Für das Rechte einstehen

2 Kommentare

Das Thema Missbrauch, insbesondere sexueller Missbrauch und seine verschiedenen Formen und Vorformen an körperlichen und verbalen Übergriffen, hat sich den Muslimen des deutschen Sprachraums neulich durch einen Bericht im Rahmen der MDR-Sendung Fakt/Exakt machtvoll aufgedrängt. Es wird darüber aber auch zur Zeit im englischsprachigen Raum unter Muslimen viel diskutiert, die den Weinstein-Skandal längst nicht als einzigen oder wichtigsten Anlass sehen, sich diesem Thema zu widmen.


Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm

Wa-l_h°amdu li-Llâhi Rabbi_l-3âlamîn(a), wa-s°alâtu_Llâhi wa-salâmuhû 3alâ rasûlihi_l-karîm(i).
Ash.hadu an lâ ilâha illâ_Llâh(u) wa-anna sayyidanâ Muh°ammadan 3abduhû wa-rasûluh(û).
As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

 

[This text is the German version of an English facebook post of mine which you find here or quoted down below.]



Im Kontext dieser Diskussion hat eine unserer muslimischen Schwestern dieser Tage auf Facebook eine m.E. sehr interessante Frage gestellt:

Dear Muslim men:
What do *you* do to prevent sexual harassment and abuse? Interested in actual real-life examples and anecdotes.

D.h. etwa:

Liebe muslimische Männer:
Was tut IHR um sexueller Belästigung und Gewalt vorzubeugen? Interessiere mich insb. für wirklich so vorgefallene Beispiele und Geschichten aus dem wirklichen Leben.“

(Zaynab b.Y.)

Eine sehr, sehr gute Frage, meiner Ansicht nach. Ich meine sogar, dass wir Männer sie uns jeden Tag unseres Lebens stellen und notfalls jetzt damit beginnen sollten, wenn wir dies bisher nicht bewusst und aktiv getan haben sollten.

Um die immense Bedeutung dieser Frage und die Tatsache, dass sie den Kern des islamischen Begriffes von Männlichkeit berührt, zu belegen, möchte ich hier und heute darauf hinweisen, dass das Wort „qawwâm“ („Hüter“) im Edlen Qur’ân genau dreimal vorkommt, davon einmal im Zusammenhang des Verhältnisses der Geschlechter und zweimal im Bezug auf die gesellschaftliche Verantwortung von Muslimen und Gerechtigkeit:


1. An-Nisâ‘ 34:

{ Ar-rijâlu qawwâmûna 3alâ_n-nisâ’i bi-mâ fadd°ala_Llâhu ba3d°ahum 3alâ ba3d°(in) wa-bi-mâ anfaqû min amwâlihim … //4:34// }

(Siehe im Internet z.B. hier oder hier)

In deutscher Sprache bedeutet dies ungefähr (man vergleiche aber auch bitte andere Übersetzungen, wie bei „tanzil.net“):

„Die Männer stehen den [=ihren] Frauen in Verantwortung vor (wörtl.: ’sind „qawwâmûn“ über die Frauen‘), aufgrund dessen, worin Allah (swt) die einen vor den anderen [bzgl. seiner Gnaden] bevorzugt hat, und aufgrund dessen, was sie aus ihrem Vermögen ausgegeben haben. […] //4:34//“

Wie verstehen dies viele, sehr viele, männliche Muslime? – „Wir sind die Chefs, Punkt.“
Eine solche Einengung jedoch führt zu einer nicht geringen Fehlwahrnehmung der Gebote Allahs (swt), wie die Lektüre der anderen beiden Ayât, die das Wort „qawwâm“ enthalten, deutlich zeigt:

2. An-Nisâ‘ 135

{ Yâ ayyuhâ alladhîna âmanû kûnû qawwâmîna bi-l-qist°i shuhadâ’a li-Llâhi wa-law 3alâ anfusikum aw-i_l-wâlidayni wa_l-aqrabîn(a) in kâna ghaniyyan aw faqîran fa-Llâhu awlâ bi-himâ fa-lâ tattabi3û_l-hawâ an-ta3dilû … //4:135// }

(Siehe im Internet z.B. hier oder hier)

In deutscher Sprache bedeutet dies ungefähr (man vergleiche aber auch bitte andere Übersetzungen, wie bei „tanzil.net“):

„O ihr, die ihr den Îmân angenommen habt, seid Wahrer und Hüter (wörtl.: „qawwâmûn“) von Gerechtigkeit und Fairness und/als Zeugen für [die Sache] Allah[s] (swt), sei es gegen[über] euch selbst, den [=euren] Eltern und nächsten Verwandten, und sei derjenige reich oder arm, denn Allah (swt) ist beiden näher; so folgt nicht der Begierde damit ihr nicht abweicht [od.: ungerecht handelt] […] //4:135//“

Und:

3. Al-Mâ’idah 8

{ Yâ ayyuhâ alladhîna âmanû kûnû qawwâmîna li-Llâhi shuhadâ’a bi-l-qist°i wa-lâ yajrimannakum shana’ânu qawmin 3alâ an ta3dilû_(i)3dilû huwa aqrabu li-t-taqwâ wa-ttaqû_Llâh(a) inna_Llâha khabîrun bi-mâ ta3malûn(a) //5:8// }

(Siehe im Internet z.B. hier oder hier )

In deutscher Sprache bedeutet dies ungefähr (man vergleiche aber auch bitte andere Übersetzungen, wie bei „tanzil-net“):

„O ihr, die ihr den Îmân angenommen habt, seid Hüter und loyale Diener [der Sache] von Allah (swt) und/als Zeugen über/in/mit Gerechtigkeit und Fairness und lasst euch nicht vom Hass eines Gruppe Menschen dazu verführen/verleiten, dass ihr keine Gerechtigkeit übt: Übt Gerechtigkeit, das ist näher an der Taqwâ [=der islamischen Achtsamkeit, d.h. sich davor zu schützen suchen, schlimme Sünden zu begehen] und habt/zeigt Taqwâ gegenüber Allah (swt) [=hütet euch davor, durch Begehen großen Unrechtes den Zorn von Allah (swt) zu erregen], denn wahrlich, Allah (swt) ist bestens unterrichtet, was ihr tut. //5:8//“

Das Buch von Allah (swt) stiftet also in der Verwendung des Wortes „qawwâm“ eine eindeutige Verbindung zwischen der Aufgabe und den Befugnissen eines „Amîr“ oder Leiters einer gesellschaftlichen Einheit oder Gruppe (und sei es einer Familie) und der Vorstellung eines loyalen und selbstlosen Dienstes und Eintretens für Gerechtigkeit und Wahrheit.

Wenn wir uns jetzt noch einmal die unsere Frage anschauen – „An die muslimischen Männer: Was tut IHR jeder ganz persönlich, um sexueller Belästigung und Gewalt vorzubeugen?“ – dann fällt es wenig schwer, aus den zitierten Ayât einige Grundregeln zu ermitteln, dass sie muslimische Männer nämlich dazu verpflichten:

  • sich erwachsen und verantwortungsbewusst zu verhalten, und nicht nur manchmal oder in bestimmten Situationen, sondern immer;
  • ihre Affekte und Impulse und deren Ausdruck nach außen unter Kontrolle zu bekommen;
  • sich damit zu befassen, wie man insb. Ärger, Zorn und Wut kontrollieren und beherrschen kann, und dies wirksam zu üben und umzusetzen;
  • Zivilcourage zu erwerben, zu zeigen und beständig zu mehren suchen;
  • bereit zu sein, gegen jede Sorte von verbaler, psychischer oder physischer Gewalt einzuschreiten;
  • bereit zu sein, gegen jedermann, auch Menschen bzw. Gruppen, gegen die man Vorbehalte oder schlimmeres hegt, und solche, die man als sündig sieht, in Konfliktfällen unvoreingenommen, gerecht und fair zu sein;
  • von vornherein mit den wirklichen Opfern von Unrecht (unbekannterweise) solidarisch zu sein;
  • zum Maßstab ihres Frauenbildes nicht ihr Gutdünken, ihr Interesse, ihre Umgebung oder kulturell überkommene Vorstellungen zu machen, sondern dieses am Edlen Qur’ân und dem Sprechen des Propheten (sAs) auszurichten.

Wobei man diese Liste sicher ohne weiteres noch um einige Punkte erweitern könnte.

Mir gefällt an der von unserer kanadischen Schwester gestellten Frage insbesondere, dass sie im Grunde sehr positiv ausgerichtet ist, sich nicht auf üble Vorfälle oder Missstände, sondern darauf konzentriert, was muslimische Männer bereits an Gutem in Hinsicht auf Vorbeugung sexueller Gewalt und ihrer Vorformen bereits individuell unternommen haben.

Da mir selbst nun einige Beispiele davon bekannt sind, wie männliche Muslime in der Vergangenheit sich in diesem Sinne praktisch betätigt haben, möchte ich diese, in shâ’aLlâh, hier teilen. Denn eigentlich ist eine fruchtbare öffentliche, auf praktikablen positiven Wandel abzielende Diskussion darüber längst überfällig.




Anmerkung: Wer hier oder auf unserer FB-Seite AhluSunnahCom unter dem Beitrag zu diesem Artikel kommentieren möchte, lese sich doch bitte vorher meinen entsprechenden Warnhinweis weiter unten, nach den Material-Empfehlungen durch. Im eigenen und unser aller Interesse.


Literatur- und Film-Empfehlungen zur Befassung mit dem Thema:

Aus Al-Qur’ân Al-Karîm:

An-Nisâ‘, Ayah 34, Ayah 135 und Ayah 148 – Al-Ma’idah, Ayah 8 und Ayah 32

Aus den Hadithen des Gesandten Allahs (sAs):

„Helfe deinem Bruder immer“, „Wenn du Übles siehst“, „Der Din ist Nasiha“, „Wünsche für deinen Bruder…“, „Zürne nicht!“, „Koranlehrer i.d.Hölle“, „Du hast MICH nicht besucht“, „Ein Wort nicht gesagt“, „Wer sich erbarmt“ bzw. „Wer sich nicht erbarmt“

Die erste, englischsprachige Fassung dieses Textes

als Beitrag auf meinem Facebook-Profil und weiter unten hier im Kommentarfeld

Der Bericht von MDRFakt/Exakt über Missbrauch im muslimisch-religiösen Kontext:

Auf ihrer Facebook-Seite oder mit begleitendem (aber ggü. dem Video inhaltl. gekürzt.) Artikel,
auf Youtube oder in der Mediathek

Zwei Artikel von Mimoun Azizi zum Thema:

der im Fakt-Bericht erwähnte aus diesem Frühjahr und ein zweiter, kurz nach dem Fernsehbericht erschienener

Ein sehr informativer,

kürzlich erschienener Artikel von Zaynab bint Younus zum Thema

Ein Bericht der BBC über jahrzehntelangen, schweren

Missbrauch in einem katholischen Waisenhaus in Schottland

Wie eine Gemeinschaft nicht reagieren sollte: ein Artikel von VICE über sexuellen

Missbrauch unter orthodoxen Juden, im Original und in deutscher Übersetzung

Zias Artikel auf diesem Blog über

muslimische Doppelmoral und über Unterdrückung in Jung-Salafi-Ehen

Ein Artikel von unter meiner Verantwortung

über Umgang von ISIS mit den Frauen ihrer Kämpfer


Warnhinweis für Kommentatoren:

Unflätige Kommentare mit Beschimpfungen und Beschuldigungen werden nicht oder nur gekürzt freigeschaltet bzw. auf der FB-Seite nach meinem Belieben gelöscht. Wer dies für Zensur hält oder Meinungsfreiheit einklagen möchte, soll sich bitte überprüfen, ob er/sie zu jenen Geschwistern zählt, die sowieso meinen, dass „Meinungsfreiheit nicht zum Islam gehört“, und insofern entsprechende Zensur-Vorwürfe einfach hinunterschlucken.
Den Anweisungen des Platzwartes, also meist meiner Wenigkeit, ist unbedingt Folge zu leisten. Dies ist kein öffentlicher Raum, sondern unser Blog bzw. unsere Seite. Allah (swt) hat uns dies als Verantwortungsbereich übertragen, den wir nach unserem besten Wissen und Gewissen verwalten.
Wer einfach nicht verstehen mag, warum ich bestimmte Dinge lösche, kann sich auch jenseits dieses Hinweises gerne einen Artikel durchlesen, den ich zu diesem Thema einmal verfasst habe. Ferner kann er in diesem Artikel, sowie hier, hier und hier unten dazu Erläuterungen studieren.
Überdies bitte ich alle Nutzer, sich einmal an meine Stelle zu imaginieren, also ihren geplanten bzw. eingestellten oder gelöschten Kommentar von meiner Warte aus zu betrachten, nicht von der ihres Hack(TM) (denn, wie wir ja alle wissen, haben ALLE Muslime Weisheit und Hack mit Löffeln gefressen, leider nur allzu häufig je verschiedene und untereinander inkompatible Versionen der beiden): Wenn sie dann feststellen müssen, dass sie an meiner Stelle den Kommentar der Form nach unangemessen fänden, sollten sie ihn entweder, wenn noch möglich, unterlassen bzw. dementsprechend abändern, bzw., falls sie ihn unklugerweise eingestellt haben, sich nicht über negative Reaktionen inkl. Zensur wundern. Den Hadith dazu findet man hier.

Das Kommentarfeld hier bzw. unter dem FB-Beitrag zum Artikel ist insb. kein Austragungsort für die Begleichung persönlicher Rechnungen, insb. nicht in Bezug auf Dritte. Außerdem behalte ich mir vor, Kommentare, die sich nicht inhaltlich auf den Artikel oder die darin angesprochenen Themen beziehen, kommentarlos zu löschen.

Insbesondere möchte ich alle Kommentatoren dringendst bitten, die Kommentare hier auf dem Blog (außer in einer Rede und Widerrede in engem zeitlichem Rahmen, einem echten Dialog also) immer mit dem Friedensgruß, und dies auch explizit als Antwort auf meinen zu Beginn und Ende des Artikels, zu beginnen. Danke.

Beschwerden, die per Email an mich eingereicht werden, werden immer gerne bearbeitet, auf Wunsch auch an Zia, den Oberadministrator, weitergeleitet.

Besten Dank an alle Nutzer für ihr Verständnis und ihre Mitarbeit, auch im voraus.

 

Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.

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2 Antworten auf “Für das Rechte einstehen”

  1. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah

    BismiLlâhi_r-Rahmâni_r-Rahîm
    As-Salâmu ‚alaykum wa-rahmatuLlâh

    [This is my first, English, version of the article shown above.]

    A Muslim sister of ours has asked a very interesting question on facebook recently:
    „Dear Muslim men:
    What do *you* do to prevent sexual harassment and abuse? Interested in actual real-life examples and anecdotes.“ (Zaynab b.Y.)

    This is a very question to ask. In fact, we men should ask it ourselves every day and ought to starting do so right now if we have actively done so yet.

    To highlight the necessity of this question and its pertaining to the very core of Muslim manliness I would like to point to the fact that the word „qawwâm“ (guardian) appears in the Magnificent Qur’ân exactly three times:

    1. An-Nisâ‘ 34:
    { Ar-rijâlu qawwâmûna 3alâ_n-nisâ’i bi-mâ fadd°ala_Llâhu ba3d°ahum 3alâ ba3d°(in) wa-bi-mâ anfaqû min amwâlihim … //4:34// }
    (See http://tanzil.net/#4:34 // https://quran.com/4/34 )

    „The men are „qawwâmûn“ (custodians, guardians, protectors, caretakers and maintainers; in charge; the support; overseeers; in authority; principals; responsible) over/upon/of/for the women by virtue of what Allah (swt) has bestowed more of on the on the ones than on the others, and by virtue of what they [the men] have spent from their wealth / money / possessions […] //4:34//“

    How many Muslim understand this: we are the bosses, period.
    But there is a catch to this perception which becomes clear if you read the next two Ayât with the very same word „qawwâm“:

    2. An-Nisâ‘ 135
    { Yâ ayyuhâ alladhîna âmanû kûnû qawwâmîna bi-l-qist°i shuhadâ’a li-Llâhi wa-law 3alâ anfusikum aw-i_l-wâlidayni wa_l-aqrabîn(a) in kâna ghaniyyan aw faqîran fa-Llâhu awlâ bi-hima fa-lâ tattabi3û_l-hawâ an-ta3dilû … //4:135// }
    (See http://tanzil.net/#4:135 // https://quran.com/4/135)

    „O those who have taken on Îmân, be „qawwâmûn“ with regard to
    [i.e.: (firm/steadfast) custodians, guardians, maintainers, upholders, supporters, keepers, caretakers, protectors, or securers of; firm in establishing/observing/keeping; steadfast in upholding; people who (reliably/time and again/persistently) stand (out/up) firm(ly) for; staunch in; on your guard to attend to (your obligation of); people who constantly do their utmost in upholding/maintaining/establishing; persistently loyal/devoted to]
    equity/justice/fairness [and/as]witnesses for [the sake/cause of] Allah (swt) albeit upon [or: towards/concerning/against/to the detriment of/weighing upon] yourselves or [your] parents or next of kin; if [the person concerned] be rich or poor for Allah (swt) is nearer to both of them; thus do not follow the desire[s] lest you swerve [from justice][…] //4:135//“

    And:

    3. Al-Mâ’idah 8
    { Yâ ayyuhâ alladhîna âmanû kûnû qawwâmîna li-Llâhi shuhadâ’a bi-l-qist°i wa-lâ yajrimannakum shana’ânu qawmin 3alâ an ta3dilû_(i)3dilû huwa aqrabu li-t-taqwâ wa-ttaqû_Llâh(a) inna_Llâha khabîrun bi-mâ ta3malûn(a) //5:8// }
    (See also: http://tanzil.net/#5:8 // https://quran.com/5/8 )

    „O those who have taken on Îmân, be „qawwâmûn“
    [or: steadfast/firm in serving/your loyalty towards; always on your guard for; supporters of; protectors, guardians (of the cause); staunch supporters of; persistent in your devotion towards; people who stand up for; establish the commands of]
    [the sake/cause of] Allah (swt) and witnesses [of truth] for/in/with/of equity/justice/fairness/fair dealing – and do not let your hatred of some people induce/seduce/incite you so that you be unfair/unjust – be just/deal with justice/do justice, this is closer to taqwâ, and show taqwâ towards Allah (swt) [or: fear (and try to avoid the punishment of) Allah (swt) – truly, Allah (swt) is well informed about what you are doing //5:8//“

    So the Book of Allah (swt) quite clearly links the responsibility of „amîr“ or head of an entity to notions of service and devotion towards truth and justice.

    Let us now review at that question again:
    „Muslim men: What do *you* do to prevent sexual harassment and abuse?“

    The above mentioned Ayât combined oblige us to the following:
    – to behave responsibly not only in certain situations, but 24/7,
    – to learn to control our emotions and impulses, again 24/7,
    – to know about anger management and to get it working, 24/7,
    – to develop and maintain civil courage,
    – to be ready to step in against any type of bullying (including verbal abuse),
    – to be ready to do justice to all members of society, also to perceived sinners,
    – to stand in unquestioning, unwavering solidarity with all victims of abuse,

    among some others.

    What I especially like about that question of our sister’s:
    It is quite positive, doesn’t inquire about all the bad things that happen, but focuses on all the good things that have, and can, be done by Muslim men to contain and prevent oppression in their midst.

    As I know some examples of what Muslim men have done in the past, I would like to share them here in the near future, in shaAllah. For I think it’s been overdue for long that we lead a fair discussion of this subject, which is oriented toward practical, positive change.

    Disclaimer: This not about feminism or not even about women in the first place, but about our religion and how to put it into practice.

    WaLlâhu a’lamu dâ’iman wa-astagfiruLlâha wa-atûbu ilayh.
    Wa-s-Salâm.

    Antworten
  2. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    Ich finde es klasse, dass Du auf die wahre Bedeutung von „qawwâm“ hinweist, in das seit Jahrhunderten auf einer kaum tragfähigen Grundlage die Phantasie von der männlichen Herrschaft und Überlegenheit in quasi jeder Hinsicht hineininterpretiert wurde – leider auch unter kräftiger Mithilfe klassischer Korankommentatoren, die sich nicht zuletzt hierdurch eben als Menschen und Kinder ihrer Zeit erweisen. Hier weitere Einzelheiten zu dem Terminus bzw. dem dazugehörigen Vers: http://www.lichtwort.de/indikatoren/frau_und_mann_im_islam.shtml#ueberlegenheit_frauen_maenner

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