Ein etwas anderer Ramadan-Reminder!

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Wer kennt es nicht? Man liest auf den spannenden Internetpräsenzen von Mashallah-Jesus-Loves-You -Predigern und anderen Wannabe-Ihr-kommt-alle-in-die-Hölle-Ibn-Taymiyyas und ist gleich nach den ersten Sekunden vollkommen überwältigt von der Wissenheit und den didaktischen Fähigkeiten dieser arbeitsscheuen Klientel!

 

„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Dein Sohn ist 10 Jahre alt und kennt alle Spieler von Real Madrid mit Trikotnummer, aber hat noch keine einzige Ibn-Qayyim-Sex-Fatwa auswendig gelernt? Du bist schlimmer als Pharao sein Vater!“

 

„An die Gestalten, die nur Karfreitags in die Moschee kommen: Wo wart ihr an den anderen 51 anderen Freitagen im Jahr? Schämt ihr euch denn nicht? Kommt uns nicht mit ‚Wir mussten arbeiten und haben durch unsere Spenden, den neuen Projektor finanziert, auf dem sich der Moscheevorstand seine Urlaubsbilder anschauen kann!‘ – die Kafirs gehen auch mit ihren Hunden morgens Gassi!“

 

„Abu Dumm Al Jihadi wurde vom Taghut zu einem Bußgeld wegen Falschparkens verurteilt und anstatt für ihn zu spenden, kaufst du dir neue Nike-Schuhe? Du bist schlimmer als ein Zuhälter! “

 

„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Du bist Ärztin? Musstest bestimmt all deinen Professoren die Hand geben, hast du gar keine Ehre?!“

 

Letzteres hat sich wirklich so vor Kurzem in einer muslimischen Arztpraxis zugetragen. Ukhti Dachschaden hatte aber im Nachgang zum Glück kein Problem damit sich von einer „Ehrlosen“ den Hautausschlag begutachten zu lassen, aber hey, ist ja fast jeder im Besitz von free tickets to paradise heutzutage!

 

Wenn man ein gewisses Maß an „Religiosität“ (= allgemeine Nutzlosigkeit) und „Rechtleitung“ (= Arroganz gegenüber allen anderen Menschen, die keinen 3m Bart oder 5-lagigen Niqab tragen) erreicht hat, so ist der unmoralische Zeigefinger schon längst auf alles gerichtet, was nicht bei drei „Kafir-Mushrik-Bidda-Kopf-ab!“ ruft.

 

Dies stellt ein gewaltiges Problem für unsere Gemeinschaft dar. Anstatt dass man durchdachte Lösungswege aufzeigt, Überzeugungsarbeit in der Tradition des Propheten (Allahs Segen und Heil seien seine ewigen Begleiter), der mit Milde und Barmherzigkeit die Menschen zur Ordnung rief, leistet, gibt es lediglich Spott, Häme, Gehässigkeit und Besserwisserei gepaart mit einer unerträglichen Arroganz!

 

„Salafi-Burnout“ – ein Phänomen, das auftritt, wenn man die 5428359552120 einfachen Ge- und Verbote des Alltags nicht mehr bewältigen kann – ist nur ein Ergebnis dieser Entwicklung. Muslime, die ständig Ablehnung, Hass und Herabsetzung durch ihre super-gläubigen-ohne-Abrechnung-ins-Paradies-kommenden Glaubensgenossen erfahren,  laufen Gefahr, dass sie sich vom Islam abwenden oder gänzlich der Religion abschwören. „Sein/Ihr Iman war einfach zu schwach!“ hört man dann sehr oft, anstatt sich einzugestehen, dass die „spezielle Behandlung“, die normalerweise nur aus der Haft entlassene Kinderschänder und Vergewaltiger von ihrer Umgebung zu spüren bekommen, durchaus eine Rolle gespielt haben! Nein, das ist kein Grund den Islam zu verlassen! Wenn jemand nicht zwischen dem ISLAM als Religion und dem Pöbel als seine oberflächliche (!!!) Anhängerschaft unterscheiden kann, hat er genauso wenig alle Tassen im Schrank, wie die eingangs erwähnte Kampf-Ukhti, die eine erfolgreiche Muslima wegen ihres Medizin-Studiums anfährt!

 

Und betrachtet man die Situation der Hyper-Religiösen Premium-Muslime mal genau, so stellt man eine krasse Verwahrlosung fest, die sonst nur im deutschen Nachmittagsprogramm vorkommt. Funktionierende Ehen, finanzielle Stabilität und Kontinuität findet man dort eher weniger. Wie kann das sein, wenn man doch von sich behauptet Super-Duper-Muslime mit mashallah Wissen zu sein?

Auch hier gilt: man kann jemanden, der es sich in seiner Filterblase bequem gemacht hat und meint, er würde mit Sozialbetrug der Ummah einen Dienst erweisen, da er ja den „Taghut“ dadurch in die Knie zwingt, nur schwer da wieder rausholen. Ebenso kann man eine Ukthi mit Niqab-Fetisch (!!!) nicht davon abbringen, andere Musliminnen nicht als Freiwild oder als Prostituierte zu betrachten.

 

Es kann doch nicht wahr sein, dass ein ¾ Muslim (jemand, der einige schwere Sünden offen begeht, Alkohol trinkt, nicht betet…) oder der 0815-Kafir-Atheist als MENSCH viel angenehmer ist, als jener, der Dauergast in der Moschee ist und einen 5 m Bart hat? Die angenehmsten Menschen, die mir begegnet sind, waren bis dato immer nicht-religiös-hyperventilierende Orientalen, die ihre Gebete nur unregelmäßig verrichteten oder auch gerne mal feiern gingen. Vom Zwischenmenschlichen kann man ihnen aber nichts vorwerfen! Wie kann es sein, dass diese die Tradition des Propheten im Umgang mit den MENSCHEN besser verinnerlicht haben, als die Quacksalber, die dauernd von den Unrechtsurteilen prähistorischer Araber lamentieren? Kann es sein, dass den Hyper-Religiösen etwas sehr Wesentliches abhandengekommen ist und dass trotz dieser „Ich-bin-mehr-auf-Hack-als-wie-du!“-Attitüde?

 

Das ist kein Plädoyer mit Sünden nachsichtig umzugehen oder diese zu verherrlichen, es geht nur um einen menschlichen Umgang miteinander und untereinander!

 

Da nun wieder der Ramadan vor der Tür steht, können wir uns auch wieder auf den erhobenen Zeigefinger der nutzlosesten Mitglieder der Gesellschaft vorbereiten.

 

„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Es ist Ramadan und du hast noch nicht 300 Mal den Koran durchgelesen?“

 

„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Es ist Ramadan und du hast noch nicht 1000 € für das Menstruationsseminar von und zu Ibn Taymiyya an den Arabertempel (‚Moschee‘) gespendet?“

 

„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Es ist Ramadan und dein 10jähriger Sohn hat immer noch keine einzige Sex-Fatwa von Ibn Qayyim auswendig gelernt? Willst du, dass er Gangster-Rapper wird?“

 

Wenn man sich nicht als Dauergast in der Moschee einquartiert hat – dies kann man auch nur bewerkstelligen, wenn Mama Merkel (arab. für „Edle abendländische Mutter, die ihre sozialstaatlichen Segnungen auch an ihre morgenländischen Söhne auszahlen tut“) für Kost und Logis aufkommt – und neben seiner regulären Berufstätigkeit, die an einem heißen Sommertag sehr wohl sehr kräftezehrend sein kann, auch Zeit in seine Familie investieren möchte, so können schlichtweg nicht alle (freiwilligen) gottesdienstlichen Handlungen durchgeführt werden! Warum macht man es den Leuten so schwer, wenn die Religion doch Erleichterung bringt und auch Erleichterung bringen soll?

 

Durch diese Abartigkeit wenden sich immer mehr Leute vom Islam ab. Immer mehr Leute ignorieren diese Religion nur noch, einige, weil sie den Wahnsinn nicht mehr ertragen (schon mal eine Fatwa zum Thema Zoophilie gelesen?) und insgeheim hoffen, dass die „Wissenheit“, die als Islam verkauft wird, in Wahrheit doch nicht dem Islam zugehörig ist, andere, weil sie meinen, sie könnten die „Perfektion“ übergewichtiger, sozialstaat-gepamperter 4-Meter-Bart-Akhis und den dazugehörigen Niqab-Bräuten eh nicht erreichen.

 

An der Vermittlung des Islams und in der islamischen Erziehung steht und fällt unsere Nation. Heute mögen wir uns noch an den White-Trash-Konversionsmeldungen a la „HIV-positiver, homosexueller Neonazi mit jüdischen Wurzeln tritt zum Islam über“ berauschen, aber sollte sich die Entwicklung fortsetzen – diese wird sich fortsetzen und noch perversere Züge annehmen – so können wir schon bald gegenteilige Meldungen verzeichnen! Mit welchen Rationalisierungen werden uns die Prediger dann weichmachen?

 

„Eh keine echten Muslime gewesen, kannten nicht mal eine Sex-Fatwa von Ibn Qayyim!“

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5 Antworten auf “Ein etwas anderer Ramadan-Reminder!”

  1. Farhad

    Salam Alaikum!
    Wieder einmal ein guter Text, der unsere Realität schonungslos wiedergibt.

    Ich hätte allerdings eine Frage an dich Akhi bzgl. des Nikabs: was ist genau deine Kritik daran? Denn selbst wenn man diese Angelegenheit islamrechtlich anders bewertet, so haben doch die Frauen des Gesandten (saws) m. W. ein Gesichtstuch getragen. Ich frage nur, weil mir aufgefallen ist, dass deine Wortwahl im Zusammenhang mit dem Nikab meistens sehr scharf ist. Das hinterlässt bei mir ein wenig den Eindruck, als hättest du per se ein Problem damit.

    Antworten
    • Zia ul Haq

      Zia ul Haq

      Salam Alaikum!

      Wa Alaikum Salam und vielen Dank für deine Wortmeldung.

      Ich hätte allerdings eine Frage an dich Akhi bzgl. des Nikabs: was ist genau deine Kritik daran? Denn selbst wenn man diese Angelegenheit islamrechtlich anders bewertet, so haben doch die Frauen des Gesandten (saws) m. W. ein Gesichtstuch getragen. Ich frage nur, weil mir aufgefallen ist, dass deine Wortwahl im Zusammenhang mit dem Nikab meistens sehr scharf ist. Das hinterlässt bei mir ein wenig den Eindruck, als hättest du per se ein Problem damit.

      Ich habe nichts gegen das Kleidungsstück an sich, nur etwas gegen Oberflächlichkeiten und fadenscheinige Begründungen und „Beweise“, die dieses zur heiligen Pflicht erklären.

  2. Abu Ameer

    As salamu aleykum wa rahmetullah,

    vorab ich schätz deinen Blog sowie die Eloquenz darin.
    Doch finde ich zunehmend Begrifflichkeiten wie “ Niqab Fetisch “ Niqab Bräute“ übergewichtige 4M Bart Akhis “ usw in deinen Posts. Die Zunehmende Herabwürdigung finde ich persönlich nicht mehr so „leserlich“
    Die Objektiven Berichte hatten mir besser gefallen als jene mit den ständigen latenten Beledigungen.
    Kheir inhs allah möge Allah dir Dein Gesicht erhellen und Dein Rizq vermehren.
    Es ist nur meine bescheide Ansicht.
    Akhuk

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  3. MFG

    „oder der 0815-Kafir-Atheist als MENSCH viel angenehmer ist, als jener, der Dauergast in der Moschee ist“

    man darf nicht vergessen, wir leben nicht in einer gesunden gesellschaft. die angeblichen freiheiten in diesem system, diesem stehen einwirkungen, nicht sichtbarer giftige gegenüber, die auf das herz wirken und das in enormen dosen. muslime ist nicht gleichbedeutet, mit gläubigem muslime.
    als bestes bsp. die damalige muslimische sekte, die in der äußeren anwendung von ibadat herausragend wahren, daß selbst einige der sahaba minderwertigkeitskomplexe bekamen, jedoch diese muslime hatten keinen wert bei Allah-ta’alaa. welchen wert haben muslime, der die menschen vom islam vergraueln? seine brüdern und schwestern das leben erschwert, gar dazu beiträgt den islam zu verlassen oder ihre motivation zu schwächen.

    solchen muslimen würde ich eine 1A standpauke halten, sie sind wertlose mitglieder, wenn sie nicht bereit sind, sich zu ändern. es bedarf grundsätzlich eine gesunde selbstsicherheit. Allah ta’alaa ist mein richter umd mir allein ist ER genüge in allen angelegenheiten. mit DIR leben wir und mit DIR sterben wir und zu DIR ist unsere rückkehr……amin….

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  4. Anti-Feminismus

    Auf welche Sex Fatwa von Ibnul Qayyim wird hier angespielt? Bitte um Aufklärung

    Antworten

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