Rezension: Das Heben der Hände im Gebet

4 Kommentare

Vor einiger Zeit wurde mir das kleine Büchlein „Das Heben der Hände im Gebet“ zugeschickt und trotz des schon etwas älteren Erscheinungsdatums, habe ich mich nicht davon abhalten lassen, einen eingehenderen Blick in das vom „Darul Kitab Verlagshaus“ veröffentlichten Werk zu tätigen und für den Leser in Worte zu kleiden.

Die vorliegende Schrift stammt von keinem geringeren als ʼImām Al-Buḫārī (194 – 256 n.H.), dem wohl wichtigsten Überlieferer der Tradition des letzten Propheten Muhammad (sAs). In späterer Zeit sah es der Großgelehrte und auch weltweit bekannte ʼImām Ibn Hadschar al-ʿAsqalānī (773 – 852 n. H.) als notwendig an, dieses kleine Werk wieder in das Bewusstsein der islamischen Gemeinschaft zu rücken. Das „Darul Kitab Verlagshaus“ hat vor einigen Jahren das Buch ins Deutsche übersetzen und publizieren lassen, um somit auch dem deutschsprachigen Leser dieses aufschlussreiche Werk zugänglich zu machen.

 Der Inhalt des Werkes

Das Buch „Das Heben der Hände im Gebet“ ist eine Art Kompendium von Überlieferungen und damit einhergehenden Erklärungen von ʼImām Al-Buḫārī – dabei ist es aber kein klassisches Fiqhwerk! – das sich thematisch mit der titelgebenden Akribie der Ḥadīṯwissenschaft des Hände hebens während des rituellen Pflichtgebets widmet. Anhand eines Beispiels wird dieses verdeutlicht:

 

 

Es wird also in unterschiedlichen Variationen die Haltung der Hände des Propheten Muhammad (sAs) beim Gebet thematisiert und diskutiert. Dabei wird kritisch abgewogen, welche Überlieferung stärker zu bewerten ist.

Nun mag vielleicht so mancher potentielle Rezipient des Werkes denken: Ein ganzes Buch über das Hände heben? Der zukünftige Leser der Schrift muss wissen: Der Verlag folgt seit Jahren konsequent dem Grundsatz, die Sunnah des Propheten (sAs) zu verteidigen. Hier lässt sich auch mit dem Worten des Verlages erwidern:

 „Hierbei stellt die Thematik der Ḥadīṯe, nämlich „das Heben der Hände im Gebet“ ein Beispiel dar, welches genauso gut auf jede andere authentische Sunnah des Gesandten Aḷḷāhs (Friede und Barmherzigkeit Aḷḷāhs auf ihm) übertragen werden kann.“

Anhand von 118 Überlieferungen wird nun aber die genannte Körperhaltung ausführlich behandelt. Der deutschsprachige Text besteht aber letztlich doch nur aus fast 23 Seiten. Warum ist dieses Büchlein dennoch auf 112 Seiten angewachsen?

 Der Aufbau und die Einordnung des Buches

Die große Stärke des Buches besteht nämlich darin, dass es nicht nur Kurzbiografien der genannten Gelehrten darlegt, sondern auch eine parallele Übersetzung in die türkische Sprache bietet. Des Weiteren wird ganz am Ende des Werkes der arabische Originaltext wiedergegeben. So können Leser unterschiedlicher sprachlicher Prägung, sich mit dem Buch „Das Heben der Hände im Gebet“von ʼImām Al-Buḫārī beschäftigen. Kritisch zu sehen ist allerdings wieder die zu kleine Schrift und auch die gelbstichige Färbung der Seiten, welche das Studieren zusätzlich erschwert.

Die Schrift eignet sich aber nicht für jeden Muslim oder gar als DaʿwaMaterial für Nichtmuslime. Gerade neu-praktizierenden Geschwistern wird die Detailliertheit sicherlich etwas überfordern. Das liegt einfach daran, dass hier mit einer großen Penibilität das Thema aufbereitet wird. Dieses wiederum ist zwar auch für „Neulinge“ durchaus interessant, aber jene Geschwister sollten sich zuerst mit der grundlegenden Glaubenslehre des Islams auseinandersetzen. Erst im Prozess der weiteren Religionsausübung kommen konkretisierte Fragen auf, sodass der Muslim durchaus auf dieses Werk zurückgreifen kann. Gerade schon länger praktizierende Muslime, die sich nicht scheuen, auch die Auseinandersetzung mit spezifisch-exakten Sachfragen zu suchen, werden an diesem Werk ihre Freude haben.

Bestellen könnt ihr das Buch hier.

Imām Al-Buḫārī/Rafʽul-Yadayn: Das Heben der Hände im Gebet, Darul Kitab Verlagshaus, Heidelberg 2012, 112 Seiten, 8,00 Euro.

Ähnliche Beiträge

4 Antworten auf “Rezension: Das Heben der Hände im Gebet”

  1. Umm Mousa

    Salamualeikum wa rahmatullahi wa barakatuh,

    Ich habe eine frahe bzw bitte, und poste die einfach hier in den kommentarbereich.
    Im Forum gab es die „PDF Ecke“ und nun suche ich ständig nach PDFs die ich dort damals gefunden habe, aber durchs Wechseln der Handys etc nicht mehr habe.

    Es gab auch den Bereich in dem über Sekten aufgeklärt wurde.

    Gibt es vielleicht eine Seite oder einen Telegram Channel indem man diese Sachen findet? Und wenn nicht, wäre es vielleicht machbar soetwas zu starten?

    Antworten
  2. Nando-Dragan Nuruddin Augener

    Nando-Dragan Nuruddin Augener

    Wa alaykum salam wa rahamtullahi wa barakatuh geehrte Schwester,
    das Forum ist seit etwa fünf Jahren geschlossen und deshalb sind auch sämtliche Beiträge/PDFs nicht mehr abrufbar/verfügbar.
    Wir von ahlu-sunnah.com haben keine weiteren Seiten und Kanäle in dem wir Dokumente deren Urheber wir nicht sind bereitstellen, da wir auch nicht die Haftung für externe Inhalte übernehmen wollen.
    Ich würde demnach so vorgehen, dass ich eine gezielte Fragestellung im Internet eingebe und dann danach recherchiere. Evtl. würden sich sicherlich auch alternative Suchmaschinen anbieten, die mitunter ungefiltertere Informationen zu einem speziellen Thema auflisten.

    Antworten
    • Umm Mousa

      Das hab ich gemacht, aber meistens kommt man dann auf so cloud seiten wo man nicht weiß ob das nun wirklich die PDF ist oder ein Virus. Aber ich werde mal weitersuchen. Schade dass die PDFs nicht gesammelt sind ich hätte damit gerne einen Channel bei Telegram erstellt.

      Jazakallahu khayran wa salam aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh

  3. Nando-Dragan Nuruddin Augener

    Nando-Dragan Nuruddin Augener

    Assalamu alaykum wa rahmatullahi wa barakatuh geehrte Umm Mousa,
    wa anti fa jazaki Allahu khayran.
    Diese Problematik ist allgemein bekannt. Leider existiert keine gesammelte PDF-Sammlung. Ich denke aber auch, dass eine wahllose PDF-Sammlung bereitzustellen nicht zielführend ist. Je nach dem jeweiligen Kontext würde ich nach religiösen, spirituellen und politischen Bedarf nach Texten recherchieren und die mit Interessierten teilen. Empfehlenswert ist oftmals archive.org, wo sich so manche „Perle“ befindet. Des Weiteren würde ich die Potentiale alternativer Suchmaschinen wie „duckduckgo.com“ ausschöpfen. Ich wünsche viel Erfolg!

    Antworten

Antworten