Alter Wein in alten Schläuchen

Kommentieren

Die «Feststellung» einiger zeitgenössischer Islamkritiker, der Islam sei keine Religion, sondern vielmehr politische Ideologie, da er nicht dem abendländischen Säkularismus sich unterwerfen möchte, ist selber nur vor dem Hintergrund säkularen Denkens nachvollziehbar. Da hier Religion nur noch als res privata gedacht wird, verliert sie den Rang der Religion, sobald sie die Grenzen des Privaten verlässt und sich als bindender Leitfaden für alle individuellen und kollektiven Lebensbereiche und somit auch für das Politische begreifen will. Schon die theoretische Trennung von Religiösem und Politischem macht aus dieser Perspektive keinen Sinn, da von hier aus betrachtet alle Lebensbereiche unweigerlich und in erster Linie religiöse Fragen sind.

«[…] Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen» Apg 5, 29

«[…] Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt […]» Röm 13,1

Zwei biblische Verse unterstreichen, was man dem Islam heute nicht verzeiht: der Glaube an Überlegenheit und Vorzüglichkeit göttlicher Gebote gegenüber weltlichen einerseits und das Bekenntnis zur Einheit von Religion und Politik andererseits.

Dass liberale Demokraten und «emanzipatorische» Linke sich an diesen Verkündigungen stören ist allzu klar. Doch auch dort, wo man sich auf das christliche Erbe zu berufen pflegt, ist es um diese Bekenntnisse weitgehend geschehen. Wenn man hier sich auf das Christentum beruft, so meint man ja auch immer nur dieses «aufgeklärte» Humanitäts-Christentum mit seinem ökumenischen Chaos, seiner Furcht vor dem Dogma und seinem Verlangen nach Harmonie um jeden Preis. Also all jenes, was uns namhafte «Islamreformer» nahebringen möchten.

Ähnliche Beiträge

  • Keine ähnlichen Beiträge

Antworten