Abriss über die Imitation der Ungläubigen

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Der nachfolgende Text stammt von Dr. al-Scharif Hatim al-Awni und wurde erstmals am 21. März 2016 auf der Facebook-Seite des Autors veröffentlicht.

Das Urteil über die Nachahmung der Ungläubigen

Es ist unbestritten, dass nicht jede Form davon verboten ist, vielmehr ist es unumgänglich, dass sie größtenteils aufgrund der allen Menschen gemeinen menschlichen Eigenschaften, erlaubt ist, denn die Ungläubigen sind viele Völker mit vielfältigen Bräuchen, sodass man kaum die Unterscheidung von einem Schlage der Ungläubigen praktizieren kann, ohne dabei wieder mit einem anderen Schlage übereinzustimmen.

Die Offenbarungstexte und Konsensurteile zeigen deutlich, dass es Arten der Nachahmung gibt, die nicht verboten sind, selbst in einigen Dingen, in denen die Unterscheidung explizit anbefohlen wurde, wie etwa dem Beten in Schuhen als Unterscheidung von den Juden.

Wenn unser religiöses Gesetz eine Nachahmung nicht durch einen Offenbarungstext verbietet, so ist ihr Verbot in Übereinstimmung mit den islamrechtlichen Grundprinzipien wie folgt bestimmt:

Erstens: Etwas, was ihrer Religion eigen ist und was überwiegend von den Ungläubigen in religiöser Praxis getan wird, wie etwa das Tragen der jüdischen Kippa oder des Kreuzes.

Zweitens (und das ist abhängig von Intention und Absicht): Dass der Nachahmende die Imitation des Ungläubigen aus Gefallen an seinem Frevel und seinem Abschweifen von der Religion beabsichtigt.

Hier gibt es eine allgemeine Sache, die die gesamte islamische Gemeinschaft betrifft: Sie muss sich ihrer religiösen Ehre und ihre Würdigung durch die Wahrheit bewusst sein und darf in ihrer Koexistenz mit den Nichtmuslimen nicht von einer Position von Minderwertigkeitsgefühlen und mentaler Niederlage aus starten.

Was die übrigen Formen der Nachahmung angeht, so sind sie nicht verboten, sondern bewegen sich zwischen unerwünscht, gestattet und verpflichtend.

Die unerwünschte Nachahmung ist die in Dingen, die nach unseren Gepflogenheiten nicht als gut angesehen werden, die aber auch nicht vom islamischen Gesetz verboten wurden.

Die gestattete Nachahmung ist jene in Dingen, die nach unseren und ihren Gepflogenheiten gleichermaßen für gut befunden werden und islamrechtlich nicht verboten sind, wie etwa von ihnen importierter Schmuck und Kleidung für Frauen, die bei ihnen und bei uns als schön gelten.

Die verpflichtende Nachahmung sind Angelegenheiten, in denen ein Nutzen liegt, der nur erlangt werden kann, wenn man sie in diesen Sachen imitiert, wie z.B. bei der Verwendung ihrer Medikamente oder ihrer Methoden in diesseitigen Angelegenheiten, wie etwa die Organisation des Straßenverkehrs und dergleichen.

Artikelbild: Paul GoyetteCC BY-SA 2.0

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3 Antworten auf “Abriss über die Imitation der Ungläubigen”

  1. ok

    Titel und Autor gelesen und mir nur gedacht „Was hat Tariq diesmal fabriziert“. Aber muss zugeben guter Artikel.

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  2. An Nisa

    Assalamalleikum mag mir jemand das Feiern des Geburtstages kategorisieren ?

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  3. Ben Adam

    السلام عليكم ورحمة الله وبركاته

    Hier ein ziemlich unbeachteter Hadith, welcher authentisch ist:

    „Der Prophet trug ein byzantinisches Gewand mit engen Ärmeln.“
    Siehe https://sunnah.com/tirmidhi/24/52 und https://sunnah.com/urn/1800680

    Damit hat sich die Sache eigentlich erledigt.

    الله اعلم

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