Über die Vereinbarkeit von Islam und Wissenschaft

29 Kommentare

 

Eine grobe und kurze Wiedergabe von einem Vortrag von Shaykh Yasir Qadhi

Als Muslime sind wir davon überzeugt, dass es keinen Konflikt zwischen den authentischen islamischen Quellen und eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen geben kann.

Daher gibt es drei Möglichkeiten die eintreffen können.

  1. Wenn die authentischen islamischen Quellen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse keine eindeutige Aussage zu einem Thema treffen.
  2. Wenn die authentischen islamischen Quellen eine mehrdeutige und die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine eindeutige Aussage zu einem Thema treffen.
  3. Wenn die authentischen islamischen Quellen eine eindeutige und die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine mehrdeutige Aussage zu einem Thema treffen.

Zu Punkt 1:

Ein Beispiel wäre die Existenz von außerirdischen Lebewesen. Es existieren diesbezüglich weder explizite Texte im Quran und in der Sunnah noch gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse die außerirdisches Leben bestätigen würden.

 

Zu Punkt 2:

In der islamischen Geschichte gab es immer wieder Gelehrte die, durch die Interpretation von quranischen Versen, zum Schluss kamen, dass die Erde flach sei. Dabei muss angemerkt werden, dass es auch Gelehrte gab die diesem Befund widersprachen. Ibn Taymiyyah überliefert beispielsweise in Majmu Fatawaa, dass die Erde Rund sei und es ein Konsens in dieser Angelegenheit geben würde.

In solch einem Fall sollte es keine Probleme geben, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu nutzen um den Quran besser zu verstehen.

 

Zu Punkt 3:

Die Beschreibung der Erschaffung von Adam alayhi salam ist sowohl im Quran als auch in der Sunnah eindeutig. Daher können wir die Evolutionstheorie nicht akzeptieren.

 

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass der Quran kein wissenschaftliches Buch ist. Es beinhaltet zwar einige wissenschaftliche Aussagen, doch ist es primär ein Buch der Rechtleitung. Es erklärt den Tawhid (Eingottglauben) und lädt die Menschen zum richtigen Glauben ein.

 

 

 

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29 Antworten auf “Über die Vereinbarkeit von Islam und Wissenschaft”

  1. nana

    BismiLlahi_r-Rahmani_r-Rahim
    As-Salamu ‚alaykum wa-rahmatuLlah,

    unter Punkt 3 steht ja :“(..)und die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine mehrdeutige Aussage zu einem Thema treffe.“

    Jedoch wird beim dritten Fallbeispiele das gar nicht genauer erläutert.
    Wurde dies vom Seikh auch ausgelassen?
    Was wäre denn in diesem Fall die mehrdeutige Aussage der Wissenschaft? Ist die Evolutionstheorie nicht eher eindeutig in ihrer Wissenschaft?

    Ansonsten interessanter Beitrag und Barakllahu feek fürs Übersetzen.

    As-salamu aleykum

    Antworten
    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      wa aleykumselam wa rahmetullahi wa barakatuhu,
      Er antwortet in dem er deutlich sagt das die Evolutionstheorie seine Argumente hat aber immer eine Theorie bleiben wird. Dann polemisiert er in dem er sich darüber lustig macht. Allerdings hat er einen Vortrag zum Thema „Evolutionstheorie“ worauf er hinweist da er ein Tag davor genau über dieses Thema gesprochen hat.

  2. Pflichtangabe

    As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh ,

    finde den Artikel nicht schlecht, aber man sollte sich hüten voreilige Schlüsse zu ziehen.

    Auf der einen Seite sprichst du von eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und zum anderen gehst du mit eben dieser selektiv um: Geht nicht. Entweder so oder so.

    Evolution ist in der Wissenschaft ein Faktum.
    Dass Qur’an und Evolution sich ausschließen ist *deine* Ansicht: Deine Sätze sollten immer deine Ansicht repräsentieren, und nicht den Eindruck vermitteln, dass es
    a) Konsens darüber gibt
    und
    b) eine Faktizität ist.

    Siehe hierzu http://taz.de/!5426689/

    Ich vertrete zwar die Meinung(Wa-Llâhu a3lamu) das Adams Erschaffung etwas Spezielles ist( siehe 38:75), aber Evolution findet anscheinend wirklich statt: Wie sonst erklärst du die unterschiedlichen Schnabellängen gleicher Rassen von Vögeln,
    unterschiedliche Hautfarben/Aussehen von Menschen, Knochenfunde, et cetera?
    Alles fake?

    Der Qur’an harmoniert gar mit dem Gedanken der Evolution, siehe z.B Surah 28:68 oder 35:1

    Wa-Llâhu a3lamu

    Gott erschafft was Er will, wie Er will.

    Und ferner: Zu Außerirdischen nimmt der Qur’an sehrwohl Stellung.
    In Surah 42 Vers 29 informiert Gott – verherrlicht sei Er – :
    „Zu Seinen *Zeichen* gehört die Schöpfung der Himmel und der Erde und der Lebewesen, die Er in beiden verbreitet hat. Er kann alle versammeln, wenn Er will.“

    Selbst Yasir Qadhi den du zitierst hat sogar ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Slt45rz-OUY veröffentlicht.

    Zu Punkt 2 : Konstatiert ibnu Taymiyyah die Erde sei rund, oder kugelförmig? Rund impliziert nicht das dreidimensionale Objekt.

    Wa-Llâhu a3lamu
    wa-astagfiru_Llâha
    Wa-salam

    Antworten
    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      wa aleykumselam wa rahmetullahi wa barakatuhu,
      Wie ich schon darauf hingewiesen habe ist dies eine grobe Zusammenfassung von einem Vortrag von Yasir Qadhi. Selbstverständlich teile ich seine Ansicht in allen 3 Punkten.

      Die Evolutionstheorie interessiert mich im Grunde garnicht da ich mich kaum damit befasse weil ich meine Zeit damit nicht verschwenden will. Es gibt Alhamdulillah Geschwister die sich sowohl dafür interessieren als auch sich damit auskennen oder sich damit befassen. Diesen gebührt es zu antworten. Sein Einwand gegen die Evolutionstheorie bezieht sich auf die Erschaffung des Menschen und das dieser nicht vom Affen abstammt. Auf einen anderen Punkt geht er nicht ein. Ich denke im islamischen Spektrum gibt es niemanden der die Evolution vollkommen ablehnt da z.B. Tiere sich in unterschiedlichen Regionen etc. anpassen und Überlebenstechniken entwickeln. Dabei geht es um Mikro- und/oder Makroevolution. Da mich das Thema nicht interessiert können andere Geschwister dir gerne antworten.

      Zum Außerirdischen Leben äußert sich der Quran eben nicht eindeutig. Es ist deine Interpretation des genannten Textes. Die Frage wird von Allah offen gelassen weshalb es Muslimen offen steht ob sie dem positiv oder negativ gegenüberstehen. Und in beiden Standpunkten existiert kein Problem.

      Bzgl Ibn Taymiyyah müsste dir jemand antworten der das Original in arabisch gelesen hat oder lesen kann.
      ma salama

    • Muhammad Ibn Maimoun

      السلام عليكم

      @Pflichtangabe

      Ibn Taymiyyah geht von einer runden Erde im dreidimensionalen Sinne aus, sein Schüler Ibn Kathîr ebenso.

    • Pflichtangabe

      Salamu aleykum,

      @Mohammed Isa:
      Danke für deine Antwort, ich schätze deine Offenheit.

      @Muhammed Ibn Maimoun:
      Interessant, ich danke dir.

      Wa-Llâhu a3lamu
      wa-astagfiru_Llâha
      Wa-salam

    • Trockenextrakt

      Dass die Erde rund ist, wussten bereits die Menschen vor rund 2000 Jahren (oder sogar noch länger). Dumme Menschen behaupten aber gerne, dass diese Erkenntnis im Mittelalter (!) „spektakulär“ gewesen sei…

      Jeder kann auch mit einfachen Mitteln selbst herausfinden, dass die Erde rund ist. Nur weil sie – im ersten Moment/ohne jegliches reflektieren – flach erscheint, muss das ja erstmal nichts weiter heißen… Eine flache Erde würde keinerlei Sinn ergeben und Menschen, die diese Ansicht noch heute verteidigen, machen das wohl eher aus Gründen der Satire.

      Eine echte Erkenntnis war eher, dass sich die Erde um ihre eigene Achse dreht und, dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums war (kopernikanische Wende).

      Das glaubten die Menschen damals. Der Qur’an selbst macht keine näheren Angaben darüber…

      Im Prinzip sind diese neuen wissenschaftliche Erkenntnise des Qur’ans ALLE Humbug, mit denen eine ganze Industrie dümmeren Geschwistern leider das Geld aus der Tasche zieht.

      Wenn Allah wollte, könnte er sich ohne Probleme beweisen, aber Er will es offenbar nicht. Warum möchten das einige offenbar zwanghaft nicht akzeptieren?

      Und: Würde sonst nicht JEDER einfach glauben?

      Wer denkt, dass Evolution und Islam sich NICHT gegenseitig ausschließen, kennt weder Qur’an, Sunnah noch die Evolutionstheorie.

      Der Qur’an besagt, dass Adam aus Lehm/Ton/Erde geplant erschaffen und geformt wurde und Geist eingehaucht wurde. Die Evo-Theorie besagt jedoch, dass sich der Mensch – wie alle anderen „Tiere“ – in einem langsamen Prozess aus anderen Tieren (affenähnlichen Wesen) entwickelt hätte (ein REAL EXISTIERTER Adam sowie eine real existierte Eva, die zudem zur gleichen Zeit lebten, widersprechen übrigens dieser Theorie!!!!!!!!!!!!!). Wer behauptet, dass die Evolutionstheorie mit dem Islam vereinbar wäre und diese Theorie akzeptiert, muss überdies auch akzeptieren, dass jene Theorie von einer ungerichteten/ungelekten Evolution spricht, was zB den Teil der Mutationen angeht (was sich aber mit dem Islam, so man ihn denn Ernst nimmt, nicht mal im Ansatz in Einklang bringen lässt). Diese „Ungelenktheit“ ist übrigens ein wichtiger Bestandteil, den viele leider noch immer nicht wirklich verstanden haben…

      „Es ist Mein Wille, einen Menschen aus Ton zu erschaffen“ (38:71)

      In Sahih Bukhari und Muslim heißt es, dass Allah Adam nach Seinem Bilde geschaffen hat (Seine Länge waren sechzig Längenmaße gemäß Bukhari).

      In der Evolution ist der Mensch hingegen das Produkt eines absichtslosen/unzielgerichteten Prozesses, der erst hunderte Millionen Jahre durch das Aussterben der Dinosa…

      Jedenfalls, wer Evolutionstheorie und Islam unter einen Hut zu bringen versucht (das versuchten schon einige, wurden aber immer wieder von Naturwissenschaftlern verrissen, die die ET tatsächlich Ernst nehmen), muss irgendwie schon ziemlich verblendet sein, nimmt den Islam und dessen Aussagen offenbar in keinster Weise Ernst und übersieht zahlreiche Ungereimtheiten bis hin zu eindeutigen Widersprüchen! Ein aufrichtiger Mensch würde den Fakten jedoch einfach ins Auge blicken.

      Wäre die Evolutionstheorie wahr, wäre der Wahrheitsanspruch des Islams ziemlich unplausibel. Die ET wäre allein mit einem deistischen Gottesbild vereinbar, was der Islam aber nicht im Ansatz vertritt.

    • Trockenextrakt

      „Und: Würde sonst nicht JEDER einfach glauben?“

      Korrektur, da:

      „Und sendeten Wir auch Engel zu ihnen herab, und sprächen die Toten zu ihnen, und versammelten Wir alle Dinge ihnen gegenüber, sie würden doch nicht glauben, es sei denn, Allah wollte es. Jedoch die meisten von ihnen sind unwissend.“ (6:111)

  3. Pflichtangabe

    Anhang: Was mir auffällt.
    Es sind ja nur 3 Punkte: Was ist mit folgendem Punkt:
    „Wenn die authentischen islamischen Quellen eine eindeutige und die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine eindeutige Aussage zu einem Thema treffen.“?
    Wa-Llâhu a3lamu
    wa-astagfiru_Llâha
    Wa-salam

    Antworten
    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      As-Selam Aleykum,
      Die Ahlu Sunnah ist der Ansicht das es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse geben kann die den authentischen islamischen Quellen widersprechen können. Demnach kann das nur passieren wenn beides im Einklang ist.
      ma salama

    • Pflichtangabe

      As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh,

      „Die Ahlu Sunnah ist der Ansicht das es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse geben kann die den authentischen islamischen Quellen widersprechen können.“
      Exakt.

      Ich wollte darauf hinaus dass wir uns nicht teils an Gelehrtenmeinungen, die oftmals völlig antike Vorstellung über die Natur hatten, orientieren dürfen und können, sondern uns zu bemühen verpflichtet sind den Qur’an so gut es geht zu verstehen, oder es zu verstehen wollen.( Trotzdem kennt Allah alleine die wahre Bedeutung)
      Alle Verse im Qur’an sind absolut wahr und richtig, so auch die Aussagen über die Natur: Sie sind immer absolut richtig.

      Wa-Llâhu a3lamu
      wa-astagfiru_Llâha
      wa-salam

    • Pflichtangabe

      Kleine Korrektion: “ so auch die Aussagen über die Natur: Sie sind immer absolut richtig.“
      Es musste heißen : “ so auch die Aussagen über die Natur: Sie sind immer absolut wahr und richtig.“

      Wa-Llâhu a3lamu
      wa-astagfiru_Llâha
      wa-salam

  4. Jeylani

    Wäre die logische Verbindung von solchen Wesen, die bei den Kuffar als Vorfahren der Menschen gelten und Adam und seinen Nachkommen nicht die, dass Allah vor oder nach Adam eben Menschenähnliche erschaffen hat, die dann unabhängig von Adam lebten?

    Denn wer Adam als Metapher abtut, der öffnet einer grenzenlosen Umdeutung des Islams alle Tore.

    Adam》》》Metapher? Ergo Iblis》》》Metapher?

    Keine Jinns? Und wenn das trotz aller wörtlichen Darstellung am Ende eben doch nicht wörtlich gemeint war, was ist dann noch womöglich ganz anders gemeint?

    Paradies, Hölle, Wundertaten etc. alles nur bildlich?

    Antworten
    • Pflichtangabe

      As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh,

      wie du plötzlich auf die „Metaphorisierung“ Adams schließt, ist mir nicht geläufig.
      Man zieht angesichts Sure 2 Vers 30 die Möglichkeit in Erwägung das vor Adam Lebewesen lebten die wörtlich Blut vergossen… Die Malaika wurden also bereits mit Geschöpfen konfrontiert die Blut vergossen und schlossen deswegen das die Nachfolger es ebenfalls tun werden ( sie kennen nämlich nicht die Zukunft, oder überhaupt irgendetwas außer das was Allah ihnen lehrte, siehe Sure 2 Vers 32). In Anbetracht Sure 2 Vers 30 kann man sogar meines Wissens ( Gott weiß es am besten und besser) verstehen wieso die Engel gedachten, der Nachfolger werde Blut vergießen: Eventualiter weil dieser ( vielleicht von der Morphe? Wa-Llâhu a3lamu) den Vorangegangenen ähnlich sah, aber diesmal sogar benennen konnten.

      Ob damit die Dschinn gemeint sind? Aber im Grunde sind ja Dschinn immer noch auf Erden…
      Finde Sure 71 Vers 14 sehr interessant.
      Hadhrat Nuh, Sallallahu alejhi wa salam, lebte vor langer Zeit und sein Volk konnte vielleicht noch besser wissen welch Gnade Allah ihnen erwies, weil sie vermutlich – Allahu a3lamu – noch mit solchen Wesen direkter konfrontiert waren.( siehe 29:20 , man kann also sehen wie die Schöpfung begann)
      Das Wort „Etappen/Phase“ ist aufschlussreich und es scheint nicht unbedingt die Embryologie zu meinen.
      (Selbst wenn es die Embryologie meinen würde: Das zeigt doch schon das Gott in Phasen erschafft. Er tut was Er – verherrlicht sei Er – will, wie Er will.)

      Wa-Llâhu a3lamu
      wa-astagfiru_Llâha
      wa-salam

    • Trockenextrakt

      „wie du plötzlich auf die „Metaphorisierung“ Adams schließt, ist mir nicht geläufig.“

      Er hat Recht. Wer die Evolutionstheorie Ernst nimmt, MUSS Adam und auch Eva als Metapher abstempeln. Aber anscheinend hast du einfach keine Ahnung von Biologie und Evolutionstheorie.

      „Man zieht angesichts Sure 2 Vers 30 die Möglichkeit in Erwägung“

      Nein, das machen nur Idioten. 2,30 ist allenfalls ein Beweis dafür, dass Menschen bewusst geplant waren und eben KEIN Produkt eines ungerichteten Prozesses sind, wie es die Evolutionstheorie – bei aktuellem und korrektem Verständnis – besagt !

  5. Ben Adam

    السلام عليكم ورحمة الله وبركاته

    Zu Punkt 1: Das stimmt wahrscheinlich gar nicht: Sure 42:29 erwähnt eindeutig die Existenz von Tieren in den „Himmeln“. Wenn man erwidern sollte, mit دَابَّة seien auch die Engel gemeint, so ist diese Ansicht nicht richtig, man siehe Sure 16:49.

    Zu Punkt 3: Nun, im Koran sehe ich nicht unbedingt ein Konflikt mit der Evolution der Menschen, in Ahadith jedoch schon. Bruder Muhammad i.M. hat ja schon darüber geschrieben.

    „Die Evolution doch nur eine Theorie!“ : Man sollte damit aufhören, diese Aussage so auf dieses Thema zu fokussieren.

    Ich muss aber zustimmen: Der Koran ist kein naturwissenschaftliches Buch.
    ABER: In einem Zeitalter wie diesem, dem Zeitalter der Wissenschaft, ist es für uns verpflichtend, naturwissenschaftliche Phänomene im Koran aufzusuchen, die diese Schrift dann in ihrer Wahrhaftigkeit bestätigen würden. Das haben wir aber leider ziemlich verpennt, peinliche Aussagen wie „Berge schützen vor Erdbeben!“ sind gang und gäbe.

    الله اعلم

    Antworten
  6. Abu Muhammad

    Assalamu Alaikum,
    dass die Evolutionstheorie als „wissenschaaftliche Tatsache“ gehandelt wird, ist nicht allein der wissenschaftlichen Arbeit geschuldet, die darauf deuten würden. Viel mehr liegt es in der Ermangelung einer alternativen naturalistischen Erklärung für die Entstehung des Lebens. Erst kürzlich gab es ein „Royal Society Meeting“ mit führenden Evolutionswissenschaftlern, wo diskutiert wurde wie unzulänglich die Mechanismuen der traditionellen Evolutionstheorie sind und den Ursprung des heutigen Lebens nicht ausreichend beschreiben könnte. Die Evolutionstheorie wie sie heute Gelehrt wird, die neo darwinistische Theorie, wird immer wieder von renomierten Wissenschaftlern in Fachzeitschriften und Veröffentlichungen in Frage gestellt. Und dies keineswegs von Kreationisten, sondern von Akademikern, die im Kern an die Evoolution glauben, aber sie für unausreichend halten. Selbstverständlich ist dies in der Wissenschaft normal, aber dann kann man hier nicht von einem „wissenschaftlichen Fakt“ sprechen wie bei der Gravitation. Ich empfehle „Darwins doubt“ von Stephen C Meyer. Hier ein kleiner Vortrag über aktuelle Diskussionen in der Fachwelt https://www.youtube.com/watch?v=QiDmtDuMHSc

    Antworten
    • Muhammad Ibn Maimoun

      السلام عليكم

      dass die Evolutionstheorie als „wissenschaaftliche Tatsache“ gehandelt wird, ist nicht allein der wissenschaftlichen Arbeit geschuldet, die darauf deuten würden. Viel mehr liegt es in der Ermangelung einer alternativen naturalistischen Erklärung für die Entstehung des Lebens.

      Die Lehre von der biologischen Evolution hat nie die Absicht gehabt, die Entstehung des Lebens zu erklären. Insofern hat nie ein Mangel an einer alternativen naturalistischen Erklärung diesbezüglich bestanden.

      Recht hast Du natürlich darin, dass weder die bisher bewiesenen noch die hypothetisch vorgeschlagenen Mechanismen der Evolution ausreichen, die Evolution zu erklären.

      Der Mensch kann eben nicht jedes wissenschaftliche Faktum materialistisch erklären, egal ob es sich um das Faktum der Evolution handelt oder etwas anderes.

  7. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    So, hab mir gerade die Zeit genommen, das Video anzuschauen…

    Dr. Yasir Qadhi ist eine von mir hochgeschätzte intellektuelle Persönlichkeit der amerikanischen Muslime, möge Gott {erh.} seinen Erfolg im Diesseits und im Jenseits vermehren und den Anteil seinesgleichen in der islamischen Nation erhöhen. Besonders sympathisch und respektabel machen ihn sein breitgefächertes Wissen und sein ausgeprägtes Differenzierungsvermögen.

    Gleichwohl sind verschiedene Dinge anzumerken:

    Die kurze Rede, die er da hält, so erfrischend witzig sie auch sein mag, gehört mit Sicherheit nicht zu seinen Bestleistungen, was man nicht nur an dem erstaunlichen, fast in ein und demselben Satz entstehenden Widerspruch merkt, Ibn Taymiyyah sei seiner Zeit weit voraus gewesen, denn dieser habe vom Konsens über die runde Erde geschrieben. „Weit voraus“ und „Konsens“ ist natürlich unvereinbar. Danach scheint er den Widerspruch zu bemerken und das Weitvoraussein auf die bloße Konstatierung des Konsenses zu beziehen, doch auch das geht schief, denn er selbst erwähnt Imâm Suyûtiy, der anderer Meinung war und lange nach Ibn Taymiyyah kam, woraus folgt, dass es offenbar überhaupt keinen Konsens im Sinne des islamischen Fachterminus gab.

    So ist auch Yasir Qadhis Grundlage mit den drei Szenarien zwar korrekt, aber er selbst hält sich nicht an diese Grundlage. Wenn der Koran eindeutig sei, müsse die naturwissenschaftliche These, solange sie nicht gesichert ist, zurücktreten. Soweit, so gut.

    Dann aber versucht er, dies auf die These der evolutionären Hominisation anzuwenden und gibt Koranstellen zum Besten, die gar nicht eindeutig sind. Er interpretiert einfach in die Formulierung, Gott habe Adam mit „seinen zwei Händen“ (diese Extra-Betonung des Duals existiert in der Koranstelle übrigens nicht), dies bedeute „direkte Erschaffung“. Die Übertriebenheit dieses Sprungs dürfte außer Frage stehen. Siehe dazu auch: http://gnm.li/schoepfung (Abschnitt „Die eigenhändige Schöpfung“ zu Modell 2)

    Festzuhalten ist: In dem Video zweifelt er ohnehin nicht das Faktum der Evolution allgemein an, sondern das evolutionäre Modell der Hominisation. Dr. Yasir Qadhi ist zu gut informiert und naturwissenschaftlich gebildet, um Evolution allgemein in Frage zu stellen. An anderer Stelle hat er schon zur Genüge klargemacht, dass die wissenschaftlichen Argumente für das Faktum der Evolution hochrespektabel sind. (Dass er nicht noch weiter geht, ist wohl auf seine gnädige Rücksicht auf einen stets vorauszusetzenden, intellektuell minderbegabten und glaubensschwachen Anteil des Publikums zurückzuführen.)

    Antworten
    • Jeylani

      Man kann es auch kürzer fassen: Die Beine eines Tigers sind genauso Tiger wie sein Kopf, auch wenn sie unterschiedlich aussehen.

      Wenn Ahadith eindeutig für eine direkte Erschaffung sprechen, wird der Koran es nicht anders meinen.

      In jedem Fall ergibt sich aber ein Problem, wenn man von der offensichtlichen Auslegung der Ahadith abweicht, wie ich es weiter oben erwähnt habe: einer weiten Aufhebung vieler islamischer Elemente stünde nicht mehr viel im Weg.

      Evolution》 Adam umdeuten

      Fixe Naturgesetze》 Spaltung des Meeres durch Moses umdeuten

      Uvm.

      Ps: Glauben Sie an Adam oder halten Sie ihn für ein Bildnis?

      Auch sei angemerkt, dass sich Evolution sehr leicht vereinfachen lässt, sodass man keine Adam-metapher hätte erfinden müssen, um den früheren Generationen die vermeintliche Menschwerdung näher zu bringen.

      Man hätte einfach sagen können: Ihr habt euch aus affenähnlichen Wesen im Laufe der Zeit entwickelt. Versteht jeder Hebräer und jeder Araber.

      Bei der Erschaffung des Universums in Tagen ist die Sache anders, da an anderer Stelle erwähnt wird, dass der Tagbegriff bei Allah anders ist.

    • Muhammad Ibn Maimoun

      In jedem Fall ergibt sich aber ein Problem, wenn man von der offensichtlichen Auslegung der Ahadith abweicht, wie ich es weiter oben erwähnt habe: einer weiten Aufhebung vieler islamischer Elemente stünde nicht mehr viel im Weg.

      Evolution》 Adam umdeuten

      Fixe Naturgesetze》 Spaltung des Meeres durch Moses umdeuten

      Das ist ein Irrtum, der sich auflöst, wenn Sie den verlinkten Artikel aufmerksam und verstehend studieren. Zu Ihrem Komfort hier nochmal der Link: http://gnm.li/schoepfung

      Ps: Glauben Sie an Adam oder halten Sie ihn für ein Bildnis?

      Das beantwortet sich durch die Lektüre des Artikels.

      Auch sei angemerkt, dass sich Evolution sehr leicht vereinfachen lässt, sodass man keine Adam-metapher hätte erfinden müssen, um den früheren Generationen die vermeintliche Menschwerdung näher zu bringen.

      Man hätte einfach sagen können: Ihr habt euch aus affenähnlichen Wesen im Laufe der Zeit entwickelt.

      Wofür, wenn der spirituelle Nutzen sich schon in der Erwähnung des Ursprungs aus Lehm erschöpft?

      Und warum sollte die Zwischenstufe der „affenähnlichen Wesen“ erwähnt werden und die mutmaßlichen abertausend anderen Zwischenstufen nicht?

      Ganz abgesehen davon, dass Menschen physisch noch heute den Affen ähneln und in der Biologie physisch als Trockennasenaffen klassifiziert werden.

      Es dürfte genügen, dass der Koran zum Studium der Natur aufruft, über welche Gott den Menschen die von Ihnen geforderten Informationen zukommen lässt.

      والله أعلم

    • Ben Adam

      Mir fällt gerade auf: In Sure 30:20 könnte man doch das إِذَا so deuten, dass Adam (s) auf einmal
      aus Lehm erschaffen wurde.

      Wobei: Einige Hadithvarianten erwähnen ja, er sei 40 Jahre in diesem Zustand geblieben, falls sie überhaupt authentisch sind, „plötzlich“ wäre er aber dann kaum entstanden.

    • Trockenextrakt

      „Dass er nicht noch weiter geht, ist“

      Oder, dass er einfach etwas ehrlicher als andere ist und anerkennt, dass ET und die Entstehung des Menschen gemäß Qur’an UND Sunnah sich gegenseitig sowas von ausschließen? Aber mit irrsinnigen geistigen Verrenkungen und selektiver Wahrnehmung kann man sicher alles miteinander vereinbaren, auch wenn es noch so unglaubwürdig ist… man kann sich natürlich auch selbst belügen.

  8. Jeylani

    Ich habe den Artikel gelesen. Ich glaube nicht, dass sich jemals der Umstand ergeben wird, dass hinreichende Beweise vorliegen, damit der letzte Moslem sich mit der Abkehr von Adam als tatsächliche Entität im Herzen wohler fühlt als mit dem Festhalten am traditionellen Bild der Menschenwerdung.

    Zu viel Spekulation für meinen Geschmack.

    Forschung ist gut, aber in einem solchen Maße, dass man das gesamte kommunizierte Bild umdeutet… ist mir und den meisten Muslimen ein zu heißes Eisen.

    Salam Alaikum

    Antworten
  9. Jeylani

    Deuten Sie andere Dinge auf ähnliche Weise, also versuchen Sie, diese mit moderner Naturwissenchaft zu harmonisieren?

    Jinns? Himmelfahrt? Auferstehung von Toten?

    Oder nimmt man hier den totalen Bruch mit naturalistischen Denkweisen in Kauf.

    Ich konnte in Ihrem Artikel nichts dazu finde

    Antworten
  10. Trockenextrakt

    Wie nennt man eigentlich einen, der Adam zur Metapher erklärt?

    Mhh … ich glaube, … es müsste „Kafir“ gewesen sein.

    Antworten
  11. Trockenextrakt

    Gab es laut der ET je einen Vormensch, der 60 Ellen (also über 30 Meter) hoch war? Und warum berichtet dieser Hadith auch noch, dass die Menschen seit dem immer mehr geschrumpft sind? Wie passt das zur Evolutionstheorie, nach der die Menschen von „Äffchen“ abstammen, die bestimmt nicht größer als wir, geschweige denn 30 Meter Riesen waren?????

    Allein schon aufgrund dieses Hadith, der so und ähnlich in Sahih-Werken auftaucht, absolut unvereinbar. Wer diese Unvereinbarkeit nicht erkennen will, ist ignorant oder einfach nur strunzdumm.

    Wir befinden uns doch auf einer Seite, die „ahlu-sunnah“ heißt, ge? Die Ableugnung und das Bei-Seite-Schieben von Sahih-Hadith passt aber eher zur ungläubigen Koraniten-Sekte, dachte ich bislang eigentlich?

    Antworten
  12. PNPLA

    Es bedarf keiner weitreichenden Diskussion im Hinblick auf die verkrampfende Streitigkeit der neoliberalen „Islamversteher“, welche nach mehr als einem Jahrtausend anscheinend die Evolutionstheorie im absoluten Sinne auf den Menschen anwenden oder zumindest als ultima ratio der Schöpfungsgeschichte verstehen wollen.
    Ähnlich begann der Auftakt jener Personenschaften, welche später die Bibel gemäß der eigenen Wolllust auslegten; die Analogie zu unseren hiesigen Kontrahenten lässt grüßen.
    Adam, Allahs Friede sei auf ihm, wurde vaterlos erschaffen, ja, kreiert; ein undenkbares Faktum in der „humane Evolution“. Der Sprung zwischen animalisches Wesen und Mensch, welcher de facto innerhalb der Evolutionstheorie nicht existent ist, muss in der islamischen Lehre als nichtig angesehen werden. Die interindividuelle Evolution lebst natürlich im Einklang mit dem Islam weiter (s. ebenfalls die Mikrobiologie).

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  13. Jeylani

    Interessant ist auch die Überlieferung, wonach die Menschen am Jüngsten Gericht die Geduld verlieren und nach und nach verschiedene Propheten aufsuchen mit der Bitte, Allah darum zu bitten, das Gericht zu starten.

    Und als erstes werden die Menschen zu Adam gehen.

    Was offensichtlich nicht möglich sein wird, sollte Adam nie als tatsächlicher, einzelner Mensch existiert haben.

    Dieser Überlieferung findet sich in Shaih Bukhari.

    Narrated Anas: The Prophet said, „… So they will go to adam and say, ‚You are the father of all the people, and Allah created you with His Own Hands, and ordered the angels to prostrate to you, and taught you the names of all things; so please intercede for us with your Lord, so that He may relieve us from this place of ours.‘ adam will say, ‚I am not fit for this.

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