Die kurdische Gelehrsamkeit — Teil 4

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Es ist mittlerweile schon einige Zeit her, dass ich die Biografie eines weiteren kurdischen Gelehrten gepostet habe. Der Gelehrte des vierten Teils dieser Serie ist kein geringerer als Imam Ibn Taymiyyah. Im dritten Teil haben wir bereits seinen Onkel (mütterlicherseits) Abu al Qassim kennengelernt.

 

7.) Er ist Ahmad Ibn Abdulhalim Ibn Abdussalam Ibn Abdullah Ibn Khidr Ibn Muhammad Ibn Taymiyyah, Taqi ad Din. Er ist im Jahre 661 [n.H] in Harran geboren.

Als er sechs Jahre alt war, verließ er seine Heimat mit seiner Familie in Richtung Damaskus, da die Tataren die Stadt angriffen. In Damaskus angekommen besuchte Imam Ibn Taymiyyah die Schule, und aufgrund seines brillanten Verstandes, schloss er sie in kurzer Zeit ab. Wenn er ein Buch ein einziges Mal gelesen hatte, konnte er es auswendig. Später wurde Imam Ibn Taymiyyah Lehrer an seiner Schule und unterrichtete dort eine Zeit lang verschiedene Wissenschaften.

Er war mutig und heldenhaft, großzügig und asketisch. Er schenkte der Weltlichkeit keine Beachtung. Ebenso war er ein eloquenter Dichter.

Einst ging er zu einem Tyrannen, um mit ihm hinsichtlich des Bedürfnisses eines anderen zu reden. So sagte er (der Tyrann) ihm, während er sich über ihn lustig machte: „Ich wollte zu dir kommen. Du bist ein wissender und asketischer Mann!“ Woraufhin er (Ibn Taymiyyah) sagte: „Spiel hier nicht den ‚Darkawan‘ [Pförtner]! Moses war besser als ich, und der Pharao war schlechter als du, doch trotzdem ging Moses zum Tor Pharaos, um ihn den Glauben vorzustellen.“ Er sprach die kurdische Sprache, denn „Darkawan“ heißt bei uns Pförtner.

Imam Taqi ad Din erlernte die Wissenschaft der prophetischen Überlieferungen, er hörte die Sammlung der Überlieferungen des Imam Ahmad mehrere Male, die sechs Bücher und die große Ansammlung des Imam at Tabarani hörte er ebenso. Des Weiteren hat er sie selber gelesen und schrieb eine Anzahl von Bänder darüber. Er fing mit Wissen von klein auf an, so lernte er bei seinem Vater die Jurisprudenz und deren Methodik. Er lernte bei Shams ad Din Abu Umar, Zain ad Din Ibn al Manja und bei anderen. Ebenso lernte er andere Wissenschaften, wie Arabisch, Exegese, Mathematik, Philosophie etc.

Bevor er das 20. Lebensjahr erreichte, war er befähigt und kompetent Rechtsurteile zu geben und zu unterrichten. Sein Vater starb als er 21 Jahre alt war, Ibn Taymiyyah übernahm die Arbeit seines Vaters und unterrichtete in derselben Schule, in der sein Vater unterrichtet hatte. Er besaß vollkommenes Wissen über die Meinungen der Gefährten und jene die nach ihnen kamen. Wenn er hinsichtlich einer Wissenschaft gefragt wurde, so dachte der Fragende, er würde keine andere Wissenschaft als diese beherrschen.

Trotz seiner gewaltigen Fülle an Wissen und seines brillanten Verstandes, vertrat er komische Meinungen, die entgegen dem Konsens waren und erntete deswegen Tadel. Aufgrund seiner Furchtlosigkeit kam er in Bedrängnis und wurde viele Male im Gefängnis eingesperrt, bis er an einem Montag, den 20. Dhul-Qa’adah im Jahre 728 [n.H] starb.

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