Tarek Baé und seine erbärmliche Schadenfreude

5 Kommentare

von Yahya ibn Rainer

So etwas kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken: Ein Muslim steht vor einem deutschen Gericht und beteuert mehrfach und teils unter Tränen seine Unschuld, wird trotz alledem aber zu fast 6 Jahren Haft verurteilt.

Bei einem Bruder in der Religion, bei jemandem dem Husnu Dhan aufgetragen ist, sollte doch in solch einer Situation zumindest ein wenig Mitleid aufkommen.

Bei dem IZ-Autor Tarek Baé jedoch scheint das anders. In einem Beitrag auf Facebook (hier => https://www.facebook.com/Tarek.X/posts/10155082157489081) stellt er es sogar so dar, als wären Polizei und Justiz des deutschen Staates hier ein Vollstreckungsinstrument Allahs.

Der absolute Hammer jedoch ist, dass er die Strafe Allahs auf Sven Lau nicht aufgrund der Anklagepunkte sieht, wegen denen er verurteilt wurde, sondern „seine amateurhafte Anwendung wahhabitischer Denklogik“ (sic!) und weil er „eine simplizistische, selbstherrliche und ungebildete Form des Muslimseins über das Internet“ (sic!) propagierte.

Das ist wahrlich ein hohes Ross, von dem dieser vorlaute Jungspund da krakeelt. Seine Abneigung gegen „Wahhabiten“ und „Salafisten“ wird im Grunde nur noch durch seine Unfähigkeit übertroffen, diese beiden Phänomene inhaltlich auf einem anständigen Niveau zu widerlegen.

Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass der Baé ins Horn der Schadenfreude bläst. In einem IZ-Beitrag aus dem Jahre 2015 brachte er „Internet-Salafis“ sogar einmal in Verbindung mit Inzest, da einige von ihnen (aus Unwissenheit in der arabischen Sprache) die Possessiva der Worte akh und ukht falsch benutzten. (Ich schrieb damals eine Erwiderung dazu: http://www.ahlu-sunnah.com/blog/?p=801)

Man muss kein promovierter Psychoanalytiker sein um bei Betrachtung seines Wirkens im Internet zur Einsicht zu gelangen, dass dieser junge Mann viele seiner eigenen Komplexe auf andere Muslime projiziert. Allein sein sehr früher Ausflug in die Sphären der Sexualberatung und die Inzest-Assoziation bei falsch angebrachten Possessiva spricht Bände.

Möge Allah unserem Bruder Sven Lau den Gefängnisaufenthalt erleichtern und möge Er ihm vergeben falls ihn eine Schuld trifft und möge Er ihn reichlich dafür belohnen, falls ihm hiermit ein Unrecht zuteil wird.

Sollte Sven Lau tatsächlich zu Unrecht diese Strafe absitzen müssen, dann soll er keinen Augenblick verpassen, für sich, uns und unsere Geschwister weltweit Bittgebete zu sprechen, denn das Bittgebet des ungerecht Behandelten bzw. Unterdrückten wird von Allah angenommen.

Das Bittgebet, die Waffe des Gläubigen; auch etwas, was ich in Tarek Baés zahlreichen Beiträgen gegen andere Muslime vermisse.

*** *** ***

EDIT:

Anscheinend hat Tarek Baé seinen Facebookbeitrag mittlerweile wieder gelöscht. Aus diesem Grunde füge ich diesen Abgriff seines Textes hinzu:

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5 Antworten auf “Tarek Baé und seine erbärmliche Schadenfreude”

  1. FacebookJihadi

    Schöner Artikel. Dem Ende stimme ich aber nicht so zu. Gibt es denn irgendwelche Zweifel daran, dass er aus islamrechtlicher Sicht zu unrecht im Knast sitzt? Und inwiefern stellen menschengemachte Gesetze und die daraus resultierenden Urteile in irgendeiner Hinsicht überhaupt Gerechtigkeit dar? Falls damit die Frage gemeint ist, ob er nach deutschem Recht unschuldig/schuldig ist, ändert dies ja trotzdem nicht an der Tatsache, dass er ein Unterdrückter ist.

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    • Mohammed Isa

      Mohammed Isa

      Falls er die ihm vorgeworfenen Taten gemacht hat so waren sie trotzdem rechtens. Man stelle sich vor ein Jude, unter der faschistischen Regierung Francos, wird wegen „Unterstützung des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus“ in Spanien angeklagt und verurteilt. Wer würde die Tat als verabscheuungswürdig verurteilen? Niemand.

  2. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    Rein inhaltlich stimmt es, dass Gott auch ein ungerechtes Volk einsetzen kann, um ein anderes ungerechtes Volk oder auch ein ungerechtes Individuum zu bestrafen. Ich denke, das sollte jedem Muslim, der den Koran gelesen und verstanden hat, klar sein.

    Was Sven Lau anbetrifft, so gibt es angesichts des weitgehend bagatellartig anmutenden Charakters der angeblichen Delikte allerdings aus meiner Sicht keinen Zweifel, dass an ihm ein Exempel statuiert werden sollte.

    Es ist allerdings eher verwunderlich, dass dieses erst jetzt kam. Ich erinnere mich an ein Video aus dem Jahr 2011, in welchem ein gewisser anderer Prediger in einer Botschaft an den Verfassungsschutz diesem direkt mit Schattenboxschlägen in die Kamera „drohte“ und Sven Lau sich von dieser Attitüde mitziehen ließ, indem er überlegen lächelnd auch in den Bildervordergrund trat und demonstrativ die Brust anschwellen ließ etc. – Das wirkte alles sowas von unglaublich provokant, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass dies und andere Dinge irgendeinen von den Behörden kalt ließen.

    Aus meiner Sicht hat Lau einfach immer einen anderen prominenten Prediger zum Vorbild gehabt, der es besser verstand, sich den Schlingen seiner Häscher zu entziehen.

    Das Ganze ist ein Lehrstück darüber, wie der Aufruf zum Wege Gottes nicht funktioniert (das hätte zumindest der andere Prediger auch ohne diese peinvollen Erfahrungen erkennen können), und über einige andere Dinge, die jeder für sich selbst herausfinden kann.

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    • Muhammad Ibn Maimoun

      Noch eine Klarstellung zu diesem Absatz von mir:

      Rein inhaltlich stimmt es, dass Gott auch ein ungerechtes Volk einsetzen kann, um ein anderes ungerechtes Volk oder auch ein ungerechtes Individuum zu bestrafen. Ich denke, das sollte jedem Muslim, der den Koran gelesen und verstanden hat, klar sein.

      Damit beabischtige ich keineswegs, in Abrede zu stellen, dass der Autor des Blogartikels den Koran gelesen und verstanden hat, oder dass er die in dem Zitat erwähnte Tatsache auch für eine Selbstverständlichkeit hält. Vielmehr stimme ich ihm darin zu, dass es nicht zulässig ist, in konkreten Fällen ohne Weiteres (und erst recht nicht schadenfroh) zu behaupten, die im Großen und Ganzen unbescholtene muslimische Person XY sei von Gott durch das ungerechte Volk mit einer Strafpeinigung heimgesucht worden.

      Aber mir ist wichtig, zumal die Leser unterschiedliche Wissensstände haben: Die allgemeine Tatsache der Fähigkeit Gottes, einsetzen zu können, was Er will, und dass der Glaube daran im Ehrwürdigen Koran seine Grundlage hat, das sollte jedem Muslim, der den Koran kennt und hier mitliest, klar sein.

      والسلام

  3. Muhammad Ibn Maimoun

    Nachtrag:

    Falls es sich so las, als ob ich die Veurteilung Sven Laus für eine Strafpeinigung Gottes für ihn ansehe: Dem ist nicht so. So er vor Gott einer der Glaubenden ist, ist dies eine lohnenswerte Prüfung für ihn, die ihm erleichtert werden möge.

    Ich halte aber auch nichts von Schlammschlachten, auch nicht zwischen den Brüdern Jens und Tarek.

    Es ist das beste für alle Muslime, sich endlich von diesem Gruppenhickhack ein für allemal zu verabschieden.

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