Islamic Economics: Riba – was ist das eigentlich?

12 Kommentare

As-salamu 3leikum wa rahmatuLLAHi wa barakatuh,

Unter meinem letzten Beitrag schrieb ich in den Kommentaren von „Zins und Wucherzins“ und eine aufmerksame Leserin fragte, wieso sollte ALLAH (swt) Zins schreiben, wenn ER (swt) Wucherzins meint.
Meine Antwort war, dass beides lediglich akzeptierte Übersetzungen des Wortes „riba“ (ربا) sind (und es meines Wissens keine 100%ig akzeptierte Übersetzung/Interpretation gibt). So richtig in Ruhe gelassen hat mich das Thema nicht und deswegen folgt nun dieser Artikel (vermutlich eine ganze Artikelreihe) zum Thema „riba“, dessen Bedeutungen, Kritik und geschichtlichem Verlauf.
Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf das Werk „What is wrong with Islamic Economics“ von Muhammad Akram Khan. Das war eines der wenigen englischen Werte, die sich über die generische, nichtssagende Fatwa hinaus („Zins ist haram“, ohne das Wort näher zu erläutern) mit diesem Thema befassen.

Disclaimer: Ich werde unter Umständen gegen die Mehrheitsmeinung (die oft völlig unfundierter Unsinn ist) argumentieren. Die Empörung darüber sollte man sich ersparen oder wenigstens sachlich widerlegen. „riba ist haram“ ist als Argument zu dünn, wenn man nicht weiß, was darunter eigentlich zu verstehen ist.

Wer sich für die, durchaus volatile, Geschichte des Zins‘ an sich interessiert, wird bei Wikipedia fündig: zwischen Zinsverbot, keinen Beschränkungen und diversen Zins-Caps dazwischen ist in der Geschichte der Menschheit alles mal vorhanden gewesen.

Aus islamischer Sicht, ist die erste Ayah, die sich mit der Thematik befasst (chronologisch gesehen), 30;39, die während der mekkanischen Periode herab gesandt wurde.

وَمَا آتَيْتُم مِّن رِّباً لِّيَرْبُوَ فِي أَمْوَالِ النَّاسِ فَلَا يَرْبُو عِندَ اللَّهِ وَمَا آتَيْتُم مِّن زَكَاةٍ تُرِيدُونَ وَجْهَ اللَّهِ فَأُوْلَئِكَ هُمُ الْمُضْعِفُونَ

„Whatever you give to people in usurious hope that it may return to you increased through the goods of (other) people, will bring no increase in God’s sight. Whereas whatever you give in charity seeking God’s „Face“ (His approval and good pleasure), for those there is increase (of recompense) multiplied.“

Hieraus geht hervor, dass zinsbezogene Geschäfte, also das Leihen von Geld gegen Zins, nicht mehr von ALLAH gebilligt werden. Die chronologisch nächste Offenbarung findet sich Ayah in 3.130

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُواْ لاَ تَأْكُلُواْ الرِّبَا أَضْعَافاً مُّضَاعَفَةً وَاتَّقُواْ اللّهَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ
 „O you who believe! Do not consume usury, doubled and redoubled; and act in piety, keeping from disobedience to Him, so that you may prosper (in both worlds).“
Zu guter Letzt wurden die Ayaat 2,275 – 281 herab gesandt.

الَّذِينَ يَأْكُلُونَ الرِّبَا لاَ يَقُومُونَ إِلاَّ كَمَا يَقُومُ الَّذِي يَتَخَبَّطُهُ الشَّيْطَانُ مِنَ الْمَسِّ ذَلِكَ بِأَنَّهُمْ قَالُواْ إِنَّمَا الْبَيْعُ مِثْلُ الرِّبَا وَأَحَلَّ اللّهُ الْبَيْعَ وَحَرَّمَ الرِّبَا فَمَن جَاءهُ مَوْعِظَةٌ مِّن رَّبِّهِ فَانتَهَىَ فَلَهُ مَا سَلَفَ وَأَمْرُهُ إِلَى اللّهِ وَمَنْ عَادَ فَأُوْلَـئِكَ أَصْحَابُ النَّارِ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

يَمْحَقُ اللّهُ الْرِّبَا وَيُرْبِي الصَّدَقَاتِ وَاللّهُ لاَ يُحِبُّ كُلَّ كَفَّارٍ أَثِيمٍ

إِنَّ الَّذِينَ آمَنُواْ وَعَمِلُواْ الصَّالِحَاتِ وَأَقَامُواْ الصَّلاَةَ وَآتَوُاْ الزَّكَاةَ لَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلاَ خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلاَ هُمْ يَحْزَنُونَ
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُواْ اتَّقُواْ اللّهَ وَذَرُواْ مَا بَقِيَ مِنَ الرِّبَا إِن كُنتُم مُّؤْمِنِي
فَإِن لَّمْ تَفْعَلُواْ فَأْذَنُواْ بِحَرْبٍ مِّنَ اللّهِ وَرَسُولِهِ وَإِن تُبْتُمْ فَلَكُمْ رُؤُوسُ أَمْوَالِكُمْ لاَ تَظْلِمُونَ وَلاَ تُظْلَمُونَ
وَإِن كَانَ ذُو عُسْرَةٍ فَنَظِرَةٌ إِلَى مَيْسَرَةٍ وَأَن تَصَدَّقُواْ خَيْرٌ لَّكُمْ إِن كُنتُمْ تَعْلَمُونَ

وَاتَّقُواْ يَوْماً تُرْجَعُونَ فِيهِ إِلَى اللّهِ ثُمَّ تُوَفَّى كُلُّ نَفْسٍ مَّا كَسَبَتْ وَهُمْ لاَ يُظْلَمُونَ

As to those who devour interest, (even though they seem, for a time, to be making a profit), they turn out like one whom Satan has bewitched and confounded by his touch, (and they will rise up from their graves in the same way before God). That is because they say interest is just like trading, whereas God has made trading lawful, and interest unlawful.To whomever an instruction comes from his Lord, and he desists (from interest), he may keep his past gains (legally), and his affair is committed to God (– if he repents sincerely and never again reverts to taking interest, he may hope that God will forgive him). But whoever reverts to it (by judging it to be lawful), they are companions of the Fire; therein they will abide.
God deprives interest (which is thought to increase wealth) of any blessing, and blights it, but makes alms-giving (which is thought to decrease wealth) productive. God does not love any obstinate unbeliever (who regards what God has made lawful as unlawful, or vice versa), any obstinate sinner.
Those who believe and do good, righteous deeds, and establish the Prayer in conformity with its conditions, and pay the Prescribed Purifying Alms, their reward is with their Lord, and they will have no fear, nor will they grieve.
O you who believe! Keep from disobedience to God and try to attain piety in due reverence for Him, and give up what remains (due to you) from interest, if you are (in truth) believers.

If you do not (and you persist in taking interest, whether regarding it as lawful or not) be warned of war from God and His Messenger. If you sincerely repent (and give up all interest transactions completely), you will have your principal. Then you will neither be doing wrong nor being wronged.
If the debtor is in straitened circumstances, let him have respite until the time of ease; if you make anyremission (of his debt) by way of charity, this is better for you, if only you knew.

And guard yourselves against a Day in which you will be brought back to God (with all your deeds referred to His judgment). Then every soul will be repaid in full what it has earned (while in the world), and they will not be wronged.“

​Die erste Feststellung, die sich aus den obigen Versen ergibt, ist die Tatsache, dass das Zinsnehmen/-bezahlen im Gegensatz zu Diebstahl, Unzucht und Mord keine Hadd-Strafe nach sich zieht. Die Orthodoxie sieht das naturgemäß anders. Für sie ist der obige Vers 278 der Beweis, dass der Prophet (saw) alle Zinseinkünfte für haram erklärte; auch und zuallererst diejenigen seines eigenen Onkels, Abbas bin 3abdul Muttalib.

 Auf Grundlage dieses Vorkommnisses sollte ein Islamischer/islamisch geprägter Staat Gesetze gegen Zins erlassen und Ansprüche auf Zinseinkünfte für nichtig erklären. Natürlich kann man so argumentieren, schießt damit nach Mr. Akrams Meinung (und meiner Wenigkeit) über das Ziel hinaus, denn:  Der Prophet hat in der Tat alle Riba-einkünfte für null und nichtig erklärt, er formulierte jedoch kein Gesetz, wie im Falle eines Gesetzesübertrittes zu verfahren ist. Wie einfach wäre es für ihn gewesen, an dieser Stelle direkt ein Gesetz zu erlassen oder eine Eingebung von ALLAH (swt) zukommen zu lassen, die wir dann im Quran vorfinden würden. Nichts ist passiert, im Gegensatz zu den oben genannten Verbrechen, die Hadd-Strafen nach sich ziehen, die auch explizit benannt werden.

  In ähnlicher Weise wird in jüngerer Zeit versucht, Vers 279, in dem ALLAH (swt) ein Kriegsultimatum gegen jene stellt, die nicht vom Zins ablassen, dahingehend auszulegen, dass das Zinsgeschäft eine Revolte gegen den Staat darstellt und somit bestraft werden sollte. Liest man den Vers unabhängig vom historischen Kontext, so könnte man sich dieser Argumentation auch anschließen; bezieht man jedoch die damaligen Umstände ein, so kann bzw. muss man zu einem anderen Schluß kommen. Die Ayah wurde offenbart, als der Prophet mit Banu Thqifs of Taif, die im Kreditgewerbe tätig waren, einen Friedensvertrag schloss. Muhammad T. Uthmani (2000)* schreibt über diesen Vertrag: „One of the proposed clauses of treaty was that Banu Thaqifs would not forego the amounts of interest due on their debtors but their creditors would forego the amount of interest due from them. The Pophet, instead of signing the treaty, simply dictated a sentence on the proposed draft of the treaty that Banu Thaqifs would have the same rights as the Muslims had. Banu Thaqifs having the impression that their proposed draft was accepted by the Prophet calimed the amount of interest from Banu Arm ibn al-Mghirah who declined to pay interest on the ground that riba had been prohibited after Islam. The matter was placed before 3ttab bin Usayd, the Governor of Makkah. Banu Thaqifs argued that according to the treaty they were not bound to forego the amounts of interest. 3attab bin Usad referred the matter to the porphet on which the following verses were revealed: (….. Verse 2;278-279, s.o.)

Zusammenfassung: das Ultimatum bezieht sich auf auf eine spezifische damalige Situation. Die Banu Thaqifs waren dabei den Friedensvertrag durch Zinsnahme zu entehren und wurden darauf hingewiesen, dass dies zu einer erneuten Kriegserklärung führen würde, der Friedensvertrag somit nichtig wäre und sie somit wie zu in Zeiten vor dem Vertrag als Feind behandelt werden würden. Die Kriegserklärung rührte nicht vom Kreditgeschäft an sich her.

Auch nach diesem Zwischenfall wurden weder vom Propheten, noch den vier Kalifen noch anderen Strafen gegen Riba erlassen und offensichtlich war dies nicht das Verständnis irgendeines Muslims der letzten 1400 Jahre, von Neuerscheinungen mal abgesehen. Wie immer gilt auch hier: Ausnahme bestätigen die Regel; in Badawi (2000: 63-67) wird Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten. Er zitiert weiterhin Zahakhshari, dass das Vermögen von denjenigen, die Riba nehmen, Beute für die Muslime darstellt, sollten sie keine Reue zeigen.

Mal abgesehen davon, dass man davon in der Geschichte nie gehört hat, gibt es nach obigen Erläuterungen auch keine religiöse Grundlage. Alle Fiqh-Bücher, alle kodifizierten Bücher zum Thema Islamisches Recht, wie bspw. das Ottomanische Majallah Akham al-Adliyyah, enthalten keine Strafen für das Nehmen von riba, es wird lediglich die Natur von rechtmässigen sowie unrechtmässigen Transaktionen diskutiert. Der Grund, der auch jedem Pharisäer einleuchten wird: Die Quellen geben eine solche nicht her.

Nachdem die Frage nach der Strafbarkeit bzw. Verwerflichkeit des ganzen hoffentlich klar geworden ist, bleibt die Frage: Was ist nun Riba eigentlich? In der prophetischen Tradition gibt es drei Arten von Beschreibung von Riba.

  1. Riba allgemein als Sünde und Betonung eines Verbotes (s.o. die Geschehnisse zur letzten Pilgerfahrt.): Das Geben und Nehmen von Riba, sowie das Bezeugen eines Vertrages, der Riba enthält.(z.B.: Sahih Muslim, Kitab al-muzara3a). Dies wurde von den meisten Gelehrten nicht in Frage gestellt.
  2. Verzinste Loans oder verzögerte Auszahlungen (riba al-nasi3ah, Sahih Muslim, ibid): Hier wird riba im Kontext von Finanztransaktionen mit Zinsen erläutert und untermauern das koranische Verbot von riba. Auch dies steht bei quasi allen Gelehrten nicht zur Disposition.
  3. Riba beim Austausch von Commodities (Gold, Kupfer, Fleisch etc, riba al-fadl, um es vom riba al-nasi3ah abzugrenzen).

Als Beispiel zu Punkt 3. möge ein Hadith zum Thema dienen.

`Umar Ibnal Khattab, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Der Tausch von Silber gegen Gold ist Wucherei, es sei denn es geht um (einen Tausch) auf der Stelle. Der Tausch von Weizen gegen Weizen ist Wucherei, es sei denn es geht um (einen Tausch) auf der Stelle. Gerste gegen Gerste ist Wucherei, es sei denn es geht um (einen Tausch) auf der Stelle. Und der Tausch von Datteln gegen Datteln ist Wucherei, es sei denn es geht um (einen Tausch) auf der Stelle. 
[Sahih Muslim, Hadithnr. 2968/Kapitel 22]

Abu Sa`id Al-Khudriy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Verkauft nicht Gold mit Gold, es sei denn (ein Tausch) eines Gleichen mit Gleichem, also weder dazu hinzufügt noch davon nehmt! Verkauft auch nicht Silber mit Silber, es sei denn eines Gleichen mit Gleichem, also weder dazu hinzufügt noch davon nehmt! Der Handel damit ist zulässig, so lange dabei keine Verzögerung eintritt.
[Sahih Muslim, Hadithnr. 2964/Kapitel 22]

Nach diesem Hadith sollten diese sechs Dinge ein gleichen Quantitäten sowie als Spot-Transaktion (d.h. am gleichen Tag/auf der Stelle) getauscht werden, andernfalls würde der Handel Riba beinhalten. Das führt unweigerlich zur Frage der Interpretation: Warum sollte man 100kg Weizen Spot / auf der Stelle gegen 100kg Weizen tauschen? Gilt das nur für die sechs Rohstoffe oben, oder darf man das auf andere (Roh-)stoffe ausweiten; oder beispielsweise nach Art clustern: Nahrung, Geld,….. etc pp? Wenn ja, was ist der Beleg dafür?

Da die Ahadith selbst nie hinterfragt wurden, haben die Gelehrten versucht, aus dem Wortlaut plausible Interpretationen zu extrahieren und zu definieren, welche Güter mit Zeitverzögerung gehandelt  und welche auf einer Cash-Basis werden können. Eine zufriedenstellende Interpretation habe ich nirgendwo (!) gefunden. Probleme, die sich in diesem Zusammenhang mit riba al-fadl ergeben:

  • Der Austausch der sechs genannten Rohstoffe ist verboten, sofern mindestens einer der beiden Vertragspartner verspätet bezahlt/liefert. Das heißt, Riba ist hier eine Frage von Spot vs. Forward  Transaktionen. Andere wiederum argumentierten, dass sich das nur auf Loans beziehe; was jedoch obigem Hadith, die es in mannigfaltiger Ausführung gibt, widersprechen würde.
  • Wie oben angesprochen bleibt die Frage, wie mit allen anderen Gütern/Waren umgegangen werden sollte, die nicht eines der sechs genannten sind? Entweder schließt man zu viel aus oder aber man müsste für Millionen Güter Regelungen finden, die kein Mensch mehr überblicken würde.
  • Was ist mit dem Tausch von Gold gegen Silber und Ornamenten aus diesen Produkten? Spielt die Handwerkstätigkeit überhaupt keine Rolle?
  • Was ist mit differierenden Qualitäten der gleichen Stoffe?
  • Völlig unklarer ikhtilaf: die Muwatta von Malik und Sahih Bukhari erlauben Überschuss beim Austausch von Vieh, auch auf Kreditbasis; ähnlich steht in Sahih Muslim, dass Sklaven und Kupfergeld zu ungleichen Teilen getauscht werden können, auf Kreditbasis.

Fazit: Während es hundertausende Fataawa gibt, wie man im Gebet die Hände halten soll und wie das nun mit der Masturbation mit einer Melone genau ist, hält sich der ökonomische Sachverstand bei den Shuyukh leider in Grenzen. Angebote zum Thema in englischer bzw. deutscher Sprache sind Mangelware; Fatwas, die sich mit einem ökonomischen/finanzmathematischen Thema, die über einen Bausparvertrag hinaus geht befasst, sind quasi inexistent. Da allerorten in den muselmanischen Ländern die Wirtschaft daniederliegt, kommt man nicht umhin zu konstatieren, dass es hier dringend Nachholbedarf gibt, den man man schleunigst liefern sollte.

 

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12 Antworten auf “Islamic Economics: Riba – was ist das eigentlich?”

  1. Abdullah

    wa alaikum-salam wa rahmatulLLAHi wa barakatuhu.

    Danke für deinen Beitrag.
    Du veranschaulichst deine Ansicht auf der Basis der Aussagen des Muhammad Akram Khan (wie du es schon selbst ua. erwähnt hast). Vor allem, wenn du es in einer sachlichen Art darlegen möchtest (nach meiner Auffassung), wieso werden dann zwischen den Zeilen Bewertungen vorgenommen? Das spiegelt am Ende nur die Subjektivität wieder („die oft völlig unfundierter Unsinn ist“). Ich denke, es wäre wissenschaftlicher gewesen, die Geschichte des Zinses durch die eigenen Worte mit Quellenverweise darzulegen und nicht durch den Verweis nach Wikipedia.

    „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“
    Ich würde gerne wissen, welche Exegeten dies so sehen und deren Begründung dazu erfahren wollen. Selbst in der Moderne äußert sich Bin Baz (von einigen nicht so gern gesehen) klar zu diesem Thema. Er ist bspw. der Meinung, dass der Zinsnehmende/gebende kein Apostat ist, sondern ein großer Sünder (Part No.19; Page No.270). Die Mehrheit der Exegeten Folgen im Grunde der Meinung, dass die Ablehnung des Verbots (von Zins) zur Apostasie führt. Ein entscheidender Unterschied.

    „Mal abgesehen davon, dass man davon in der Geschichte nie gehört hat, gibt es nach obigen Erläuterungen auch keine religiöse Grundlage.“ Wer hat dies nicht gehört? Deine Person oder die Personen die du zitiert hast?

    „Nachdem die Frage nach der Strafbarkeit bzw. Verwerflichkeit des ganzen hoffentlich klar geworden ist, bleibt die Frage: Was ist nun Riba eigentlich? In der prophetischen Tradition gibt es drei Arten von Beschreibung von Riba.“
    Die jetzige Erklärung dazu finde ich spannender. Wieso wird dies von Anfang an nicht aufgegriffen und erklärt? Gibt es nicht mehr Überlieferungen zu diesem Thema oder sollten die Ahadith nur der eigenen Sache dienlich sein?

    Dein Artikel, in allen Ehren, evaluiert die Sachlage über den Zins nicht genau. Eher erweckt dieser Artikel das Gefühl (in mir), dass du auf einer bestimmten Meinung folgst und diese nur vorstellst. Zu erfahren wie die Korrelation von dem Zins und der Wirtschaft ist, aus islamischer Sicht, wäre sinnvoller gewesen. „hält sich der ökonomische Sachverstand bei den Shuyukh leider in Grenzen“ Durch die Aussage kann und möchte ich annehmen, dass du über alle Finanz-Rechtsurteile informiert bist, sei es von den damaligen und heutigen Gelehrten. Etwas als inexistent zu titulieren, ohne die dazu passende Referenz, ist stets leicht.

    Ebenfalls schwirren andere Fragen in meinem Kopf herum, wie: Ist jetzt eine Art von Zins erlaubt? Kann man der Meinung einiger Hanafiten Folgen, die Zins-nehmen in nicht-muslimischen Ländern als erlaubt ansehen? (Speziell, wenn es um einen Hauskauf handelt). Liegen die muslimischen Länder danieder, aufgrund des Handels mit Zins oder dem nicht Ablassen davon?

    Ich finde es schade, dass du deinen Artikel mit einer Hyperbel, ohne einen konkreten Lösungsvorschlag, abschließt.
    Bitte entschuldige mich, dass ich das Duzen als direkte Ansprache benutzt habe. Abschließend ein Zitat:

    „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ Laozi

    Antworten
    • EinMathematiker

      Danke für deinen Beitrag.
      „Du veranschaulichst deine Ansicht auf der Basis der Aussagen des Muhammad Akram Khan (wie du es schon selbst ua. erwähnt hast). Vor allem, wenn du es in einer sachlichen Art darlegen möchtest (nach meiner Auffassung), wieso werden dann zwischen den Zeilen Bewertungen vorgenommen? Das spiegelt am Ende nur die Subjektivität wieder („die oft völlig unfundierter Unsinn ist“). Ich denke, es wäre wissenschaftlicher gewesen, die Geschichte des Zinses durch die eigenen Worte mit Quellenverweise darzulegen und nicht durch den Verweis nach Wikipedia.“

      Also der, zugegebenermaßen flapsig, formulierte Disclaimer steht genau deswegen dar, wegen „Kritik“ wie dieser, die teils gerechtfertigt, teils nicht ist. Wieso sollte ich den Leser über die Geschichte des Zins‘ langweilen, wenn das ein Thema, aber eben nicht das alleinige des wesentlich größeren Komplexes „riba“ ist (das eine ist bereits eine Übersetzung des anderen, wie es gleich am Anfang klar gestellt wird). Außerdem schrieb ich, dass vermutlich eine ganze Reihe von Artikeln folgen werden; wieso wird mir dann bereits nach dem ersten Artikel vorgeworfen, ich würde das Thema unzureichend beleuchten?

      „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“
      Ich würde gerne wissen, welche Exegeten dies so sehen und deren Begründung dazu erfahren wollen. Selbst in der Moderne äußert sich Bin Baz (von einigen nicht so gern gesehen) klar zu diesem Thema. Er ist bspw. der Meinung, dass der Zinsnehmende/gebende kein Apostat ist, sondern ein großer Sünder (Part No.19; Page No.270). Die Mehrheit der Exegeten Folgen im Grunde der Meinung, dass die Ablehnung des Verbots (von Zins) zur Apostasie führt. Ein entscheidender Unterschied.

      Ich habe gesagt, dass dies eine Minderheiten Meinung war. Weiterhin gebe ich die Mehrheitsmeinung wider, dass riba kein weltliches Urteil nach sich zieht; das es jedoch haram ist, worüber es ebenfalls keine Unklarheit oder Ikhtilaf gibt. Ich weiß nicht, auf was Du abzielst, oder ob Du mir nur widersprechen willst.

      „Mal abgesehen davon, dass man davon in der Geschichte nie gehört hat, gibt es nach obigen Erläuterungen auch keine religiöse Grundlage.“ Wer hat dies nicht gehört? Deine Person oder die Personen die du zitiert hast?

      Wir beide 🙂 Und natürlich alle anderen Gelehrten (die aber auch mal Fehler machen können, s.o.). Aber es steht Dir frei uns zu erleuchten, wenn Du mehr wissen solltest. ;o)

      „Nachdem die Frage nach der Strafbarkeit bzw. Verwerflichkeit des ganzen hoffentlich klar geworden ist, bleibt die Frage: Was ist nun Riba eigentlich? In der prophetischen Tradition gibt es drei Arten von Beschreibung von Riba.“
      Die jetzige Erklärung dazu finde ich spannender. Wieso wird dies von Anfang an nicht aufgegriffen und erklärt? Gibt es nicht mehr Überlieferungen zu diesem Thema oder sollten die Ahadith nur der eigenen Sache dienlich sein?

      Im ersten Abschnitt des Artikels ging es um das islam-juristisch korrekte Urteil von riba im Allgemeinen. Jetzt folgen Beispiele, einmal den Zins von Loans, der so glockenklar ist, das man darüber keine Worte verlieren muss (steht auch so im Text) und einmal riba al-fadl, an dem sich die Gelehrsamkeit schwerer tut; als Beleg für die Schwierigkeit folgt der Hadith in zweifachem Wortlaut. Auch hier gilt: Wenn Du weißt, wer Xkg Weizen gegen Xkg Weizen tauscht: teile es uns bitte mit oder gib einfach zu, dass das nicht leicht zu interpretieren ist, was der Kern meiner Aussage ist. Andere Themenkomplexe werden andere Ahadith nach sich ziehen, ist das so schwer zu verstehen? Und welche eigene Sache? Wovon sprichst Du?

      Dein Artikel, in allen Ehren, evaluiert die Sachlage über den Zins nicht genau. Eher erweckt dieser Artikel das Gefühl (in mir), dass du auf einer bestimmten Meinung folgst und diese nur vorstellst. Zu erfahren wie die Korrelation von dem Zins und der Wirtschaft ist, aus islamischer Sicht, wäre sinnvoller gewesen. „hält sich der ökonomische Sachverstand bei den Shuyukh leider in Grenzen“ Durch die Aussage kann und möchte ich annehmen, dass du über alle Finanz-Rechtsurteile informiert bist, sei es von den damaligen und heutigen Gelehrten. Etwas als inexistent zu titulieren, ohne die dazu passende Referenz, ist stets leicht.

      Nochmal Zins ist nur ein Beispiel und es folgen weitere Artikel, verstanden? Und wo gebe ich denn (in diesem Artikel) meine eigene Meinung wieder? Der Zusammenhang von Zins und Wirtschaft und dass Islamic Banking letztlich auch Zinsen nimmt, die aber anders nennt, kommt beim nächsten Mal, in sha2 ALLAH. Bezüglich der Referenzen: Es dürfte schwer sein, inexistentes zu zitieren, oder? 😉
      Urteile von vor 1000 Jahren sind mir in heutiger Zeit egal. Dass die Gelehrsamkeit von dem Thema keine Ahnung hat, kann man an der Anzahl der Veröffentlichungen sehen. Diejenigen, die Versicherungen verdammen und den Bausparer zu Sündern erklären, müssten sich erstmal schlau machen, wie Banken funktionieren. Dieses „riba ist haram“, ohne den Kontext, die Bedeutung zu kennen (worauf Du auch wieder reingefallen bist), ist mir schlicht zu dünn. Vor allem, wenn das Islamic Banking nur in Nuancen anders funktioniert.

      Ebenfalls schwirren andere Fragen in meinem Kopf herum, wie: Ist jetzt eine Art von Zins erlaubt? Kann man der Meinung einiger Hanafiten Folgen, die Zins-nehmen in nicht-muslimischen Ländern als erlaubt ansehen? (Speziell, wenn es um einen Hauskauf handelt). Liegen die muslimischen Länder danieder, aufgrund des Handels mit Zins oder dem nicht Ablassen davon?

      Ich gebe keine Fatwas, sondern schreibe Artikel in einem Blog. Damit auch mal Themen kommuniziert werden, die sonst nicht so im Islamischen Mainstream diskutiert werden (die große Stärke dieses Blogs, m.E.).

      Ich finde es schade, dass du deinen Artikel mit einer Hyperbel, ohne einen konkreten Lösungsvorschlag, abschließt.
      Bitte entschuldige mich, dass ich das Duzen als direkte Ansprache benutzt habe. Abschließend ein Zitat:
      „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ Laozi

      Wie gesagt: war nicht das letzte Wort: Ansonsten: you can say you too me.

  2. Abdallah

    Zinsnehmen ist die einzige Sünde, von der es heißt, dass Allah Krieg gegen diese Personen führt.

    „O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Riba, wenn ihr Gläubige sind. Und wenn ihr dies nicht tut, dann ist euch Krieg angesagt von Allah und Seinem Gesandten…“ (2, 278)

    Und sie gehört zu den Sünden, die mit einem Fluch belastet sind, ferner zu den Vergehen, deren Bestrafung während der Himmelfahrt unseres Propheten sav. dargestellt wurde.

    Muslim (1598) narrated that Jaabir said: The Messenger of Allah (blessings and peace of Allah be upon him) cursed the one who consumes riba and the one who pays it, the one who writes it down and the two who witness it, and he said: they are all the same.

    Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass Riba keine Kleinigkeit ist, ganz im Gegenteil.
    Verstehe von daher nicht, wieso der Autor versucht, darzulegen, das Riba ja nicht soooo doll geahndet wurde.

    Krieg von Allah erscheint mir schon sehr drastisch, zumal so etwas keinem anderen Sünde angedroht wird, soweit ich weiß.

    Die Ausführungen des Autors laufen im Grunde auf Folgendes hinaus: 1400 Jahre islamische Gelehrsamkeit war nicht im Stande, zu klären, ob nun Wucher oder Zins gemeint ist und wenn sie sich dazu äußerten, dann unfundiert, das heißt ohne die Nennung von Quellen und das Anwenden von Methoden zur Bestimmung der Botschaft hinter den Überlieferungen.

    Jeder, der sich mit islamischer Gelehrsamkeit auskennt, weiß, dass sowas nur Ignoranten kommen kann, schließlich sind die jeweiligen Werke voll von Überlieferungen, Kommentaren durch bestimmte Prophetengefährten usw. usf.

    Das einzige unfundierte hierzu ist das Geschreibsel des Autors, er zitiert wohlbekannte Ayats und Ahadith, natürlich auf Englisch bzw Deutsch, da er nicht im Stande ist, das ganze im Original zu analysieren (Im Gegensatz zu den von ihm geschmähten Gelehrten) und es ergibt sich nicht wirklich war, was nicht schon vorher bekannt war.

    Wenn ein durchschnittlicher Araber aus dem 7. Jhdt. intelliegent genug war, um zu verstehen,was der Prophet meinte, warum sollte es dann ein durchschnittlicher arabischer, türkische, indonesischer Gelehrte aus dem 21. Jhdt. nicht sein?

    Haben Muslime 1400 Jahre ohne Not aus Zinsen verzichtet, bis endlich ein Mathematiker Klarheit schafft?

    Unfassbar, wer hier alles schreiben darf.

    Antworten
    • EinMathematiker

      Zinsnehmen ist die einzige Sünde, von der es heißt, dass Allah Krieg gegen diese Personen führt.

      Und stell Dir vor: ich habe sogar den geschichtlichen Vorfall geschildert, der zu dieser Ayah geführt hat, verrückt, oder?

      „O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Riba, wenn ihr Gläubige sind. Und wenn ihr dies nicht tut, dann ist euch Krieg angesagt von Allah und Seinem Gesandten…“ (2, 278)
      Und sie gehört zu den Sünden, die mit einem Fluch belastet sind, ferner zu den Vergehen, deren Bestrafung während der Himmelfahrt unseres Propheten sav. dargestellt wurde.
      Muslim (1598) narrated that Jaabir said: The Messenger of Allah (blessings and peace of Allah be upon him) cursed the one who consumes riba and the one who pays it, the one who writes it down and the two who witness it, and he said: they are all the same.

      Die Ayah steht auf Arabisch und English im Text. Der Hadith steht ebenfalls implizit im Text, dahingehend, dass das Bezeugen, Nehmen und Geben von riba haram ist. Mit dem Zusatz, dass dies nicht diskutiert werden braucht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil..

      Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass Riba keine Kleinigkeit ist, ganz im Gegenteil.
      Verstehe von daher nicht, wieso der Autor versucht, darzulegen, das Riba ja nicht soooo doll geahndet wurde.
      Krieg von Allah erscheint mir schon sehr drastisch, zumal so etwas keinem anderen Sünde angedroht wird, soweit ich weiß.

      Natürlich nicht, das behauptet auch keiner: Es ist eine von genaugenommen zwei Sünden, für die ALLAH swt einem Krieg androht (s. Ayat oben und im Text); die andere ist, dass wenn man einen ALLAH nahestehenden Freund schadet (steht im Hadith Qudsi). Es gibt aber keine weltliche (sic) Strafe dafür.

      Die Ausführungen des Autors laufen im Grunde auf Folgendes hinaus: 1400 Jahre islamische Gelehrsamkeit war nicht im Stande, zu klären, ob nun Wucher oder Zins gemeint ist und wenn sie sich dazu äußerten, dann unfundiert, das heißt ohne die Nennung von Quellen und das Anwenden von Methoden zur Bestimmung der Botschaft hinter den Überlieferungen.

      Nein, aber es wurden auch viele Behauptungen in den Raum gestellt, teilweise, weil die moderne Ökonomie gar nicht erfunden war, teils, weil sie einem Land lebten, das nicht westlich ist etc pp. Davon ab: Aus meiner anderen Antwort steht immer noch der Task, die problematischen Stellen zu erläutern.

      Jeder, der sich mit islamischer Gelehrsamkeit auskennt, weiß, dass sowas nur Ignoranten kommen kann, schließlich sind die jeweiligen Werke voll von Überlieferungen, Kommentaren durch bestimmte Prophetengefährten usw. usf.
      Das einzige unfundierte hierzu ist das Geschreibsel des Autors, er zitiert wohlbekannte Ayats und Ahadith, natürlich auf Englisch bzw Deutsch, da er nicht im Stande ist, das ganze im Original zu analysieren (Im Gegensatz zu den von ihm geschmähten Gelehrten) und es ergibt sich nicht wirklich war, was nicht schon vorher bekannt war.
      In denen steht auch, dass die Welt auf der Schwanzflosse eines Wals steht und Erdbeden dadurch entstehen, dass er mit der Flosse wackelt. ^^ Davon ab: Sagte der Mann, der selbst nur Englische bzw. Deutsche Ayaat bzw. Ahadith postet, well done. Tatsächlich sehe ich es als meine Pflicht an, Ayaat auf Arabisch zu zitieren, mit Übersetzung und Ahadith lediglich in der Übersetzung. Aus dem einfachen Grund, dass die, wie ebenfalls im Text gezeigt, schlicht differieren.
      Wenn ein durchschnittlicher Araber aus dem 7. Jhdt. intelliegent genug war, um zu verstehen,was der Prophet meinte, warum sollte es dann ein durchschnittlicher arabischer, türkische, indonesischer Gelehrte aus dem 21. Jhdt. nicht sein?

      Weil die näher an der Sprache dran waren? Weil Sie eben im 7 Jhdt. gelebt haben?! Viele zeitgenössische Gelehrte sind halt teilweise auch ziemlich schwache und teilweise ziemlich dumme Fataawa erlassen. Ist so. Brauchen wir nicht drüber reden.

      Haben Muslime 1400 Jahre ohne Not aus Zinsen verzichtet, bis endlich ein Mathematiker Klarheit schafft?
      Unfassbar, wer hier alles schreiben darf.

      Es steht Dir natürlich frei, Deinen eigenen Blog zu eröffnen oder Dich hier um Aufgabe zu bewerben. Und nochmal: ich habe momentan keine Meinung, ich zitiere (bislang) lediglich.

  3. Abdallah

    PS:

    ‚Abdullah Ibn ‚Amr Ibn Al’As sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, folgendes sagen: »Wahrlich, Allah nimmt das Wissen nicht hinweg, indem Er es aus dem Gedächtnis der Menschen herausreißt, sondern Er nimmt das Wissen hinweg, indem Er die Gelehrten sterben lässt und wenn keiner von ihnen übrig bleibt, dann nehmen die Menschen unwissende Köpfe in Anspruch, welche gefragt werden und ein Urteil geben, bei dem jegliche Grundlage des Wissens fehlt. Somit werden sie selbst abirren, aber auch die Menschen in die Irre führen.«“
    (Buhari, 100.; Muslim, 2673.; Tirmizi, 2652.; Ibnu Madschdschah, 52.; Musned Ahmed, 6511-6787.; Ibnu Hibban, 4571.)

    Also hört endlich mit eurem unfundierten Gelehrtenbashing auf, der Prophet sav selbst hat die Gelehrsamkeit mit diesen Worten legitimiert und sogar angekündigt, dass erst mit ihrem Weggang die wahre Ignoranz beginnt.

    https://sunnah.com/bukhari/3/42

    Das ist die Quelle zu obiger Überlieferung und es bestätigt meinen oberen Beitrag, wonach es nicht sein kann, dass Allah die Mehrheit oft völligen Unsinn erzählen lässt, wo er an anderer Stelle über seinen Propheten mitteilt, dass Gelehrte sehr wohl legitim sind und zwar in einem solchen Maße, dass mit ihrem Tod das Wissen verschwindet.

    Antworten
    • EinMathematiker

      PS:
      ‚Abdullah Ibn ‚Amr Ibn Al’As sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, folgendes sagen: »Wahrlich, Allah nimmt das Wissen nicht hinweg, indem Er es aus dem Gedächtnis der Menschen herausreißt, sondern Er nimmt das Wissen hinweg, indem Er die Gelehrten sterben lässt und wenn keiner von ihnen übrig bleibt, dann nehmen die Menschen unwissende Köpfe in Anspruch, welche gefragt werden und ein Urteil geben, bei dem jegliche Grundlage des Wissens fehlt. Somit werden sie selbst abirren, aber auch die Menschen in die Irre führen.«“
      (Buhari, 100.; Muslim, 2673.; Tirmizi, 2652.; Ibnu Madschdschah, 52.; Musned Ahmed, 6511-6787.; Ibnu Hibban, 4571.)
      Also hört endlich mit eurem unfundierten Gelehrtenbashing auf, der Prophet sav selbst hat die Gelehrsamkeit mit diesen Worten legitimiert und sogar angekündigt, dass erst mit ihrem Weggang die wahre Ignoranz beginnt.

      Naja, es wird auch gesagt, dass die Muslime zahlreich sein werden, aber machtlos. Und dass viele den Quran zitieren werden, aber ihn nicht verstehen werden…. Und dass eine Zeit kommt, in der alles von riba verschmutzt ist…. Was willst Du uns damit sagen. Wenn Du darauf hinaus willst, dass ich (zumindest in diesem Beitrag) eine Meinung kundtue, muss ich dich enttäuschen. Ist so erstmal nicht passiert.

      https://sunnah.com/bukhari/3/42
      Das ist die Quelle zu obiger Überlieferung und es bestätigt meinen oberen Beitrag, wonach es nicht sein kann, dass Allah die Mehrheit oft völligen Unsinn erzählen lässt, wo er an anderer Stelle über seinen Propheten mitteilt, dass Gelehrte sehr wohl legitim sind und zwar in einem solchen Maße, dass mit ihrem Tod das Wissen verschwindet.

      Ähem, das mit den Gelehrten ist so eine Sache. Und Aalim steht nicht für die später entstandene Priesterkaste, sondern jene hat sich den Begriff unter den Nagel gerissen, um sich unangreifbar zu machen…..

  4. Abdullah

    Deine Bewertungen in dem Artikel zeigen keine Neutralität. Es steht dir natürlich frei, es so zu kommentieren und zu verfassen wie Du es für richtig erachtest, aber dann sollte man es nicht als eine gewisse Objektivität verkaufen.

    „Dass die Gelehrsamkeit von dem Thema keine Ahnung hat, kann man an der Anzahl der Veröffentlichungen sehen.“
    Das Diskreditieren der Gelehrten im Allgemeinen bzgl. der Thematik im Finanzwesen zeigt mir als Leser keinen Mehrwert. Es impliziert offenkundig deine Haltung, dass eben diese oder jene Gelehrten über die Jahrhunderte hinweg, speziell in dieser Thematik, nichts zustande gebracht haben oder zustande bringen können. Das ist infantil und nicht weitsichtig. Du kannst bspw. im Werk „al-Qawanin al-Fiqhiyyah by Ibn Juzayy al-Kalbi“ etwas durchstöbern, falls es dir nicht bekannt ist. Falls dein „Interessensspektrum“ nicht ausgereift ist, solltest du es nicht leichtfertig auf andere schieben.
    —–

    „Dieses „riba ist haram“, ohne den Kontext, die Bedeutung zu kennen (worauf Du auch wieder reingefallen bist), ist mir schlicht zu dünn. “

    1. Eine plumpe Aussage wie „Riba ist Haram“, „Das ist alles Sünde“ oder dergleichen habe ich meinem Kommentar nicht getätigt.
    2. Worauf bin ich hereingefallen und vor allem warum „wieder“?

    Wie kann man aus meinem Kommentar entnehmen, dass ich geblendet sei oder eine schlichten „Riba-Haram-Agenda“ folge? Bitte lass diese Unterstellung.

    —–
    Deine „unobjektive“ Meinung und klare Feststellung zu dieser Thematik nochmals zitiert:

    „Eine zufriedenstellende Interpretation habe ich nirgendwo (!) gefunden“, „Mal abgesehen davon, dass man davon in der Geschichte nie gehört hat, gibt es nach obigen Erläuterungen auch keine religiöse Grundlage.“ „hält sich der ökonomische Sachverstand bei den Shuyukh leider in Grenzen.“ „…sind quasi inexistent.“

    Bzgl. Inexistenz: Die Inexistenz kannst Du belegen, indem du jene Gelehrten hier zitierst, die nach deiner Meinung darüber nicht gesprochen haben, obwohl Du es von ihnen erwartest. Man kann Namen nennen, von denen man weiß, dass sie augenscheinlich Wissen über Finanzen besitzen und darüber nicht sprechen.
    Erneut möchte dazu zitieren: „Dass die Gelehrsamkeit von dem Thema keine Ahnung hat, kann man an der Anzahl der Veröffentlichungen sehen.“

    Ebenfalls ein „ökonomisches Urteil“ deinerseits:
    „Da allerorten in den muselmanischen Ländern die Wirtschaft daniederliegt, kommt man nicht umhin zu konstatieren, dass es hier dringend Nachholbedarf gibt, den man man schleunigst liefern sollte.“

    Nenne uns doch einen konkreten Vorschlag deinerseits, was ökonomisch sinnvoll wäre oder welche Mechanismen zu einer Steigerung der Ökonomie beitragen könnten. Am Besten noch den Namen der Länder, die dieses Defizit besitzen. Denn, deine bewertende Aussage zeugt von einem augenscheinlichen Fachwissen.
    —–

    Gut, Riba ist kein Thema, dass man eben durch die eigene Meinung oder durch das Annehmen bzw. Wiedergeben einer anderen Meinung mit kürzeren Artikeln beleuchten kann. Es gibt Grundtypen des Riba. Da dieser Artikel, so wie ich es richtig verstanden habe als Auftakt dient, hättest Du auch den Riba al-nasi-a erwähnen können. Schließlich lautet die Überschrift „Islamic Economics: Riba – was ist das eigentlich?“

    Mich wundert es, dass die Äußerungen vom „Internationalen Fiqh-Rates der OIC“ Dir nicht bekannt sind. Deren Aussagen bzgl. dieser Thematik liegen schon eine Weile zurück. Es steht natürlich dem Muslim frei, den Meinungen dieses Rates zu Folgen oder nicht.

    „Der Zusammenhang von Zins und Wirtschaft und dass Islamic Banking letztlich auch Zinsen nimmt, die aber anders nennt, kommt beim nächsten Mal,“
    Ich danke Dir für diese Aussage. Das untermauert nochmal deine Haltung gegenüber dem Banking und dein Verständnis über diese Thematik.

    Abschließend nochmal die Bitte:
    „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“
    Ich würde gerne wissen, welche Exegeten dies so sehen und deren Begründung dazu erfahren wollen.

    Besten Dank.

    Antworten
    • EinMathematiker

      Deine Bewertungen in dem Artikel zeigen keine Neutralität. Es steht dir natürlich frei, es so zu kommentieren und zu verfassen wie Du es für richtig erachtest, aber dann sollte man es nicht als eine gewisse Objektivität verkaufen.

      Es ist ein Blog. Und seine eigene Meinung kann man vermutlich nie ganz „verbergen“.

      „Dass die Gelehrsamkeit von dem Thema keine Ahnung hat, kann man an der Anzahl der Veröffentlichungen sehen.“
      Das Diskreditieren der Gelehrten im Allgemeinen bzgl. der Thematik im Finanzwesen zeigt mir als Leser keinen Mehrwert. Es impliziert offenkundig deine Haltung, dass eben diese oder jene Gelehrten über die Jahrhunderte hinweg, speziell in dieser Thematik, nichts zustande gebracht haben oder zustande bringen können. Das ist infantil und nicht weitsichtig. Du kannst bspw. im Werk „al-Qawanin al-Fiqhiyyah by Ibn Juzayy al-Kalbi“ etwas durchstöbern, falls es dir nicht bekannt ist. Falls dein „Interessensspektrum“ nicht ausgereift ist, solltest du es nicht leichtfertig auf andere schieben.

      Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: Das kann man nicht vergleichen. Die Leute vor 100 oder 200 oder gar 70 Jahren lebten doch in einer völlig anderen Welt. Kein Wunder, dass dann heute Fataawa erlassen werden, dass Autofahren die Eierstöcke zerstört ^^

      „Dieses „riba ist haram“, ohne den Kontext, die Bedeutung zu kennen (worauf Du auch wieder reingefallen bist), ist mir schlicht zu dünn. “

      1. Eine plumpe Aussage wie „Riba ist Haram“, „Das ist alles Sünde“ oder dergleichen habe ich meinem Kommentar nicht getätigt.
      2. Worauf bin ich hereingefallen und vor allem warum „wieder“?

      Nicht Du, aber viele Muftis. Du bist auf den Unterschied reingefallen, dass Riba ggfs. mehr als Zins bedeutet.

      Wie kann man aus meinem Kommentar entnehmen, dass ich geblendet sei oder eine schlichten „Riba-Haram-Agenda“ folge? Bitte lass diese Unterstellung.

      Habe ich dem Kontext entommen, sollte ich mich irren, bitte ich um Entschuldigung.

      Deine „unobjektive“ Meinung und klare Feststellung zu dieser Thematik nochmals zitiert:

      „Eine zufriedenstellende Interpretation habe ich nirgendwo (!) gefunden“, „Mal abgesehen davon, dass man davon in der Geschichte nie gehört hat, gibt es nach obigen Erläuterungen auch keine religiöse Grundlage.“ „hält sich der ökonomische Sachverstand bei den Shuyukh leider in Grenzen.“ „…sind quasi inexistent.“

      Ja, das ist so. Aber die Urteile habe ich trotzdem lediglich so verfasst, wie sie nun einmal von der Mehrheit seit Jahrtausenden tradiert werden….

      Bzgl. Inexistenz: Die Inexistenz kannst Du belegen, indem du jene Gelehrten hier zitierst, die nach deiner Meinung darüber nicht gesprochen haben, obwohl Du es von ihnen erwartest. Man kann Namen nennen, von denen man weiß, dass sie augenscheinlich Wissen über Finanzen besitzen und darüber nicht sprechen.
      Erneut möchte dazu zitieren: „Dass die Gelehrsamkeit von dem Thema keine Ahnung hat, kann man an der Anzahl der Veröffentlichungen sehen.“

      *stöhn* zum hundersten Male: dazu müssten die Leute sich im Hier und Heute auskennen.

      Ebenfalls ein „ökonomisches Urteil“ deinerseits:
      „Da allerorten in den muselmanischen Ländern die Wirtschaft daniederliegt, kommt man nicht umhin zu konstatieren, dass es hier dringend Nachholbedarf gibt, den man man schleunigst liefern sollte.“

      Das ist kein Urteil, sondern ein Faktum. Die reichen Länder im islamischen Kulturkreis sind in erster Linie aufgrund ihres Rohstoffreichtums reich, und nicht, weil sie so wahnsinnig toll wirtschaften können.

      Nenne uns doch einen konkreten Vorschlag deinerseits, was ökonomisch sinnvoll wäre oder welche Mechanismen zu einer Steigerung der Ökonomie beitragen könnten. Am Besten noch den Namen der Länder, die dieses Defizit besitzen. Denn, deine bewertende Aussage zeugt von einem augenscheinlichen Fachwissen.

      If you’re good at something, never do it for free 😉 davon ab: Das ist nicht meine Aufgabe. In zukünftigen Artikeln werde ich aber darauf eingehen.

      Gut, Riba ist kein Thema, dass man eben durch die eigene Meinung oder durch das Annehmen bzw. Wiedergeben einer anderen Meinung mit kürzeren Artikeln beleuchten kann. Es gibt Grundtypen des Riba. Da dieser Artikel, so wie ich es richtig verstanden habe als Auftakt dient, hättest Du auch den Riba al-nasi-a erwähnen können. Schließlich lautet die Überschrift „Islamic Economics: Riba – was ist das eigentlich?

      Das steht unter Punkt 2 im Artikel. Sogar in kursiv! Liest Du auch manchmal Artikel, die Du schlechtmachen/kritisieren willst?!

      Mich wundert es, dass die Äußerungen vom „Internationalen Fiqh-Rates der OIC“ Dir nicht bekannt sind. Deren Aussagen bzgl. dieser Thematik liegen schon eine Weile zurück. Es steht natürlich dem Muslim frei, den Meinungen dieses Rates zu Folgen oder nicht.

      Der wird auch noch zitiert.

      „Der Zusammenhang von Zins und Wirtschaft und dass Islamic Banking letztlich auch Zinsen nimmt, die aber anders nennt, kommt beim nächsten Mal,“
      Ich danke Dir für diese Aussage. Das untermauert nochmal deine Haltung gegenüber dem Banking und dein Verständnis über diese Thematik.

      Ach tut es das?! Mag sein. Zinsen oder Gebühren sind IMMER in einem Geschäft enthalten. There is no free lunch – der Rest ist dann nur eine Frage der Semantik.

      Abschließend nochmal die Bitte:
      „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“
      Ich würde gerne wissen, welche Exegeten dies so sehen und deren Begründung dazu erfahren wollen.

      Reiche ich in sha2 ALLAH nach.

      Besten Dank.

      de rien.

  5. Side Control

    „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“

    Ma shaa Allah, der wahre Islam. Vom heutigen Palast-Gelehrten-Abfall liest man solche Sätze wohl eher nicht mehr…

    ”Die besten aus meiner Ummah ist meine Generation, dann diejenigen, die ihnen folgen, dann diejenigen, die ihnen folgen.“ [Bukhari and Muslim]

    Antworten
    • EinMathematiker

      „Alusi (Ruh al-Ma3ani) dahingehend zitiert, dass die Mehrheit der Kommentatoren des Quran riba-Händler als Apostaten ansehen und exekutiert werden sollten.“

      Ma shaa Allah, der wahre Islam. Vom heutigen Palast-Gelehrten-Abfall liest man solche Sätze wohl eher nicht mehr…

      ”Die besten aus meiner Ummah ist meine Generation, dann diejenigen, die ihnen folgen, dann diejenigen, die ihnen folgen.“ [Bukhari and Muslim]

      Was ist denn bitte „ma shaa Allah“, wenn man sich Strafen ausdenkt, die Quran und Sunnah nicht hergeben, Du Sadist? Anderswo nennt man das wie, wenn man sich Gesetze ausdenkt, die nicht das sind, was ALLAH (swt) herabgesandt hat? Richtig, einen Taghut, Du Diener des Taghut.

      Du kannst Du Dir weitere Antworten sparen, die werde ich nicht veröffentlichen. Das jetzt war nur eine Ausnahme, damit jeder lesen kann, wie Du Dich selbst outest.

  6. Pflichtangabe

    As salamu aleykum wa rahmatUllahi wa barakatuh lieber Bruder,

    ich habe eine Frage:
    Es soll ja so sein – habe ich persönlich nicht nachgeprüft – das für Riba-Nehmende/Gebende keine Hudud-Strafen vorgesehen sind.

    Inwiefern nutzt du das aber als Argument, und vor allem wofür genau?
    Das habe ich nicht ganz nachvollzogen.

    Ansonsten interessanter Artikel. ( :

    Wa Allahu a3lamu wassalam

    Antworten
    • EinMathematiker

      Wa 3leikum as salam wa rahmatuLLAHi wa barakatuh,

      Vielen Dank für Deine Rückmeldung. Ich finde es interessant, dass der Artikel so rüberkommt, als würde ich eine gewisse Agenda verfolgen wollen, tatsächlich ist dieser Artikel erstmal nur zur Information. Dass ich zu manchen Punkten eine Meinung habe, lässt sich nicht vermeiden.
      Aber hier ging es erstmal darum, den islamrechtlichen Rahmen abzustecken; Kommentare wie der von „Side Control“ oben zeigen, dass da viel Nachholbedarf bei dem Thema herrscht.

      Wa s salam

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