Die kurdische Gelehrsamkeit — Teil 8

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Mit dem achten Teil unserer Reihe «Die kurdische Gelehrsamkeit» lernen wir heute einen Großgelehrten in zahlreichen Bereichen, ganz besonders in den juristisch-methodischen Grundlagen, kennen, und zwar Imam Ibn al Hajib.

Tatsächlich habe ich niemals erwartet, dass er ein Kurde ist. Ich las immer von ihm in den Büchern der juristisch-methodischen Grundlagen und meine Lehrer zitierten ihn in den Unterrichten. Als ich dann vor ein paar Wochen gelesen hatte, dass er ein Kurde sei, war ich so überrascht und verblüfft, dass ich es nicht glauben konnte, da er der Rechtsschule des Imam Malik angehörte und da sein Werk [مختصر منتهى السول والأمل] einen sehr großen Einfluss in den juristisch-methodischen Grundlagen hatte, ganz besonders in der hanbalitischen Rechsschule. Demnach war ich so skeptisch, dass ich die Hauptquellen prüfen musste, um mich zu vergewissern, dass kein Fehler gemacht worden war. Ich las dann auch in mehreren Biografien, beispielsweise im Opus von Imam adh Dhahabi «Biographie vornehmer Gelehrtengrößen», und tatsächlich erwähnten alle, dass er ein Kurde war.

13.) Er ist Uthman Ibn Umar Ibn Abu Bakr Ibn Yunus Abu Amr Ibn al Hajib. Er ist im Jahre 570 [n.H.] in Isna, Ägypten, auf die Welt gekommen. Sein Vater war ein Kämmerer [Hajib] des Führers Izz ad Din Musak, welcher ein Cousin von Salah ad Din war. Sein Vater nahm ihn mit nach Kairo und dort fing er an, den Quran auswendig zu lernen und sich mit dem Wissen zu beschäftigten, während er noch nicht das Reifealter erreicht hatte.

Imam adh Dhahabi sagte über ihn: „Er gehörte zu den Intelligenten und Begabten dieser Welt. Er war ein führender Gelehrter in der arabischen Sprache und des wissenschaftlichen Diskurses.“

Der Lehrer von Imam an Nawawi, Abu Shamah al Maqdisi sagte über ihn: „Er gehörte zu den intelligentesten und begabtesten der [islamischen] Gemeinschaft, er war ein Pfeiler von den Pfeiler dieser Religion hinsichtlich dem Wissen und dem Handeln danach, er war bewandt und kompetent hinsichtlich den Hauptwissenschaften und der Untersuchung der arabischen Sprache und er war bewandt und kompetent in der Rechtsschule des Imam Malik. Des Weiteren war er vertrauenswürdig, aussagekräftig, bescheiden, enthaltsam, schüchtern und tolerant. Er liebte das Wissen und die Gelehrten und war mit dessen Verbreitung beschäftigt. Er war geduldig in Bezug auf Heimsuchungen und ertrug den Schaden, der ihm zugefügt worden ist.“

Imam Ibn al Hajib starb im Jahre 646 [n.H.] in Alexandria. Er hinterließ zahlreiche Werke in verschiedenen Wissenschaften: In der Jurisprudenz, in den juristisch-methodischen Grundlagen, in der Grammatik, Morphologie etc.

Bezüglich seinem Werk [مختصر منتهى السول والأمل] in den juristisch-methodischen Grundlagen, ist zu sagen, dass alle vier Rechtsschulen dieses Werk erklärt haben, selbst die Shia haben dieses Werk erklärt. 

 

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2 Antworten auf “Die kurdische Gelehrsamkeit — Teil 8”

  1. Denge Kurde Misliman

    Assalamu alaykum wa rahmatullah wa barakatuh,

    Wir haben die Serie „Die kurdische Gelehrsamkeit“ ins türkische übersetzt. Nun können unsere Leser nicht mehr abwarten, dass weitere Folgen kommen. In sha Allah geht die Serie weiter. BarakAllahu feekhum.

    Wassalamu alaykum wa rahmatullah wa barakatuh.

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    • Behzad Zibari

      Waleykuma Salam Warahamtullah Wabaraktuh,

      tatsächlich weiß ich nicht, wann der nächste Teil kommen wird. Wenn kein Teil vor dem Ramadan kommt, dann wird es den nächsten Teil erst nach der Hajj geben. Tut mir Leid.

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