Nachrichten von einem Khariji – Zwei Berichte

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Wer sich mit der menschlichen Geschichte befasst, entdeckt auch in deren lange zurückliegenden Episoden immer wieder vertraute Gesichter. Besonders mit der muslimischen Geschichte kann ]es dem aufmerksamen Beobachter so ergehen. So wurde ich vor kurzem auf einen Bericht aus dem 1. Jahrhundert nach der Hijra aufmerksam, der mich an einige unserer heutigen Brüder denken ließ. Die Handlung spielt im Norden Irans, in Ar-Ray (nahe dem heutigen Teheran) und vor allem dem nördlich davon an der Südküste des Kaspischen Meeres gelegenen Tabaristan. Seine Hauptfiguren sind der Khâriji Qatari ibn Al-Fujâ’ah, ein stolzer Araber aus Banî Tamîm, und seine Restgefolgschaft an Azraqiten, ferner der Spahbad (so der Titel des damaligen nichtmuslimischen persischen Herrschers von Tabaristan) namens Dabuya, und schließlich Sufyân ibn Al-Abrad, ein umayyadischer Heerführer mit Herkunft aus Banî Kalb. Ich fand diesen so interessant, dass ich weitersucht und auf eine zweite Darstellung der gleichen Angelegenheit stieß. Da diese zwei Erzählungen sich gegenseitig inhaltlich ergänzen, möchte ich sie beide hier in Übersetzung (durch mich) vorstellen.

 

[Bildquellen für die Münze des Qatari
und die Karte von Tabaristan:
Wikipedia bzw. Wikimedia.]




Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm

Wa-l_h°amdu li-Llâhi Rabbi_l-3âlamîn(a), wa-s°alâtu_Llâhi wa-salâmuhû 3alâ rasûlihi_l-karîm(i).
Ash.hadu an lâ ilâha illâ_Llâh(u) wa-anna sayyidanâ Muh°ammadan 3abduhû wa-rasûluh(û).
As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

 

Es berichten uns zwei bekannte muslimische Historiker, Al-Ya`qûbi und Al-Balâdhuri.
Al-Ya`qûbi schreibt in seinem Historienwerk:

Als aber Qatari ibn Fujâ’ah At-Tamîmi mit 22.000 seiner Männer, dem ihm treu gebliebenen Teil der Azâriqah, bis nach Tabaristan gekommen war, schickte er einen Gesandten zum Spahbad, dem persischen Fürsten des Landes, und ließ bei diesem erbitten, dass er sie friedlich in ihr Land kommen lasse. Dies wurde ihnen gewährt und so geschah es. Als aber die Verletzten und Kranken unter seinen Männern genesen waren und ihre Reit- und Lasttiere sich erholt hatten, schickte der Qatari erneut einen Abgesandten zum Spahbad, ihm den Islam als eine Möglichkeit darzulegen, er könne sich aber auch unterwerfen und die Jizyah, die Steuer für Nichtmuslime unter muslimischer Herrschaft entrichten. Da entsandte der Spahbad einen Boten zu Abu Na`âmah, wie sich der Qatari im Kriege nannte, und den Azâriqah und sagte darin:
„Verfolgt und gehetzt als Flüchtlinge, so seid du und Deine Männern zu mir gekommen, und ich habe dir und den Deinen Schutz und Herberge gewährt. Und jetzt schickst du mir eine solche Aufforderung? Du bist der Niedrigste und Hinterhältigste von allen Menschen auf Erden!“
Darauf antwortete ihm der Qatari, dass es ihm nach dem islamischen Gesetz nicht anders erlaubt sei. Und so rückte der Spahbad mit seinen Truppen gegen ihn aus, ihn und seine Leute zu bekämpfen. In den Kämpfen fielen der Sohn, der Bruder und der Vaterbruder des Spahbad, und er erlitt Niederlage auf Niederlage und müsste zurückweichen, bis er mit seinen Leuten schließlich südlich von Tabaristan im Gebiet von Ar-Ray anlangte; der Qatari aber errang aber so die Herrschaft über Tabaristan.
Und so gelangte der Spahbad zum umayyadischen Truppenführer Sufyân ibn Al-Abrad, dem Kalbiten, der damals Ar-Ray im Auftrag von Al-Hajjâj verwaltete. Sufyân hatte sich bereits für den Kampf gegen die Azâriqah gerüstet, und nun ließ der Spahbad ihn und seine Männer über einen Schleichweg nach Tabaristan hineinbringen. Daraufhin besiegte Sufyân den Qatari und dieser wurde getötet; seinen Kopf ließ Sufyân aber an den Hajjâj senden. Dies geschah im Jahre 79 nach der Hijrah.

Aus Al-Ya`qûbis „Ta’rîkh“, aus dem Kapitel „Die Periode von Abdul Malik ibn Marwân“ im 2. Band; in der ersten Druckausgabe bei Brill, Leyden 1883, Hrsg. v. M. Th. Houtsma, auf S. 329 f., in der neueren Ausgabe bei Alaalami, Beirut 2010, Bd. 2, auf S. 194; Übersetzung Abdussalam b.A.; für den vokal.Originaltext, die wörtl. Übersetzg. und Links siehe hier; die 22.000 Mann werden in Ya`qûbis Text kurz nicht im hier übersetzten Ausschnitt erwähnt, sondern zwei Sätze zuvor.

Al-Baladhûri berichtet in Band 7 seines Werkes über die Edlen der arabischen Muslime:

Und Qatari zog mit seinen Männern weiter in Richtung Khorasan, wandte sich dann aber davon ab und machte sich zum Spahbad nach Tabaristan auf. Nachricht davon erreichte den Spahbad und der schickte Sendboten zu Qatari und den Khawârij, diese zu fragen, was denn ihr Anliegen sei. Da sprach der Qatari:
„Wir sind Leute, die die schlimme Unterdrückung ihres Herrschers nicht mehr ertragen haben und sich daher von diesem getrennt haben und weggegangen sind. Wir sind auch Menschen, die niemals irgendjemanden unterdrücken oder ihm Unrecht zufügen, oder einen berauben oder sich irgendwo gegen den freien Willen der Bewohner niederlassen würden.“
Da erteilte ihnen der Spahbad die Erlaubnis, in sein Land zu kommen, und so kam der Qatari mit seinen Leuten nach Tabaristan. Als der Qatari und die Khawarij sich aber häuslich niedergelassen und sich erholt hatten, entsandte er eine Botschaft an den Spahbad, in der er ihn aufforderte, den Islam anzunehmen oder als andere Möglichkeit die Jizyah anbot. Der Spahbad sprach zu dessen Gesandten:
„Richtet ihm dies von mir aus: Du bist als Flüchtling mit den Deinen zu mir gekommen, und wir haben dir Herberge und Schutz geboten und dich nur gut behandelt. Und jetzt wagst du es, mir eine derartige Botschaft zu senden?“
Der Qatari ließ ihm aber als Antwort entgegnen:
„Wahrlich, es ist mir nach unserem religiösen Gesetz nicht anders als so zu verfahren gestattet!“
Da rückte der Spahbad mit seinen Truppen an, um ihn und die Khawarij aus dem Land zu schaffen, aber Qatari griff ihn erfolgreich an und besiegte ihn. Dabei kamen der Sohn und der Bruder des Spahbad ums Leben, und es war der Spahbad, der das Land verließ und der schließlich mit seinen Leuten bis nach Ar-Ray gelangte, und Qatari, der über Tabaristan die Oberhand erlangte. Der Fürst von Tabaristan aber traf in Ar-Ray auf Sufyân ibn Al-Abrad, der schon soweit vorgerückt war. Der Spahbad legte seine Hand in dessen Hand und sprach:
„Ich werde dich auf einem Schleichwege nach Tabaristan bringen, so dass du über ihn kommen kannst, ohne dass er es merkt, bevor es zu spät ist.
Und so machte er es, und Sufyan und seine Männer bekriegten dann den Qatari, unterstützt vom Spahbad und seinem Gefolge persischer Edler. [Hier folgt ein längerer Bericht der verschiedenen Erzählungen, wie der Qatari erschlagen wurde.] Und so starb der Qatari, und sein abgeschlagenes Haupt schickte Sufyân zu seinem Befehlshaber.

Aus Balâdhuris „Ansâb Al-Ashrâf“, Aus dem Buch über Banî Ummayah, dort weiter hinten im Kapitel „Vom Tod des Qatari ibn Fuja’ah“; in der Ausgabe von Dar-al-Fikr, Beirut 1996, Bd.7, auf S. 439; Übersetzung Abdussalam b.A.; für den vokal.Originaltext, die wörtl. Übersetzg. und Links siehe hier.

Für dieses Mal möchte ich es beim unkommentierten Eindruck dieser beiden m.E. sehr aufschlussreichen Berichte belassen. Weitere Information findet der interessierte Leser in den Anmerkungen. In einem kommenden zweiten Teil würde ich mich dann gerne, bi-idhniLlâhi ta`âlâ, der Analyse dieser Geschichte widmen. Alle Leser sind natürlich jetzt schon herzlich eingeladen, ihre Eindrücke und Gedanken in einem Kommentar darzustellen.
Hinweise auf Fehler im Text, in der Übersetzungen oder an anderer Stelle sind jederzeit äußerst willkommen.
Leserbriefe können als Kommentar eingestellt oder als Email an mich gesendet werden.

 

[Bildquellen für die Münze des Qatari
und die Karte von Tabaristan:
Wikipedia bzw. Wikimedia.]




Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.

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10 Antworten auf “Nachrichten von einem Khariji – Zwei Berichte”

  1. Abdussalam bin Abdillah
  2. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah


    Anmerkungen zum Text von Al-Ya`qûbi:

    1. Allgemeine Informationen und bibliographische Daten

    2. Der arabische Originaltext mit Vokalisierung / Tashkîl

    3. Eine wörtliche Übersetzung durch mich

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      1. Allgemeine und bibliographische Informationen:

      Autor: Abu_l-`Abbâs Ahmad Ibn Is.hâq Ibn Wâdih Al-Ya`qûbi, gest. 284 n.d.Hijra (897 christl.Ztrg.).
      Werk: Seine „Historie“, At-Ta’rîkh bzw. Ta’rîkh Al-Ya`qûbi.

      Davon wurden hier zwei Druckausgaben benutzt, und zwar die erste überhaupt:
      Ta’rîkh Al-Ya`qûbi, Hrsg. v. M. Th. Houtsma, 2 Bde., Brill, Leyden 1883 (f.d.hier übersetzten Texte siehe dort S. 329 f.).
      Außerdem: Ta’rîkh Al-Ya`qûbi, Alaalami, Beirut 2010, 2 Bde. (f.unser Zitat s.S. 194).

      Der Textausschnitt ist auch oben neben der Übersetzung des Zitats als Bild angezeigt, zuerst aus der Leydener, dann aus der Beiruter Ausgabe.

      Im Internet kann man das Buch als PDF u.a. hier finden:

      1. Leydener Ausgabe:
      https://ia802605.us.archive.org/9/items/AlYaquobi/2.pdf
      https://upload.wikimedia.org/wikisource/ar/2/26/%D8%AA%D8%A7%D8%B1%D9%8A%D8%AE_%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%AF_%D8%A8%D9%86_%D8%A3%D8%A8%D9%8A_%D9%8A%D8%B9%D9%82%D9%88%D8%A82.pdf

      2. Die verwendete Beiruter Ausgabe von 2010:
      https://ia800409.us.archive.org/18/items/almoamltv_gmail_2/%D8%AA%D8%A3%D8%B1%D9%8A%D8%AE%20%D8%A7%D9%84%D9%8A%D8%B9%D9%82%D9%88%D8%A8%D9%8A%20-%20%D8%AC2.pdf

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      2. Der arabische Originaltext von Al-Ya`qûbi, vokalisiert durch mich, Abdussalam b.A.:

      وَلَمَّا صَارَ قَطَرِيٌّ إِلَى طَبَرِسْتَانَ أَرْسَلَ إِلَى اصْبَهْبَذَ يَسْأَلُهُ أَنْ يُدْخِلَهُ بِلَادَهُ وَسَمِعَ لَهُ وَفَعَلَ فَلَمَّا بَرَأَتْ جَرَحُهُمْ وَسَمِنَتْ دَوَابُّهُمْ أَرْسَلَ إِلَيهِ قَطَرِيٌّ فَعَرَضَ عَلَيهِ الْإِسْلَمَ أَوْ يُؤَدِّي الْجِزْيَةَ صَاغِرًا وَوَجَّهَ إِلَيهِ أَبَا نَعَامَةَ فِي الْأَزَارِقَةِ فَقَالَ الِاصْبَهْبَذُ جِئْتَنِي طَرِيدًا شَرِيدًا فَآوَيتُكَ ثُمَّ تُرْسِلُ إِلَيَّ بِهَذَا أَنْتَ أَلْأَمُ مَنْ فِي الْأَرْضِ فَقَالَ أَنَّهُ لَا يَجُوزُ فِي الدِّينِ غَيرَ هَذَا فَخَرَجَ الِاصْبَهْبَذُ يُحَارَبُهُ فَقُتِلَ ابْنُهُ وَأَخُوهُ وَعَمُّهُ فَانْهَزَمَ الِاصْبَهْبَذُ حَتَّى صَارَ إِلَى الرَّيِّ فَاسْتَولَى قَطَرِيٌّ عَلَى طَبَرِسْتَانَ وَصَارَ الِاصْبَهْبَذُ إِلَى سُفْيََانَ بْنِ الْأَبْرَادِ الْكَلْبِيِّ وَهُوَ يَومَئِذٍ عَامِلُ الرَّيِّ قَدْ تَهَيَّأَ لِقِتَلِ الْأَزَارِقَةِ فَأَدْخَلَهُ طَبَرِسْتَانَ مِنْ طَرِيقٍ مُخْتَصَرَةٍ فَقَتَلَ قَطَرِيًّا وَبَعَثَ بِرَأْسِهِ إِلَى الْحَجَّاجِ سَنَةَ ٧٩

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      3. Eine wörtliche Übersetzung durch mich, Abdussalam b.Abdillah:

      Und als Qatariy bis nach Tabaristan kam, schickte er dem Spahbad [eine Botschaft] und bat, dass [dieser] ihn in sein Land lasse. [Dieser] gewährte ihm das [erbetene] und [Qatariy] handelte [dementsprechend].
      Als aber ihre Wunden [i.e. die der Männer des Qatariy] verheilt und ihre Reit- und Lasttiere [wieder] fett geworden waren, sandte Qatariy [erneut einen Abgesandten] zu ihm [d.h. dem Spahbad] und [jener] legte ihm den Islam [als eine Alternative] dar oder er müsse die Jizyah zahlen und sich unterwerfen. Da richtete [der Spahbad eine Botschaft] an [durch einen Boten] an Abu Na`âmah in [seinen] Azâriqah und sagte [weiter]: „Du bist zu mir als gehetzter und verfolgter Flüchtling gekommen, und ich habe dir Herberge gewährt. Und jetzt lässt du mir eine derartige Botschaft zukommen? Du bist der Niederträchtigste von allen, die auf der Erde [laufen].“ Da sagte [der Qatariy], dass es im [islamischen religiösen] Gesetz nicht anders erlaubt sei.
      Also rückte der Spahbad [mit seinen Truppen] aus, ihn zu bekämpfen, und es wurden [dabei] sein Sohn, sein Bruder und sein Onkel [d.h. wohl des Spahbad] getötet, und der Spahbad erlitt Niederlagen, bis er nach Ar-Ray kam, und Qatariy bemächtigte sich [der Kontrolle über] Tabaristan. Und [so] kam der Spahbad zu Sufyân ibn Al-Abrad Al-Kalbiy, der zu diesem Zeitpunkt über Ar-Ray amtete. [Dieser] hatte sich schon zum Kampf gegen die Azâriqah gerüstetet und nun brachte ihn [der Spahbad] auf einem Schleichwege nach Tabaristan hinein, und so [besiegte und] tötete er den Qatariy und übersendete dessen Kopf [durch einen Boten] an Al-Hajjâj im Jahre 79 [n.d.Hijra].

  3. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah


    Anmerkungen zum Text von Al-Balâdhuri:

    1. Allgemeine Informationen und bibliographische Daten

    2. Der arabische Originaltext mit Vokalisierung / Tashkîl

    3. Eine wörtliche Übersetzung durch mich

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    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      1. Allgemeine und bibliographische Informationen:

      Autor: Abu_l-`Abbâs Ahmad Ibn Yahyâ Ibn Jâbir Al-Balâdhuri, gest. 278/279 n.d.Hijra (892 christ. Ztrg.)
      Werk: Ansâb al-Ashrâf, etwa: „Genealogie der Edlen“, nach Personen und diese nach ihrer Abstammung geordnet.

      Davon wurden hier eine Druckausgabe benutzt, und zwar eine relativ neue:
      Ansâb al-Ashrâf, Dar-al-Fikr, Beirut 1996, Bd.7, unser Text dort auf S. 439.

      Der Textausschnitt ist auch oben neben der Übersetzung des Zitats als Bild angezeigt.

      Im Internet kann man das Buch als PDF u.a. hier finden:

      a.) http://waqfeya.com/book.php?bid=9761

      b.) https://ia800501.us.archive.org/31/items/FP32796/07_32802.pdf

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      2. Der arabische Originaltext von Al-Balâdhuri, vokalisiert durch mich, Abdussalam b.A.:

      وَمَضَى قَطَرِيٍّ فِي طَرِيقِ خُرَسَانَ ثُمَّ عَدَلَ يُرِيدُ الِاصْبَهْبَذَ بِطَبَرِسْتَانَ
      وَبَلَغَ الِاصْبَهْبَذَ ذَلَكَ فَبَعَثَ إِلَى قَطَرِيٍّ وَالْخَوَارِجِ يَسْأَلُهُمْ عَنْ أَمْرِهِم فَقَالَ قَطَرِيٌّ نَحْنُ قَومٌ أَنْكَرْنَا جَورَ سُلْطَانِنَا فَتَنَحَّينَا عَنْهُ وَنَحْنٌ قَومٌ لَا نَظْلِمُ أَحَدًا وَلَا نَغْصِبُهُ وَلَا نَنْزِلُ عَلَيهِ إِلّا بِرِضَاهُ فَأَذِنَ لَهُ الِاصْبَهْبَذُ فِي دُخُولِ بِلَادِهِ فَدَخَلَ قَطَرِيٌّ طَبَرِسْتَانَ فِي أَصْحَابِهِ فَلَمَّا اسْتَقَرَّ بَعَثَ إِلَى الِاصْبَهْبَذِ يَدْعُوهُ إِلَى الْإِسْلَمِ أَوِ الْجِزْيَةَ فَقَالَ الِاصْبَهْبَذُ لِرُسُلِهِ قُولُوا لَهُ أَنْتَ رَجُلٌ دَخَلْتَ بِلَادَنَا طَرِيدًا فَآوَينَاكَ وَأَحْسَنَّا إِلَيكَ فَتَبْعَثُ إِلَيَّ بِمِثْلِ هَذِهِ الْرِسَالَةِ فَأَرْسَلَ إِلَيهِ إِنَّهُ لَا يَسَعُنِي فِي دِينِي غَير هَذَا فَصَارَ الِاصْبَهْبَذُ إِلَيهِ لِيُخرِجَهُ عَنْ بِلَادِهِ فَأَوقَعَ بِهَ قَطَرِيٌّ وَهَزَمَهُ وَقُتِلَ ابْنُهُ وَأَخُوهُ فَخَرَجَ حَتَّى أَتَى الرَّيَّ
      وَغَلَبَ قَطَرِيٌّ عَلَى طَبَرِسْتَانَ وَأَتَى الَطبَرِيُّ سُفْيََانَ بْنَ الْأَبْرَادِ وَقَدْ وَافَى االرَّيَّ فَوَضَعَ يَدَهُ فِي يَدِهِ وَقَالَ لَهُ اُدْخِلُكَ عَلَيهِ فِي طَرِيقٍ مُخْتَصَرَةٍ حَتَّى تُوَافِيهِ وَهُوَ لَا يَشْعُرُ بِكَ فَفَعَلَ فَقَاتَلَ سُفْيََانُ وَمَنْ مَعَهُ قَطَرِيًّا وَأَعَانَهُ الِاصْبَهْبَذُ وَأَسَاوِرَتُهُ […] قُتِلَ قَطَرِيٌّ وَبَعَثَ سُفْيََانُ بِرَأْسِهِ […]

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      3. Eine wörtliche Übersetzung durch mich, Abdussalam b.A.:

      Und Qatari marschierte weiter auf dem Weg nach Khorasan, bog dann aber ab, um zum Spahbad nach Tabaristan zu streben. Und dies erreichte den Spahbad und er schickte [Boten] zum Qatari und [seinen] Khawârij, sie über ihre Vorhaben zu fragen. Da sagte der Qatari [zur Antwort]:
      „Wir sind Leute, die die Ungerechtigkeit ihres Herrschers nicht [mehr] ertragen haben und so sind wir von ihm fortgegangen. Und wir sind Leute, die nie jemandem Unrecht tun, oder ihn berauben oder außer mit seinem [freien] Einverständnis bei ihm Wohnung nehmen.“
      Und so gab der Spahbad Erlaubnis zu[ ihre]m Betreten seines Landes, und der Qatari kam inmitten seiner Männer nach Tabaristan hinein. Und als er sich [gut] niedergelassen hatte, schickte er [erneut] Boten zum Spahbad, ihn zum Islam zu rufen, oder zur Jizyah [als Alternative aufzufordern]. Da sagte der Spahbad zu dessen Gesandten:
      „Sagt ihm: Du bist ein Mann, der als Flüchtling in unser Land gekommen ist, und wir haben dir Schutz und Herberge gegeben und haben uns [nur] gut zu dir verhalten, und [jetzt] schickst du zu mir mit so etwas wie dieser Botschaft?“ Und [Qatari] ließ ihm [als Antwort] ausrichten: „Wahrlich, es ist mir in meinem Dîn / meiner Religion nicht anders als dies erlaubt.“
      Da kam der Spahbad [mit seinen Truppen] zu ihm, um ihn [und seine Männer wieder] aus seinem Land zu schaffen, und Qatari griff ihn an und besiegte ihn, und sein Sohn und sein Bruder wurden getötet; so verließ [der Spahbad] Tabaristan, sodass er nach Ar-Ray gelangte. Und der Qatari obsiegte über Tabaristan, und der von Tabaristan kam zu Sufyân ibn Al-Abrad, und der war damals schon in Ar-Ray eingetroffen. [Der Spahbad] legte also seine Hand in dessen Hand und sprach zu ihm:
      „Ich werde dich auf einem abgekürzten Wege über ihn bringen, bis du bei ihm bist, er sich dessen aber nicht gewahr sein wird [= überrascht sein wird].“
      Und so machte [der Spahbad] es, und Sufyân und, wer mit ihm war, bekämpften den Qatari, und es halfen ihnen der Spahbad und sein [Gefolge von] persischen Edlen.
      […] Der Qatari wurde [schließlich] getötet und Sufyân sandte seinen Kopf [an seinen Vorgesetzten].

  4. Aisha bint Ali

    AsSalamu aleykum wa Rahmatullah

    Ma sha Allah, eine sehr interessante Geschichte, und vor allem eine sehr schöne und ordentliche Bearbeitung und Übersetzung der Texte. Auch die ausgewählten Bilder passen sehr gut.

    Wirklich sehr angenehm und fließend zu lesen. Barakallahu feek.

    AsSalamu aleykum

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