Gastbeitrag: Rassisten nur unter Deutschen?

9 Kommentare

„Schnall dich bitte an“, bat ich meinen Cousin, zarte 10 Jahre alt; seine Antwort auf solch eine simple und selbstverständliche Aufforderung war: „Wieso denn? Ich dachte, Kanaken müssten sich nicht anschnallen?“ Als ich ein paar Minuten darauf fragte, wieso er heute nicht mit Max spiele, bekam ich wieder so eine patzige Antwort: „Du kennst doch die Deutschen, er muss immer so früh nachhause.“ Später am gleichen Tag kam dann der Vater des Jungen nachhause, mit der liebenswürdigen Begrüßung „Du Esel, wie oft habe ich dir gesagt, dass du nicht so nah am Fernseher sitzen sollst?“ auf den Lippen. – Von Aisha bint Ali –




Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm

Wa-l_h°amdu li-Llâhi Rabbi_l-3âlamîn(a), wa-s°alâtu_Llâhi wa-salâmuhû 3alâ rasûlihi_l-karîm(i).
Ash.hadu an lâ ilâha illâ_Llâh(u) wa-anna sayyidanâ Muh°ammadan 3abduhû wa-rasûluh(û).
As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.


– Von Aisha bint Ali –


Setzte sich dann und fing an, ohne jegliches Interesse am Alltag seines Kindes in einer passiv-aggressiven Grundstimmung auf der Fernbedienung nach einem passenden Sender zu suchen, während ich nur das traurige Gesicht meines Cousins sah. Der hatte sich schon den ganzen Tag darauf gefreut, seinem Vater mitzuteilen, dass er diesmal im Sportunterricht besser als sein leistungsstarker Klassenkamerad Lukas (ein Deutscher wohlgemerkt) abgeschnitten hatte.

Nachdem er wenige Minuten lang einen arabischen Nachrichtensender verfolgt hatte, stellte mein Onkel fest: „Die dreckigsten Araber sind echt die Iraker, Syrer und Palästinenser.“ Augenverdrehend gab ich zu bedenken, dass auch er arabischer Abstammung und der Sprung von Syrien nach Libanon nicht gerade weit sei, geographisch, kulturell sowie genetisch. Und dass ein Außenstehender in all diesen Punkten einen Syrer kaum von einem Libanesen oder Palästinenser unterscheiden könne, außer vielleicht an Unterschieden der jeweiligen Dialekte (während diese in manchen Gegenden schon von einer Ortschaft zur nächsten stark voneinander abweichen können).

Deutsche, auch deutsch-deutsche Muslime, bekommen natürlich auch ihr Fett ab: Tage später trieb mich mein Onkel zur Weißglut, als er unbedingt einen deutschen konvertierten Bruder mit auffälligem Erscheinungsbild, einem offenkundigen Bekenntnis zur Sunnah, missbilligend und abwertend kommentieren musste. Solch diskriminierenden Blicke und Bemerkungen sind leider keine Einzelfälle, sie gehören meiner Erfahrung nach in vielen Kulturkreisen schon fast zum kulturellen Vermächtnis, man könnte fast meinen, dass viele es mit der Muttermilch aufsaugen. Doch kaum einer kommt auf die Idee, solch eine Person als „Nazi“ oder ähnliches zu betiteln.

Wenn aber dieser selbe Onkel an der Kasse von einem “besorgten Bürger“ beschimpft wird, weil seine Frau mit Kopftuch etwas länger als üblich braucht, um ihr Kleingeld rauszufischen, dann genau, dann ist diese Person ganz definitiv ein Nazi und Rassist und selbstverständlich auch ein Islamophob. Dabei blendet er ganz offensichtlich aus, dass er selbst auch an der Krankheit Xenophobie leidet: Sein eigener Hass, sein eigenes diskriminierendes und abwertendes Verhalten anderen gegenüber werden jedoch von ihm nicht reflektiert, sondern fröhlich ausgelebt.

Ein ebenso simpler wie bequemer Trugschluss ist leider weit verbreitet: Wir lebten ja in Deutschland, und wenn wir dann hier von Deutschen angepöbelt oder gar nur kritisiert würden, dann müsse es sich immer – keine Widerrede zugelassen! – um Ausländerfeindlichkeit handeln, der Ausländer selbst könne aber – als Ausländer eben! – gar nicht ausländerfeindlich sein. Das führt dazu, dass dieselbe Tat, je nach Täter und dessen Herkunft, unterschiedlich wahrgenommen und mal verurteilt wird, mal nicht. Es wird also schlichtweg mit zweierlei Maß gemessen.

Ich streite Rassismus von “deutschen besorgten Bürgern“ und der rechtsradikalen Szene natürlich nicht ab und will das um Allahs Willen nicht verharmlosen. Dieses gesellschaftliche Problem ist zudem in letzter Zeit, vor allem mit der Flüchtlingsdebatte, in den Vordergrund gerückt ist. Außerdem tragen Zeitungen, Satiresendungen (z.B. „Heute Show“, „Neo Magazin Royale“), Youtube und andere Medien mit ihrer Berichterstattung dazu bei, dass bei vielen Migranten die Vorstellung entsteht, ernstzunehmender Rassismus könne eigentlich nur von Deutschen ausgehen.

An diese Stelle finde ich eine Aussage von Eren Güvercin in seinem Buch „Neo-Moslems“ sehr passend. Er schreibt: „Über Gewalt und Rassismus zu klagen, wäre glaubhafter, wenn das brutale und kriminelle Verhalten von türkisch- und arabischstämmigen Jungmännern ebenso thematisiert werden würde.“ In der Tat sind viele Muslime unglaublich gut darin, sich in eine gewisse Opferrolle zu positionieren, sehen den Balken im eigenen Auge jedoch nicht.

Wie oft habe ich beispielsweise aus dem Munde eines Muslims „Du Jude“, als eine Beleidigung gehört? Seit wann gilt eine Religionszugehörigkeit als Schimpfwort bzw. Demütigung? Und dies ist nur eins von vielen Beispielen. Aus unseren Reihen wird immer wieder von der Gegenseite Toleranz, Akzeptanz, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erwartet, aber gegenüber anderen Minderheitsgruppen zeigen wir dieses selbstverständliche Verhalten nicht. Woran liegt das?

Ganz einfach, die Seuche nennt sich „Nationalismus“. Nationalismus ist aber keine rein neuzeitliche Erscheinung, schon der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) stellte nach einem Bericht in seiner sogen. Abschiedspredigt fest:

„Yâ ayyuhâ_n-nâs(u)! Inna Rabbakum wâh°idun wa-inna abâkum wâh°idun, alâ lâ fad°la li-3arabiyyin 3alâ a3jamiyyin wa-li-3ajamiyyin 3alâ 3arabiyy(in) wa-lâ li-ah°mara 3alâ aswada wa-lâ li-aswada 3alâ ah°mara illâ bi-t-taqwâ.“

(Musnad Ahmad Nr. 22978; u.a. authentifiziert durch Al-Albaniy in As-Sahîhah (6/199);
siehe im Internet dafür u.a. hier, hier und hier)

In deutscher Sprache ungefähr:

„Oh, ihr Menschen! Wahrlich, euer Herr [swt] ist Einer und euer Vater [aS] ist einer. Und gewiss gibt es keinen Vorzug, der einem Araber über einen Nichtaraber noch einem Nichtaraber über einen Araber zukommt. Noch gibt es [einen Vorzug] eines weißen Menschen über einen schwarzen Menschen oder eines schwarzen Menschen über einen weißen Menschen, außer durch die Taqwâ [Gottesfurcht / Achtsamkeit bzgl. der Sünden].“

Und Allah (swt) sagt in Seinem Buch:

{ Yâ ayyuhâ_n-nâsu innâ khalaqnâkum min dhakarin wa-unthâ wa-ja3alnâkum shu3ûban wa-qabâ’ila li-ta3ârafû – inna akramakum 3inda_Llâhi atqâkum – inna_Llâha 3alîmun khabîr(un) }

(Sûrat Al-Hujurât Âyah 13, im Internet z.B. hier und hier)

Auf Deutsch ungefähr:

„O ihr Menschen, Wir haben euch aus Männlichem und Weiblichem erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernen / von einander lernen möget. Wahrlich, bei Allah ist von euch der Angesehenste der Gottesfürchtigste unter euch [= wer von euch die meiste Taqwâ zeigt/besitzt]. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“

Nationalismus besitzt also nach dem Islam überhaupt keine Rechtfertigung, viele Muslime jedoch vertreten oft eine national-rassistische Grundhaltung und meinen am Ende auch noch, dies sei durch den Islam legitimiert. Wie viele unter uns sind stolze Marokkaner, Albaner, Türken, Araber, Tschetschenen usw. usf., die Liste ist lang, und wie oft ist auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken so etwas wie „stolze Libanesin“, „marokkanische Perle“ oder „osmanischer Kämpfer“ zu lesen. Abgesehen davon, dass normalen Menschen von solchen Namensgebungen regelrecht kotzübel werden sollte, würde ich besagte Person gerne mal fragen, auf was sie oder er denn so stolz sein will? Wie kann man auf etwas stolz sein, wofür man null Leistung erbracht hat? Du hast nichts getan, du bist lediglich auf die Welt gekommen. Einer Nation oder einem Volk anzugehören fordert keine Eigeninitiative oder Leistung.

Daher würde ich auch – wie viele andere – nie auf die Idee kommen, mit einer Kette mit dem Nationalwappen oder dem Namen des Landes meiner Eltern herumzulaufen oder mir eine XXL-Flagge der „Heimat“ ins Wohnzimmer zu hängen, nie würde ich beim Fußballspiel anstelle einer Würdigung der fußballerischen Leistung unter extremen euphorischen oder gar aggressiven Gefühlsausbrüchen leiden wollen, nur weil gerade die eigene Nationalmannschaft spielt.

Weshalb spüren also einige einen übertriebenen, gar nicht mehr gesunden Bezug zu ihren Wurzeln und halten sich für die bessere Schöpfung? Wenn nicht für die beste…

Die Ursachen sind natürliche viele und haben meist einen historischen, politischen oder pseudoreligiösen Hintergrund: Sei es das altbekannte „Türken-Kurden“-Problem oder Kosovo-Albaner gegen Kosovo-Roma, sei es der beliebte Vorwurf „Ihr Araber habt uns damals verraten, Ihr dreckigen Verräter“ aus dem türkischen Lager oder auch die vielen Araber mit rassistisch-judenfeindlichen Positionen (natürlich stellt die jüdische Glaubensrichtung keine Rasse dar, das Phänomen der heutigen, im wesentlichen rassistisch geprägten Judenfeindlichkeit gehört aber leider in diesen Kontext).

Nach meinem persönlichen Eindruck wird Menschen mit Migrationshintergrund in vielen Fällen einfach nicht bewusst, dass auch aus ihren Reihen rassistische Äußerungen kommen. Das sind häufig automatisierte Vorgänge, und vor allem leidet darunter ganz besonders die ältere Generation. Beispielsweise einen Mann oder eine Frau aus einem anderen Land, oder sei es nur aus einer anderen ethnischen Gruppe aus dem gleichen Land, zu heiraten, ist dann unvorstellbar. Zwar lächelt die Oma die somalische, dunkelhäutige Freundin freundlich an, froh über diese Freundschaft ist sie jedoch nicht, und später folgen solche Gespräche wie „Naja, du weißt schon, die Schwarzen…“ Und manchmal sind sich Alt und Jung in dem Irrsinn herzlich einig, wenn z.B. türkische Freundinnen, die mit einem Kemal-Atatürk-Tattoo herumlaufen, angewidert meinen: „Spinnst du? Niemals würde ich einen Kurden heiraten, mein Vater würde mich für solche Gedanken töten.“

Es ist wirklich erschreckend zu beobachten, dass genau diese Menschen, die andere Kulturen, Ländern und Religionen so abwertend behandeln, auf der anderen Seite dieses Verhalten bei ihren deutschen Mitbürgern kritisieren und dann gerne mal als das Opfer dastehen und den Lehrer die Schuld für ihre Noten zuschreiben, weil dieser ja „Wallah, voll der Nazi!“ sei. Erst neulich sagte ein Bekannter: „Ich hasse Syrer, wieso lässt Deutschland so ein dreckiges undankbares Volk überhaupt rein? Seht doch, was diese Ratten im Libanon angestellt haben, weil wir so viele von denen aufgenommen haben!“ Ich war nicht die einzige Zuhörerin, hätte ein Deutscher aber exakt denselben Satz ausgesprochen, oh je, dann wäre der Aufschrei groß gewesen. Aber, puh, Glück gehabt, es war nur ein Araber, der selbst erst seit gerade mal 10 Jahren hier lebt und Hilfe vom Staat in Anspruch nimmt.

Wenn Dummheit Schmerzen hervorriefe, so würden Menschen, die zu solchen Ausfällen in der Lage sind, wahrscheinlich den ganzen Tag lang Schmerzen leiden müssen… Rassistisches und diskriminierendes Gedankengut einerseits und Intelligenz und Klugheit andererseits schließen sich aber gegenseitig ganz offensichtlich aus, so dass es meistens auch gar nichts mehr hilft, solchen Leuten ins Gewissen zu reden.

Rassismus ist Rassismus! Und zwar egal von wem oder von wo er kommt. Wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Sprache oder Aussehen diskriminiert werden und man seine eigene Abstammung als ‘‘höherwertig‘‘ ansieht, dann läuft definitiv was falsch im Kopf: Auf allen erdenklichen Ebenen – moralischer, menschlicher und vor allem religiöser Ebene!

Es geht aber auch andersherum: Dass Schwestern beim Thema Heirat auch gerne mal den deutschen konvertierten Bruder bevorzugen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Oft wird jeglicher solche Bruder pauschal als der bessere, intelligentere, aufgeklärtere Muslim, Mann oder gar Mensch dargestellt. Schwestern verfallen ins Schwärmen über jeden jungen Muslim, der hinter seinem Namen „al-Almani“ stehen hat. Solche Gespräche enden oft mit Gelächter, und alle stimmen ein, ein nicht konvertierter Bruder komme nur dürftig an den Status des erwähnten Bruders heran – welchen man eigentlich bis auf ein, zwei Facebook-Beiträge gar nicht kennt. Aber „Al-Almani“ hinter dem Namen spricht für sich, da gibt es ausnahmsweise mal keinen Ikhtilaf.

Ich will solche Situationen nicht schlimmer darstellen, als sie in der Realität sind, aber sie geben mir zu denken. Das sollten sie jedem. Wir müssen aufhören, einzelne Individuen auf ein Merkmal zu reduzieren und ihnen Abziehbilder anzukleben. Seien es nun positive oder negative Klischees, das eine ist nicht klüger als das andere.

Wie können Menschen nur einen ‘‘Landsmann“ bevorzugen, bloß weil dieser aus derselben Heimat stammt, die sie vielleicht höchstens einmal alle zwei Jahre besuchen und in der sie sich eigentlich nicht richtig zuhause fühlen und der gegenüber sie dann doch das Leben in Deutschland vorziehen, und all dies obwohl der betreffende sogenannte ‘‘Landsmann‘‘ vollkommen ungerecht handelt und dafür scharf kritisiert werden müsste. Dies ist wirklich ein Problem, und anstatt sich damit auseinanderzusetzen, woher das jeweilige Gegenüber eigentlich stammt und danach abzuwägen, in welche Schublade es wohl passt, sollte man seine Zeit und besonders seine Denkleistung für andere, wichtigere Sachen nutzen.

Ganz schlimm auch, dass genau solch extremer Nationalstolz zur derzeitigen katastrophalen Lage der muslimischen Ummah beiträgt. Seit der Kolonialzeit, der Abschaffung des letzten Kalifats (dem des osmanischen Reichs) und der Entstehung einzelner Nationalstaaten befinden wir uns in einer Abwärtsspirale. „Spaltung“ heißt diese schlimme Krankheit, die unsere Gemeinschaft befallen hat. Und gerade deshalb sollte jeder Muslim stets daran arbeiten, solch einen Unfug wie Nationalstolz und rassistische Vorurteile sein zu lassen und solches aktiv zu bekämpfen.

Allah (swt) sagt in Seinem Buch:

{ Wa-ltakun minkum ummatun yad3ûna ilâ_l-khayri wa-ya’murûna bi-l-ma3rûfi wa-yanhawna 3an-i_l-munkar(i) wa-‚ûlâ’ika hum-u_l-muflih°ûn(a) }

(Sûratu Âli  `Imrân, Âyah 104, im Internet z.B. hier oder hier)

Dies bedeutet ungefähr auf Deutsch:

„Und es soll unter euch eine Gemeinschaft sein, die zum Guten/Besseren (auf)ruft und das Angemessene/Anständige gebietet und vom Abzulehnenden abhält; sie sind die [wirklich]  Erfolgreichen.“

Natürlich stellt in fast allen Gegenden Deutschlands ein meist harmonisches Zusammenleben zwischen Einheimischen und Migranten (vor allem jenen der 2. und 3. Generation) die Normalität dar, und ist friedliches Miteinander alles andere als eine Seltenheit. Darauf dürften wir als Muslime uns aber nicht ausruhen, sondern müssten eher ein Vorbild für andere darin sein, wie wir miteinander und mit Menschen anderer Gruppen respektvoll und diplomatisch umgehen. Nicht zuletzt, weil gerade unsere Religion uns das so eindrücklich lehrt.

Besonders sollte man Kindern diskriminierendes Verhalten nicht vorleben, denn kein Mensch wird mit rassistischem Gedankengut und Hass gegenüber anderen ethnischen Gruppen geboren, all dies ist eine Sache des Umfelds und der Erziehung. Niemals sollten Angewohnheiten und Meinungen einfach unreflektiert von den Alten übernommen und genauso unreflektiert an die Jugend weitergegeben werden. Es zahlt sich im Leben immer aus, weiter als nur von der Tapete zur Wand zu denken.

In diesem Sinne möchte hier mit einem Appell des Gesandten Allahs (Frieden und Segen seien auf ihm) diesen Artikel beschließen:

„Man ra’â minkum munkaran fa-l-yughayyirhû bi-yadihî fa-in lam yastat°î3 fa-bi-lisânihî fa-in lam yastat°î3 fa-bi-qalbihî wa-dhâlika ad°3afu_l-îmân(i).“

— Abu Sa’îd al-Khudriy (ra) überliefert, dass er den Gesandten Allahs (s) sagen hörte:)

„Wer von euch etwas Übles sieht, soll es mit seiner Hand ändern, und wenn er dies [das Ändern] nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er dies nicht vermag, dann mit seinem Herzen, und dies ist die schwächste Form des Glaubens [des Îmân].“ —

Überliefert bei Muslim. (Siehe im Internet z.B. hier)

Friede sei auf euch.

Soweit unsere Schwester Aisha bint Ali, die in shâ’a_Llâh demnächst unser Autorenteam ergänzen wird, in ihrem Beitrag, für den ich ihr danken möchte. Da sie die Veröffentlichung dieses Artikels jedoch noch in meinem Verantwortungsbereich als Blog-Autor und durch mich geschieht, ist für alle Nutzer, die kommentieren möchten, zu beachten:


Warnhinweis für Kommentatoren:

Unflätige Kommentare mit Beschimpfungen und Beschuldigungen werden nicht oder nur gekürzt freigeschaltet bzw. auf der FB-Seite nach meinem Belieben gelöscht. Wer dies für Zensur hält oder Meinungsfreiheit einklagen möchte, soll sich bitte überprüfen, ob er/sie zu jenen Geschwistern zählt, die sowieso meinen, dass „Meinungsfreiheit nicht zum Islam gehört“, und insofern entsprechende Zensur-Vorwürfe einfach hinunterschlucken.
Den Anweisungen des Platzwartes, also meist meiner Wenigkeit, ist unbedingt Folge zu leisten. Dies ist kein öffentlicher Raum, sondern unser Blog bzw. unsere Seite. Allah (swt) hat uns dies als Verantwortungsbereich übertragen, den wir nach unserem besten Wissen und Gewissen verwalten.
Wer einfach nicht verstehen mag, warum ich bestimmte Dinge lösche, kann sich auch jenseits dieses Hinweises gerne einen Artikel durchlesen, den ich zu diesem Thema einmal verfasst habe. Ferner kann er in diesem Artikel, sowie hier, hier und hier unten dazu Erläuterungen studieren.
Überdies bitte ich alle Nutzer, sich einmal an meine Stelle zu imaginieren, also ihren geplanten bzw. eingestellten oder gelöschten Kommentar von meiner Warte aus zu betrachten, nicht von der ihres Hack(TM) (denn, wie wir ja alle wissen, haben ALLE Muslime Weisheit und Hack mit Löffeln gefressen, leider nur allzu häufig je verschiedene und untereinander inkompatible Versionen der beiden): Wenn sie dann feststellen müssen, dass sie an meiner Stelle den Kommentar der Form nach unangemessen fänden, sollten sie ihn entweder, wenn noch möglich, unterlassen bzw. dementsprechend abändern, bzw., falls sie ihn unklugerweise eingestellt haben, sich nicht über negative Reaktionen inkl. Zensur wundern. Den Hadith dazu findet man hier.

Das Kommentarfeld hier bzw. unter dem FB-Beitrag zum Artikel ist insb. kein Austragungsort für die Begleichung persönlicher Rechnungen, insb. nicht in Bezug auf Dritte. Außerdem behalte ich mir vor, Kommentare, die sich nicht inhaltlich auf den Artikel oder die darin angesprochenen Themen beziehen, kommentarlos zu löschen.

Insbesondere möchte ich alle Kommentatoren dringendst bitten, die Kommentare hier auf dem Blog (außer in einer Rede und Widerrede in engem zeitlichem Rahmen, einem echten Dialog also) immer mit dem Friedensgruß, und dies auch explizit als Antwort auf meinen zu Beginn und Ende des Artikels, zu beginnen. Danke.

Beschwerden, die per Email an mich eingereicht werden, werden immer gerne bearbeitet, auf Wunsch auch an Zia, den Oberadministrator, weitergeleitet.

Besten Dank an alle Nutzer für ihr Verständnis und ihre Mitarbeit, auch im voraus.

 

Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.

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9 Antworten auf “Gastbeitrag: Rassisten nur unter Deutschen?”

  1. Pali

    Ich stimme dem Artikel zu, wobei mir besonders eine Fähigkeit vieler Muslime in den Augen brennt: Wie z. B. jeder das Unrecht gegenüber den Sympathie-Völkern wie den Palästinensern oder Uiguren zurecht, wie ich finde, anprangert (und jetzt, weil man es ausschlachten kann, bzgl. der Rohingya, welche schon seit Jahren als am meisten verfolgte Ethnie gelten), andererseits aber, wenn es um genau dieselben als Flüchtlinge geht, die Türen verschließt. Auch dass den Kurden und Belutschen und Tuareg – um nur ein paar zu nennen – kein Staat zugestanden wird oder zumindest eine andere Form der Selbstverwaltung. Schlimmer werden dann Völker wie das der Kurden massiv unterdrückt, so war(en) die kurdische Sprache(n) verboten, und es kam zu massiver Folter und nicht wenigen Massakern. Gleichzeitig wird Kritik an diesen Situationen hart bestraft. Also ist das eigene Verhalten zwar objektiv schlimmer als das des „Todfeindes“ Israel, aber das ist dann anscheinend egal, und ein einfaches Weltbild verhindert dieses nervige und anstrengende „Selber-Denken“…
    Das Ganze geht so weit, dass man sogar den IS im kampf gegen die Kurden unterstützt haben soll und jetzt die sonst so verhasste schiitische Regierung unterstützt. Was ich alles schon von anderen Türken gegenüber Kurden gehört habe, hat mich schon das eine oder andere Mal extrem angewidert, und ich konnte Gewaltexzesse mancher kurdischer Gruppen nachvollziehen, wenn ich sie auch nicht unterstütze.
    Als weiteres Beispiel ist das Vereinnahmen von glor­reichen Persönlichkeiten überall im Nahen Osten anzutreffen, bspw. das Türkifizieren alles Kurdischen: So wird in türkischen Medien auch heute noch behauptet, alle bedeutenden Kurden wären eigentlich Türken gewesen, oder wenn dies zu abstrus klingt, halt Araber oder Perser. Man sollte sich mal türkische WIkipediaseiten durchlesen, da wird einen das wahre Gruseln gelehrt. Auf die tausenden Fahnen in jeder Straße und den typischen Alltagsrassismus muss ich wohl gar nicht mehr eingehen, will es auch nicht.

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      As-Salâmu `alaykum wa-rahmatuLlâh.

      Bitte achte das nächste Mal darauf, den Salâm, den ich als verantwortlicher Blog-Autor entboten habe auch zu erwidern. Es wäre freundlich, wenn Du das hier im Kommentarstrang noch nachholen könntest.

      Außerdem muss ich darauf hinweisen, dass ich Deinen Kommentar lektoriert habe, weil er sonst insb. nach dem Urteil der Gastautorin, aber auch meinem Dafürhalten nur schwer leserlich bzw. verständlich war.

      Das Thema „Doppelmoral“ im Zusammenhang mit „Gruppismus“ (extremem „group think“) hat kürzlich erst unser Leitender Redakteur Zia in einem Artikel behandelt und auf Facebook z.T. äußerst wütende Reaktionen dafür geerntet:
      http://www.ahlu-sunnah.com/blog/?p=3148

      Wa_Llâhu a3lamu dâ’iman. Wa-s-Salâm.

    • Pali

      Wa alaykumu s-salam wa rahmatullah,
      Ich hoffe diese Form ist richtig, ich bin mit den richtigen Grußformeln noch nicht vollends vertraut, was keine entschuldigung ist, ich habe es schlichtweg versäumt zumindest ein alaykum as-salam zu verwenden.

    • Muhammad Ibn Maimoun

      السلام عليكم

      Die Form ist richtig 🙂

  2. RapMaster C.

    Sehr guter und in die tiefe gehender Artikel. Erwähnenswert wäre vielleicht noch der konfessionelle Hass vieler Geschwister auf Shias, Ahamdiyyas, Sufis etc.

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      Bismi_Llâhi_r-Rahmâni_r-Rahîm
      As-Salâmu `alaykum wa-rahmatuLlâh

      Besten Dank für das Feedback. Die von mir erbetene Erwiderung des Friedensgrußes bitte ich jedoch auf jeden Fall nachzuholen.

      Was den „Hass“ angeht, so existiert hier m.E. ein völlig falsches Verständnis der (in dieser Form gar nicht koranischen) Begriffe von „walâ‘ “ und „barâ‘ „, gerne mit „Loyalität“ und „Lossagung“ im Deutschen wiedergegeben. Diese sind natürlich dem Muslim Pflicht, d.h. wenn damit die Loyalität zur Wahrheit, zum Islam, zu Allah (swt) und Seinem Gesandten (sAs) und andererseits die Lossagung oder Distanzierung vom Übel, vom Falschen, von Shirk und Kufr (und zwar nicht nur dem großen, sondern auch dem kleinen), vom Unrecht gemeint ist.
      Insofern sollen wir auch Courage und Zivilcourage zeigen und uns von Handlungen anderer Menschen aus doktrinären, d.h. für den Muslim zugleich Gewissensgründen distanzieren. Und so halte ich persönlich das auch mit schiitischer und qadyanischer Lehre: ich halte diese nämlich nicht nur für abstrakt falsch, also in einem Elfenbeinturm-Sinne, sondern auch fǘr praktisch schädlich. Sonst lohnte es sich nämlich kaum, zwischen Wahrheit und Falschem zu unterscheiden, wenn mit dieser Unterscheidung nicht verbunden wäre, dass die Wahrheit den Menschen nützt, das Falsche aber nur schadet und des Teufels Werk verrichtet. Das gilt dann aber auch für alle anderen Sekten und Individueen in der Ummah, dass wir m.E. überprüfen sollten, ob ihre Lehren nach unserem, nach besten Wissen und Gewissen gefällten Urteil, der Lehre des Gesandten Allahs (sAs) ent- oder widersprechen, ihr förderlich sind oder zuwiderlaufen.
      Diese doktrinär begründete, im dargestellten Idealfall nüchtern begründete und begründbare Ablehnung von Handlungen, Haltungen, Sitten, Lehren, etc. aber mit einem prinzipiellen Vernichtungswillen (und das ist heute mit „Hass“ i.d.R. gemeint) zu verbinden, ist m.E. nicht nur un-, sondern anti-islamisch und findet seinen traurigen Höhepunkt in den Taten der Fanatiker aller Sekten, wie zuletzt durch ISIS auf der einen, aber auch viele schiitische Milizionäre auf der anderen Seite in Irak und Syrien repräsentiert.
      Wie unislamisch deren Denken ist, kann man m.E. allein an Al-Mâ’idah 8 sehen:
      { Yâ ayyuhâ_lladhîna âmanû kûnû qawwâmîna li-Llâhi shuhadâ’a bi-l-qist°(i) wa-lâ yajrimmannakum shana’ânu qawmin 3alâ an ta3dilû (i)3dilû huwa aqrabu li-t-taqwâ wa-ttaqû_Llâh(a) inna_Llâha khabîrun bi-mâ ta3malûn(a) }

      Dies nur als Andeutung, weil über dieses völlig irrwitzige Phänomen dieses schwarzen Hasses könnte man m.E. ganze Abhandlungen schreiben. Aber Muslime lesen nicht so gerne, vor allem, wenn es um Texte auf wissenschaftlichem Niveau geht, habe ich feststellen müssen.

      Einer meiner geschätzten Kollegen hat sich einmal hier auf dem Blog an dem Thema versucht:
      http://www.ahlu-sunnah.com/blog/?p=2058

      Wa_Llâhu a3lamu dâ’iman, wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i).

      Wa-s-Salâm.

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      PS.: Ich vergaß im Bezug auf fanatisierte intermuslimische Konflikte den polemischen, aber m.E. völlig zutreffenden Artikel unseres Redakteurs Zia aus neuester Zeit zu erwähnen, siehe dazu hier: http://www.ahlu-sunnah.com/blog/?p=3148

      Meiner Ansicht nach hat er völlig recht, wenn er Muslimpöbel=Pöbelmuslime in allen Gruppen verortet, also nicht nur reichlich bei Salafis u./o. Wahhâbis, sondern auch bei Rechtsschulen-Anhängern, Sufis, Schiiten etc.pp.

      Wa-s-Salâm.

  3. Muslim und sonst nichts!

    Wieso wurde mein Kommentar nicht veröffentlicht?

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      As-Salâmu `alaykum wa-rahmatuLlâh

      Weil Du Dich gleich an mehrere Regeln nicht gehalten hast, von denen ich sogar vermuten muss, dass Du sie genau kennst.

      Bist Du nicht „Feminismus ist vom Shaytan“ alias „Der Kapitalismus ist gut!“ (um nur zwei der zahlreichen Namen dieser Kommentatorenpersönlichkeit allein bei uns auf dem Blog zu nennen) alias „Abu Aischa al-Athari/as-Salafi“?

      Dann dürfte ich Dich sanft an Regel 8 (hier nachzulesen), die u.a. sagt:
      „Ferner sind Sätze oder gar Slogans, auch solche (ggf. vermeintlich) islamischen Inhalts als Pseudonyme für Kommentatoren hier untersagt. Behauptungen, Aussagen oder auch Fragen jeglicher Art sind IM Kommentartext vorzubringen und dürfen hier NICHT per Pseudonym eingeschmuggelt werden.“

      Wenn Du Dir mir
      1. sagst, ob Du mit den obigen Kommentator-Personen identisch bist oder nicht,
      2. mir versprichst, nur noch unter einem jetzt festzulegenden Pseudonym, das meinen Regeln gehorcht, bei uns auf dem Blog zu kommentieren und
      3. meinen Friedensgruß korrekt erwiderst,

      wäre ich u.U. (insb. wenn Du das nett und freundlich machst) bereit, Deinen Kommentar freizuschalten, in shâ’a_Llâh.

      Wenn Dir das nicht gefällt, oder mein Umgang mit Kommentaren, dann steht es Dir frei, Dir gar nicht erst die Mühe zu machen, in meinem Verantwortungsbereich längere Kommentare einzustellen. Man kann auch glücklich leben, ohne hier zu kommentieren, davon bin ich fest überzeugt.

      Wa_Llâhu a3lamu dâ’iman, wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i). Wa-s-Salâm.

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