Schrecklich: Das zeitgenössische muslimische Staats- und Schariaverständnis

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von Yahya ibn Rainer

Was das zeitgenössische muslimische Staatsverständnis so schrecklich macht, ist der idealistische Perfektionsmus. Man möchte sich bei der öffentlichen Zwangsanwendung islamischer Urteile mittlerweile grundsätzlich an den strengsten Meinungen orientieren. Das allerdings führt zu einer Art Uniformierung und oberflächlicher Gleichförmigkeit, besonders was das äußere Erscheinungsbild und die Kleiderordnung angeht. Es wird kein Platz mehr gelassen für den Unterschied. Weder die Sünder, noch die Rechtschaffenden können noch durch Nuancen aus der Masse hervorstechen:

Die Schamlose und Unzüchtige trägt ebenso Niqab und wallenden Umhang wie die Rechtschaffende, und der sittenlose Räubersmann trägt einen großen Bart und tadelloses Beinkleid.

Der zeitgenössische islamische Perfektionist ernennt die Spanne an Rechtschaffenheit, die zwischen seiner eigenen Praxis und der Praxis der besten der Ummah (Sahaba, Salaf) besteht, zum strafbewährten Usus, dabei bilden die uns bekannten Berichte über die Besten der frühen Generationen mittlerweile eine Art Zwangskorsett, während die Berichte über ihre Schwächen und Verfehlungen nur wenig Verbreitung finden oder empört abgewiesen werden.

Dabei gab es unter den Zeitgenossen des Propheten auch solche die sündigten, nachlässig waren oder nicht in der Lage in allen Bereichen beispielhaft zu handeln.

Überlieferungen über diese Menschen haben jedoch keinen großen Nutzen für die Einladung zu einem vorbildlichen Lebenswandel, weshalb wir nur selten von ihnen hören. Aber es gibt sie. Es gereichte unseren Vorfahren zum Vorteil, dass sie auf den Straßen, in den Gassen und auf den Märkten die Menschen unterscheiden konnten.

Es gibt jedoch Muslime, die meinen, dass die Scharia erst etabliert sei, wenn vom Staat die Hadd-Strafen öffentlich vollzogen werden. Diese Sichtweise ist das Resultat einer latent etatistischen Gesinnung, denn sie impliziert, dass die Scharia ausschließlich einer »staatlichen« Etablierung bedarf.

Jedoch muss die Scharia zuallererst in den Köpfen der Menschen etabliert werden. Sie muss sich (unabhängig vom Staat) in den Gliedern der Gesellschaft als das manifestieren, was sie ist, nämlich ein Kompendium an Rechten und Pflichten für den Menschen und nicht ein staatlicher Zwangs- und Strafkatalog.

Wirklich „etabliert“ ist die Scharia also erst, wenn die Hadd-Strafen zwar existent sind, aber quasi keinerlei Anwendung mehr finden. Auf einem Staatsgebiet jedoch, in dem regelmäßig zahlreiche öffentliche Bestrafungen und Hinrichtungen stattfinden, kann irgendetwas nicht in Ordnung sein.

Man könnte vermuten, dass es sich um Gebiete handelt, in denen augenscheinlich nur der Staat „islamisch“ ist und er – samt Anhang – mit diesem Zustand so lange zufrieden ist, wie er die Delinquenten öffentlich entleiben kann.

Islam fängt beim Individuum an, nicht beim Staat

Nicht, dass man mich falsch versteht. Weder leugne ich, dass auch der Amir in all seinen Urteilen und Handlungen an die Scharia gebunden ist, noch dass die Hudud ein (wenn auch äußerst kleiner) Bestandteil dieser Scharia sind.

Ich möchte lediglich dem Gedanken dahingehend Ausdruck verleihen, dass allein der öffentliche Vollzug von Hudud-Strafen nicht als Indiz dafür anerkannt werden darf, dass die Scharia tatsächlich allumfassend etabliert wurde.

Es kann nämlich durchaus sein, dass ein Mensch durch eine Strafe entleibt wird, die im Kanon der islamischen Jurisprudenz eindeutig belegt ist, aber diese Anwendung von Gewalt muss nicht zwingend auf einem rechtmäßig erlangtem Gerichtsurteil beruhen.

In diesem Zusammenhang ist auch die folgende Aussage des Gesandten Allahs zu verstehen, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, der sagte:

„Wehrt die Hadd-Strafen von den Muslimen ab, so gut ihr könnt. Wenn ihr für den Muslim einen Ausweg findet, lasst von ihm ab, denn dass sich der Richter bei einem Freispruch irrt, ist besser, als dass er sich hinsichtlich der Bestrafung irrt.“

(Al-Mustadrak ala al-Sahihayn, al-Hakim, sahih / übersetzt von Behzad Zibari und leicht redigiert von Yahya ibn Rainer)

Zudem kann doch kein aufrichtiger und objektiver Muslim einen Zweifel daran hegen, dass die Scharia auch (vor allem) außerhalb des Staatsapparates, also mitten in der Gesellschaft, eine Etablierung erfahren muss und dass diese Etablierung einen viel größeren gesellschaftlichen Nutzen hat, als die regelmäßige und zahlreiche Anwendung staatlicher Gewalt.

Ich bin manchmal erschrocken über die Härte und Gewaltaffinität mancher Muslime, die sich anscheinend freuen, wenn die Zahl öffentlicher Körper- und Todesstrafen steigt und sie womöglich sogar hochauflösend gefilmt werden.

Im Gegensatz dazu war der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – sogar geneigt die zweifache Selbstanzeige eines Unzüchtigen zu ignorieren, um die Hadd-Strafe nicht vollziehen zu müssen. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – fand keinen Gefallen daran, wenn einem Dieb die Hand amputiert wurde, er wurde vielmehr blass und man sah Trauer in seinem Gesicht. Und als ihn die Sahaba fragten, weshalb er dann das Urteil fällte, da gab er zu verstehen, dass er als Richter keine andere Chance hätte das Urteil Allahs in Anwendung zu bringen, aber dass durchaus die Leute die Möglichkeit hätten, solche Vergehen nicht an einen hoheitlichen Richter zu delegieren; auch das ist Scharia.

Und Umar ibn al-Khattab – möge Allah mit ihm zufrieden sein – setzte den Vollzug der Hadd-Strafe für Diebstähle aus, weil er in einer Zeit der Dürre befürchtete, dass den Hungernden in großer Zahl die Hände amputiert werden müssten. Ich bin mir fast sicher, dass nicht wenige junge Hardliner unserer Epoche auf einen solchen weisen Führer umgehend den Takfir aussprechen würden, weil er angeblich nicht die Scharia vollständig implementiert hätte

Dabei gab es zahlreiche Gelehrte die auch solche Führer entschuldigten, die absichtlich (aber in guter Absicht) nicht vollständig mit Allahs Scharia richteten bzw. richten konnten. Wie z.B.  Imam Ibn Taymiyyah, den der ehrenwerte Bruder Behzad kürzlich für uns zitierte:

«Der abessinische König war nicht in der Lage, mit dem Gesetz des Quran zu urteilen, da dessen Volk dies nicht anerkennen und erlauben würde. Öfters möchte eine Person, die zwischen den Muslimen und Tataren als ein Richter oder Führer fungiert, gemäß ihrem Gerechtigkeitsinn handeln, doch sie ist nicht in der Lage, dies zu tun — vielmehr gibt es jemanden, der sie daran hindert.

Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie tragen kann. `Umar Ibn `Abdulaziz wurde angefeindet und geschmäht aufgrund dem, was er an Gerechtigkeit walten ließ. Ferner wurde gesagt, dass dies der Grund war, warum er vergiftet worden ist.

Der abessinische König und seines Gleichen sind die Glücklichen im Paradies, selbst wenn sie das an Gesetzen des Islams nicht ausführten, wozu sie nicht in der Lage waren. Vielmehr urteilten sie nach den Urteilen, mit denen sie in der Lage waren, zu urteilen.»

— Imam Ibn Taymiyyah [Gest. 728 n.d.A.] رحمه الله.

Ein Scharia-Fetischismus, wie ihm heute (vor allem junge und unerfahrene) Perfektionisten frönen, war unseren weisen Vorfahren in dieser Form nicht bekannt. Sie beteten Allah an und nicht Seine Scharia.

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13 Antworten auf “Schrecklich: Das zeitgenössische muslimische Staats- und Schariaverständnis”

  1. Abdullah

    Mit Köpfen lachend posieren und den Menschen zum Glauben des Anstandes, der Würde, des dezenten Benehmens aufrufen …

    There would arise at the end of the age a people who would be young in age and immature in thought, but they would talk (in such a manner) as if their words are the best among the creatures. They would recite the Qur’an, but it would not go beyond their throats, and they would pass through the religion as an arrow goes through the prey. So when you meet them, kill them, for in their killing you would get a reward with Allah on the Day of Judgement.

    حَدَّثَنَا مُحَمَّدُ بْنُ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ نُمَيْرٍ، وَعَبْدُ اللَّهِ بْنُ سَعِيدٍ الأَشَجُّ، جَمِيعًا عَنْ وَكِيعٍ، – قَالَ الأَشَجُّ حَدَّثَنَا وَكِيعٌ، – حَدَّثَنَا الأَعْمَشُ، عَنْ خَيْثَمَةَ، عَنْ سُوَيْدِ بْنِ غَفَلَةَ، قَالَ قَالَ عَلِيٌّ إِذَا حَدَّثْتُكُمْ عَنْ رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم فَلأَنْ أَخِرَّ مِنَ السَّمَاءِ أَحَبُّ إِلَىَّ مِنْ أَنْ أَقُولَ عَلَيْهِ مَا لَمْ يَقُلْ وَإِذَا حَدَّثْتُكُمْ فِيمَا بَيْنِي وَبَيْنَكُمْ فَإِنَّ الْحَرْبَ خَدْعَةٌ ‏.‏ سَمِعْتُ رَسُولَ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم يَقُولُ ‏ „‏ سَيَخْرُجُ فِي آخِرِ الزَّمَانِ قَوْمٌ أَحْدَاثُ الأَسْنَانِ سُفَهَاءُ الأَحْلاَمِ يَقُولُونَ مِنْ خَيْرِ قَوْلِ الْبَرِيَّةِ يَقْرَءُونَ الْقُرْآنَ لاَ يُجَاوِزُ حَنَاجِرَهُمْ يَمْرُقُونَ مِنَ الدِّينِ كَمَا يَمْرُقُ السَّهْمُ مِنَ الرَّمِيَّةِ فَإِذَا لَقِيتُمُوهُمْ فَاقْتُلُوهُمْ فَإِنَّ فِي قَتْلِهِمْ أَجْرًا لِمَنْ قَتَلَهُمْ عِنْدَ اللَّهِ يَوْمَ الْقِيَامَةِ ‏“‏ ‏.‏

    Weiß jemand, ob hier die Takfiris aus dem 7 Jhdt. gemeint sind oder nicht?

    Und das Bild ist vllt. nicht gerade empfehlenswert, es lesen bestimmt auch Jugendliche hier mit, die zart besaitet sein könnten.

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  2. Ben Adam/ Bar Nascha/ Bani Adam

    Friede sei mit dir,

    Bezüglich der Khawarij-Prophezeiung gibt es zwei Arten von Überlieferungen:

    1) Die Prophezeiung der zeitgenössischen Khawarij (al-Harruriyah), aus dem Osten kommend mit rasierten Köpfen.

    2) Die Prophezeiung der endzeitlichen Khawarij, meistens junge Leute; ihre Praktizierung der Religion ist auf dem ersten Blick beneidenswert und unübertroffen (dein Hadith). Aus ihren Reihen wird der Pseudo-Christus ebenfalls aus dem Osten erscheinen (zusammen mit einer 70.000 großen jüdischen Sekte!). Khawarij gab es immer, Generation für Generation, die schlimmste ist die letzte Generation von ihnen.

    Etliche Zeichen der Endzeit sind schon zur Zeit der Sahaba eingetroffen, und sind sogar in unserem modernen Zeitalter passiert.

    Doch ohne eine präteristische oder apokalyptische Haltung einzunehmen, sollten wir einfach-solange es geht- versuchen, unsere Religion weiter zu praktizieren und Dawa betreiben, die Menschen aufklären.

    Wir alle werden schon die klaren Anzeichen sehen, wenn der große Krieg in Syrien passiert oder der Mahdi in Erscheinung tritt.

    Lustig ist, dass die apokalyptische ISIS sich zuerst mit den Banu-Asfar (also der Westen) gegen einen gemeinsamen Feind verbünden muss, so verlangt es die Prophezeiung.

    Vielleicht ist die ISIS ja der gemeinsame Feind?

    Hier sieht man einfach, dass man einfach die Finger von solchen Spekulationen weg lassen sollte.

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  3. Muhammad Ibn Maimoun

    السلام عليكم

    Auf einem Staatsgebiet jedoch, in dem regelmäßig zahlreiche öffentliche Bestrafungen und Hinrichtungen stattfinden, kann irgendetwas nicht in Ordnung sein.

    Das ist ein wichtiger Punkt. So etwas wäre ein Hinweis darauf, dass der Staat in Wirklichkeit versagt hat.

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    • As-Salafi

      Es kommt hier der gleiche blutrünstige revolutionäre Geist zum Vorschein wie auch ehemals vor allem während und unmittelbar nach der französischen und bolschewistischen Revolution. Iblis fordert seine menschlichen Opfer in satanischen Ereignissen durch die Hand solcher finsterer Gestalten – nicht ohne Grund „Hunde des Höllenfeuers“ genannt.

  4. O.

    Ich finde, dass komplexe Themengebiete auf dem Blog viel zu oberflächlich betrachtet und ausgeführt werden. Anscheinend reagiert auch der Betreiber Zia allergisch, wenn ein Teil einer korrupten Aqidah durch Dritte revidiert wird. Der Islam wird nunmal essenziell durch eine korrekte Aqidah vertreten; warum dann diesen auf Kosten anderer Themen überspringen und sich darüber lustig machen (wie Abdussalam bin Adbdillah)?

    Aber zurück zur angesprochenen Thematik: Der Text suggeriert fälschlich, Umar, möge Allah mit ihm zufrieden sein, hätte das islamische Strafrecht in Teilen für eine bestimmte Zeit außer Kraft gesetzt. Dies ist nicht zutreffend; vielmehr sah er in Zweifelsfällen von der Bestrafung ab und handelte demnach entsprechend des Grundsatzes: „Im Zweifel für den Angeklagten“; es existieren keinerlei Beweise, dass die Außerkraft-Setzung des islamischen Rechts kein Kufr (Kufr Al-Akbar) wäre; die Leute werden nahezu panisch, wenn man (eigentlich) zu Recht behauptet, der saudische König könne kein Muslim sein, da er per se säkularisiert ist…

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    • Abdallah

      In dem Artikel ging es um alles mögliche, nur nicht um das Aussetzen der Shariah,

      Leute wie du, die nicht mal einfache intendierte Aussagen herauslesen können, sollten einen großen Bogen machen um die Wissenschaft des Islams und es bei seiner Auslebung belassen.

      Sonst kommt sowas wie auf dem Artikelbild heraus.

      Wo wir schon dabei sind: Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Taktik hinter den Terrorattacken die ist, dass man Zwist zwischen Einheimischen und Muslimen erzeugen will.

    • O.

      Du hast scheinbar die Sinnhaftigkeit meines Kommentares nicht begreifen können; und außerdem: was habe ich mit irgendwelchen Anschlägen zu tun? Die derbe Idiotie (asozial!) einiger Pseudomuslime hier trägt so oder so dazu bei, dass sie im Abendlande nicht gern gesehen sind.

  5. Abdallah

    Anhang: Und dieser Zwist führt dann genau wozu?

    Zum Kommen des Mahdis? Fällt dieser etwa aus, wenn euer Plan nicht aufgeht?

    Natürlich ist der Mahdi völlig unabhängig davon, wie erfolgreich ehemalige Drogendealer und sonstiger Abschaum beim sinnfreien und kaltherzigen Morden ist.

    Demnach ist von dir und deinesgleichen also was zu halten?

    Antworten
  6. Abdallah

    „Du hast scheinbar die Sinnhaftigkeit meines Kommentares nicht begreifen können; und außerdem: was habe ich mit irgendwelchen Anschlägen zu tun? Die derbe Idiotie (asozial!) einiger Pseudomuslime hier trägt so oder so dazu bei, dass sie im Abendlande nicht gern gesehen sind.“

    Dein letzter Absatz findet keinen „Trigger“ im Artikel. Ironischerweise führst du genau das Verhalten vor, das im Artikel angekreidet wird:

    Der Autor hat völlig Recht: Erst kommt die Formung des Menschen und selbst dann ist die Sharia nur Teil des Lebens.

    Erbrecht? Wenn man tot ist kommt das. Hand abhacken? Kommt in einem ordentlichen islamischen Land fast nie vor. Scheidung? Wie spektakulär und bedeutend für Akhira und Dunya, hier muss man unbedingt die Shariah hoch und runterbeten, um vorbereitet zu sein, wenn dann mal nach der Shariah Streitigkeiten geregelt werden.

    Und was machen wir in der sonstigen Zeit? Lästern über die Sufis? Darin erschöpfen, das Frauen sich die Augen nicht zupfen dürfen?

    Ich habe noch nie ein Gruppe gefunden, die so stumpf und so ignorant über die Feinheiten des Islams ist wie die im Artikel beschriebene.

    Und das du gleich klarstellen musst, dass es Kufr ist, nicht nach der Shariah zu richten, zeigt auf, dass ihr fast schon pathologisch darin seid, euch an euch selbst aufzugeilen, weil ihr die letzten Anhänger des Rechts seid und alle anderen Allah „verraten“?

    Wer von einem Staatschef verlangt, die Shariah einzuführen, obwohl das sein Land in einen Bürgerkrieg führen und den Islam schwächen würde, muss sich fragen, ob er wirklich um Allahs Sache besorgt ist oder einfach nur ein bis in die Knochen degenerierter selbstgerechter Schwachkopf ist.

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    • O.

      Die „IS“ in Syrien, ihr „Helden“ hier; ihr könnt noch lange von einem wahrhaftigen islamischen Staat träumen…

    • O.

      Deine kritikophobe Haltung samt der heuchlerischen Arroganz in deinen Akren lässt nicht ausschließlich auf eine Pathologie deines Frontalhirns schließen.

  7. Yahya Jens Ranft

    Yahya Jens Ranft

    Die großartige Facebookseite Stimme der Gelehrten publizierte am 04. Oktober 2016 folgenden Beitrag:

    Einige Beispiele von einigen Prophetengefährten, wie sie mit der Ḥadd-Strafe für den Diebstahl umgingen.

    Von Ibn Masʿūd wird überliefert, dass ihm ein Mann gebracht wurde, der gestohlen hatte. Er (Ibn Masʿūd) frage ihn: „Hast du gestohlen? Sag, dass du es gefunden hast.“ Der Mann sagte: „Ich habe es gefunden.“, dann ließ Ibn Masʿūd ihn gehen.

    Von ʿUmar b. al-Khaṭṭāb wird überliefert, dass ihm ein Mann gebracht wurde, der gestohlen hatte. ʿUmar sagte: „Ich sehe in diesen Händen keine Hände eines Diebes.“ Der Mann sagte: „Bei Allāh, ich bin kein Dieb!“, dann ließ ʿUmar ihn gehen.

    Von ʿAṭāʾ wird überliefert: „Wenn denjenigen, die vor uns waren, ein Mann gebracht wurde, der gestohlen hatte, sagten sie: ‚Sag, dass du es nicht warst und nicht weißt woher du es hast.'“

    Aus [Al-Muṣannaf] von Ibn Abī Shayba

    (https://www.facebook.com/StimmeDerGelehrten/posts/1179652392091427)

    Antworten
  8. Yahya Jens Ranft

    Yahya Jens Ranft

    Der junge Prediger Mohammad Nabezada wusste in einem KOmmentar folgende Überlieferungen zu nennen:

    Amr ibn Šu’aīb [radī Allāhu anhu] berichtet folgendes Ereignis:

    „Die erste shariarechtliche Hadd-Strafe bei den Muslīmen wurde folgendermaßen durchgeführt: Ein Mann wurde dem Propheten ﷺ gebracht und durch Zeugenaussage wurde er an Diebstahl verurteilt. Der Prophet ﷺ gab daraufhin die erforderliche Anweisung seiner Strafe. Nachdem die Strafe ausgeführt wurde, wurde das Gesicht des Gesandten Allahs käseweiß. Es wurde gesagt: „O Gesandter Allahs! Offenbar sind sie wegen der Strafe [wegen der Durchtrennung der Hand des Mannes] sehr traurig geworden. Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wie soll ich nicht traurig sein, wobei ihr eurem Bruder gegenüber dem Šaytān am Helfen seid!“ Daraufhin sagten sie: „Sodann hättest du die Hand nicht durchtrennen lassen sollen.“ Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Wieso habt ihr nicht daran gedacht, bevor ihr ihn zu mir gebracht habt? Einem Richter ist es nicht zulässig, einen ihm gebrachte Übeltäter nicht zu bestrafen.“

    [Abdu ar-Razzaq, Musannaf 7/313 (13318)]

    Dieser Hadith ist Mursal und wird überliefert von Amr ibn Šu’aīb und er ist Vertrauenswürdig. Doch er wird verstärkt und hat einen weiteren Zeugen nämlich Abdullāh ibn Mas’ūd [radī Allāhu anhu]

    عَبْدِ اللَّهِ بْنِ مَسْعُودٍ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ ، فَقَالَ : إِنِّي لأَذْكُرُ أَوَّلَ رَجُلٍ قَطَعَهُ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَآَلِهِ وَسَلَّمَ أُتِيَ بِسَارِقٍ ، فَأَمَرَ بِقَطْعِهِ ، فَكَأَنَّمَا أَسِفَ وَجْهُ رَسُولِ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَآَلِهِ وَسَلَّمَ ، فَقَالُوا : يَا رَسُولَ اللَّهِ ، كَأَنَّكَ كَرِهْتَ قَطْعَهُ ، قَالَ : “ وَمَا يَمْنَعُنِي ، لا تَكُونُوا أَعْوَانًا لِلشَّيْطَانِ عَلَى أَخِيكُمْ ، إِنَّهُ لا يَنْبَغِي لِلإِمَامِ إِذَا انْتَهَى إِلَيْهِ حَدٌّ إِلا أَنْ يُقِيمَهُ ، إِنَّ اللَّهَ عَفُوٌّ يُحِبُّ الْعَفْوَ ، وَلْيَعْفُوا وَلْيَصْفَحُوا ، أَلا تُحِبُّونَ أَنْ يَغْفِرَ اللَّهُ لَكُمْ ، وَاللَّهُ غَفُورٌ رَحِيمٌ

    Ibn Mas’ūd [radī Allāhu anhu] sagte:

    „Ich erinnere mich noch an den ersten Mann, dessen Hand der Gesandte Allahs ﷺ abschneidete. Ihm wurde ein Dieb gebracht und man sagte ihm das man ihn [seine Hand] abzuschneiden soll [weil er gestohlen hat]. Man sah es am Gesicht des Gesandten Allahs ﷺ das er leidete [beim Anblick]. Sie sagten: „Oh Gesandte Allahs ﷺ, es sieht so aus, als ob du das Abschneiden verpönt hast?“ Er sagte: „Was soll mich den daran hindern [es nicht zu verpönen]. Seit keine Helfer des Teufels gegen euren Bruder! Es gebührt einen Imām [Richter/Herrscher], dem eine Hadd-Strafe vorliegt, nicht, es nicht zu vollziehen. Wahrlich ist Allāh ﷻ sehr vergebend und liebt es zu vergeben. Vergibt und verzeiht! Möchtet ihr etwa nicht, dass Allāh ﷻ euch vergebt? Und Allāh ﷻ ist der Allverzeihende und der Barmherzige.“

    [Ahmad, Musnād; Hākim Mustadrak al as-Sahīhayn;Imām Hākim stufte ihn als Sahīh ein und Imām Dhahabī schwieg [übte keine Kritik aus an der Überlieferung]; das heißt nach Šaykh Ašraf Alī Tahanāwī das es mindestens Hasan ist nach den Kriterien von Dhahabī; Šaykh Šu’ayb al-Arna’ūt stufte ihn auch als Hasan ein]

    (https://www.facebook.com/StimmeDerGelehrten/posts/1179652392091427?comment_id=1179665568756776&comment_tracking)

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