Zierlicher Zwei-Zentner-Zakarriya sucht Haussklavin fürs Leben

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Wer kennt es nicht? Eine Ukhti vertraut ihren Facebook-„Schatzis“ Details aus ihrer Ehe-Hölle an, in der Hoffnung gute Ratschläge von telenovela-geschulten Orientprinzessinnen zu bekommen. Aber Pustekuchen! Stattdessen bekommt sie die üblichen, überaus dämlichen Plattitüden und Floskeln zu hören.

Was ist dein Problem damit, dass er dir verbietet, mit deinem Vater zu sprechen? Der ist doch eh Murtadd?

Wieso willst du immer raus? Ich habe meine Wohnung seit 5 Monaten nicht mehr verlassen und beklage mich nicht darüber! Außerdem ist Deutschland voller Vergewaltiger und Juden, er will dich nur beschützen!

Was ist schon dabei, wenn er dich ab und an mal misshandelt? Bist du Alice Schwarzer oder was? Kannst sogar froh sein, dass er dich schlägt, das ist ein Zeichen von männlicher Eifersucht!

Er hat dir die Morgengabe noch nicht ausgezahlt, weil er dir versprochen hat, diese Schulden erst nach der Eheschließung zu begleichen? Wieso verlangst du auch so viel? 150 € und einen Dönerteller? Bist du Britney Spears oder was? Ich habe als Morgengabe verlangt, dass er die Sure Al-Ikhlas für mich auswendig lernt! Bei einigen Schwestern frage ich mich echt, ob sie Ehefrauen oder Prostituierte sein wollen!

Nur weil er dich misshandelt, dich bestiehlt, du bei deiner Familie um Essensgeld betteln musst, er euer schwerbehindertes Kind nicht zu den nötigen Untersuchungen bringt, er euch vernachlässigt, weil er lieber in der Moschee und Shisha-Bar chillt, als mit euch Zeit zu verbringen, möchtest du jetzt auf einmal die Scheidung einreichen? Kein Wunder, dass die Ehen von heute nicht mehr halten, wenn man schon bei solchen Kleinigkeiten anfängt, das Weite zu suchen!

Nach der Äußerung von letzterem darf natürlich ein Weichmacherbild nicht fehlen:

Geduld soll sie haben, sie solle froh sein, dass ihr Mann sie misshandelt, denn dies sei ja immerhin ein Zeichen von Eifersucht! Und ja, geduldig soll man sein und sich nicht so anstellen, wenn die Rechte der Frau mit Füßen getreten werden. Ein paar zur Situation vollkommen unpassende Überlieferungen, teils mit fragwürdiger Authentizität (Mullah approved natürlich, denn der Shaykh vom Shaykh hat schon daran geglaubt), die die Wichtigkeit des Respekts dem Ehemann gegenüber zum Inhalt haben, sowie einige Weichmacherbilder a la „Habt euch alle lieb“ und schon meinen die übergewichtigen und total devoten „Schatzis“, sie hätten der Ukhti eine Last abgenommen.

Würde sich eine Ukhti wesentlich menschlichere Fehltritte erlauben, als die von mir eingangs erwähnten, ja, dann wäre Raqqa aber offen! Eine Scheidung wäre da noch der zivilisierteste Ratschlag, den der jeweilige Akhi von seinen kongenialen Zeitgenossen mit Zugang zu schlecht übersetzten PDFs mit ausgewählten Zitaten aus 1000 Jahren Mullah-Literatur bekommen würde.

Es ist wirklich traurig, dass eine ernste Thematisierung dieses fundamentalen Problems nicht gewünscht ist. Viel mehr versteckt man sich hinter den üblichen leeren Slogans a la „Im Islam sind Frauen Perlen“ oder „Vor 1000 Jahren gab es mal so eine Ukhti die hat eine Universität gegründet, ich müsste zwar ihren Namen erstmal googlen, aber immerhin“ um sich reinzuwaschen. Neben diesen vollkommen schwachsinnigen Gehirnweichmachern, die lediglich der Perpetuierung der flächendeckend und sektenübergreifend praktizierten, himmelschreienden Ungerechtigkeit gegen Frauen im Allgemeinen dienen, hat man den Ukthis neuerdings sogar folgende Vorlage geschenkt, damit sie auch was zum Wohlfühlen haben (denn frau hat ja sonst nichts):

 

Ich weiß, ich habe jetzt nicht 30 Jahre Menstruation bei einem Saudi-Opi studiert, aber dennoch möchte ich – und man möge mir diese Anmaßung bitte vergeben – sagen:

Habt ihr sie noch alle? Das ist jetzt nicht euer Ernst? Will man hier tatsächlich die Ukhtis mit dem Herrn der Welten vergleichen? Warum schlagen hier nicht mal die Ibn-Taymiyyah-Sensoren von wegen Aqidah-Störungen und völlig unnötiger Bida‘ an? Wofür ist denn das ganze Einzig-wahrer-Tawheed-Getue gut? Oder doch keine einzige dicke PDF durchstudiert oder zumindest nicht viel verstanden?

Könnte man stattdessen nicht einfach bei den hiermit verglichen elegant erscheinenden, „bewährten“ Lollipop-, Perlen- und Muschelmetaphern bleiben?

Die traurige Rückseite solcher romantisierenden Durchhalteparolen halte ich für nicht weniger besorgniserregend, nämlich das Ausmaß der Domestizierung so mancher Ukhtis:

Jede Abartigkeit ihres Löwens sind sie bereit zu vergeben oder anderweitig kleinzureden. Einige Ukhtis sind schon soweit dressiert worden, dass jedes noch so lächerliche Verbot ihres edlen Akhis mit „Inshallah in Janna“ quittieren. Soll heißen, so etwas selbstverständliches wie ein Spaziergang im Park oder ein gewaltfreier Alltag wird wohl erst im Paradies stattfinden können! Diese Unterwerfung vor dem Ehemann oder sogar bloß potenziellen Löwen oder Sonnyboypredigern, die einem die Ehe versprechen, ist bei vielen zu einem Kult geworden, der in alter abrahamitischer Tradition bekämpft und nicht etwa stattdessen mit erschwindelten „islamischen“ Psalmen beweihräuchert werden sollte!

<Mullah-Mode>

Der Muslim unterwirft sich nur seinem Herrn, nicht irgendeinem ungewaschenen Sadisten der fünf Ibn-Taymiyya-Zitate kennt!

</Mullah-Mode>

Und wie leider sind unter den größten Frauenfeinden nicht etwa nur Männer, sondern auch reichlich Frauen zu finden. Wie soll man auch sonst folgendes Elaborat Ukhti’scher „Wissenheit“ verstehen:

Daher bitte ich alle Leserinnen eindringlich, sich aus allen Ukhti-Gruppen auf Facebook zu löschen und stattdessen das hier lesen:

 

Ukhti Guide – 50 Floskeln im Garten der Ehe

 

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6 Antworten auf “Zierlicher Zwei-Zentner-Zakarriya sucht Haussklavin fürs Leben”

  1. Suleyman

    Wie immer genial.

    Antworten
  2. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    Zu der Sache mit dem Schleier:

    Kurios finde ich, dass ich für einen Artikel zur Kleidungsweise im Pilger-Weihezustand vor Kurzem noch an die Hochmut, die bei manchen mit der Gesichtsverschleierung verbunden ist, dachte, und in diesem Rahmen genau an jenen Vers.

    إنا لله وإنا إليه راجعون

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  3. Umm Djumana

    Wo ist die Angabe zum Autor?

    Ukhti ist nicht die Mehrzahl von ukhti

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      As-Salamu `alaykum wa-rahmatuLlah

      „Ukhti“ ist auch kein Arabisch, sondern dt. Jung-Salafi-Slang. Auf Arabisch steht „ukht(un/in/an)“ für dt. „Schwester“, und „ukhtî“ (mit langem „-î“, für alle drei Fälle) bedeutet „meine Schwester“, entsprechend „akh(un/an/in)“ und „akhî“ dann „Bruder“ und „mein Bruder“.

      Des Arabischen weniger mächtige deutschsprachige Jungmuslime haben daraus geschlossen, dass „ukhtî“ bzw. „akhî“ einfach „Schwester“ bzw. „Bruder“ bedeute, vermutlich deshalb, weil sie „Ukhtî“ an Stelle der dt. Anrede „Schwester!“ benutzen, mit „Akhî/Bruder“ analog, also z.B. sagen würden:
      „Bruder, das ist nicht gut!“ für „Akhî, das ist nicht gut!“ und umgekehrt.
      Auf Deutsch lässt man halt das Possessivum „mein“ an dieser Stelle weg, man würde eher nicht sagen:
      „Mein Bruder, das ist nicht gut!“, das klingt ein wenig übertrieben.

      So kam es m.E., dass die neu-deutschen Wörter „eine/die Ukhti“ bzw. „ein/der Akhi“ entstanden sind. Diese sind rein deutsche Wörter (weil sie nämlich auf Arabisch schrecklich falsch wären) und werden deshalb m.E. auch korrekterweise (linguistisch gesehen) auf deutsche Art in die Mehrzahl gesetzt:
      „Ukhtis“ bzw. „Akhis“.

      WaLlahu a’lamu da’iman. Wa-s-Salam.

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      PS.:
      Hier geht es zum Autorenprofil von Zia.
      Der Autorenname unter/neben dem Titel des jeweiligen Artikels ist klickbar und führt dann ebenfalls dorthin.

      Wa-s-Salam.

  4. Songül

    As-Salamu alaykum wa rahmatullah wa barakatuhuh

    jazak allahu khayran für diesen Artikel, den ich, nachdem ich ihn entdeckt habe, aufmerksam gelesen habe; mir ist durchaus bekannt, dass Schwestern im allgemeinen eine grobe Art untereinander haben. Aber besonders deutlich wird hier auch, dass es im Grunde genommen keine (zumindest mir bekannte) „Sheikha “ gibt, an die sich Schwestern mit tatsächlich im Artikel geschilderten Problemen wenden könnten; oft heißt es: „Ruf mal Abu soundso an“, wenn mal Nachfragen kamen… Das ist, was ich persönlich für mich hieraus erkenne und deswegen wenden sich viele Userinnen auf Facebook in Gruppen.

    Möge Allah die Situation(en) erleichtern und die Lage(n) ändern amin.

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