Die Fitnah der Frau in der Öffentlichkeit

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Auch wenn wir Männer uns immer gern über die Frauen und ihren Kleidungsstil aufregen, so müssen wir den Frauen auch eines zugestehen:

Egal wie sehr ihr euch auch anstrengt nicht aufreizend gekleidet aufzutreten, wir Männer sind und bleiben schwach und ihr seid und bleibt für uns begehrenswert.

Manche glauben, dass der Hijaab nur (oder vor allem) dazu da sei, um uns Männer vor unseren Gelüsten zu bewahren. Dabei sagt Allah im Quran (sinngemäß):

«Oh Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunterziehen (yudniena `alaihinna min, dschalaabiebihinna). So ist es am ehesten gewährleistet, daß sie ERKANNT und daraufhin nicht belästigt werden (fa-laa yu’zaina). Allah aber ist barmherzig und bereit zu vergeben.» 33:59

In erster Linie nutzt der Hijaab/Jilbaab also als Erkennungsmerkmal, so dass die Leute wissen, mit wem sie es zu tun haben, nämlich mit einer Muslima.

Erst kürzlich hatte ich meiner Telegram-Gruppe mit bekannten Brüdern eine kleine Diskussion darüber, in der ich folgendes schrieb:

«Besonders beim Kopftuch erschließt sich mir persönlich nicht der Vorteil bezüglich der sexuellen/erotischen Anziehungskraft.

Ich sehe bei mir in HH-Wilhelmsburg so viele Schwestern mit Kopftuch, die aber mit diesem Kopftuch sehr viel anziehender auf mich wirken als über 50% der Frauen die keines tragen.

Manchmal kennen wir Männer uns selber nicht richtig, sondern rechtfertigen unser wahres Wesen zu sehr mit den Geboten/Verboten Allahs. Es gibt Frauen, die können sogar Niqab tragen, aber durch ihr Auftreten, ihre Art sich zu bewegen, zu gehen, machen sie Männer viel wuschiger, als so mancher halbnackter weiblicher Waldschrat.»

Wir unterschätzen sehr, was z.B. der konservative Schriftsteller Botho Strauß einmal „die Feuer der Andeutung“ nannte, als er gegen die Politisierung des muslimischen Kopftuchs wetterte.

Was der geneigte Mann nicht sieht, das stellt er sich vor; und in seiner Fantasie sind Frauen um keinen Deut hässlicher, ganz im Gegenteil, die Fantasie bedient sich direkt an den Gelüsten. Nur ein kleiner Reiz, wie die kohlumrandeten Augen, ein gesunder und selbstbewusster Gang oder ein entblößter Fuß können das Feuer im Manne schon anfachen … leider.

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Ich möchte mit diesem Beitrag nicht die Pflicht zur sittlichen Kleiderwahl abrogieren, Allah bewahre mich, aber ich möchte die irdische Komponente dieser Fitnah ins Bewusstsein bringen. Immer wenn ich auf der Straße eine Schwester sehe, die durch ihr Erscheinungsbild etwas in mir bewegt, dann rege ich mich natürlich in erster Linie auf, 1. weil ich mir meiner Schwäche bewusst werde und 2. weil ich vermute, dass diese Schwester sich absichtlich so gekleidet hat.

Neuerdings jedoch, erst seit diesem Sommer, nutze ich diese Gelegenheit ebenfalls, um Allah, unserem Schöpfer, zu danken.

Ya Allah, ich danke dir, dass Du uns verschiedenartig erschaffen hast, zu Männern und zu Frauen und zu Völkern und Stämmen (49:13). So dass wir uns gegenseitig begehrenswert finden, jeder nach seinem ganz persönlichen Geschmack.

Denn stellt euch vor, wir wären alle gleich, es gäbe beispielsweise nur bärtige Männer, ohne Unterschiede. Was für ein schrecklicher und ekelhafter Gedanke für jeden Mann (wenn man sich vorstellt wie dann vielleicht eine Fortpflanzung vonstattengehen müsste). Aber nein, Allah hat uns Gattinnen erschaffen und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen uns gelegt (30:21). Diese Zuneigung ist es, die Frauen für uns begehrenswert macht und diese Zuneigung ist es, die Frauen dazu bewegt, für uns begehrenswert sein zu wollen. Die Fitnah ist also aufgeteilt zwischen uns, und sie hat einen gottgewollten Sinn.

Bevor (oder nachdem) ihr euch also das nächste Mal wieder über eine Schwester aufregt, die euer Begehren weckt, schluckt es runter und dankt Allah, dass Er als Mittel für unseren Fortbestand, die Liebe und das Begehren zum anderen Geschlecht schuf.

Wa Allahu 3alem.

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10 Antworten auf “Die Fitnah der Frau in der Öffentlichkeit”

  1. easewithhardship

    Schöner Beitrag, barak Allahu feek!

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  2. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    Ich denke, dass wir Ästhetik und Anmut mit erotischer Ausstrahlung verwechseln, auch wenn ich nicht genau weiß warum und nur vermuten kann, dass einige von uns sich selbst unter einen übertriebenen Verdacht stellen. Bei aller (angeblichen?) männlichen Primitivität bleibt der Mensch allgemein doch weit vielschichtiger als uns Medien und verpeilte Abu-Vorträge weismachen wollen (oder einigen von uns schon eingeredet haben). So sei an die völlig verschiedenen Dinge Bewunderung, Verliebtheit, Liebe, Sympathie und Begehren erinnert, zumal es z.B. eine erwiesene Tatsache ist, dass gerade Männer, die über beide Ohren verliebt sind, gerade deswegen unfähig sein können, mit der jeweiligen Frau sexuell zu verkehren, etc.

    Bei einer im Sinne der Schrift Gottes ideal gekleideten und auftretenden Frau kann ich aufgrund der Erfüllung des Ideals Sympathie verspüren oder eine gewisse Eleganz wahrnehmen. Ich kann mich jedoch an keinen Augenblick meines Lebens erinnern, in welchem ich bei so etwas Begehren verspürte, dafür ist der Respekt einfach zu groß.

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    • Iman

      Wenn ich das ganze mal umdrehe und daran denke, was mir durch den Kopf geht, wenn ich einen Bruder treffe, dann würde ich eher sagen dass ich mich mit dem von dir formulierten Gefühlen/Gedanken anfreunden kann. Dennoch, Bruder Yahya! Ich habe mich beim Lesen hier herrlichst amüsiert. Gefällt mir gut, der Gedanke, dass wir irgendwie Geheimnisvoll etc wahrgenommen werden. Abgesehen von der sexuellen attraction sehen viele nichtmuslimische Frauen das gleiche in uns Muslimas. Die Frau mit den wunderschönsten Haaren etc. Naja..Ich überlasse es nun mal den Männern dem auf die Spur zu gehen. Aber bitte „halal“ LG und Salamualaikum ✌

  3. Yahya Jens Ranft

    Yahya Jens Ranft

    Ich habe in Erfahrung gebracht, dass nicht wenige Muslimas von meinem Beitrag angewidert sind und mir direkt und indirekt Schamlosigkeit, (sabbernde) Wollust, Sündhaftigkeit usw vorwerfen.

    Ich kann daraufhin nur die Vermutung anstellen, dass dieser Beitrag falsch aufgefasst wurde.

    Ich schrieb diesen Beitrag um darin meinen geehrten Schwestern zur Seite zu springen, über deren Kleidungsstil sich andauernd Brüder öffentlich aufregen müssen.

    Ich lege dar, dass dieser ständige Vorwurf vonseiten der Brüder besonders auch Ausdruck ihrer eigenen Schwäche ist, da Frauen für Männer grundsätzlich begehrenswert sind und dass bereits kleinste Reize für einige Männer ausreichen können um ihre Fantasie anzufeuern.

    Ich als Mann, mit fast 42 Lenzen und einer gewissen Lebenserfahrung, sowie als Ehemann und Vater von 3 Kindern, der schon zig Stunden damit verbrachte, sich mit anderen Männern und Brüdern ernsthaft zum Thema auszutauschen, erlaube mir zu behaupten, eine gewisse Kompetenz darin erlangt zu haben, über das innere Wesen des allgemeinen Mannes aufklären zu können.

    Mein Beitrag beinhaltete die Feststellung, dass das Begehren zwischen Mann und Frau beiderseitig, natürlich und gottgewollt ist und dass es den Mann zum Schauen neigen lässt und die Frau dahingehend motiviert, sich begehrenswert zu kleiden. (Wobei ich in keiner Zeile eines von beidem allgemein legitimiert habe.)

    Diese Thematik ist nicht neu und das Aufkommen von Begierde, beim Anblick einer (auch anständig gekleideten) Muslima ist keine Sünde, sondern eine Prüfung, die der Muslim zu bewältigen hat. Hierzu möchte ich gern einen Hadith (in 3facher Ausführung) bemühen (leider in Englisch):

    Chapter 2: HE WHO SEES A WOMAN, AND HIS HEART IS AFFECTED, SHOULD COME TO HIS WIFE, AND SHOULD HAVE INTERCOURSE WITH HER

    Book 008, Number 3240:
    Jabir reported that Allah’s Messenger (may peace be upon him) saw a woman, and so he came to his wife, Zainab, as she was tanning a leather and had sexual intercourse with her. He then went to his Companions and told them: The woman advances and retires in the shape of a devil, so when one of you sees a woman, he should come to his wife, for that will repel what he feels in his heart.

    Book 008, Number 3241:
    Jabir b. ‚Abdullah reported that Allah’s Apostle (may peace be upon him) saw a woman; and the rest of the hadith was narrated but (with this exception) that he said he came to his wife Zainab, who was tanning a (piece of) leather, and he made no mention of:“ She retires in the shape of satan.“

    Book 008, Number 3242:
    Jabir heard Allah’s Apostle (may peace be upon him) say: When a woman fascinates any one of you and she captivates his heart, he should go to his wife and have an intercourse with her, for it would repel what he feels.

    Es ist so, geehrte Schwestern, dass ein Muslim mit offenen Augen durch die Welt geht und alles anschaut und betrachtet, was Allah uns als Zeichen für Seine Existenz, Seine Allmacht und Seine Größe erschaffen hat.

    Es gibt nur weniges was uns anzuschauen verboten ist. Dazu gehört u.a. die unbedeckte Blöße (Aurah) bei Mann und Frau sowie das Schauen auf etwas, was verbotene Begierden weckt. Dies kann bei einigen Männern das Schauen auf Knaben oder Männer sein, Allah bewahre uns, und für einige leider auch das Schauen auf anständig/sittlich gekleidete Frauen, und zwar aufgrund eines kleinen Schlüsselreizes. Wir Männer sind in dieser Hinsicht durchaus verschiedenartig beschaffen.

    Was nun den Blick auf eine korrekt und anständig gekleidete Muslima angeht, die ihre Aurah weder entblößt hat, noch durchscheinen lässt oder in ihrer Figürlichkeit betont, so ist dies ohne aufkommende Begierde durchaus nicht verboten, manchmal sogar notwendig.

    Wenn ein Muslim also ganz normal durch die Welt spaziert und offenes Auges Allah lobpreist für die Wunder Seiner Schöpfung und dabei auf einmal etwas sieht, was verboten ist bzw. seine Begierde weckt oder wecken könnte, DANN wendet er seinen Blick ab (wenn er stark ist). Aber in diesem Moment ist ihm bereits gewahr geworden, dass dort etwas seine Begierden anfeuern könnte bzw. seine Begierde angefeuert hat.

    So ist das nun einmal. Niemand kann durchgehend, sein gesamtes Leben lang mit dem Blick auf die eigenen Schuhspitzen durch die Welt spazieren, und das erwartet auch niemand.

    Man muss auch realisieren, zu welcher Zeit die obige Überlieferung zustande kam. Das war nicht in Mekka, wo ggf. sittenlose Götzendienerinnen durch die Gegend spazierten, es war die Zeit zu Medina, als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – bereits mit Zainab – möge Allah mit ihr zufrieden sein – verheiratet war.

    Nach dem Verständnis der Muslime, war das die beste Zeit, unter der Herrschaft des Besten der Besten, und trotz alledem zeigte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – seinen Gefährten, den Muhajirin und Ansaar, den Besten nach dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – wie sie mit der Fitnah umgehen sollen, wenn sie eine Frau sehen, die in ihnen Begierden erweckt.

    Wir können wohl davon ausgehen, dass die Frauen zu dieser Zeit korrekter gekleidet waren als heutige Muslimas, immerhin sind uns die Sahaba ein gewaltiges Beispiel.

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    • Muhammad Ibn Maimoun

      Man muss auch realisieren, zu welcher Zeit die obige Überlieferung zustande kam. Das war nicht in Mekka, wo ggf. sittenlose Götzendienerinnen durch die Gegend spazierten, es war die Zeit zu Medina

      Auch in Medina gab es Nichtmuslime (meist Juden), die auch mal die Prophetenmoschee betraten, und nicht zu vergessen die leibeigenen muslimischen Frauen, die auch zu medinesischen Zeiten knapper bekleidet waren.

    • Abdullah al-Walaki al-Romani

      Yahya
      Du bist ein Jahil und bleibst ein Jahil.
      Deine Gedanken sind so Islamfeind.
      Unglaublich.
      Wer soll dich als Muslim ernst nehmen?
      Warum wirst du nicht wieder Christ??
      Dort passt du besser hin als zu uns Muslime.

      Erwähne bitte mit deinen Mund, dass du Muslim bist.

    • Yahya Jens Ranft

      Yahya Jens Ranft

      Ach Mirko, ein weiterer Quantenphysiker in den Reihen der glorreichen Ummah. Es kann halt nicht jeder ein so vortrefflicher Gelehrter sein wie du. Allein deine erlesene Wortwahl- und komposition lässt mich vor Demut vergehen.

      Der Nutzen deines Kommentars ist unübertrefflich. Mögen nachfolgende Generationen von deinem Habitus profitieren.

  4. Catherine

    As salamu aleikoum.

    Es scheint insgesamt etwas aus der Mode gekommen zu sein, Artikel zu lesen, sacken zu lassen, ggf. noch einmal zu lesen und erst dann – sofern sich bestehender Diskussionsbedarf noch nicht in Luft aufgelöst hat – eine Diskussion zu starten.
    Texte fordern Reaktion – möglichst heftige und möglichst in Echtzeit, bevor sie die Timeline „runtergespült“ werden. Wer am lautesten brüllt, hat gewonnen.

    Da wundert es einen irgendwie nicht mehr, aus allen Teilen der islamischen Welt von Bücherverbrennungen zu hören. Und zu der Art von Frauen, die sich durch solcherlei Text wie den oben stehenden angegriffen und in ihrer „Ehre gekränkt“ fühlen, sage ich jetzt besser mal nichts…

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  5. sabi

    Salam,

    Wir sollen die Manner erziehen, die Frau zu respektieren , die Frau nicht zu belastigen !! Sollen die Regierung auch Gesetzen machen , wenn die Manner bloed sind !
    Fur mich solche Manner sind nur Psychopathen .! Warum ist immer die Frau der Schuld??? hat die Frau kein Recht ihr Leben frei zu leben?nicht andere zu treffen? nicht zur Schule gehen?? soll sie nur zu Haus eingesperrt?? ?? und alle Manner auf der Strasse? was soll das? zu welche Zeit gehoren wir? subhannalllah !!
    salam.

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  6. sabi

    salam nochmal,

    wenn ein Mann sich fuhlt , eine Frau braucht , also fuhlt sich immer bewegt , soll er dann irgendwie heiraten . Ich frage mich , wenn ein Mann eine Frau mit Burka sieht?wie in diesem Bild ! was bewegt sich eigentlich ? also die Frau zeigt nichts!ausser Schuhe??lol trotzdem die arme Frau wurde belastigt !!!Wallah Schade! das heisst , egal was die Frau tragt , Hijeb nikap oder Burka , ist er der Mann schuld ! Der muss wirklich mit Salah und Sabr und Duaa sich selbst helfen , auch die Augen zu Boden schlagen , um diese Frau nicht zu sehen, um sich nicht zu bewegen; DU glaubst als Mann , du schwach bist, ja bist du schwach !Nicht nur der Mann schwach sondern Frauen und Manner! Halt nicht immer im Kopf , dass du schwach bist und es gibt keine Loesung , doch gibt es und in Quraan schon erwahnt was die Loesung ist, dass die Manner seine Augen zu Boden machen sollen !
    Ausserdem Sabr , salah, versuchen zu heiraten .
    Wenn du eine Frau als Mann mit Lust guckst, das ist schon Haram ;Deswegen sollen die Manner jihad Machen , ich meinte hier JIhad mit sich selbst , kein Haram du machen! Vergiss nicht Was Allah swt in Quraan sagt :(Sage den gläubigen Männern, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren. Das ist lauterer für sie. Gottes Kenntnis umfaßt alles, was sie tun.)| Das Licht-30| also halt im Kopf was Allah swt in Quraan sagt, und niederschlagt eure Blicke , wenn ihr eine Frau seht . Du ,Mann bist du doch stark 🙂

    salam

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