Zwischen Übertreibung und Untertreibung: Der wahre Fundamentalist.

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Religiöse Prinzipien, aber auch ideologische Positionierungen, bedürfen klarer Fundamente. Deswegen kommt es immer wieder zu Reibungen mit den Trägern des Ungefähren und der damit einhergehenden, angeblichen Lebenswirklichkeit in unseren postmodernen Zivilisationen. Die ganze Entourage des relativistischen „Leben und leben lassen“, die Schweine ohne Charakter. Dieses ist die sogenannte Mitte. DIE(!) Mitte ist Beliebigkeit und Stillstand. Stillstand produziert keine Prinzipien. Die Mitte darf man nicht mit einer Mitte verwechseln. Der geläuterte und bedingungslose Mensch hat nämlich im Kreis seiner fundamentalen Prinzipien eine Mitte. Diese Mitte muss er laufend erhalten.

Der Gesandte Allahs – Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Dieser Glaube ist gewiss einfach. Kein Mensch soll sich in Extremen verlieren, was die Angelegenheiten des Glaubens anbelangt, sonst wird ihn die Religion überwältigen“ (Bukhari)

Es gibt zudem zwei weitere Typen von Mensch in der Welt: Der Eine ist ein Übertreiber und kommt nicht mit der Welt in Berührung. Er ist fast gänzlich alleine in seiner Enklave. Vielleicht hat er sogar ein bis zwei Gefährten, mehr aber nicht. Er ist eine ausgeschwankte und verschwörerische Witzfigur. Der Andere geht in der Lebenswirklichkeit des westlichen Liberalismus auf und kennt Haltungen nur vom hören sagen und seine Prinzipien gehen nur bis zur Nasenspitze. Beides ist falsch.

Anders der  wahre Fundamentalist: Er hält Kontakt zur gegebenen und diversen Welt, obwohl seine klaren Prinzipien erhaben gegenüber der ganzen menschlichen Melange sind. Diesen Widerspruch wirst Du nicht auflösen können! Denn Ausnahmen bestätigen in der Dunya die Regel, denn,

 „…Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern“ (5:48)

Das ist immer wieder ein Drahtseilakt. Das Wagnis besteht nicht in der Höhe des Seils, sondern darin, lieber wie ein Maulwurf durchs Erdreich zu kriechen und mit Würmern sich zu umgeben. Das Seil kann auf dieser Welt nicht hoch sein und Zentimeter sind schon viel. Derjenige der balancieren lernen möchte, wird jedoch erst mal runterfallen. Mitunter mehrmals. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Liegen bleiben im Morast der Welt, oder wieder auf das Seil steigen und von vorne beginnen. Dieser Gläubige und Ideologe wird bei Ausdauer glücklich sein. Alles Andere führt zum Betrug.

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