Kein Platz für Nazis?

25 Kommentare

von Yahya ibn Rainer

Na? Kennt ihr diese Buttons, Schilder und Aufkleber? Man findet sie mittlerweile fast überall in den Städten. In Jugendzentren, Betrieben, kulturellen Einrichtungen, überall in der Innenstadt und sogar in den Räumlichkeiten von Kirchengemeinden.

Was haltet ihr davon? Ist es richtig, speziell diese politische Gruppierung aus allen (auch lebenswichtigen) Bereichen des Lebens auszuschließen? Und warum nur diese? Warum nicht auch Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten, Punker, Drogendealer, Zoophile, Pädophile, Homosexuelle, Diebe, Hooligans, HSV-Fans, Zuhälter, Arbeitsverweigerer, Pornodarsteller, Demokraten oder gar Juden oder Muslime?

Man würde sich wohl hüten, an die Türe eines Geschäftes, einer Kirchengemeinde oder einer kulturellen Einrichtung ein Schild anzubringen, auf dem steht „Kein Platz für Sozialisten – nicht in den Parlamenten, nicht im Stadtteil, nicht im Betrieb“. All die oben erwähnten Gruppierungen würden wohl auf solch einem Schild niemals Erwähnung finden, obwohl einige von ihnen durchaus nicht als harmlos zu bezeichnen sind.

Wer den Nationalsozialismus auf diese Weise bekämpft, aber z.B. den Sozialismus nicht, sondern sogar mit Teilen dieser politischen Bewegung zusammen arbeitet, der ist nicht besser als die Nazis. Die Opferzahlen des Internationalen Sozialismus brauchen sich nämlich in keinster Weise hinter den Opferzahl des Nationalen Sozialismus zu verstecken, ganz im Gegenteil.

Leider jedoch ist diese Denkweise in Deutschland heutzutage verpönt, wenn nicht sogar gesellschaftlich tabuisiert. Ein „es war nicht alles schlecht“ wird über den real existierenden Sozialismus unserer Geschichte ohne weiteres mit Anerkennung und Zustimmung belobigt, aber mit Bezug zum real existierenden Nationalsozialismus ist eine solche Aussage quasi ein gesellschaftliches und berufliches Todesurteil. Beispiele dafür brauche ich wohl nicht zu nennen.

Eine Kooperation von Muslimen mit beiden Seiten dieser selben Medaille ist eigentlich undenkbar. Jedweder Sozialismus ist nicht nur ein Verbrechen, sondern eine ganz andere und eigene Religion. Leider verstehen das viele Muslime nicht und lassen sich entweder mit der einen oder anderen Seite ein.

Mit den Nazis lassen sich leider allzu gern politisierte Gruppierungen und Sekten unter den Muslimen ein. Und die Roten scheinen eine nicht unbeträchtliche Anziehungskraft auf muslimische Verbände auszuüben, die sich im Namen der Integration gesellschaftlich etablieren wollen … man verkauft sich quasi an den Mainstream. Hier kann man als Beispiel die SCHURA Hamburg nennen, ein Zusammenschluß aus Milli Görüs-, Rafidha-Shia- und einigen (mehr oder weniger) unabhängigen Moscheen.

So machte die SCHURA z.B. im Oktober 2012 auf ihrer offiziellen Homepage Werbung für eine Demonstration der örtlichen Antifa. Hier ein Bildschirmabgriff:

schura

Wie man sieht, wird hier auf dem Demonstrationsaufruf nicht nur die Antifa (Emblem mit roter Sozialisten- und schwarzer Anarchistenfahne) beworben, sondern auch die bereits oben im Beitrag ersichtliche Grafik feilgeboten. Ist das nicht ein sehr anmaßender Standpunkt? Ein Verband von mehrheitlich ausländischen Vereinigungen erlaubt sich zu bestimmen, für wen hier Platz ist und für wen nicht. Ich zumindest halte das für katastrophal … vor allem wenn man derartiges in Bezug auf Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten, Drogendealer, Zoophile, Pädophile, Homosexuelle, Diebe, Hooligans, Zuhälter usw. nicht zu lesen oder hören bekommt.

Aber das ist noch nicht alles. Auf der Homepage der SCHURA Hamburg ist diese Grafik zudem noch mit einem Hyperlink versehen. Dieser führt zu einem Bündnis gegen Rechts, dass sich mehrheitlich aus kommunistischen, sozialistischen und anarchistischen Zusammenhängen rekrutiert.

Es bleibt einem bei alledem nichts anderes übrig, als sich ausdrücklich von all diesen Kooperationen zu distanzieren und sich von jedem loszusagen, der Verbindungen solcherart gutheißt oder unterstützt. Egal ob nationale oder internationale Sozialisten, die Ideologie ist ein Verbrechen und die Anhänger sollten zur Wahrheit aufgerufen und nicht in ihrem Bestreben bestärkt werden.

Sicherlich darf jeder privat auch jeden meiden und jeglichen Kontakt ablehnen, aber wo Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten, Punker, Drogendealer, Zoophile, Pädophile, Homosexuelle, Diebe, Hooligans, HSV-Fans, Zuhälter, Arbeitsverweigerer, Pornodarsteller, Demokraten sowie Juden oder Muslime Platz haben, da müssen auch Nazis Platz haben, denn alles andere ist eine Ungerechtigkeit, eine Anbiederung an den falschen Zeitgeist und eine Huldigung des Mainstreams.

Nicht mit mir …

Ähnliche Beiträge

25 Antworten auf “Kein Platz für Nazis?”

  1. Mert

    Einmal mehr grund, sich als Muslim zu schämen. Wir haben so eine schöne Religion, aber es wird von Muslime mit Minderwertigkeitskomplex ins lächerlichkeit gezogen.

    Antworten
  2. Sameh

    Assalamu aleikum,

    kann mir jemand bitte ein alternatives sunnitisches Forum zu ahlu-sunnah empfehlen?
    Brauche dringend Hilfe.

    Vielen Dank wa assalamu aleikum

    Antworten
  3. Feminismus ist vom Shaytan

    Das ist die typische Vorgehensweise der Muslimbruderschaft(und alle größeren Dachorganisation in der westlichen Diaspora gehören zu dieser Bande, auch unser Freund Aiman Mazyek gehört zu den Ikhwaan) – mit dem Abschaum der Erde, hier mit Kommunisten und Sozialisten, den Schlimmsten unter den Götzendienern, und mit den schlimmsten Häretikern zu kooperieren zwecks politischer Macht und natürlich zum Preis der Kompromittierung der Aqida – sofern überhaupt eine feste vorhanden war.
    Und diese Bande wird von sogenannten Salafis bei Wahlen etwa in Ägypten unterstützt.

    Antworten
  4. Feminismus ist vom Shaytan

    Apropos Linke, Sodomiten und Muslimbruderschaft:
    http://mobil.stern.de/panorama/wegen-homosexualitaet-angeklagte-maenner-freigesprochen-fehlende-beweise-2165762.html

    „Ägyptens Justiz geht unter Präsident Al-Sisi deutlich härter gegen Homosexuelle vor als noch unter seinem islamistischen Vorgänger Mohammed Mursi.“

    Und hier:
    http://mobil.stern.de/politik/ausland/demonstrantin-stirbt-vor-laufender-kamera-2168641.html

    Es gibt also durchaus positive Aspekte an General Sisi. Außerdem war er der Urheber der Jungfrauentests, die rebellische, demonstrierende Weiber, die ihre Häuser verlassen haben, erniedrigten und wieder auf ihren Platz verwiesen.
    Es ist bezeichnend, dass eine sich auf den Islam berufene Partei es nicht mal auf die Reihe bekommt, adäquat gegen linke Penner und Sodomiten vor zu gehen.

    Antworten
    • Wunna

      @ Feminismus ist vom Shaytan
      Es würde mich doch mal interessieren, woher Ihr unerträglicher Frauenhass herrührt.

      Und an den Autor gerichtet:
      Sie werfen uns immer Islamophobie vor. Aber Sie sollten auch mal über den Tellerrand schauen und nicht nur immer in Ihrem kleinkarriertem spießbürgerlichen Denken verharren.

    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Liebe(r) Wunna,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Dürfte ich fragen wen Sie mit „uns“ meinen? Und könnten Sie mir aufzeigen, wo ICH ihnen „immer Islamophobie“ vorwerfe?
      Auf diese Weise formuliert ist mir Ihr Kommentar einfach zu plakativ. Ich würde jedoch gern ausführlich Stellung beziehen.

      Dass die Ablehnung des Sozialismus in sozialistisch geprägten Kreisen als „spießbürgerlich“ gilt, dass ist mir durchaus geläufig und tangiert mich insofern natürlich nicht im geringsten.
      Gulag, KZ, Kulturrevolution, Enteignung, Reiseverbot usw usf sind Zustände, für deren Ablehnung ich gern diese Betitelung in Kauf nehme.

    • Wunna

      @ Yahya Jens Ranft
      Mein Kommentar war etwas plakativ. Da gebe ich Ihnen Recht.
      Was ich sagen wollte: Ich finde, man sollte sich auch als Moslem mit linken Ideen auseinandersetzen und nicht gleich alles negieren. Und bei der gegenwärtigen Lage sehe ich eher eine Gefahr von Rechts als von Links und ganz aus der Luft gegriffen halte ich die Vorträge von Pierre Vogel über das neu geschaffene Feindbild „der böse Muslim“ nicht. Und im Extremfall sind es Linke, die ihren Arsch hinhalten, um Muslime zu verteidigen. Warum eigentlich, wenn Muslime wie Sie so negativ eingestellt sind?
      Sicher gibt es ja auch viele linke Spinner unter ihnen und es ist leider auch viel unter dem Namen „Sozialismus“/ „Kommunismus“ schief gelaufen, genauso wie es heute unter dem Namen „Islam/ Islamisches Kalifat“ läuft.
      Aber dennoch sollten Sie mal den Blick über den Tellerrand wagen und Ihre vorgefertigtes Weltbild hinterfragen. Für mich beten Sie da auch nur nach, was Ihnen jahrelang in Ihr Köpfchen eingepflanzt wurde. Und ich bin es echt leid, mir was vom Leben in der DDR erzählen zu lassen von Typen, die es nicht miterlebt haben, aber ganz genau wissen wollen, was das für ein Unrechtstaat war.
      Keine Bange, das wird jetzt hier keine Dawa und Einladung zum Sozialismus. 😉
      Verherrlichen Sie doch weiterhin Ihren Hitler und Ihre Nazis, Ihren Preußenstaat und nicht zu vergessen den ollen Kaiser: Für Gott, Kaiser, Vaterland!
      Und verteidigen Sie den Kapitalismus mit Ausbeutung, Unterdrückung, imperialistischen Aggressionen, Weltwirtschaftskrise….! Allahuakbar!!! Und dreifaches Takbir! 😉

    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und war bis vor knapp 8 Jahren (dem Zeitpunkt meiner Konversion zum Islam) fast ausschießlich in linken Zusammenhängen politisch aktiv. Zuletzt war ich sogar 3 Jahre lang Mitglied in der DKP. Ich kenne die Ideologie und ihr Personal. Ich bezweifle nicht, dass die Absicht vieler Linker eine gute sein mag, aber das gesamte Ideengebäude ist und bleibt auf politische Gewalt und willkürlichen Zwang angewiesen, wenn es durchgesetzt werden will … und ist trotzdem zum Scheitern verurteilt.
      Wir sehen doch, dass politische Gewalt auf unseren Straßen vor allem von Linken und von „Rechten“ ausgeht, wobei diese „Rechten“ ja eigentlich nur rassistische Linke sind, Nationale Sozialisten eben.
      Ich persönlich tendiere eher zur Ablehnung von Politik und willkürlichem Zwang und neige zu Selbstbestimmung und -verantwortung im Rahmen einer festen und minimalstaatlich garantierten Grundordnung. Nennen Sie mich einen paläokonservativen und islamolibertären Nomokraten. Preußenstaat und Kaiser sind mir aus dieser Warte weitaus lieber, als DDR, Honecker und Hitler (den ich übrigens nie und nimmer verherrlichen würde).

    • Wunna

      Sie verherrlichen Hitler nicht. Warum huldigen Sie ihn dann immer auf Ihrer Facebookseite? Irgendwie verstehe ich den Witz dahinter nicht.

    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ich muss zugeben, mein Humor ist speziell und wird nicht von jedem so aufgefasst wie er gemeint ist.
      Dieses allfreitägliche Hitlerbild ist keine Verherrlichung Hitlers, sondern eine Verherrlichung des gesegneten Freitags … er und seine Kumpanen liefern dazu lediglich den Swag. Im Grunde mache ich mich lustig über die gestellte Coolness, die von Adi und seinem Mitfahrern dort im Cabrio ausgestrahlt wird.

    • Aphelótes

      Das Problem erscheint mir, dass hier Sozialismus/Kapitalismus mit Stalinismus/Maoismus etc gleichgesetzt wird und gleichzeitig ist es dies, was die Querverbindung zu den Nazis stört. Nazismus ist EINE ganz spezifische Ideologie, die sich auf EINE ganz spezifische Epoche und EIN ganz spezifisches Gedankengut bezieht, während Sozialismus ein unglaublich weites Feld ist, das nicht nur pervertierte Diktaturen, die sich darauf berufen, hervorbrachte, sondern auch massiv in die Philosophie, Staatentheorie, Wirtschaftstheorie etc eingeflossen ist und über unglaublich viele Strömungen und Richtungen verfügt.
      Ich empfehle hierbei sehr, dass anscheinend an „Klischeesozialismus“ festgemachte Feindbild zu überdenken und die Perspektive etwas zu erweitern.
      Ich selbst gehöre keiner festen Orientierung an, zu meinen „Lieblingen“ unter den zeitgenössischen Denkern gehört aber z.B. als gutes Beispiel dafür auch Noam Chomsky, seines Zeichens libertärer Sozialist, der jedoch auch für „antisozialistische Muslime“ sehr interessante Dinge zu sagen hat, gerade bei brisanten Themen wie US-Außenpolitik und Staat Israel, jedoch, wenn ich die Positionen des Verfassers hier richtig einschätze, auch bezüglich Staatstheorie allgemein.

      Wie auch immer; gegen Sozialismus zu protestieren wäre daher allein definitionsmäßig völliger Unsinn. Gäbe es rein hypothetisch eine ernstzunehmende Anzahl an verfassungsfeindlichen Stalinisten in Deutschland, würden sie wohl ähnlichen Gegenwind zu spüren bekommen wie Neonazis/Rechte; ebenso im noch hypothetischeren Fall, dass sich alle Punks Deutschlands zusammenschließen und… nun, was auch immer Punks für einen Schwachsinn wollen… einfordern würden, bekämen sie wohl ebenfalls Gegenwind, ist aber nicht der Fall.
      Sollten sich Diebe, Pädophile und Drogendealer öffentlich für ihre „Sache“ einsetzen, werden sie auch ihren Teil zu hören bekommen, ist aber ebenfalls nicht der Fall (bei Zweiteren gab es in Holland glaube ich sogar mal eine Gruppierung, die sowas versucht hat… Morddrohungen waren noch eine der harmloseren Sachen, die sie bekommen haben).
      Wie dem auch sei: Neonazis SIND leider in ausreichender Zahl vorhanden, treten für ihre verfassungsfeindliche (und menschenverachtende) Ideologie ein und bekommen dementsprechend den Gegenwind zu spüren, der ihnen zusteht.

      Zu „Feminismus ist vom Shaytan“:

      Wahrscheinlich gibt es für jede Gruppierung in Ägypten ein paar Dinge, die ihnen an der jetztigen „Regierung“ gefallen, es ändert jedoch alles nichts daran, dass es eine lupenreine Militärdiktatur ist, die ganz und gar nur darauf aus ist, sich selbst an der Macht zu halten.

      Beim Thema „Frauen in Ägypten“ empfehle ich besonders eine etwas rationalere Denkweise.
      Diese Jungfrauentests sind ein UNGLAUBLICH dämlicher Schwachsinn, allein vom biologischen Standpunkt aus, die Intention ganz außen vor gelassen.
      Hinzu kommt, dass gerade in Ägypten unter Anderem sage und schreibe ~90 % aller Frauen genitalverstümmelt sind. Man könnte also genauso gut argumentieren, dass „brav auf ihrem Platz“ bleiben sie anscheinend äußerst schlecht vor Erniedrigung und Schlimmerem schützt und das Anstreben von gesellschaftlichen Positionen mit mehr Macht eine äußerst verständliche Strategie angesichts der Realität ist.

    • Wunna

      Bei „Minimalstaat“ wird man auf „Anarchie“ verwiesen. Dann sind Sie wohl eher ein islamolibertärer nomokratischer Anarchist, obwohl sich das auch wieder mit der Monarchie beißt. 😉

  5. Feminismus ist vom Shaytan

    An die beiden linken Kommentatoren hier: Zunächst einmal bedanke ich mich für den sachlichen Ton als auch die Dialogbereitschaft – Dinge, welche nach meinem Kenntnisstand in manch linken Kreisen in der Regel eher der Hysterie und dem reflexartigen Bannfluch des Faschismus bei Abweichen von durchaus vorhandenen Dogmen weichen.
    Ich möchte mich kurz fassen und mich hierbei auf einen wesentlichen Aspekt, der wohl am meisten kontrovers ist zwischen Linken und Muslimen, beschränken:
    1. Tatsache ist nun einmal, dass wir Muslime Reaktionäre sind.
    2. Linke stellen in westlichen Gesellschaften zum weitaus größten Teil die kulturelle, intellektuelle und politische Elite und treiben munter ihr Vernichtungswerk voran: freie Liebe bzw. sexuelle Revolution, Gender, Abtreibung, Homo-Ehe, Feminismus und neuerdings Frühsexualisierung unserer Kinder und das Konfrontieren dieser im Grundschul- und Kindergartenalter mit Begriffen wie „Darkroom“, „Sado-Maso“ oder „Analsex“.
    All das ist für die muslimische Gemeinde eine existenzielle Gefahr im
    Gegensatz zu jener von Rechts, die höchstens eine punktuelle ist.
    3. Von daher macht es für mich nicht viel Sinn links zu sein und Muslime gleichzeitig zu umarmen – es sei denn als Umarmungsstrategie.

    Antworten
    • Aphelótes

      Beginnen wir mal damit, dass ich nicht links bin. Ich gehöre genaugenommen keiner Richtung des politischen Spektrums an, da ich das Festlegen auf eine bestimmte Ideologie/Richtung für unpraktisch halte. Daher vertrete ich, je nach Thema, wahrscheinlich mal linke, mal rechte, mal konservative, mal liberale, mal egalitäre, mal elitäre Positionen. Ich vertraue weitestgehend auf Logik, in welche Richtung das, was daraus resultiert, einzuordnen ist, interessiert mich herzlich wenig.

      Zu den Punkten:

      1. Wenn ihr das sagt, von mir aus.

      2. Eigentlich nicht. Es gibt westliche Länder, in denen linke Parteien regieren, aber eher mehr in denen das nicht so oder gar anders rum ist. Allein die USA wird beispielweise von zwei ultrakonservativen Parteien regiert, die ziemlich weit rechts auf dem Spektrum sind. Hier bei uns haben wir nun schon seit über 10 Jahren die CDU an der Macht, die auch eher mittig-rechts ist.
      Die genannten Dinge, auf deren Wertung ich an dieser Stelle verzichte, sind keine linken Erfindungen, sondern die schlichte Konsequenz der Entwicklung, die hier in Europa mit dem Humanismus und vor allem der Aufklärung begonnen hat, nämlich das die Politik/Gesetzgebung/etc nicht mehr durch Tradition und Religion, sondern nur noch durch Vernunft bestimmt wird, was zwangsläufig darin resultiert, dass etliche Themen neu bewertet werden; und dies vollzieht sich immer weiter, ob nun mit oder ohne Linke.
      Wenn das eine existenzielle Gefahr für Muslime ist, nun gut, kann ich nicht beurteilen, nur ist es eben kein linkes Vernichtungswerk, sondern die Folgen einer Entwicklung, die schon wesentlich älter ist.

      3. Zwingt euch ja auch keiner zu. Ich habe unter diesem Artikel nur angemerkt, dass, kurz formuliert, „links“ nicht gleich „links“ ist, da der Autor anscheinend „links sein“ bzw Sozialismus mit Stalinismus u.Ä. gleichgesetzt hat, was ungefähr dem gleich käme, würde man den Begriff „Islam“ mit Auswüchsen wie IS, Boko Haram etc gleichsetzen.
      Ich persönlich kann die Antifa, die Partei „die Linke“ und ihre penetrante Anhängerschaft genauso wenig leiden wie die NPD, das rechtsradikale Gesocks allgemein, Pegida und wie auch immer sie sich alle nennen.

  6. Albrecht

    @ Wunna: Falls Sie mit Wunna identisch sind, die (?) vor gut 2 Jahren im Forum aktiv war, kann man sich hier wohl auf einen abendfüllenden Austausch einstellen… 🙂 Nach 100 Beiträgen zum Thema „Was ist die islamische Gesellschaft?“ waren damals noch Fragen offen:
    http://www.ahlu-sunnah.com/threads/48998-Was-ist-die-Islamische-Gesellschaft/page10

    Darf ich fragen, ob diese inzwischen geklärt sind? Sollte die Namensgleichheit „rein zufällig“ sein, betrachten Sie meine Frage bitte als gegenstandslos. Freundliche Grüße!

    Antworten
    • Wunna

      Ja, ich bin besagte Wunna.
      Zum Islam habe ich zwar noch immer nicht gefunden habe. Gottglauben kann man nicht erzwingen und ich wohne der Vorsehung nach nun mal im „gottlosesten Landstrich der Erde“.
      Dennoch zieht er mich weiterhin in seinen Bann. Fragen und Interesse bestehen nach wie vor.

    • Albrecht

      Hallo Wunna,
      Fragen kann man sich auch von ausgebildeten Gesprächspartnern beantworten lassen, in der nächsten Großstadt findet sich bestimmt eine Moschee (bei Bedarf helfen Ihnen die Admins oder Nutzer hier bestimmt mit Standorthinweisen). Die Imame sind jederzeit ansprechbar und sicher auch für Terminabsprachen offen.
      Nicht zu ersetzen ist natürlich der Gottesbezug. Ich möchte Sie hiermit ermutigen, sich nicht von etwaigen Fragezeichen oder Zweifeln davon abhalten zu lassen, den Schritt zu tun, sich mit der Bitte um Rechtleitung an den Schöpfer zu wenden…

      Anas ibn Malik (r) überliefert, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) von seinem Herrn, dem Allmächtigen und Erhabenen, berichtet, dass Dieser spricht:
      „Wenn sich einer Meiner Diener Mir eine Spanne nähert, komme Ich ihm eine Elle entgegen. Nähert er sich Mir eine Elle, komme ich ihm die Weite seiner ausgestreckten Arme entgegen. Und wenn er zu mir gehend kommt, laufe ich ihm entgegen.“
      (Al-Bukhari / Riyad us Salihin – Gärten der Tugendhaften, Hadith 97)

      Nehmen Sie z.B. meinen Fall:
      Ich wuchs in der DDR auf, wurde als Atheist erzogen und war gewissermaßen gelernter Kommunist. Nach erfolgreich absolviertem Studium häuften sich bei mir die Probleme: Trennung, Todesfall in der Familie, berufliche Schwierigkeiten und dgl. mehr. Zudem war ich auch gesundheitlich angeschlagen und die Situation insgesamt völlig verfahren. Was immer ich in der Folge auch an Lösungen versuchte, schlug fehl bzw. verpuffte. Es war eine schreckliche Zeit für mich. Ich kürze es mal ab: Nach langen Monaten in der Abwärtsspirale, nachdem alle anderen Versuche gescheitert waren, bat ich in letzter Instanz, um wirklich nichts unversucht zu lassen, den allmächtigen Schöpfer um Hilfe (als Kommunist bzw. Linker!). Ich war damals selbst überrascht über meine Worte, aber die Not war groß und der Impuls in diesem Moment vorhanden.

      Von da an fügte es sich innerhalb von Wochen. Ich erhielt Hilfe und Antworten auf zentrale Fragen, welche ich zuvor nicht zu beantworten vermochte, obgleich belesen und stets mit besonderem Interesse dafür, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.
      Das Schlüsselerlebnis war die Lektüre des Koran, welchen ich mir 1996, noch als Atheist, besorgte und dann mit geradezu wissenschaftlichem Eifer studierte. Im gleichen Jahr nahm ich den Islam an und bin heute ein glücklicher Mensch, der um nichts in der Welt tauschen würde. Allah sei Dank.

      Das hier verlinkte Video weckt in mir Erinnerungen an 1996. Darin schildert der Sprecher, wie er als Atheist zum Koran griff (in typisch deutscher Manier: kritisch-rational prüfend mit eher akademisch anmutendem Herangehen) und auf diesem Wege Klarheit gewann:
      https://www.youtube.com/watch?v=YXDusOPDvtA

      Ich wünsche Ihnen alles Gute!

      Voller Segen ist Er, Der die Unterscheidung zu Seinem Diener herabgesandt hat, auf daß er ein Warner für die Welten sei.
      Er (ist es), Dessen das Königreich der Himmel und der Erde ist, Der Sich keinen Sohn genommen hat und Der keinen Partner im Königreich hat und Der jegliches Ding erschaffen und ihm das rechte Maß gegeben hat.
      (Koran 25:1-2)

  7. Attila Varga

    Als überzeugter Katholik kann ich Ihrem Artikel nur zustimmen. Hitlers Nationalsozialismus war eine Bewegung mit gnostisch-satanischen Wurzeln und ist daher für gottgläubige Menschen nicht annehmbar. Aber in meiner ungarischen Heimat wurde nach 1945 die Salamitaktik angewandt: Nacheinander wurden alle Gegner und Konkurrenten des Stalinismus zu Faschisten und Reaktionären erklärt (auch Opfer des Nazis!) und vernichtet. Eine ähnliche Salamitaktik wird im Moment auch von den Globalisten angewandt.JEDER, der nicht völlig ins Mainstream passt, muss damit rechnen, eines Morgens als frischgebackener Nazi aufzuwachen, egal ob er Muslim, Christ oder Jude, Konservativer, Linker oder Libertärer ist.

    Antworten
  8. Feminismus ist vom Shaytan

    Die Tatsache, dass die beiden Linken hier bis jetzt noch nicht auf meinen Einwand reagierten, sagt mehr als tausend Worte.

    Antworten
    • Wunna

      Es war mir einfach zu doof, darauf einen Kommentar abzugeben, da Sie ja sowieso nur immer im Gleichschritt marschieren:
      Links, links – nur aus dieser Ecke stinkts.

    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Vielleicht definieren wir die Richtungsbegriffe innerhalb des politischen Spektrums einfach nur unterschiedlich. Wenn Sie von „Rechten“ sprechen, meinen sie möglicherweise Nazis und andere Rassisten. Diese liegen für mich z.B. ebenfalls im linken Spektrum. Für mich ist jeder politische Kollektivismus, egal ob nach Rasse oder Klasse, links. Rechts verorte ich Nomokratie, Monarchie, Aristokratie, Hierarchie usw.

      Alles von rechts ist natürlich nicht per se gut, aber die Richtung ist richtiger …

    • Wunna

      Im Wesentlichen kann ich mich der Antwort von Aphelotes anschließen.
      Mir liegt das soziale Wohl und ein menschliches Miteinander am Herzen. Wenn das für Sie links ist, dann können Sie mich so bezeichnen.
      Aber dann war Mohammed vielleicht auch ne rote Socke, weil er sich für Arme und für die Frauen damals eingesetzt. hat. Einige wollen ja darin auch einen frühen islamischen Sozialismus erkennen und die Idee, Islam und Sozialismus miteinander zu verbinden, ist nicht neu.
      Definieren Sie doch einfach mal, was für Sie links bedeutet und warum Sie so eine Abneigung dagegen haben. Wie gesagt, links ist nicht links sowie Islam für mich auch nicht gleich Islam ist.
      Dass Sie sich selbst als Muslim reaktionär sehen, okay. Das heißt aber nicht, dass alle so sein müssen.
      Zum zweiten Punkt: Die Linken als den Sündenbock für die Entwicklung (wie die Frühsexualisierung, Gender, Homoehe…) auszumachen, ist mir auch einfach zu einseitig. Denn wie Aphelotes schon schreibt, sind vielerorts Parteien an der Macht, die eher mittig – rechts zuzuordnen sind und ebenso für diese Entwicklung verantwortlich sind.
      Und manches davon sehe ich auch kritisch. Es ist einfach nötig, immer zu hinterfragen, was für eine Gesellschaft nützlich ist und da steht die Familie für mich schon im Fokus.
      So Sie müssen nun nicht die Linken umarmen. Aber ein etwas offener Blick würde Ihnen vielleicht gut tun.

  9. Feminismus ist vom Shaytan

    @Wunna;

    Es ist ein weiterer beliebter Versuch von Linken, Muslime für die linke Ideologie zu vereinnahmen, indemman versucht, ihnen ein zu reden, der Islam sei eine linke Ideologie – indem man also den Islam instrumentalisiert. Im Übrigen Ihre beiden Versuche ihr Links-Sein abzu streiten ist genauso so absurd wie der Versuch einer Ente, die quakt, watschelt und sich ansonsten wie eine Ente verhält, ab zu streiten, dass es sich bei ihr um eine Ente handelt.
    Leute, die von sich behaupten, Muslime zu sein und meinen der Islam sei sozialistisch sind Ketzer und Häretiker(und sind außerdem eine verschwindend geringe Minderheit – eben wie Maziek und andere Funktionäre und Agenten der Linken innerhalb unserer Gemeinde, es sind übrigens häufig arabische Christen des linken Flügels der PLO gewesen, die uns einreden wollten, der Islam sei sozialistisch – im Auftrag der Sowjets, um Muslime für den Sozialismus zu vereinnahmen – so wie Sie das gerade versuchen).
    Unser Prophet – Frieden und Segen auf ihm – hat sich in der Tat für Arme und Frauen eingesetzt, für damalige arabisch-beduinische Verhältnisse vor allem waren die Reformen damals in der Tat fortschrittlich – vom Standpunkt des westlichen Sozialismus schon seit seinen Anfängen aus betrachtet hingegen ist der Islam erzreaktionär. Der Islam brachte etwa Rechte für Arme und Frauen, aber eben vor allem keine in Form sozialistischer Umverteilung oder einer (kompletten) Abschaffung des Patriarchats.

    Antworten
  10. kevin

    Mashaallah! Habe nicht so einen guten Beitrag erwartet.
    Diese Angelegenheit ist absolut wichtig. Für solche Aktionen kann man sich nur schämen. Möge Allah diese Leute und uns auf den geraden Weg führen…
    Möge dich Allah für wertvollen diesen Beitrag auch reichlich belohnen.

    Antworten

Antworten