Die Frau in den Hadithen

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Dass sich die prophetische Lehre in der Verteidigung des Rechtes der Frau und ihrer Würde im Einklang mit dem Ehrwürdigen Koran befindet, manifestiert sich in vielen authentischen Überlieferungen und lässt sich auch nicht mit „irritierenden“ Hadithen widerlegen.

Die Unsicherheit, für die Letztere in der islamischen Geschichte gesorgt haben, schlug sich allerdings durchaus in einer schon relativ früh nach dem Verscheiden des Gesandten Gottes einsetzenden, die muslimische Frau später zunehmend abdrängenden und einschüchternden kulturellen Entwicklung nieder.

Jedoch geben die Möglichkeiten des gegenwärtigen Zeitalters Anlass zur Hoffnung, dass neue und aufgeweckte Generationen für eine Korrektur der diesbezüglichen Zustände der islamischen Nation sorgen, nicht aus dem Bedürfnis der blinden Nachahmung des Westmodernismus heraus, sondern aus der Einsicht, dass es den Erfordernissen der Schrift Gottes und der Lehre Seines Gesandten entspricht.

Diese Einsicht wird allerdings allenfalls nur schwer zustandekommen, solange zugelassen wird, dass entkennerische Gegner der Botschaft Gottes quasi in Zusammenarbeit mit misogyn eingestellten Muslimen den Verweis auf die Ususlehre des Gesandten (s) nutzen, um der Religion Gottes explizit oder implizit zu unterstellen, sie verlange bezüglich des Geschlechterverhältnisses Ungerechtigkeit oder eine in einer krassen Schieflage missgebildete Gesellschaft.

In der Absicht, mit der Befugnis Gottes einen Beitrag zur Vereitelung derartiger Bemühungen zu leisten, habe ich den Artikel

«Die Frau in der prophetischen Lehre»

verfasst und hoffe, dass er einige Fragezeichen, die im Geist des einen oder anderen um manche Hadithe zu dieser Thematik herumschwirren, wie Seifenblasen zerplatzen lässt.

 

(Bildquelle: commons.wikimedia.org)

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3 Antworten auf “Die Frau in den Hadithen”

  1. Eine Schwester

    Assalamu alaikum.
    Mashallah, Wirklich ein hervorragender Artikel, der auch einiges erwähnt hat, was ich selbst so noch nicht wusste oder so nicht darüber nachgedacht habe. Sehr schön formuliert und toll mit den ganzen Fußnoten. (Ich beziehe mich natürlich auf den verlinkten Artikel, nicht auf diesen kurzen Teaser) bitte mehr davon. Möge Gott den Autor segnen und ihm seine Angelegenheiten stets erleichtern.

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  2. Muhammad Ibn Maimoun

    Eine Person hat mehrere Kommentare hinterlassen, die ich aus Gründen der Übersichtlichkeit hier als Zitat zusammenfasse. Die Beantwortung folgt ggf. später:

    It was narrated that ‘Abd-Allah ibn ‘Abbas (may Allah be pleased with him) said: The Messenger of Allah (peace and blessings of Allah be upon him) said: “I was shown Hell and I have never seen anything more terrifying than it. And I saw that the majority of its people are women.” They said, “Why, O Messenger of Allah?” He said, “Because of their ingratitude (kufr).” It was said, “Are they ungrateful to Allah?” He said, “They are ungrateful to their companions (husbands) and ungrateful for good treatment. If you are kind to one of them for a lifetime then she sees one (undesirable) thing in you, she will say, ‘I have never had anything good from you.’” (Narrated by al-Bukhari, 1052)

    Hier bestätigt doch der Prophet, dass er eben nicht einen Ausschnitt, sondern die Gesamtheit meinte.

    Sonst wäre er auf das Warum der Gefährten nicht eingegangen, um sie so in ihrer falschen Deutung seiner Worte zu bestätigen.

    Tat er aber und begründete es auch mit mangelndem Charakter vieler Frauen.

    Bestätigt wird das Ganze nochmals hier:

    „…Then he went over to the women and preached to them and reminded them. Then he said, ‘Give in charity, for you are the majority of the fuel of Hell. A woman with dark cheeks stood up in the midst of the women and said, ‘Why is that, O Messenger of Allah?’ He said, ‘Because you complain too much and are ungrateful to your husbands.’ Then they started to give their jewellery in charity, throwing their earrings and rings into Bilal’s cloak.”

    (Narrated by Muslim, 885)

    Ich hab dein Beitrag des Autors gelesen, aber ehrlich gesagt wirkt es nicht überzeugend, weil er kreuz und quer nach möglichen Relativierungen sucht.

    Im Grunde genommen also sagt der Prophet a.s. nach der Denkweise des Autors zwar A, meint aber in Wahrheit X-A.

    Jetzt mal ganz aufrichtig: Würde ein Araber aus dem 7-12 Jahrhundert, wenn er oben zitierte Ahadith hört, so denken wie der Autor?

    Der Hadith mit der Mehrheit in der Hölle beweist: Nein.

    Denn man fragte den Propheten sofort nach dem Warum, nicht danach, ob er es womöglich ganz anders meine und am Ende irgendwie doch die Männer die Mehrheit stellen.

    Tatsächlich habe ich noch keinen klassischen Gelehrten gesehen, der so vorgeht, wie der Autor.

    Auch von keinem Sahabi ist sowas bekannt.

    Und schließlich hat auch der Prophet a.s. nie derart argumentiert.

    Entweder sind Männer die Mehrheit oder Frauen.

    Wer es im Falle der Männer offenbar akzeptiert, jedenfalls nicht großartig nach alterantiven Erklärungen sucht, im Falle der Frauen aber zig „Was-wenn-Erklärungen“ aufführt, dem traue ich nicht.

    Ich sehe gerade, dass in den Überlieferungen, die der Autor aufgeführt hat, Folgendes fehlt:

    „Because you complain too much and are ungrateful to your husbands.“

    Das ist die Begründung des Propheten sas, die auf die Frage, wieso er mehr Frauen in der Hölle als Männer gesehen hat.

    Unabhängig davon, wie genau das Mengenverhältnis am Ende ist, bleibt:

    Frauen nörgeln viel und sind oft undankbar zu ihren Männern, und dies führt durchaus in die Hölle.

    Wäre es so belanglos und irgendwie am Ende doch anders gemeint, hätte der Prophet as. doch keine Notwendigkeit gesehen, es derart anzusprechen.

    Interessanterweise hört man fast nie etwas vergleichebares über Männer.

    Soll der Autor doch mal Ahadith zitieren, die so über Männer reden.

    Und wie geht der Autor mit folgendem Hadith um:

    „When a man calls his wife to his bed, and she does not respond and he (the husband) spends the night angry with her, the angels curse her until morning“. [Al-Bukhari and Muslim].

    Eine Frau, der nicht nach GV ist, darf sich also ihrem Mann trotzdem nicht verweigern.

    Ganz und gar die Linie, die der Autor fährt.

    Auch hier gibt es nicht das gleiche über den Mann.

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