Als junger Mensch missbraucht – durch den Islam gerettet (Gastbeitrag)

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Eine heute junge Frau berichtet mir von ihren Erlebnissen aus der Kindheit und ihrer Jugend, weinend sitze ich vor dem schwer verdaulichen Bericht. Der einzige Gedanke der mir aufkommt: „Das muss gehört werden, in die Öffentlichkeit, in einen öffentlichen Diskurs gebracht werden, auch wenn die Lesergruppe nur eine kleine sein sollte.“ Wenn medial so ein Fall aufgegriffen wird, erfährt man meist viel über den Täter; meiner Ansicht nach sollten wir aber unsere Aufmerksamkeit auf die Opfer richten und darauf, wie ihr Leben durch die Tat beeinflusst wird.

Dazu lasse ich ab hier die Schwester Munâdilah zu euch sprechen:

 

BismiLLAH

Als junger Mensch missbraucht – durch den Islam gerettet

Die Auswirkungen dieser Gräueltaten und der innere Kampf einer jungen Muslimah

Ein Gastbeitrag der Schwester Munâdilah

 

Dieser Artikel befasst sich mit den Auswirkungen sexueller Gewalt und wie Opfer oftmals danach geprägt sind. Die Autorin möchte unerkannt bleiben und zum Nutzen der Ummah Muhammads (sAs) einen Beitrag dazu leisten:

  1. Opfern eine Stimme und ihnen das Gefühl der Anerkennung zu geben und

  2. die Muslime wachzurütteln und für diese Problematik zu sensibilisieren.


Körper und Verstand heute:

Während ich hier sitze und versuche, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren, rast mein Herz. Meine Hände zittern und ich schwitze, die Atmung wird flacher, schneller. Alle Muskeln meines Körpers sind angespannt, bereit, sich zur Wehr zu setzen, wegzulaufen. Mein Körper ist auf eine mögliche Flucht eingestellt. Oft hat er lebensbedrohliche Situationen erleben und aushalten müssen. Noch heute, mehr als zehn Jahre nach dem letzten Vorfall, reagiert er heftig auf emotionale Reize, die auch nur andeuten, dass eine Situation gefährlich sein könnte.

Auch wenn mein Verstand ihm zuruft: „Hey, komm runter! Alles ist in Ordnung, wir kriegen das schon hin. Allah lässt uns niemals im Stich! Beruhige dich“. Mein Verstand hilft, das System unter Kontrolle zu bringen, doch ganz umprogrammieren kann er es nicht. Jede schwerwiegende Verletzung hat eine dicke, schmerzende Narbe auf meiner Seele hinterlassen, die mein Körper spürt. Auch wenn sie nicht zu sehen sind. Die vielen Narben der Erniedrigung, des Hasses, der Entblößung und der Machtausübung, durch andere, über mich.

Jeder weitere Schicksalsschlag erinnert mich an meine Narben oder fügt mir neue hinzu, doch genauso stärken sie mich! Sie erinnern mich stets daran, wer ich bin, was ich überlebt habe und wie sehr Allah mir geholfen hat und hilft. Denn egal, wie schwer und schrecklich das Erlebte ist, Allah (ta´ala) hat mich immer wieder aufgerichtet und weiterkämpfen lassen.


Allahs Hilfe und mein innerer Kampf:

ER (ta´ala) hat dem Shaytan und den Menschen keine Macht über mein Innerstes gegeben.

ER (ta´ala) hat mir gezeigt, was ich schaffen kann und zu was ich fähig bin.

ER (ta´ala) hat mich gelehrt, dass ich es wert bin zu leben und geliebt zu werden, dass ich nicht auf die Gnade anderer angewiesen bin, sondern nur auf Seine!

Und ER (ta´ala) hat mir gezeigt, dass das Leben nicht nur schwarz ist!

ER (ta´ala) ist es, der mir die Kraft gibt, dagegen anzukämpfen, in jedem Mann eine Bestie zu sehen!

Ich will mich meinen Ängsten, nein, meinen Blockaden entgegenstellen. Schweigen und Wegdrücken sind keine Lösung, für mich. Und dies kann ich unter anderem, indem ich dazu beitrage, dass andere Muslime und überhaupt andere Menschen endlich verstehen, was ein Täter seinem Opfer antut und wie diese kriminellen Handlungen das Leben eines Menschen grundlegend verändern.

Wir müssen endlich verstehen, dass es bei sexuellem Missbrauch – in welcher Form auch immer – nicht um eine Bagatelle geht und wir nicht das Recht wegzuschauen haben, wenn wir derartiges in unserem Umfeld bemerken. Allah (ta´ala) hat uns eine Verantwortung gegeben, die nicht dann endet, wenn es uns ungemütlich erscheint, einzugreifen!

Allahs Gesandter (saws) hat gesagt:

„Man lam yarh°am s°aghîranâ wa-ya3rif h°aqqa kabîrinâ fa-laysa minnâ.“

“Der gehört nicht zu uns, der nicht barmherzig ist mit unseren Kleinen und unsere Alten nicht achtet.”

Von Abdullah ibn Amr (ra), Sunan Abî Dawûd, Hadith Nr. 4943, Buch 43 „Kitâb al-Adab“, dort Nr. 171

Vgl. auch Tirmidhi, Hadith Nr. 1919, Buch 27 „Al-birru wa-s-sillah“, dort Nr. 25

(Im Internet hier bzw. hier zu finden)

Wo ist die Barmherzigkeit derer, die sich Muslime nennen, aber Kindern Gewalt antun oder dies geschehen lassen? Fürchten sie denn nicht ihren Schöpfer (ta´ala)? Was ist in den Herzen dieser Kranken, dass sie sich trauen, anderen Menschen Leid zuzufügen?

Viele dieser Fragen beschäftigen mich mein Leben lang.

Nun möchte ich euch aber mitnehmen, in die Vergangenheit.


Frühe Kindheit:

Ich bin vier oder fünf Jahre. Wir leben mit dem neuen Freund meiner Mutter zusammen, und seiner Tochter. Regelmäßig schlägt, tritt und brüllt er mich an. Wenn er seine GZSZ-Serie schaut, muss ich ihm die wuchtigen weißen Füße massieren. Mir tun jedes Mal nach kurzer Zeit die Hände weh. Seine Tochter, sie ist ca. zwei bis drei Jahre älter ich, massiert seinen Kopf. Sie hat es gut, denke ich jedes Mal. Ich ekel mich vor seinen widerlichen Füßen. Und warum soll ich überhaupt massieren, wo er mir doch immer weh tut? Meine Mutter schläft meist im Nebenzimmer in diesen Momenten. Einmal trage ich stolz ein Küchenmesser vom Abendbrottisch in die Küche und will zeigen, dass ich schon so groß bin, dass ich behutsam ein scharfes Messer tragen kann. Ich lächelte stolz, als ich in die Küche kam. Meine Mutter lächelte erst zurück. Dann wurde mir das Messer plötzlich aus den kleinen Händen gerissen und die wütenden Fratze meines Stiefvaters brüllte mir ins Gesicht. Ein heftiger Schlag ins Gesicht, und völlig schockiert blieb ein verstörtes Mädchen zurück: ich. Eines Tages machten wir alle Mittagsschlaf. Meine Mutter lag auf einem Bett, allein. Ich, meine Stiefschwester und der Freund meiner Mutter im großen Ehebett. Ich wurde wach. Schaute hinter mich, da jemand an meinem Gesäß herummachte. Es war mein Stiefvater mit seinem steifen Glied. Ich drehte mich wieder weg und schlief wieder ein.

Doch tat ich das wirklich? Oder hat mein Unterbewusstsein etwas verdrängt?

Es ist nicht wichtig für heute, denn ich weiß ja, was da lief, war mit oder ohne fehlende Erinnerung sexueller Missbrauch. Punkt.

Nach einigen Monaten verschlug es uns durch die Trennung der beiden ins Frauenhaus. Zwei Kinder gingen aus dieser Beziehung hervor. Mit drei Kindern, ganz allein auf sich gestellt und psychisch labil (da selbst traumatisiert durch die eigene Kindheit), fing meine Mutter an, mich in der neuen Wohnung regelmäßig zu misshandeln. Dabei schrie sie immer und immer wieder, dass ich nicht so schreien und heulen solle, denn ihr Stiefvater hätte ihr viel mehr Schmerzen zugefügt.

Eine meiner beiden Schwestern war gerade erst zwischen zwei und drei Jahre alt, als sie eines Tages verschwand. Mir wurde gesagt, dass sie entführt worden sei – vom Exfreund meiner Mutter. Völlig aufgelöst fragte ich, warum denn die Polizei sie nicht suche und uns helfe, sie wieder zu bekommen?

„Die Polizei interessiert sich nicht dafür“, sagte meine Mutter…

Lange, lange Zeit weinte ich, fast jeden Abend, in mein Kissen und trauerte um meine vermisste kleine Schwester. Ich sah vor meinem inneren Auge ihr weißblondes Haar, ihre runden Bäckchen und kleinen Patschehände. Scham breitete sich in mir aus, wegen all der Male, die ich sie geärgert hatte:

Wo bist du nur, meine geliebte Schwester? Was tut man dir an?

Angst, Panik und Verzweiflung zerfraßen mein Herz. Es sollte noch vierzehn Jahre dauern bis ich die Wahrheit erfuhr, über das plötzliche Verschwinden meiner Schwester:

Meine Mutter war überfordert mit uns Kindern und kurz zuvor von ihrem deutschen Exfreund vergewaltigt worden. Sie war nicht mehr in der Lage, sich um sich selbst, geschweige denn um uns Kinder zu kümmern. Und diese Schwester war quirlig und fordernd. Eine liebevolle Beziehung konnte meine Mutter ohnehin nicht zu ihr aufbauen und so entschied sie, meine kleine Schwester zum Vater zu geben. Das sollte aber keiner wissen, denn dann würde sie als schlechte Mutter gelten.

Vierzehn Jahre Ungewissheit und dann doch die bittere Vermutung, dass sie möglicherweise sein nächstes Opfer geworden war.

Meine ehemalige Stiefschwester wurde als Kind von dem besten Freund ihres Vaters vergewaltigt. Er und seine Freundin nahmen die Vergewaltigung auf Video auf… Beide wurden gerichtlich verurteilt – Jahre später.

Ich muss euch enttäuschen, es blieb nicht bei dieser Erfahrung, für mich. Es kamen noch drei weitere Männer in mein junges Leben, die ihre Grenzen nicht einhielten und mich sexuell missbrauchten. Der Lebensgefährte meiner Oma, später mein neuer Stiefvater und ein Mann, der nicht zur Familie gehörte. Alle hatten unterschiedliche Nationalitäten und Bildungsgrade, die einen waren nicht religiös, die anderen Muslime.


Die Auswirkungen:

Wie entwickelt sich wohl solch ein Kind? Was bleibt im Inneren eines solchen Menschen zurück?

Denkt ihr ernsthaft, man sagt sich:

„Ich habe Sabr und die Welt ist wieder rosa. Das belastet und prägt mich in keinster Weise!“?


Oh nein!

Man zeigt Sabr, indem man aushält!

Man zeigt Sabr, indem man für Allah weiterlebt und sich bemüht eine gute Mutter zu sein, die die Fehler der eigenen Eltern niemals wiederholt, obwohl die Prägung vorhanden ist!

Man zeigt Sabr, indem man Allah (ta´ala) darum bittet, das blutende Herz zu heilen und einem Ruhe zu schenken!

Man zeigt Sabr, indem man für Allah (ta´ala) lernt, sich selbst zu lieben und zu achten!

Man zeigt Sabr, indem man jeden Tag aufsteht und seinen Aufgaben nachgeht, egal ob denen des Alltags oder den ´Ibadat, obwohl es Phasen gibt, in denen das Geschehene wieder aktuell erscheint, oder man das Gefühl hat, als ob Sandsäcke einen daran hindern wollten, aufzustehen.

Man zeigt Sabr, indem man trotz aller schlechter Erfahrungen und Erkenntnisse nicht die Hoffnung auf Allahs Gerechtigkeit und Allwissen aufgibt!

Indem man sich nicht komplett zurückzieht, sondern es immer und immer wieder versuchen, mit Menschen enger zusammenzuleben. Trotz aller Rückschläge!

Denn der Shaytan kommt zu den Verletzten, wie eine Hyäne, wenn sie ein verwundetes Tier riecht, um von ihnen zu zehren, sie vollends zu zerstören.

Und trotz aller Kraft, die man zum Weiterleben benötigt, muss man auch die Kraft aufbringen gegen die Erschöpfung und die Verführungen des Shaytan anzukämpfen!

Man spürt sein ganzes Leben, mal mehr mal weniger, diese zutiefst erschütternden Gefühle der Angst, der Machtlosigkeit, der Trauer, der Scham und des Zorns. Es ist nicht so, dass man bewusst immer wieder an die Ereignisse zurückdenkt. Es ist vielmehr so, dass man plötzlich einen Geruch, ein Geräusch, Geschehnisse oder Gegenstände wahrnimmt, und der Körper plötzlich heftig reagiert mit Fluchtsymptomen, dass plötzlich und unkontrolliert Bilder im Kopf erscheinen, die man nicht sehen WILL! Im besten Fall erlernt man Techniken, die einen da rausholen, und findet Ruhe im Gebet und in der Religion.


Persönliche Beispiele:

Erst mit den Jahren und in meinem neuen Leben wurden mir so einige Dinge bewusst. An dieser Stelle möchte ich gerne mit euch einige von diesen teilen:

  1. Ich konnte keine nett gemeinten Berührungen ertragen. Egal ob sie von Frauen oder Männern kamen, denn ich habe sofort vermutet, dass jetzt irgendetwas sexuelles von mir erwartet wird. Ich quasi nur mit Nettigkeit „angefüttert“ werde.
  2. Ich habe es geliebt in der Grundschulzeit, Mädchen in meinem Alter, die aus intakten Familien stammten, so richtig weh zu tun. Wir haben uns manchmal zu fünft oder gar zu sechst auf dem Schulklo verabredet und dort geprügelt. Alle gegen mich, aber egal,ich fühlte mich stark und ausgelastet danach. Aufgehört hat dies, als ich meine erste richtige Freundin fand, an einer anderen Schule.
  3. Normalerweise spielen kleine Mädchen mit ihren Barbies süße Romanzen, oder tolle Abenteuer nach. Ich hingegen spielte mit ihnen Missbrauch und Gewalt. Dabei war Ken stets der Aggressor und eine der Barbies die böse Mama. Dazu muss man nichts mehr erklären, oder?
  4. Im Laufe meiner pubertären Entwicklung baute ich Stück für Stück den Hass und die Abscheu gegen Männer ab. Al-hamdu liLLAH kam auch hier wieder alles Gute von Allah (ta´ala), denn ohne Ihn (ta´ala) hätte ich es nie geschafft. Hätte ich sonst je heiraten und mich wieder anfassen lassen können?


Die Vorstellung vieler Menschen, dass man ja undankbar gegenüber Allah (ta´ala), einfach gerne in Selbstmitleid suhlend, in einer dunklen Ecke hockt und sich bewusst an das Geschehene zurückerinnert oder gar auf neue Dramen sehnsüchtig wartet, ist also völliger Blödsinn!

Wenn ich ein Kind oder eine Frau irgendwo schreien höre, beispielsweise, zieht sich in mir alles zusammen, und ich bekomme Panik, schreckliche Bilder erscheinen, was da wohl gerade geschieht. Ich habe gelernt es zu kontrollieren und wieder wegzuschieben, wal-hamdu liLLAH. Aber es hat noch nicht aufgehört.

Anmerken möchte ich, dass bei jedem Opfer die Symptome nach den Taten individuell ausgeprägt sind.


Die andere Dimension:

Wenn man diese Abgründe gesehen und erlebt hat, dann ist es so, als ob man in einer anderen Dimension gewesen wäre. Ähnlich wie in der Serie „Stranger Things“. Es gibt da ein Mädchen, das in den zwei vorhandenen Dimensionen umherwandeln und sie sehen kann. Das können in der Serie nur wenige, ja besondere Menschen. Die zweite, zusätzliche, Dimension existiert gleichzeitig zu der, die alle Menschen sehen können. Und in ihr lebt das Unheil, das Böse.

Und genauso ist das Leben eines Missbrauchs- oder Gewaltopfers. Wir wurden missbraucht und gefoltert, während nebenan eine liebevolle Mama mit ihrem Kind ein Puzzle zusammensetzte. Oder während draußen fröhlich lachend unbedarfte Studenten über ihre Klausurergebnisse quasselten. Wir können nie wieder unbedarft und frei leben. Denn wir wissen um die Parallelwelt, die existiert. Und wir wissen um die Menschen, die von unserem und dem Leid anderer Opfer wussten und weggeschaut haben: Weggeschaut oder sogar tatenlos zugeschaut haben!

Ich will nicht so sein und ich will nicht, dass wir uns länger einreden, dass es diese Gewalt nicht auch in unseren Reihen gibt: Wir haben die Pflicht, von Allah (ta´ala), die Schwachen zu schützen und die Täter davon abzuhalten, anderen Schaden zuzufügen!

 

Wenn wir Unrecht sehen:

Der Sahâbi Anas ibn Malik (ra) berichtet:

Qâla Rasûlu_Llâhi (s°allâ_Llâhu 3alayhi wa-sallam(a)): „Uns°ur akhâka zhâliman aw mazhlûma(n).“ Fa-qâla rajulun: „Yâ Rasûla_Llâhi, ans°uruhû idhâ kâna mazhlûma(n) a-fa-ra’ayta idhâ kâna zhâliman kayfa ans°uruh(û)?“ Fa-qâla: „Tuh°jizuhû – aw: tamna3uhû – min azh-zhulmi fa-inna dhâlika nas°ruh(û).“

“Hilf deinem Bruder, wenn er Unrecht tut oder wenn ihm Unrecht getan wird.” Ein Mann fragte: “Ich werde ihm [gewiss] helfen, wenn ihm Unrecht getan wird, aber wie soll ich ihm helfen, wenn er Unrecht tut?” Er antwortet: “Halte ihn von seinem Unrecht ab – oder: hindere ihn daran – [Variante des hier verwendeten arabischen Verbs laut dem Überlieferer], das ist dann die Hilfe ihm gegenüber.”

Von Anas ibn Mâlik (ra), Bukhâri, Hadith Nr. 6952, Buch 89 „Kitâb al-Ikrah“, dort Nr. 13

(Im Internet hier und hier zu finden)

Wann wacht unsere Ummah endlich auf und nimmt ihre Verantwortung wahr?



Ich hoffe, dass Allah (ta´ala) mir ermöglicht, wenigstens einen kleinen Teil dazu beitragen zu dürfen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass ER (ta´ala) mich nicht umsonst diese Qualen hat erleben lassen.

An dich, lieber Leser, der selbst betroffen ist:

An alle Geschwister, egal ob weiblich oder männlich, die da draußen gerade meine Zeilen lesen und sich bisher alleine gefühlt haben:

Ich liebe Euch für Allah. Seid euch gewiss, dass ER (ta´ala) nur Gutes für Euch bestimmt hat. Tut Euch zusammen, mit anderen, die Euch verstehen und achten, und meidet jene, die stumpfsinnig und oberflächlich sind. Ihr seid stark, sonst hättet ihr nicht überleben können. Ihr wisst, was ich meine!

Wie oft kommt der Shaytan und versucht in unser Innerstes einzudringen, wie in ein Gebäude mit vielen Schätzen. Er klopft an die Tür und flüstert durch sie hindurch. Dieser Verfluchte versucht, das Werk der Täter, die er angeleitet hat, zu vollenden, und ruft uns zu, dass wir es nicht wert zu leben, dass wir schmutzig seien und es doch einfach beenden sollten. Doch WaLlahi (ta´ala), er klopft nur an unsere Türen und versucht einzudringen, weil er um unseren Wert, unsere Schätze weiß.

Ja, Ihr seid wertvoll: Also vertreibt ihn, den Verfluchten! Mit aller Macht. Und die habt ihr: Allah (ta´ala) hat sie Euch gegeben!

In Liebe, Eure Überlebende, Verbündete Munâdilah

Assalamu aleykum warahmatuLLAHI wabarakatuh.

 

Soweit unsere Schwester Munâdilah. An dieser Stelle möchte ich mich bei ihr für ihre Offenheit und das Berichten ihres schweren Schicksals bedanken. Für Munâdilah ist der Islam an erster Stelle Befreiung und Errettung zugleich, für viele andere muslimische Opfer und vor allem Kinder erst einmal leider nicht. Viele Muslime begreifen nicht, dass der Islam besonders Kindern und Frauen vor allem Schutz bietet und verspricht. Deshalb möchte ich ausdrücklich davor warnen, über jede Konvertitin mit ähnlichem Hintergrund unreflektiert zu jubeln, à la: „Sie hat auch endlich kapiert, dass der Islam hier soviel besser ist!“, und was man dann gerne hört. Stattdessen sollten wir doch lieber die widerwärtigen Schmutzfinken unter uns genau unter die Lupe nehmen und die Opfer solcher Verbrechen ernst nehmen, vor allem solche durch ‚muslimische‘ Täter doppelt und durch „praktizierende“, „betende“, „fromme“ Täter drei- und vierfach: Wir müssen diese Betroffenen auf jeden Fall unterstützen und VOR ALLEM SCHÜTZEN. Das ist sowieso unsere heilige, islamische Pflicht: Wenn das Recht des Schwachen (z.B eines Kindes, einer Frau) diesen nicht erreicht, so ist in dieser Gemeinschaft wenig oder gar kein Islam, wie uns dieser Hadith berichtet :

„Keine Nation/Gemeinschaft wird rein werden, in der der Schwache
nicht sein Recht ohne jede Mühe erlangt.“

(Weitere Information zum Hadith hier)


Somit kennt der Blinde, Taube und Stumme in dieser Angelegenheit sein Urteil.


Lesezuschriften zu diesem Thema gerne an mich per Email

Warnung an trollig gestimmte Kommentatoren:

Kommentare, welche die Schwester in jeglicher Form angreifen, sei es in Form von Beschimpfungen, Beschuldigungen, Unterstellung oder Mutmaßungen werden nicht zugelassen und von mir mit Vergnügen in den Papierkorb verschoben. Sowie alle Kommentare, die auch nur ein bisschen nach Trollen riechen, sind bei diesem Thema völlig unwillkommen und werden so behandelt werden.

Bei solch einem sensiblen Thema, welches schon längst viel öffentlicher in unseren Kreisen hätte diskutiert werden müssen, möchte ich es Menschen, welche die Ernsthaftigkeit und den resultierenden Schaden solcher Verbrechen nicht begreifen wollen, nicht gestatten, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

 

Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.


Artikel auf dem Blog zum Themenbereich Sexuelle Gewalt:

„Missbrauch im Gotteshaus – was ist der Skandal“

„Für das Rechte einstehen“

„Leserzuschrift: Muslimische ‚Männer‘ – taub, stumm und blind?“


Lesezuschriften zu diesem Thema gerne an mich per Email

 

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2 Antworten auf “Als junger Mensch missbraucht – durch den Islam gerettet (Gastbeitrag)”

  1. Aisha bint Ali

    Aisha bint Ali

    BismiLlâhi_r-Rahmâni_r-Rahîm

    Von Abû Sa`îd al-Khudriy (ra), dass der Prophet sagte:

    إِنَّهُ لَا قُدِّسَتْ أُمَّةٌ لَا يَأْخُذُ الضَّعِيفُ فِيهَا حَقَّهُ غَيْرَ مُتَعْتَعٍ

    “ Innahû lâ quddisat ummatun lâ ya’khudhu_d-d°a3îfu fîha h°aqqahû ghayra muta3ta3(in) “

    D.h. ungefähr:

    „Keine Nation/Gemeinschaft wird rein werden [wörtl.: (von Allah (swt)) gereinigt werden], in der der Schwache nicht sein Recht ohne jede Mühe erlangt.“

    (Für eine Übersetzung Wort-für-Wort siehe weiter unten.)

    Ganz zu Ende eines längeren Hadiths, welcher sich in den Sunan von Ibn Mâjah (rh) als Hadith Nr. 2426 (Buch 15 „Kitâb as-sadaqât“, Hadith 37) verzeichnet findet.

    Nach der Quelle (s.u.) laut Al-Albaniy mit gesunder Kette (sahîh).

    Gefunden hier:
    https://abuaminaelias.com/dailyhadithonline/2017/11/29/hadith-on-nations-a-nation-that-exploits-the-weak-will-never-be-holy/

    Vgl. auch.:
    https://sunnah.com/urn/1267440

    Wörtliche interlineare Übersetzung:

    Innahû (wahrlich) lâ (nicht) quddisat (wird gereinigt/geheiligt) ummatun (eine Ummah/Nation/Gemeinschaft) [ergänze: wenn] lâ (nicht) ya’khudhu_(nimmt/erlangt) [a]d-d°a3îfu (der Schwache) fîha (in ihr) h°aqqahû (sein Recht) ghayra („mit nicht“/ohne) muta3ta3(in) ([durch Bedrängnis] zum Stammeln gebracht/bedrängt [worden zu sein]“)

    [Mit frdl. Genehmigung hier entnommen: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=370255950094842&id=100013313197728 ]

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  2. Isa

    Danke für diesen Beitrag, danke dafür, dass du vielen Menschen da draußen die Augen öffnest und auch bewusst machst was der glaube an Allah alles in uns bewirken kann. Niemand soll so ein leid ertragen müssen! Ich empfinde in schweren zeiten Zuflucht und Geborgenheit bei Ihm und bin bereit, dass zu wollen was Er will, denn das Vertrauen ist größer als alles andere. Ich bin mir sicher Allah wird dich weder verlassen, noch im stich lassen.

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