen Ḥadīth hat Al-Imām Muslim in seinem Saḥīḥ-Werk mit einer siebenfachen Überlieferungskette überliefert. Er –رحمه الله- sagte: „Uns berichtete Al-Ḥasan ibn ʿAlī Al-Ḥilwānī, der von Al-Ḥakam ibn Mīnā berichtete, der von Ibn ʿUmar und Abu Huraira berichtete, dass beide den Gesandten Allāhs –صلى الله عليه وسلم- sagen hörten: „Der Ḥadīth…““

Und im Kapitel wurde von Abū Al-Jaʿd Ad-Ḍumarī überliefert, dass der Prophet –صلى الله عليه وسلم- sagte:

„Wer auch immer drei Jumuʿa (Gebete), aus Nachlässigkeit, lässt, dem wird Allāh auf sein Herz stempeln (ṭabaʿa).“

(Überliefert bei Al-Imām An-Nasāʾī in seinen Sunan und At-Tirmidhī stufte es als Ḥasan ein und Ibn Khuzaimah und Ibn Ḥibbān stuften es als Saḥīḥ ein)

Auch wurde im Kapitel von Ibn ʿAbbās – als Mauqūf – überliefert, dass er sagte:

„Wer auch immer drei Jumuʿa (Gebete) hintereinander lässt, der hat den Islām bereits hinter seinem Rücken geworfen.“

(Überliefert bei Abū Yaʿlā Al-Mouṣilī und ʿAbdurrazzāq in „Al-Muṣannaf“ mit einer authentischen (Saḥīḥ) Überlieferungskette)

„… auf seiner Minbar …“

Der Ḥadīth zeigt klar, dass der Prophet –صلى الله عليه- dies gesagt hatte, nachdem die Minbar aus Stöcken (o. Stäben) hergestellt wurde.

Der Prophet –صلى الله عليه وسلم- sagte:

„Die Leute sollen aufhören das Jumuʿah-Gebet zu lassen (wadʿihim)..“

Damit ist „Tark“ (lassen, verlassen) gemeint. Allāh –تعالى- sagte: „Dein Herr hat dich nicht verlassen (wadda’aka).“ [93:1] Damit ist „tarakak“ (verlassen, lassen) gemeint.

„… das Jumuʿah-Gebet (Jumu’aat)“

Dieser Ḥadīth bezieht sich speziell auf das Lassen vom Freitagsgebet. Was aber das Lassen der anderen Gebete angeht, so wurde dies bereits erwähnt. Es wurde auch bereits erwähnt, dass sich die Saḥābah einig waren(Mujmiʿūn, sie hatten Ijmāʿ), über den Kufr desjenigen, der das Gebet lässt.

Diesen Ijmāʿ überlieferten Isḥāq ibn Rāhuwaih, Al-Imām Al-Marwazī, ʿAbdullāh ibn Shaqīq Al-ʿUqailī, Al-Imām ibn Ḥazm und Al-Imām Al-Mundhirī.

Das Argument für diesen Ijmāʿ ist, was Al-Imām Muslim –رحمه الله- in seinem Saḥīḥ-Werk von Ibn Juraij überlieferte, der sagte: Uns überlieferte Abū Az-Zubair Al-Makkī, der von Jābir ibn ʿAbdillāh überlieferte, dass der Prophet –صلى الله عليه وسلم- sagte:

„Zwischen dem Mann und zwischen dem Shirk (الشرك) und dem Kufr (الكفر) ist das Verlassen des Gebetes.“

Und wenn der Kufr mit einem Alif und Lām (Arabischer Artikel) bestimmt wird, so wird davon nur der Große (Kufr) verstanden. […]

„… sonst wird Er versiegeln …“

Hier wird das Versiegeln bestätigt und Allāh –تعالى- sagte bereits: „Versiegelt hat Allāh ihre Herzen.“ [2:7]

Und derjenige, der aus Nachlässigkeit drei Jumuʿah (Gebete) lässt, dessen Herz wird versiegelt. Und wenn Allāh sein Herz versiegelt, so wird er keine Wahrheit erkennen und er wird auch nicht zu dieser rechtgeleitet. Er ist dann wie die Tauben und Stummen, die nicht verstehen.

Das Offensichtliche von der Überlieferung von Ibn ʿAbbās: „Wer auch immer drei Jumuʿa (Gebete) hintereinander lässt, der hat den Islām bereits hinter seinem Rücken geworfen“, ist, dass er dadurch Kufr begeht, weil, wenn man drei Jumuʿah (Gebete) lässt, so lässt man erst Recht das was dazwischen an Gebeten ist. Und es gibt keine Unklarheit über dessen Kufr bei den Saḥābah –رضي الله عنهم-. Vielmehr entstand der Meinungsunterschied (Khilāf), bei denen die nach den Saḥābah kamen, über den Takfīr desjenigen, der das Gebet lässt. Genau (kam dies) bei Al-Imām Abu Ḥanīfah –رحمه الله- und bei denen, die nach ihm kamen, wie Mālik, Ash-Shāfiʿī, danach hat sich der Khilāf entwickelt.

„… und dann werden sie zu den Unachtsamen gehören.“

Weil wenn Allāh –جل وعلا- ihre Herzen versiegelt, so wie es im Ḥadīth dieses Kapitels vorzufinden ist, dann auf sie stempelt, wie es im Ḥadīth von Abū Al-Jaʿd vorzufinden ist, so geht ihre Angelegenheit auf die Unachtsamkeit zurück. Und wer gegenüber Allāh unachtsam ist, den hat der Shaiṭān irregeführt und zur Quelle des Untergangs gebracht.

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