Eine etwas andere Art der Ermahnung

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Von glaubwürdiger muslimischer Seite sind mir jüngst folgende Informationen über die neuesten Innovationen im Bereich „geschwisterliche Ermahnungen auf beste Weise“, „innere Da’wah“ bzw. „Aufrufen zum Guten und Verwehren des Übels“ zugespielt worden. Diese, aber auch die verwirrten Fragen meiner Jâhil-Wenigkeit, möchte ich mit den edlen Lesern dieses Blogs teilen:

Ein mir bekanntes muslimisches Ehepaar hat Anfang dieses Jahres beschlossen, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Sie waren beide vorher in einem Angestelltenverhältnis tätig und wollten das nicht mehr, und so entschieden sie sich endlich zu diesem doch mutigen Schritt. Beide haben die gleiche muslimische kulturell-ethnische Herkunft, und in ihrem eigenen Geschäft wollten sie die Spezialitäten ihrer Heimat an den zahlungskräftigen Mann bringen. Allerdings gibt es von Gaststätten solcher Art einige in dieser mittelgroßen Stadt. Als ich vor einiger Zeit am Nachmittag an ihrem Lokal vorbeikam, dachte ich mir auch deshalb: „Der fünfte Inhaberwechsel innerhalb von zwei Jahren… Das kann ja heiter werden…“ Allerdings sollte es diesmal echt besser laufen als bei den Kollegen zuvor. Die ersten Wochen nach der Eröffnung war nicht allzu viel los, zumindest habe ich immer nur ein paar Leute drin gesehen. Eines Tages entschied sich der Mann, es mit ein wenig Prospektwerbung zu versuchen und hinterlegte ein paar Flyer mit der Erlaubnis des dortigen Vorstandes in einer hiesigen Moschee (die von einer anderen Ethnie dominiert wird). Soweit so gut. Nach dem der Laden ein wenig bekannter wurde, sah man auch die Leute fleißig ein- und ausgehen. Viele Büroangestellte aus der Stadt kamen zur Mittagszeit dorthin, einige standen sogar schon um 11:00 Uhr an der Theke und gaben ihre Bestellung auf. Der Rubel rollte ganz schön, wa-l-hamdu liLlah. Die beiden arbeiteten sich dabei natürlich auch krumm, so um die 60 bis 70 Stunden pro Woche für jeden waren normal. Da dieses muslimische Ehepaar einen Kinderwunsch hegt, wollten sie nun ihren alten VW gegen ein größeres Fabrikat aus dem süddeutschen Raum austauschen. Das nötige Kleingeld hierzu war mittlerweile, Frucht ihrer harten Arbeit, auch vorhanden. Sie dachten sich auch selbstverständlich nichts dabei, mit dem neu erworbenen Wagen zur Arbeit, ihrer Gaststätte, zu fahren. Dort stellten sie ihn, auch ganz selbstverständlich, auf dem für sie reservierten Inhaberparkplatz ab. Einige der Moscheegänger, ob nun von den Stammgästen oder jenen, die seltener die Küche der beiden genießen, haben dies anscheinend nicht so appetitlich gefunden. Also das mutige Abstellen eines Wagens der oberen Mittelklasse auf dem Inhaberparkplatz. Kurz darauf begannen die Belehrungen, also wichtige Informationen über die Vergänglichkeit dieser schnöden Dunya und des Geldverdienens und dergleichen Ermahnungen an sie. Dazu gesellte sich hintenrum schlechtes Gerede über die beiden. Es wurde in der erwähnten Moschee unter anderem verbreitet, dass das Ehepaar gar kein halal geschlachtetes Fleisch verkaufe und der Mann obendrein nebenher noch bei den Behörden „singe“… 

Ein Muslim, der sich selbst offensichtlich für recht gottesfürchtig hält, erlaubte sich schließlich sogar den Spaß, ihnen dieses geschmack- und wirkungsvolle Bild in den Briefkasten zu legen:

 

 

Was wollten die Autoren dieses „Briefs“ wohl erreichen?

Was den Adressaten mitteilen?

Welche Verhaltensveränderung erzielen?

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5 Antworten auf “Eine etwas andere Art der Ermahnung”

  1. Aisha bint Ali

    Aisha bint Ali

    AsSalamu aleykum wa Rahmatullah.

    Das ist doch unglaublich. Diese Muslime, die nur Missgunst und widerliches Verhalten zeigen und dies als Nasiha ausgeben.

    Ehrlich, heutzutage kann man von seinen „Geschwistern“ nichts mehr erwarten. Wenn sie einen in Ruhe lassen und mit ihrem „ich bin voll auf HackTM, du aber nicht“-Gelaber verschonen, ist das schon fast ein Geschenk.

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  2. Farhad

    Das Bild erinnert mich an ein Ereignis, das mir vor einigen Jahren wiederfahren ist. Ich hatte ein Bewerbungsgespräch in einem Unternehmen. Da die dort alle in Anzügen rumliefen, dachte ich mir, Anzug und Krawatte müssen beim Gespräch sein. Als ich mit dem Gespräch fertig war und zu Fuss nach Hause lief, traf einen bärtigen Bruder,den ich aus der Moschee sehr gut kenne und persönlich auch schätze. Er sah mich im Anzug, fragte wo ich war und lächelte. Das Lächeln schätzte ich allerdings falsch ein, denn er gab mit die „Nasiha“, dass trotz meines Outfits (zur Info, er hatte den typischen Salafi-Style an) wir beide am Ende im Grab landen werden. Ich nahm diesen Ratschlag an und fragte mich, weshalb er nicht irgendwie seine Freude ausgedrücken konnte, da das Gespräch ja sehr gut lief. Die nächsten „Ratschläge“ (eigentlich freche Unterstellungen) bekam ich einige Zeit später, nachdem ich dort anfing zu arbeiten. Verständlicherweise konnte ich dann nicht mehr regelmäßig in diese Moschee kommen und so musste ich mir anhören, ob ich etwa mit dem Gebet aufgehört habe oder warum lasse ich mich nicht mehr in der Moschee blicken. Dass ich arbeiten muss, galt als Begründung bei diesen Leuten natürlich nicht.

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  3. Mohammed Isa

    Mohammed Isa

    As-Selam Aleykum,
    Die Reichtum Feindlichkeit der hiesigen Muslime ist wirklich eine Schande. Insbesondere wenn jemand sein Geld durch ehrliche Arbeit verdient hat. Und das Gelaber von „Sein Fleisch ist nicht Halal Bruder X hat dort sogar im Müll rumgewühlt“ kenne ich auch aus Hamburg. Auf diese Leute, egal wie gut man sie kennt, sollte man wenig achten. In den absolut seltenen Fällen trifft das zu. Es ist eigentlich immer dem Neid geschuldet.
    Desweiteren hat die Feindlichkeit der Muslime gegen den Reichtum Einzelner dazu geführt das „(Hinterhofs)Moscheen“ der Alltag sind. Und selbst die können wir nicht anständig finanzieren.

    Was brauchen wir?
    Muslime die viel Geld verdienen damit sie viel spenden können. Und es ist nichts anstößiges daran sich mit dem „hart“ verdienten Geld eine schöne große Wohnung, ein Haus oder ein schönes Auto zu kaufen. Und wenn jemand nicht spenden will ist es seine Angelegenheit.

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  4. Pali

    Eigentlich habe ich diese Geschichten immer dem Reich der Märchen zugeordnet…
    Es ist eine Schande, dass Muslime keinen Respekt vor dem fleiß anderer Zeigen, dann wundert man sich, dass Juden, Christen und Atheisten zum Mond fliegen, Smartphones bauen und die Medizin vorranbringen. Während Muslime Nüsse verkaufen oder Toiletten putzen (nichts gegen diese vergleichsweise ehrlichen Berufe).
    Zudem hat jeder Muslim das Recht sein Geld so zu nutzen wie er es für richtig hält, der Aktuelle Weltkrieg findet am Finanzmarkt und in den Universitäten statt und Muslime sind quasi unbewaffnet, schlimmer noch die die sich bewaffnen werden durch ihre „Brüder“ sozial zum abrüsten gezwungen.

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  5. Umm Shu'ayb

    Salam alâykum,

    man kann beiden (auch die Ehefrau wird höchstwahrscheinlich von „gutmeinenden Ukhtis“ angegiftet, pardon: „ermahnt“) nur raten, sich von diesem Gewäsch nicht beeindrucken zu lassen, sondern im Gegenteil selbstbewusst dagegen zu halten. Sollte aufgrund der „Negativwerbung“ einiger arbeitsscheuer Gestalten allerdings der Umsatz einbrechen, würde ich mir überlegen, anwaltliche Beratung bzgl. einer Anzeige wegen Verleumdung und geschäftsschädigendem Verhalten in Anspruch zu nehmen.
    Grober Klotz, grober Keil.

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