Das Urteil über die Rawafid [Teil 1]

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[Erstveröffentlichung von Abu Taymiyyah aus dem Forum vom ]

 

Geehrte Geschwister, wie manch einer eventuell schon mitbekommen hat, gibt es unter bestimmten Muslimen einige Missverständnisse bezüglich des Urteils über die Rafidha. Manch einer wird dies Wahrgenommen haben und der andere wiederrum nicht, doch es ist tatsächlich wahr: einige suchen die Einheit mit ihnen, andere Befreunden sich mit ihnen, während sie sogar die Differenzen zwischen den Leuten der Sunnah und den Rafidha als „Meinungsverschiedenheiten in einigen islamischen Fragen“ abtun und sogar die Spannungen welche seit Anbeginn der Rafidhatums zwischen den Leuten der Sunnah und ihnen herrscht einfach ignorieren und es als friedliebende Gemeinschaft darstellen, welche in Harmonie nebeneinander gelebt haben. Haben sie nicht von Amir al-Mu’minin Salahuddin Ayubi gehört? Nun dann, werden wir diese Angelegenheit klarstellen, sodass lediglich jene welche ihren Führern anstatt den Salaf und Khalaf zu befolgen, keine Einsicht haben werden. Und wie weit sind jene in die Irre gegangen, welche nicht dem Pfad der Altvorderen befolgen? Wie sagte Shaykh al-Islam Abu Amr Abdurrahman al-Awza’i (gest. 157 n.H.) – möge Allah wohlzufrieden mit ihm sein – so schön:

„Haltet an den Überlieferungen der Salaf fest, auch wenn die Menschen euch widersprechen, und nehmt euch in Acht vor den Meinungen der Menschen, selbst wenn sie diese mit ihren Worten verschönern. Wahrlich, die Angelegenheit ist jung und ihr gehört zu ihr auf einem geraden Weg.“[1]

Imam Abu Muhammad Ibn Abi Hatim ar-Razi (gest. 327 n.H.) – Möge Allah Wohlzufrieden mit ihm sein – sagte:

Unser Weg ist der des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm), den Gefährten, denen die nach ihnen kamen und allen zu folgen die ihrem Weg gehen und sich von den neu eingeführten Sachen fernhalten und sich auf die Ahlal-Athar (Leute der Überlieferung) wie z.B. Ahmad Ibn Hanbal, Ishaq Ibn Ibrahim, Abu Ubaid al-Qassim Ibn Salam und Imam Schafi die sich auf das Buch, die Sunnah und auf diejenigen von den Imamen stützten die den Salaf folgen. Sie nehmen das an was die Ahlu Sunnah Wal Jammah annimmt. Bis sie sagen: „Der Glaube nimmt sowohl zu als auch ab und wir haben Iman an die Strafe im Grab“.“[2]

Und Imam Malik Ibn Anas (gest.179 n.H.) möge Allah wohlzufrieden mit ihm sein – sagte:

„Die Besserung der gegenwärtigen Generation des Islam kann wahrlich nicht erreicht werden, außer durch das Befolgen des geraden Weges der Gelehrten der frühen muslimischen Generation (as-Salaf al-Salihin), mit dem sie ihr ganzes Leben korrigiert haben. Das Gute wird jedoch in dieser Islamischen Gemeinschaft weiterwirken zu Siegen.“

Und wie vielen ist die Meinung ihrer Führer wichtiger und annehmbarer als die der Altvorderen? Möge Allah uns vor solch einen ignoranten Weg schützen und jenen die dem wiedersprechen Einsicht geben!

Nun dann Geschwister, widmen wir uns der eigentlichen Angelegenheit:

Die Rawafid (zwölfer-Imamiten) sind eine extreme Sekte aus den Reihen der Schiitischen Gruppen, welche sich mit den Islam identifizieren, um die reine Aqida der Muslime zu verderben, den Iman in ihnen zu zerstören und den Zweifel über die Bestimmungen der Scharia und über die Wahrhaftigkeit des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm –, seinen noblen Frauen, unsere Mütter, und den noblen Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf ihnen – in die Herzen und Köpfe der Muslime hineinzuhauchen. Sie selbst bezeichnen sich als Anhänger der Jafari Rechtschule, wobei Imam Jafar as-Sadiq von ihrer sog. Rechtschule frei ist und nichts mit ihnen gemein hat, oder als Shia Ali (Anhänger/Partei Ali’s), Imamiten, zwölfer-Imamiten/Shiiten – während die Leute der Sunnah die sog. zwölfer-Imamiten jeher als Rafidha bezeichneten. In ihrer von List und Lüge versunkenen Religion behaupten sie gar unverfroren, dass die Bezeichnung „Rafidha“ lediglich eine Erdichtung, der ihnen feindlich gesinnten, Umayyaden/Abbasiden Regime war, um die wahren Anhänger der Familie des Propheten (Ahl al-Bayt), nämlich sie, die Shia Ali’s, zu diffamieren, damit der Hass und der Zorn gegenüber der Ahl al-Bayt und ihren Anhänger, aufgrund ihrer Bevorzugung durch Allah und Seinem Gesandten, den Propheten Muhammad – Allahs Segen und Friede auf ihm –, bei den Muslimen bzw. beim allgemeinen Volk, hochgestachelt und vermehrt wird. Auch konfrontieren sie die unwissenden und nicht gebildeten Anhänger der Sunnah, mit der Idee das diese Bezeichnung lediglich eine Hetzkampagne gegen die wahren Anhänger der Sunnah (nämlich sie = Shia) darstellt, entfacht von den „Gegnern“ der Ahl al-Bayt, nämlich den Umayyaden und Abbasiden, womit sie lediglich die im Geist und im Wissen schwachen mittels ihrer Täuschung in ihrem Band verführen wollen… und wie viele sind auf diese List und Trug hineingefallen, wegen ihrer Unkenntnis über die Prinzipen und Grundlagen der wahren Anhänger der Sunnah und ihren frommen Gelehrten aus den Reihen der Salaf und Khalaf.

Die Wahrheit ist, so höre aufrichtig zu geehrte/r Bruder/Schwester und öffne dein Herz für die Wahrheit, das alle Gelehrten der Sunnah, speziell die vier Imame und ihren getreuen Anhänger, diese Bezeichnung auf Grundlage der Charakteristika der Shia verwendeten – das seit frühester Zeit. Genauer genommen wurde ihnen diese Bezeichnung, nicht von irgendeiner Person oder Gelehrten, angehangen, sondern durch Sayyiduna Zaid ibn Ali ibn Hussein – möge Allah wohlzufrieden mit ihm – als sie (die Shia selbst) ihn – ein Anhänger der prophetischen Familie, dessen Großvater al-Hussein war – ablehnten: Sie forderten von ihm: „Verfluche Abu Bakr sodann werden wir dich befolgen.“ Er sagte: „Sie sind die Sahabah meines Großvaters, stattdessen werde ich sogar meine Allianz zu Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihm – bestätigen.“ Dann sagten sie: „Wir lehnen dich somit ab.“ Damit wurden sie als die Rafidha (die Ablehnenden) bezeichnet und jene, die ihm die Treue gaben bezeichneten sich als Zayidiyyah.

Die Rafidha sind eine Gruppe, welche mit ihrer Liebe zur Ahl al-Bayt übertrieben haben und unabhängig davon noch andere Konzeptionen aufweisen, welche im allgemeinen Unglauben, Polytheismus oder Innovationen sind. Sie stehen den Leuten der Sunnah in vielerlei Hinsichtlich entgegen, wie im Themen der Namen und Attribute Allahs, der Unverfälschtheit des Koran, der Unfehlbarkeit der Propheten, den Status und die Eigenschaften der Ahl al-Bayt, den Status der Prophetengefährten und der ersten drei rechtgeleiteten Kalifen, als auch über den Status der Mütter der Gläubigen, der Taqiyyah, das Hilfe Ersuchen bei Geschöpfen (Istighatha), dem Verständis von Iman, Kufr und Shirk und vielen weiteren Fundamentalen Themen, abgesehen von ihren immensen unterschieden zur Sunnah im Bereich der Rechtswissenschaft.

Obwohl die Allgemeinheit der gegenwärtigen Shiiten diese Bezeichnung als solches ablehnen, haben ihre Führer, die ihren verdorbenen Glauben berichteten, dies als ein Form der Ehre betrachtet, weil Allah, der Allmächtige, ihnen diese Namen gab, wie al-Kulayni und al-Majlisi, zwei ihrer größten Gelehrten und wichtigsten Berichterstatter im Tradieren ihrer Glaubenslehren, bestätigten. Der schiitische Imam Abu Jafar al-Kulayni berichtete bspw., dass Aba Basir zu Abu Abdullah sagte:

„Möge Allah mich für dich opfern, denn wir haben einen Spitznamen bekommen, der unsere Rücken brach und unsere Herzen tötete und unser Blut Halal machte für die Gouverneure, in einem Hadith, der ihnen von ihren Gelehrten erzählt wurde.“ Abu Abdallah fragte:„Al-Rafidah?“ Er sagte: „Ja.“ Abu Abdallah erwiderte: „Beim Namen Allahs, sie haben euch nicht so genannt, vielmehr war es Allah, der euch diesen Namen gab.“[3]



Und der schiitische Mollah al-Baqir al-Majlisi al-Rafidi hat in seinem bekanntesten und einer der wertvollsten Bücher der Rafidha bezüglich ihrer Ahadith „al-Bihar al-Anwar“, ein gesamtes Kapitel dem Titel „Die Vorzüge der Rafidha und der Lob sich so zu betiteln“, gewidmet.[4]

Anders als die gegenwärtigen Rafidha, haben ihre Führer, diesen Begriff als eine Art der Ehre und Lobpreisung betrachtet… ist es nicht Zeit, euch nun selbst mit diesen edlen Namen zu beschmücken und nicht eine Ehre mit al-Kulayni und al-Majlisi auf eine Stufe zu sein? Wahrlich, sie sind gewiss ignorante Tiere, doch selbst die Tiere sind nicht auf ihre Stufe. Wie, sagte Imam Fakhr al-Din Abu Abdullah ar-Razi (gest. 606 n.H.) – möge Allah wohlzufrieden mit ihm sein – einst:

„Eine Ameise unter den Ameisen des Tales, besitzt mehr Verstand als ein Rafidi.“

Denn Allah, gepriesen sei Er, berichtet über den Propheten Sulayman – Friede sei auf ihm – und den Ameisen:

„O Ameisen! betretet eure Häuser, bevor Sulayman und seine Armee euch unbeabsichtigt zerquetschen.“ Dazu kommentierte Fakhr al-Din: „Schaut hier, nicht einmal eine Ameise glaubt daran, dass die Gefährten Sulaymans sogar eine Ameise mit Absicht unterdrücken würden. Im Gegensatz dazu, glauben die Rawafid, dass die Gefährten des Propheten – Allahs Segen und Friede auf ihm – die Ahl al-Bayt absichtlich unterdrückten.“[5]

Nun, diese Thematik, nämlich „das Urteil über die zwölfer-Imamiten (Rafidha) von den Gelehrten der Sunnah“, ist gegenwärtig einer jener Themen, worin unter vielen Muslimen Verwirrung herrscht, indem sie die Rafidha als ihre Geschwister im Din betrachten und mit ihnen die Einheit, eine Verschmelzung in einer Gesellschaft, anstreben und Seite an Seite zum Islam aufrufen, womit sie letztendlich – ob wissentlich oder unwissentlich – nur den Islam von inneren heraus zerstören und den Zorn Allahs auf sich ziehen. Eine solche Herangehensweise ist – leider – weitverbreitet und die Differenz zwischen den Leuten der Sunnah und den Leuten der Shia wird heruntergespielt, in dem behauptet wird, dass sie doch beide das Glaubensbekenntnis bezeugen, an dasselbe Iman vollziehen (den sechs Säulen der Aqaid) und das sich unsere Differenzen doch nur im Bereich der Rechtswissenschaftlichen Details und den Politischen Konzeptionen befinden, gleich dem vier Rechtschulen der Sunnah. Manche zählen sie sogar als einer der vier Rechtschulen hinzu, worauf folglich fünf legitime Rechtschulen bestehen: die Hanafitische, Maliktische, Shafiitische, Hanbalitische und Jafaritische Rechtschule. Solche Behauptungen zeugen von ihrer Unwissenheit bezüglich des Glaubens der zwölfer-Imamiten und der Realität ihres Zustandes. Damit widersprechen sie nicht nur den Gelehrten der Sunnah, sondern verschleiern auch die Historische Beziehung zwischen Sunniten und Shiiten im islamischen Staat, wenn gesagt wird, dass beide Gruppen sich im damalig existierenden Kalifat nimmer Bekriegt oder Verfeindet haben, eher miteinander im Harmonie gelebt haben und sich immer als erster Stelle als Muslime, nicht als Sunniten oder Shiiten, betrachtet haben und stellen es im Lichte dar, dass sie sich lediglich in einigen kleinen islamischen Fragen uneinig waren/sind. Die Unterschiede sind geringer als unsere Gemeinsamkeiten mit ihnen, beide sind sich über fundamentale Themen des Islams einig, wie auch über den Koran und die Sunnah und der Versuch eine Spaltung zwischen Sunniten und Shiiten zu verursachen, stellt lediglich ein Produkt des Westens dar… dies sind einige ihrerer Aussagen, womit sie den Laien in die irre führen wollen, sie Zeugen lediglich von ihrer Unwissenheit über die Historische Beziehung zwischen beiden Gruppierungen, als auch über die Ursachen der Spannungen zwischen beiden. Waren etwa die Gelehrten der vier Rechtschulen, vom Westen – den Amerikanern – beeinflusst? Waren etwa Fakhr al-Din ar-Razi, Shaykh al-Islam Ibn Taymiyyah, Mullah Ali al-Qari, Amir al-Mu’minin Ibn Hajar al-Asqalani und Qadi Abu Ya’la vom Westen beeinflusst, welche den Islam dadurch spalten wollten? Nur ein irrsinniger und nicht mit klaren Verstand, würde so etwas behaupten. Möge Allah ihnen die Augen öffnen! Amin Ya Rabb!

In diesem Zusammenhang muss beachtet werden, das über die verschiedenen Zweige der Schiitischen Denkrichtungen keine generelle Exkommunizierung (Takfir) von den Gelehrten vorgenommen wurde. So gibt es bspw. Richtungen innerhalb der Schiiten, die innerhalb des Islams sind, wie die Tafdili Shia zu der Zeit der Salaf und die Zayidiyyah in unserer Zeit; die Rafidha unter den Schiitien welche zurzeit der lauteren Altvorderen exkommuniziert wurden, waren jene welche die absolute Mehrheit der noblen (Prophetengefährten), einschließlich der zwei Shaykhan (Abu Bakr und Umar Ibn al-Khattab) – Allahs Wohlgefallen auf ihnen – exkommunizierten und verfluchten. Wenn die Altvorderen deshalb auf ihnen den Takfir vollzogen… was würden sie dann erst über die Rafidha in unserer Epoche sagen? Würden sie die Einheit mit ihnen suchen? Würden sie, sie als Muslime betrachten? Nimmer, bei Allah, denn die Rafidha zur Epoche der Altvorderen waren nicht dieselben, wie die Rafidha der nachfolgenden Generationen, in der Epoche der Safawiden oder gar Gegenwärtig. Dies, wegen ihrer Entwicklung von damals bis zur Gegenwart, in der sie immer tiefer im Sumpf des Unglaubens und Polytheismus fallen, wie das Konzept von Wilayah al-Takwiniyyah (die Kontrolle der Imame über die Atome und das Universum, wie u.a. vom Klerus der Rafidha Khomeini in „al-Hukumatul Islamiyyah[6]“ und Wahid Khorrassani geglaubt wird), oder ihr Konzept von der Unfehlbarkeit der zwölf Imame, oder ihr Konzept bezüglich ihres Tawhid, worin sie erlauben, andere Partner neben Allah anzubeten[7], anzuflehen oder um Hilfe zu bitten (Istighathah), oder den Menschen Attribute Allahs zuschreiben, wie im Falle von Fatima az-Zahra[8] – Allahs Wohlgefallen auf ihr – und Ali Ibn Abi Talib[9] – Allahs Wohlgefallen auf ihm.

Wie ist es möglich, bei solch einen Kufr und Shirk, sie noch als Muslime zu betrachten? Kennen diese Leute – die die Rafidha verteidigen und eine Einheit mit ihnen suchen – nicht den Islam? Wissen sie denn nicht das beim Shirk keine Entschuldigung existiert, ob nun wissend oder unwissentlich begangen wurde? Interessiert ihnen das Urteil der Gelehrten der Sunnah etwa nicht? Und gewiss, wer ihren Kufr und Shirk erkennt und sie nicht als Ungläubig deklariert, ist gewiss ein Ungläubiger, gleich wie sie. Denn ihr Kufr ist so Augenscheinlich, wie im Himmel das Sonnenlicht! Und die aufgezählten Dinge waren lediglich einige ihrer Überzeugungen, und wem dies nicht genügt, um die Lossagung gegenüber ihnen entgegenzubringen, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen.Die folgenden Rechtsgutachten der Gelehrten – die wir sodann anführen werden – beziehen sich auf die extremen Shia, d.h. den Rafidha bzw. zwölfer-Imamiten.

Auch muss man begreifen das es die Zusammensetzung der Shia zur Epoche der Altvorderen, nicht die der unseren gleicht. In deren Epoche gab es viele sog. Tafdili Shia, d.h. jene die den Tafdil (vorzuziehen) über Ali vor allen anderen Gefährten erklärten, wobei sie die Legitimität der drei restlichen Kalifen niemals negierten oder anzweifelten. Dies sollte jeder verinnerlichen, um zu verstehen das diese Denkrichtung innerhalb der Schia fast ausgestorben sind, bzw. nur noch in einer Minderheit existieren, wie bspw. in Jemen. Die Differenzen zwischen jenen und den Rafidha wurde von den Gelehrten der Sunnah, wie folgt umschrieben:

Al-Hafidh Ahmad Ibn Hadschar al-Asqalani (gest. 856 n.H.) – möge Allah wohlzufrieden mit ihm sein –, wie folgt dar:

„Schiismus (Taschaju) bezeichnete in der Frühzeit des Islams den Glauben an die Vorzüglichkeit Alis über Uthman, und daran, dass Ali mit seinen Kriegen im Recht war, während seine Gegner einen Fehler begingen, wobei jedoch die Vorzüglichkeit der beiden Scheichs (Abu Bakr und Umar) von ihnen bestätigt wird. Einige von ihnen (den Anhängern des Schiismus) glaubten möglicherweise auch daran, dass Ali das beste Geschöpf nach dem Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – war. Wenn jemand diesen Glauben hatte, während er fromm, gläubig und aufrichtig war und seinen Glauben auf seinem besten Wissen aufbaute, so ist seine Überlieferung deswegen nicht zurückzuweisen, speziell wenn er nicht dazu aufrief. Was nun aber den Schiismus in der Bedeutung der späteren Generationen betrifft, so bezeichnet er die reine Ablehnung (Rafd) und die Überlieferung eines extremistischen Ablehners (Rafidi) als unakzeptabel sowie als unwürdig.“[10]

Imam Shamssuddin Muhammad Ibn Ahmad adh-Dhahabi (gest. 748 n.H.) – möge Allah wohlzufrieden mit ihm sein – sagte diesbezüglich:

„Die Neuerung ist von zweierlei Art. Es gibt eine geringere Neuerung, wie z.B. den übertriebenen Schiismus oder den Schiismus ohne Übertreibung und ohne Abirrung. Diese Art der Neuerung trat bei vielen in der ersten Nachfolgegeneration nach den Gefährten auf, sowie in den Generationen die nach ihnen kamen, wobei sie jedoch religiös, fromm und aufrichtig waren. Wären die Überlieferungen dieser Personen abgelehnt worden, so wäre ein großer Teil der Berichte über den Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – verloren gegangen, was zweifelsohne ein großes Übel gewesen wäre. Des Weiteren gibt es die schwerwiegendere Neuerung, so wie beispielsweise die komplette Ablehnung (Rafd) und die Übertreibung darin, und die Herabwürdigung von Abu Bakr und Umar und das Rufen zu diesen Sachen. Überlieferungen solcher Personen können definitiv nicht angenommen werden. Darüber hinaus ist mir bei diesem Schlag von Menschen in unserer Zeit kein einziger aufrichtiger und vertrauenswürdiger Mann bekannt. Vielmehr ist die Lüge ihr Leitspruch und die Taqiyya (Lügen) und die Heuchelei sind ihr Schild. Wie kann eine Überlieferung von solchen Leuten akzeptiert werden? Nein, dies ist definitiv unmöglich. Die extremen Schiiten in der Zeit der Salaf, wie sie ihnen bekannt waren, waren jene, welche gegen Uthman, az-Zubayr, Talhah, Mu‘awiyah und einige von denen, welche gegen Ali kämpften und ihm entgegenstanden, sprachen. Die extremen Schiiten in unserer Zeit, wie sie uns bekannt sind, sind jene, welche diese Führer zu Ungläubigen erklären und welche die beiden Scheichs (Abu Bakr und Umar) herabwürdigen, und diese sind fehlgeleitet und verloren.“[11]

Die Rafidha, dessen Haupterkennungszeichen das ablehnen und schmähen der absoluten Mehrheit der Gefährten, besonders der zwei Kalifen ist, sind nämlich in unserer Epoche die definitive Mehrheit der Schiitischen Zweige und welche in unserer Zeit hinter den losen Begriff „Shia“ stehen, wenn auf politischer oder spiritueller Ebene von den Shia gesprochen wird. Sie selbst bezeichnen sich ungern als Rafidha, eher als Jafariten, Imamiten oder Anhänger der Ahl al-Bayt, was jedoch nicht den geringsten Einfluss auf ihre Beurteilung bewirkt und man sich nicht dadurch täuschen lassen sollte, wenn man das Prinzip verstanden hat, was denn ein Rafidi ist. Unabhängig ihrer Bezeichnung bleiben sie Rafidha, denn ihre Konzeptionen machen dies notwendig.

Die Allgemeinheit der Rafidha in unserer Dasein Epoche, ob nun Gelehrter oder Laie, ist Ungläubig, ausgenommen jene unter ihnen, welche gegenüber Allah keinen Shirk betreiben oder Kufr begehen – doch die Allgemeinheit unter ihnen hat nicht einmal den Tawhid verstanden und widmen ihre Anbetung anderen neben Allah, auch wenn sie diese Tatsache negieren, es unwissentlich begehen oder nur ihren Gelehrten blind befolgen, ist solch jemand ohne Zweifel ein Götzendiener, selbst wenn er Betet, Fastet und Tag und Nacht das Bekenntnis zitiert, denn im Shirk gibt es keine Entschuldigung und jeder der Shirk begeht ist ein Götzendiener[12]. Im Vergleich zueinander, ist ihre Ablehnung und Schmähung gegenüber den Gefährten das geringste Problem. Denn es besteht sogar eine Meinungsverschiedenheit über das Urteil eines Rafidi, wobei dies in den klassischen Werken der Salaf und Khalaf gefunden wird; von Shaykh al-Islam Ahmad Ibn Taymiyyah wird bspw. berichtet das er keinen Takfir al-Mu’ayyin (die Exkommunizierung auf jedes Individuum) auf die Rafidha machte, da es eben unterschiedliche Stufen der Ablehnung (Rafd) gibt, und welche Stufen nun Kufr sind oder nicht, darin unterschieden sich die Gelehrten. Manche Juristen vertraten z.B. den Standpunkt das auch die Schmäher der Gefährten exkommuniziert werden, während die Mehrheit deshalb nicht den Takfir sprachen, sondern nur im Falle der Exkommunizierung eines Prophetengefährten ihrerseits.

Denn die Leute des Hadith und der Sunnah sind nicht von jenen, die im Takfir übertreiben, sondern sich an Prinzipen halten und demnach handeln und urteilen. Im unseren Fall, werden ist wichtig das einige der Salaf und Khalaf, nicht jedes Individuum exkommunizierten, während andere große Imame es taten, dieses Urteil jedoch nur damit in Relation stand, das die Rafidha IHRER ZEIT bei weitem nicht in den Unglauben und Polytheismus verfallen waren, wie die Rafidha unserer Dasein Epoche. Zuzüglich der Schmähung und Exkommunizierung der Gefährten, sind sie nämlich tief im Shirk und Kufr verfallen, was jeder, der das Glaubensbekenntnis realisiert hat, nachvollziehen kann, wenn er denn ihren Glauben kennt. Die Gegenwärtig bestehenden Rafidha werden also nicht nur deshalb als Ungläubige und Götzendiener betrachtet, sondern vielmehr wegen ihren Shirk in der Uluhiyyah und den Sifat. Nichtsdestotrotz gibt es jedoch immer noch vereinzelt sog. zwölfer-Imamiten die einfach ihre Religion ausleben, d.h. Beten, Fasten, also die Anbetung an Allah vollziehen, ohne an diese Dinge welche die Mehrheit glaubt und praktiziert, auslebt – solch jemand ist gewiss Muslim, solange er nicht etwas vollzieht oder verinnerlicht hat, was sein Iman annulliert, denn die Bezeichnung Shia macht ihn nicht automatisch zum Ungläubigen, eher bestimmen seine Konzeptionen und Praktiken darüber. Und an diesem Punkt möchte ich an zwei Prinzipen von Shaykh al-Islam erinnern, welche treffend auf solch einem Fall sind:

Zwei Prinzipien werden – so Allah will – diese Angelegenheit klarstellen: Erstens jemand der das Gebet aufrechterhält kann nicht als Ungläubiger angesehen werden, außer er ist ein Heuchler, da seit der Zeit als Muhammad zum Gesandten berufen wurde, Ihn dem Koran offenbart und zur Auswanderung nach Yathrib (Medina) gezwungen wurde, die Menschen in drei Gruppen kategorisiert wurden; diejenigen welche an den Propheten Muhammad –Allahs Segen und Friede auf ihm – glauben; diejenigen welche Ihn öffentlich zurückweisen; und diejenigen welche Heuchler waren und ihre Abweisung gegenüber dem Propheten –Allahs Segen und Friede auf ihm – verborgen hielten. Da dies der Fall ist, können wir unter den ketzerischen Sekten jene haben, welche Heuchler und Feinde des Islams, also Ungläubige sind. Solche Menschen sind zumeist unter den Rawafid und Jahmiyyah aufzufinden. Ihre Oberhäupter waren Heuchler und Zindiqs, genau wie der Mann, der den Rafd (d.h. die Abneigung gegenüber den Gefährten) erfand ein Heuchler war. Die Denkschule der Jahmiyyah ist ebenso auf Basis der Heuchelei und Zandaqah (Ketzerei) errichtet worden. Dies ist auch ein Grund, weshalb die Zindiqs welche von den Esoterikern stammen und sich als Philosophen darstellen eine große Affinitätund Zuneigung gegenüber den Rawafid und Jahmiyyah haben.

Mitten unter den ketzerischen Sekten können jedoch auch Menschen vorhanden sein, die den Iman in ihren Herzen verankert haben, doch sie sich gleichzeitig der Unwissenheit, des Fehlverhalten schuldig machen und bezüglich der Sunnah einige oder viele Fehler begehen. Derartige Leute sind weder Ungläubig, noch Heuchler. Sie können Sachen begehen, wodurch sie zu Frevler und Sünder werden. Einige von ihnen interpretierten irrtümlich die Texte falsch; jenen wird hoffentlich vergeben und wir bitten Allah, dass Er ihnen Vergeben wird und sie mit Barmherzigkeit umhüllen wird. Einige können auch Iman und Frömmigkeit zu einem gewissen Grad besitzen, wodurch sie eine Art der Liebe Allahs und Unterstützung entsprechend ihres Iman und ihrer Frömmigkeit verdienen, wie z.B. der Gründer der Karamiyyah, welcher von den Gelehrten der Sunnah stets wegen seinen Konzepten bezüglich der Sifat und des Iman getadelt wurde, doch ihn gleichzeitig wegen seines Eifers, seiner Hingabe und seines Asketismus in der Religion lobten und die Menschen ihn dafür schätzten, im Gegensatz zu manch anderen Führern der ketzerischen Sekten, welche weder durch ihr Wissen noch durch ihre Frömmigkeit oder Hingabe in der Anbetung, aufgefallen sind, wie z.B. Jahm Ibn Safwan. Dies ist das erste Prinzip, verzeichnet in al-Fatawa.

Das zweite Prinzip ist, dass die Doktrinen die jemand vertritt selbst Treulosigkeitwelches von dem wahrhaftigen Verständnis abweicht – bedeuten können. Zum Beispiel bestreitet jemand die Verpflichtung des Gebets, der Pflichtabgabe, des Fastens oder die Pilgerfahrt oder er bringt zur Geltung, dass Unzucht, Berauschendes, Glückspiel oder das Heiraten eines untersagten Personenkreises legitim sind. Jedoch ist es möglich, dass ein Vertreter solch einer Lehre nicht die Kenntnis darüber besitzt oder ihn nicht die Worte des Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – hinsichtlich dieser Sachen erreicht haben. Solch eine Person wird nicht als Ungläubig deklariert. Dies kann mit einer Person geschehen, welche in den Islam neu konvertiert ist oder geboren wurde und dann an einem Ort hingebracht wurde, welcher den Islam nicht erreichte. Er kann daher nicht mit der Begründung zum Ungläubigen erklärt werden, dass er etwas leugnete was zum Propheten –Allahs Segen und Friede auf ihm – herabgesandt wurde, denn was er nicht wusste, dass jenes zu Ihm herabgesandt wurde, kann er auch nicht zurückweißen.

Die Doktrinen der Jahmiyyah fallen genau in dieses Konzept, weil sie die Eigenschaften mit denen sich Allah, der Segensreiche, befähigt und welche Er zu seinem Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm – herabsandte negieren. Drei Begründungen sind vorhanden, weshalb sie sehr stark verurteilt wurden: Erstens sind die Texte die ihre Doktrinen entgegenstehen in Hülle und Fülle im Heiligen Koran, den Überlieferungen (Ahadith) und dem Konsens existent und sie (die Texte) sind allerseits bekannt und sie (die Jahmiyyah) weisen sie durch ihre Fehlinterpretation zurück. Zweitens belaufen sich ihre Doktrinen auf die Negierung des Schöpfers, jedoch ist es möglich, dass einige unter ihnen nicht realisiert haben, dass ihre Doktrinen in Wahrheit Allah negieren. Gerade, wie die Grundlage des Iman die Überzeugung an Allah, den Segensreichen, ist, ist die Grundlage des Kufr, die Negierung Allahs. Drittens widersprechen sie Gewissheiten, worin alle Religionen übereinstimmen und welche durch die natürliche Veranlagung bezeugt sind.

Trotz dessen sind viele der Muslime nicht befähigt, den realen Sinn ihrer Doktrinen nachzuvollziehen; einige denken sogar, dass die Wahrheit bei ihnen ist, da sie ihre Gegenmeinung durchaus entschlossen vortragen. Derartige Muslime haben bestimmt Iman an Allah und Seinem Gesandten – Allahs Segen und Friede auf ihm – und sind aufrichtig in ihrem Herzen von Ihm und Seinen Gesandten überzeugt, aber die Argumente welche die Ketzer ihnen vorlegen, irritieren sie, ebenso wie sich die Ketzer letztendlich selbst irritieren. Gewiss sind diese Muslime allesamt keine Ungläubigen; einige von ihnen können Sünder oder Missetäter sein; andere können sich irren und Allah, der Barmherzige, vergibt ihnen hoffentlich; und andere wiederum können sogar zusammen mit ihren fehlerhaften Ideen, Iman und Frömmigkeit besitzen, wodurch sie die Unterstützung und Allahs Liebe verdienen, entsprechend ihres Iman und ihrer Frömmigkeit.

Diese zwei Prinzipen darf man jedoch nicht missverstehen, denn sie beziehen sich lediglich auf Personen welche keine annullierer des Iman begehen. Damit sind nicht die Rafidha gemeint, welche Shirk oder Kufr begehen. Eher jene, welche fern vom Shirk und den gängigen Praktiken der Shia sind, aber eben Fehler hinsichtlich der Stellung Ali’s oder der Ahl al-Bayt begehen, die nicht Kufr oder Shirk sind.

 

[Fortsetzung:Das Urteil über die Rawafid [Teil 2]

 

 

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[1] Ahmad al-Baihaqi: al-Madkhal, Nr.233

[2] Asl as-Sunnah wa I’tiqad ad-Din, Nr.14

[3] Al-Rawda min al-Kafi, Band.8 (Die Lobpreisung der Shia)

[4] Band.65a

[5] Abdul Aziz Farharwi: Al-Nibras Sharah Sharah al-Aqaid, S:304

[6] Arabische Version 1979, S.52f

[7] Khomeini schrieb bspw. in seiner Definition von Shirk, folgendes: „Shirk ist, seine Bedürfnisse von jemand anderem als Allah zu erbitten, während man glaubt, dass dieser ein Gott oder Herr ist. Erbittet man jedoch seine Bedürfnisse ohne diesen Glauben, so ist das kein Shirk und es gibt in diesem Sinne keinen Unterschied zwischen dem Toten und dem Lebendigen. Würde daher jemand seine Bedürfnisse von einem Stein oder einem Lehmklumpen erbitten, so wäre das kein Shirk, obgleich er eine hinfällige Tat getan hätte. Ein anderer Aspekt ist, dass wir die heiligen Seelen der Propheten und Imame um Hilfe bitten, welchen Allah Macht gegeben hat. Es ist durch klare Beweise und eindeutige logische Belege nachgewiesen, dass die Seele nach dem Tod weiterlebt und dass die Seelen diese Welt vollständig umfassen.” [Kashf al-Asrar, S.30]

[8] Khomeini beschrieb Fatima, wie folgt: „(Fatimah) Az-Zahra war keine gewöhnliche Frau, sie war eine seelige Frau, eine engelsgleiche Frau… Sie war ein Mensch im vollkommensten Sinn des Wortes, ein Abbild perfekter Menschlichkeit… eine wahrhaftig vollkommene Frau… die Wahrheit des vollkommenen Menschen. Sie war keine gewöhnliche Frau, sondern sie war ein engelsgleiches Wesen, welches in der Gestalt eines Menschen erschien… ein göttlich machtvolles Wesen, das sich in der Form einer Frau äußerte … in ihr vereinten sich alle für einen Menschen und eine Frau denkbaren Eigenschaften der Vollkommenheit. Sie war eine Frau, welche alle Eigenschaften der Propheten trug… eine Frau die – wäre sie ein Mann gewesen – ein Prophet gewesen wäre, und die – wäre sie ein Mann gewesen – den Rang des Gesandten Allahs gehabt hätte. Morgen ist der Tag der Frau, an welchem die gesamte Dimension ihres Ranges und ihrer Persönlichkeit zu Tage trat. Morgen ist der Gedenktag der Geburt eines Wesens, welches in sich das Ideelle und das Fassbare der Engelshaftigheit, der Göttlichkeit, der Mächtigkeit, der Königlichkeit und der Menschlichkeit vereint.“ [Al-Asrar al-Fatimiyyah, S.354f]

[9] Muhammad Musa al-Yaqoobi wurde gefragt: Es gibt ein Hadith der folgendes besagt: Im Buch “Haquk ul Yakeen” arabische Version Band 2 Seite 7 Kapitel Argument Reejat. Ali – Der Führer der Gläubigen (as) sagt: “Ich bin derjenige, der die Wolken kontrolliert, erhelle den Tag, Nacht, Wolken, Meere, Sterne. Sonne und Mond (tue mit ihnen was ich will).” Dem antwortete er, mit folgenden Worten: „Auch wenn diese Aussage wirklich von Imam Ali stammt, widerspricht sie der im Rahmen der islamischen Philosophie durch die Vernunft nachweisbare Meinung nicht, dass der Mensch deshalb erschaffen wurde, dass er die göttlichen Vollkommenheiten und Eigenschaften aneignet, bis er zum Stadium kommt, in dem er sich in Allah verschmelzt. Die Imame sind schon zu diesem Stadium gekommen.“ [http://www.yaqoobi.de/rechtsfragen/Imam_Ali.html]

[10] Tahdhib at-Tahdhib, 1:81

[11] Mizan al-I’tidaal, 5:1-6

[12] Fakhr al-Islam Ali Ibn Muhammad al-Pazdawi sagte: „Und dieser Abschnitt, womit ich meine, dass man den Götzendienstbegehenden entschuldigt, ist eine Überschreitung der Grenze, wie die Mu’tazila die Grenze aus einem anderen Blickwinkel überschritten.“ [Usul al-Pazdawi ,1:332]

 

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