Sklaventod im südlichen Marokko 1927 (Antoine de Saint-Exupéry)

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Genauso vollmundig, wie Muslim gerne über den Schutz von Frau und Kind durch den Islam reden, aber selber häufig vergessen, die entsprechenden Regeln im eigenen Leben voll umzusetzen oder entrechtete Frauen und Kinder gegen die Übeltäter angemessen zu unterstützen, geht es leider auch in anderen wichtigen Fragen zu. Eine davon betrifft die Sklaverei, über deren historische Wirklichkeit vor allem in der historischen Spätzeit der muslimischen Geschichte leider viele viel zu beschönigende Vorstellungen existieren, jedoch wenig Kenntnis von einer brutalen Wirklichkeit, die der der amerikanischen (von Süd- bis Nordamerika) zum Teil kaum nachsteht.


Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm

Wa-l_h°amdu li-Llâhi Rabbi_l-3âlamîn(a), wa-s°alâtu_Llâhi wa-salâmuhû 3alâ rasûlihi_l-karîm(i).
Ash.hadu an lâ ilâha illâ_Llâh(u) wa-anna sayyidanâ Muh°ammadan 3abduhû wa-rasûluh(û).
As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.


Vor Jahren nun bin ich auf einen unglaublich erschütternden Bericht des französichen Fliegerpioniers und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry gestoßen, aus dem Marokko der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ein Gespräch dieser Tage hat ihn mir nun in Erinnerung gerufen und ich habe ihn im Internet nachgesucht und sogar eine längere Version gefunden. Da nun, wa-l-hamdu liLlâh, seit 2015 außerhalb Frankreichs der Urheberrechtsschutz für seine Werke abgelaufen ist (in Frankreich selbst gilt eine Ausnahmeregelung), habe ich mich entschlossen, die folgenden Passagen zu übersetzen und hiermit zu veröffentlichen. Vorsicht: vom Schluss her nichts für schwache Nerven, oder mit den, m.E. sehr zutreffenden, Worten eines Testlesers: „Heulen reicht nicht mehr“:


Sklaventod im südlichen Marokko 1927

– Von Antoine de Saint-Exupéry –

– Übersetzt von Abdussalam b.Abdillah –



Auszug des Briefes 89 vom 24. Juli des Jahres 1927, von Antoine de Saint-Exupéry an seine Mutter gerichtet. Er leitet zu dieser Zeit den Flugplatz von Cap Juby, in Marokko:

Wir beschäftigen als Hilfskräfte einige Marokkaner [„Mauren“] und einen Sklaven. Bei diesem Pechvogel handelt es sich um einen Schwarzen, der vor vier Jahren in Marrakesch entführt wurde, wo er Frau und Kinder hat. Hier wird Sklaverei geduldet, und arbeitet er auf Rechnung des Marokkaners, der ihn gekauft hat, und liefert bei diesem jede Woche sein Gehalt ab. Wenn er einmal zu erschöpft zur Arbeit sein wird, dann wird man ihn einfach sterben lassen, so ist die Sitte hier. Da das hier abtrünniges Gebiet ist, sind die Spanier [die damals in dieser südlichen Region Marokkos Protektoratsmacht waren] machtlos. Ich würde ihn ja gerne in einem Flugzeug nach Agadir schmuggeln, aber dann würde man uns alle umbringen. Er ist 2000 Francs wert. Wenn Sie [d.h. seine Mutter, die er siezt] jemand kennen, den eine solche Sache entsetzen würde und mir deshalb das Geld übersenden wollte, dann könnte ich den Mann freikaufen und ihn heim zu seiner Frau und seinen Kindern schicken.

(Originaltext im Internet u.a. hier zu finden)

Einen längeren Bericht zum gleichen Sachverhalt liefert uns Saint-Exupéry in seinem Buch „Terre des Hommes“ (Erstausgabe 1939, dt. Ausgabe unter „Wind, Sand und Sterne“), Kapitel VI „Le Désert“ („Die Wüste“), Abschnitt VI:

„Versteck mich in einem Flugzeug nach Marrakesch…“


Jeden schönen Abend in Juby richtete dieser Sklave der Marokkaner [auch hier „Mauren“ im Original] seine Bitte, sein Gebet an mich. Danach ließ er sich, da er nun das ihm mögliche, um zu leben, getan hatte, sich im Schneidersitz nieder, um meinen Tee zuzubereiten. Nunmehr für einen weiteren Tag friedlich gestimmt, da er sich, wie er glaubte, dem einzigen Arzt, der ihn würde heilen können, anvertraut und den einzigen Gott angerufen hatte, der ihn würde retten können. Und so käute er nun, über seinen Wasserkessel gebeugt, die einfachen Bilder seines Lebens wieder, von der schwarzen Erde Marrakeschs, seinen rosafarbenen Häusern, und dem geringen Hab und Gut, dessen man ihn beraubt hatte. Er nahm mir mein Schweigen nicht übel, noch dass ich mir Zeit damit nahm, ihm sein Leben wiederzugeben: Für ihn war ich kein Mensch wie er selber, sondern eine Kraft, die es in Gang zu setzen galt, so etwas wie ein günstiger Wind, der eines Tages zu seinen Gunsten anheben würde.

Ich jedoch war nur ein einfacher Pilot, erst seit kurzem Leiter des Flughafens in Cap Juby, und mein ganzer Reichtum diese an das spanische Fort geklebte Baracke, darin eine Waschschüssel, ein Krug voll Salzwassers und ein zu kurzes Bett, und daher machte mir wenig Illusionen über das Ausmaß meiner Macht:

„Alter Bark, wir werden sehen…“

Alle Sklaven heißen „Bark“, also hieß auch er bloß „Bark“. Trotz seiner vier Jahre Gefangenschaft hatte er sich noch nicht in sein Schicksal ergeben: er konnte sich noch gut erinnern, ein König gewesen zu sein.

„Was hast du in Marrakesch gemacht, Bark?“

In Marrakesch, wo wohl ganz ohne Zweifel seine Frau und drei Kinder immer noch lebten, hatte er einen großartigen Beruf ausgeübt:

„Ich war Lohnhirte und Viehtreiber, und ich hieß Muhammad!“

Die Wohlhabenden dort gaben ihm ihre Aufträge:

„Ich habe Rinder für den Verkauf auf dem Markt, hol sie aus den Bergen!“

Oder:

„In der Ebene sind tausend Schafe von mir, treibe sie auf höhergelegene Weiden!“

Und Bark, nur mit einem Zepter aus Olivenholz bewaffnet, leitete dann deren Wanderzug. Einziger Verantwortlicher eines Schafsvölkchens bremste er deren flottere Mitglieder zugunsten der Lämmer, die im Begriffe standen, geboren zu werden, und brachte deren trägere Exemplare ein wenig auf Trab; so marschierte er voran, während allesamt ihm blind vertrauten und gehorchten. Nur er wusste, zu welch Gelobtem Land sie aufsteigen würden, nur er konnte die Reiseroute aus den Sternen lesen. Mit einem Wissen beladen, das Schafen nie zuteil werden sollte, entschied er allein, aus seiner überlegenen Weisheit, wann es zur Ruhe, wann es zur Tränke ging. Aufrecht stand er des Nachts, während sie schlummerten, zärtlich ergriffen von so viel unwissender Schwäche, bis zu den Knien in ihrer Wolle gebadet, und dann betete Bark, Arzt, Prophet und König zugleich, für dieses, für sein Volk.

Eines Tages hatten ihn Araber angesprochen:

„Komm mit uns Tiere aus dem Süden holen.“

Man hatte ihn lange marschieren lassen und nun, als er sich nach drei Tagen sich einen Hohlweg in den Bergen, in der Nähe zum abtrünnigen Gebiet, hinaufmühte, packte man ihn einfach eine Hand bei der Schulter, taufte ihn „Bark“ und verkaufte ihn.

Ich kannte auch andere Sklaven. Jeden Tag nahm ich, im Schutz der Zelte, einen Tee ein. Dort lag ich hing
estreckt, mit nackten Füßen, auf dem typisch flauschigen Wollteppich, der den Reichtum des Nomaden darstellt und auf dem er für einige Stunden seine Wohnstatt gründet, und kostete den Reisetag noch einmal nach. In der Wüste spürt man, wie die Zeit verrinnt. Unter brennender Sonne strebt man dem Abend zu, diesem frischen Wind, der die Glieder baden und jeglichen Schweiß davon abwaschen wird. Unter brennender Sonne streben Tiere wie Menschen, genauso sicher wie dem Tode, dieser großen Tränke zu. Und so ist hier kein Müßiggang je umsonst. Und jeder Tag erscheint in seinem Verlauf so schön wie jene Straßen, die zum Meere führen.

Ich kannte sie, diese Sklaven. Sie treten dann ins Zelt, wenn das Oberhaupt den Kocher, den Wasserkessel und die Gläser aus der Schatzkiste herausgezogen hat, aus jener schweren Kiste voll der widersinnigsten Dinge, wie der Vorhängeschlösser ohne Schlüssel, der Blumenvasen, die nie Blumen sahen, billiger Spiegel, alter Waffen, dies alles, hier im Sandmeer gestrandet, wie die Schlacke eines Schiffbruchs anmutend.

Der Sklave füllt nun stumm den Kocher mit trockenem Reisig, facht das Feuer an, füllt den Kessel und lässt bei diesen leichten Arbeiten, wie sie auch kleine Mädchen verrichten könnten, Muskeln spielen, mit denen Zedern auszureißen wären. Friedlich, gleichmütig ist er dabei, ganz eingenommen von diesem Spiel, den Tee zu bereiten, nach den Dromedaren zu sehen, zu speisen. Unter des Tages Brennen auf die Nacht hin zu marschieren, unter der blanken Sterne Eiseskälte sich wieder des Tages Brennen zu ersehnen. Glücklich jene Länder des Nordens, denen der Sommer ein schneeiges Wintermärchen reimt, der Winter dann einen sonnigen Sommertraum erdichtet. Traurig dagegen die Tropen, deren Backofenhitze sich kaum ändert, und wiederum glücklich diese Sahara, wo Tag und Nacht die Menschen so einfach von einer Hoffnung in die andere wenden.

Manchmal hockt dann dieser schwarze Sklave vor dem Eingang und genießt den Abendwind. In diesem von Gefangenschaft schweren Körper steigen keine Erinnerungen mehr auf: Kaum erinnert er sich jener Stunde der Entführung, der zugefügten Schläge, des Geschreis, der starken Arme, die ihn in die Nacht, die ihn noch jetzt umfing, gestoßen hatten. Von jener Stunde an versinkt er immer tiefer in einen eigenartigen Schlaf, wie ein Blinder, dem man nun die langsamen Ströme des Senegal oder die weißen Städtchen Süd-Marokkos vorenthielt, wie ein Tauber, dem man die trauten Stimmen weggenommen hatte. Nicht unglücklich ist dieser Schwarze: wie gelähmt ist er. Eines Tages in die Kreise dieses Nomadenlebens geworfen, nun an ihre Wanderungen gekettet, sein Leben lang an ihre Bahnen gebunden, die sie wieder und wieder in der Wüste beschreiben: was sollte er nun noch mit jener Vergangenheit verbinden, mit einer Frau und Kindern, die seitdem für ihn so tot wie die Toten sind?

Menschen, die lange Zeit einer großen Liebe leben durften, dieser jedoch beraubt worden sind, werden manchmal des einsamen Stolzes überdrüssig: Dann nähern sie sich dem Leben voll Demut an und gründen ihr Glück auf die Liebe zu kleinen Dingen. Sie finden es nun angenehm zu entsagen, sich dienstbar zu machen und Teil des Friedens aller Dinge zu werden. Der Sklave gründet seinen Stolz auf das Feuer, das er für seinen Herren schürt.

„Komm her, nimm das“, so spricht manchmal sein Herr zu diesem Gefangenen.

In dieser Stunde ist der Herr gut zu seinem Sklaven, nun, da nun alle Müdigkeit abfällt, all das Brennen, das Verbrennen, da er nun auch, Seite an Seite, in die frische Kühle eintreten darf. Und der Herr ihm ein Glas Tee gewährt. Der Gefangene, vom Anerkennen dieser Gnade beschwert, wird dann, für dieses Glas Tee, die Knie des Herren küssen. Dieser Sklave muss nie Ketten tragen: Hat er doch keine nötig! Ist er doch treu! Hat er doch ganz brav den einstigen schwarzen König verleugnet und ist nunmehr nichts als ein glücklicher Gefangener.

Eines Tages jedoch wird man ihm die Freiheit schenken. Wenn er zu alt sein wird, um noch Nahrung, Kleidung wert zu sein, wird man ihm eine übergroße Freiheit schenken: Drei Tage lang wird er sich ganz umsonst Zelt nach Zelt anbieten, jeden Tag ein Stück schwächer, am Ende des dritten Tages aber wird er sich, ganz gehorsam und brav, im Sande niederlegen. Solche habe ich in Juby nackt sterben sehen. Die Araber beobachteten genau ihren Todeskampf, aber ohne jede Grausamkeit; ihre Kleinen spielten gleich neben diesem dunklen menschlichen Strandgut und liefen jeden frühen Morgen nah herbei und schauten, ob dies sich noch bewegte, jedoch ohne jedes Lachen über den altersschwachen Diener. Das war der Lauf der Dinge eben. Als hätte man ihm gesagt: „Du hast gut und fleißig gearbeitet, jetzt darfst du schlafen gehen.“ Er, für seinen Teil, spürte, da hingestreckt, seinen Hunger nur wie einen Schwindel, jedoch nicht das Unrecht, welches Gefühl alleine wirklich quält. Langsam, Stück für Stück, verschmolz er mit dem Boden: Von der Sonne ausgetrocknet, vom Boden aufgesogen. Dreißig Jahre Fron, und nun der Schlaf in dieser Erde.

Den ersten, den ich traf, hörte ich nicht jammern oder stöhnen: doch gab es auch niemand, den er hätte anstöhnen können. Bei ihm erahnte ich eine Art vagen Einverständnisses, wie bei einem Wanderer, der sich in den Bergen verlaufen hat und nun, am Ende seiner Kräfte, müde im Schnee sich niederlegt, sich in diesen und seine Träume einkuschelnd. Nicht das Leiden jenes Schwarzen traf mich: Kaum glaubte ich, dass er litt. Im Tode eines Menschen stirbt jedoch eine unbekannte Welt zugleich, und ich fragte mich, welche Bilder nun in ihm versinken mochten. Welche Plantagen des Senegal, welche weißen Städte des marokkanischen Südens immer tiefer ins Vergessen entschwinden würden. Nicht vermochte ich zu wissen, ob in diesem schwarzen Leib bloß dürftige Sorgen, wann der nächste Tee zuzubereiten oder das Vieh zur Tränke zu führen war, erloschen, also eine Sklavenseele einzuschlafen im Begriffe war – oder ob, durch eine Wiederaufsteigen alter Erinnerung wiedererweckt, der Mensch in seiner alten, vorherigen Größe sterben sollte. […]

(Originaltext im Internet u.a. hier und hier zu finden)


Mich hat dieser Bericht fassungsloser als den Zeugen Saint-Exupéry selber gelassen (zu letzterem als Berichterstatter weiter unten mehr).

Was sollen wir dazu sagen?

Vielleicht die Worte des Gesandten Allahs (sAs) wiederholen (aber auch mit der Absicht, selber in ihre Umsetzung in unseren eigenen Leben zu investieren):

„Man lâ yarh°am lâ yurh°am“, also:

Wer kein Erbarmen zeigt,

mit dem wird Allah (swt) auch kein Erbarmen haben

„Wa-amliku in kâna_Llâhu naza3a minkumu_r-rah°ma(ta)“, etwa:

Was vermag ich [d.h. der Prophet (sAs)] für euch,

wenn Allah (swt) euch die Barmherzigkeit genommen hat?, und:

„Irh°amû man fî_l-ard°i yarh°amukum man fî_s-samâ'(i)“, also ungefähr:

Erbarmt euch derer auf der Erde,

es wird sich eurer DER (swt) im Himmel erbarmen

(Alle Quellen und ausführliche Darstellung und Bearbeitung der Texte siehe hier)

Wer sich noch fragt, warum „unsere“ Länder so einfach besetzt werden konnten – bitte sehr. Wer sich weiterhin fragt, warum sie jetzt von Satrapen und anderen Tyrannen regiert werden – der schaue nur in die gesellschaftliche Realität der muslimischen Gesellschaften und nicht zuletzt in die Familien und den dortigen Umgang miteinander, und vor allem, wie viel zu viele „Männer“ der Ummah die Mütter der nächsten Generation behandeln… Und viel zu viele Frauen da mitmachen, sei es als Schwiegermütter oder als Mütter, die verkorkste Söhne erziehen und sich an ihren Töchtern rächen. Und viel zu viele an sich „nette“, also im persönlichen Umgang korrekte Männer nicht eingreifen, wenn es nottut, d.h. wenn Schwache unterjocht und erniedrigt werden, und sogar davon absehen, diejenigen zu unterstützen, die helfend eingreifen oder auf die Missstände aufmerksam machen.

Sind doch der Grund für unsere Misere und das Rezept für die Rettung wohlbekannt:

Wahrlich, keine Ummah wird rein werden,

in welcher der Schwache sein Recht nicht mühelos erhält.

(Hadith, siehe auch hier)

Was das Schicksal des alten „Bark“ von Saint-Exupéry angeht, so kann man im weiteren Verlauf des Abschnittes VI des 6. Kapitels von „Terre des hommes“ nachlesen, dass er tatsächlich später durch den Franzosen freigekauft und über Agadir in seine alte Heimat Marrakesch geschafft werden konnte, wa-l-hamdu liLlah. Traurig, dass diese große gute Tat, diese Nachahmung des leuchtenden Vorbildes von Sayyidinâ Abî Bakr (ra), hier auf einen Christen warten musste… Traurig auch, dass dies für ihn deshalb viel gefährlicher war, weil sich das Gebiet damals im Aufruhr gegen die Protektoratsmächte Spanien und Frankreich befand… Endgültig katastrophal, dass Saint-Exupéry Mohammad ibn Lhaoussin, nachdem er ihn gekauft und sogar nachdem er ihn offiziell freigelassen hatte, in seiner Dienstwohnung verstecken musste, weil er sonst gleich wieder geraubt und versklavt worden wäre… (Wer Französisch leidlich gut zu lesen vermag, kann den Fortgang der Geschichte von Mohammed ibn Lhaoussin, inklusive seiner Heimkehr über Agadir im Detail hier und hier bis zu Ende verfolgen.)

Den Stil von Saint-Exupérys Erzählung allerdings betreffend, so finde ich diesen weniger sympathisch als seine Handlungsweise gegenüber Mohammed. Einer elitären Strömung seiner Zeit gemäß wird alles, selbst grausamste Fakten, ästhetisiert (als deutschsprachiges, völlig abschreckendes Beispiel habe ich immer Ernst Jünger empfunden, allein für den regelrecht irrsinnigen Titel „Stahlgewitter“…). An Stellen ist mir dies im vorliegenden Bericht zu weit gegangen und daher habe ich am Ende sogar mitten im Absatz abgebrochen, da meiner Ansicht nach in den von mir zensierten Sätzen das Opfer auf unzumutbare Weise objektifiziert und damit auch seiner Würde beraubt wurde. Als Beispiel für diese Tendenz diene nur die Stelle, wo ich „Strandgut“ übersetzt habe, was ich noch bedenklich genug fand: das originale Wort „épave“ bedeutet aber zuerst leider „Wrack“, was ich hier aus sittlicher Hinsicht völlig unpassend finde. Der französischen Sprache mächtige Leser können sich gerne durch Lektüre des letzten Absatzes hier selbst überzeugen.

Möge uns Allah (swt) vor vergleichbarem Abirren als Schreiber und Leser, Berichterstatter oder Zuschauer bewahren, also auch davor, dieser regelrecht grausamen, weil im Endeffekt fühllosen Seite von Dichtung und Romantik zu verfallen.

Möge uns Allah (swt) aber vor allem davor bewahren,

dass wir Zuschauer von Unrecht, aber keine Zeugen sind,

dass wir also zu den Blinden, Tauben, Stummen gehören.


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Beschwerden, die per Email an mich eingereicht werden, werden immer gerne bearbeitet, auf Wunsch auch an Zia, den Oberadministrator, weitergeleitet.

Besten Dank an alle Nutzer für ihr Verständnis und ihre Mitarbeit, auch im voraus.

 

Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.

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6 Antworten auf “Sklaventod im südlichen Marokko 1927 (Antoine de Saint-Exupéry)”

  1. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah

    BismiLlâhi_r-Rahmâni_r-Rahîm
    As-Salâmu `alaykum wa-rahmatuLlâh

    – Erbarmen erfährt nur, wer Erbarmen zeigt –
    — Eine Mahnung in drei Hadithen —

    1. – Wer kein Erbarmen hat –

    عَنِ جَرِيرٍ بْنَ عَبْدِ اللَّهِ، عَنِ النَّبِيِّ صلى الله عليه وسلم قَالَ ‏ „‏مَنْ لاَ يَرْحَمُ لاَ يُرْحَمُ ‏“‏‏

    3an jarîrin-i_bni 3abdi_Llâhi 3an-i_n-nabiyyi s°allâ_Llâhu 3alayhi wa-sallama qâl(a):
    „man lâ yarh°am lâ yurh°am“

    Auf Deutsch ungefähr (für eine Übersetzung Wort für Wort s.u.):
    Von Jarîr ibn Abdallah (rh), vom Propheten (sAs), dass dieser sagte:
    „Wer keine Barmherzigkeit übt, dem wird auch keine Barmherzigkeit erwiesen werden.“

    Verzeichnet in Sahih Bukhari (rh),
    Hadith Nr. 6013, Buch 78 (Kitâb al-Adab), dort Nr. 44 und
    Hadith Nr. 7376, Buch 97 (Kitâb al-Tawhîd), dort Nr. 6
    und (mit etwas anderem Wortlaut) in Sahih Muslim (rh),
    Hadith Nr. 2318 f., Buch 43 (Kitâb al-Fadâ’il), dort Hadith Nr. 86 ff.
    Im Internet hier und hier (Bukhari) oder hier und hier (Muslim)

    Übersetzung Wort für Wort:
    3an (von) jarîrin (Jarîr) [i]bni ([dem] Sohn) 3abdi_Llâhi ([des] Knechtes Allahs/von Abdallah) 3an (von) [a]n-nabiyyi (dem Propheten) s°allâ (möge beten=segnen) [A]Llâhu 3alayhi (auf) wa-sallama (und möge Frieden/Wohlbehaltenheit geben) qâl(a) ([dass dieser] gesagt hat): man (wer)(nicht) yarh°am (Barmherzigkeit übt/sich erbarmt)(nicht) yurh°am (wird sich seiner erbarmt/wird Barmherzigkeit an ihm geübt)


    2. – Wem das Erbarmen weggenommen wurde –

    عَنْ عَائِشَةَ، قَالَتْ قَدِمَ نَاسٌ مِنَ الأَعْرَابِ عَلَى رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم فَقَالُوا أَتُقَبِّلُونَ صِبْيَانَكُمْ فَقَالُوا نَعَمْ ‏.‏ فَقَالُوا لَكِنَّا وَاللَّهِ مَا نُقَبِّلُ ‏.‏ فَقَالَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم ‏“‏ وَأَمْلِكُ إِنْ كَانَ اللَّهُ نَزَعَ مِنْكُمُ الرَّحْمَةَ ‏“‏ ‏.‏ وَقَالَ ابْنُ نُمَيْرٍ ‏“‏ مِنْ قَلْبِكَ الرَّحْمَةَ ‏“‏

    3an 3â’ishata qâlat: — qadima nâsun min-a_l-a3râbi 3alâ rasûli_Llâhi s°allâ_Llâhu 3alayhi wa-sallama fa-qâlû: ‚a-tuqabbilûna s°ibyânakum?‘ fa-qâlû ’na3am‘. fa-qâlû: ‚lakinnâ wa_Llâhi mâ nuqabbil(u).‘ fa-qâla rasûlu_Llâhi s°allâ_Llâhu 3alayhi wa-sallam(a):
    „wa-amliku in kâna_Llâhu naza3a minkumu_r-rah°ma(ta)“

    Auf Deutsch ungefähr (für eine Übersetzung Wort für Wort s.u.):
    Von Sayyidatinâ `A’isha (ra), die sagte: — Es kamen Menschen von den Wüstenarabern zum Gesandten Allahs (sAs) und sagten: ‚Küsst ihr etwa eure Kinder?‘ und man antwortete ihnen: „Ja“, darauf sagten sie: ‚Bei Allah (swt), wir küssen [unsere Kinder] nicht.‘ Da sagte der Gesandte Allahs (sAs):
    „Und was vermag ich für euch, wenn Allah (swt) euch [=euren Herzen] die Barmherzigkeit weggenommen hat?“

    Verzeichnet in Sahih Muslim (rh)
    Hadith Nr. 2317, Buch 43 (Kitâb al-Fadâ’il), dort Hadith Nr. 85.
    Im Internet u.a. hier zu finden

    Übersetzung Wort für Wort:
    3an (von) 3â’ishata (`A’isha (rh)) qâlat ([die] sagte): qadima (es kam[en]) nâsun (Menschen/Leute) min (von) [a]l-a3râbi (den Wüstenarabern) 3alâ (auf=zu) rasûli ([dem] Gesandten) [A]Llâhi s°allâ (möge beten=segnen) [A]Llâhu 3alayhi (auf) wa-sallama (und möge Frieden/Wohlbehaltenheit geben) fa-qâlû (und [sie] sagten): a-tuqabbilûna (küsst [ihr] etwa) s°ibyânakum (eure Kinder)? fa-qâlû (da sagten [sie]) ’na3am‘ (ja) fa-qâlû (da sagten [sie]): lakinnâ (aber wir) wa_Llâhi (bei Allah!)(nicht) nuqabbil(u) (küssen [wir]) fa-qâla (da sagte) rasûlu ([der] Gesandte) [A]Llâhi s°allâ (möge beten=segnen) [A]Llâhu 3alayhi (auf) wa-sallama (und möge Frieden/Wohlbehaltenheit geben): wa-amliku (und [was] vermag [ich für euch]) in (wenn) kâna (war=hat schon) [A]Llâhu naza3a (hat weggenommen/entfernt) minkumu (von euch) [a]r-rah°ma(ta) (das Erbarmen/die Barmzherzigkeit)?


    3. – Wer barmherzig ist –

    عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ عَمْرٍو، قَالَ قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم ‏ „‏ الرَّاحِمُونَ يَرْحَمُهُمُ الرَّحْمَنُ ارْحَمُوا مَنْ فِي الأَرْضِ يَرْحَمْكُمْ مَنْ فِي السَّمَاءِ الرَّحِمُ شُجْنَةٌ مِنَ الرَّحْمَنِ فَمَنْ وَصَلَهَا وَصَلَهُ اللَّهُ وَمَنْ قَطَعَهَا قَطَعَهُ اللَّهُ ‏“

    3an 3abdi_Llâhi_bni 3amrin qâla qâla rasûlu_Llâhi s°allâ_Llâhu 3alayhi wa-sallam(a):
    „Ar-râh°imûna yarh°amuhumu_r-Rah°mânu – irh°amû man fî_l-ard°i yarh°amukum man fî_s-samâ’i – ar-rah°imu shujnatun min-a_r-Rah°mâni fa-man was°alahâ was°alahû_Llâhu wa-man qat°a3ahâ qat°a3ahû_Llâh(u) „

    Auf Deutsch ungefähr (für eine Übersetzung Wort für Wort s.u.):
    Von Abdullah ibn `Amr (ra), der sagte, dass der Gesandte Allahs (sAs) gesagt hat: „Der Barmherzigen [unter den Menschen] erbarmt sich der Allererbarmer, Ar-Rahmân. Erbarmt euch derer, die auf der Erde sind [d.h. der Geschöpfe], so wird sich eurer DER erbarmen, DER im Himmel ist. ‚Ar-Rahim‘ [„Gebärmutter“ auf Arabisch] ist von ‚Ar-Rahmân‘ abgeleitet, wer also sie verbindet [wie es sein soll: díe Mutter ehrt, die Verwandschaftsbande pflegt, die Frauen, Schwester und Töchter schützt, etc.], mit dem verbindet sich Allah (swt), und wer sie (ab)schneidet [also von den Eltern, den Verwandten, die Familien zerstört, Frauen schädigt, Zinâ betreibt etc.], den schneidet Allah (swt) ab.“ [oder auch: „… Die Gebärmutter ist der Frau durch Ar-Rahman als Teil seiner Rahmah aufgegeben/-geladen worden, wer daher…“]

    Verzeichnet in Jâmi` At-Tirmidhi (rh)
    Hadith Nr. 1924, Buch 27 (Kitâb ), dort Hadith Nr. 30
    Im Internet u.a. hier zu finden

    Übersetzung Wort für Wort:
    3an (von) 3abdi_Llâhi ([dem] Knecht Allahs/Abdallah) [i]bni ([dem] Sohn) 3amrin ([des] `Amr) qâla ([der] sagte) qâla ([dass] gesagt hat) rasûlu ([der] Gesandte) [A]Llâhi s°allâ (möge beten=segnen) [A]Llâhu 3alayhi (auf) wa-sallama (und möge Frieden/Wohlbehaltenheit geben): Ar-râh°imûna (die sich erbarmenden/Barmherzigkeit erweisenden) yarh°amuhumu (sich erbarmt ihrer) [A]r-Rah°mânu (Ar-Rahmân/der Allerbarmer) irh°amû (erbarmt euch) man (wer=derer, die)(in=auf) [a]l-ard°i (der Erde [ist/sind]) yarh°amukum (es erbarmt sich eurer) man (wer=DER, der)(in) [a]s-samâ’i (dem Himmel [ist]) ar-rah°imu (die Gebärmutter [ist]) shujnatun ([ein(e)] Ladung/Last/Zweig) min (von) [A]r-Rah°mâni (Ar-Rahmân/dem Allerbarmer) fa-man (wer also) was°alahâ (sie verbunden hat) was°alahû ([es] hat ihn verbunden/an ihn angeknüpft) [A]Llâhu wa-man (und wer) qat°a3ahâ (sie abgeschnitten hat) qat°a3ahû (hat ihn abgeschnitten) [A]Llâh(u)

    WaLlâhu a`lamu dâ’iman wa-nastagfiruLlâha wa-natûbu ilayh. Wa-s-Salâm.

    Antworten
  2. EinMathematiker

    as-salamu 3leikum wa rahmatuLLAH wa barakatuh,

    vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag in vorzüglicher Übersetzung. Das Thema belastet mich sehr; offenkundig ist Empathie und Mitleid vom Maghrib bis nach Indonesien ausgestorben, sonst würde man die Uralt-Fatwa von Shaykh Goldstreifen und Mullah Riesenturban zum Thema Sklavenhandel einfach mal hinterfragen. Es würde meist schon helfen, wenn man sich fragen würde, ob man sich derlei Schicksal für seinen Sohn/seine Tochter wünscht….

    الله المستعان

    fi amaniLLAH

    Antworten
  3. Mohammed Isa

    Mohammed Isa

    As-Selam Aleykum,
    Ein wichtiger Beitrag. Allerdings sollte man dem Thema als historische Wirklichkeit ein breiteren Raum geben. Zum Beispiel das Sklavendynastien große Regionen beherrscht haben. Das vor allem Türken als Militärsklaven dienten. Das nicht nur dunkelhäutige Menschen versklavt wurden etc. … Sklaverei im islamischen Kontext ist sowohl vom theoretischen als auch vom Aspekt der historischen Wirklichkeit anders gewesen als in Europa und den USA.

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    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      BismiLlâhi_r-Rahmâni_r-Rahîm
      Wa-`alaykumu_s-Salâmu wa-rahmatuLlahi wa-barakâtuh.

      Ich halte Deinen Kommentar für in mehrerer Hinsicht irreführend:
      1. „sollte man“ – Du hast den Zusatz „meiner Meinung nach“ vergessen, denn
      2. nennst Du weder einen Beweis aus Quran und Sunnah für Deine steile These, noch ist mir einer bekannt. Es gibt im islamischen Recht nämlich keine Schuldkollektive, auch keine Verdienstkollektive. Die Beweise dazu sollten Dir eigentlich bekannt sein. Ich kann sie auf Nachfrage aber gerne hier nachtragen. Genauso würde ich mich freuen, wenn Du diese, mir völlig eigenartig erscheinende, Ansicht einmal belegtest.
      3. Daher finde ich es reichlich heftig, wenn man meint, die Rolle, die die Mamluken (die übrigens auch nicht gerade für zimperliche Rücksicht auf die Shari’ah bekannt waren, wenn es um Durchsetzung der Macht ging) gespielt haben, könnte auch nur annähernd das Schicksal eines einzigen zu Unrecht versklavten und zum Schluss ermordeten schwarzen Mannes angemessen kommentieren. Ich kenne solche Argumente bisher übrigens als Ausfluss eines reichlich ungesunden Denkens, das sich eher aus modernen westlichen Diskursen als dem Quran, der Sunnah oder den Worten der Salaf speist…
      4. Der Artikel will nach seinem Titel nämlich nur ein Schlaglicht auf eine bestimmte Situation in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Raum werfen, indem er einen Zeugenbericht widergibt. Dann als Mangel festzuhalten, dass es sich nicht um eine Gesamtdarstellung handelt, ist m.E. ein logisch völlig illegitimes Argument, so als würde man dem Pferd ankreiden, dass es kein Leopard II sei bzw. nicht dessen Leistungsmerkmale aufweise…
      5. „das nicht nur dunkelhäutige Menschen versklavt wurden“ – Na ja, der tunesische Volksmund hält die Hautfarbe schon für wichtig, wenn er „`abd“ („Sklave“) als Synonym für „aswad“ („Schwarzer“) verwendet…
      6. Aber nein, im ganz großen Kontext hast Du recht, die shariatisch völlig unzulässigen Sklavenjagden haben „Muslime“ bis auf die Krim und ins entlegene Island und sowieso regelmäßig an die Nordküsten des Mittelmeers geführt. Inwiefern das irgendetwas an dem hier geschilderten Sachverhalt ändern soll, ist mir allerdings schleierhaft.
      7. „anders gewesen als in den USA“ – Ganz gewiss, aber was nützt einem erstens, dass Andersgläubige im gleichen Feld andere Verbrechen verübt haben? Abgesehen davon, dass wohl gar nicht so ausgemacht ist, was blutiger war: Der Sklavenexport über den Atlantik oder der durch die Sahara.
      8. Es steht Dir frei, im gleichen Bereich ähnlich informative Artikel zu veröffentlichen. Ich bin gespannt.

      WaLlâhu a`lamu dâ’iman, wa-astagfiruLlâha wa-atûbu ilayh. Wa-s-Salâm.

    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      As-Selam Aleykum wa rahmetullahi wa barakatuhu,
      Leider habe ich mich in der Eile wohl nicht klar genug ausgedrückt.
      zu 1: „sollte man“ impliziert meine Meinung. Welche denn sonst?
      zu 2: Ich habe keine Ahnung worauf du dich beziehst.
      zu 3: Die Mamluken als Kollektiv zu betrachten nach dem man sich darüber echauffiert hat ist für mich unverständlich. Die Mamluken wurden auch als türkische Sklaven an den Hof gebracht. Diese fand auch auf illegale Weise statt da sie nicht im Krieg, sondern auf der Jagd gefangen genommen wurden. Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen das ich keinen Vergleich gezogen habe, da jedes Schicksal individuell betracht werden muss.
      zu 4: Das ist mir bewusst. Deswegen finde ich den Beitrag so wertvoll. Ich habe nirgendwo behauptet das es ein Mangel darstellt wenn das Thema anhand eines Individuums abgehandelt wird. Vielmehr sollte mein Beitrag eine Motivation sein ein allgemeinen Überblicksartikel zu diesem Thema zu verfassen da du dich mit dem Thema auseinandersetzt.
      zu 5: Was der Tunesier denkt ist mir egal. Dies hat sicherlich historische Gründe und ändert nichts an der Realität.
      zu 6: Ich habe nirgendwo behauptet das die illegale Sklavejagt irgendetwas am Sachverhalt ändert. Es ist mir nicht ersichtlich wie du das aus meinem Beitrag herausfiltern konntest.
      zu 7: Den Vergleich zu den USA hast du gezogen. Da musst du dich an die eigene Nase fassen.
      zu 8: Nein danke. Allerdings habe ich vor kurzem gesehen das Suraiya Faroqhi etwas zum Thema verfasst hat im Bezug auf das Osmanische Reich. Wenn ich die Möglichkeit habe werde ich mir das mal durchsehen.

    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      As-Selam Aleykum wa rahmetullahi wa barakatuhu,
      Eine Interpretation:
      1. „Ein wichtiger Beitrag“: Gut das du das Thema behandelst da es am Beispiel einer historischen Person den Menschen die Wirklichkeit vor Augen führt die nicht immer glänzend war.
      2. „Allerdings sollte man dem Thema als historische Wirklichkeit ein breiteren Raum geben.“: Schreib doch mal einen Überblicksartikel, sowohl im Bezug auf die historische Wirklichkeit als auch im Bezug auf den theoretischen Rahmen der Scharia.
      3. „Das vor allem Türken als Militärsklaven dienten. Das nicht nur dunkelhäutige Menschen versklavt wurden etc. … Sklaverei im islamischen Kontext ist sowohl vom theoretischen als auch vom Aspekt der historischen Wirklichkeit anders gewesen als in Europa und den USA.“: Siehe 2

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