Muslime global: Zwischen kultureller Assimilation und Selbstbestimmung

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*Der Autor dieses Beitrages möchte nicht mit diesem Blog assoziiert werden. Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht den Artikel mit der Unterstützung des Autors/ der Autorin zu publizieren.

In den meisten Ländern in denen Muslime als Minderheit leben, wird die Anpassung bzw. Kompatibilität ihrer religiösen Praxis entlang der in diesen Ländern herrschenden staatlichen Ideologie verlangt:

– In Indien eine entlang an hinduistischen Werten
– In Europa bzw. Deutschland entlang an säkularen Werten 
– In China entlang an kommunistischen Werten

Das religiöse Symbol der Muslime das die vermeintlich größte Diskrepanz zur jeweiligen Staatsideologie enthält, birgt auch das größte Konfliktpotential:

Im Falle von Indien ist es der Widerspruch zum Glauben an die „Heilige Kuh“ Schlachtopfer vs. Vegetarismus

In Europa ist es insbesondere das Kopftuch welches vom Ideal der Aufklärung und Emanzipation abweicht und das Gegenteil einer modernen Zivilisation verkörpert.

In China ist es bereits der Glaube an einen Gott, der noch heute dazu führt, dass jegliche religiöse Symbolik von Muslimen annihiliert wird, d.h. sogar die Identität.

Was sind die Folgen davon, wenn man diesem Druck zur Anpassung, diesem Druck „von oben“ als Muslim nachgibt?

Ein Konsensus entsteht, wodurch der Generierung einer Vielzahl an „Islamen“ stattgegeben wird:

Einem deutschen Islam, einem britischen Islam, einem französischen Islam, einem europäischen Islam usw.

„Islame“, die die Besonderheiten der Ideologien in den jeweiligen Ländern absorbiert haben. Ein „synkretistischer Pool“, vielleicht in etwa so:

Ein „vegetaristischer Islam“ in Indien ohne Schlachtopfer, ein „laizistischer Islam“ in Frankreich ohne Kopftuch und Bart und unter staatlicher Aufsicht, ein „Reformistisch-liberaler Islam“ in Deutschland der auf den „rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in Deutschland basiert“ (FAZ, „Islamkonferenz soll deutschen Islam definieren“, 13.07.18).

Andere Lösungsansätze wären die stillschweigende Akzeptanz der gegenwärtigen Situation in Verbindung mit der Entwicklung von Überlebensstrategien (was viele sicherlich bereits tun)

oder

man steht „einfach“ dafür ein, wer man ist im alltäglichen Leben mit seinen verschiedenen Facetten: 
Sich für Akzeptanz engagieren unabhängig davon, ob man diese erreicht.

Das Appellieren und Festhalten an den Prinzipien des Rechtsstaates, an die Grundrechte, an die Menschenrechte, an die aufklärerische Toleranz – als Garant für die Freiheit eines jeden Menschen.

Denn die Forderung den Islam und die Muslime der säkularen Staatsdoktrin gefügig zu machen geschieht auf Kosten des Rechtsstaates: Sie enthält die Aufgabe und Beraubung des Rechtes auf Selbstbestimmung, der Religionsfreiheit, der Würde und Ehre, kurzum: von grundlegenden Freiheiten.

Sie ist ein blasphemischer Akt, da verfassungsfeindlich: Die Verfassung garantiert jedem Einzelnen diese Rechte, ob Staatsbürger oder Flüchtling.

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