„Mein Leben als IS-Sympathisant“ – Gastbeitrag, 2. Teil

12 Kommentare

Der kürzlich hier veröffentlichte erste Teil dieses Berichts ist auf große, positive Resonanz gestoßen, wa-l-h°amdu li-Llâh. Deshalb freue ich mich besonders, hiermit den zweiten Teil der Erzählung unseres Bruders Umeyr von seiner geistigen und emotionalen Reise als IS-Sympathisant vorlegen zu können. Diese handelt heute von Ereignissen im Herbst 2014 und den Problemen, denen Umeyr bei der Umsetzung seiner Ausreisepläne begegnete.

 

Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm

Wa-l_h°amdu li-Llâhi Rabbi_l-3âlamîn(a), wa-s°alâtu_Llâhi wa-salâmuhû 3alâ rasûlihi_l-karîm(i).
Ash.hadu an lâ ilâha illâ_Llâh(u) wa-anna sayyidanâ Muh°ammadan 3abduhû wa-rasûluh(û).
As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

 

Liebe Geschwister im Islam

Aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes bin ich gezwungen, den zweiten Teil kürzer zu schreiben als geplant. Daher beinhaltet der zweite Teil nur den Monat September und nicht wie geplant auch noch den Oktober 2014. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Bitte den ersten Teil auf jeden Fall vor diesem lesen.

Bevor es weitergeht, wollte ich noch eins feststellen: Ich weiß, dass der erste Teil mit einer Darstellung der Unterdrückung der Sunniten im Irak beginnt, was meine Sicht und mein Wissen damals wiedergibt. Mir ist heute bewusst, dass Gräueltaten und Hass von beiden Seiten kommen. Keine Seite kann meiner Ansicht mit Recht behaupten, ganz unschuldig zu sein.

 

Zurück in den September 2014: Ich hielt mich immer noch bei meinen Verwandten in unserer türkischen Heimatstadt auf, weit weg von der Grenze im Osten. Die Jugendlichen internet-cafe-tuerkeiim Ort sprachen untereinander sehr offen über das Thema Syrienkrieg und IS, zum Beispiel, wenn sie sich in Internet-Cafés begegneten, wo auch mit Fremden gerne über Politik gesprochen wird. Polizei und Geheimdienste hielten sich völlig zurück und blieben neutral, so dass niemand Angst haben musste, über dieses besondere Thema zu sprechen. Dennoch sprachen sich wenige männliche Jugendlich für den IS aus. Einer darunter sympathisierte wie ich so sehr mit dieser Gruppe, dass er genau wie ich Hijrah zu ihnen unternehmen wollte. Sehr praktisch: Er war etwas älter als ich und besaß einen Führerschein und ein Auto, das uns an die Grenze bringen würde. Und so planten wir unsere gemeinsame Ausreise zum 6. September des Jahres.

Bei meinen Verwandten ging es die ersten Tage des neuen Monats  dort so weiter wie bisher, es gab Streit, Diskussionen und Versuche, mich vom Extremismus herunterzuholen. Ganz kurz hatte ich auch selbst Zweifel an der extremistischen Koranauslegung, als ich nämlich den Tafsir von Ibn Kathir (rh) zum Vers 44 der Sure Maida las, welcher dem angeblichen Konsens, den die Takfiris behaupteten, widersprach.

[Es geht um die Âyah:

{ Innâ anzalnâ_t-tawrâta fîhâ hudan wa nûr(un) yah°kumu bihâ_n-nabiyyûna_lladhîna aslamû li-lladhîna hâdû wa-r-rabbâniyyûna wa-l-ah°baru bi-mâ_stuh°fizhû min kitabi_Llâh(i) wa-kânû 3alayhî shuhadâ'(a) fa-lâ takhshaw_n-nâsa wa-khshwani wa-lâ tashtarû bi-ayâtî thamanan qalîla(n) wa-man lam yah°kum bi-mâ anzala_Llâhu fa-ûlâ’ika hum-u_l-kâfirûn(a) }

Zu Deutsch ungefähr (Übers. Bubenheim/Elyas, d.h. Medinenser Ausgabe):

„Gewiß, Wir haben die Thora hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht sind, womit die Propheten, die sich (Allah) ergeben hatten, für diejenigen, die dem Judentum angehören, walten, und so auch die Leute des Herrn und die Gelehrten, nach dem, was ihnen von der Schrift Allahs anvertraut worden war und worüber sie Zeugen waren. So fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich. Und verkauft Meine Zeichen nicht für einen geringen Preis! Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“

Ibn Kathir (rh) erwähnt, dass zwar eine nicht geringe Anzahl von Gelehrten diese Âyah auch auf die Muslime beziehe, es aber umgekehrt auch die Meinung von vielen Gelehrten vertreten werde, dass diese Âyah sich nur auf die Juden beziehen lasse. Damit ist eben kein Konsens gegeben. Anm. Abd.b.A.]

Am 5. September geschah dann etwas was sehr unerwartetes: der IS-Anhänger, baath_in_isismit dem ich hinübergehen wollte, wurde wegen schwerer Körperverletzung an einem Mann verhaftet. Mehr habe ich auch nie erfahren, da ich meinen Gesinnungsfreund nicht näher kannte. Ich selber wusste jetzt gar nicht, wie ich alleine, ohne Auto und ohne Fahrer, an die Grenze kommen konnte, noch, bei wem ich mich melden sollte. Daher musste ich alles abbrechen und meine Hijrah verschieben. Also suchte ich im Internet nach Kontaktmännern, die mich auch hätten abholen können, da ich für weite Busfahrten gar kein Geld hatte.

Damals war es nicht möglich, offiziell über die Grenzübergange nach Syrien einzureisen. Man musste sich abends von einem Schmuggler über die Grenze bringen lassen. Die türkische Grenzwache sah dies zwar häufig, tat aber nichts, um diese Männer aufzuhalten. Den Wachen war das offensichtlich egal, nur manchmal gaben sie einen Warnschuss in die Luft ab, damit man nicht sagen konnte, dass sie nur zuschauen. Diese Tatsache war der Mehrheit der Türken unbekannt, da sie sich nur aus dem Fernsehen informieren. Wer sich mit dem Thema allerdings beschäftigte, wusste davon, auch wenn er weit weg von dieser Grenze wohnte.

Noch bis zum August war ich mit einem in Deutschland lebenden Mädchen verlobt gewesen. Sie folgte damals der Schafiitischen Rechtschule und hatte als Aqida die der Ashariten. In der Zeit, als sich meine Einstellung und religiösen Überzeugungen radikalisierten, tobte ein immer größerer Kampf in meinem Inneren. Ich konnte meine Verlobte einerseits nicht vollständig aufgeben, aber gleichzeitig auch nicht heiraten. Denn ich hätte ihr nach meiner damaligen Überzeugung eigentlich den Islam absprechen müssen, da sie damals Anhängerin der türkischen AKP war. Bei der Auflösung unserer Verlobung erlebte ich zwar einen großen emotionalen Absturz, gleichzeitig fiel mir nun die Hijrah ins IS-Gebiet gefühlsmäßíg viel leichter.

Als ich es bis zum 10. September nicht geschafft hatte, einen geeigneten Mann zu finden, der mich nach Syrien bringen konnte, wurde ich sehr traurig. Denn meine Papiere für Deutschland waren schon fertig und am 12. September ging mein Flug nach Deutschland. Über Istanbul und Antalya flog ich nach Deutschland zurück.

Dort angekommen, versuchte ich erst einmal, mit der unerwünschten Lage klarzukommen und meine Pläne umzukrempeln, was mir natürlich schwer fiel. Am Ende des Monats, battle_of_kobaneungefähr zwischen dem 20. und 25. September, hörte ich, dass 2 Cousins von mir zum IS ausgereist waren. Dass sie für den IS waren, war mir bekannt, aber nicht, dass sie die Hijrah machen wollten. Ende September kam dann für die ganze Familie der Schock des Jahres: Einer meiner Cousins war auf einem Propaganda-Video des IS zu sehen, wie er in Kobane gegen die YPG kämpfte. Mich machte es teils stolz, teils aber auch traurig, da ich nicht dort und bei ihnen sein konnte.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen, den zweiten Teil zu lesen. Im dritten Teil, der in shâ’a_Llâh am nächsten Donnerstag, den 6. Oktober, erscheinen soll, werdet Ihr erfahren, was mit meinen Cousins passiert ist, und was dann mit ihren Frauen geschah, die mit ihnen die Hijrah vollzogen hatten.

Um eines würde ich die Leser gerne bitten: Richtet Du’a an Allah (swt) für alle diejenigen Geschwister, insbesondere die jungen, die in den Takfir-Wahn verfallen sind oder an den IS und seine Ideologie glauben.


Zum ersten sowie dritten und vierten Teil dieses Berichts

Zu einer Antwort auf ein Rezension durch Abdullah Kaya (!) des ersten Teils geht es hier

 

Soweit der zweite Teil seines Berichtes. Seiner Bitte zum Schluss möchte ich mich explizit anschließen.

Leider konnten sich ein noch existierender und verblendeter IS-Sympathisant sich nach dem im folgenden verlinkten Beitrags „Fragen eines Ex-IS-Sympathisanten an ‚Abu Walaa'“ nicht abu-w-metalleenthalten, haltloseste Verdächtigungen im Bezug auf die Person von Umeyr  als Kommentar einzusenden, welchen ich wegen der szeneüblichen Beschimpfungen auch völlig unbeteiligter Personen leider nicht veröffentlichen kann. Daher hier eine Klarstellung:

Natürlich handelt es sich bei dem Namen „Umeyr“ um ein Pseudonym, das und dessen Nutzung ICH dem Berichterstatter vorgeschlagen habe. Er selber hätte auch gerne unter seinem mir bekannten Klarnamen hier gesprochen. Außerdem ist es völlig haltlos, zwischen mir und meiner Arbeit oder Umeyr und Pierre Vogel und seinem Umfeld auch nur die geringste Verbindung zu sehen. Wir beide stehen, in je verschiedenem Maße, Vogels Auftreten in der Öffentlichkeit zu teilen auch kritisch gegenüber.

Dabei muss ich es als besonders eigentümlich bemerken, dass eine Szene, die mir oder anderen Autoren IS-Fixierung vorwirft, zur Zeit eine offensichtliche Pierre-Vogel-Fixierung aufweist, der in ihrer Wahrnehmung anscheinend immer und überall lauert. Oder seine Co’s. Geistig gesund ist DAS wohl nicht mehr zu nennen. Außerdem mutet es schon sehr merkwürdig an, wenn Menschen, die bei mittlerweile ALLGEMEIN bekannten Tatsachen der syrischen Wirklichkeit ein „Warst Du dort, hast Du es gesehen?“ anmerken müssen, andererseits im Bezug auf ihre Gegner eine von ihnen selbst völlig aus der Luft gegriffene haltlose Unterstellung im nächsten Satz schon so gut wie ein bewiesenes Faktum behandeln.

Alle Fotos sind Symbolbilder. Die Übersicht über einige Führungsmitglieder der Organisation ISIS/IS/Da’ish ist nach Aussage einer Muslima von niederländischen Kämpfern in Syrien erstellt worden und wird inhaltlich von Recherchen anderer gedeckt; ISIS selber hat derartigen Behauptungen meines Wissens nie widersprochen.

 

LINKS zu Beiträgen hier auf dem Blog zum Themenkomplex ISIS sowie insb. zum ‚Predigerstreit‘:

  1. Zu weiteren Teilen des „Lebens als IS-Sympathisant“: Teil 1 sowie Teil 3 und Teil 4
  2. Eine Rezension dazu und meine Antwort: „NIWelt blamiert sich und ihre Khilafah“
  3. Filmberichte aus und über ISIStan
  4. Umeyrs „Fragen eines Ex-IS-Sympathisanten an ‚Abu Walaa'“
  5. „Abu Walaa“’s ISIS-SeminarAnkündigung und Folgeentwicklungen
  6. Dokumentation Predigerstreit (Pierre Vogel vs. „Abu Walaa“
  7. Einiges von „Dawa-Pics“ und falscher „Gottergebenheit“
  8. Eine Internet-Begegnung mit ISIS-Befürwortern
  9. „Loewenkundliches Magazin“ mit dem Thema „Verdummung bei Islamisten“



Kommentare und Leserbriefe sind erwünscht. Allerdings sollte nach wie vor auf das bei mir speziell geltende Regelwerk, auch im Lichte einer neueren Erläuterung und ihrer aktuellen Ergänzung hier unten, be- und geachtet werden. Insbesondere bitte ich aufgrund leidvoller Erfahrung  alle Kommentatoren um die Erwiderung des Friedensgrußes ggf. in jedem Kommentar.
Leser- und insbesondere Beschwerdebriefe können auch gerne per Email eingereicht werden. Die Adresse findet sich in meinem Autorenprofil.


Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman wa-nastagfiru_Llâha wa-natûbu ilayh(i).
Wa-s-Salâm.

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12 Antworten auf “„Mein Leben als IS-Sympathisant“ – Gastbeitrag, 2. Teil”

  1. Muslim & Mann

    „Aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes bin ich gezwungen“

    Alhamdulillah! Möge Allah dich nie mehr heilen, du abscheuliche Ratte.

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      Man fragt sich, ob hier offensichtliche Verrohung die Verdummung überwiegt oder umgekehrt…

      Von den ursprünglichen Khawarij wissen wir, dass ihnen der Quran im Hals stecken geblieben ist. Bei heutigen Wiedergängern steht häufig zu vermuten, dass Gottes Buch, Gott sei Dank, noch nicht einmal den ganzen Weg bis in den Hals geschafft hat, und auch so beschützt Allah (swt) Seine Ermahnung.

      In jedem Fall ist es für erklärte Da’ish-Gegner wie mich erfreulich zu sehen, wie sehr diese Leute in ihren öffentlichen Kundgebungen, den „guten Ratschlägen“ von „Abu Walaa“ trotzend, sich immer mehr selbst entlarven.

      Wa-lâ h°awla wa-lâ quwwata illâ bi-Llâh.
      Wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i).
      Wa-s-Salâmu 3alâ man-i_ttaba3a_l-hudâ.

  2. Ayyub

    (ganz kurz hatte ich auch selbst Zweifel an der extremistischen Koranauslegung, als ich nämlich den Tafsir von Ibn Kathir (rh) zum Vers 44 der Sure Maida las, welcher dem angeblichen Konsens, den die Takfiris behaupteten, widersprach.)

    Das zeigt klar und deutlich, dass man lieber zuerst lernen sollte, bevor man irgendwelche Taten setzt. Daher kurz eine Antwort auf dies:

    (Ibn Kathir (rh) erwähnt, dass zwar eine nicht geringe Anzahl von Gelehrten diese Âyah auch auf die Muslime beziehe, es aber umgekehrt auch die Meinung von vielen Gelehrten vertreten werde, dass diese Âyah sich nur auf die Juden beziehen lasse. Damit ist eben kein Konsens gegeben. Anm. Abd.b.A.] )

    Diese Fragestellung bezieht sich lediglich auf den Herabsendungsgrund, d.h. bei welchen Ereignissen mit dieser Aya argumentiert wurde und ja es gab verschiedene Ereignisse und ja es gibt daher nicht nur ein Ereignis, daher kein Konsens, sondern mehrere Ereignisse, daher ein Ikhtilaaf im Bezug auf den Herabsendungsgrund. Nur zum Verständnis, dieser Ikhtilaaf ist absolut unwichtig und ändert genau gar nichts und hat null Einfluss auf irgendwas.

    Das was deine Jahmiyyah Freunde dir jedoch reindrücken wollen, dass es im Bezug auf die Bedeutung des Wortlauts der Aya selbst einen Ikhtilaaf gibt d.h. obwohl in der Aya steht, das das Beschließen ohne der Herabsendung, das jene die das tun und diese Tat setzen Allah als al-Kaafiruun bezeichnet, da wollen sie irgendwo eine Unklarheit sehen. Und dies ist natürlich ein hochgradiger Unsinn, denn die Aya selbst ist im Wortlaut Muhkam und darin gibt es ein Konsens.

    Das Problem bei dem Ganzen ist, dass du dich von diesen Jahmiyyah beschwatzen lässt, die die Tafaasir lesen, aber irgendeinen Unsinn rauslesen, den der Mufassir gar nicht beabsichtigt hat. Manche glauben wirklich die Gelehrten haben nichts besseres im Sinn gehabt aus ganz deutlichen Wortlauten genau das Gegenteil zu verstehen. In der Aya steht, dass derjenige der nicht mit der Herabsendung beschließt ein Kafir ist, und laut den Jahmiyyah soll Allah ta’aala in Wirklichkeit gemeint haben, dass derjenige der das tut jedoch ein Muslim ist. Gehts noch schwachsinniger als so eine verrückte Zugangsweise zum Quraan zu haben?

    Und genau den Schwachsinn dichten sie den Mufassiriin an, eigentlich eine totale Beleidigung.

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

      Werter „Ayyub“:
      Wenn Du die Erwiderung des Friedensgrußes spätestens jetzt auf meine Bitte nicht nachsendest, werde ich mir vorbehalten, Deinen Kommentar binnen 24 Stunden ersatzlos zu löschen.

    • Akh Ali

      Das was du behauptest entspricht leider nicht der Wahrheit.

      1. Der Ikhtilaf besteht darin, das viele Gelehrten den Standpunkt vertraten, das mit dieser Aya die Juden gemeint waren. Also die Aya muss, aus dem historischem Kontext aus betrachtete werden.

      2. Wenn wir diese Aussage allgemein verstehen würden, dann müssten wir uns selbst aus dem Islam ausschließen. Denn die Aya lautet sinngemäß: UND WER NICHT MIT DEM WALTET… Wo im vers ist von einem Herrscher die Rede? Ich meine wenn du behauptest, das diese Aya allgemeine Gültigkeit besitzt, und diese Tat IMMER zu den nawaqidul Islam gehört, dann müsstest du fair sein, und diese Aya, auf alle Muslime anwenden.
      So ist der Vater ein Hakim über seine Kinder, und wäre somit verpflichtet, mit dem zu walten was Allah herabgesandt hat. So müsste man diese Aya umsetzen, wenn man wirkliche an ihrer äußeren Bedeutung festhalten möchte.
      Also muss diese Aya interpretiert werden.

      3. Ibn Abbas sagte bezüglich den oben erwähnten Vers, das damit der kleine Kufr gemeint ist, viele Lügner über den Deen Allahs behaupten das diese Aussage Da3if sei, obwohl ohnehin allgemein bekannt ist, das dies die Worte von Ibn Abbas waren. Alle Mujtaheedun wie Ibn Taymia rahimahullah nahmen diese Aussage in ihren Büchern auf, denn die Schüler von Ibn Abbas vertraten die selbe Ansicht.

      4. Aufgrund der Aussage von Ibn Abbas, haben sich die Meinungen bezüglich dieses Verses, in viele Lager geteilt.

      Gruppe 1.) Diese machten aufgrund der Aussage von Ibn Abbas, den grossen Kufr von der Absicht abhängig. Glaubt der Herrscher z.B das seine Gesetze besser und sinnvoller sind, dann ist dieser ein Kafir. Tut er das aus anderen Gründen, wie politischen Druck, oder die Befürchtung boykottiert oder angefeindet zu werden, fällt dies unter den kleinen Kufr. Genau das war nämlich bei dem Abessinischen König Nadshachi der Fall, er konnte die Sharya nicht etablieren, und dennoch machte der Gesandte Allahs sws das Totengebet für ihn. Also fällt schonmal die Idee diesen Vers nach der äußeren Bedeutung zu betrachten ins leere. Heutzutage wird leider viel gelogen und behauptet Najashi hatte keinen Zugang zum Wissen, obwohl Briefverkehr bestand und viele Muslime in Abessinien lebten.

      Gruppe 2. Wer das Gesetz etabliert, jedoch in ein oder zwei Fällen, aus irdischen belangen nicht damit Urteilt begeht den kleinen Kufr.

      Gruppe 3. Wer auch nur einmal, nicht mit dem waltet was Allah herabgesandt hat ist ein kafir.

      Gruppe 4. Wer viele der Gesetze Allahs etabliert während er andere nicht etablliert, ist noch im Rahmen des Islams.

      Gruppe 5. Er wird nur zum Kafir, wenn er seine erfundenen Gesetze der Botschaft des Islams zuschreibt. Sagt er dies ist das Buch Allahs und das Gesetz Allahs ist beste, aber wir können aus diesen und jenen Gründen das Gesetz nicht etablieren, so ist er Muslim.

      Das naheliegendste ist also, das dieser Vers von Fall zu Fall unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Je nach Situation des Herrschers ect.

      Generell gilt, Kufr und Iman ist klar und deutlich. Allah wird uns bezüglich Angelegenheiten nicht befragen die unklar waren und unterschiedlich ausgelegt wurden.

      Dazu kommt noch das die Sahaba so gut wie garnicht über dieses Thema sprachen und der Gesandte Allahs sws tat dies auch nicht. Wäre dies eine Bedingung des Tauhids, gäbe es Tausende Hadithe diesbezüglich. Aber es gibt nichts außer die Aussage von Ibn Abbas ->Kufr Duna Kufr.

      Fazit: Das richten mit menschengemachten Gesetzen, kann nur dann Kufr Akbar sein, wenn die Person dies als erlaubt, besser oder gleichwertig betrachtet oder wenn die Person seine erfundenen Gesetze dem Islam zuschreibt. Das taten nämlich die jüdischen Gelehrten, und die wurden deshalb zu Tawaghet, weil sie Ihre Gesetze über die Gesetze Allahs setzten, bzw austauschten und sie sagten, diese neuen Gesetze sind von Allah.

    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah


      Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm.
      As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

      Werter Bruder Ali,

      lieben Dank für Deinen m.E. an sich interessanten Beitrag.

      Ich kann auch verstehen, dass Du Dich gegenüber Ayyub des Friedensgrußes enthalten hast, angesichts seiner hier etwas saloppen Art.

      Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass man als Kommentator hier nicht nur mit dem Gegenüber, sondern mindestens auch mit dem verantwortlichen Autor spricht, also mir (der ich allen Besuchern vorab den den Friedensgruß entbiete). Daher bitte ich Dich herzlich, den untenstehenden Kommentar zu lesen, den ich extra zur Frage des Friedensgrußes unter den Kommentatoren hier verfasst habe.

      Ferner möchte ich Dich daher bitten, zumindest mir und der Gemeinschaft gegenüber und zuliebe die Erwiderung des von mir und Umeyr oben entbotenen „Salam“ nachzuholen, und danke Dir im voraus dafür und Dein Verständnis.

      Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman, wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i).
      Wa-s-Salâm.

    • Muhammad Ibn Maimoun

      السلام عليكم

      Wer den Satz in Sure 5:44 aufrichtig liest, wird nicht umhin kommen, festzustellen, dass hier die große Entkennung (kufr) gemeint ist und seine Implikationen nicht die Juden alleine betreffen. Die Formulierung lässt keinen anderen Schluss zu.

      Aufrichtig lesen genügt jedoch selten: Es muss auch vorsichtig gelesen und nachgedacht werden.

      Z.B. über das Wort „hakama“ (حكم). Bedeutet es nur „regieren“? Bedeutet es überhaupt regieren? Tipp: Mal die anderen Stellen, an denen das Wort im Koran vorkommt, aufmerksam lesen. Oder mal den Vers selbst, in welchem von Großgelehrten und Rabbinern und nicht von Königen oder explizit von Richtern die Rede ist. Dann merkt man vielleicht langsam, dass hier die religionsrechtliche Auskunftgabe (fatwâ) gemeint sein dürfte.

      Es gibt noch viel mehr Fallstricke bei diesem Thema, z.B.

      1. dass da eben nicht, wie von Qutb und anderen formuliert, da steht: ومن يحكم بغير ما أنزل الله
      2. und auch nicht فأولئك فكفِّروا,
      3. und dass in der Religion Gottes die Absicht zählt, d.h. wenn jemand religiös von einem Gelehrten falsch (oder doch richtig, aber für den religiösen Chaoten nicht nachvollziehbar) beraten wurde, und auf dieser Grundlage seine Entscheidung fällt, kann er durchaus die implizite Maßgabe des Verses erfüllt haben.

      .
      Da ich hier kein Buch schreiben möchte, nur noch so viel: Feuer hat viele schöne Vorteile, Licht und Wärme. Wer aber in seinem Dorf es mal in dieses, mal in jenes Haus wirft, dessen eigene Bude endet selbst über kurz oder lang als ein Häufchen Kohle.

  3. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah

    Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm.

    An Abî Khâlid al-D.

    As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâhi wa-barakâtuh.

    Darf ich Dich auf die Email anschreiben, die Du als Kommentator angegeben hast?
    Oder magst Du mich auf die Emailadresse anschreiben, die in meinem Profil angegeben ist?
    (Vgl. http://www.ahlu-sunnah.com/blog/?author=103 )

    Wa-s-Salâm.

    Antworten
  4. Ayyub

    sorry bin ehrlich gesagt nicht gewohnt bei einem Kommentar jemanden zu grüßen, ist nich so üblich auf Fb, aber von mir aus aleikum salaam

    Antworten
    • Abdussalam bin Abdillah

      Abdussalam bin Abdillah

      „Von mir aus“?
      Bist „nicht gewohnt“?

      Wie wäre es einmal mit einem Blick in Kitâbi_Llâhi ta3âlâ, Der (swt) sagt:

      { Wa-idhâ h°uyyîtum bi-tah°iyyatin fa-h°ayyû bi-ah°sana minhâ aw ruddûhâ inna_Llâha kâna 3alâ kulli shay’in h°asîba(n) }

      Oder habe ich die Âyah Deiner Ansicht nach falsch verstanden? Ist sie „muh°kamah“ oder nicht? Ich meine übrigens, dass Du den darin enthaltenen Befehl auch jetzt nicht vollständig ausgeführt hast.

      Bitte immer erst einmal schön Sharî3ata_Llâhi ta3âlâ bei sich selber implementieren, lieber Ayyub, bevor man bei den anderen vorbeischaut und nach dem Rechten sehen möchte. Sonst landet man nämlich sofort bei kleiner, über kurz oder lang ggf. bei großer Heuchelei.

      Ich habe übrigens fast keine Lust mehr, auf Deine obige, zuerst eingereichte Argumentation einzugehen, nach Deiner Bemerkung, die auch noch den 3urf von Facebook (!) heranzieht und m.E. Deine völlige Unkenntnis des Buches Allâhs (swt) und der Sunnah Seines Gesandten (sAs) in dieser Sache offenbart. Einen sehr, sehr merkwürdigen „tah°âkum“ hast Du Dir m.E. darin übrigens geleistet, nämlich als Autoritäten die Facebook-Nutzer und Deine Lust und Laune („ich … nicht gewöhnt“, „aber von mir aus“) zitiert. Aber vielleicht kannst Du ja meine diesbezügliche Kenntnis des Islams verbessern?

      Wie soll ich Dich noch ernst nehmen? Darf ich fragen, wie jung Du bist und wie lange Du den Islam praktizierst und lernst?

      Hast Du wenigstens einmal das Buch Deines Gottes im Original durchgelesen und verstanden? Bitte antworte auf diese Frage, wenn Du hier weiterdiskutieren möchtest.

      Wa-lâ h°awla wa-lâ quwwata illâ bi-Llâh.
      Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman, wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i).
      Wa-s-Salâm.

  5. Abdussalam bin Abdillah

    Abdussalam bin Abdillah


    Bismi_Llâhi_r-Rah°mâni_r-Rah°îm.
    As-Salâmu 3alaykum wa-rah°matu_Llâh.

    Liebe Geschwister,

    ich möchte ab jetzt ausdrücklich jeden Kommentator bitten, mit einem Friedensgruß zu beginnen. Dies allein in Erwiderung des Friedensgrußes, der zu Beginn des Artikels einmal in längerer und zu Ende in kurzer steht. Außerdem erneuere ich diesen in der Regel in jedem meiner Kommentare mindestens einmal.

    Diese Erwiderung des Friedensgrußes geschieht in Erinnerung der Worte Allahs (swt) in Seinem Buche:

    { Wa-idhâ h°uyyîtum bi-tah°iyyatin fa-h°ayyû bi-ah°sana minhâ aw ruddûhâ inna_Llâha kâna 3alâ kulli shay’in h°asîba(n) }

    Wer diese Worte nicht versteht oder nicht weiß, wo er/sie ihre Übersetzung finden kann, darf gerne nachfragen.

    Mir ist es auch ganz gleichgültig, welche Kommentarregeln irgendwoanders gelten, und insbesondere, was auf Facebook geschieht oder nicht: Dies ist allein mein Verantwortungsbereich, für den ich Regeln erlassen habe und durchsetze. Wer meint, dass diese Regeln gegen sein Menschen- oder Muslimenrecht verstoßen, kann dies gerne begründet vorbringen, muss sich aber in der Form dabei immer noch an diese halten.

    Regeln einhalten können, das hat auch etwas mit der Fähigkeit zur Einhaltung von Verträgen zu tun, welches letztere in sich eine islamische gottesdienstliche Handlung darstellt (vgl. dazu Âyah 177 von Sûrati_l-Baqarah). Daher bitte ich sowohl die Regeln für meinen Kommentarbereich als auch die ergänzende Erklärung, wie oben verlinkt, zu lesen UND zu beachten.

    Wa-Llâhu a3lamu dâ’iman, wa-astagfiru_Llâha wa-atûbu ilayh(i).
    Wa-s-Salâm.

    Antworten
  6. Abdallah

    @Ibn Maimoun @Abdussalam

    assalamu alaikum wr wb,

    niemand wird ernsthaft bestreiten oder leugnen, dass Allahs Vorgaben bis ins letzte Detail umgesetzt werden müssen, wenn man die Gelegenheit dazu hat, ohne das es anschließend zu Katastrophen kommt, die Gottes Gesetz erst Recht in weite Entfernung rücken lassen (wie Bürgerkriege in Syrien etc.).

    Aber: Darum geht es nicht.

    So wie die Sahaba selbstverständlich nach der Sharia walteten, ansonsten sich nicht großartig darin erschöpften, Kufrdetektor zu spielen oder über Taghut, Kufr, Shirkm, Fasiq etc. philosophierten, so sollten auch wir es dabei belassen, uns zu bekennen und entsprechend er Umstände so und so handeln.

    Diese Leute, die man Salafis nennt, so scheint es mir, reden zu 99% über Dinge, über die in Koran und Sunnah zu 10% geredet wurde. Und Dinge, die in Koran und Sunnah zu 90% behandelt werden, fallen unterm Tisch.

    Seelenreinigung, Charakterbildung, Klagen über Übeltäter und üble Taten, Loben des Guten und der guten Menschen, Allahs Größe, Gleichnisse etc. pp.

    Das sind so ziemlich die Hauptthemen, über die im Koran und in den authentischen Hadithbüchern hauptsächlich geredet wird.

    Zia hat das schon richtig bermerkt, wenn er sich darüber lustig macht, dass Leute den Tauhid in 3000 Seiten erläutern wollen, obwohl man dazu nur einen Satz braucht.

    Wer auch immer in seiner Gewichtung von Themen und seiner Stoßrichtung objektiv von der Sunnah abweicht, dem misstraue ich und dem traue ich keinerlei Heil zu.

    Diese Ansicht wird dadurch bestätigt, dass große Gelehrte wie Al Ghazali, Abu Hanifa und Co. ebenfalls eine völlig andere Gewichtung von Themen vornehmen als unsere Quran-und-Sunnah-Fraktion.

    Aber das weißt du bestimmt selber, es ist nur traurig, dass diese Leute das nicht merken und sich besonders fromm und stramm vorkommen, dabei aber denkbar stümperhaft vor sich hinleben.

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