Die kurdische Gelehrsamkeit — Teil 10

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Nach langer Pause geht es mit unserer Reihe «Die kurdische Gelehrsamkeit» weiter. Schon vor einigen Wochen hatte ich mir vorgenommen Teil 10 unserer Reihe zu verfassen, doch aufgrund der Prüfungen musste ich dieses Vorhaben verschieben. Diese Verschiebung brachte Gutes mit sich, denn wir werden in diesem Teil nicht nur einen Gelehrten kennenlernen, sondern auch ein großes Werk, das er der Nachwelt hinterlassen hat.

Den 10. Teil widmen wir Shihab ad Din Ahmad al Gorani und seiner Erklärung zu den Worten Allahs [غاية الأماني في تفسير الكلام الرباني].

15.) Er ist Shihab ad Din Ahmad Ibn Isma’il Ibn Uthman al Gorani. Er wurde im Jahre 813 [n.H.] geboren. Es stammt aus Schahrazor, das in der Nähe von Sulaimaniyya liegt.

Er lernte in seiner Heimat die grundlegenden Wissenschaften, wie etwa islamisches Recht, Logik, Glaubenslehre, Sprachwissenschaft etc. Daraufhin ging er nach Damaskus, um von den dortigen Gelehrten zu profitieren, das alles bevor er das 20. Lebensjahr erreicht hatte. Später ging er nach Ägypten, Kairo, und lernte dort von verschiedenen Gelehrten. Sein bekanntester Lehrer ist kein Geringerer als Ibn Hajar al Asqalani.

Im Jahre 840 [n.H.] musste er das Land auf Geheiß des Sultans verlassen, da es zwischen ihm und einem anderen Gelehrten eine Auseinandersetzung gab. Im Osmanischen Reich fand er Zuflucht. Schon bald begann er zu unterrichten und wurde berühmt, sodass der Osmanische Sultan Murad II. ihn als Lehrer und Erzieher für seinen Sohn Mehmed II. – später als Fatih bekannt – einstellte. Ebenso hatte er später die Position des Richters und Muftis im Osmanischen Reich inne. Des Weiteren gehörte er zuvor der Shafi’itschen Rechtsschule an, doch im Osmanischen Reich nahm er die des Imam Abu Hanifa an, da er auch das Amt des Muftis inne hatte und die Staats-Rechtsschule die des Imam Abu Hanifa war.

Er starb im Jahre 893 [n.H.] in Konstantinopel und hinterließ zahlreiche Werke in verschiedenen Wissenschaften. Darunter ist auch sein Werk, das zum ersten Mal vollständig editiert worden ist und vor etwa einer Woche auf dem Markt erschienen ist.

Der Schwerpunkt und das Augenmerk dieses Werkes liegt auf der Sprache und deren Wissenschaften, und hier zeigt sich, dass er besonders zwei Werke [az Zamkhshari und al Baydawi] und deren Kommentare explizit oder implizit zitiert, ihnen widerspricht und seine Meinung nennt. Dass dies sein Augenmerk war, heißt nicht, dass er andere Aspekte in seiner Erklärung nicht erwähnt hat, so geht er beispielsweise auf die verschiedenen Lesearten eines Verses ein, welches Ereignis dazu geführte dass der Vers offenbart wurde, welche juristischen Urteile aus dem Vers abgleitet werden etc.

Wie zuvor erwähnt, war er ein Experte in zwei Rechtsschulen, und das ist etwas, was man an seiner Erklärung sieht, denn er zitiert beide Imame [Abu Hanifa und ash Shafi’i] und des öfteren auch deren Beweise.

Das Bild zeigt seine Erklärung:

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